Posts Tagged ‘Peru’

Ohje – schon wieder 50%-Bio-Beeren-Fotos!

7. April 2022
CoopCoop: Beeren zum halben Preis. Copiright: Brigitte 6.4.22

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copiright: Brigitte 6.4.22

Liebe Heidi

Ich weiss, du hast erst gerade über Beeren geschrieben, aber ich habe mich gestern wieder fürchterlich geärgert. Als ich eine halbe Stunde vor Ladenschluss im Coop einkaufte, da war eine junge Frau daran, die Beeren mit dem 50%-Kleber zu entsorgen. Es waren grösstenteils Bio-Beeren. Einfach in ein Gefäss mitsamt dem Plastik und Karton! Ich habe schon gesehen, dass sie um 17 Uhr die 50%-Etiketten aufkleben in der Hoffnung, die Beeren den von der Arbeit kommenden KonsumentInnen verkaufen zu können.

Und was mich auch ärgert, sie behaupten immer, dass wir KonsumentInnen das wollen. Aber in Wirklichkeit ist ihnen das Geschäft wichtig. Aber vielleicht geht die Rechnung nicht immer auf, etwa bei den Bio-Beeren. Aber die Margen sind ja gross, nur die Löhne der Beeren-ArbeiterInnen nicht.

Ist es nicht scheinheilige, wenn die Migros sich gegen die Legalisierung von 1’600 ha illegal bewirtschaftetes Land in Südspanien einsetzt? Ob Bio oder nicht, wie du geschrieben hast, ist der Druck für Beerenkonsum im Winter seitens der grossen Produzenten/Händler gross. Sie alle wollen uns damit beglücken. Auf der Strecke bleibt die Umwelt. Und die Grossverteiler machen gerne mit bei diesem Geschäft.

Ich mache jetzt eine Apfelwähe, nur ist es schwierig, geeignete Äpfel wie Boskop zu finden.

Vielleicht kannst du meine Fotos auch noch veröffentlichen. Vielen Dank für dein Engagement.

Freundliche Grüsse

Brigitte

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Leserbrief: Porridge und internationale Beeren. Heidis Mist 21.3.22

Grundwasser für Beeren: Wir verspeisen das Unesco-Weltnaturerbe Coto de Doñana. Heidis Mist 19.3.22

Erdbeergenuss bedroht Weltnaturerbe. Heidis Mist 25.3.12

Urgent action is needed to protect Doñana, WWF-Spain analysis reveals. WWF 16.9.20

WWF schlägt Alarm: Erdbeerproduktion zerstört Nationalpark Coto de Doñana. Jil Schuller, Tierwelt 2.2.22

Spanien legt sich trocken: WWF prangert Wasserklau im großen Stil an. CN Costa Nachrichten 22.10.21

Coto de Doñana und die Erdbeeren. WWF Schweiz

Hinter den Fassaden von “Haciendas Bio”. Interbrigadas 22.4.20

Eigenverantwortung beim Einkaufen? Heidis Mist 5.2.22

Erdbeeren aus Spanien: Menschliches und ökologisches Drama. Heidis Mist 31.3.21

Wir bringen ihnen Seife, aber sie haben kein Wasser. Heidis Mist 10.4.20

Almeria – Fruit labourers: ‚If you don’t want to work like a slave, you’re out‘. Heiis Mist 20.4.20

Haciendas Bio Almeria: Ausbeuterische Arbeitbedingungen, Gesetzesverstösse und Hungerlöhne. Heidis Mist 5.4.20

Werbung der Migros Erdbeeren im März: Wirklich kein Problem? SRF Espresso 5.4.22

Coop: konventionelle Beeren zumhalben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Coop: konventionelle Beeren zumhalben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

7.4.22 HOME

Datenschutzerklärung

Eigentlich würde 1 Label genügen

23. Februar 2022
Spargeln aus Mexiko. Copyright: Ferdinand

Spargeln aus Mexiko. Copyright: Ferdinand

Der Label-Salat wird immer grösser. Wie soll man sich da zurechtfinden? Heidi hat eine Idee: Nur 1 Label bitte! Alle sagen ja, was sie verkaufen sei nachhaltig. Grossverteiler erhalten sogar Auszeichnungen für Nachhaltigkeit. Auch die Bauernschaft besteht darauf, dass ihre Produkte nachhaltig seien.

Also nehmen wir sie alle doch beim Wort, schaffen wir ein einziges Label, eines, das ECHT Nachhaltigkeit zertifiziert, ECHT zertifiziert! Natürlich müssten dann auch die importierten Waren ECHT nachhaltig sein. So könnte man mit dem Label einfach unterscheiden was aus der Schweiz kommt und was importiert wird. Also Transparenz und keine Qual der Wahl. 1 Label und 1 WIRKSAME Kontrolle.

Die neueste Schnapsidee∗ stammt von Agroscope: Ein Klima-Label! Das heisst, wir KonsumentInnen wüssten endlich, wie stark wir mit unserem Kaufverhalten das Klima und somit uns selber schädigen, sofern die Bewertung korrekt ist. Dann hätten wir die Wahl, Produkte, die mehr oder weniger schlecht für das Klima sind, zu wählen und das bei mehreren Produktionsarten wie Bio oder Bio-Knospe oder IP Suisse oder konventionell oder Demeter usw., denn die Produktionsart sagt zu wenig aus über die Klimawirkung.

Die viel gelobte, nicht funktionierende Eigenverantwortung müsste in erster Linie für Händler gelten, besonders für unsere Grossverteiler, die z.B. im Winter viele klimaschädlichen Gemüse und Früchte aus aller Welt verkaufen. Dann würden die Spargeln aus Peru, die Heidelbeeren aus Südafrika, die Himbeeren aus Spanien usw. rasch aus den Ladengestellen verschwinden – vielleicht.

Doch Halt! Was macht Ferdinand künftig? Er ernährt sich jetzt fast ausschliesslich von all den 50-Prozent-Aktionen „VERWENDEN statt VERSCHWENDEN“ für leicht verderbliche Produkte, die meist mit dem Flugzeug transportiert werden; ob mit oder ohne CO2-Kompensation spielt keine Rolle, denn die Zertifikate bringen in der Regel dem Klima wenig oder sogar nichts, nur den Verkäufern viel Geld. Armer Ferdinand! Er müsste einen fairen Preis für Saisongerechtes zahlen.

∗ Schnapsidee war Heidi gerade zuvorderst, weil SRF am Morgen in 100 Sekunden Wissen die Entstehung der Schnapsidee erklärte.

Nachtrag 23.2.22 – oder vom Humbug von Bewertungen!

Im saldo 3/2022 vom 15.2.21: «M-Check»-Sterne der Migros sagen wenig aus. „… Laut Migros mache der «M-Check» ­transparent, «wie nachhaltig das  ­bezeichnete Produkt ist». Ausschlaggebend sei, wie viel CO2 durch Herstellung, Transport und Verpackung ausgestossen werde … Mangos, Bananen, Erdbeeren und anderes Obst und Gemüse erhalten im «M-Check» die Bestnote von 5 Sternen – egal, wo und wie sie hergestellt, verpackt und transportiert wurden. Nur eingeflogene Produkte erhalten lediglich zwei Sterne … Die Migros bewertet die Produkte nicht einzeln, sondern fasst sie zu Gruppen wie «Äpfel» oder «Schokolade» zusammen. Deren Durchschnittswerte vergleicht sie dann mit der Klimabilanz des restlichen Sortiments. Es sei zu aufwendig, jedes Produkt einzeln zu bewerten, schreibt die Migros.“

Spargeln aus Peru«Muss Gemüse von so weither in die Schweiz importiert werden?» 20minuten 22.2.22

Spargeln aus Mexiko. Margreth Rinderknecht

Eingeflogen: Erdbeeren aus Spanien, Spargel aus Mexiko. Kochwerte

Warum sind Spargeln so teuer? Juckerfarm 18.4.17

23.2.22 HOME

Datenschutzerklärung

Genussvoll und nachhaltig essen … nicht nur an Festtagen

26. Dezember 2021
Copyright: Agrarallianz

Copyright: Agrarallianz

Am 20.12.21 schrieb die Agrarallianz:

„Essen bringt Menschen zusammen. Essen ist wertvoll. Ganz besonders an Weihnachten. Wie wir essen, hat Einfluss auf die Landwirtschaft und ihre Umweltwirkung. Denn alles hängt zusammen. Das Faktenblatt nachhaltiger Konsum der Agrarallianz zeigt ganz einfach, wie Festessen nachhaltiger gemacht werden können.

Basis dafür bildet das Positionspapier Konsum, welches im Januar 2022 veröffentlicht wird. Mehr dazu also im Neuen Jahr!“

Heidi meint: „Regional saisonal – nicht global saisonal! Migros-Kontrast z.B.: Mangos aus Brasilien und Peru per Flugzeug, Papayas aus Brasilien, weitere exotische Früchte aus Kolumbien und Vietnam … Aktion Rindshuft aus Uruguay. Bündner Rohschinken zum halben Preis! Ist den KonsumentInnen unser Fleisch nicht mehr wert? Oder lockt die Migros so einfach die unbedarften KundInnen in den Laden und verführen sie weiter? Nicht besser sieht es bei COOP und den übrigen Grossverteilern aus.“

Einfach und nachhaltig konsumieren. Agrarallianz 20.12.21

26.12.21 HOME

Datenschutzerklärung

Wenn wir Wasser pflanzen, können wir Wasser ernten

23. Mai 2021
Bergquellflur

Bergquellflur

Peru leidet aufgrund des Klimawandes zunehmend an Wassermangel. In den Anden sind die Niederschläge nicht regelmässig auf das Jahr verteilt, weshalb die Menschen schon früh Systeme zur besseren Wassernutzung entwickelten. Heute interessiert eine Wassernutzungstechnik, die 1’400 Jahren alt ist und noch immer angewandt wird. ForscherInnen untersuchen jetzt, wie dieses Wissen zur Lösung des Wasserproblems umgesetzt werden kann.

Obwohl jedes Land seine eigenen Wasserprobleme hat, könnten andere Gegenden von diesen Erfahrungen lernen. In Peru schmelzen die Gletscher genauso wie in den Alpen oder im Himalaya. Es braucht neue Wege zur Bekämpfung von Überschwemmungen und zum Speichern von Wasser. Gena Gammie, stellvertretende Direktorin des Wasserprojekts in Peru sagt: „Wir haben heute nicht alle Informationen, die wir gerne hätten, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Aber wir können gute Entscheidungen treffen“, sagt Gammie und fügt hinzu, dass die wissenschaftliche Überwachung es ihnen ermöglicht, „zu lernen und uns zu verbessern, während wir arbeiten“.

Altes Wissen für die Lösung eines Problems von heute

Das Dorf Huamantanga liegt auf 3’500 m ü.M. Die Bewohnerin Lucila Castillo Flores sagt: „Wenn wir das Wasser pflanzen, können wir das Wasser ernten. Aber wenn wir das Wasser nicht bepflanzen, dann werden wir Probleme haben“. Diese Technik wird auch in einigen weiteren Andendörfern immer noch praktiziert. Sie verlängert die Verfügbarkeit des Wassers.

Die Menschen in Huamantanga sind Mitglieder eines landwirtschaftlichen Kollektivs. Sie verwenden Wasserkanäle, um in der Regenzeit einen Teil des Wassers aus den Bergflüssen abzuzweigen und es in natürliche Versickerungsbecken zu leiten. Unterirdisch bewegt sich das Wasser langsamer und tritt erst Monate später hangabwärts aus Quellen hervor. Dort sammeln es die Bewohner und bewässern damit ihre Felder. Bemerkenswert ist, dass die Bewohner den Weg des Wassers im Untergrund kennen und genau wissen, welcher Kanal welche Quelle speist. Dieses Wissen wurde über Generationen weitergegeben.

Ein Grossteil des Wassers fliesst zurück in die Flüsse, welche die Hauptstadt Lima versorgen. So könnte die Reparatur von verlassenen Wasserkanälen, die im Hochland verstreut sind, die Wasserversorgung auch für die Stadtbewohner in der Trockenzeit verlängern.

Schutz von Feuchtgebieten

Peru hat Gesetze zum Schutz von Feuchtgebieten, aber die Zuständigkeit für die Durchsetzung ist unklar. Jetzt wird ein Handbuch für die Gemeinden entwickelt, damit die Menschen am Ort wissen, was zu tun ist und welche Behörden zu benachrichtigen sind. Zerstörte Feuchtgebiete werden wiederhergestellt.

Bei all diesen Projekten ist der Nutzen für die lokale Gemeinschaft entscheidend, damit die Leute motiviert sind, Land- und Wassermanagementpraktiken aufrechtzuerhalten, die letztlich dem grösseren WasserEinzugsgebiet zugute kommen.

Why Peru is reviving a pre-Incan technology for water. Erica Gies, BBC 19.5.21

23.5.21 HOME

Datenschutzerklärung

 

Urwaldzerstörung auch in Peru für Palmöl

13. April 2021

Regenwaldzerstörung für Palmöl in Peru. Copyright: Diálogo Chino

Regenwaldzerstörung für Palmöl in Peru. Copyright: Diálogo Chino

In den für den Anbau von Palmöl geeigneten Gebieten geschieht weltweit dasselbe, auch in Peru. Dieser Bericht wurde am 5.11.15 von Diálogo Chino veröffentlicht – also nichts Neues eigentlich! Diálogo Chino ist die einzige unabhängige journalistische Plattform, die sich dem besseren Verständnis der chinesisch-lateinamerikanischen Beziehungen und den Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung widmet.

Seit der Jahrtausendwende hat die peruanische Regierung den Anbau von Palmen gefördert, die ein Öl produzieren, das in Biokraftstoffen, Kosmetika und verarbeiteten Lebensmitteln verwendet wird – aber einer der Hauptfaktoren für die Zerstörung des Regenwaldes in tropischen Regionen ist. Gemäss den Vorschlägen der Regierung soll die für Palmölplantagen vorgesehene Landfläche in Peru bis 2020 von derzeit (2015) 60’000 Hektar auf zwei Millionen Hektar zunehmen, wobei der Anbau auf bereits abgeholztem Land stattfinden soll.

Aber das Fehlen von Landtiteln für indigene Gemeinden, gepaart mit schlechter Regierungsführung und Überwachung der Abholzung, bedeutet, dass die lokalen Regierungen kommunale Gebiete an multinationale Investoren verkaufen. Lokal registrierte Firmen, die von internationalen Unternehmen gegründet wurden, werden beschuldigt, ungestraft Urwald zu zerstören, und die indigene Bevölkerung wird mit Gewalt bedroht, weil sie sich gegen den Anbau von Ölpalmen wehrt, sagt der indigene Führer der Shipibo-Konibo Robert Guimaraes Vasquez.

Plantaciones de Pucallpa SAC rodet Berichten zufolge Wald in der Shipibo-Konibo-Gemeinde Santa Clara de Uchunya in der peruanischen Ucayali-Region, profitiert aber von der Zertifizierung durch den Industrieverband Roundtable for Sustainable Palm Oil (RSPO), der von grünen Gruppen als Feigenblatt für Regenwaldzerstörung bezeichnet wird. Die Environmental Investigation Agency (EIA) sagt, dass Plantaciones de Pucallpa Verbindungen zum tschechischen Palmöl- und Kakao-Tycoon Dennis Melka hat, der weitere Plantagen in Peru anstrebt, um die wachsende Nachfrage aus China und Indien zu befriedigen, berichtet die Financial Times.

Im Gespräch mit Diálogo Chino spricht Guimaraes, der auf Einladung des Forest People’s Programme in London war, über die Auswirkungen der Palmöl-Expansion im peruanischen Amazonasgebiet, Widersprüche in der Waldpolitik der Regierung und die Bedeutung der Durchsetzung robuster Nachhaltigkeitsstandards.

Lesen Sie auch noch das Interview hier:

Palm oil expansion in Peru is killing our people, says indigenous leader. Robert Soutar, Diálogo Chino, 5.11.15

Über Missstände in Peru hat auch „Rettet den Regenwald e.V.“ berichtet:

Peru: Coronavirus in der Palmölindustrie. Rettet den Regenwald, 24.6.20

Prosecutor targets ‘ringleader’ Dennis Melka in Peru cacao case. Earthsight, 19.8.19

Heidis weitere 81 Artikel über Palmöl

12.4.21 HOME

Datenschutzerklärung

 

Eigentlich keine Überraschung – die 10’000 toten Frösche am Titicacasee

24. Oktober 2016

Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Plötzlich ein Rauschen, Staunen und Klicken durch die Medien, dann folgt meistens wieder Ruhe, z.B. Peru: Rätselhaftes «Giganten»-Sterben, Schweizer Bauer vom 19.10.16. Einfach so gestorben im Coata-Fluss: 10’000 Exemplare der vom Aussterben bedrohten grössten Wasserfroschart! Auch tote Fische und andere Wassertiere. Wage Vermutungen weisen auf Abwasser hin. Der „Unfall“ wird untersucht.

Der Fluss mündet in den Titicacasee. Schon im Juni war das Wasser in den Distrikten Coata und Capachica und der Provinz Puno so verschmutzt, dass das Trinkwasser mit Zisternenwagen zugeführt werden musste (Dejan sin agua potable a pobladores de Coata y Capachica en Puno, Correro 11.7.16).

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Pachamama La voz del sur andino: http://www.pachamamaradio.org/regional/8801-puno-piden-investigar-muerte-de-ranas-y-peces-en-rio-coata

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Copyright: Pachamama La voz del sur andino

Maruja Inquilla Sucasaca, welche gegen die Verschmutzung kämpft, nahm 100 tote Frösche und legte sie auf den Hauptplatz der Stadt Puno, um die Aufmerksamkeit der Behörden (und Medien) zu gewinnen. Der Vize-Präsident des lokalen Kommittees gegen die Verschmutzung des Coata sagte: „Der Titicacasee war einst ein Paradies, jetzt können wir das Wasser nicht nutzen und unsere Tiere sterben, wenn sie es trinken. Ungeklärtes Abwasser wird aus den grossen Städten in den See gelassen, doch das kümmert die Behörden nicht.“ Quelle: Scientists investigate death of 10,000 endangered ’scrotum‘ frogs in Peru, The Guardian 19.10.16.

Die Ursachen der Flussverschmutzung sind vielfältig: Mangel an Kläranlagen, Schwermetalle aus ehemaligen Minen und illegalem Goldabbau, Pestizide aus der Landwirtschaft usw.

Landwirtschaft! Der Anbau von Quinoa boomt, ein Exportschlager. Einst das Brot der Einheimischen, dann auch eine Getreidealternative für Leute mit Glutenunverträglichkeit, heute weit verbreitet und auf den Regalen der Grossverteiler. Vorteil: Der Erlös der Bauern ist stark gestiegen. Nachteile: Für die Einheimischen ist das ehemalige Hauptnahrungsmittel zu teuer geworden, mangelnde Fruchtfolge, Pestizide (auch im Grundwasser), Erosion. Zur schnelleren Reifung sprühen Bauern Paraquat auf die Pflanzen; dieses Herbizid ist in der Schweiz und der EU verboten. Ein massvoller und umweltverträglicher Anbau wäre ein Gewinn für die Landbevölkerung.

Warum Superfood nicht super ist, WirtschaftsWoche 13.4.16

Quinoa kaufen oder nicht kaufen – ist das die richtige Frage? Tanya Kerssen, Quetzal, April 2013.

Erweiterung Analysenangebot GBA Laborgruppe, Mögliche analytische Fragestellungen: Paraquat/Diquat z.B. in Chia-Samen, Quinoa etc.

Superfoods: Öko-Test findet Pestizide, Mineralöle und Blei, Utopia 31.3.16

Copyright: Vecker.

Copyright: Vecker.

24.10.16 HOME

Import-Heu nur aus der EU – Spargeln aus Mexiko

30. März 2012

DSC01633SpargelK

Ökologie in der Küche: Wer saisongerecht kocht, kauft keine Spargel aus fernen Landen, sondern wartet bis die ersten Schweizer Spargeln geerntet sind, das ist etwa Mitte April. Vorfreude ist die schönste Freude!

Wer arbeitet macht Fehler, wer viel arbeitet macht viele Fehler. Heidi war zwar skeptisch, als sie die Artikel in der Südostschweiz und der Aargauer Zeitung betreffend Heuimport aus Eritrea, Kirgistan, Peru und Kamerun las, aber dem Unsinn sind keine Grenzen gesetzt, und die Schweizer Bauern kaufen auch immer mehr ennet der Grenze ein. Ein Leser war aber kritischer, glaubte dies nicht und erkundigte sich bei der Sektion Statistik der Oberzolldirektion. Das Ergebnis: Beim Erfassen der Ländercodes wurde ER (Eritrea) anstatt FR (Frankreich), PE (Peru ) anstatt DE (Deutschland) und CM (Camerun) anstatt (CH) Schweiz eingegeben. Was CH-Heu mit dem Zoll zu tun hat, bleibt Heidi schleierhaft. Vielen Dank Christoph Good für die Korrektur! Auch für den Link zur Meldung des Bauernverbands Aargau (BVA), wo unter dem Titel Kein Heu aus Eritrea: zu lesen ist: „… Die Schweiz ist und bleibt ein Grasland. Das bestätigt auch, dass über 97 % des Heus selber produziert wird. Der Rest wird insbesondere als Ergänzung aus dem Süddeutschen Raum, aus Frankreich und Italien importiert. Trotzdem muss das Ziel der neuen Agrarpolitik sein, diese wenigen Importe zu reduzieren…“ Wird „der Rest“ tatsächlich nur aus der EU importiert? Das stimmt so nicht, siehe Nachtrag vom 31.3.12. Über die massiven Futtermittel-Importe schweigt sich der BVA aus. Heidi entschuldigt sich bei ihren LeserInnen für diese Fehlmeldung.

Christoph Good meint: „Es war schon interessant, wie diese Futterimporte für einen Aufschrei in der Presse gesorgt haben. Bei den Lebensmitteln (Bohnen sind standardmässig über den Winter aus dem hungergeplagten Kenia, div. Gemüse kommen aus Südafrika, sehr vieles aus Almeria/Spanien und auch aus Kriegsgebieten wie Israel). Aber das interessiert fast niemanden, Hauptsache der Preis stimmt.“ Der Gemüsebaubetrieb Good in Mels SG bietet saisongerechtes Gemüse an, weshalb Heidi hier einen kleine Werbespot anbringt. Auf dem Internet präsentiert er sich wie folgt: „… Das grosse Gemüsesortiment wird hauptsächlich direkt vermarktet. Karotten, Spinat und Chicoréewurzeln produzieren wir zusätzlich für den Grosshandel. Unsere Philosphie ist es, unserer Kundschaft frisches, möglichst ökologisch produziertes Saisongemüse von unserem Betrieb anzubieten. Deshalb vermarkten wir ausschliesslich selbst produziertes Gemüse, es wird kein Gemüse zur Sortimentserweiterung zugekauft… “ Der Lindenhof führt einen Hofladen und bietet seine Produkte von Mai bis November auf dem Melser Dorfmarkt an. Die Internetseiten werden zur Zeit überarbeitet, neuer Auftritt Anfang Mai.

Nachtrag 31.3.12: Ein anderer Leser zweifelt daran, dass nur aus nächster Nachbarschaft Heu importiert worden war, denn in der Statistik der Zollbehörden sind folgende „gesicherte“ Importe aufgeführt: 2011 elf Tonnen Heu aus den USA, 2004 350 Tonnen aus Kanada, 2003 und 2004 50 Tonnen aus den USA; 17 kg wurden 2006 aus China importiert, eine Mustersendung? Heidi meint: Es besteht nicht nur die Gefahr der Verfälschung der einheimischen Pflanzenwelt durch Importheu. Zum Beispiel werden im Berggebiet bei der Begrünung von kahlen Flächen (Weg-, Strassen-, Skipistenbau) immer noch exotische Pflanzen gesät: amerikanische Gräser, Strandgräser aus Nordeuropa, Klee aus Schweizer Züchtung für intensive Ansaatwiesen usw.

30.3.12 HOME

Heuimporte und ihre Folgen

8. März 2012

DSC01601roterMarienkaefer180411K

Zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen in Gewächshäusern wurde der Asiatische Marienkäfer in Europa eingeführt. Jetzt verdrängt er die einheimischen Marienkäfer und richtet auch sonst Schaden an. Dies ist hoffentlich ein einheimischer Marienkäfer.

In der Aargauerzeitung zu lesen: Import-Heu: Schweizer Kühe fressen Heu aus Eritrea. Heidi hat am 5.12.11 darüber berichtet, dass 150’000 Tonnen Heu im Jahre 2010 importiert wurden, siehe Bill Clinton ist Vegetarier. Was sie damals nicht wusste: 22 Tonnen stammen aus Eritrea*, 19 Tonnen aus Kirgistan*, 22 Tonnen aus Peru, auch aus Kamerun wurde Heu importiert. Über Kamerun berichtete Adi’s Agro-Blog in fünf Artikeln, so heisst es in KameRun(3): Dégustation au Buffet Centr’afrique: „… Die Lebensmittel- und Lebenshaltungskosten sind in Kamerun im Verhältnis zu den Löhnen enorm hoch. Falls man überhaupt Lohn bezieht. Die Journalistenkollegen schätzen, dass mindestens die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung arbeitslos ist. Über die offiziellen Zahlen zwischen 10 und 20 Prozent können sie nur lachen…“

Abgesehen von der ethischen Seite und dem Transportweg stellt sich die Frage nach möglichen Folgen solcher Importe. Heu ist kein homogenes Gut wie etwa Getreide. Es enthält Samen von Pflanzen, die in den weit entfernten Export-Ländern beheimatet sind. Es besteht also die Gefahr, dass Unkräuter eingeschleppt werden, die nicht mehr oder nur mit grossem Aufwand oder Herbiziden bekämpft werden können. Samen gelangen über Transport, Lagerung und Futterkrippen-Abfälle auf die Wiesen; sie überstehen zum Teil unbeschadet den Weg durch den Verdauungstrakt der Tiere. Auch importierte Samen aus den Nachbarländern können die einheimische Flora verfälschen, weil es andere Ökotypen sind. Die Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (SKEW) setzt sich für die biologische Vielfalt ein, informiert über eingeschleppte Arten sowie Gesetzte und Übereinkommen. Nicht-einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten absichtlich oder unabsichtlich eingeführt wurden, sind der zweitwichtigste Grund des Artenrückgangs, der wichtigste ist die Zerstörung von Biotopen durch den Menschen. Die Schweiz ist bisher ihren internationalen Verpflichtungen zur Erhaltung der Artenvielfalt nur mangelhaft nachgekommen.

Weitere offene Fragen sind: Das Einschleppen von Schädlingen sowie Pflanzen- und Tierkrankheiten. Allfällige Folgen dieses verantwortungslosen Tuns muss die ganze Bevölkerung tragen.

Nachtrag 9.3.12: Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) meldet heute, dass die Heu-Importe 2011 einen neuen Rekordstand erreicht haben: 166‘700 Tonnen.

* Nachtrag 28.3.12: Wie ein aufmerksamer Leser Heidi schrieb,  wurde offenbar kein Heu aus Eritrea und Kirgistan importiert. Diese Meldung beruht auf einem Fehler der Zollbehörden beim Erfassen des Ländercodes. Heidi wird die Importe aus Kamerun und Peru überprüfen und dann darüber berichten.

8.3.12  HOME


%d Bloggern gefällt das: