Posts Tagged ‘PCB’

Nationalrat Jon Pult über das PCB-Problem im Allgemeinen und speziell im Fluss Spöl

29. April 2022

Nationalrat Jon Pult findet es skandalös, dass die Engadiner Kraftwerke nicht bereit sind, den Spöl vollständig zu sanieren und dass der Kanton keine Verfügung für eine Gesamtsanierung erlassen hat. Ebenfalls skandalös wäre es, wenn am Schluss die Steuerzahlenden auf den Kosten sitzen blieben. Es sei doch völlig klar, dass die Kraftwerksgesellschaft die Verantwortung für den Schaden trage.

PCB-Altlasten: Schweiz im Verzug

Am 17.3.21 schrieb Nationalrat Jon Pult eine Kolumne in der Südostschweiz über das PCB-Problem. Er weist auf die Giftigkeit und die Verbreitung hin. Das Gift sei überall. Die Schweiz tue sich schwer mit der Bereinigung dieser Altlast. Gemäss «Stockholm-Konvention» müsste das PCB bis 2028 «eliminiert» sein. Davon seien wir noch weit entfernt. Exemplarisch dafür sei der Streit um die Sanierung des Spöl im Schweizerischen Nationalpark.

Die Bevölkerung erwartet, dass das PCB-Problem gelöst statt verschlampt werde. Am Spöl aber auch sonst überall – in allen betroffenen Flüssen, in allen betroffenen Siedlungen und in allen betroffenen Landwirtschaftsbetrieben. Darum brauche es einen Plan und mehr Engagement des Bundes – sowie nötigenfalls neue gesetzliche Vorgaben.

Lesen Sie die ganze Kolumne in der Südostschweiz vom 17.3.21.

Haben Sie die Petition an Bundesrätin Simonetta Sommaruga noch nicht unterschrieben? Hier geht’s zum Online-Formular, Name und E-Mail genügt!

Petition Keine halben Sachen im Schweizer Nationalpark! Saniert endlich den Spöl!

29.4.22 HOME

Datenschutzerklärung

Chemikalien kommen, gehen, bleiben …

28. April 2022
Diesen Bericht sollten wir Menschen ernst nehmen.

Diesen Bericht sollten wir Menschen ernst nehmen.

Die Veröffentlichung des Beitrags Umweltrisiko TFA – So landet der Problemstoff in unserem Trinkwasser von SRF Impact bewirkte zahlreiche weiteren Beiträge in verschiedenen Medien. Das Problem ist schon länger bekannt, nur wurde es von den Behörden beiseite geschoben.

Es wurde sogar am 17.6.21 eine Interpellation im Nationalrat von Ursula Schneider Schüttel eingereicht: „Welche in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe und Abbauprodukte gelten als „forever-chemicals“? Die Umweltorganisation „ohneGift“ hat an mehreren Standorten in der Schweiz die Konzentration von Trifluoracetat (TFA) im Seewasser und im daraus gewonnenen Trinkwasser gemessen …“ Der Bundesrat antwortete am 1.9.21, aber der Nationalrat hat die Diskussion am 1.10.21 verschoben. Wenn es um Umweltprobleme geht, dann pressiert es in der Politik nicht!

Welche Stoffe sind gefährlich?

Es gibt etwa 100’000 verschiedene synthetische Chemikalien. Viele sind harmlos. Andere sind es nicht. Sobald sie in der Umwelt sind, können Chemikalien mit anderen Verbindungen reagieren und von lebenden Organismen umgewandelt werden. Es entstehen Mischungen und Abbauprodukte. Wenn man dies berücksichtigt, dann gibt es Grössenordnungen mehr Chemikalien, über die wir uns Sorgen machen müssen.

Über die meisten wissen wir nichts und z.B. bei neueren Arzneimitteln und Pestiziden weiss man sehr wenig über die Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Viele Informationen sind zudem unter Berufung auf geistige Eigentumsrechte der Industrie vertraulich. Über die Wirkung von Mischungen und Abbauprodukten wissen wir praktisch nichts.

Dritte grosse planetarische Krise

Der erste UNEP-Synthesebericht (United Nation environment programme) trägt den Titel: „Making Peace With Nature: Ein wissenschaftlicher Plan zur Bewältigung der Notlagen in den Bereichen Klima, biologische Vielfalt und Umweltverschmutzung“. Er stützt sich auf Erkenntnisse aus globalen Umweltbewertungen.

Die ersten synthetischen Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Aber wie bei den meisten menschlichen Aktivitäten, die den Planeten zerstören, begann die Geschwindigkeit, mit der wir neue Schadstoffe erzeugten und unsere Abfallprodukte in die Umwelt einleiteten, nach dem Zweiten Weltkrieg exponentiell anzusteigen.

Heute! Morgen?

Heute beschäftigen wir uns mit TFA im Trinkwasser, PCB im Engadiner Fluss Spöl … Und morgen? Das alles kostet viel Geld. Geld für Analysen, Administration, Forschung, Monitoring und es kostet Nerven und kann unserer Gesundheit schaden! Wollen wir so weitermachen? Oder funktioniert Wohlstand auch ohne die vielen Chemikalien mit unbekannten Eigenschaften?

Umweltrisiko TFA – So landet der Problemstoff in unserem Trinkwasser. SRF Impact 26.4.22

21.3873 Interpellation von Nationalrätin Ursula Schneider Schüttel. Welche in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe und Abbauprodukte gelten als „forever-chemicals“?

Why chemical pollution is turning into a third great planetary crisis. Graham Lawton, New Scientist 21.7.21

28.4.22 HOME

Datenschutzerklärung

Monsanto hat jahrzehntelang krebserregende Chemikalien in Flüsse geleitet

8. März 2022

Danke, lieber Leser, für diese Meldung.

Der SPIEGEL Wirtschaft schreibt soeben: Kalifornien verklagt Monsanto wegen Umweltverschmutzung.

Der Ärger des Chemiekonzerns Bayer mit Monsanto nimmt kein Ende: Das Unternehmen soll in den USA jahrzehntelang krebserregende Chemikalien in Flüsse geleitet haben. Nun geht die Staatsanwaltschaft dagegen vor.

Monsanto wird in Kalifornien verklagt. Jahrzehntelang soll die US-Tochter des Chemiekonzerns Bayer wissentlich hochgiftige Stoffe in die Flüsse geleitet haben. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Los Angeles wirft dem Unternehmen die wissentliche Verschmutzung der Gewässer vor. Bis 1979 soll die Praxis bestanden haben.

Die Stoffe, von denen in der Klage die Rede ist, sind sogenannte polychlorierte Biphenyle (PCBs). PCBs können in der Umwelt kaum abgebaut werden …

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier: Kalifornien verklagt Monsanto wegen Umweltverschmutzung. SPIEGEL Wirtschaft 8.3.22 09.50

8.3.22 HOME

Datenschutzerklärung

Viele Altlasten: Nun wieder einmal Schlagzeilen!

19. Januar 2022
Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU)

In der Schweiz gibt es viele alte ungeschützte Deponien, oft neben Gewässern oder über dem Grundwasser. Je nachdem wurden dort mehr oder weniger giftige Stoffe entsorgt. Einige Deponien wurden saniert, z.T. mit viel Steuergeldern, denn die Verursacherfirmen gibt es nicht mehr oder sie wollen nicht zahlen. Weitere Deponien werden beobachtet und der Grossteil ist einfach da, irgendwo in der Landschaft!

Diese wilden Deponien von früher können eine Gefahr für unser Wasser sein und Böden für die landwirtschaftliche Produktion untauglich machen. Hinzu kommt der Bedarf an Flächen für neue Deponien, denn aus den Abwasserreinigungsanlagen fällt Klärschlamm an, aus den Kehrichtverbrennungsanlagen Schlacke. Diese Abfälle und jene aus Industriebetrieben müssen heute sicher entsorgt werden.

NaNa hat Heidi mit dem Betreff „Wahnsinn!“ eine Liste mit Links geschickt. Beim Bundesamt für Umwelt hat Heidi weitere Informationen gefunden. Der erste Link führt zum Tages-Anzeiger vom 16.1.21: „Entsorgung von Industriemüll – Tonnenweise Gift im Boden

Schweizweit schlummert an Dutzenden Standorten toxisches PCB in vergessenen Abfalldeponien. Das Beispiel La Pila zeigt, wie schwierig eine Sanierung und deren Finanzierung ist.

Idyllisch liegt das kleine Wäldchen in einer Schleife des Flusses Saane. Nur ein Bauzaun und eine Warntafel deuten darauf hin, dass hier giftige Stoffe lagern. Unweit der Kantonshauptstadt Freiburg, auf einer Fläche von zwei Fussballfeldern, liegt tonnenweise giftiger Abfall. Allein vom krebserregenden PCB wurden 31 Tonnen entsorgt. Seit 1973 lagert der Müll bis zu 20 Meter tief in der Erde und war schon bald vergessen.“

Ausführliche Informationen zu La Pila finden Sie hier: Assainir – La Pila – Sanieren: Qui va payer pour la Pila?

150 Millionen für Sanierung einer ehemaligen Freiburger Deponie. Nau.ch 22.12.21

Stand der Altlastenbearbeitung in der Schweiz

Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Die Kataster der belasteten Standorte von Bund und Kantonen sind fertiggestellt und im Internet abrufbar. Total bestehen rund 38‘000 belastete Standorte, wovon ca. 4’000 sanierungsbedürftig («Altlasten») sein dürften. Über 1’500 Altlasten sind bislang saniert worden.

Seit Ende der 90er-Jahre erstellen die Kantone sowie die Bundesstellen BAV, BAZL und VBS mit grossem Einsatz ihre Kataster der belasteten Standorte. Mittlerweile sind alle Kataster der belasteten Standorte fertiggestellt und online im Internet abrufbar.

Heidi hat die Deponie ihrer Kindheit an einem Bächlein nachgeschaut, wo es damals rauchte und stank und Ratten herumhuschten. Hier steht, was u.a. aufgrund von Abfällen einer chemischen Fabrik zu erwarten war (die Fabrik existiert schon seit Jahrzehnten nicht mehr, also braucht es Geld von uns):

Bearbeitungsstand Überwachung in Bearbeitung
Beurteilung Überwachungsbedarf

Grosse Altlastensanierungen: Acht Porträts

Seitdem vor über 20 Jahren die Verordnung über die Sanierung von belasteten Standorten in Kraft getreten ist, hat sich in der Schweiz viel getan: Alle belasteten Standorte wurden in Kataster aufgenommen, über 1’400 Standorte saniert, darunter einige grosse Deponien. Das BAFU unterstützt die Arbeit der Kantone finanziell über den VASA-Fonds, der mit Gebühren für das Entsorgen von Abfällen auf Deponien gespeist wird. Wir stellen hier acht Sanierungen vor, die aufgrund ihrer Komplexität und ihrer finanziellen Grösse einzigartig sind.

Altlasten. Bundesamt für Umwelt

Altlasten: Das Wichtigste in Kürze. Bundesamt für Umwelt

Umweltorganisationen warnen vor grösserer Gefahr von Lonza-Deponie. Nau.ch 9.12.21

VS: Gefahr von Lonza-Deponie grösser? Schweizer Bauer 9.12.21

Sanierung Deponie Kölliken kostet 990 Mio. Südostschweiz 16.5.13

Rückbau von Kernkraftwerken dauert Jahrzehnte. MDR.de 14.7.21

19.1.22 HOME

Datenschutzerklärung

Poison Papers – Wir wollten einfach nur nicht vergiftet werden.

28. August 2017
Drei Tonnen Dokumente sammelte Carol Van Strum im Laufe von 50 Jahren und lagerte sie in ihrer Scheune. Sie zeugen davon, dass die chemische Industrie und die zuständigen amerikanischen Regulierungsbehörden die ausserordentliche Toxizität vieler chemischer Produkte kannten, trotz anders lautenden Beteuerungen. Sie zeigen auch wie eng die Parteien zusammenarbeiteten, um diese Informationen vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Copyright: Risa Scott Photography.

Drei Tonnen Dokumente sammelte Carol Van Strum im Laufe von 50 Jahren und lagerte sie in ihrer Scheune. Sie zeugen davon, dass die chemische Industrie und die zuständigen amerikanischen Regulierungsbehörden die ausserordentliche Toxizität vieler chemischer Produkte kannten, trotz anders lautenden Beteuerungen. Sie zeigen auch wie eng die Parteien zusammenarbeiteten, um diese Informationen vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Copyright: Risa Scott Photography.

Carol Van Strum sagt, die nackte Wahrheit sei, dass die gesamte Pestizidindustrie nicht existieren konnte ohne Lügen, Vertuschen, grassierenden Betrug und staatliche Helfer. Am 26.7.17 wurden diese „Poison Papers“ online gestellt, für ALLE einsehbar. Das Bioscience Resource Project und das Center for Media and Democracy haben dies möglich gemacht. Die meisten Dokumente hat Van Strum gesammelt.

