Posts Tagged ‘Palmöl’

The Borneo Case am Malaysia Day in 30 Städten weltweit

15. September 2017
Bruno Manser kämpfte für die Rechte der Penan auf Sarawak. Die Malaysische Regierung erklärte ihn 1990 zum Staatsfeind Nr. 1. Copyright: AMP Film Stockholm.

Bruno Manser kämpfte für die Rechte der Penan auf Sarawak. Die Malaysische Regierung erklärte ihn 1990 zum Staatsfeind Nr. 1. Copyright: AMP Film Stockholm.

Am 16.9.1963 wurde Malaysia unabhängig vom Britischen Weltreich. Morgen ist daher der Malaysia Day. In diesem Zusammenhang wird in 30 Städten weltweit der Film The Borneo Case gezeigt.

The Borneo Case – Bruno Manser lebt weiter

Der Dokumentarfilm „The Borneo Case“ zeigt erstmals, wie Mansers ursprüngliche Ideen im 21. Jahrhundert weiterentwickelt und umgesetzt werden. Im Kampf gegen die Abholzung der Urwälder schliessen sich Lukas Straumann vom Bruno Manser Fonds aus Basel, Mutang Urud, Freund und ehemaliger Mitstreiter Mansers, und die Investigativ-Journalistin Clare Rewcastle aus London zusammen.

Bei Nachforschungen zum illegalen Holzschlag auf Borneo stossen sie auf ein globales Korruptionsnetz, das von der malaysischen Regierungselite bis zu Schweizer Banken reicht. Durch hartnäckigen Einsatz und die Anwendung ungewöhnlicher Methoden gelingt es der Gruppe, einen mächtigen Gegner zu Fall zu bringen. Ein schwedisches Filmteam hat die kleine Ermittlergruppe über fünf Jahre begleitet und die sich zuspitzende Lage dokumentiert.

Olympische Spiele: Die Zerstörung geht weiter

Am 11.9.17 schrieben 47 NGOs, darunter auch der Bruno Manser Fonds, dem Internationalen Olympischen Komitee. Sie protestieren dagegen, dass für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo illegal gefälltes und nicht nachhaltiges Tropenholz aus Sarawak verwendet wird. Das Komitee habe zuwenig getan, um dies zu verhindern. Fast 90% des Regemwalds ist bereits abgeholzt!

Heidi meint: „Die SportlerInnen werden trotzdem hingehen, auch die Schweizer, die Offiziellen, die JournalistInnen … So plündern wir die Welt! Und die Freihandelsabkommen … Handel, Wachstum, Transport!“ Wenigstens fordert der Schweizer Bauernverband, dass den Milchkühen in Zukunft kein Palmöl mehr verfüttert wird.

Unterschreiben Sie die Petition Olympia 2020 ohne Tropenholz! Bruno Manser Fonds BMF.

The Boreneo Case

The Borneo Case: Screenings in 30 cities worldwide tomorrow, REDD, Chris Lang, 15.9.17

The Borneo Case Trailer (English, Deutsch, français), veröffentlicht auf youtube von Bruno Manser Fonds BMF

Malaysia Day, Wikipedia

An Open Letter to the International Olympic Committee, 11.9.17

NGOs Demand Olympic Authorities End Rainforest Destruction, Bruno Manser Fonds BMF, 11.9.17

Palmöl. Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien, 15.3716 Interpellation Maya Graf vom 19.6.15

Kein Palmöl mehr für Schweizer Milchkühe, Georg Hummel, Rundschau SRF vom

Heidis Artikel zu Palmöl

15.9.17 HOME

1. Preis für Video „Borneos Torfmoorwald verbrennt“

27. Juli 2017
The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest”, Copyright: Denise and Marc Dragiewicz

The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest”, Copyright: Denise and Marc Dragiewicz

Die Yale Universität hat den ersten Platz des diesjährigen Yale Environment 360 Video Contest der Dokumentarfilmerin und dem Biologen Denise und Marc Dragiewicz für den Film „The Burning of Borneo’s Peat Swap Forest“ verliehen. Der Film handelt vom Leben der Primaten im Sabangau National Park, von der zunehmenden Bedrohung durch Feuer, verursacht durch das Drainieren und Trockenlegen der Torfmoorwälder für Palmölplantagen und anderen landwirtschaftliche Projekte. Verschlimmert wird die Situation durch die Veränderung des Klimas und von El Niño.

Mitte der 1990er Jahre hatten Wissenschaftler aus Grossbritannien und Indonesien in den Wäldern von Sabangau die grösste Orang-Utan-Population der Welt mit 7’000 Individuen entdeckt. Bald sahen sie wie Bäume gefällt wurden, auch illegal. Dank der Arbeit von Wissenschaftlern und Umweltschutzgruppen wurde die Zerstörung gestoppt und 2004 der Nationalpark geschaffen.

Der Film von Denise und Marc Dragiewicz wirft die Frage auf, ob die Primaten den steigenden Umweltdruck des 21. Jahrhunderts überstehen werden.

Heidis Artikel zu Palmöl

Informationen von PanEco über Palmöl

27.7.17 HOME

Erste Schweizer Futtermischung mit Raps- statt Palmöl

10. April 2017

Der Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Muhen AG, Thomas Bieli, hat seine Rezepte für Futtermischungen geändert: gehärtetes Rapsöl statt Palmöl. Das Rapsöl sei etwas teurer, aber der Unterschied sei so gering, dass er die Preise nicht anpassen müsse. Quelle: Schweizer Bauer. In Bio-Futtermischungen ist Palmöl kaum zu finden, da vermutlich zu teuer.

