Posts Tagged ‘Palmöl’

Heidi empfiehlt: Referendum „Stop Palmöl“ unterschreiben!

16. Februar 2020

In der Regenzeit verwandeln sich Strassen in Indonesien immer wieder in Morast, sind nicht befahrbar. Deshalb kann ein Teil der Palmölernte nicht rechtzeitig in die Mühlen gebracht werden, er verfault. Videos, welche solche Bilder zeigen, sind zahlreich auf youtube.

In der Regenzeit verwandeln sich Strassen in Indonesien immer wieder in Morast, sind nicht befahrbar. Deshalb kann ein Teil der Palmölernte nicht rechtzeitig in die Mühlen gebracht werden, er verfault. Videos, welche solche Bilder zeigen, sind zahlreich auf youtube.

Im Freihandelsabkommen mit Indonesien ist grossartig die Rede von „Nachhaltigkeit“. Unzählige Publikationen zeigen jedoch, dass der Anbau von Palmöl in vielen Punkten zerstörerisch ist und die Rückverfolgbarkeit eine Illusion. Bisher gibt es keine Zeichen für Besserung in naher Zukunft. Weitere Gründe sprechen für eine Unterschrift auf dem Referendumsbogen „Stop Palmöl“, welcher hier erhältlich ist: Stop Palmöl. Und: Sammeln Sie auch Unterschriften bei Ihren Bekannten, an Veranstaltungen …

Nicht nachvollziehbare Lieferketten

Trase (Transparent supply chains for sustainable economies) hat in Zusammenarbeit mit der University of California, Santa Barbara, die Lieferketten untersucht und ist zum Schluss gekommen:

  • Fünf grosse Unternehmensgruppen kontrollieren zwei Drittel der Raffinerien und des Exports.
  • Hunderte von Unternehmen und Unternehmensgruppen besitzen Mühlen und Plantagen, Hundertausende von unabhängigen Kleinbauern tragen zur Produktion bei, die grossen Exporteure kontrollieren jedoch nur einen kleinen Teil der Mühlen und Plantagen.
  • Die Raffinerien müssen daher Palmöl von ausserhalb ihrer eigenen Gruppe beziehen. Palmölversorgungsketten sind aber wegen ihrer Vielfalt und mangelnden Transparenz nur schwer aufzuzeigen.
  • Die Kapazität der Mühlen ist heute mehr als doppelt so gross wie die Produktion. Dies deutet auf grosse Wachstumspläne hin. Dafür sind Neupflanzungen nötig, was ein hohes Risiko für die Wälder ist.

Solange Palmölhändler keine Transparenz gewährleisten können, ist es den Konsumgüterherstellern und -einzelhändlern nicht möglich zu garantieren, dass ihre Lieferungen aus längst abgeholztem Urwald stammen.

Plantagen verändern das Klima – Erträge sinken

In den abgeholzten Gebieten ist die Temperatur gemäss einer Studie um 1,7°C höher als im Urwald, hingegen haben die Niederschläge abgenommen.

Douglas Sheil, Professor an der Norwegian University of Life Sciences sagt: „Die Ölpalme  ist am produktivsten, wenn die Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über konstant ist. Die Bedingungen, die wir sehen, sind tendenziell trockener und weniger gleichmässig, was die Erträge verringert.“

Geringere Erträge könnte die Forderung nach einer weiteren Ausweitung der Ölpalmenplantagen anregen, was zu Lasten von mehr Wald gehen und das Problem verschärfen würde.

Lieferanten führender Unternehmen für Waldbrände verantwortlich

Eine am 4.11.19 veröffentlichte Studie von Greenpeace Malaysia zeigt, dass die führenden Konsumgüterunternehmen Unilever, Mondelez, Nestlé und Procter & Gamble (P & G) sowie führende Palmölhändler wie Wilmar Palmöl von Produzenten kaufen, welche im Zusammenhang mit zahlreichen Bränden in Indonesien stehen. Alle Unternehmen kaufen Palmöl von Plantagen, welche wegen der Brände 2019 untersucht werden und gegen welche wegen der Brände 2015 bis 2018 gerichtliche Schritte eingeleitet wurden.

Mehr als zwei Drittel der Erzeugergemeinschaften, die am häufigsten mit wiederkehrenden Bränden in Verbindung gebracht werden, sind Mitglieder des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Unilever, Mondelez, Nestlé und P & G werden von Palmölproduzenten beliefert, die zwischen 2015 und 2018 für 150’000 bis 190’000 Hektar verbranntes Land angeklagt sind. Wilmar, der weltweit grösste Palmölhändler, bezieht von Produzenten, welche verdächtigt sind, für 8’000 Brandherde im Jahr 2019 verantwortlich zu sein. Ähnlich hoch sind die Zahlen für die übrigen Grossen der Branche.

81% der Plantagen verstossen gegen Vorschriften

Eine Untersuchung der indonesischen Regierung hat ergeben, dass die überwiegende Mehrheit der im Land betriebenen Ölpalmenplantagen gegen eine Reihe von Vorschriften verstösst. Dazu gehören fehlende Genehmigungen, Eingriffe in Schutzgebiete und die Nichteinhaltung nationaler Nachhaltigkeitsstandards.

Schweizer Palmöl-Netzwerk sucht Nachhaltigkeit

Viele Schweizer Lebensmittelhersteller möchten nicht auf Palmöl verzichten und suchen nachhaltiges Palmöl. Einige haben ein „Palmöl-Netzwerk“ gegründet: Barry Callebaut AG, Coop Genossenschaft, Florin AG, Migros-Genossenschafts-Bund, Nestlé Suisse SA, Nutriswiss AG und Pro Fair Trade AG. Sie wollen das WWF-Label RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) glaubwürdiger machen. Das vom Bundesrat als „nachhaltig“ bezeichnete RSPO soll also „super nachhaltig“ werden.

„Nachhaltiges“ Palmöl aus Kolumbien oder Brasilien?

