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Insekten: Luftschadstoffe verringern die Bestäubungsleistungen

2. Februar 2022
Quelle: Environmental Pollution

Quelle: Environmental Pollution

Quelle: Anthropogenic air pollutants reduce insect-mediated pollination services. Environmental Pollution, Volume 297, 15 March 2022, 118847, übersetzt mithilfe von DeepL

  • Gängige Luftschadstoffe (z.B. Stickoxide und Ozon) können mit Blumendüften reagieren.
  • Beide Schadstoffe führten zu einer stark verminderten Effizienz der Futtersuche von Insektenbestäubern.
  • Bestimmte Gruppen von Insektenbestäubern reagierten unterschiedlich auf die Schadstoffe.
  • Die erhobenen Werte der insektenvermittelten Pflanzenbestäubung nahmen unter beiden Schadstoffen ab.

Die Luftverschmutzung hat das Potenzial, andere geruchsvermittelte Ökosystemleistungen zu stören.

Gängige Luftschadstoffe wie Stickoxide (NOx), die in Dieselabgasen enthalten sind, und Ozon (O3) werden mit dem Rückgang der bestäubenden Insekten in Verbindung gebracht. Reduktionistische Labortests, die sich auf die Wechselwirkungen zwischen einer kleinen Anzahl von Blütenpflanzen- und Bestäuberarten konzentrieren, in Kombination mit Modellen der Atmosphärenchemie deuten darauf hin, dass solche Schadstoffe den Blütenduft chemisch verändern können, wodurch die Hinweise gestört werden, die die suchenden Insekten nutzen, um Blüten zu finden und zu bestäuben.

Die Geruchsumgebungen in der Natur sind jedoch sehr komplex, und die Bestäubungsleistung wird in der Regel von einer Vielzahl von Insektenarten erbracht, die jeweils unterschiedlich empfindlich auf verschiedene Blumendüfte reagieren. Daher sind die potenziellen Auswirkungen einer durch Umweltverschmutzung verursachten Störung der Nahrungssuche sowohl auf die Ökologie der Insekten als auch auf die von ihnen erbrachten Bestäubungsleistungen derzeit noch unbekannt.

James Ryalls von der Universität Reading und eine Forschungsgruppe haben in-situ-Feldstudien durchgeführt, um zu untersuchen, ob solche Schadstoffe die Futtersuche von Bestäubern und damit die von diesen Insekten erbrachte Bestäubungsleistung beeinträchtigen könnten. Mit Hilfe von Freiluftbegasung konnten sie zeigen, dass die Erhöhung von Dieselabgasen und O3, sowohl einzeln als auch in Kombination, auf ein Niveau, das unter den derzeitigen Luftqualitätsnormen als sicher gilt, die Anzahl der lokal vorkommenden wildlebenden und bewirtschafteten Insektenbestäuber um 62 bis 70 Prozent und deren Blütenbesuche um 8 bis 90 Prozent deutlich reduzierte.

Diese Rückgänge waren auf Veränderungen bei bestimmten Bestäubergruppen, darunter Bienen, Fliegen, Motten und Schmetterlinge, zurückzuführen und fielen mit signifikanten Rückgängen (14 bis 31 Prozent) bei drei verschiedenen Messverfahren der Bestäubung und des Ertrags einer selbstfruchtbaren Testpflanze zusammen. Die Quantifizierung solcher Effekte liefert neue Erkenntnisse über die Auswirkungen der vom Menschen verursachten Luftverschmutzung auf die natürlichen Ökosystemleistungen, auf die wir angewiesen sind.

Anthropogenic air pollutants reduce insect-mediated pollination services. Environmental Pollution, Volume 297, 15 March 2022, 118847

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Luftverschmutzung: Es gibt keine sicheren Grenzwerte

9. Oktober 2021
Luftverschmutzung hat viele Quellen.

Luftverschmutzung hat viele Quellen.

„There are no safe levels of air pollution.“

Stephen Holgete, University of Southampton, UK

Millionen von Todesfällen könnten vermieden werden, wenn die Welt strenge neue Grenzwerte für die Luftverschmutzung annimmt, welche von der Weltgesundheitsorganisation soeben (WHO) festgelegt wurden.

In den Leitlinien werden deutlich niedrigere Tages- und Jahreswerte für die Belastung durch sechs Schadstoffe aus Autos, Kraftwerken und anderen Quellen gefordert. Dies ist die erste grössere Überarbeitung der Empfehlungen seit 16 Jahren. Die strengeren Grenzwerte sind auf die zunehmende Forschung über die gesundheitlichen Auswirkungen selbst geringer Schadstoffmengen zurückzuführen.

„Wir haben noch mehr Beweise als bisher für die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit. Früher war die Beweislage enorm, jetzt ist sie noch besser“, sagt Maria Neira von der WHO.

Luftqualität in der Schweiz

Hauptverursacher dieser Vorläuferschadstoffe sind vor allem der motorisierte Verkehr, aber auch Industrie und Gewerbe tragen zur Belastung bei.

Hauptverursacher dieser Vorläuferschadstoffe sind vor allem der motorisierte Verkehr, aber auch Industrie und Gewerbe tragen zur Belastung bei. Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Die Luftqualität der Schweiz wird seit Mitte der 1980er-Jahre stetig besser. Trotzdem überschreiten die Konzentrationen von Ozon (O3) die Immissionsgrenzwerte grossflächig, von Feinstaub PM10 und PM2.5 an mehreren Orten und von Stickstoffdioxid (NO2) an einzelnen verkehrsnahen Standorten. Auch Ammoniak (NH3) belastet die Umwelt in einem Ausmass, das deutlich über dem kritischen Belastungswert liegt.

Auch in der Schweiz besteht grosser Handlungsbedarf!

 

WHO calls for lower limits on air pollution to save millions of lives. Adam Vaughan, New Scientist 25.9.21

Verschärfte Empfehlungen Die WHO setzt ein Zeichen für saubere Luft. SRF 22.9.21

Luftqualität in der Schweiz. Bundesamt für Umwelt, 18.6.21


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