Heidi entnimmt der Homepage der LG Muhen folgende Texte:

„Die Landwirtschaftliche Genossenschaft Muhen ist eine Zweckgemeinschaft der Landwirte aus dem Suhrental und der Region Aarau. Ihre Kernkompetenzen liegen bei der Herstellung und dem Handel mit Futtermitteln aus heimischem Anbau …

… Die LG Muhen mit ihren rund 140 Mitgliedern will ihre Eigenständigkeit bewahren. Ein gesundes und kontrolliertes Wachstum soll den Fortbestand des Unternehmens sichern. Die Spezialität der eigenen Futtermühle ist die Herstellung von Mischfutter für Gross- und Nutztiere. Das Kleintierfutter aus heimischem Getreide für Nagetiere und Hühner ist als besonders hochwertig anerkannt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit…

… Die Genossenschafter und Landwirte aus dem Suhrental und der Region Aarau beliefern die Futtermühle der LG Muhen mit heimischen Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale. Die Rohkomponenten des Mischfutters verfügen damit über einen einzigartigen Herkunftsnachweis. Die kurzen Wege vom Produzenten zur Mühle reduzieren den Anteil grauer Energie und die damit verbundene Umweltbelastung auf ein Minimum. „

Zur Nachahmung empfohlen!

10.4.17 HOME

Landgrabbing für Palmöl: 43-jähriger Familienvater erschossen

29. März 2017
Bill Kayong, 43, wurde am 21.6.16 in seinem Pickup an einem Lichtsignal in Miri, Sarawak erschossen. Copyright: Yale E360.

Bill Kayong, 43, wurde am 21.6.16 in seinem Pickup an einem Lichtsignal in Miri, Sarawak erschossen. Copyright: Yale E360.

Bill Kayong setzte sich für die Landrechte seines Volkes auf Sarawak/Malaysia ein. Am 21.6.16 wurde er an einem Lichtsignal erschossen. Der Mord machte international keine Schlagzeilen. Ende Monat findet der Prozess gegen die mutmasslichen Täter statt.

In den letzten Jahren gab es auf Sarawak eine Serie von Morden an Umweltaktivisten. Immer nach dem gleichen Schema: Erschiessen im Vorbeifahren durch bezahlte Kriminelle.

Murder in Malaysia: how protecting native forests cost an activist his life, The Guardian, 24.3.17

Palmöl: Umweltschäden und soziale Konflikte

Am 9.3.17 stimmte der Ausschusses für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU über eine Entschliessung ab, die von der tschechischen Abgeordneten Kateřina Konečná vorbereitet worden ist. Sie wurde mit 56:1 Stimmen angenommen. Darin wird die EU-Kommission dazu aufgerufen, Umweltschutzmassnahmen zu stärken, um die Entwaldung im Zusammenhang mit Palmöl zu verhindern. Des Weiteren wird die Kommission aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass spätestens 2020 Palmöl nicht mehr als Bestandteil von Biodiesel verwendet wird. Produkte, die Palmöl aus sozial und ökologisch verantwortlichem Anbau enthalten, sollten zertifiziert werden.

„Ich denke, dass das Europäische Parlament hier sehr ehrgeizig sein sollte, und wir sollten der Kommission klar mitteilen, dass Biokraftstoffe palmölfrei sein sollten“, argumentiert Katerina Konečná.

Europas Appetit auf Palmöl soll gezügelt werden, EuroparlTV, 8.3.17.

Environmental Damage, Social Conflicts Overshadow Future of Indonesia’s Palm Oil Sector, JakartaGlobe, 21.3.17.

Report on palm oil and deforestation of rainforests, Committee on the Environment, Public Health and Food Safety, Rapporteur: Kateřina Konečná, 20.3.17.

29.3.17 HOME

UN-Menschenrecht auf sauberes Wasser: Theorie?

8. März 2017
Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt.

Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt. Copyright Astrid.

Dieser Artikel ist die Auflösung des Rätsel-Artikels Was ist das? Heidis Mist vom 7.3.17.

Jetzt ist Regenzeit in Indonesien. Das Flusswasser ist braun. Trinkwasser aus dem Unterlauf von Flüssen holen nur noch Notleidende; sie gehen dabei ein beträchtliches Gesundheitsrisiko ein. Meistens können die Flussanlieger das Wasser nicht einmal mehr zum Duschen brauchen, denn sie riskieren Hautausschläge! Viele Dörfer haben daher im Wald eigene Wasserversorgungen gebaut.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das Wasser in der Schale stammt aus einer alten Wasserfassung mit Filter. Viele Jahre hat sie sauberes Wasser geliefert. So viel Dreck im Wasser, wie jetzt vorhanden ist, kann der Filter aber nicht zurückhalten! Schuld daran ist Erosion: Bearbeiten der Böden, Terrassierung, Anbau von Ölpalmen auf den steilen Hängen, Bau von Strassen. Über Pflanzenschutzmittel im Wasser gibt es kaum Daten.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Unser Hunger nach Palmöl hinterlässt in Indonesien drastische Spuren. Die Umweltzerstörung hält an. Die Plantagen „dringen“ in die Wälder vor und „kriechen“ die Berge hoch. Palmöl ist das zweitwichtigste Exportgut Indonesiens. Die traditionelle Agroforstwirtschaft war umweltverträglich.

Für den WWF ist Palmöl das kleinere Übel, denn Raps und Soja brauchen für die gleiche Erntemenge mehr Ackerfläche. Diese Argumentation ist nichts wert, sie bedeutet: Den Teufel mit dem Beelzebuben austreiben! Zu hinterfragen gilt es das Wachstums- und Mengenproblem! Braucht es all die vielen Produkte mit Palmöl überhaupt? Oder sind sie einfach billig? Und bringen Profit? Ist dies alles, was zählt?

Gefiltertes Trinkwasser nur in grösseren Städten

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Was macht Astrid? Sie lässt das Wasser eine Zeitlang in einem Eimer stehen, damit die Schwebeteilchen sich setzen, schöpft dann sorgfältig das optisch saubere Wasser ab. Was ist sonst noch alles im Wasser drin? Das will Astrid lieber nicht wissen, wahrscheinlich Herbizide. Die reicheren Leute kaufen Flaschenwasser. So wird neben den Lebensmitteln auch immer mehr Trinkwasser importiert. Palmöl gegen Alpenwasser – ein Deal?

Filter gibt es nur in den grösseren Städten, die eine “Wasserversorgung” haben. Aber auch diese sind mit so viel Schmutz überfordert. Ende Januar beklagten sich Einwohner einer indonesischen Stadt über das Dreckwasser, das aus dem Wasserhahn floss. Die städtische Wasserversorgung hatte sie nicht informiert. Das Hahnenwasser sieht ähnlich aus wie jenes von Astrid.

Hohe Niederschläge – schlechte Wasserbewirtschaftung

Trotz hoher Niederschlagsmengen (Erosion!) mangelt es an einer sicheren Wasserversorgung und an Infrastrukturen. Nur die Hälfte der Bevölkerung ist einigermassen gut mit Wasser versorgt. Während auf dem Lande der Zugang zu Wasser besser wird, ist die Trinkwasserversorgung in Stadtgebieten ein immer grösser werdendes Problem.

Zahlreiche IndonesierInnen müssen selbst für ihr Wasser sorgen. In der Stadt heisst dies für viele, das Wasser zu überhöhten Preisen kaufen zu müssen. Wer das nicht kann, trinkt verschmutztes Wasser aus schlechten Quellen oder aus dem Fluss, wo auch Abwasser entsorgt wird, z.B. auch Quecksilber aus Goldminen: 1’000 Tonnen pro Jahr, entsprechend hoch ist auch die Quecksilber-Belastung der Fische, die der Bevölkerung als Nahrung dienen. Das Trinkwasser eines Drittels der Haushalte ist von schlechter Qualität.

Nachtrag 17.3.17: Astrid schreibt: „Das Wasser ist jetzt optisch etwas sauberer, dafür stinkt es faulig. Logisch mit dem organischen Material, das auch ins Wasserfassungsgebiet hinunter gespült wurde! Bei der Tropenhitze die hier herrscht, ist der Abbau viel schneller und intensiver als in weniger heissen Gebieten wie bei euch!“

Warga Sanggau Ngeluh Air PDAM Keruh, deliknews 27.1.17.

World’s most toxic places revealed: Indonesian gold mines and old Russian chemical manufacturing regions are among the most dangerous areas on earth, MailOnline, 15.11.13.

Hungry Neighbours? Indonesia’s Food Strategy and Water Security Future, Future Directions International, 11.11.13

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl, Heidis Mist 22.1.17.

Oil palm plantations threaten water quality, Stanford scientists say. : „Indonesia pays a price for a lucrative crop used in many household products. Palm plantations damage freshwater streams that supply drinking water to millions of people.“ By Stanford Woods Institute for the Environment.

Water impact ignored in palm oil production: study, Eco-Buisiness, 16.7.14.

Expanding Oil Palm Cultivation in Indonesia: Changing Local Water Cycles Raises Risks of Droughts and Floods, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Briefing Paper 1/2017.

8.3.17 HOME

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl

22. Januar 2017
Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Alpöhi: „Heidi! Wo bist du? Der Pöstler hat einen Brief aus Indonesien gebracht.“

Heidi: „Hier in der Küche!“

Heidi reisst den Umschlag auf und liest dem Alpöhi vor, was Astrid geschrieben hat:

Den Boden haben sie uns einfach weggenommen, denn wir haben keine verbrieften Landrechte. Nur die Nutz-Bäume, welche wir gepflanzt hatten, wurden mit umgerechnet fünf Franken pro Baum entschädigt. Das Land gehört jetzt offiziell dem Staat. Dieser erteilt „Bewirtschaftungsbewilligungen“. Schon wurden Ölpalmen angepflanzt. Ich schicke dir ein Foto mit Lintang und den neuen Plantagen.

In anderen Gebieten sind die ebenen Flächen bereits mit Ölpalmen bepflanzt. Weil der Anbau auf Torfböden nicht besonders wirtschaftlich ist und man dort v.a. die Bäume herausnehmen wollte, werden jetzt die Hügel mit Bulldozern terrassiert.

Die meisten Nachbarn sind froh, dass sie bald wieder Arbeit und Bargeld haben werden, denn die Preise für Kautschuk und andere Produkte, welche wir früher in Agro-Forstwirtschaft angebaut hatten, waren Jahr für Jahr gesunken.“

Der Alpöhi und Heidi schauen sich wortlos an. Heidi legt den Brief beiseite und knetet energisch den Zopfteig, der auf dem Küchentisch liegt. Mehl und Butter hat der Alpöhi am frühen Morgen im Dorfladen gekauft.

WEF: Schneider-Ammann bespricht Freihandelsabkommen

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kapok" target="_blank">Kapok</a>, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jackfruchtbaum" target="_blank">Jackfruchtbaums</a>, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.<br /> Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Links: Indonesisches Dorf. Vielfältige Landwirtschaft mit Kapok, verschiedenen Bananenarten, einigen Unterarten des ertragreichen Jackfruchtbaums, im Überfluss Papaya, Gemüse usw. Überschüssige Jackfrüchte werden dem Vieh verfüttert.
Rechts: Palmöl-Plantage auf enteignetem Land. Pestizide gelangen durch Abschwemmung, Abdrift und Erosion in den Fluss und verschmutzen das Trinkwasser der Einheimischen. Copyright: Vecker.

Schneider-Ammann nutzte das World Economic Forum (WEF) für Gespräche mit Handelspartner in der Hoffnung auf den Abschluss von Freihandelsabkommen. Er traf sich am Mittwoch mit seinem malaysischen Kollegen. Die NZZ schrieb am 19.1.17: „Der heikelste Punkt bleibt auch nach sieben Verhandlungsrunden das Palmöl – aus ökologischen Gründen, aber auch weil die Schweizer Rapsproduzenten die Konkurrenz fürchten.“ Heidi meint: „Nicht nur aus ökologischen Gründen!“

Seit 1950: le Parfait – Original

Aus der Werbung: "Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?..."

Aus der Werbung: „Wer kennt ihn nicht, diesen kultigen Brotaufstrich, der 1950 in Freiburg erfunden wurde?…“

Heidi hat im Nestlé Shop nachgeschaut. Die Zutaten sind vorbildlich aufgeführt; le Parfait Original enthält auch Palmkernfett (aus zertifiziertem Anbau). War Palmkernfett 1950 schon drin? Oder ist das „Original“ nicht ganz „original“? Heidi hat am 4.1.17 den Nestlé-Mediendienst angefragt, aber bis heute noch keine Antwort erhalten. Geduld!

Nestlé kauft Palm- und Palmkernöl und verkauft den Leuten dort, wo das Wasser durch Anbau und Produktion verschmutzt wird, sauberes Trinkwasser.

Palmöl ist nur ein Beispiel

Palmöl kommt stärker unter Druck, foodaktuell.ch, 16.1.17.

Heidis Artikel über Palmöl

Soap maker finds cleaner way to fight Southeast Asia wildfires, NIKKEI Asan Review, 2.1.17

Wie Palmöl Naturvölker auslöscht, Rezension dieses Thrillers von St. Moonlight/Gedankenteiler: Das Verschwinden der Luft, Christian Kahl, Verlag Divan. Geschichte in Anlehnung an Bruno Manser, bruno manser fonds.

 22.1.17 HOME

Treibhausgase und Trinkwasserverschmutzung durch Rückstände aus der Palmölproduktion

23. Oktober 2016
Für den Anbau von Palmöl werden auch Torfböden drainiert. Das bei der Ölproduktion anfallende Abwasser wird oft in Bäche geleitet, deren Wasser der einheimischen Bevölkerung als Trinkwasser dient. Alternativ werden die Rückstände in Becken gelagert, wo sich das organische Material langsam abbaut und dabei grosse Mengen des Treibhausgases Methan abgibt. Dies zusätzlich zur Luftverschmutzung durch das Abbrennen von Urwäldern und den CO2-Ausstoss aus den drainierten Torfböden (Abbau von organischem Material). Indoniesien ist der drittgrösste Verursacher von Treibhausgasen. Dazu tragen wir durch die stark gestiegene Nachfrage nach Palmöl bei. Copyright: Vecker.

Für den Anbau von Palmöl werden auch Torfböden drainiert. Das bei der Ölproduktion anfallende Abwasser wird oft in Bäche geleitet, deren Wasser der einheimischen Bevölkerung als Trinkwasser dient. Alternativ werden die Rückstände in Becken gelagert, wo sich das organische Material langsam abbaut und dabei grosse Mengen des Treibhausgases Methan abgibt. Dies zusätzlich zur Luftverschmutzung durch das Abbrennen von Urwäldern und den CO2-Ausstoss aus den drainierten Torfböden (Abbau von organischem Material). Indoniesien ist der drittgrösste Verursacher von Treibhausgasen. Dazu tragen wir durch die stark gestiegene Nachfrage nach Palmöl bei. Copyright: Vecker.

InteressenvertreterInnen beteuern:

  • „Unsere Nahrungsmittelindustrie wäre ohne Palmöl nicht mehr denkbar.
  • Das meiste in die Schweiz importierte Palmöl wurde nachhaltig produziert.
  • Es gibt keine sinnvolle Alternative, denn Palmöl bringt am meisten Ertrag pro Fläche.
  • …“

Heidi meint: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Das Top-Argument Nr. 1: Palmöl ist billig! Geplündert werden die Urwälder und die einheimische Bevölkerung. Nicht genug, das Nahrungsmittel Nr. 1, das Trinkwasser, wird oft durch Abwasser aus der Palmölproduktion vergiftet.“

Das rasante Wachstum dieser Industrie ist zerstörerisch. Die Auswirkungen treffen auch uns. Traurige Welt!

Also wählen wir beim Einkaufen zugunsten der Geplünderten, z.B.:

  • HUG Zwieback mit Sonnenblumenöl statt
  • Roland Zwieback mit Palmöl

Am Anfang ist es mühsam, all die Etiketten zu lesen, aber mit der Zeit weiss man wo Palmöl drin ist und wo nicht. Und braucht es all die fetten Süssigkeiten?

