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Pflanze deinen subversiven Garten!

27. März 2013
Alte Osterkarte aus Amerika, dem Land der Träume: This Candy is for someone sweet and it's mighty good to eat! Nie hätte Heidi diese Zucker-Eilis gegessen, obwohl solche Süssigkeiten zu jener Zeit rar waren.

Alte Osterkarte von Verwandten aus Amerika: This Candy is for someone sweet and it’s mighty good to eat! Nie hätte Heidi diese Zucker-Eilis gegessen, obwohl solche Süssigkeiten zu jener Zeit rar waren.

Amerika, das Land der Träume, des Fortschritts, ein Vorbild mit Kratzern. Negative Auswirkungen des ungezähmten Wachstums sind denn auch sichtbar. Kreative Leute geben Gegensteuer und finden eine Plattform bei TED (Technology, Entertainment, Design), einer non profit Organisation mit dem Ziel, gute Ideen zu verbreiten. Die meisten Informationen sind auf Englisch, es gibt aber das „Open Translation Project“ mit TED-Seiten auf Deutsch, jedeR kann mitmachen beim Übersetzen oder einen TED-Event organisieren; in der Schweiz sind für 2013 bisher 7 geplant, TEDx Events Switzerland. Über Landwirtschaft, Ernährung und Garten sind viele Videos abrufbar. Aufgefallen ist Heidi etwa Roger Doiron: My subversive (garden) plot, September 2011.

Roger Doiron ruft die Menschen zum Anpflanzen von Früchten und Gemüse auf; er hat Kitchen Gardeners International (KGI) gegründet mit Mitgliedern in 100 Ländern. Er war es auch, der die Obamas dazu animierte, ein Stück Rasen vor dem Weissen Haus in einen Pflanzblätz umzuwandeln. Ihr Beispiel sollte andere zum Gärtnern animieren. Das Bild von Michelle Obama mit dem Spaten in der Hand ging um die Welt, ihr Garten ist zur Touristenattraktion geworden. Der Gemüsegarten von Michelle Obama, Proplanta 18.8.12, Planting the seeds of a revolution, Boston Globe 27.3.09. Der Kampf gegen ungesunde Ernährung und Übergewicht sind ihre Hauptanliegen.

Die Vielfalt an Gemüse und Früchten im Garten der Obamas steht in krassem Gegensatz zur US Landwirtschaftspolitik, die nur ein paar wenige Produkte wie Fleisch, Eier, Mais… fördert. Roger Doiron findet: „Wir müssen etwas dagegen tun. Das ist skandalös. Mit Steuergelder werden grüne Autos und grüne Häuser unterstützt. Warum nicht ein Garten-Förder-Programm?“

Ja, warum nicht? Mit der Schweizer Agrarpolitik sieht es nicht anders aus. Im Ernährungsbericht 2012 des Bundesamts für Gesundheit heisst es Seite 27: „Die Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln belastet die Umwelt hinsichtlich benötigter Landfläche, Energie- und Wasserverbrauch sowie Ausstoss von Treibhausgasen bedeutend weniger, als dies bei der Produktion von Fleisch der Fall ist. Eine vegetarische Ernährungsweise kann in diesem Sinne zur Nachhaltigkeit beitragen.“ Nachhaltigkeit wird in Art. 73 der Bundesverfassung gefordert. Heidi vermisst in der Agrarpolitik den Gesundheits- und teilweise auch den Nachhaltigkeitsaspekt: Zucker, Tabak und Alkohol sowie Fleisch und Milch im Übermass werden gefördert.

Die sich häufenden Lebensmittel-Skandale bewirken da und dort ein Umdenken: weniger Fleisch, weniger Restaurant-Verpflegung, bewusstes Einkaufen. Auf den niederösterreichischen Märkten sind Hühner und Küken zum Verkaufsschlager geworden: 1,5 Millionen Hühner leben laut einer Schätzung bereits in privaten Gärten, Eigene Hühner im Garten boomen NÖ ORF, 23.3.13 (Grünwolf 24.3.13). Vielleicht hat der Osterhase in Zukunft weniger Arbeit, wenn Gärten und Pärke zu Hühnerhöfen werden. Und anstatt weitgereistes Bio-Gemüse aus Spanien, Italien, China usw. vom Supermarkt nach Hause zu schleppen, könnte man Vorgärten, Hinterhöfe oder Rasenflächen in fruchtbare Gärten verwandeln mit Blumen für den Geburtstagsstrauss.

„Grow your subversive plot today!“ ruft uns Roger Doiron zu. Wer keinen eigenen Garten hat? In der Gemeinde/Stadt nach geeignetem Land suchen, die Nachbarn fragen oder mit ein paar Töpfen auf dem Balkon beginnen! Und eine schweizerische Urban-Farming-Bewegung gründen mit LobbyistInnen im Bundeshaus.

So legte Roger Doiron einen Gemüsegarten an, Video The Lawn is Your Lawn begleitet vom Lied Your Land is your Land, Woody Guthrie, Bruce Springsteen.

Your Land ist your Land ist am Schluss des Films Food Inc. (Was essen wir wirklich) zu hören, einem US-amerikanischen Dokumentarfilm von Produzent und Regisseur Robert Kenner sowie den Journalisten Eric Schlosser und Michael Pollan aus dem Jahr 2008.

39 Videos zu Food auf TED

30.3.13 HOME

Klimaschutz in Amerika: Singing in the Rain.

27. Januar 2011
Zitronen_klein

Sind wir bald ein Land, wo die Zitronen blühn?

Während bei uns der Schweizerische Bauernverband sich gegen Umweltschutz-Vorschriften lautstark zu Wort meldet, gewinnen in Amerika diejenige die Oberhand, die den Klimawandel bestreiten. In der NZZ vom 17. Dezember 2008 war noch zu lesen: „Obama setzt klare Signale in der Klimapolitik… Der künftige Präsident Amerikas, Barack Obama, hat mit der Nominierung seines Energieministers und dreier für Klima- und Umweltpolitik zuständiger Frauen einen deutlichen Kurswechsel gegenüber der Politik der Administration Bush signalisiert.“ Zwei Jahre später, am 26. Januar 2011, tönt es nun markant anders: „Die Direktorin für Energie- und Klimafragen im Weissen Haus, Browner, tritt zurück.“ Obama muss mehr Rücksicht auf die Wirtschaftskreise nehmen im Hinblick auf die Wahlen.

Und James Hansen, der Klimaforscher? Er hat in den letzten zwei bis drei Wochen eine Lawine von Meldungen in übler Sprache erhalten: Man solle ihn hinauswerfen, deportieren, oder er sollte überfahren werden usw. Er vermutet, dass dieser plötzliche Ausbruch von Bosheit nicht zufällig ist, sondern durch einen Artikel in der Washington Times und einen Blog-Artikel ausgelöst wurde. Seine Aussagen wurden verdreht und aus dem Zusammenhang gerissen: Hier der ausführliche Text von James Hansen Singing in the Rain, auf Englisch, leider!

Unglaublich: Hansen in Pontresina, aber niemand kommt

Warum jetzt Englisch lernen?

Ammoniak-Emissionen reduzieren

27.1.11   HOME

Unglaublich: Hansen in Pontresina, aber niemand kommt

17. Dezember 2010
JamesHansen

James Hansen mit Grosskindern, Foto veröffentlicht mit der Erlaubnis von Jim vom 7.1.11

Wer ist James Hansen? Der Entdecker des Klimawandels, siehe Wikipedia. Er war am 30.11.10 spontan nach Pontresina gekommen, um den schädlichen Einfluss von Kohlekraftwerken auf das Klima zu erklären. Christina-fuer-Nachhaltigkeit erzählt die spannende Geschichte wie es dazu gekommen ist. Grund für den Besuch: Bau eines Pumpspeicherwerks auf dem Bernina  Ein Stausee für die Zukunft, aber welche? WOZ vom 16.12.10. Vielleicht hätte man besser eine Veranstaltung für Landwirte organisiert, denn die Bündner Bauern sind an der Reduktion der Ammoniak-Emissionen interessiert, welche den Klimawandel ebenfalls fördern. Heidis Artikel Ammoniak-Emissionen reduzieren ist der meistgelesene Artikel ihres Blogs.

Ein Trost für alle, die den Anlass verpasst haben: Hansens Buch „Storms of My Grandchildren“ wird auf Deutsch übersetzt. Hansen ist u.a. Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies, hat erlebt wie seine Forschung zensuriert wurde. Wieso müssen wir mehr über den Klimawandel wissen? Hansen hat die Erfahrung gemacht, dass kein Verlass ist auf diejenigen Leute, die wir dafür bezahlen, dass sie für unser Wohl sorgen. Die Regierung Obama verfüge über die besten Klimawissenschaftler Amerikas, aber was zähle sei Politik, Politik wie immer. Und dahinter steckt Geld, viel Geld – Öl-Geld, Kohle-Geld… Mühe mit Englisch? Hansen hat am 7. November 2008 unserem Bundesrat einen Brief auf Deutsch geschrieben und sich dafür eingesetzt, dass die Schweizer Energiewirtschaft auf Investitionen in ausländische Kohlenkraftwerke verzichtet, Brief an den Bundesrat. Dieser ist vermutlich sicher archiviert worden. Heidi hat sein Buch gelesen, in dem er über die Zukunft seiner Grosskinder nachdenkt und fundierte Fakten zum Klimawandel liefert, es ist das wichtigste Buch, das sie in den letzten Jahren gelesen hat und sie wünscht sich, dass es – wie Heidi von Johanna Spyri – in mehr als 50 Sprachen übersetzt wird. Leider hat Heidi vom Besuch Hansens im Bündner Land nichts gewusst.

Die Internetseite von James Hansen bei der Columbia University, New York, mit vielen Informationen, ein paar Videos. Hier kann man seinen Newsletter abonnieren.

Schweizer Klimaforschung, Nationaler Forschungsschwerpunkt (NFS Klima) des Schweizerischen Nationalfonds

17.12.10    HOME


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