Posts Tagged ‘Peru’

Unsere Wasserplünderung in Südspanien wird oft zu Abfall

19. April 2023
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Am 18.4.23 kurz vor Ladenschluss. Diese vielen Beeren werden kaum noch verkauft worden sein, werden somit zu Abfall. Der Kleber „Verwenden statt verschwenden“ ist, zumindest im Fall der Beeren, Greenwashing.

Die Beeren-Esser in der Schweiz können nicht sagen „Wir wissen es nicht.“ Seit mehr als elf Jahren wird regelmässig über den Wassernotstand in Südspanien berichtet und die schlechte Behandlung der Arbeiterschaft. Heidi hat bereits am 25.3.12 über die Bedrohung des Weltnaturerbes Coto de Doñana berichtet. Doch der Import von Erdbeeren und Himbeeren aus Südspanien bzw. Heidelbeeren oft aus Peru hat laufend zugenommen damit die KonsumentInnen rund ums Jahr Beeren essen können. Fast scheint es so, dass die KonsumentInnen, die das angeblich „wollen“, keine so grosse Freude mehr an der Beerenschwemme haben wie diejenigen die damit verdienen, denn die Beeren werden relativ häufig zu Abfall.

Heidi erhält regelmässig Fotos von 50-Prozent-Angeboten, auch Bio. Der hohe Wasserverbrauch für die Produktion ist dann bereits Vergangenheit und die Beeren gelangen bestenfalls noch in eine Biogasanlage, welche unter der Worthülse „Kreislaufwirtschaft“ als Teil der „Klimarettung“ Anerkennung findet.

Bedrohtes Feuchtgebiet und Unesco-Weltnaturerbe Doñana

Am 15.4.23 berichtete das ZDF über das Problem: „Anbau bedroht Nationalpark: Erdbeeren für uns, Probleme für Spanien. Erdbeergenuss jederzeit? Kein Problem, Andalusien lebt quasi vom Export der wasserintensiven Früchte. Nun streitet Spanien um sein wichtigste Feuchtgebiet, den Nationalpark Doñana.

Der Anbau von Erdbeeren, die vor allem in Deutschland gegessen werden, bedroht in Spanien ein Naturparadies und sorgt für heftigen Streit. Direkt an dem vom Austrocknen bedrohten Feuchtgebiet und Unesco-Weltnaturerbe Doñana im Südwesten des Landes kündigte die konservativ regierte Region Andalusien diese Woche die Ausweitung der zulässigen Anbaufläche der wasserintensiven „Königsfrucht“ um weitere rund 800 Hektar an.

Umweltschützer und Forscher schlagen Alarm, die EU droht mit Sanktionen, die Unesco warnt vor einer Streichung des Nationalparks Doñana von der Liste als Weltnaturerbe und auch die linke Zentralregierung in Madrid geht auf die Barrikaden.“

Heidi meint: „Auch die Grossverteiler müssten Verantwortung übernehmen!“

Erdbeergenuss bedroht Weltnaturerbe. Heidis Mist 25.3.12

Fräulein Rottenmeier gratuliert den Schweizer Bauern

21. Januar 2023
Copyright: Axel Schulz, Konstanz

Copyright: Axel Schulz, Konstanz

Der Pöstler schwenkt den Brief, den er in seiner Hand hält, hin und her. Heidi strahlt, denn sie vermutet, dass Klara endlich geschrieben hat. Sie hatte sich in letzter Zeit gefragt: „Ist Klara krank?“ Dankend nimmt Heidi den Brief entgegen und wünscht dem Pöstler einen schönen Tag. Der Alpöhi hat schon den Brieföffner bereitgelegt. Die Schrift auf dem Umschlag ist unverkennbar: Fräulein Rottenmeier! Rasch öffnet Heidi den Umschlag und liest dem Alpöhi vor:

„Liebe Heidi, lieber Öhi

Klara lässt sich für das lange Schweigen entschuldigen, sie muss viel lernen für die Prüfungen Anfang Februar.

Ein Geschäftsfreund von Herrn Sesemann hat uns das beiliegende Foto geschickt, worüber wir uns sehr freuen. Wir alle gratulieren euch, dass eure Bauern es in so kurzer Zeit geschafft haben, den Selbstversorgungsgrad von nur 50 Prozent zu verdoppeln. Und es tönt wunderbar: Die Schweizer Bauern stellen sicher, dass immer von allem genug da ist! Axel Schulz, der Fotograf der Werbung, freut sich auch, denn in diesem Falle wird er nicht mehr in seinem Lebensmittelladen in Konstanz Schlange stehen müssen, weil so viele SchweizerInnen dort einkaufen, auch der Stau wird kein Problem mehr sein.

Herr Sesemann hat sich nur gefragt, wie und wo denn die Trauben produziert werden. Ihn würde auch die Zucht von Froschschenkeln und die Gänselebermast interessieren, da diese Importe bei uns regelmässig kritisiert werden. Die Spargeln kommen bei uns jetzt aus Peru, wo Wassermangel herrscht; Sebastian möchte daher wissen, ob eure Bauern allenfalls welche nach Frankfurt exportierten. Sicher freut sich eure Wirtschaft über die Infrastrukturen, die gebaut werden konnten, etwa Gewächshäuser für Bananen, Ananas, Mangos, Kakao und Kaffee. Gerne würde Klara die Kokospalmenplantagen besichtigen, denn sie studiert im Nebenfach tropische Landwirtschaft.

Wie ihr seht, haben wir grosses Interesse an der Entwicklung der Schweizer Landwirtschaft. Deutschland exportieren z.B. Fleisch, aber wir müssen im Moment Erdbeeren aus Südspanien importieren und Palmöl sowieso aus verschiedenen Ländern, Bohnen kommen aus Afrika und Edamame tiefgefroren aus Japan in einem Restaurant in Zürich, das ein Geschäftsfreund von Herrn Sesemann kürzlich besucht hat. Natürlich machen sich unsere Bauern auch Sorgen darüber, dass sie die Schweiz als Abnehmerland offenbar verlieren.

Wenn wir das nächste Mal bei euch Ferien machen, dann möchten wir ein paar fortschrittliche Bauern besuchen. Der Geissenpeter kann sicher eine Exkursion für uns vorbereiten.

Morgen kommt die Grossmutter zu Besuch, also muss ich jetzt noch vieles organisieren. Ich wünsche euch schöne Wintertage, hoffentlich mit Schnee.

Freundliche Grüsse

Euer Fräulein Rottenmeier, Klara, Herr Sesemann und Sebastian

Selbstversorgungsgrad 100% ist möglich

Eric Meili, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) schrieb im Zürcher Bauer No. 49 vom 9.12.22 unter dem Titel Die Selbstversorgung und der Biolandbau:

„Was ich in diesem Beitrag diskutieren will, ist die Möglichkeit der Schweiz, sich zu 100 Prozent selber zu ernähren. Was hat der Biolandbau dabei für eine Rolle? Es wird viele erstaunen, es ist möglich, aber wie? Basis der Betrachtung ist der Bericht des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorge (BWL) aus dem Jahre 2020, so zu sagen der aktualisierte Plan Wahlen. Das ist eine Analyse einer optimierten Inlandproduktion im Falle einer schweren Mangellage. Die rechtliche Grundlage ist der Verfassungsartikel 102. 

In der Analyse werden bei den Erträ­gen generell 10 Prozent Sicherheitsmarge abgezogen. Bei fehlendem Dünger und Pflanzenschutz würden die heutigen Erträge im konventionellen Landbau deutlich mehr einbrechen als die 20 Prozent im Biolandbau.

Fazit: Der Biolandbau hätte in einer schweren Krise und Mangellage gute Karten. Auch im Biolandbau müssten in der Tierhaltung wesentliche Anpassungen (Mutterkuhhaltung, Schweine, Geflü­gel) vorgenommen werden. Der Biolandbau ist aber robuster oder modern gesagt resilienter als die konventionelle Landwirtschaft, falls die Vorleistungen auch tangiert wären. Um noch robuster zu werden, müssen wir in der Schweiz die kleinen Traktoren auf elektrisch umstellen und die grossen auf Wasserstoff.

Dafür braucht es aber Strom. Auch hier kann die Landwirtschaft auf den grossen Scheunendächern mit PV-­Anlagen eine Vorreiterrolle spielen. Krisen sind auch immer Chancen und öffnen uns die Augen. Frei nach Obama: Yes we can.“

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Irreführende Shell-Werbung

25. Oktober 2022

Quelle: Shell loses appeal against Dutch advertising watchdog. The claim that offsets “compensate” emissions is misleading. Chris Lang, REDD-Monitor 24.10.22

Shell hat seine Berufung gegen die Entscheidung der niederländischen Werbeaufsichtsbehörde verloren, wonach seine Anzeigen zur Kompensation von Kohlenstoffemissionen irreführend sind und zurückgezogen werden müssen.

Im Juni 2022 entschied die niederländische Kommission für den Werbekodex (zum vierten Mal im Jahr 2022!), dass die Anzeigen von Shell irreführend sind. In den Anzeigen wird erklärt, dass die Kunden beim Kauf von Benzin einen Aufpreis zahlen können, der angeblich die bei der Verbrennung des Benzins entstehenden Treibhausgase „kompensiert“.

Bei dieser jüngsten Werbekampagne handelt es sich um eine Neugestaltung einer „CO2-neutralen“ Kampagne, die von der Kommission für den Werbekodex ebenfalls als irreführend eingestuft wurde.

Im August 2021 entschied die niederländische Werbeaufsichtsbehörde, dass die „CO2-neutrale“ Werbung von Shell irreführend war. Die Kommission für den Werbekodex entschied, dass Shell nicht nachweisen konnte, dass es die Treibhausgasemissionen, die beim Autofahren entstehen, vollständig ausgleicht.

In einer Erklärung vom Juni 2022 erklärte der Ausschuss für den Werbekodex:

„Genau wie CO2-neutral ist die CO2-Kompensation eine absolute Umweltbehauptung, und absolute Umweltbehauptungen unterliegen einer strengen Beweislast. Shell hat keine Möglichkeit nachzuweisen, dass die CO2-Kompensation durch den Schutz von Wäldern oder das Pflanzen von Bäumen die Klimaschäden des Benzins beseitigt.“

Shell legte gegen die Entscheidung Berufung ein. Und verlor. Im Anschluss an das jüngste Urteil erklärte der Ausschuss für den Werbekodex:

„Es gibt keine oder nur unzureichende Beweise dafür, dass die Waldprojekte, in die Shell investiert, tatsächlich in der Lage sind, die durch die Kohlenstoffgutschriften umgewandelte Absorption von CO2 in einer Weise zu realisieren, die die CO2-Emissionen von Shells fossilem Treibstoff vollständig kompensiert.“

Zu den REDD-Ausgleichsprojekten von Shell gehören unter anderem das Cordillera Azul National Park REDD+ Project in Peru, das Southern Cardamon REDD+ Project in Kambodscha und das Katingan Peatland Restoration and Conservation Project in Indonesien.

Abgesehen von der Tatsache, dass Shell bei diesen Projekten Emissionszertifikate kauft, um seine anhaltende Umweltverschmutzung zu verschleiern, sind alle diese Projekte problematisch. Bei den ersten beiden Projekten werden die Rechte der indigenen Völker und lokalen Gemeinschaften, deren Wälder für den Verkauf an die Ölkonzerne genutzt werden, nicht respektiert. Bei beiden Projekten handelt es sich um eine Art von Festungsschutz.

Das dritte Projekt stützt sich, wie alle Kompensationsprojekte, auf eine kontrafaktische Ausgangssituation – eine Geschichte darüber, was ohne das Projekt geschehen wäre. Wie alle kontrafaktischen Ausgangssituationen kann auch diese Geschichte nicht verifiziert werden, da das Projekt tatsächlich durchgeführt wurde.

Shell-Werbung Schweiz

Heidi hat auf der Homepage von Shell Schweiz nachgeschaut und folgende Shell News vom 4.2.20 gefunden Shell macht Angebot für klimaneutrales Fahren; darin sind die gleichen Kompensationsprojekte aufgeführt, die von der niederländischen Werbeaufsichtsbehörde als irreführend bezeichnet wurden:

„… Kompensieren: Ab Frühjahr will Shell im Schweizer Markt ein CO2-Ausgleichs-Programm anbieten, damit jeder Autofahrer seinen persönlichen CO2-Ausstoss beim Fahren ausgleichen kann.

Hierfür hat Shell internationale Projekte der Erhaltung und Aufforstung von Flora und Fauna-Flächen ausgesucht, deren CO2-Kompensation unter strengen Auflagen geprüft und zertifiziert werden. Dazu zählen das Cordillera Azul National Park Project in Peru sowie das Katingan Peatland Restoration and Conservation Project in Indonesien.

Die Kosten der CO2-Kompensation pro Liter Treibstoff werden für den Kunden, der sich entschliesst mitzumachen, einen Rappen/Liter betragen. Wichtig ist: Der Kunde bezahlt nur die Kompensation des CO2, welches bei der Verbrennung des Treibstoffs entsteht. Shell übernimmt die Kompensation für die Herstellung, den Transport und den Vertrieb (Tankstelle) des Treibstoffs, dessen Fussabdruck kompensiert werden soll.“

Aus der Shell-Homepage – Kleiner Beitrag, grosse Wirkung: Jetzt gemeinsam CO₂ ausgleichen: Für nicht vermiedene CO₂-Emissionen bietet Shell den CO₂-Ausgleich an: Für 1 Rp. pro Liter getanktem Shell Benzin- oder Diesel-Treibstoff können Sie die CO₂-Emissionen, die bei der Fahrt mit dem Auto durchschnittlich entstehen, ausgleichen¹.

Hier finden Sie die „Shell-Kompensationsprojekte“. Sie werden als „Klimaschutzprojekte“ bezeichnet, was irreführend ist. Shell unterstützt auch Schweizer Waldprojekte. Greenwashing ist halt Mode!

Heidi meint: „In der Schweiz wird wohl kaum jemand gegen Shell klagen, basiert die Klimapolitik doch stark auf Kompensationen. Schaut man da wirklich genau hin?“

Lesen Sie den ausführlichen Bericht hier: Shell loses appeal against Dutch advertising watchdog. The claim that offsets “compensate” emissions is misleading. Chris Lang, REDD-Monitor 24.10.22

Nationalpark Cordillera Azul in Peru: Indigene sagen Nein zu falschen Klimalösungen

26. Juni 2022

Quelle REDD-Monitor: Statement from Kichwa Indigenous communities about the Cordillera Azul National Park REDD (PNCAZ) project: “No to the false climate solutions offered as ‘Nature Based Solutions’ and ‘carbon neutrality’ by oil and mining companies that pollute in other regions of the world, such as Shell, Total, BHP, and others, who buy carbon from the PNCAZ.”
Übersetzt von Heidi mithilfe von DeepL.

Im Jahr 2018 schrieb REDD-Monitor (Reducing emissions from deforestation and forest degradation) über das REDD-Projekt im Cordillera-Azul-Nationalpark in Peru. Im Mittelpunkt des Artikels stand die Tatsache, dass Menschen, die in London Ben & Jerry’s Eiscreme kaufen, sich dafür entscheiden können, die Emissionen auszugleichen, die durch den Kauf der Eiscreme entstehen, indem sie für Kohlenstoffkompensationen aus Cordillera Azul bezahlen. Dank der Poseidon Foundation, die von einem Deutschen Investmentbanker namens László Giricz gegründet wurde, würde die Blockchain-Technologie dafür sorgen, dass die Transaktion in nur drei Sekunden abgewickelt wird. (Bemerkung von Heidi: Poseidon Foundation hat ihr Domizil in Singapur, László Giricz war in Zug ZG).

Poseidon Assets/Switzerland GmbH in Liquidation

Ergänzung von Heidi:

  • Businessmonitor: Das Unternehmen Poseidon Assets GmbH, gegründet 2018, ist eine GmbH in Liquidation mit Sitz in Zug ZG, ohne Domizil, UID-Nummer lautet CHE-458.876.299. Die Person, die heute eine Entscheidungsrolle innehat, ist László Giricz (Partner, Geschäftsführer und Liquidator). Die Firma ist in der Branche „Leasing von geistigem Eigentum und ähnlichen Produkten, mit Ausnahme von urheberrechtlich geschützten Werken“ tätig.
  • Schweizerisches Handelsamtsblatt SHAB: Mutation Poseidon Switzerland GmbH, Zug, neu Poseidon Switzerland GmbH in Liquidation, CHE-190.187.189, Gesellschaft mit beschränkter Haftung (SHAB Nr. 64 vom 01.04.2020, Publ. 1004863682). Die Gesellschaft wird in Anwendung von Artikel 153b HRegV von Amtes wegen als aufgelöst erklärt, weil die ihr zur Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes in Bezug auf das Domizil angesetzte Frist fruchtlos abgelaufen ist. Eingetragene Personen neu oder mutierend: Giricz, László, deutscher Staatsangehöriger, in Zug, Gesellschafter und Geschäftsführer, mit Einzelunterschrift, Liquidator, mit Einzelunterschrift, mit 200 Stammanteilen zu je CHF 100.00 [bisher: Gesellschafter und Geschäftsführer, mit Einzelunterschrift].
  • László Giricz sagte in einem Video, dass es sein Ziel sei, jedem, von der Regierung bis zum Endverbraucher, einen sicheren und effizienten Zugang zu den Kohlenstoffmärkten zu ermöglichen und die Kontrolle über die eigenen Auswirkungen auf das Klima zu übernehmen. Laszlo war fast zwei Jahrzehnte lang als Geschäfts- und Technologieexperte für einige der grössten Investmentbanken der Welt tätig. Seine Kunden waren u.a. JP Morgan Chase, Deutsche Bank und UBS.
  • Blockchain: Der Energieverbrauch ist riesig … und damit will man das Klima retten? Der Experte für Kryptographie und Computersicherheit Bruce Schneier warnt vor falschem Vertrauen in Blockchain und dem Mangel an Anwendungsfällen. Er sehe bis jetzt keinen Einsatzzweck für die Blockchain. „Jedes Unternehmen, das heute auf die Blockchain setzt, könnte eigentlich auf sie verzichten. Niemand hatte jemals ein Problem, für das die Blockchain eine Lösung ist. Stattdessen nehmen die Leute die Technologie und machen sich auf die Suche nach Problemen.“
  • Zentralplus: „Die Stadt Zug ist das Zentrum der Crypto Valley in der Schweiz. Als Vorreiterin im Bereich Blockchain-Technologie kann bei der Stadt auch mit Kryptowährungen gezahlt werden. Doch diese Bezahlvariante ist gemeinhin als Klima-Killer bekannt. Dennoch will man in Zug daran festhalten. Auch wenn es in direktem Widerspruch von Zugs Image als Energiestadt steht.“

Zuerst Speiseeis, dann Öl und Bergbau

Der Verkauf von Speiseeis trug jedoch nur in geringem Masse zu den Kompensationsverkäufen im Rahmen des REDD-Projekts des Cordillera Azul Nationalparks bei. Viel, viel wichtiger waren die Verkäufe an grosse Umweltverschmutzer. Wie Öl- und Bergbauunternehmen.

Aus einer kürzlich veröffentlichten Erklärung von Organisationen des Kichwa-Volkes in der Region San Martin in Peru geht hervor, dass die Poseidon Foundation der sechstgrösste Käufer von Emissionszertifikaten aus Cordillera Azul war und zwischen Dezember 2013 und Januar 2021 200’000 Emissionszertifikate gekauft hat.

Die beiden grössten Käufer waren die Ölkonzerne Shell und Total, die zusammen mehr als 27 Millionen Emissionszertifikate kauften. Das sind etwa 87% aller im Rahmen des Projekts verkauften Emissionszertifikate.

Im Juli 2022 kündigte der peruanische Umweltminister Gabriel Quijandría den bisher grössten Verkauf von Kohlenstoffkompensationen aus Peru an. Die Kichwa-Organisationen geben an, dass Total NBS zwischen 2021 und 2028 16’880’000 Emissionszertifikate von Cordillera Azul für insgesamt 84,74 Millionen US-Dollar kaufen wird.

Es könnte nicht deutlicher sein. Ölkonzerne lieben REDD, natürliche Klimalösungen und Kohlenstoffausgleichssysteme im Allgemeinen, weil Ausgleichssysteme es den grossen Verschmutzern ermöglichen, den Eindruck zu erwecken, etwas gegen die Klimakrise zu tun, während sie wie gewohnt weiterarbeiten. Das bedeutet, dass mehr Öl gebohrt und die Klimakrise verschärft wird.

Erklärung der Kichwa-Gemeinschaften

Das Volk der Kichwa lehnt den ausgrenzenden Naturschutz und den undurchsichtigen Kohlenstoffhandel im Nationalpark Cordillera Azul ab. Es lebe das Volk der Kichwa und seine Territorien in der Region San Martin!

Wie der Ethnische Rat der Kichwa-Völker des Amazonas (CEPKA), die Föderation der indigenen Kichwa-Völker von Chazuta (FEPIKECHA) und die Föderation der indigenen Kichwa-Völker des Unteren Huallaga der Region San Martin (FEPIKBHSAM), der Basis des Koordinationskomitees für die Verteidigung und Entwicklung der indigenen Völker der Region San Martin (CODEPISAM) in Peru, lehnen wir das ausgrenzende Naturschutzmodell und den Kohlenstoffhandel auf unseren angestammten Gebieten ab, die unsere Grundrechte beeinträchtigen:

An die Internationale Union für die Erhaltung der Natur (IUCN)

  • Wir lehnen die Aufnahme des Nationalparks Cordillera Azul (PNCAZ) in die Grüne Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) für 2018 als Beispiel für den weltweiten Naturschutz ab. Seine Gründung und Verwaltung respektiert nicht unsere Rechte und beeinträchtigt die Ziele der IUCN, gute Führung zu belohnen.
  • Im Juni 2021 haben wir die IUCN alarmiert. Es hat 11 Monate gedauert, bis sie mit Halbwahrheiten geantwortet und unsere konkrete Forderung ignoriert haben: die Streichung des PNCAZ von ihrer Grünen Liste. Erkennen sie unsere kollektiven Rechte auf Territorium und vorherige Konsultation mit Zustimmung an? Werden wir in vollem Umfang und wirksam an der Verwaltung der PNCAZ beteiligt?
  • Wir lehnen die Tatsache ab, dass die Expertengruppe (EAGL-Peru), die unsere Warnung bewertet hat, nie mit unseren Organisationen kommuniziert hat, wohl aber mit denjenigen, die unsere Rechte verletzen, wie dem Nationalen Dienst für staatlich geschützte Naturgebiete (SERNANP) und dem Zentrum für die Erhaltung, Erforschung und Verwaltung von Naturgebieten (CIMA), und damit denselben Fehler wiederholen, der bei der Bewertung der Aufnahme des PNCAZ in die Grüne Liste gemacht wurde.
  • Für die 30’778’542 Kohlenstoffgutschriften, die zwischen 2008 und 2022 gehandelt wurden, wurde nie Rechenschaft abgelegt, ebenso wenig wie für den Vorteilsausgleich für die 30’470’012.70 US-Dollar, die bis heute storniert wurden, von den insgesamt gehandelten 80’546’251.01 US-Dollar. Glaubt die IUCN an ihre lauwarme Empfehlung, Transparenz, Beteiligung und Rechenschaftspflicht mit einem interkulturellen Ansatz zu verbessern? 11 Monate nur, um zu „empfehlen“, die Gemeinschaften in den Governance-Mechanismus des REDD+-Projekts einzubeziehen?
  • Weiss die IUCN, dass die CIMA den Gemeinden ohne unser Wissen Brosamen des verkauften Kohlenstoffs zukommen liess? Sie haben uns weder zum REDD+-Projekt noch zur Verteilung der Gewinne konsultiert.
  • Wir bedauern, dass weder die Generaldirektion für Klimawandel und Wüstenbildung des Umweltministeriums (MINAM) noch SERNANP oder CIMA die Öffentlichkeit umfassend über das Kohlenstoffgeschäft von PNCAZ informiert haben, was wir Anfang dieses Jahres gefordert hatten. In Bezug auf den Verkauf an das französische Unternehmen Total Nature Based Solutions (Total NBS) wurde uns mitgeteilt, dass die angeforderten Informationen nicht verfügbar sind“, dass sie nicht in den Akten stehen“ oder dass es sich um eine private Einrichtung handelt“, um uns den Zugang zu diesen Informationen zu verwehren. Der grösste Verkauf von Kohlenstoff in der Geschichte Perus, und niemand wollte uns die Quittung geben. Wir mussten uns an das Gericht für Transparenz und Zugang zu Informationen wenden, um die CIMA zur Herausgabe der Informationen zu bewegen.
  • Wir lehnen es ab, dass die IUCN versucht, „unparteiisch“ einen Park zu empfehlen, der unsere Rechte verletzt, obwohl sie selbst im Jahr 2014 10’172 Emissionszertifikate gekauft hat.

Lesen Sie hier weiter über die Forderungen an den Peruanischen Staat und an nationale und internationale Käufer von Emissionsgutschriften aus der PNCAZ:

REDD-Monitor Statement from Kichwa Indigenous communities about the Cordillera Azul National Park REDD (PNCAZ) project: “No to the false climate solutions offered as ‘Nature Based Solutions’ and ‘carbon neutrality’ by oil and mining companies that pollute in other regions of the world, such as Shell, Total, BHP, and others, who buy carbon from the PNCAZ.” Chris Lang, REDD-Monitor 24.6.22

A propos de Poseidon Assets GmbH in Liquidation. Businessmonitor

Mutation Poseidon Switzerland GmbH, Zug, neu Poseidon Switzerland GmbH in Liquidation. Handelsregistereintrag CHE-190.187.189, Schweizerisches Handelsamtsblatt

Poseidon with Laszlo Giricz. Video Beyond Enterprise, youtube

Crypto-Valley-Pionierin Zug ist unter Zugzwang – pfeift aber aufs Klima. Zentralplus 17.5.21

Blockchain – Kritik, Wikipedia

26.6.22 HOME

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Ohje – schon wieder 50%-Bio-Beeren-Fotos!

7. April 2022

CoopCoop: Beeren zum halben Preis. Copiright: Brigitte 6.4.22

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copiright: Brigitte 6.4.22

Liebe Heidi

Ich weiss, du hast erst gerade über Beeren geschrieben, aber ich habe mich gestern wieder fürchterlich geärgert. Als ich eine halbe Stunde vor Ladenschluss im Coop einkaufte, da war eine junge Frau daran, die Beeren mit dem 50%-Kleber zu entsorgen. Es waren grösstenteils Bio-Beeren. Einfach in ein Gefäss mitsamt dem Plastik und Karton! Ich habe schon gesehen, dass sie um 17 Uhr die 50%-Etiketten aufkleben in der Hoffnung, die Beeren den von der Arbeit kommenden KonsumentInnen verkaufen zu können.

Und was mich auch ärgert, sie behaupten immer, dass wir KonsumentInnen das wollen. Aber in Wirklichkeit ist ihnen das Geschäft wichtig. Aber vielleicht geht die Rechnung nicht immer auf, etwa bei den Bio-Beeren. Aber die Margen sind ja gross, nur die Löhne der Beeren-ArbeiterInnen nicht.

Ist es nicht scheinheilige, wenn die Migros sich gegen die Legalisierung von 1’600 ha illegal bewirtschaftetes Land in Südspanien einsetzt? Ob Bio oder nicht, wie du geschrieben hast, ist der Druck für Beerenkonsum im Winter seitens der grossen Produzenten/Händler gross. Sie alle wollen uns damit beglücken. Auf der Strecke bleibt die Umwelt. Und die Grossverteiler machen gerne mit bei diesem Geschäft.

Ich mache jetzt eine Apfelwähe, nur ist es schwierig, geeignete Äpfel wie Boskop zu finden.

Vielleicht kannst du meine Fotos auch noch veröffentlichen. Vielen Dank für dein Engagement.

Freundliche Grüsse

Brigitte

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Leserbrief: Porridge und internationale Beeren. Heidis Mist 21.3.22

Grundwasser für Beeren: Wir verspeisen das Unesco-Weltnaturerbe Coto de Doñana. Heidis Mist 19.3.22

Erdbeergenuss bedroht Weltnaturerbe. Heidis Mist 25.3.12

Urgent action is needed to protect Doñana, WWF-Spain analysis reveals. WWF 16.9.20

WWF schlägt Alarm: Erdbeerproduktion zerstört Nationalpark Coto de Doñana. Jil Schuller, Tierwelt 2.2.22

Spanien legt sich trocken: WWF prangert Wasserklau im großen Stil an. CN Costa Nachrichten 22.10.21

Coto de Doñana und die Erdbeeren. WWF Schweiz

Hinter den Fassaden von “Haciendas Bio”. Interbrigadas 22.4.20

Eigenverantwortung beim Einkaufen? Heidis Mist 5.2.22

Erdbeeren aus Spanien: Menschliches und ökologisches Drama. Heidis Mist 31.3.21

Wir bringen ihnen Seife, aber sie haben kein Wasser. Heidis Mist 10.4.20

Almeria – Fruit labourers: ‚If you don’t want to work like a slave, you’re out‘. Heiis Mist 20.4.20

Haciendas Bio Almeria: Ausbeuterische Arbeitbedingungen, Gesetzesverstösse und Hungerlöhne. Heidis Mist 5.4.20

Werbung der Migros Erdbeeren im März: Wirklich kein Problem? SRF Espresso 5.4.22

Coop: konventionelle Beeren zumhalben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Coop: konventionelle Beeren zumhalben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

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Eigentlich würde 1 Label genügen

23. Februar 2022

Spargeln aus Mexiko. Copyright: Ferdinand

Spargeln aus Mexiko. Copyright: Ferdinand

Der Label-Salat wird immer grösser. Wie soll man sich da zurechtfinden? Heidi hat eine Idee: Nur 1 Label bitte! Alle sagen ja, was sie verkaufen sei nachhaltig. Grossverteiler erhalten sogar Auszeichnungen für Nachhaltigkeit. Auch die Bauernschaft besteht darauf, dass ihre Produkte nachhaltig seien.

Also nehmen wir sie alle doch beim Wort, schaffen wir ein einziges Label, eines, das ECHT Nachhaltigkeit zertifiziert, ECHT zertifiziert! Natürlich müssten dann auch die importierten Waren ECHT nachhaltig sein. So könnte man mit dem Label einfach unterscheiden was aus der Schweiz kommt und was importiert wird. Also Transparenz und keine Qual der Wahl. 1 Label und 1 WIRKSAME Kontrolle.

Die neueste Schnapsidee∗ stammt von Agroscope: Ein Klima-Label! Das heisst, wir KonsumentInnen wüssten endlich, wie stark wir mit unserem Kaufverhalten das Klima und somit uns selber schädigen, sofern die Bewertung korrekt ist. Dann hätten wir die Wahl, Produkte, die mehr oder weniger schlecht für das Klima sind, zu wählen und das bei mehreren Produktionsarten wie Bio oder Bio-Knospe oder IP Suisse oder konventionell oder Demeter usw., denn die Produktionsart sagt zu wenig aus über die Klimawirkung.

Die viel gelobte, nicht funktionierende Eigenverantwortung müsste in erster Linie für Händler gelten, besonders für unsere Grossverteiler, die z.B. im Winter viele klimaschädlichen Gemüse und Früchte aus aller Welt verkaufen. Dann würden die Spargeln aus Peru, die Heidelbeeren aus Südafrika, die Himbeeren aus Spanien usw. rasch aus den Ladengestellen verschwinden – vielleicht.

Doch Halt! Was macht Ferdinand künftig? Er ernährt sich jetzt fast ausschliesslich von all den 50-Prozent-Aktionen „VERWENDEN statt VERSCHWENDEN“ für leicht verderbliche Produkte, die meist mit dem Flugzeug transportiert werden; ob mit oder ohne CO2-Kompensation spielt keine Rolle, denn die Zertifikate bringen in der Regel dem Klima wenig oder sogar nichts, nur den Verkäufern viel Geld. Armer Ferdinand! Er müsste einen fairen Preis für Saisongerechtes zahlen.

∗ Schnapsidee war Heidi gerade zuvorderst, weil SRF am Morgen in 100 Sekunden Wissen die Entstehung der Schnapsidee erklärte.

Nachtrag 23.2.22 – oder vom Humbug von Bewertungen!

Im saldo 3/2022 vom 15.2.21: «M-Check»-Sterne der Migros sagen wenig aus. „… Laut Migros mache der «M-Check» ­transparent, «wie nachhaltig das  ­bezeichnete Produkt ist». Ausschlaggebend sei, wie viel CO2 durch Herstellung, Transport und Verpackung ausgestossen werde … Mangos, Bananen, Erdbeeren und anderes Obst und Gemüse erhalten im «M-Check» die Bestnote von 5 Sternen – egal, wo und wie sie hergestellt, verpackt und transportiert wurden. Nur eingeflogene Produkte erhalten lediglich zwei Sterne … Die Migros bewertet die Produkte nicht einzeln, sondern fasst sie zu Gruppen wie «Äpfel» oder «Schokolade» zusammen. Deren Durchschnittswerte vergleicht sie dann mit der Klimabilanz des restlichen Sortiments. Es sei zu aufwendig, jedes Produkt einzeln zu bewerten, schreibt die Migros.“

Spargeln aus Peru«Muss Gemüse von so weither in die Schweiz importiert werden?» 20minuten 22.2.22

Spargeln aus Mexiko. Margreth Rinderknecht

Eingeflogen: Erdbeeren aus Spanien, Spargel aus Mexiko. Kochwerte

Warum sind Spargeln so teuer? Juckerfarm 18.4.17

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Genussvoll und nachhaltig essen … nicht nur an Festtagen

26. Dezember 2021

Copyright: Agrarallianz

Copyright: Agrarallianz

Am 20.12.21 schrieb die Agrarallianz:

„Essen bringt Menschen zusammen. Essen ist wertvoll. Ganz besonders an Weihnachten. Wie wir essen, hat Einfluss auf die Landwirtschaft und ihre Umweltwirkung. Denn alles hängt zusammen. Das Faktenblatt nachhaltiger Konsum der Agrarallianz zeigt ganz einfach, wie Festessen nachhaltiger gemacht werden können.

Basis dafür bildet das Positionspapier Konsum, welches im Januar 2022 veröffentlicht wird. Mehr dazu also im Neuen Jahr!“

Heidi meint: „Regional saisonal – nicht global saisonal! Migros-Kontrast z.B.: Mangos aus Brasilien und Peru per Flugzeug, Papayas aus Brasilien, weitere exotische Früchte aus Kolumbien und Vietnam … Aktion Rindshuft aus Uruguay. Bündner Rohschinken zum halben Preis! Ist den KonsumentInnen unser Fleisch nicht mehr wert? Oder lockt die Migros so einfach die unbedarften KundInnen in den Laden und verführen sie weiter? Nicht besser sieht es bei COOP und den übrigen Grossverteilern aus.“

Einfach und nachhaltig konsumieren. Agrarallianz 20.12.21

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Wenn wir Wasser pflanzen, können wir Wasser ernten

23. Mai 2021
Bergquellflur

Bergquellflur

Peru leidet aufgrund des Klimawandes zunehmend an Wassermangel. In den Anden sind die Niederschläge nicht regelmässig auf das Jahr verteilt, weshalb die Menschen schon früh Systeme zur besseren Wassernutzung entwickelten. Heute interessiert eine Wassernutzungstechnik, die 1’400 Jahren alt ist und noch immer angewandt wird. ForscherInnen untersuchen jetzt, wie dieses Wissen zur Lösung des Wasserproblems umgesetzt werden kann.

Obwohl jedes Land seine eigenen Wasserprobleme hat, könnten andere Gegenden von diesen Erfahrungen lernen. In Peru schmelzen die Gletscher genauso wie in den Alpen oder im Himalaya. Es braucht neue Wege zur Bekämpfung von Überschwemmungen und zum Speichern von Wasser. Gena Gammie, stellvertretende Direktorin des Wasserprojekts in Peru sagt: „Wir haben heute nicht alle Informationen, die wir gerne hätten, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Aber wir können gute Entscheidungen treffen“, sagt Gammie und fügt hinzu, dass die wissenschaftliche Überwachung es ihnen ermöglicht, „zu lernen und uns zu verbessern, während wir arbeiten“.

Altes Wissen für die Lösung eines Problems von heute

Das Dorf Huamantanga liegt auf 3’500 m ü.M. Die Bewohnerin Lucila Castillo Flores sagt: „Wenn wir das Wasser pflanzen, können wir das Wasser ernten. Aber wenn wir das Wasser nicht bepflanzen, dann werden wir Probleme haben“. Diese Technik wird auch in einigen weiteren Andendörfern immer noch praktiziert. Sie verlängert die Verfügbarkeit des Wassers.

Die Menschen in Huamantanga sind Mitglieder eines landwirtschaftlichen Kollektivs. Sie verwenden Wasserkanäle, um in der Regenzeit einen Teil des Wassers aus den Bergflüssen abzuzweigen und es in natürliche Versickerungsbecken zu leiten. Unterirdisch bewegt sich das Wasser langsamer und tritt erst Monate später hangabwärts aus Quellen hervor. Dort sammeln es die Bewohner und bewässern damit ihre Felder. Bemerkenswert ist, dass die Bewohner den Weg des Wassers im Untergrund kennen und genau wissen, welcher Kanal welche Quelle speist. Dieses Wissen wurde über Generationen weitergegeben.

Ein Grossteil des Wassers fliesst zurück in die Flüsse, welche die Hauptstadt Lima versorgen. So könnte die Reparatur von verlassenen Wasserkanälen, die im Hochland verstreut sind, die Wasserversorgung auch für die Stadtbewohner in der Trockenzeit verlängern.

Schutz von Feuchtgebieten

Peru hat Gesetze zum Schutz von Feuchtgebieten, aber die Zuständigkeit für die Durchsetzung ist unklar. Jetzt wird ein Handbuch für die Gemeinden entwickelt, damit die Menschen am Ort wissen, was zu tun ist und welche Behörden zu benachrichtigen sind. Zerstörte Feuchtgebiete werden wiederhergestellt.

Bei all diesen Projekten ist der Nutzen für die lokale Gemeinschaft entscheidend, damit die Leute motiviert sind, Land- und Wassermanagementpraktiken aufrechtzuerhalten, die letztlich dem grösseren WasserEinzugsgebiet zugute kommen.

Why Peru is reviving a pre-Incan technology for water. Erica Gies, BBC 19.5.21

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Urwaldzerstörung auch in Peru für Palmöl

13. April 2021

Regenwaldzerstörung für Palmöl in Peru. Copyright: Diálogo Chino

Regenwaldzerstörung für Palmöl in Peru. Copyright: Diálogo Chino

In den für den Anbau von Palmöl geeigneten Gebieten geschieht weltweit dasselbe, auch in Peru. Dieser Bericht wurde am 5.11.15 von Diálogo Chino veröffentlicht – also nichts Neues eigentlich! Diálogo Chino ist die einzige unabhängige journalistische Plattform, die sich dem besseren Verständnis der chinesisch-lateinamerikanischen Beziehungen und den Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung widmet.

Seit der Jahrtausendwende hat die peruanische Regierung den Anbau von Palmen gefördert, die ein Öl produzieren, das in Biokraftstoffen, Kosmetika und verarbeiteten Lebensmitteln verwendet wird – aber einer der Hauptfaktoren für die Zerstörung des Regenwaldes in tropischen Regionen ist. Gemäss den Vorschlägen der Regierung soll die für Palmölplantagen vorgesehene Landfläche in Peru bis 2020 von derzeit (2015) 60’000 Hektar auf zwei Millionen Hektar zunehmen, wobei der Anbau auf bereits abgeholztem Land stattfinden soll.

Aber das Fehlen von Landtiteln für indigene Gemeinden, gepaart mit schlechter Regierungsführung und Überwachung der Abholzung, bedeutet, dass die lokalen Regierungen kommunale Gebiete an multinationale Investoren verkaufen. Lokal registrierte Firmen, die von internationalen Unternehmen gegründet wurden, werden beschuldigt, ungestraft Urwald zu zerstören, und die indigene Bevölkerung wird mit Gewalt bedroht, weil sie sich gegen den Anbau von Ölpalmen wehrt, sagt der indigene Führer der Shipibo-Konibo Robert Guimaraes Vasquez.

Plantaciones de Pucallpa SAC rodet Berichten zufolge Wald in der Shipibo-Konibo-Gemeinde Santa Clara de Uchunya in der peruanischen Ucayali-Region, profitiert aber von der Zertifizierung durch den Industrieverband Roundtable for Sustainable Palm Oil (RSPO), der von grünen Gruppen als Feigenblatt für Regenwaldzerstörung bezeichnet wird. Die Environmental Investigation Agency (EIA) sagt, dass Plantaciones de Pucallpa Verbindungen zum tschechischen Palmöl- und Kakao-Tycoon Dennis Melka hat, der weitere Plantagen in Peru anstrebt, um die wachsende Nachfrage aus China und Indien zu befriedigen, berichtet die Financial Times.

Im Gespräch mit Diálogo Chino spricht Guimaraes, der auf Einladung des Forest People’s Programme in London war, über die Auswirkungen der Palmöl-Expansion im peruanischen Amazonasgebiet, Widersprüche in der Waldpolitik der Regierung und die Bedeutung der Durchsetzung robuster Nachhaltigkeitsstandards.

Lesen Sie auch noch das Interview hier:

Palm oil expansion in Peru is killing our people, says indigenous leader. Robert Soutar, Diálogo Chino, 5.11.15

Über Missstände in Peru hat auch „Rettet den Regenwald e.V.“ berichtet:

Peru: Coronavirus in der Palmölindustrie. Rettet den Regenwald, 24.6.20

Prosecutor targets ‘ringleader’ Dennis Melka in Peru cacao case. Earthsight, 19.8.19

Heidis weitere 81 Artikel über Palmöl

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Eigentlich keine Überraschung – die 10’000 toten Frösche am Titicacasee

24. Oktober 2016

Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Plötzlich ein Rauschen, Staunen und Klicken durch die Medien, dann folgt meistens wieder Ruhe, z.B. Peru: Rätselhaftes «Giganten»-Sterben, Schweizer Bauer vom 19.10.16. Einfach so gestorben im Coata-Fluss: 10’000 Exemplare der vom Aussterben bedrohten grössten Wasserfroschart! Auch tote Fische und andere Wassertiere. Wage Vermutungen weisen auf Abwasser hin. Der „Unfall“ wird untersucht.

Der Fluss mündet in den Titicacasee. Schon im Juni war das Wasser in den Distrikten Coata und Capachica und der Provinz Puno so verschmutzt, dass das Trinkwasser mit Zisternenwagen zugeführt werden musste (Dejan sin agua potable a pobladores de Coata y Capachica en Puno, Correro 11.7.16).

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Pachamama La voz del sur andino: http://www.pachamamaradio.org/regional/8801-puno-piden-investigar-muerte-de-ranas-y-peces-en-rio-coata

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Copyright: Pachamama La voz del sur andino

Maruja Inquilla Sucasaca, welche gegen die Verschmutzung kämpft, nahm 100 tote Frösche und legte sie auf den Hauptplatz der Stadt Puno, um die Aufmerksamkeit der Behörden (und Medien) zu gewinnen. Der Vize-Präsident des lokalen Kommittees gegen die Verschmutzung des Coata sagte: „Der Titicacasee war einst ein Paradies, jetzt können wir das Wasser nicht nutzen und unsere Tiere sterben, wenn sie es trinken. Ungeklärtes Abwasser wird aus den grossen Städten in den See gelassen, doch das kümmert die Behörden nicht.“ Quelle: Scientists investigate death of 10,000 endangered ’scrotum‘ frogs in Peru, The Guardian 19.10.16.

Die Ursachen der Flussverschmutzung sind vielfältig: Mangel an Kläranlagen, Schwermetalle aus ehemaligen Minen und illegalem Goldabbau, Pestizide aus der Landwirtschaft usw.

Landwirtschaft! Der Anbau von Quinoa boomt, ein Exportschlager. Einst das Brot der Einheimischen, dann auch eine Getreidealternative für Leute mit Glutenunverträglichkeit, heute weit verbreitet und auf den Regalen der Grossverteiler. Vorteil: Der Erlös der Bauern ist stark gestiegen. Nachteile: Für die Einheimischen ist das ehemalige Hauptnahrungsmittel zu teuer geworden, mangelnde Fruchtfolge, Pestizide (auch im Grundwasser), Erosion. Zur schnelleren Reifung sprühen Bauern Paraquat auf die Pflanzen; dieses Herbizid ist in der Schweiz und der EU verboten. Ein massvoller und umweltverträglicher Anbau wäre ein Gewinn für die Landbevölkerung.

Warum Superfood nicht super ist, WirtschaftsWoche 13.4.16

Quinoa kaufen oder nicht kaufen – ist das die richtige Frage? Tanya Kerssen, Quetzal, April 2013.

Erweiterung Analysenangebot GBA Laborgruppe, Mögliche analytische Fragestellungen: Paraquat/Diquat z.B. in Chia-Samen, Quinoa etc.

Superfoods: Öko-Test findet Pestizide, Mineralöle und Blei, Utopia 31.3.16

Copyright: Vecker.

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24.10.16 HOME


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