Bio Suisse glaubt, „die Lösung“ schon gefunden zu haben, denn z.B. COOP setzt auf „nachhaltiges“ Bio-Palmöl. Herkunftsländer für Bio-Knospe-Palmöl sind Kolumbien und Brasilien sowie Madagaskar. Wie genau man bei diesen Herkünften hinschauen darf, wird die Zukunft weisen. Heidi verweist auf ihren Artikel Von Cocain, Palmöl und Raps vom 23.9.15. Die massive Urwaldabholzung in Brasilien muss hier nicht im Detail aufgezeigt werden, denn sie ist regelmässig in den Medien.

Kolumbien: Am 28. Januar 2016 verabschiedete der Präsident Juan Manuel Santos ein umstrittenes Gesetz, das die Bildung von Zonen für ländliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung (ZIDRES) ermöglichen soll.

Neu für die landwirtschaftliche Produktion erschlossene Naturgebiete sind besonders gut für den Biolandbau geeignet, denn es gibt dort keine Pestizid-Altlast, Bio kann von Anfang an betrieben werden. Daher werden für Bio gerne bisher unberührte Gebiete unter den Pflug genommen, was bereits in den USA zu Kritik führte, ist aber auch in Osteuropa gang und gäbe.

Kritiker wie der Anwalt der Comisión Colombiana de Juristas (CCJ), Jhenifer Mojica, sagte: „Die Zonen, in denen die ZIDRES geplant sind, sind Regionen mit biologischer Vielfalt in denen das Land durch kleinbäuerliche Landwirtschaft mehr oder weniger erhalten wurde. Der Ölpalmenanbau hingegen leitet den Grundwasserspiegel um, verändert die Bodenzusammensetzung und führt Agrochemikalien wie Glyphosat in empfindliche, abgelegene ökologisch wertvolle Gebiete ein.“

In Kolumbien wird sehr viel Regenwald für den Anbau von Ölpalmen vernichtet. Hinter Indonesien, Malaysia und Thailand steht Kolumbien bereits auf Rang vier der Palmöl-produzierenden Länder.

… oder Madagaskar?

Gerne wird auf Afrika ausgewichen, wo auch China grosse Flächen für landwirtschaftliche Produktion erwirbt. Die für Palmölplantagen geeigneten Gebiete weisen eine hohe Artenvielfalt auf, dazu gehören auch Affen. Naturschützer machen sich besonders Sorgen für Afrikas Primaten. In Afrika gibt es fast 200 Affenarten, von denen viele bereits gefährdet sind. In Madagaskar sind 87% der Affenarten vom Aussterben bedroht.

Die Zerstörung von Lebensräumen ist einer der Hauptgründe, weshalb alle Menschenaffen vom Aussterben bedroht sind. Die Einführung von Palmölplantagen in Afrika dürfte den Verlust ihres Lebensraums beschleunigen.

Es gäbe noch viel zu schreiben, aber Heidi macht hier einen Punkt und meint:

„Zu viele PolitikerInnen folgen dem Ruf des Geldes, eingeflüstert von InteressenvertreterInnen. Es wird eng auf der Erde. Wirklich „NACHHALTIGES“ Palmöl zu finden, das dürfte schwierig sein.“

Haben Sie das Referendum „Stop Palmöl“ schon unterschrieben?

Leserbrief vom 16.2.20: Ich fuhr vor etwa 20 Jahren durch Borneo, durch kilometerweite Aschenfelder. Alle ca. 200 Meter wurde ein knapp grüner Baum stehen gelassen, damit die Waldgeister und andere Geister noch einen unbehelligten Rückzug- und Schlafplatz haben … Das ist kein Witz, leider hatte ich auf dieser Reise keine Kamera dabei, aber ich sehe dieses erbärmliche Bild immer noch in meiner Erinnerung. 

Corporate ownership and dominance of Indonesia’s palm oil supply chains. Trase, Auriga, The University of California, Santa Barbara, Januar 2020.

Less rainforest, less rain: A cautionary tale from Borneo. Mongabay 23.4.19

81% of Indonesia’s oil palm plantations flouting regulations, audit finds. Mongabay 25.8.19

Burning down the House: How Unilever and other global brands continue to fuel Indonesia’s fires. Greenpeace Malaysia 4.11.19

Dossier: Palmöl und die Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien. August 2018

Palmöl-Nachhaltigkeit soll geölt werden. alimenta 11.2.20

Nachhaltiges Palmöl. COOP

How Colombia became Latin America’s palm oil powerhouse. Mongabay 31.5.18

Palmöl – das grüne Erdöl, Faszination Regenwald

Palm oil: A new threat to Africa’s monkeys and apes? BBC 14.8.18

Die Nachhaltigkeit im Handelsabkommen mit Indonesien mit besonderem Fokus auf die Regulierung des Palmöl‐Imports. Dr. iur. Elisabeth Bürgi Bonanomi, Rechtsanwältin Senior Research Scientist Dozentin Nachhaltigkeit & Recht Centre for Development and Environment CDE Universität Bern. 15.3.19

Der Palmöl-Boom in Indonesien: Zur PolitischenÖkonomie einer umkämpften Ressource. Alina Brad, transcript Edition Politik 2019, ISBN: 978-3-8394-4757-4

Dossier: Palmöl – ein Alltagsprodukt mit Schattenseiten. Brot für Alle, 3/2017

THE GREAT PALM OIL SCANDAL. LABOUR ABUSES BEHIND BIG BRAND NAMES. Amnesty International 2016

Heidis Artikel über Palmöl

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Torfböden sind weltweit ein grosses Problem (2)

28. Dezember 2019
Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Ergänzung zum Artikel von gestern 27.12.19 Torfböden sind weltweit ein grosses Problem. Ein Leser hat Heidi den Link zur englischen Version des informativen und eindrücklichen Videos geschickt. Danke!

Hier ist er: Peat Destruction, Soil Subsidence and Flooding in South East Asia, Wetlands International, youtube

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Was geht das uns an?

Wir beziehen aus diesen Regionen Lebensmittel bzw. Rohstoffe wie Palmöl und auch Schweizer Torfböden werden nicht nachhaltig bewirtschaftet. Heidi verweist hiezu auf ihren Artikel vom Juli 2017:

Das Grosse Moos: Gemüsegarten, vierter internationaler Flughafen oder was? Heidis Mist 31.7.17

Heidis Artikel über Palmöl

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Torfböden sind weltweit ein grosses Problem

27. Dezember 2019
Palmölplantage auf drainiertem Torfboden. Copyright: Wetlands International.

Palmölplantage auf drainiertem Torfboden. Copyright: Wetlands International.

Wetlands International ist eine gemeinnützige Organisation, die sich weltweit für die Erhaltung und Wiederherstellung von Feuchtgebieten einsetzt. Laufend werden Feuchtgebiete zerstört und mit ihnen ihre Artenvielfalt. Die dadurch entstehenden Probleme sind vielfältig.

In Südostasien sind zur Zeit grosse Gebiete überschwemmt. Wichtige Versorgungsbrücken sind eingestürzt, Trinkwasserversorgungen und sanitäre Einrichtungen funktionieren nicht mehr, Dörfer sind von der Umwelt abgeschnitten und Palmölplantagen unter Wasser. Die Abholzung führt in vielen Teilen der Erde zu Bränden und grösseren Überschwemmungen als früher. Besonders Gebiete mit Torfböden sind betroffen.

Das nachfolgende Video von Wetlands International zeigt wie Torfböden drainiert werden, welche Probleme dadurch entstehen und welche Böden in Sumatra, Malaysia und Indonesien in 30 bis 50 Jahren (optimistische Annahme) auf Meeresspiegelhöhe abgesackt sein werden und somit für die Produktion verloren. Es ist so anschaulich, dass der Ton (Indonesisch) nebensächlich ist. Vielleicht versteht man beim Betrachten dieses Films in den betroffenen Gebieten der Schweiz, z.B. im Berner Seeland, das Problem besser als durch die Berichte in den Schweizer Medien.

Peat Destruction, Soil Subsidence and Flooding in South East Asia, Wetlands International

Penghancuran Gambut, Subsidensi Tanah dan Banjir di Asia Tenggara, Wetlands International

Simulation des Überschwemmungsrisikos von Torfböden im Rajang Delta, Sarawak, Malaysia . Copyright Deltares.

Simulation des Überschwemmungsrisikos von Torfböden im Rajang Delta, Sarawak, Malaysia . Copyright Deltares.

Deltares ist ein unabhängiges Institut für angewandte Forschung in den Bereichen Wasser und Untergrund. Im nachfolgenden Video wurde das Überschwemmungsrisiko für Palmölplantagen 2009 bis 2109 im Rajang Delta in Sarawak, Malaysia simuliert. Fachleute von Deltares untersuchen wie das Abholzen der Wälder und die Drainage von tropischem Torfboden zu Bodensenkungen führt, welche Wasserregulierungsprobleme und Überschwemmungen verursachen. 2009 war das Überschwemmungsrisiko bereits in 29% der Palmölplantagen hoch. In 50 Jahren wird es 56% betragen, in 100 Jahren 82%.

Es wird dringend empfohlen, nicht entwässerte Landnutzungsalternativen in Betracht zu ziehen, um eine nachhaltigere Zukunft für das Gebiet und andere tropische Torfgebiete wie dieses sicherzustellen.

Flood Risk 2009 – 2109 Rajang Peatlands DELTARES 2015

Die Seeländer Bauern verlieren den Boden unter den Füssen, LID 2.3.18

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Ein Brief von Astrid aus Indonesien

24. September 2019
Copyright: Astrid

Copyright: Astrid

Heidi: „Astrid hat geschrieben. Ich wage fast nicht den Umschlag zu öffnen. Du hast ja die Nachrichten in der Zeitung gelesen.“

Alpöhi: „Gib mir den Brief!“

Langsam öffnet der Alpöhi den Umschlag und beginnt zu lesen.

Alpöhi: Liebe Heidi, lieber Öhi. Schon wieder muss ich euch von der prekären Lage hier berichten.

Der Rauch der Torfbrände wird immer stärker. Torf brennt nicht wirklich, sondern mottet, verglüht. Deshalb die starke Entwicklung von giftigem Rauch. Im Amazonas brennen in erster Linie die Bäume, bei uns mottet der Torf. Das ist noch viel schlimmer.

Mit schweren Maschinen hatten die Konzerne nach dem Abholzen den Torfboden drainiert und Ölpalmen angepflanzt. Jetzt brennen nicht nur Wälder und Torfböden, sondern auch Palmölplantagen. Den Kleinbauern Mitschuld zu geben ist eine perfide Übertreibung.

Die Leute werden krank. Vor allem die Atemwege sind betroffen. Besonders die Kinder, die Kranken und Alten leiden.

Ich weiss nicht wie das weitergehen soll. Bereits sind viele unserer Wälder zerstört, die Berghänge terrassiert und mit Ölpalmen bepflanzt, man hat uns das Land weggenommen, unser Trinkwasser ist verschmutzt, Boden wird weggeschwemmt. Fast niemand hier hat Geld für Mineralwasser.

Die Schule ist geschlossen. Ich muss jetzt mit Lintang zum Arzt. Hoffentlich kann ich euch bald bessere Nachrichten senden.

Viele Grüsse

Astrid

Nachdenklich sitzen Heidi und der Alpöhi am Tisch. Nach einer Weile hören sie Schritte, die Tür geht auf und der Geissenpeter tritt in die Küche.

Der Geissenpeter: „Hoi zäme! Ich komme gerade von Janik …“

Heidi: „Ich werde das, was der Geissenpeter uns erzählte aufschreiben und Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, demnächst schicken.“

Dann schaut Heidi traurig das Bild von Lintang an, das ihr Astrid vor mehr als zwei Jahren geschickt hatte.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Apokalyptisch: Blutroter Himmel bei Waldbränden in Indonesien, MSN 23.9.19

Waldbrände in Indonesien – Regenwälder gehen in Rauch auf, taz 19.9.19

Heftige Brände wüten auf Sumatra und Borneo – mit gefährlichen Folgen für Mensch und Tier, watson 11.9.19

Malaysia hat die weltweit schlechteste Atemluft, NZZ 17.9.19

kelapa sawit tumbang di tanah gambut, Bilder Google

NGOs send open letter to President Jokowi over forest fires, Antaranews 16.9.19

Indonesia shuts schools as smoke from forest fires takes health toll, Reuters 16.9.19

Indonesian forest fires disrupt hundreds of flights, Nikkei Asian Review 16.9.19

Heidis zahlreichen Artikel über Palmöl

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Heidis Sonntagsrundschau

14. April 2019

Was schon seit Jahrzehnten bekannt ist oder heute neu geschrieben wurde, das muss Heidi nicht wiederkäuen. Hier ein paar Lesetipps.

  • Bio und Pestizide. Auch in Mals im Südtirol kennt man die Schweizer „Pestizid-Landschaft“. Und seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Abdrift ein Problem ist, aber die Behörden kümmert das wenig. Wir selber müssen Druck aufsetzen.
    Zu Wohnzonen gibt es nicht einmal einen vorgeschriebenen Pufferstreifen, ausser für Helikopter-Sprühflüge.
    Kleine Presseschau von Johannes Fragner-Unterpertinger, Mals, über u.a. die mit den schwer abbaubaren Neonicotinoiden verseuchten Schweizer Böden. Welche Pestizide sonst noch in den Böden sind, das wissen die Götter!

Seit Wochen werden wir mit Osterangeboten überhäuft, oft mit Palmöl drin. Erliegen wir der Versuchung, „Massen“ zu kaufen und dies erst noch, ohne die Etikette mit den Inhaltsstoffen vorher zu lesen?

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Heidis Sonntagslektüre: Law of Nature

31. März 2019
Copyright: Mongabay.com

Copyright: Mongabay.com

George Monbiot schreibt eine Kolumne für den Guardian und veröffentlicht diese jeweils in seinem Blog. Eine Bleiwüste zwar, aber immer interessant, relevant und mit weiterführenden Links. Als Untertitel zum neuesten Artikel Law of Nature schreibt er:

Those who destroy the living world should be charged with the international crime of ecocide

Monbiot würdigt die Arbeit von Polly Higgins, einer Rechtsanwältin, die sich ihr Leben lang für die Schaffung eines international crime of ecocide eingesetzt hat. Verbrechen an der Umwelt werden heute meist nicht bestraft oder dann sehr, sehr milde – auch in der Schweiz.

Zur Sprache kommen

  • die riesigen Summen, welche die führenden Öl- und Gaskonzerne Jahr für Jahr für Lobbying ausgeben, um die Bemühungen für Massnahmen gegen die Klimakatastrophe zu verzögern,
  • die mehreren Hundert Delphine, welche von den Fischereifirmen regelmässig zum Absenken auf den Meeresgrund getötet werden, da nur Beifang,
  • die 4’000 km2 Regelwald, welche im von Indonesien illegal besetzten West Papua gerodet werden für den Anbau von Palmöl.

In diesen Beispielsfällen sind die Regierungen beteiligt. Wie können solche Gräueltaten trotzdem verhindert werden?

Lesen Sie weiter im Blog von George Monbiot Law of Nature!

Big Oil’s Real Agenda on Climate Change, InfluenceMap, März 2019

Hundreds of mutilated dolphins caught by nets discovered piled up on beach in France, Independent, 18.3.19

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Probleme verschieben statt lösen … nicht nur beim Palmöl

2. Februar 2019
Kuchenteig mit Schweizer Butter, Bio-Haselnüsse von Gebana, Kirschen aus dem Garten.

Kuchenteig mit Schweizer Butter, Bio-Haselnüsse von Gebana, Kirschen aus dem Garten.

Das Palmöl-Problem ist nur eines von vielen. Man schiebt es im eigenen Interesse im Kreis herum, eine Lösung ist in weiter Ferne. Heidi achtet beim einkaufen auf palmölfrei und verwendet für Gebäcke wie Zopf, Teig für Frucht- und Gemüsewähen sowie Guetzlis Schweizer Butter, dies obwohl sie weiss, dass Ölpalmen pro Fläche den höchsten Ertrag bringen. Eine gute Lösung? Eine schlechte Lösung?

Würde Heidi regelmässig solche Gebäcke essen, dann wäre auch Butter schlecht, denn das Problem für Gesundheit und Umwelt ist die Menge. Es sind die ungeheuren Mengen an Süssigkeiten und verarbeiteten Lebensmittel, die heute konsumiert werden! Wenn COOP in Zukunft Butter statt Palmöl für die Herstellung von Guetzlis verwendet, dann ist dies gut für die Bauern, denn sie produzieren zu viel Milch und subventionierte Butter wird zu Schleuderpreisen exportiert. Aber für die Umwelt sind die vielen Tiere schlecht.

Problem Stickstoffüberschüsse

Zitat aus dem Umweltbericht 2018 des Bundesrates, Seite 45: „Viele Umweltprobleme sind auf Stickstoffverbindungen zurückzuführen. Stickstoffüberschüsse belasten Böden, Gewässer, Meere und das Klima. Dies hat negative Folgen für die Biodiversität und die menschliche Gesundheit. Rund zwei Drittel des über die Luft eingetragenen Stickstoffs haben ihren Ursprung in der Landwirtschaft … Rund 70% der landwirtschaftsbedingten Ammoniakemissionen gehen auf die Rindviehhaltung zurück…“ Berichte schreiben allein genügt nicht, zum Handeln fehlt der Wille allenthalben. Und Deutschland hat diesbezüglich eine Klage der EU hängig.

Probleme ins Ausland verlagern

Anbaufläche für Ölpalmen in Indonesien zwischen 1961 und 2016: Die Grafik zeigt die Anbaufläche (in Quadratkilometern) für Ölpalmen in Indonesien von 1961 bis 2016. Die Auswertung erfolgte am 27.04.2018 mit Hilfe der Datenbank der FAO (FAOSTAT). Quelle: Faszination Regenwald.

Anbaufläche für Ölpalmen in Indonesien zwischen 1961 und 2016: Die Grafik zeigt die Anbaufläche (in Quadratkilometern) für Ölpalmen in Indonesien von 1961 bis 2016. Die Auswertung erfolgte am 27.04.2018 mit Hilfe der Datenbank der FAO (FAOSTAT). Quelle: Faszination Regenwald.

Also doch lieber Palmöl importieren und die Umwelt anderswo verschmutzen? Der Anbau von Palmöl in Indonesien und Malaysia usw. ist nur deshalb schon schwierig, weil die meisten Böden extrem flachgründig sind und daher grosse Düngermengen nötig sind. Gerne wird als Herbizid Paraquat eingesetzt. Das Mittel ist effizienter als Glyphosat, aber auch wesentlich toxischer; es darf bei uns und in vielen anderen Ländern schon lange nicht mehr eingesetzt werden. Quellen und Flüsse (Trinkwasser) werden verschmutzt, auch durch Abwasser der Palmölfabriken und Erosion, denn Urwald auf Hügeln wird abgeholzt, Strassen werden gebaut, Erosion ist vorprogrammiert.

Torfböden nutzen? Hier bestehen nicht nur dieselben Problem wie bei uns im Gemüseparadies Seeland, hinzu kommt die Luftverschmutzung durch das Abbrennen von Torf-Urwäldern, besonders wenn die Feuer ausser Kontrolle geraten, denn Torf ist auch ein Brennstoff. Torf wurde daher in der Schweiz früher abgebaut, davon zeugen noch viele Torfschober. Zudem reissen sich Konzerne das Land für den Anbau von Ölpalmen mit zweifelhaften Methoden unter den Nagel, nicht nur in Indonesien! Die Kleinbauern verschwinden nach und nach.

Also, „wo nötig“ Bio-Palmöl, wie das COOP für die Zukunft vorsieht? Aus Flächen, die vor 1994 gerodet wurden, damals als der Boom so richtig Schwung bekam. Und „wo immer möglich Bevorzugung von Kleinbauern-Kooperativen“, wie es im Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) heisst. Zurzeit gibt es weltweit insgesamt drei von Bio Suisse zertifizierte Palmölproduzenten. Diese bauen in Brasilien, Kolumbien und Madagaskar an, in Ländern also, welche noch keinen so schlechten Palmöl-Ruf haben wie Indonesien & Co., aber deswegen keinesfalls die bessere Wahl sind.

Die „COOP-Alternative“ löst aber weder das Mengen- noch das Wachstumsproblem. Diese Lösung dient in erster Linie dem Ruf des Grossverteilers bzw. dem Absatz von (billigeren) palmölhaltigen Produkten. Und wer „weiss“ schon, in welchen Produkten Palmöl „nötig“ ist.

Die Abholzung von Urwald geht aber unvermindert weiter, allen Beteuerungen zum Trotz.

  • Kolumbien: „Never mind cocain – big farming is far worse.“ sagt Liliana M. Dávalos, Assistenzprofessorin an der Stony Brook University in New York in einem Interview im New Scientist vom 8.8.15.
  • Brasiliens Amazonas: 7900 Quadratkilometer Regenwald binnen eines Jahres abgeholzt. Abholzung in einer Größenordnung, die jede Vorstellung sprengt: Regenwald auf einer Fläche von mehr als einer Million Fußballfelder wurde binnen eines Jahres im Amazonas vernichtet. Ein Grund: expandierende Landwirtschaft. Spiegel Online 24.11.18
  • Madagaskar: grösster Verlust an intakter Waldlandschaft: 18,5% von 2000 bis 2013, siehe Tabelle.
  • Gier nach Soja, Holz und Palmöl: In Brasilien, Madagaskar und Indonesien bringen vor allem der Verlust und die zunehmende Zerteilung ihrer Lebensräume die Primaten in Bedrängnis, so der Befund eines internationalen Forscherteams. Der südkoreanische Konzern Daewoo Logistics pachtet 1,3 Millionen Hektar anbaufähiges Land auf Madagaskar für einen Zeitraum von 99 Jahren, um dort Mais und Palmöl anzubauen und die Ernte nach Südkorea zu verschiffen.
  • Die Zahl der getöteten UmweltaktivistInnen war noch nie so hoch wie letztes Jahr. Stark steigt die Zahl jener, die brutal angegriffen werden, weil sie ihr Land gegen zerstörerische Landwirtschaft für den Palmölanbau verteidigen.

Allfällige gesellschaftliche Probleme von ausländischer Hilfe werden gerne ausgeklammert oder übersehen. So haben Europäer in Afrika Bauern gezeigt wie man Reis besser anbaut. Der höher Ertrag liess nicht auf sich warten und ermöglichte es einem Bauern, sich eine zweite Frau zu nehmen; die erste hatte ihm schon 13 Kinder geschenkt. Das hat Heidi kürzlich in der NZZ gelesen. Problem gelöst?

EAT-Lancet und das Pestizide-Problem

Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft.

Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft.

37 Experten der EAT-Lancet Commission haben drei Jahre an einer Lösung für die beste Ernährung für Gesundheit und Umwelt gearbeitet, denn „food is currently threatening both people and planet. Ähnliche Empfehlungen wurden längst schon von Greenpeace, Ernährungswissenschaftlern, Agroscope, FiBL usw. gemacht: Mehr Früchte, Gemüse, Körner, Nüsse, Knollen und sehr viel weniger Fleisch, Milchprodukte und Zucker.

Dadurch würde das Klimaproblem, das unsere ungesunde Ernährungsweise verursacht, teilweise entschärft. Was bedeuten z.B. mehr Früchte und Gemüse für die Verschmutzung der Umwelt mit Pestiziden? Mehr, mehr mehr …! Ausser wir ändern radikal die Art und Weise wie wir sie anbauen, denn beim Anbau von Früchten und Gemüsen werden heute besonders viele Pestizide eingesetzt und der Boden ist zeitweise unbewachsen, d.h. die Auswaschungs- und Abschwemmgefahr ist gross. Es genügt nicht „den Pestizideinsatz ein bisschen zu senken“ und finanzielle Anreize für die Bauern zu schaffen, wie das der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes vorsieht. Der Lancet-Eat-Wandel erfordert eine grundsätzliche Abkehr von der bisherigen nicht nachhaltigen Produktionsweise, wenn wir nicht zusätzliche Probleme schaffen wollen.

Auch die Gefahr der Grundwasserverschmutzung steigt wesentlich, wenn mehr Acker statt Grünland über dem Trinkwasser liegt. Ansätze für eine bessere Lebensmittelproduktion gibt es etwa im Biolandbau, der Regionalen Vertragslandwirtschaft, der Agrarforstwirtschaft, Permakultur … Echte Innovationen sind gefragt und die zwei Pestizid-Initiativen sind wichtige Treiber für Lösungen des bereits heute existierenden Verschmutzungsproblems.

Wie bringen wir das den Leuten bei?

Die täglichen Versuchungen am Eingang eines COOP-Ladens: Fleisch, "hausgemacht" verarbeitet, in viel Wegwerfplastik verpackt ...

Die täglichen Versuchungen am Eingang eines COOP-Ladens: Fleisch, „hausgemacht“ verarbeitet, in viel Wegwerfplastik verpackt …

Im EAT-Bericht heisst es, dass wir die KonsumentInnen davon überzeugen müssten, dass sie anders einkaufen und kochen, während die Bauern und Läden gesündere, nachhaltigere Lebensmittel produzieren und fördern müssten. Dass ein so radikaler Wechsel nicht von selbst kommt, wissen die Autoren des Berichts. Umwelt- und Gesundheitskosten müssten bei der Preisfestlegung berücksichtigt werden, indem man Steuern erhebe, was zu höheren Preisen führen könnte.

Schon bei Diskussionen um die Einführung einer Zucker-Steuer leuchten bei unseren PolitikerInnen und BundesrätInnen die Alarmglocken. CO2-Steuer? Ess-Steuer? Da sieht Heidi schon Wilhelm Tell ins Bundeshaus stürmen, die Armbrust geschultert, im Anhang eine Schar freiheitlicher Berater und in einigen Redaktionsstuben wären die Köpfe rot, während die Finger energisch auf die Tasten hauen, um solches zu verhindern.

In der Schweiz setzt man in solchen Fällen auf die mündigen und informierten KonsumentInnen, auch wenn dies illusorisch ist. Gerne schieben die Interessensvertreter diese Argumentation vor, obwohl sie sich in der Vergangenheit als nicht zielführend erwiesen hat. Also einzige Hoffnung: Die Vernünftigen handeln?

„Wir wissen wie wir 10 Milliarden Menschen ernähren“

World Scientists' Warning to Humanity: A Second Notice. BioScience 2017;67(12:1026-1028. Copyrigh The Author(s). Published by Oxford University Press on behalf of the American Institute of biological Sciences.

World Scientists‘ Warning to Humanity: A Second Notice. BioScience 2017;67(12:1026-1028. Copyrigh The Author(s). Published by Oxford University Press on behalf of the American Institute of biological Sciences.

Ernst Bromeis, der Wasserbotschafter, verliess 2015 nachdenklich die Expo Mailand und sagte zu seiner Familie: „Wir wissen wie wir in Zukunft 10 Milliarden Menschen ernähren werden. Wieso können wir heute nicht 7 Milliarden ernähren?“

Bevölkerungszuwachs

Heidi hat die aktuelle Weltbevölkerung am 2.2.19 um 14 Uhr nachgeschaut:
7 677 456 698 Menschen
Zuwachs 2018: 91 812 002 Menschen oder 1,22 Prozent. Gemäss Prognosen von Bevölkerungswissenschaftlern werden 2050 10 Milliarden Menschen leben, essen und sauberes Wasser trinken wollen. Der Iran ist nur ein Land, dem das Wasser ausgeht. Aber auch das weiss man schon lange!

Aktuelle Bevölkerung der Schweiz: 8 654 303 Menschen
Zuwachs Schweizer Bevölkerung 2018: 99 218 oder 1,16 %.
Prognose für 2050: 9 879 894 Menschen

Die Bevölkerung der Schweiz wuchs 2018 gleich schnell wie die Weltbevölkerung.

Heidis Fragen

Wie ernähren wir 11, 12 und mehr Milliarden Menschen? Wie wird dann unsere Erde aussehen? Wie sauber wird das Wasser sein? Werden wir noch genügend haben? Die Entscheidungsträger schlittern lieber von Krise zu Krise statt die sich abzeichnende Katastrophe zu mindern oder gar zu verhindern. Unabhängige PolitikerInnen braucht die Welt! Der Blick auf Wirtschaftswachstum und Börsenkurse reicht nicht für die Lösung der dringenden Probleme, der Verweis auf Lösungen in der Zukunft durch Innovation und Forschung auch nicht und die Hoffnung auf Künstliche Intelligenz, wo die eigene Intelligenz nicht mehr ausreicht, ist wenig realistisch. An Wunder glauben? Oder das heute Mögliche in Angriff nehmen?

Links

Coop will weniger Palmöl verwenden – und Migros? Coop will wieder Butter in seine Guetsli rühren. Und wo nötig, nur Bio-Palmöl nehmen. Migros setzt dagegen auf ein anderes Label. Isabel Strassheim, 20 minuten vom 5.7.18

Faktenblatt Kleinbauern Palmöl als Sackgasse für Kleinbauern in Malaysia und Indonesien, erarbeitet von Bruno Manser Fonds & Brot für alle im August 2018, unterstützt von zahlreichen Organisationen

Fokus auf Knospe-Palmöl im Regal und in der Forschung, FiBL, Nachricht vom 6.6.18

Borneo Road-Building Spree Among ‘World’s Scariest’ Environmental Threats, ALERT, Alliance of Leading Environmental Researchers & Thinkers, 28.1.19

Wenn der Torfwald brennt, DW vom 6.2.12

Von Cocain, Palmöl und Raps, Heidis Mist vom 23.9.15

Brasiliens Amazonas 7900 Quadratkilometer Regenwald binnen eines Jahres abgeholzt, Spiegel Online vom 24.11.18

Primates in peril: the significance of Brazil, Madagascar, Indonesia and the Democratic Republic of the Congo for global primate conservation, PeerJ – Life & Environment, 15.6.18

Halb Madagaskar zum Nulltarif! Die Presse vom 28.11.8

Deadliest year on record for land and environmental defenders, as agribusiness is shown to be the industry most linked to killings, Global Witness vom 24.7.18

Heidis Artikel über Palmöl

Umweltbericht 2018 des Bundesrates

Nitrateinträge durch Landwirtschaft weiterhin großes Problem, gemeinsame Presseinformation Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Aktion Agrar, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutsche Umwelthilfe, Deutscher Naturschutzring, Germanwatch, Greenpeace, GRÜNE LIGA, NABU – Naturschutzbund Deutschland und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di., 31.1.19

EAT-Lancet Commission Summary Report. This report was prepared by EAT and is an adapted summary of the Commission Food in The Anthropocene: the EAT-Lancet Commission on Healthy Diets From Sustainable Food Systems.

World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice, ioScience, Volume 67, Issue 12, 1 December 2017, Pages 1026–1028

Wasserknappheit im Iran Den Ajatollahs geht das Wasser aus, SRF 10vor10 vom 1.2.19

Die hausgemachte Katastrophe. Iran geht einer Umweltkatastrophe entgegen, die das Land irreversibel verändern wird. JOURNAL21 vom 11.9.15

Weltbevölkerungsuhr

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Der Kapuziner und die Ölpalmen … und …

19. November 2018
Grossbritannien verbietet eine Werbung über palmölfreie Produkte als "zu politisch". Schauen Sie den kurzen Werbespot von Iceland Foods an! 1Minute und 32 Sekunden.

Grossbritannien verbietet eine Werbung über palmölfreie Produkte als „zu politisch“. Schauen Sie den kurzen Werbespot von Iceland Foods an! 1Minute und 32 Sekunden.

Der Kapuziner und die Ölpalmen

Seit 40 Jahren ist Jakob Willi Missionar in Indonesien. In einem Brief an die Schweizer Kapuziner schreibt er über seien Arbeit und wie die Ölpalmen-Plantagen seine Pfarrei grundlegend verändert haben. Auszug aus dem Brief:

„… Ngabang ist „Kantonshauptort“ am Landakfluss gelegen, Schul- und Handelsmetropole. Das bunt gemischte Landschaftsbild aus Wäldern, Reisfeldern und Gummiplantagen, welche noch vor 20 Jahren die Strasse ins Landesinnere bestimmte, ist eintönig geworden. Mit dem Grossaufmarsch der Ölpalmenplantagen haben die “Landschaftsgärtner” ihre Fantasie dem Profit geopfert. Für billiges Geld wechselten die Ländereien der Dorfbewohner in die Hände der Plantagenbosse. Im Gegenzug erhielten die Dörfer einen Anschluss an das Strassennetz der Ölpalmplatagen, das sich wie ein bizzarres Strickmuster über die Landschaft breitet. Die Wälder wurden grossflächig gerodet, Hügel eingeebnet und kleine Wasserläufe aufgeschüttet. Die grossflächigen Erdarbeiten erhöhten die Erderosion, was zu einer enormen – schon Jahre andauernden – Verschmutzung der Flüsse geführt hat, sodass das Flusswasser fast nicht mehr zu gebrauchen ist. Geblendet durch grosse Versprechen vom Goldsegen der Ölpalmen, steckten viele Dorfbewohner selbst Reisfelder und Gummibaumplantagen – ihre gesamte traditionelle Existenzgrundlage – bereitwillig in den Rachen der Ölpalmplantagen und hängen nun vollends am “Rockzipfel” der Ölpalmplantagen.

Das grosse Geld allerdings hält sich bis anhin in Grenzen. Oft reicht es gerade mal für’s Existenzminimum der Familie. Mancherorts hat sich bereits Ernüchterung eingestellt.

Nicht nur das Landschaftsbild hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Auch das Sozialgefüge der Dörfer änderte sich. Die geschlossenen Dorfgemeinschaften öffneten sich, freie Bauern wurden zu Plantagen-Lohnarbeiter umfunktioniert und mit Projektgeldern wurden Schulen und Kapellen gebaut…“

Vollständiger Brief: Der Kapuziner und die Ölpalmen, Schweizer Kapuziner.

Asimetris – eine Dokumentation über Palmöl in Indonesien

Felder und Häuser sind abgebrannt. Copyright: Asimetris.

Felder und Häuser sind abgebrannt. Copyright: Asimetris.

Zum Bild:

Frage an die Frau: „Wer war das?“

Frau: „Sie können oder wollen die Brandstifter nicht finden, aber alles hier ist abgebrannt, sogar die Felder und die Häuser.“

Frage an die Frau: „Warum verkaufen Sie ihr Land nicht?“

Frau: „Es ist das Kostbarste, was ich habe. Wenn wir mit der Palmölfirma arbeiten, müssen wir uns verschulden. Ich habe vier Söhne und für sie werde ich das Land verteidigen.“

Der indonesische Journalist Dandhy Laksono reiste durch die abgebrannten Wälder Borneos und Sumatras und stiess auf Rodungen für Palmöl-Plantagen, Landkonflikte und Korruption. Seine Recherchen ergeben, dass in erster Linie grosse Firmen vom Palmöl-Boom profitieren, der auch von der EU-Politik befeuert wird. Doch der Film macht auch Hoffnung: In Papua, Kalimantan und in Jambi auf Sumatra gibt es Menschen, welche ein Ausbreiten der Palmöl-Monokulturen aufzuhalten.

Asimetris, Film von Dandhy Laksono, 32 Minuten

Klima und Tropenwald

Zählt man Erd- und Wasserlebewesen zusammen, so steht Indonesien als artenreichstes aller Länder an der Weltspitze. Eine von drei Arten in Indonesien ist endemisch, das heißt diese Art gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. In kaum einem anderen Land gibt es so viele dieser Arten. Quelle: NABU. Copyright: bruno manser fonds.

Zählt man Erd- und Wasserlebewesen zusammen, so steht Indonesien als artenreichstes aller Länder an der Weltspitze. Eine von drei Arten in Indonesien ist endemisch, das heißt diese Art gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. In kaum einem anderen Land gibt es so viele dieser Arten. Quelle: NABU. Copyright: bruno manser fonds.

Soeben eingetroffen ist die Broschüre des bruno manser fonds „tong tana – Klima und Tropenwald“. Zitat aus einem Interview mit Peter Brang, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL): „Es ist ein Problem, wenn die Wälder der lokalen Bevölkerung entzogen werden und dann eine industrielle Nutzung stattfindet, die zwar gewisse Arbeitsmöglichkeiten bietet, aber die Möglichkeit, direkt vom Land zu leben, einschränkt. Natürlich geht Waldverlust auch mit Verlusten an Biodiversität einher.“

tong tang – Klima und Tropenwald, bruno manser fonds, Dezember 2018, im Moment noch nicht zum Download verfügbar.

Es weihnachtet!

"Ewiger Weihnachtsbaum", zusammensteckbar und demontierbar! Mit vielen selber gegessenen, geklebten und goldig bemalten Nussschalen, geerbten Kugeln ...

„Ewiger Weihnachtsbaum“, zusammensteckbar und demontierbar! Mit vielen selber gegessenen, geklebten und goldig bemalten Nussschalen, geerbten Kugeln …

Schon seit Mitte Oktober sind die Läden voll von Weihnachtsartikeln, Schokoladeaufhänger für den Weihnachtsbaum … Verzichten Sie zugunsten Ihrer Gesundheit auf einen Grossteil dieser Versuchungen! Und freuen Sie sich auf die wenigen, die Sie kaufen. Diese sind natürlich palmölfrei und der allfällige Weihnachtsbaum? Ohne Pestizide in der Nachbarschaft gewachsen? Oder in Ihrem Vorgarten statt der modischen Steinwüste? Oder basteln Sie sich einen „ewigen Weihnachtsbaum“!

At the root of the problem: the best books about deforestation. Novelist Richard Powers, Nobel winner Wangari Maathai and Amazonian shaman Davi Kopenawa: five books about one of the most profound environmental changes of our time. „Iceland’s Christmas advert about palm oil’s links with deforestation was banned last week, because it was said that the short Greenpeace-made animation was “political”… But how else to convey the devastation caused by the conversion of rainforest to plantations to provide cheap vegetable oil? The Guardian, 17.11.18

Weitere 23 Artikel von Heidi über Palmöl

19.11.18 HOME

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Rapsöl oder Palmöl?

13. September 2018

Am kommenden Samstag, 15. September 2018, findet im Zentrum Paul Klee in Bern ein Agri-Kultur-Tag zur Frage „Rapsöl oder Palmöl?“ statt. Der Anlass dauert von 14.00 bis 16.30 Uhr.

Die Veranstalter schreiben: „Kaltgepresstes Rapsöl gilt als äusserst gesund und ideal für die kalte Küche. Es ist reich an ungesättigten Fettsäuren und weist zudem ein besonders günstiges Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren auf. Neue sogenannte HOLL-Rapssorten eignen sich zum Braten und Frittieren.

Wie unterscheiden sich Raps- und Palmöl in der Qualität und in der Nachhaltigkeit? Solche Fragen diskutieren wir mit Ernährungs- und Landwirtschaftsfachleuten.

Speziellen Einblick erhalten wir in die sozialen und ökologischen Folgen des Palmölanbaus. Zudem ergründen wir wie nachhaltig die Produktion von Schweizer Rapsöl im Vergleich zum umstrittenen Palmöl ist und ob Rapsöl oder andere Öle das Palmöl ersetzen können.

Mit:
Dominik Imhof, Leiter Kunstvermittlung ZPK
Katrin Kopf, Lebensmittelwissenschafterin, Berner Fachhochschule, HAFL
Sabine Lerch, Biologin, Biovision
Harald Menzi, Agrarökologe und FRUCHTLAND-Berater ZPK

Ausstellungseintritt.

Hier finden Sie Fruchtland.

Flyer zum Ausdrucken: Agri-Kultur-Tag, Samstag 15. September 2018

Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität…, Heidis Mist vom 10.7.16

Heidis 22 Artikel über Palmöl

13.9.18 HOME

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Palmöl: Albtraum in Neuguinea

16. April 2018
Copyright: ALERT

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In Neuguinea ist der drittgrösste intakte Regenwald unseres Planeten. Die Insel entwickelt sich zum neuesten globalen Entwaldungsalbtraum.

Lange war Neuguinea vor Ausbeutung geschützt. Gründe dafür sind die Abgeschiedenheit, das steile Gelände und die Völker, welche sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht sind. Rasch verliert die Insel nun Wald für Holzschlag und den Anbau von Palmöl.

Eines der umstrittensten Projekte ist die POSCO Daewoo Plantage; diese Konzession ist im Besitze von Südkorea und umfasst 34’000 Hektaren. Die Entwicklung im Regierungsbezirk Merauke ist, der sauren Sulphat-Böden wegen, besonders beunruhigend; diese Böden sind schwierig zu bewirtschaften. Grossflächige Abschwemmung von Sedimenten und Düngern könnte einige der vielfältigsten Korallenriffe der Erde gefährden.

Die Schatten der Gloalisierung sind vielerorts. Heidis Artikel über Palmöl.

Ein ausführlicher Bericht über dieses neue Drama von der Alliance of Leading Environmental Researchers & Thinkers (ALERT) vom 11.4.18: Nightmare in New Guinea, Jeremy Hance.

Einst Inspirationsquelle für Philosophen

In Merauke forschte der Schweizer Ethnologe Hans Wirz, dessen Hauptwerk das Spätwerk La Mythologie primitive des französischen Philosophen Lucien Lévy-Bruhl beeinflusste, welches wiederum die Vorstellungen Elias Canettis über die Verwandlung in seinem philosophischen Hauptwerk Masse und Macht prägte. Es versucht, die Dynamik von Menschenmassen zu beschreiben und zu analysieren und der Frage auf den Grund zu gehen, warum und in welchen Situationen Menschenmassen einzelnen Befehlshabern gehorchen oder Anführern folgen.

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16.4.18 HOME


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