Posts Tagged ‘Palmöl’

Indonesien: Feuer und Wasser!

7. Juli 2020
Jahr für Jahr brennen in der Trockenzeit unzählige urwaldzerstörende Feuer, deren Rauch für die Bevökerung weit herum gesundheitsschädigend sind.

Jahr für Jahr brennen in der Trockenzeit unzählige urwaldzerstörende Feuer, deren Rauch für die Bevökerung weit herum gesundheitsschädigend sind.

Die Papageien wissen es: Die Schweiz bezieht nur NACHHALTIGES Palmöl aus Indonesien. Heidis LeserInnen kennen „andere Fakten“, etwa Klimaveränderung durch Abholzung von Urwald und Anbau von Ölpalmen, gestörter Wasserhaushalt, verschmutztes Wasser, Überschwemmungen, Korruption, Landraub, Kinderarbeit, Erosion usw.

Überschwemmungen nehmen zu

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen unterstützte eine von Borneo Futures durchgeführte Studie mit dem Titel Forests, Floods, People and Wildlife on Borneo. Diese Studie zeigte, dass die durch Überschwemmungen in Kalimantan verursachten Probleme viel grösser sind als bisher erkannt, dass die Überschwemmungsrisiken durch die Änderung der Landnutzung und die Verstädterung (klimarelevant) verschärft wurden und dass dringende und vorausschauende Massnahmen erforderlich sind, um diese Probleme anzugehen.

Die Studien zeigten, dass die Überschwemmungen in weiten Teilen Borneos sowohl an Häufigkeit als auch an Schwere zunahmen, da die Wälder in den Wassereinzugsgebieten und Flussläufen nicht geschützt wurden. Zwischen 2010 und 2013 waren in Kalimantan bis zu 1,5 Millionen Menschen und 360’000 Häuser von Überschwemmungen betroffen, das sind mehr als 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Zunahme der Überschwemmungshäufigkeit konzentrierte sich vor allem auf Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte und zunehmender landwirtschaftlicher Entwicklung, was darauf hindeutet, dass die künftigen wirtschaftlichen Auswirkungen der Überschwemmungen noch grösser sein könnten. Das stimmt mit den Aufzeichnungen der malaysischen Regierung überein, die schätzt, dass jährlich 4,82 Millionen Menschen (22 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes) von Überschwemmungen betroffen sind, die jedes Jahr Schäden in Höhe von 250 Millionen Dollar verursachen.

Die Daten weisen nachdrücklich darauf hin, dass die Zunahme der Überschwemmungen höchstwahrscheinlich in Gebieten stattfanden, in denen eine umfangreichere Entwaldung für den Anbau von Ölpalmen oder eine schwere Degradierung durch Abholzung und Brände stattgefunden hatte.

Borneo Futures – Science for Change: Überschwemmungen

Forests, Floods, People and Wildlife on Borneo, United Nations Environment Program, Nairobi, Kenya

700 Waldbrände: Ausnahmezustand in der drittgrössten Provinz

Reuters berichtete am 1.7.20: Angesichts von mehr als 700 anhaltenden Waldbränden verhängt die drittgrösste Provinz Indonesiens den Ausnahmezustand. Gleichzeitig wird der Waldschutz zurückgefahren.

Die drittgrösste Provinz Indonesiens rief am Mittwoch den Notstand aus, nachdem sie mehr als 700 Brände identifiziert hatte. Die südostasiatische Nation bereitet sich auf ihre jährliche Feuersaison vor.

Die Erklärung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Indonesien den Schutz für einige der wichtigsten Tropenwälder der Welt zurückschraubt. Das Team, das Brände identifiziert und bei deren Löschung hilft, hat aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus eine Halbierung seines Budgets erlebt, teilte ein Beamter des Umweltministeriums im vergangenen Monat gegenüber Reuters mit.

Die Provinz Zentralkalimantan teilte mit, dass der Ausnahmezustand bis zum 28.9.20 andauern wird. Der Ausnahmezustand befindet sich in der ersten „Alarmstufe“, was verstärkte Patrouillen und frühzeitige Löschmassnahmen erfordert. „Die Bemühungen zur Eindämmung der Waldbrände sind im Gange, da in fast allen Regionen in Zentralkalimantan im Juli die Trockenzeit begonnen hat“, sagte Alpius Patanan, ein Beamter der Katastrophenschutzbehörde der Provinz.

Kiki Taufik, Leiterin der Greenpeace-Waldkampagne in Indonesien, sagte, die Haushaltskürzungen könnten zu gefährlicheren Bränden führen, die die Gemeinden allein bekämpfen müssten. „Die Brandherde könnten potenziell grösser sein und sich auf entlegene Torfgebiete ausbreiten, insbesondere in den Gebieten, welche ab 2019 abbrannten und noch nicht wiederhergestellt sind“, sagte Taufik. „Und der Dunst könnte potenziell dicker oder ähnlich wie im letzten Jahr sein“, so Taufik.

Indonesien ist der weltweit grösste Produzent von Palmöl, und jedes Jahr werden Brände mit Brandrodungen in Verbindung gebracht, mit denen Flächen für den Palmölanbau gerodet werden. Die Brände des letzten Jahres waren besonders verheerend: 1,6 Millionen Hektar Wald und Torf brannten ab. Ein Grossteil des Palmöls wird im waldreichen Kalimantan, auch bekannt als das indonesische Borneo, sowie auf der Insel Sumatra angebaut.

Umweltschützer sagen, dass die indonesische Palmölindustrie einer der Hauptverantwortlichen für die Entwaldung ist, die auch die Lebensräume gefährdeter Arten wie der Sumatra-Tiger und der Borneo-Orang-Utan schädigt.

Quelle: Indonesian province declares state of emergency over forest fires, Bericht von Stanley Widianto und Kate Lamb; Bearbeitung von Edwina Gibbs, Reuters vom 1.7.20.

Heidis 35 Artikel über Palmöl

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Schnecken sind Feinschmeckerinnen + Dies und Das + Palmöl

2. Juli 2020
Auf der Jagd nach Schnecken sieht Heidi oft Schönes, wie diese Raupe des Königskerzen-Mönchs (Cucullia verbasci). Erst noch war sie an einem Blatt am Fressen. Zuvor und danach klebte sie regungslos am Stängel. Zum Tarnen?

Auf der Jagd nach Schnecken sieht Heidi oft Schönes, wie diese Raupe des Königskerzen-Mönchs (Cucullia verbasci), einem Nachtfalter. Erst noch war sie an einem Blatt am Fressen. Zuvor und danach klebte sie regungslos am Stängel. Zum Tarnen?

Morgens und abends auf Schneckentour, das ist immer interessant, manchmal etwas nass, wie heute. Im Moment sind etwa die Knollen der Kohlrabi intakt und die ersten bald erntereif. Etwas Eigenbau von Gemüse, Früchten und Kräutern ist auf jedem Balkon möglich und lohnt sich. Zwar sind die Lebensmittel im Laden günstig zu haben, da die Umweltkosten nicht gerechnet werden und für vieles billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Diese Schnecke ist kein Grund zur Aufregung. Und es ist nicht die einzige, welche jetzt die sich entwickelnden zarten Brennnessel-Samen fressen.

Diese Schnecke ist kein Grund zur Aufregung. Und es ist nicht die einzige, welche jetzt die sich entwickelnden zarten Brennnessel-Samen fressen.

Güllen bei sommerlichen Temperaturen

Anfrage eines Lesers:

„Gibt es ein Gesetz, das das Ausbringen von Gülle bei Hitze regelt? Mein Nachbar hat in der Quellschutzzone S3 innerhalb einer Wochen zweimal Gülle bei sommerlichen Temperaturen ausgebracht. Vor dem zweiten Mal noch Kunstdünger oder Pestizide gestreut. Niemand kontrolliert, was er ausbringt und wieviel. Habe das Amt für Umwelt orientiert. Ich verspreche mir aber wie immer keine Reaktion resp. Massnahmen.

Trotz Schleppschlauch geht bei so hohen Temperaturen viel Ammoniak in die Luft, auch die Geruchsbelästigung ist hoch.“

Heidis Antwort ist kurz: Nein, es gibt kein Gesetz, welches dies verbieten würde, obwohl die Ammoniakemissionen bei diesen Bedingungen gross sind und sie gesundheitsschädigend sind. Die Bauernzeitung schrieb am 2.8.14 unter dem Titel Gülle nicht bei grösster Hitze ausbringen:

„Es zeigt auch, dass abends ausgebrachte Gülle einen weniger starken Emmissionsanstieg zur Folge hat. Der Grund liegt in den tieferen Temperaturen, der höheren Luftfeuchtigkeit und dem meist schwächerem Wind in der Nacht. Diese drei Faktoren beeinflussen die Verdunstung besonders stark.

Bis zum kommenden Morgen hat die Gülle Zeit, in den Boden zu versickern. Wenn sie erst einmal versickert ist, ist die Verlustgefahr gebannt. Morgendliches und mittägliches Güllen führen zu wesentlich höheren Verlusten. Am Mittag ausgebracht, steigen die Verluste sofort stark an, wie die Hitze bereits voll da ist.“

Alpnews: Es wird gemäht statt gespritzt

Emil freut sich, denn auf seinem beliebten Alpspaziergang hat sich etwas geändert: Er sieht nicht mehr durch Herbizid abgespritzte Unkräuter, nein, sie werden jetzt gemäht.

Indonesia: A US$22 million payment in Papua

Aus dem Video Selling Out West Papua.

Aus dem Video Selling Out West Papua.

Wie Land mehr oder weniger gestolen wird und Versprechungen nicht gehalten werden, das erfahren Sie im folgenden Beitrag mit Film.

A year-long investigation by The Gecko Project, Mongabay, the Korean Center for Investigative Journalism-Newstapa, and Al Jazeera traced a US$22 million payment to an unnamed ‘expert’ in Papua, Indonesia. The company involved was the Korindo Group, and the payment was part of the company’s expansion of its oil palm plantations in Papua.

Korindo now controls more land in Papua than any other corporation. The investigators estimate that the company has exported wood products worth US$320 million from Papua, using timber cleared to make way for plantations. Every year, palm oil worth tens of millions of dollars is exported from Papua, but Indigenous Papuans say that Korindo has failed to keep its promises of jobs and development.

Indonesia: A US$22 million payment in Papua, REDD vom 29.6.20

Selling Out West Papua

West Papua is home to Asia’s largest remaining rainforests, indigenous communities and unique species. But this exclusive 101 East investigation reveals how Korean-run companies are allegedly engaging in questionable deals as they buy up forests to develop palm oil plantations. Featuring rare access to a restive Indonesian province usually off-limits to journalists, we meet tribesmen who allege that Posco International and Korindo are plundering their land for a pittance. Both companies deny all allegations including fraud and human rights abuses. Selling Out West Papua was produced in collaboration with Mongabay, The Gecko Project and the Korea Centre for Investigative Journalism.

Selling Out West Papua, Video vom 25.6.20

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Stop Palmöl Referendum: Treffpunkt Bundesplatz 22.6.20 um 11 Uhr

18. Juni 2020
Einsatz von Paraquat, einem sehr giftigen bei uns verbotenen Herbizid, ohne Schutzkleidung, ohne Handschuhe ... Bild aus dem Film <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qO9EqtOc6Zg&amp;feature=youtu.be" target="_blank" rel="noopener">The Devastating Effects Of The World's Palm Oil Addiction</a>. Copyright: Journeyman Pictures.

Einsatz von Paraquat, einem sehr giftigen bei uns verbotenen Herbizid, ohne Schutzkleidung, ohne Handschuhe … Bild aus dem Film The Devastating Effects Of The World’s Palm Oil Addiction. Copyright: Journeyman Pictures.

Das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien wurde offiziell am 27. Januar 2020 lanciert, fast 50 Organisationen unterstützen dieses mittlerweile. Am Montag, 22. Juni 2020 um 11 Uhr werden die Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht. Anwesend sind:

Willy Cretegny, Biowinzer Initiant des Referendums
Ronja Jansen, Präsidentin JUSO
Rudi Berli, Gemüsebauer und Gewerkschaftsekretär Uniterre
Kelmy Martinez, Agriculture du futur

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Indonesien nicht willens ist, ökologische und soziale Standards umzusetzen, um die Zerstörung der artenreichen Urwälder zu verhindern. Jährlich werden rund 1 Million Hektar u.a. für Palmölmonokulturen gerodet. Diese „grüne“ Wüste breitet sich schon heute auf fast 17 Millionen Hektaren aus, das ist viermal die Fläche der Schweiz und entspricht fast 10% der Landesfläche von Indonesien.

Das zweifelhafte EFTA-Freihandelsabkommen bringt kaum einen signifikanten Nutzen für die hiesige Exportwirtschaft. Vielmehr stünde es der Schweiz gut an, sich für wirklich fairen und nachhaltigen Handel einzusetzen, der die Menschen- und Arbeitsrechte stärkt, das Klima und die Biodiversität schützt und den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und Indigenen Land und Würde gewährt.

Lageplan Bundeskanzlei

Stop Palmöl, REFERENDUM GEGEN DAS FREIHANDELSABKOMMEN MIT INDONESIEN

Heidis Frage an Sie, liebe Leserin, lieber Leser: Glauben Sie immer noch an das Märchen vom nachhaltigen Palmöl? Dann schauen Sie diesen Film an!

The Devastating Effects Of The World’s Palm Oil Addiction: Asimetris: Palm oil has become one of the world’s most ubiquitous resources – it’s in our food, fuel, and cosmetics to name but a few. Yet the palm oil industry is responsible for committing environmental destruction on a massive scale in the tropical paradises of Indonesia, at the expense of local populations and wildlife. Can the developed world shake its addiction to palm oil?

Heidis 34 Artikel über Palmöl

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Ölpalmen: Herbizid-Tod nach 20 bis 25 Jahren

11. Juni 2020
Herbizide gehören in Indonesien auf dem Lande zum Alltag. Sie werden als harmlos eingestuft. Hier im Dorfladen stehen sie neben Lebensmitteln auf dem Gestell. In diesem Falle <em>Lindomin</em> und <em>Paratop</em>, beides Herbizide, die auf <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Paraquat" target="_blank" rel="noopener">Paraquat</a> basieren. Paraquat ist sehr schädlich und daher bei uns verboten. Es ist beliebter als Round up, weil es angeblich alles abtötet.

Herbizide gehören in Indonesien auf dem Lande zum Alltag. Sie werden als harmlos eingestuft. Hier im Dorfladen stehen sie neben Lebensmitteln auf dem Gestell. In diesem Falle Lindomin und Paratop, beides Herbizide, die auf Paraquat basieren. Paraquat ist sehr schädlich und daher bei uns verboten. Es ist beliebter als Round up, weil es angeblich alles abtötet.

Ein Urwald ist ewig, wenn ihn nicht Menschen zerstören oder das Klima sich zu seinen Ungunsten ändert. Ölpalmen hingegen sind nur während 20 bis 25 Jahre nutzbar, je nach Standort sogar weniger. Dann müssen sie Neupflanzungen weichen. Zudem gibt es in Indonesien gemäss Landwirtschaftsministerium mehrere 100’000 Hektaren Fake-Palmen, die von Fälschern aus Samen der Hybridpflanzen gezogen wurden und daher wenig Ertrag abwerfen. Dies ist ein lukratives Geschäft, genauso wie der Handel mit Fake-Pestiziden. All diese Palmen gilt es irgendwie zu entsorgen.

So wird der grösste Teil der Palmen beseitigt

Mit Herbiziden wird der Boden rund ums Haus bespritzt, Quellfassungen werden gesäubert, Spielplätze auch usw. <a href="https://www.visionlandwirtschaft.ch/de/themen/pestizide/unerlaubt_giftig_und_doch_in_unserem_essen/" target="_blank" rel="noopener">Vision Landwirtschaft 2.6.20:</a> "Die Schweizer Agrochemie produziert und exportiert zahlreiche Pestizide, die hochgiftig sind und die deshalb in der Schweiz nicht eingesetzt werden dürfen. Über importierte Nahrungsmittel gelangen diese Gifte jedoch wieder auf unseren Teller, wie eine neue Studie von Public Eye zeigt."

Mit Herbiziden wird der Boden rund ums Haus bespritzt, Quellfassungen werden gesäubert, Spielplätze auch usw. Vision Landwirtschaft 2.6.20: „Die Schweizer Agrochemie produziert und exportiert zahlreiche Pestizide, die hochgiftig sind und die deshalb in der Schweiz nicht eingesetzt werden dürfen. Über importierte Nahrungsmittel gelangen diese Gifte jedoch wieder auf unseren Teller, wie eine neue Studie von Public Eye zeigt.“

Die übliche Methode zur Beseitigung von Ölpalmen ist einfach: Ein Loch in den Stamm bohren und ein Herbizid (Round up oder Paraquat) oder Natriumarsenit hineinspritzen. Natriumarsenit ist wasserlöslich und äusserst giftig. Kleinbauern arbeiten oft ohne Handschuhe und Kinder sind dabei. Ein paar Videos:

Cara mematikan pohon sawit, youtube 7.7.19

Bunuh pokok sawit, youtube 18.1.19

SUNTIK POHON KELAPA SAWIT, youtube 12.11.15

Leere Pestizidflaschen werden oft achtlos weggeworfen, vorzugsweise - wie alle anderen Abfälle auch - in den Fluss; oder sie werden vom Regen in Bäche geschwemmt. Dass die Pestizide für Mensch und Umwelt gefährlich sind, das wissen viele nicht.

Leere Pestizidflaschen werden oft achtlos weggeworfen, vorzugsweise – wie alle anderen Abfälle auch – in den Fluss; oder sie werden vom Regen in Bäche geschwemmt. Dass die Pestizide für Mensch und Umwelt gefährlich sind, das wissen viele nicht.

Grössere Unternehmen zeigen ihrem Personal wie sie die Palmen mit Herbizid todspritzen sollen. Die Ausführenden tragen in der Regel Handschuhe, manchmal einfache Schutzkleidung und/oder Gesichtsmasken.

Cara Meracun Pokok Kelapa Sawit, 0,15 Liter Round up pro Palme, youtube 10.7.19

VLOG ABAH NOOR [ Memberi pupuk kedalam batang sawit tampa di bor, youtube 28.10.18

EDUCEASY – BOR POKOK KELAPA SAWIT, youtube 3.3.19

Beseitigung in einzelnen grösseren Plantagen auch mit Maschinen

Das Todspritzen mit Herbizid ist am billigsten. Wenn Maschinen vorhanden sind, dann werden die Palmen zum Teil zerstückelt. Dazu dienen einfache Bagger mit speziellen Schneideschaufeln oder vereinzelt auch Spezialmaschinen. Für letztere braucht es aber Infrastrukturen, Fachpersonal und Ausbildungsstätten, woran es heute schon massiv mangelt.

15-25 t/h oil palm wood chipper machine, youtube 28.5.17

Heavy machine – chipping old oil palm tree, youtube 4.7.15

oil palm chipping process, youtube 4.10.12

Unkrautbekämpfung: Instruktion in einer Plantage

Mit massivem Herbizideinsatz unkrautfrei.

Mit massivem Herbizideinsatz unkrautfrei.

Im folgenden Video sieht man wie den Arbeiterinnen einer Plantage die Unkrautbekämpfung mit Glyphosat beigebracht wird. Sie spritzen bis an ein Gewässer, denn es gibt keine Verbote. Der Boden ist bereits praktisch ohne Bewuchs. Behandelt werden junge Ölpalmensämlinge. Bei der Ernte gehen einzelne Beeren verloren und die Samen keimen. Diese Jungpflanzen sind aber unbrauchbar, da die Ölpalmen Hybriden sind und die Nachkommen von Samen genetisch sehr unterschiedlich und wenig ertragreich. Der Instruktor sagt, dass das Herbizid von den Pflänzchen tropfen müsse.

Perlakuan SEMPROT Anak Kelapa SAWIT LIAR – TUKULAN – KENTOSAN diJAMIN Mati Kering, youtube 2.8.19

Erträge kleiner als behauptet wird

Die Früchte müssen sofort nach der Ernte verarbeitet werden, denn sie verderben schnell. Wegen der oft prekären Strassenverhältnisse, verfault ein Teil der Ernte.

Die Früchte müssen sofort nach der Ernte verarbeitet werden, denn sie verderben schnell. Wegen der oft prekären Strassenverhältnisse, verfault ein Teil der Ernte.

Die Ölpalmen werden immer wieder als weitaus ertragsreichste Ölkulturpflanze gelobt. Die immer wieder zitierten gleichen Zahlen sind aber bei genauerem Hinschauen eher theoretischer Natur. Heidi hat kürzlich mit offiziellen Zahlen aus dem Internet für Indonesien den Durchschnittsertrag gerechnet und ihn mit jenem von Schweizer Raps verglichen. Dabei sind gewisse Verarbeitungsverluste noch nicht berücksichtigt. Heidis Berechnung zeigt, dass Ölpalmen einen 1,9-mal höheren Ertrag liefern als Raps. Bei Bio dürfte das Verhältnis noch enger sein. Vielleicht wird Heidi die detaillierte Berechnung mit Quellennachweisen einmal für Sie, lieber LeserInnen, aufarbeiten. Vorerst hier ein weiterer Hinweis darauf, dass die effektiven Durchschnittserträge wesentlich kleiner sind, als jeweils kommuniziert wird.

Geschönte Palmölstudie

SWR Wissen: „Für die Palmölproduktion wird viel Regenwald gerodet. Doch die Pflanze hat auch Fürsprecher: Keine andere Pflanze liefere auf der gleichen Fläche so viel Öl. Ist das wirklich so? Odysso hat nachgerechnet.

… Korrigiert man all diese Fehler in der Rechnung, liegt der Flächenertrag der Ölpalmen deutlich niedriger, nämlich bei nur etwa 2 Tonnen pro Hektar. Raps bringt es laut EU-Statistik auf 1,7 Tonnen – ist also nicht ganz so ertragreich wie die Ölpalme, aber fast.“

Falsche Fragestellung

Heidi meint: Die lösungsorientierte Frage ist nicht „Durch welches Öl ersetzen wir Palmöl?“ Nötig ist eine seriöse Bedarfsanalyse. Diese ist z.B. bei den Lebensmitteln nicht von der Industrie und den Grossverteilern zu erwarten. Wir KonsumentInnen können an den vielen verführerischen Regalen mit Süss- und Salzgebäcken, Schokolade in allen Varianten usw. einfach vorbeigehen und zum Vergnügen ausnahmsweise selber etwas backen mit ausgewählten Zutaten und Mengenverhältnissen (Zucker!!!). Das macht nicht nur Spass, sondern ist gesünder und schmeckt auch besser! Keinen Sinn macht es sicher, riesige Mengen „Regenwald“ in nachwachsenden Diesel zu verwandeln! So lässt sich das Energieproblem nicht lösen!

Umweltzerstörung kleingerechnet – Geschönte Palmölstudie

Illegale Pestizide: Hoher Profit, geringes Risiko. BR vom 3.6.20

Hamburger Hafen: Drehscheibe für gefälschte Pestizide. Heidis Mist vom 5.9.18

Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien: Stop Palmöl

Heidis 33 Artikel über Palmöl

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Endspurt Unterschriftensammlung „Stop Palmöl“

1. Juni 2020
Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien jetzt unterschreiben!

Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien jetzt unterschreiben!

Zitat Homepage Stop Palmöl, Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien: „Nach dem Corvid-Stillstand kommt nun der Endspurt. Ab 1. Juni 2020 müssen wir nochmals kräftig Unterschriften für das Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien sammeln. Wir haben aktuell 56’500 beisammen und wir brauchen noch 3’000 zusätzliche, um auf der sicheren Seite zu sein. Mit deiner Unterstützung schaffen wir das und können gemeinsam am Montag, 22. Juni 220 um 11 Uhr bei der Bundeskanzlei in Bern, den historischen Moment der Unterschriftenübergabe für das erste Referendum gegen ein Freihandelsabkommen gemeinsam feiern.“

Haben Sie das das Referendum schon unterschrieben? Die Zeit drängt, denn die Unterschriften müssen noch beglaubigt werden! Hier geht’s zum Unterschriftenbogen:

Stop Palmöl, Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien

Neu: Video mit Katrin Hartmann

Die Autorin des Buchs Die grüne Lüge hat für das Referendum ein Video erarbeitet. Sie bringt die Fakten zu Palmöl auf den Tisch.

Video Referendum Stop Palmöl – Katrin Hartmann

Trailer zum Film „Die grüne Lüge“

Fair und ökologisch produziertes Palmöl, energiesparende Elektroautos, grünes Benzin: Die Wirtschaft hat erkannt, dass Nachhaltigkeit ein Bedürfnis der Menschen ist – und baut sie kurzum in ihr Marketing mit ein. Doch was draufsteht, ist auf keinen Fall immer drin: Greenwashing nennt sich dieses Vorschwindeln von nachhaltigem Handeln. Genau damit befasst sich Filmemacher Werner Boote – indem er mithilfe der Greenwashing-Expertin Kathrin Hartmann und mit Beispiel um Beispiel aufzeigt, dass den Etiketten auf den Esswaren im Supermarkt auf keinen Fall immer Glauben geschenkt werden sollte.

Heidis Artikel über Palmöl

«Glaubst du, dass Bruno Manser noch lebt?» – Eine Spurensuche im Dschungel Borneos. Manuela Kessler, NZZ vom 25.5.20

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Heidi empfiehlt: Referendum „Stop Palmöl“ unterschreiben!

16. Februar 2020

In der Regenzeit verwandeln sich Strassen in Indonesien immer wieder in Morast, sind nicht befahrbar. Deshalb kann ein Teil der Palmölernte nicht rechtzeitig in die Mühlen gebracht werden, er verfault. Videos, welche solche Bilder zeigen, sind zahlreich auf youtube.

In der Regenzeit verwandeln sich Strassen in Indonesien immer wieder in Morast, sind nicht befahrbar. Deshalb kann ein Teil der Palmölernte nicht rechtzeitig in die Mühlen gebracht werden, er verfault. Videos, welche solche Bilder zeigen, sind zahlreich auf youtube.

Im Freihandelsabkommen mit Indonesien ist grossartig die Rede von „Nachhaltigkeit“. Unzählige Publikationen zeigen jedoch, dass der Anbau von Palmöl in vielen Punkten zerstörerisch ist und die Rückverfolgbarkeit eine Illusion. Bisher gibt es keine Zeichen für Besserung in naher Zukunft. Weitere Gründe sprechen für eine Unterschrift auf dem Referendumsbogen „Stop Palmöl“, welcher hier erhältlich ist: Stop Palmöl. Und: Sammeln Sie auch Unterschriften bei Ihren Bekannten, an Veranstaltungen …

Nicht nachvollziehbare Lieferketten

Trase (Transparent supply chains for sustainable economies) hat in Zusammenarbeit mit der University of California, Santa Barbara, die Lieferketten untersucht und ist zum Schluss gekommen:

  • Fünf grosse Unternehmensgruppen kontrollieren zwei Drittel der Raffinerien und des Exports.
  • Hunderte von Unternehmen und Unternehmensgruppen besitzen Mühlen und Plantagen, Hundertausende von unabhängigen Kleinbauern tragen zur Produktion bei, die grossen Exporteure kontrollieren jedoch nur einen kleinen Teil der Mühlen und Plantagen.
  • Die Raffinerien müssen daher Palmöl von ausserhalb ihrer eigenen Gruppe beziehen. Palmölversorgungsketten sind aber wegen ihrer Vielfalt und mangelnden Transparenz nur schwer aufzuzeigen.
  • Die Kapazität der Mühlen ist heute mehr als doppelt so gross wie die Produktion. Dies deutet auf grosse Wachstumspläne hin. Dafür sind Neupflanzungen nötig, was ein hohes Risiko für die Wälder ist.

Solange Palmölhändler keine Transparenz gewährleisten können, ist es den Konsumgüterherstellern und -einzelhändlern nicht möglich zu garantieren, dass ihre Lieferungen aus längst abgeholztem Urwald stammen.

Plantagen verändern das Klima – Erträge sinken

In den abgeholzten Gebieten ist die Temperatur gemäss einer Studie um 1,7°C höher als im Urwald, hingegen haben die Niederschläge abgenommen.

Douglas Sheil, Professor an der Norwegian University of Life Sciences sagt: „Die Ölpalme  ist am produktivsten, wenn die Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über konstant ist. Die Bedingungen, die wir sehen, sind tendenziell trockener und weniger gleichmässig, was die Erträge verringert.“

Geringere Erträge könnte die Forderung nach einer weiteren Ausweitung der Ölpalmenplantagen anregen, was zu Lasten von mehr Wald gehen und das Problem verschärfen würde.

Lieferanten führender Unternehmen für Waldbrände verantwortlich

Eine am 4.11.19 veröffentlichte Studie von Greenpeace Malaysia zeigt, dass die führenden Konsumgüterunternehmen Unilever, Mondelez, Nestlé und Procter & Gamble (P & G) sowie führende Palmölhändler wie Wilmar Palmöl von Produzenten kaufen, welche im Zusammenhang mit zahlreichen Bränden in Indonesien stehen. Alle Unternehmen kaufen Palmöl von Plantagen, welche wegen der Brände 2019 untersucht werden und gegen welche wegen der Brände 2015 bis 2018 gerichtliche Schritte eingeleitet wurden.

Mehr als zwei Drittel der Erzeugergemeinschaften, die am häufigsten mit wiederkehrenden Bränden in Verbindung gebracht werden, sind Mitglieder des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Unilever, Mondelez, Nestlé und P & G werden von Palmölproduzenten beliefert, die zwischen 2015 und 2018 für 150’000 bis 190’000 Hektar verbranntes Land angeklagt sind. Wilmar, der weltweit grösste Palmölhändler, bezieht von Produzenten, welche verdächtigt sind, für 8’000 Brandherde im Jahr 2019 verantwortlich zu sein. Ähnlich hoch sind die Zahlen für die übrigen Grossen der Branche.

81% der Plantagen verstossen gegen Vorschriften

Eine Untersuchung der indonesischen Regierung hat ergeben, dass die überwiegende Mehrheit der im Land betriebenen Ölpalmenplantagen gegen eine Reihe von Vorschriften verstösst. Dazu gehören fehlende Genehmigungen, Eingriffe in Schutzgebiete und die Nichteinhaltung nationaler Nachhaltigkeitsstandards.

Schweizer Palmöl-Netzwerk sucht Nachhaltigkeit

Viele Schweizer Lebensmittelhersteller möchten nicht auf Palmöl verzichten und suchen nachhaltiges Palmöl. Einige haben ein „Palmöl-Netzwerk“ gegründet: Barry Callebaut AG, Coop Genossenschaft, Florin AG, Migros-Genossenschafts-Bund, Nestlé Suisse SA, Nutriswiss AG und Pro Fair Trade AG. Sie wollen das WWF-Label RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) glaubwürdiger machen. Das vom Bundesrat als „nachhaltig“ bezeichnete RSPO soll also „super nachhaltig“ werden.

„Nachhaltiges“ Palmöl aus Kolumbien oder Brasilien?

Bio Suisse glaubt, „die Lösung“ schon gefunden zu haben, denn z.B. COOP setzt auf „nachhaltiges“ Bio-Palmöl. Herkunftsländer für Bio-Knospe-Palmöl sind Kolumbien und Brasilien sowie Madagaskar. Wie genau man bei diesen Herkünften hinschauen darf, wird die Zukunft weisen. Heidi verweist auf ihren Artikel Von Cocain, Palmöl und Raps vom 23.9.15. Die massive Urwaldabholzung in Brasilien muss hier nicht im Detail aufgezeigt werden, denn sie ist regelmässig in den Medien.

Kolumbien: Am 28. Januar 2016 verabschiedete der Präsident Juan Manuel Santos ein umstrittenes Gesetz, das die Bildung von Zonen für ländliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung (ZIDRES) ermöglichen soll.

Neu für die landwirtschaftliche Produktion erschlossene Naturgebiete sind besonders gut für den Biolandbau geeignet, denn es gibt dort keine Pestizid-Altlast, Bio kann von Anfang an betrieben werden. Daher werden für Bio gerne bisher unberührte Gebiete unter den Pflug genommen, was bereits in den USA zu Kritik führte, ist aber auch in Osteuropa gang und gäbe.

Kritiker wie der Anwalt der Comisión Colombiana de Juristas (CCJ), Jhenifer Mojica, sagte: „Die Zonen, in denen die ZIDRES geplant sind, sind Regionen mit biologischer Vielfalt in denen das Land durch kleinbäuerliche Landwirtschaft mehr oder weniger erhalten wurde. Der Ölpalmenanbau hingegen leitet den Grundwasserspiegel um, verändert die Bodenzusammensetzung und führt Agrochemikalien wie Glyphosat in empfindliche, abgelegene ökologisch wertvolle Gebiete ein.“

In Kolumbien wird sehr viel Regenwald für den Anbau von Ölpalmen vernichtet. Hinter Indonesien, Malaysia und Thailand steht Kolumbien bereits auf Rang vier der Palmöl-produzierenden Länder.

… oder Madagaskar?

Gerne wird auf Afrika ausgewichen, wo auch China grosse Flächen für landwirtschaftliche Produktion erwirbt. Die für Palmölplantagen geeigneten Gebiete weisen eine hohe Artenvielfalt auf, dazu gehören auch Affen. Naturschützer machen sich besonders Sorgen für Afrikas Primaten. In Afrika gibt es fast 200 Affenarten, von denen viele bereits gefährdet sind. In Madagaskar sind 87% der Affenarten vom Aussterben bedroht.

Die Zerstörung von Lebensräumen ist einer der Hauptgründe, weshalb alle Menschenaffen vom Aussterben bedroht sind. Die Einführung von Palmölplantagen in Afrika dürfte den Verlust ihres Lebensraums beschleunigen.

Es gäbe noch viel zu schreiben, aber Heidi macht hier einen Punkt und meint:

„Zu viele PolitikerInnen folgen dem Ruf des Geldes, eingeflüstert von InteressenvertreterInnen. Es wird eng auf der Erde. Wirklich „NACHHALTIGES“ Palmöl zu finden, das dürfte schwierig sein.“

Haben Sie das Referendum „Stop Palmöl“ schon unterschrieben?

Leserbrief vom 16.2.20: Ich fuhr vor etwa 20 Jahren durch Borneo, durch kilometerweite Aschenfelder. Alle ca. 200 Meter wurde ein knapp grüner Baum stehen gelassen, damit die Waldgeister und andere Geister noch einen unbehelligten Rückzug- und Schlafplatz haben … Das ist kein Witz, leider hatte ich auf dieser Reise keine Kamera dabei, aber ich sehe dieses erbärmliche Bild immer noch in meiner Erinnerung. 

Corporate ownership and dominance of Indonesia’s palm oil supply chains. Trase, Auriga, The University of California, Santa Barbara, Januar 2020.

Less rainforest, less rain: A cautionary tale from Borneo. Mongabay 23.4.19

81% of Indonesia’s oil palm plantations flouting regulations, audit finds. Mongabay 25.8.19

Burning down the House: How Unilever and other global brands continue to fuel Indonesia’s fires. Greenpeace Malaysia 4.11.19

Dossier: Palmöl und die Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien. August 2018

Palmöl-Nachhaltigkeit soll geölt werden. alimenta 11.2.20

Nachhaltiges Palmöl. COOP

How Colombia became Latin America’s palm oil powerhouse. Mongabay 31.5.18

Palmöl – das grüne Erdöl, Faszination Regenwald

Palm oil: A new threat to Africa’s monkeys and apes? BBC 14.8.18

Die Nachhaltigkeit im Handelsabkommen mit Indonesien mit besonderem Fokus auf die Regulierung des Palmöl‐Imports. Dr. iur. Elisabeth Bürgi Bonanomi, Rechtsanwältin Senior Research Scientist Dozentin Nachhaltigkeit & Recht Centre for Development and Environment CDE Universität Bern. 15.3.19

Der Palmöl-Boom in Indonesien: Zur PolitischenÖkonomie einer umkämpften Ressource. Alina Brad, transcript Edition Politik 2019, ISBN: 978-3-8394-4757-4

Dossier: Palmöl – ein Alltagsprodukt mit Schattenseiten. Brot für Alle, 3/2017

THE GREAT PALM OIL SCANDAL. LABOUR ABUSES BEHIND BIG BRAND NAMES. Amnesty International 2016

Heidis Artikel über Palmöl

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Torfböden sind weltweit ein grosses Problem (2)

28. Dezember 2019
Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Ergänzung zum Artikel von gestern 27.12.19 Torfböden sind weltweit ein grosses Problem. Ein Leser hat Heidi den Link zur englischen Version des informativen und eindrücklichen Videos geschickt. Danke!

Hier ist er: Peat Destruction, Soil Subsidence and Flooding in South East Asia, Wetlands International, youtube

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Was geht das uns an?

Wir beziehen aus diesen Regionen Lebensmittel bzw. Rohstoffe wie Palmöl und auch Schweizer Torfböden werden nicht nachhaltig bewirtschaftet. Heidi verweist hiezu auf ihren Artikel vom Juli 2017:

Das Grosse Moos: Gemüsegarten, vierter internationaler Flughafen oder was? Heidis Mist 31.7.17

Heidis Artikel über Palmöl

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Torfböden sind weltweit ein grosses Problem

27. Dezember 2019
Palmölplantage auf drainiertem Torfboden. Copyright: Wetlands International.

Palmölplantage auf drainiertem Torfboden. Copyright: Wetlands International.

Wetlands International ist eine gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für die Erhaltung und Wiederherstellung von Feuchtgebieten einsetzt. Laufend werden Feuchtgebiete zerstört und mit ihnen ihre Artenvielfalt. Die dadurch entstehenden Probleme sind vielfältig.

In Südostasien sind zur Zeit grosse Gebiete überschwemmt. Wichtige Versorgungsbrücken sind eingestürzt, Trinkwasserversorgungen und sanitäre Einrichtungen funktionieren nicht mehr, Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten und Palmölplantagen unter Wasser. Die Abholzung führt in vielen Teilen der Erde zu Bränden und grösseren Überschwemmungen als früher. Besonders Gebiete mit Torfböden sind betroffen.

Das nachfolgende Video von Wetlands International zeigt wie Torfböden drainiert werden, welche Probleme dadurch entstehen und welche Böden in Sumatra, Malaysia und Indonesien in 30 bis 50 Jahren (optimistische Annahme) auf Meeresspiegelhöhe abgesackt sein werden und somit für die Produktion verloren. Es ist so anschaulich, dass der Ton (Indonesisch) nebensächlich ist. Vielleicht versteht man beim Betrachten dieses Films in den betroffenen Gebieten der Schweiz, z.B. im Berner Seeland, das Problem besser als durch die Berichte in den Schweizer Medien.

Peat Destruction, Soil Subsidence and Flooding in South East Asia, Wetlands International

Penghancuran Gambut, Subsidensi Tanah dan Banjir di Asia Tenggara, Wetlands International

Simulation des Überschwemmungsrisikos von Torfböden im Rajang Delta, Sarawak, Malaysia . Copyright Deltares.

Simulation des Überschwemmungsrisikos von Torfböden im Rajang Delta, Sarawak, Malaysia . Copyright Deltares.

Deltares ist ein unabhängiges Institut für angewandte Forschung in den Bereichen Wasser und Untergrund. Im nachfolgenden Video wurde das Überschwemmungsrisiko für Palmölplantagen 2009 bis 2109 im Rajang Delta in Sarawak, Malaysia simuliert. Fachleute von Deltares untersuchen wie das Abholzen der Wälder und die Drainage von tropischem Torfboden zu Bodensenkungen führt, welche Wasserregulierungsprobleme und Überschwemmungen verursachen. 2009 war das Überschwemmungsrisiko bereits in 29% der Palmölplantagen hoch. In 50 Jahren wird es 56% betragen, in 100 Jahren 82%.

Es wird dringend empfohlen, nicht entwässerte Landnutzungsalternativen in Betracht zu ziehen, um eine nachhaltigere Zukunft für das Gebiet und andere tropische Torfgebiete wie dieses sicherzustellen.

Flood Risk 2009 – 2109 Rajang Peatlands DELTARES 2015

Die Seeländer Bauern verlieren den Boden unter den Füssen, LID 2.3.18

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Ein Brief von Astrid aus Indonesien

24. September 2019
Copyright: Astrid

Copyright: Astrid

Heidi: „Astrid hat geschrieben. Ich wage fast nicht den Umschlag zu öffnen. Du hast ja die Nachrichten in der Zeitung gelesen.“

Alpöhi: „Gib mir den Brief!“

Langsam öffnet der Alpöhi den Umschlag und beginnt zu lesen.

Alpöhi: Liebe Heidi, lieber Öhi. Schon wieder muss ich euch von der prekären Lage hier berichten.

Der Rauch der Torfbrände wird immer stärker. Torf brennt nicht wirklich, sondern mottet, verglüht. Deshalb die starke Entwicklung von giftigem Rauch. Im Amazonas brennen in erster Linie die Bäume, bei uns mottet der Torf. Das ist noch viel schlimmer.

Mit schweren Maschinen hatten die Konzerne nach dem Abholzen den Torfboden drainiert und Ölpalmen angepflanzt. Jetzt brennen nicht nur Wälder und Torfböden, sondern auch Palmölplantagen. Den Kleinbauern Mitschuld zu geben ist eine perfide Übertreibung.

Die Leute werden krank. Vor allem die Atemwege sind betroffen. Besonders die Kinder, die Kranken und Alten leiden.

Ich weiss nicht wie das weitergehen soll. Bereits sind viele unserer Wälder zerstört, die Berghänge terrassiert und mit Ölpalmen bepflanzt, man hat uns das Land weggenommen, unser Trinkwasser ist verschmutzt, Boden wird weggeschwemmt. Fast niemand hier hat Geld für Mineralwasser.

Die Schule ist geschlossen. Ich muss jetzt mit Lintang zum Arzt. Hoffentlich kann ich euch bald bessere Nachrichten senden.

Viele Grüsse

Astrid

Nachdenklich sitzen Heidi und der Alpöhi am Tisch. Nach einer Weile hören sie Schritte, die Tür geht auf und der Geissenpeter tritt in die Küche.

Der Geissenpeter: „Hoi zäme! Ich komme gerade von Janik …“

Heidi: „Ich werde das, was der Geissenpeter uns erzählte aufschreiben und Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, demnächst schicken.“

Dann schaut Heidi traurig das Bild von Lintang an, das ihr Astrid vor mehr als zwei Jahren geschickt hatte.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Apokalyptisch: Blutroter Himmel bei Waldbränden in Indonesien, MSN 23.9.19

Waldbrände in Indonesien – Regenwälder gehen in Rauch auf, taz 19.9.19

Heftige Brände wüten auf Sumatra und Borneo – mit gefährlichen Folgen für Mensch und Tier, watson 11.9.19

Malaysia hat die weltweit schlechteste Atemluft, NZZ 17.9.19

kelapa sawit tumbang di tanah gambut, Bilder Google

NGOs send open letter to President Jokowi over forest fires, Antaranews 16.9.19

Indonesia shuts schools as smoke from forest fires takes health toll, Reuters 16.9.19

Indonesian forest fires disrupt hundreds of flights, Nikkei Asian Review 16.9.19

Heidis zahlreichen Artikel über Palmöl

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Heidis Sonntagsrundschau

14. April 2019

Was schon seit Jahrzehnten bekannt ist oder heute neu geschrieben wurde, das muss Heidi nicht wiederkäuen. Hier ein paar Lesetipps.

  • Bio und Pestizide. Auch in Mals im Südtirol kennt man die Schweizer „Pestizid-Landschaft“. Und seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Abdrift ein Problem ist, aber die Behörden kümmert das wenig. Wir selber müssen Druck aufsetzen.
    Zu Wohnzonen gibt es nicht einmal einen vorgeschriebenen Pufferstreifen, ausser für Helikopter-Sprühflüge.
    Kleine Presseschau von Johannes Fragner-Unterpertinger, Mals, über u.a. die mit den schwer abbaubaren Neonicotinoiden verseuchten Schweizer Böden. Welche Pestizide sonst noch in den Böden sind, das wissen die Götter!

Seit Wochen werden wir mit Osterangeboten überhäuft, oft mit Palmöl drin. Erliegen wir der Versuchung, „Massen“ zu kaufen und dies erst noch, ohne die Etikette mit den Inhaltsstoffen vorher zu lesen?

14.4.19 HOME

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