Ziel der Veröffentlichung ist, dass die Gefahren, welche von Chemikalien ausgehen, besser wahrgenommen werden, denn das Ausmass des Betrugs, mit dem diese Stoffe marktfähig gemacht wurden, ist gross. Die Behörden haben die chemische Industrie massiv unterstützt, statt ihre Aufgabe wahrzunehmen, nämlich: Uns und die Umwelt schützen.

Bernd Schröter schreibt in Telepolis: „Die am häufigsten in den Dokumenten diskutierten Chemikalien betreffen Herbizide und Pestizide (zum Beispiel Dicamba, Permethrin, Atrazine und Agent Orange), Dioxine und PCBs. Einige dieser Stoffe gehören zu den giftigsten und in der Umwelt langlebigsten, die jemals hergestellt wurden.“

Einen der zwei Wirkstoffe von Agent Orange zog die US-Umweltschutzbehörde EPA 1985 zur Verwendung in den USA aus dem Verkehr (2,4,5-T). Die verwandte 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D) war erst kürzlich von der EPA im Verbund mit Dows neuem GM-Soja-Saatgut zugelassen worden.

Der ausführliche Bericht von Bernd Schröter basiert auf der Medieninformation des Center for Media and Democracy vom 26.7.17. Schröter hat bemerkenswerte Links angebracht, auch zu Poison Papers.

Die Poison Papers bestehen aus über 20'000 Dokumenten, die über den Freedom of Information Act und durch Anfragen im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten von den Bundesbehörden und Chemikalienherstellern eingeholt worden waren. Copyright: Risa Scott Photography.

Die Poison Papers bestehen aus über 20’000 Dokumenten, die über den Freedom of Information Act und durch Anfragen im Rahmen von Rechtsstreitigkeiten von den Bundesbehörden und Chemikalienherstellern eingeholt worden waren. Copyright: Risa Scott Photography.

Van Strum hält einen Vortrag über die Herbizid-Sprühflüge des Forstdienstes, die den Beginn ihrer Tätigkeit als Aktivistin markieren. Sie und ihre Nachbarn wollten einfach nur nicht vergiftet werden: "Der Forstdienst soll doch die eigenen Flächen behandeln, aber nicht die unseren und nicht uns."

Van Strum hält einen Vortrag über die Herbizid-Sprühflüge des Forstdienstes, die den Beginn ihrer Tätigkeit als Aktivistin markieren. Sie und ihre Nachbarn wollten einfach nur nicht vergiftet werden: „Der Forstdienst soll doch die eigenen Flächen behandeln, aber nicht die unseren und nicht uns.“

Van Strum war 1974 nach Oregon gezogen. Schon bald erfuhr sie, dass der Forstdienst ihre Gegend aus der Luft mit dem Herbizid 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure (2,4,5-T) besprühte, einem der zwei Wirkstoffe von Agent Orange, dem in Vietnam eingesetzten Entlaubungsmittel, welches schwere Schäden an Mensch, Tier und Umwelt verursacht. Weil der Forstdienst sich weigerte, auf das Herbizid zu verzichten, gingen Van Strum und Nachbarn vor Gericht und erreichten 1977 einen zeitweisen Sprühstopp für ihre Gegend. Nach diesem Erfolg half Van Strum weiteren Betroffenen bei ähnlichen Prozessen.

Jedenfalls ist das Horrorszenario, das man Van Strum schilderte, nicht Wirklichkeit geworden: Der Wald wird sterben, viele Entlassungen bei der Chemiefabrik, welche für die Produktion von Agent Orange/Vietnamkrieg gebaut worden war und für die man jetzt zivile Anwendungen „brauchte“ …

Was können wir daraus lernen?

Wir müssen von den Behörden Transparenz einfordern im Sinne des Öffentlichkeitsrechts, etwa wenn es um die Bewilligung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) geht. Auch bei uns wird nur allzu oft das Geld über unsere Zukunft gestellt.

In der Schweiz ist die Bewilligungsbehörde für PSM beim Bundesamt für Landwirtschaft angesiedelt. Diese Aufgabe muss einer unabhängigen Instanz übertragen werden.

Nicht zuletzt gilt es, beim Einkaufen von Chemikalien vorsichtig und zurückhaltend zu sein und die Etiketten von Produkten sorgfältig zu lesen.

Poison Papers: Schatztruhe voll toxischer Geheimnisse mit zahlreichen Links zu Dokumenten von Bernd Schröter, Telepolis/heise.de, 10.8.17.

Kapitulation vor der Agrarchemie-Industrie? Bernd Schröder, Telepolis/heise.de, 16.11.16

The Poison Papers

The Poison Papers Expose Decades of Collusion between Industry and Regulators over Hazardous Pesticides and Other Chemicals, Medieninformation Center for Media and Democracy, 26.7.17

Carol Van Strum schrieb das Buch: A Bitter Fog: Herbicides and Human Rights, 1983

Struggles with dioxin in rural Oregon. A bitter fog: herbicides and human rights by Carol Van Strum. New Scientist 29.9.83, Google Books

Carol Van Strum on Freedom from Aerially Spraying, vollständiger Film 43:24

Carol Van Strum Freedom from Aerially Pesticide Spraying, youtube, Kurzversion Video 4:43

 28.8.17 HOME

Verbandelung verhindert Risikowarnung

5. Januar 2014
Lachs, eine schöne Farbe! Weniger schön sind die Informationen zur Umweltsituation von Wild- und Zuchtlachs.

Lachs, eine schöne Farbe! Weniger schön sind die Informationen zur Umweltsituation von Wild- und Zuchtlachs.

So oder ähnlich verläuft es immer wieder, auch in der Schweiz: Schlüsselstellen sind von InteressenvertreterInnen besetzt. Wichtige Informationen werden schubladisiert, dringend nötige Massnahmen verhindert. In seiner Interpellation Ist norwegischer Zuchtlachs gesundheitsschädigend? schreibt Nationalrat Manuel Tornare : „… Die norwegische Fischereiministerin hält Anteilsscheine an Fischereiunternehmen in der Höhe von mehreren Millionen Euro und ernennt die Personen an der Spitze der drei öffentlichen Einrichtungen, welche die Fischzuchtindustrie eigentlich kontrollieren sollten.“

Seit mindestens zehn Jahren wird über die Gefahr von Giftstoffen wie Dioxine, PCBs und Methylquecksilber in Wild- und Zuchtlachs debattiert. Aber erst im Sommer 2013 warnten die norwegischen Behörden ihre eigene Bevölkerung vor den Gesundheitsrisiken. „… So berichtet das Norsk Telegramm Byra (NTB) – die leitende norwegische Presseagentur – am 17. Juni 2013, dass Forscher die norwegische Bevölkerung vor dem Verzehr von Farmlachsen warnen: Frauen, Kinder und Jugendliche sollten vermeiden, aus der Lachsaufzucht stammende Lachse zu essen. Dieser Meinung sind sowohl mehrere norwegische Ärzte, als auch internationale Experten. Die Ursache dafür ist das in den Lachsfarmen verwendete Lachsfutter, das schädliche Umweltgifte enthält, die sich dann im Lachs wiederfinden. Dieser Rat wurde bereits im Jahre 2006 erteilt, aber es wurde „vergessen“, ihn der Öffentlichkeit mitzuteilen! …“ Dieses Zitat stammt aus einer Pressemeldung des International Flyfischer Clubs vom 15.7.13: Offizielle Ernährungsempfehlungen warnen die eigene norwegische Bevölkerung vor dem Verzehr von Farmlachs und verschweigen dies gegenüber den Kunden in der EU.

Und so läuft es mit dem Grenzwerten: Ebenfalls letzten Sommer hat die EU den Grenzwert für das Pestizid Endosulfan in Zuchtlachs auf das zehnfache angehoben! Gift im Fisch: EU erlaubt mehr Pestizide im Lachs, Deutsche WirtschaftsNachrichten vom 26.6.13. Heidi hat bereits am 25.6.13 darüber berichtet: Wann werden wir endlich lernen?

Fisch nur als Festessen geniessen, das ist die Empfehlung von fair-fish, und zwar maximal einmal im Monat.

Weitere Informationen:

Opinion of the Scientific Panel on contaminants in the food chain [CONTAM] related to the safety assessment of wild and farmed fish, European Food Safety Authority, 1.7.05

Dioxine in Wildlachs aus der Ostsee, Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung, 23.04.04

Wie die Farbe in den (Zucht-)Lachs kommt, FARBIMPULS, Das Online Magazin für Farbe in Wissenschaft und Praxis, 24.9.08

5.1.14 Home


%d Bloggern gefällt das: