Posts Tagged ‘Öl’

Don’t choose Extinction

1. November 2021
  UNDP-Video "Don't Choose Extinction"

UNDP-Video „Don’t Choose Extinction“

Die Welt gibt jährlich erstaunliche 423 Milliarden US-Dollar aus, um fossile Brennstoffe für die Verbraucher zu subventionieren – Öl, Strom, der durch die Verbrennung anderer fossiler Brennstoffe erzeugt wird, Gas und Kohle. Laut einer neuen Studie des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) ist dies das Vierfache des Betrags, der gefordert wird, um den armen Ländern bei der Bewältigung der Klimakrise zu helfen, einem der Knackpunkte im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP26 nächste Woche.

Mit dem Betrag, der direkt für diese Subventionen ausgegeben wird, könnten COVID-19-Impfungen für jeden Menschen auf der Welt bezahlt werden, oder das Dreifache des jährlichen Betrags, der zur Beseitigung der extremen Armut auf der Welt benötigt wird. Werden die indirekten Kosten, einschliesslich der Kosten für die Umwelt, in diese Subventionen eingerechnet, steigt die Zahl auf fast 6 Billionen US-Dollar, wie aus den kürzlich vom Internationalen Währungsfonds (IWF) veröffentlichten Daten hervorgeht.

Die UNDP-Analyse macht deutlich, dass diese von den Steuerzahlern bezahlten Mittel letztlich die Ungleichheit vertiefen und Massnahmen gegen den Klimawandel behindern.

Der Hauptverursacher der Klimakrise ist der Energiesektor, der für 73Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Reformen der Subventionen für fossile Brennstoffe würden zur Verringerung der CO2-Emissionen beitragen und der Gesundheit und dem Wohlergehen der Menschen zugute kommen. Sie sind ein erster Schritt in Richtung einer korrekten Preisgestaltung für Energie, die die „wahren“ und vollen Kosten der Nutzung fossiler Brennstoffe für Gesellschaft und Umwelt widerspiegelt.

Die UNDP-Analyse zeigt jedoch, dass Reformen der Subventionen für fossile Brennstoffe auch ungerecht und schädlich für Haushalte und die Gesellschaft sein können, wenn sie schlecht konzipiert sind. Während Subventionen für fossile Brennstoffe tendenziell ein ungleiches Instrument sind – da sich der Löwenanteil der Vorteile auf die Reichen konzentriert – stellen diese Subventionen auch einen wichtigen Teil des Einkommens der armen Bevölkerung dar, der ansonsten für den Energieverbrauch gezahlt werden muss. Die Abschaffung der Subventionen für fossile Brennstoffe könnte daher leicht zu einer Strategie der Einkommens- und Energieverarmung werden. Dies trägt dazu bei, die Reform der fossilen Brennstoffe zu erschweren, und stellt ein wesentliches Hindernis für den Übergang zu sauberen und erneuerbaren Energiequellen dar.

Die Kampagne Don’t Choose Extinction bietet eine Plattform für kollektive Intelligenz, den Global Mindpool, um die wichtigsten Fragen unserer Zeit anzugehen. Durch die Verknüpfung von Erkenntnissen aus der ganzen Welt – über die Klimakrise, die Krise der Natur und die Ungleichheit – wird der Global Mindpool das UNDP dabei unterstützen, politische Entscheidungsträger in der Regierung, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor besser zu informieren und auszustatten.

Weitere Informationen über die Kampagne „Don’t Choose Extinction“ finden Sie unter www.dontchooseextinction.com.

Das UNDP ist die führende Organisation der Vereinten Nationen, die sich dafür einsetzt, die Ungerechtigkeit von Armut, Ungleichheit und Klimawandel zu beenden. In Zusammenarbeit mit unserem breiten Netzwerk von Experten und Partnern in 170 Ländern helfen wir den Nationen, integrierte, dauerhafte Lösungen für die Menschen und den Planeten zu entwickeln.

United Nations Development Programme (UNDP). Video 2:31: Eine besondere Rede!

Der Auftritt des Dinosauriers hat wohl einige KonferenzteilnehmerInnen erschreckt.

Der Auftritt des Dinosauriers hat wohl einige KonferenzteilnehmerInnen erschreckt.

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Weltwassertag 2018: Wiederaufforstung, Feuchtgebiete und Grundwasser

22. März 2018
Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis schreibt: "Die letzten Monate habe ich intensiv im Hintergrund für weitere Expeditionen gearbeitet. Es ist mein Bestreben, die Botschaft vom „Blauen Wunder“ hinaus in die Welt zu tragen. Auf diesem Weg durfte ich im Rahmen des World Economic Forum Davos u.a. auch den Nobelpreisträger und Klimaaktivisten Mr. Vice President Al Gore treffen. Copyright: Das Blaue Wunder.

Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis schreibt:
„Die letzten Monate habe ich intensiv im Hintergrund für weitere Expeditionen gearbeitet. Es ist mein Bestreben, die Botschaft vom „Blauen Wunder“ hinaus in die Welt zu tragen. Auf diesem Weg durfte ich im Rahmen des World Economic Forum Davos u.a. auch den Nobelpreisträger und Klimaaktivisten Mr. Vice President Al Gore treffen. Copyright: Das Blaue Wunder.

Im UN-Weltwasserbericht 2018 steht: „3,6 Milliarden Menschen und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung leben in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr von Wassermangel bedroht sind. 2050 werden es vermutlich bis zu 5,7 Milliarden sein.

Der UN-Weltwasserbericht 2018 zeigt: „Naturbasierte Lösungen“ wie Wiederaufforstung, Nutzung von Feuchtgebieten und gezielte Grundwasseranreicherung können eine wichtige Rolle bei der Verbesserung von Wasserversorgung und -qualität spielen. Diese Ansätze wurden bisher weitestgehend ignoriert, so die Autoren. UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay stellte den Weltwasserbericht am 19.3.18 am 8. Weltwasserforum (WWF) in Brasilien vor.“

Wo Urwald für Plantagen gerodet wird, da braucht es auch Strassen.

Wo Urwald für Plantagen gerodet wird, da braucht es auch Strassen.

Das ist schwere Arbeit! Denn es wird abgeholzt wie verrückt, in Südamerika, Afrika, Asien und Australien, sogar UNESCO-Weltnaturerbe-Wald ist kein Tabu. Profiteure dieser Zerstörungen sind wir, die reichen Länder. Ein Ende ist nicht abzusehen, denn Welthandel und Wachstum sind die Leitlinien unserer Politik. Die Rechte der Einheimischen werden missachtet, ihr Trinkwasser oft verschmutzt und das knappe Wasser für die Produktion von Exportlebensmittel gebraucht. Wichtigste Ursachen der Abholzung sind:

  • Brandrodung für Ackerland und Rinderweiden
  • Anlage von Palmölplantagen, Soja, Bananen- oder Kaffeeplantagen
  • Ausbeuten von Bodenschätzen wie Eisenerz, Gold, Öl, Gas
  • Bau von grossen Staudämmen zur Energiegewinnung
  • Holzschlag für Tropenholz oder Papier

Feuchtgebiete werden trockengelegt für die Landwirtschaft und wertvolles Ackerland in rasantem Tempo überbaut oder mit Infrastrukturen belegt.

Blue Community Schweiz

Die Initiative Blue Communities wurde vom Council of Canadians lanciert, einer kanadischen Organisation für soziale und ökologische Gerechtigkeit. Städte, Gemeinden, Hochschulen und andere Institutionen, können eine Blue Community werden. Als Blue Community halten sie sich an vier konkrete Grundsätze:

  • Anerkennung des Wassers als Menschenrecht
  • Wasserdienstleistungen bleiben in der öffentlichen Hand
  • Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser trinken
  • Eine Blue Community pflegt öffentliche Partnerschaften mit internationalen Partnern

Die Blue Community ist am Weltwasserforum in Brasilien zusammen mit anderen Schweizer Organisationen, wie Helvetas, am Stand, welcher von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) organisiert wird. Sie versteht sich als unabhängige Stimme am WWF, das allgemein als Forum der Konzerne gilt. Für diese Teilnahme hat die Blue Community sich folgende Ziele gesetzt:

  1. Anhand zweier konkreter Beispiele wird dargestellt, wie Wasser als Allgemeingut verstanden und verwaltet werden kann.
  2. Schweizer Player in der Entwicklungshilfe sollen motiviert werden, vermehrt auf öffentlich-öffentliche Partnerschaften zu setzen, um den Zugang zu Trinkwasser auszubauen und so das Wasser als öffentliches Gut anzuerkennen.
  3. Das Blue Community Netzwerk zeigt, dass auch Handlungen von lokalen Akteuren zur Erhaltung des Allgemeingutes Wasser beitragen und helfen, die Entwicklungsagenda 2030 der UNO (SDGs) umzusetzen.
  4. Wasser wird immer knapper und wird immer häufiger zur Ware. Es wird diskutiert, warum Wasser gegen Privatisierung geschützt werden muss und welche Rolle dabei zivilgesellschaftliche Organisationen haben können.
    Als Beispiel dienen die Privatisierungsintentionen der brasilianischen Regierung, die in Zusammenarbeit mit internationalen Firmen den Zugang zu Trinkwasser in Brasilien gefährden könnten.

Agrarexporte: Ausverkauf von Wasser

Der hohe Wasserverbrauch für Agrargüter, die Deutschland und die EU (das gilt auch für die Schweiz) importieren, führt zu Armut und Vertreibung in den Ländern des Südens. Darauf macht das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt (Berlin) im Vorfeld des Weltwassertages am 22. März aufmerksam und fordert verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser und einen nachhaltigen Umgang mit den globalen Wasserressourcen.

Die Landwirtschaft ist für 70% der weltweiten Wasserentnahmen verantwortlich. Um die wachsende Weltmarktnachfrage nach Soja für die Fleischindustrie, Zuckerrohr für Biosprit, Baumwolle und Kaffee zu stillen, fliessen enorme Wassermengen auf der Südhalbkugel ganzjährig in künstliche Bewässerung. Der intensive Düngemittel- und Pestizideinsatz belastet zudem die Wasserqualität. Quelle: Weltagrarbericht – Agrarexporte: Verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser gefordert, 19.3.18

Unbezahlbar versus umsonst

Copyright: Das Blaue Wunder

Copyright: Das Blaue Wunder

Veranstaltung mit Ernst Bromeis in Davos:

„Hat die Wirtschaft das letzte Wort, wenn es um die nachhaltige Nutzung der Ressourcen geht? Muss die Welt vermessen und in Wert gesetzt werden, damit sie nicht an die Wand gefahren wird?

Anlässlich des UNO-Weltwassertages 2018 diskutieren Pfarrerin Cornelia Camichel Bromeis und Wasserbotschafter Ernst Bromeis-Camichel mit den Anwesenden über aktuelle ethische und ökonomische Fragen. In einer marktwirtschaftlich konditionierten Welt scheint alles einen Preis haben zu müssen, damit es geschätzt wird. Cornelia Camichel und Ernst Bromeis bringen mit religiösen und philosophischen Impulsen ihre Sichtweisen dar und versuchen eine Brücke zu den grossen Wasserthemen einer globalisierten Welt zu schlagen.

Ausgangspunkt für die gemeinsame Abendveranstaltung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Davos Platz mit dem Blauen Wunder ist die Jahreslosung 2018 der evangelischen Kirchen: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers, umsonst.“ Dieser Vers aus der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, wird auch den blauen Faden bilden für die Diskussion.

Der Eintritt zur Veranstaltung am Donnerstag, 22. März ist frei.
Veranstaltungsort ist die Kirche St. Johann in Davos Platz.
Beginn um 20 Uhr.
Die Kollekte geht an das Hilfswerk Kids of Africa.“

News Trinkwasserinitiative

Am Weltwassertag 2017 wurde die Trinkwasserinitiative lanciert. Bereits im Januar konnte sie mit mehr als nötig Unterschriften eingereicht werden. Bleiben Sie auf dem Laufenden, lesen Sie die News der Trinkwasserinitiative!

Links

Alternatives Weltwasserforum 2018, Vorbereitung in Deutschland, Brot für die Welt und Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW)

Wem gehört das Wasser? Domradio.de vom 20.3.18

Indonesia women face daily swim for clean water, The express Tribune 22.3.18

Brasilien: Weltwasserforum und Privatisierung in Kritik, Brasilien Portal vom 12.3.18

Weltwasserforum in Brasilien gestartet, ZDF vom 18.3.18

Weltwasserforum in Brasilien – Hier fehlt etwas. Die Konferenz berät über den Wassermangel. In Südafrika und Spanien hat die Dürre bedrohliche Ausmaße. taz vom 16.3.18

World Bank Group – Water

Heidis Artikel zu Palmöl

22.3.18 HOME


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