Billiges Palmöl für Reiche bedeutet Armut für die Dorfbevölkerung auf Borneo, 4. Juli 2016

Palmöl: Argumente des Bundesrats auf wackligen Beinen, 27. Juni 2016

Heidi und der BFP-Osterhase, 27. März 2016

Warnung: Nichts Neues!, 21. Januar 2016

Palmöl? RSPO? Eigentlich nichts Neues!, 20. Januar 2016

Palmöl und Reis bedrohen auch Mangrovenwälder 4. Januar 2016

Palmöl: Bundesrat argumentiert mit fragwürdigem RSPO-Label, 5. November 2015

Von Cocain, Palmöl und Raps, 23. September 2015

Borneo: Palmöl und Kautschuk statt Lebensmittel, 8. Juli 2015

23.10.16 HOME

Billiges Palmöl für Reiche bedeutet Armut für die Dorfbevölkerung auf Borneo

4. Juli 2016

Der Alpöhi hat Heidi gebeten, den soeben eingetroffenen Brief von Astrid Walz (Name von der Redaktion geändert) aus Indonesien zu veröffentlichen, denn, so seine Meinung: „Die Orang-Utans haben eine Stimme, den armen Leuten im Dorf kannst Du auf Heidis Mist auch eine Stimme geben! Wenn ich nur schon das Kürzel RSPO lese, werde ich wütend.“

Liebe Heidi

Vielen Dank für den Hinweis auf die Sendung des Schweizer Fernsehens Nach der Flucht vor den Flammen: Orang-Utans wieder in Freiheit, SRF 1.7.16. Das mit den Orang-Utan ist gut gemeint, so wie es aber jetzt abläuft, haben diese keine Überlebenschance.

Ich habe heute einen 17-jährigen Burschen aus meinem Dorf mit dem Boot ins Spital gebracht. Er hat Typhus und wäre wahrscheinlich daran gestorben. Seine Familie hat kein Geld und niemand hat geholfen. Als erstes musste ich 1 Mio Rupiah (etwa 100 Franken) bezahlen, damit er überhaupt behandelt wird.

Früher war das besser. Der Dorfchef hatte einen Laden und war Aufkäufer für Rohkautschuk. Er half solchen Familien jeweils. Diese konnten die Schulden mit Kautschuk zurückzahlen. Wegen des Zusammenbruchs des Kautschukhandels kämpfen die Leute ums nackte Überleben, und das gelingt immer schlechter. Alles ist auf Palmöl ausgerichtet. Wir sind dieser Entwicklung hilflos ausgeliefert. Bei uns sterben auch junge Leute wegen der Armut. Um die Alten kümmert man sich sowieso nicht mehr!

Ich verstehe nicht, dass man bei euch das Palmöl als nachhaltig verkauft. Unser Reichtum, die Wälder, die Vielfalt, alles wird zerstört. Wenn ich darüber nachdenke, kommen mir die Tränen.

Viele Grüsse

Astrid

4.7.16 HOME

 

Palmöl: Argumente des Bundesrats auf wackligen Beinen

27. Juni 2016
All das Gerede um angeblich nachhaltiges Palmöl ändert nichts an der Tatsache, dass weiterhin hemmungslos Urwald abgeholzt wird. Copyright Astrid Walz.

All das Gerede um angeblich nachhaltiges Palmöl ändert nichts an der Tatsache, dass weiterhin hemmungslos Urwald abgeholzt wird. Copyright Astrid Walz.

„Der Bundesrat ist sich der ökologischen und sozialen Probleme im Zusammenhang mit der Palmölproduktion bewusst und engagiert sich in dieser Frage auf verschiedenen Ebenen. Er hebt in diesem Zusammenhang auch die Komplexität dieser Problematik hervor, insbesondere angesichts der grossen Bedeutung des Palmölanbaus für die Beschäftigung und die Armutsbekämpfung in den ländlichen Gebieten der Produktionsländer fest…“ So beginnt die ablehnende Stellungnahme des Bundesrats vom 22.6.16 zur Motion 16.3332 von SVP-National Jean-Pierre Grin, welche verlangt, dass der Bundesrat bei den Verhandlungen mit Malaysia Palmöl vom Freihandelsabkommen ausnimmt.

Es wäre ehrlicher, wenn der Bundesrat schriebe: „… insbesondere angesichts der grossen Bedeutung des Palmöls für unsere Lebensmittelindustrie, denn es ist billig (billiger als Schweizer Rapsöl) und lässt sich leicht verarbeiten. Diese Vorteile wiegen die Nachteile in den Produktionsgebieten bei Weitem auf, die da sind: Landgrabbing, Verdrängen der einheimischen Lebensmittelproduktion, Bodenzerstörung, Pestizide, Gewässerverschmutzung, Luftverschmutzung durch Brandrodung, Klimaveränderung, Urwaldzerstörung, Zerstörung des Lebensraums der Orang-Utan und zahlreicher weiterer vom Aussterben bedrohten Arten. Was die Schweizer KonsumentInnen anbetrifft, übernimmt der Bundesrat die volle Verantwortung für die gesundheitlichen Auswirkung des Palmöls …“

Die einheimische Bevölkerung leidet – nur wenige helfen ihr wirklich

Gefällter Meranti-Baum. Die Nüsse dieser Bäume liefern ein hochwertiges Öl. Copyright: Astrid Walz

Gefällter Meranti-Baum. Die Nüsse dieser Bäume liefern ein hochwertiges Öl. Copyright: Astrid Walz

Entgegen den Behauptungen des Bundesrates geht es der Bevölkerung gerade wegen des Palmöls schlecht. Astrid Walz (Name von der Redaktion geändert) schrieb Heidi kürzlich Folgendes:

Die grosse Überschwemmung ist vorbei, und die Baumaschinen fahren wieder auf. So wie es aussieht, wird die Regenzeit immer kürzer, dafür sind die Regenfälle heftiger. Der Boden kann wegen der Entwässerungsgräben in den Palmölplantagen immer weniger Wasser speichern. Die Trockenzeit wird immer länger, und es wird nicht mehr lange gehen, bis wir wieder von Busch-Wald und Torf-Bränden hören werden und die verschmutzte Luft uns krank macht.

Die Auswirkungen auf den verbleibenden Wald „Agroforest“ sind sichtbar, die letzten grossen Bäume können gefällt und abtransportiert werden, etwa ein Meranti-Baum (Foto), dessen Früchte ein wertvolles Öl enthalten, die vielseitig verwendbare Illipébutter, welche z.B. von Lush als Hautpflegemittel gepriesen wird.

Wir kämpfen weiter für unsere Zukunft, für unsere Lebensgrundlage.

Liebe Grüsse Astrid

In seinem Blog vom Januar 2014 schildert Willie Smits, wie es den Dajak bei ihrem Kampf gegen die Palmölfirmen geht und welche miesen Tricks die Palmöl-Gesellschaften anwenden. Willie Smits ist Tierschützer und Forstwissenschaftler. Auf Borneo (Indonesien) gründete er 1991 die Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS), die weltweit grösste Organisation zum Schutz der unmittelbar vom Aussterben bedrohten Orang-Utans, Quelle Wikipedia. 2001 gründete Smits die Masarang Foundation zur Bekämpfung von Abholzung, Artensterben und Kinderarmut.

„… Aber trotz ständiger Erinnerungen und Besuchen bei vielen Regierungsstellen wurde keines der Versprechen gehalten und dann schickten die Firmen die Bulldozer zurück und fingen wieder an mit dem Abholzen, auch wieder in dem wunderschönen Wald, der von den Menschen geschützt wurde und auf Land, auf dem sie keinerlei Rechte hatten. Natürlich wird der RSPO, wenn er nachfragt, von den Firmen hören, dass die Arbeiter, die mit Kettensägen in diese Wälder eindringen, nur lokale Einheimische seien. Aber es kommen alle aus der Sambas-Region, einem Gebiet nahe der Küste, das bekannt ist für seine erfahrenen Kettensägen-Arbeiter, die von fast allen Palmöl-Firmen angeheuert werden, um die Drecksarbeit in West-Kalimantan zu machen! …

… Ich hörte wieder mal von so vielen schmutzigen Tricks, die diese Firmen routinemässig anwenden, dass es mich absolut wütend machte, dass es anscheinend keine Möglichkeit gibt, dass ein Aussenstehender einen wirklichen Umschwung für die lokalen Dajak bewerkstelligen kann, die nach dem Gesetz, sogar dem Grundrecht des Staates Indonesien, Rechte an ihren traditionellen Wäldern haben. Um diese Rechte zu zerstören, muss man ihre Kultur zerstören. Und genau das passiert gerade in grossem Stil.“

Palmöl: Der anhaltende Kampf der Seberuang Dajak, Netzfrauen, 18.2.14

Der Strassenbau fördert Erosion und Gewässerverschmutzung. Copyright: Astrid Walz.

Der Strassenbau fördert Erosion und Gewässerverschmutzung. Copyright: Astrid Walz.

Gegen die Korruption anzukommen, ist fast unmöglich.

Interview von Dagny Lüdemann mit dem Wissenschaftler Tampung Saman. Saman kämpft auf Borneo gegen die Zerstörung des Regenwalds. Er berichtet über Erfolge und Widerstände. Meine Heimat wurde vernichtet, ZEIT ONLINE, 20.11.9.

Gesundheitsrisiko Palmöl

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnt vor Palmöl: „Prozesskontaminanten auf Basis von Glycerin, die in Palmöl, aber auch anderen Pflanzenölen, Margarinen und einigen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind, geben Anlass zu möglichen Gesundheitsbedenken für Verbraucher in jüngeren Altersgruppen, die durchschnittliche Mengen dieser Lebensmittel verzehren, sowie für sämtliche Altersgruppen bei grossen Verzehrmengen.“

Die in diesen Produkten enthaltenen Glycidyl-Fettsäureester (GE) sind genotoxisch und kanzerogen. „Die GE-Exposition von Säuglingen, die ausschliesslich Säuglingsanfangsnahrung zu sich nehmen, ist besonders besorgniserregend, da sie den für die öffentliche Gesundheit als unbedenklich geltenden Wert bis zum Zehnfachen übersteigt.“

„Für die meisten Menschen trägt Palmöl wesentlich zur Exposition gegenüber 3-MCPD und 2-MCPD bei … Die Schätzwerte für die durchschnittliche und hohe Exposition gegenüber 3-MCPD (beide Formen) bei jüngeren Altersgruppen einschliesslich Jugendlicher (bis 18 Jahre) überschreiten den TDI-Wert (tolerierbare tägliche Aufnahmemenge) und sind potenziell gesundheitsbedenklich …“

Unser Bundesrat schreibt in seiner Antwort auf die Motion Grin: „Zu den gesundheitlichen Bedenken hat sich der Bundesrat bereits geäussert (vgl. Interpellation Hausammann 15.4125). Er ist der Meinung, dass Palmöl für die Konsumentinnen und Konsumenten kein Gesundheitsrisiko darstellt, solange diese die Empfehlungen der Schweizer Lebensmittelpyramide berücksichtigen.“ Wenn es um’s Geld geht, wird ausgeklammert, was nicht ins Schema passt. Zudem klaffen die Schweizer Agrarpolitik und Lebensmittelpyramide weit auseinander, siehe Erfolgreiches EU-Projekt Mittelmeer-Diät, Heidis Mist, 29.1.15.

Tengkawang-Fabrik – schonende Nutzung des Urwalds bringt Mehrwert

Bild aus dem Video über die Tengkawang-Fabrik, Solutions from the Jungle: The Tengkawang Factory. Copyright: Willie Smits

Bild aus dem Video über die Tengkawang-Fabrik, Solutions from the Jungle: The Tengkawang Factory. Copyright: Willie Smits

Der Urwald ist für die Einheimischen ein grosser Supermarkt. Er liefert ihnen Materialien und Lebensmittel. Was die Palmölplantagen am meisten verändert haben, das ist das Klima. Willie Smits und die Masarang Foundation helfen den Einheimischen, Mehrwert aus dem Urwald zu holen, indem sie die Tengkawang-Nuss der Meranti-Bäume sammeln und verarbeiten. Diese Bäume wachsen nur in einem Mischwald. Mit dem Unterhalt der Nussbäume wird auch der Wald geschützt und automatisch das Wasser, die Biodiversität und das Klima.

Die Einheimischen profitieren so am meisten. Eine kleine Investition bringt ihnen eine hohe Rendite. Wer Nüsse abliefert, erhält nicht nur einen guten Kilopreis, sondern auch sofort das Geld. Die Öl-Presse arbeitet bei 90°C. Nichts wird weggeworfen. Die Pressrückstände dienen als Futter für Fische, Hühner, Schweine. Der ausgeklügelte Holzofen nutzt auch das aus dem Holz entweichende Gas und liefert als Rückstand Pflanzenkohle statt Asche. Diese dient als Dünger in den Pflanzgärten. „Wir schauen, dass die Palmölplantagen nicht zu uns kommen … Die Natur gehört nicht nur uns, sondern der ganzen Welt“, sagt ein Einheimischer.

Solutions from the Jungle: The Tengkawang Factory, youtube 13:38, Project by Willie Smits and the Masarang Foundation.

Bedrohte Pflanzen und Tiere

Wo Agroforstwirtschaft betrieben wird, ist die Artenvielfalt noch relativ hoch. Copyright: Astrid Walz.

Wo Agroforstwirtschaft betrieben wird, ist die Artenvielfalt noch relativ hoch. Copyright: Astrid Walz.

Die Vielfalt von Flora und Fauna in den Urwäldern ist ausserordentlich hoch. Es ist wahrscheinlich, dass noch längst nicht alle Arten entdeckt worden sind. Werden wir je von diesen Tieren und Pflanzen hören, bevor der Palmöl-Boom sie für immer ausgelöscht hat?

„166 Pflanzenarten kommen nur im Dschungel von Borneo vor. Auch 35 von mehr als 200 verschiedene Säugetieren leben ausschliesslich auf Borneo, genau wie 35 Arten von Fischen. Ganz zu schweigen von der unglaublichen Vielfalt an Insekten, Amphibien und Reptilien, die sich in dem feuchtwarmen Klima im dichten Regenwald wohlfühlen.“ Dagny Lüdemann, Leiterin der Ressorts Wissen, Studium und Digital der ZEIT ONLINE, hat eine eindrückliche Galerie zusammengestellt. Bedrohte Vielfalt im Dschungel von Borneo: Auf Borneo leben einzigartige Arten. Wie lange noch?

In den Regenwäldern wächst etwa die seltene, hoch spezialisierte Riesenrafflesie (Rafflesia Arnoldii), welche vom Aussterben bedroht ist. Sie lebt als Parasit vollständig im Inneren ihrer Wirtspflanze. Erst wenn die Blütenknospen das Gewebe des Wirts durchbrechen wird sie sichtbar. Die Blüten sind die grössten des Pflanzenreichs: 1 m Durchmesser, bis 11 kg schwer. Am häufigsten wird sie in den Tropen von Indonesien gefunden.

Ein Elefantenkalb betrauert seine vergiftete Mutter. Copyright: picture alliance/dpa.

Ein Elefantenkalb betrauert seine vergiftete Mutter. Copyright: picture alliance/dpa.

Im Bundesstaat Sabah auf der Insel Borneo wurden Anfang 2013 vierzehn Borneo-Zwergelefanten vergiftet. Arbeiter einer Ölpalmplantage sollen Rattengift ausgelegt haben, um die Elefanten daran zu hindern, die Früchte der Palmen zu fressen. Doch verantwortlich ist vor allem Sabahs Premierminister Musa Aman, der immer mehr Konzessionen in Regenwaldgebieten vergibt, damit dort Monokulturen aus Ölpalmen wachsen – nicht selten zu seinem eigenen Vorteil…“, Malaysia opfert seine Elefanten für Palmöl, Rettet den Regenwald, Petition bis 24.4.15. Die Zwergelefanten stammen ursprünglich aus Java. Die auf Borneo lebenden 1’500 Elefanten sind die letzten Überlebenden ihrer Art. Wie kamen die Zwerg-Elefanten auf die Insel Borneo? Andreas Moser, SRF, 7.2.13.

Düstere Zeiten gibt es auch für den nachtaktiven „Sonnenbär“. Wenig weiss man über die Lebensweise und Verbreitung dieses Einzelgängers und kann daher seine Bestandesgrösse und Gefährdung nur schätzen. Sicher ist jedoch, dass die Bestände in den letzten Jahren abgenommen haben. Schuld daran sind vor allem: Vernichtung seines Lebensraums, Wilderei und illegaler Tierhandel.

Und der RSPO? 1. Sanktion / 1. Austritt

Obwohl die Anforderungen für das RSPO-Labels (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) klein sind, werden sie oft nicht eingehalten. Bisher hatte der „Runde Tisch Palmöl“ noch nie sanktioniert. Auf Druck von Umwelt- und Gesellschaftsaktivisten wurde endlich zur Kenntnis genommen, dass der Grosskonzern IOI Urwälder zerstört, Torfland entwässert und in Borneo und Sarawak in Landkonflikte mit der lokalen Bevölkerung verwickelt ist (Landgrabbing). Per 4.4.16 nun wurde zum ersten Mal ein Konzern suspendiert: IOI. Dieser ist Lieferant von Nestle, Unilever, Mars, Kelloggs usw. und besitzt die grösste Palmöl-Raffinerie in Europa. Der Entscheid fiel Anfang April am Sitz des RSPO in Zürich. Top palm oil producer sues green group over deforestation allegations, The Guardian, 9.5.16.

Der Konzern ist weltweit tätig. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass nicht nachhaltiges IOI-Palmöl als RSPO-zertifiziert auf Umwegen den Weltmarkt erreicht.

.

.

Der RSPO hat 2’819 Mitglieder, nur 33 davon sind Non-Profit-Organisationen. Erstmals hat ein Mitglied den RSPO verlassen: Am 10.5.16 trat PanEco als Mitglied des RSPO zurück. „Wichtigster Treiber war ein neu eingeführter Artikel in der Resolution des RSPO, der, PanEco‘s Meinung nach, seine Mitglieder zwingt, den RSPO unhinterfragt als perfekten Service für die Gesellschaft zu bewerben. In der Realität bestehen jedoch viele Probleme: Einerseits verstiessen einige Mitglieder schwerwiegend gegen die RSPO-Richtlinien und Gründungsdokumente – Dies zeigen die zahlreichen Fälle, die im RSPO-Beschwerde-System dokumentiert sind. Andererseits wurden zahlreiche Berichte veröffentlicht, die ernsthafte Probleme innerhalb der Administration und in den internen Prozessen der Organisation aufzeigen…“ Nachhaltiges Palmöl, PanEco, 7.6.16.

Ein weiterer Grund ist die Untätigkeit des RSPO gegenüber Verstössen, dies auch im Falle der PT Sisirau (jetzt PT Ibris Palm), welche für schuldige befunden worden war, Orang-Utan-Lebensraum zerstört zu haben. Die Tiere verhungerten. PanEco resigns from RSPO over ‘sheer level of inaction’, Mongabay, 3.6.16.

Orang Utan Kaffee eignet sich bestens als Mitbringsel oder Geschenk.

Orang Utan Kaffee eignet sich bestens als Mitbringsel oder Geschenk.

Fazit

Es gibt nur wenig ECHT nachhaltiges Palmöl. Das sogenannt nachhaltige RSPO-Palmöl stammt im besten Fall von Urwaldflächen, welche bereits gerodet sind. Doch das möchten Bundesrat, Lebensmittelindustrie und Grossverteiler nicht wahrhaben. Mag sein, dass der Bumerang, den sie werfen, irgendwann zu uns zurückkehrt. Das schmutzige Geschäft geht weiter, ausser wir wehren uns energisch. Eine Sofortmassnahme ist: Wir meiden verarbeitete Lebensmittel und kaufen keine Artikel mit Palmöl drin! Palmöl muss seit 1.1.16 deklariert werden.

Heidis aktuelle Empfehlung

Selber gebackener Walliser-Aprikosen-Kuchen. Teig aus Schweizer Butter, Glyphosat-freiem Bio-Mehl, Salz und Wasser; das Kuchenteig-Rezept von swissmilk. Dazu schmeckt Orang Utan Kaffee wunderbar: „Unser Orang Utan Kaffee stammt von Kleinbauernfamilien, die ihre Kaffeegärten ökologisch bewirtschaften und sich verpflichten, den Regenwald und seine Tiere zu schützen. Im Gegenzug erhalten die Familien eine Prämie von EUR 0,50 pro kg Rohkaffee. Mit einer weiteren Prämie von EUR 0,50 pro kg Kaffee wird das Sumatra Orang-Utan-Schutzprogramm gefördert …“ Erhältlich online oder bei ViCafe Bellevue oder Goldbrunnenplatz, Zürich, oder in Eglisau.

Weitere Artikel zu Palmöl auf Heidis Mist:

Borneo: Palmöl und Kautschuk statt Lebensmittel

Von Cocain, Palmöl und Raps

Palmöl: Bundesrat argumentiert mit fragwürdigem RSPO-Label

Palmöl? RSPO? Eigentlich nichts Neues!

Warnung: Nichts Neues!

Heidi und der BFP-Osterhase

Nachtrag 3.7.16

Nach der Flucht vor den Flammen: Orang-Utans wieder in Freiheit, SRF 1.7.16

27.6.16 HOME

Heidi und der BFP-Osterhase

27. März 2016
Die Osterhäsin hat Heidi ein Geschenk vor die Tür gestellt: Ein Schokoladen-Hase Bio Fair und Palmöl-frei. Dazu gibt's jetzt einen Sumatra Orang Utan Kaffee von <a href="http://www.vionline.ch/produkt/orang-utan-coffee/" target="_blank">Vivi Cafe</a>, Eglisau.

Die Osterhäsin hat Heidi ein Geschenk vor die Tür gestellt: Ein Schokoladen-Hase Bio Fair und Palmöl-frei. Dazu gibt’s jetzt einen Sumatra Orang Utan Kaffee von Vivi Cafe, Eglisau.

Palmölproblematik & Regenwald, mit der Gründerin von PanEco Regina Frey, Top Fokus, 4.3.16.

-

27.3.16 HOME


%d Bloggern gefällt das: