Posts Tagged ‘PAN Europe’

Die Malser Initiative als europäisches Beispiel

6. Oktober 2018

 

Pressemitteilung PAN-EUROPE (Brüssel) vom 2.10.18:

Am 27.9.18 fand der erste Runde Tisch «Pestizid-freie Gemeinde» im europäischen Parlament in Brüssel statt. Der italienische Europa-Abgeordnete Nicola Caputo (PD) hat gemeinsam mit dem Vorsitzenden der PEST-Committee (Ausschuss des europäischen Parlament für EU-Genehmigungsverfahren für Pestizide) Eric Andrieu (S&D Fraktion des EU-Parlamentes) die Malser Initiative «Pestizidfreie Gemeinde» nach Brüssel eingeladen.

Anhand des Beispiels aus Südtirol diskutierten europäische Bürgermeister mit den Europa-Abgeordneten über notwendige Massnahmen, die auf EU-Ebene, Mitgliedsstaatsebene und lokaler Ebene notwendig sind, um Pestizidfreie Gemeinden zu ermöglichen. Somit konnte das Beispiel Mals einen konstruktiven Beitrag zu der Arbeit des PEST-Committees liefern.

Gleichzeitig fand auch der Kick-off für die PAN-Europe-Initiative «Europäisches Netzwerk für Pestizid-freie Gemeinden» mit einem Positionspapier statt. Die Stadt Bozen hat bereits im Februar 2018 ihre Unterstützung bekräftigt und die Umwelt-Rätin Lorenzini begeisterte die Teilnehmer mit ihrem Vortrag.

Dazu Koen Hertoge, Vorstandsmitglied PAN-Europe: »Die Gemeinden, Städte und Regionen in Europa brauchen eine stabile, klare und verlässliche Gesetzgebung, damit der Einsatz von Pestiziden wesentlich reduziert bzw. verboten werden kann. Nur so kann die Gesundheit der Bevölkerung weitgehend geschützt werden. Auch hier ist die Südtiroler Politik gefordert Massnahmen zu setzen».

Der Malser Weg

6.10.18 HOME

Datenschutzerklärung

Amerikanisches Gericht ordnet Chlorpyrifos-Verbot an

31. August 2018
Chlorpyrifos ist in der Schweiz für viele Kulturen zugelassen, z.B. Spinat.

Chlorpyrifos ist in der Schweiz für viele Kulturen zugelassen, z.B. Spinat.

Seit einem Jahrzehnt streben Umwelt- und Gesundheitsschützer in den USA ein Verbot von Chlorpyrifos an. Das Pestizid wird grossflächig in vielen Kulturen eingesetzt, allein in Kalifornien auf 250’000 Hektaren. Eigentlich hatte die Umweltschutzbehörde (Environmental Protection Agency, EPA) bereits ein Verbot für Chlorpyrifos terminiert, als Präsident Trump Scott Pruitt als Leiter der EPA einsetzte; dieser stoppte das Vorgehen.

Am 4.8.18 hat nun ein Appelationsgericht des Bundes die EPA angewiesen, das breit verwendete Pestizid innert 60 Tagen zu verbieten. Chlorpyrifos wirkt sich negativ aus auf die Entwicklung des Gehirns von Kindern, ist neurotoxisch und stört das Hormonsystem.

Chlorpyrifos ist in der Schweiz zugelassen, jedoch nicht in Deutschland. Die EU-Genehmigung läuft am 31.1.19 aus. Das Gefährdungspotenzial von Chlorpyrifos wurde auch in der Schweiz erkannt. Das Bundesamt für Umwelt beabsichtigt deshalb, den Grenzwert für eine chronische Belastung um den Faktor 217 zu senken. Heidi meint: „Sind die Schweizer immer die letzten Europäer, die ein besonders schädliches Pestizid verbieten?“

Das gemeinsame Faktenblatt von HEAL, Génération Futures, PAN Europe und PAN Germany (in Englischer Sprache) liefert Hintergrundwissen über das Insektizid, erläutert die gesundheitlichen Auswirkungen und fordert, basierend auf den Fakten, ein EU-Verbot von Chlorpyrifos.

Court Orders E.P.A. to Ban Chlorpyrifos, Pesticide Tied to Children’s Health Problems. New York Times vom 9.8.18.

Gefahr von Hirnschäden – NGOs fordern Verbot von Chlorpyrifos. PAN Germany 9.8.18.

NGO factsheet – EU should ban brain-harming Chlorpyrifos. Download.

Forscher fordern gezielte Verbote von Pestiziden. Christoph Aebischer, Tagesanzeiger vom 10.7.18.

31.8.18 HOME

Datenschutzerklärung

Teilsegen der EU für „Malser Weg“

27. Mai 2016
Herausgeber ist Hans Perting. Copyright Hans Perting Buchwerkstatt

Herausgeber ist Hans Perting. Copyright Hans Perting Buchwerkstatt

Der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, hat eine Anfrage von PAN-Italia und PAN-Europa offiziell beantwortet. Danach besteht die Möglichkeit, dass Staaten, Regionen oder Gemeinden zusätzliche Pestizid-Regelungen einführen können. Voraussetzung ist, dass die Regeln z.B. verhältnismässig und notwendig sind. Der Kommissar weist etwa auf den Schutz der Gesundheit der Bürger und den Schutz der Biodiversität hin.

Der Bürgermeister der pestizidfreien Gemeinde Mals, Ulrich Veith, ist für den Schutze der Gesundheit laut staatlicher Gesetzgebung zuständig. Er sieht sich in der bisherigen Vorgehensweise bestätigt. Veith bezieht sich auf die möglichen Gesundheitsrisiken, welche von gewissen Pflanzenschutzmitteln ausgehen können. Zudem mache der Wind rund um Mals samt Thermik das abdriftfreie Ausbringen von Pestiziden unmöglich. „Die Malser haben einen wichtigen Trend in Landwirtschaft und Gesundheit früh erkannt.“ PAN-Europe.

Heidi vermisst ähnliche Töne aus den Berner Amtstuben. In der Schweiz geht halt alles etwas länger, besonders wenn es sich um lukrative Geschäfte wie Pestizide handelt und starke Lobbyisten wie der Schweizer Bauernverband. Ob dies ändert, falls Syngenta an China verkauft wird? Es besteht im Moment wenig Hoffnung, aber der Druck von unten steigt.

27.5.16 HOME

Glyphosat-Zulassung EU: Umweltorganisationen erstatten Anzeige

2. März 2016

Heute, am 2. März 2016, erstatten sechs Umweltorganisationen aus fünf europäischen Ländern Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen im Genehmigungsprozess von Glyphosat wegen deren Leugnung der krebserregenden Wirkung des Wirkstoffs. Es sind dies: Global 2000, Natur et Progrès Belgique, Générations Futures, PAN UK, PAN Europe und Wemove.EU. Die Klage richtet sich gegen Monsanto, das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA).

Im März 2015 stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Das Europäische Pestizidrecht (EU Verordnung 1107/2009) schließt die Zulassung von nachweislich krebserregenden Wirkstoffen aus. Doch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), in seiner Rolle als Berichterstatter für die EU-weite Wiedergenehmigung von Glyphosat, und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), haben den Wirkstoff als „nicht krebserregend“ bewertet und stimmen somit einer erneuten Zulassung von Glyphosat zu.

Glyphosat-Zulassung: Wir zeigen Monsanto, BfR und EFSA an, Industrie-Studien verschleiern Krebseffekte – BfR und EFSA liefern irreführende Bewertungen, Medieninformation, Global 2000, 2.3.16

2.3.16 HOME


%d Bloggern gefällt das: