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Eigentlich keine Überraschung – die 10’000 toten Frösche am Titicacasee

24. Oktober 2016
Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Plötzlich ein Rauschen, Staunen und Klicken durch die Medien, dann folgt meistens wieder Ruhe, z.B. Peru: Rätselhaftes «Giganten»-Sterben, Schweizer Bauer vom 19.10.16. Einfach so gestorben im Coata-Fluss: 10’000 Exemplare der vom Aussterben bedrohten grössten Wasserfroschart! Auch tote Fische und andere Wassertiere. Wage Vermutungen weisen auf Abwasser hin. Der „Unfall“ wird untersucht.

Der Fluss mündet in den Titicacasee. Schon im Juni war das Wasser in den Distrikten Coata und Capachica und der Provinz Puno so verschmutzt, dass das Trinkwasser mit Zisternenwagen zugeführt werden musste (Dejan sin agua potable a pobladores de Coata y Capachica en Puno, Correro 11.7.16).

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Pachamama La voz del sur andino: http://www.pachamamaradio.org/regional/8801-puno-piden-investigar-muerte-de-ranas-y-peces-en-rio-coata

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Copyright: Pachamama La voz del sur andino

Maruja Inquilla Sucasaca, welche gegen die Verschmutzung kämpft, nahm 100 tote Frösche und legte sie auf den Hauptplatz der Stadt Puno, um die Aufmerksamkeit der Behörden (und Medien) zu gewinnen. Der Vize-Präsident des lokalen Kommittees gegen die Verschmutzung des Coata sagte: „Der Titicacasee war einst ein Paradies, jetzt können wir das Wasser nicht nutzen und unsere Tiere sterben, wenn sie es trinken. Ungeklärtes Abwasser wird aus den grossen Städten in den See gelassen, doch das kümmert die Behörden nicht.“ Quelle: Scientists investigate death of 10,000 endangered ’scrotum‘ frogs in Peru, The Guardian 19.10.16.

Die Ursachen der Flussverschmutzung sind vielfältig: Mangel an Kläranlagen, Schwermetalle aus ehemaligen Minen und illegalem Goldabbau, Pestizide aus der Landwirtschaft usw.

Landwirtschaft! Der Anbau von Quinoa boomt, ein Exportschlager. Einst das Brot der Einheimischen, dann auch eine Getreidealternative für Leute mit Glutenunverträglichkeit, heute weit verbreitet und auf den Regalen der Grossverteiler. Vorteil: Der Erlös der Bauern ist stark gestiegen. Nachteile: Für die Einheimischen ist das ehemalige Hauptnahrungsmittel zu teuer geworden, mangelnde Fruchtfolge, Pestizide (auch im Grundwasser), Erosion. Zur schnelleren Reifung sprühen Bauern Paraquat auf die Pflanzen; dieses Herbizid ist in der Schweiz und der EU verboten. Ein massvoller und umweltverträglicher Anbau wäre ein Gewinn für die Landbevölkerung.

Warum Superfood nicht super ist, WirtschaftsWoche 13.4.16

Quinoa kaufen oder nicht kaufen – ist das die richtige Frage? Tanya Kerssen, Quetzal, April 2013.

Erweiterung Analysenangebot GBA Laborgruppe, Mögliche analytische Fragestellungen: Paraquat/Diquat z.B. in Chia-Samen, Quinoa etc.

Superfoods: Öko-Test findet Pestizide, Mineralöle und Blei, Utopia 31.3.16

Copyright: Vecker.

Copyright: Vecker.

24.10.16 HOME

Import-Heu nur aus der EU – Spargeln aus Mexiko

30. März 2012
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Ökologie in der Küche: Wer saisongerecht kocht, kauft keine Spargel aus fernen Landen, sondern wartet bis die ersten Schweizer Spargeln geerntet sind, das ist etwa Mitte April. Vorfreude ist die schönste Freude!

Wer arbeitet macht Fehler, wer viel arbeitet macht viele Fehler. Heidi war zwar skeptisch, als sie die Artikel in der Südostschweiz und der Aargauer Zeitung betreffend Heuimport aus Eritrea, Kirgistan, Peru und Kamerun las, aber dem Unsinn sind keine Grenzen gesetzt, und die Schweizer Bauern kaufen auch immer mehr ennet der Grenze ein. Ein Leser war aber kritischer, glaubte dies nicht und erkundigte sich bei der Sektion Statistik der Oberzolldirektion. Das Ergebnis: Beim Erfassen der Ländercodes wurde ER (Eritrea) anstatt FR (Frankreich), PE (Peru ) anstatt DE (Deutschland) und CM (Camerun) anstatt (CH) Schweiz eingegeben. Was CH-Heu mit dem Zoll zu tun hat, bleibt Heidi schleierhaft. Vielen Dank Christoph Good für die Korrektur! Auch für den Link zur Meldung des Bauernverbands Aargau (BVA), wo unter dem Titel Kein Heu aus Eritrea: zu lesen ist: „… Die Schweiz ist und bleibt ein Grasland. Das bestätigt auch, dass über 97 % des Heus selber produziert wird. Der Rest wird insbesondere als Ergänzung aus dem Süddeutschen Raum, aus Frankreich und Italien importiert. Trotzdem muss das Ziel der neuen Agrarpolitik sein, diese wenigen Importe zu reduzieren…“ Wird „der Rest“ tatsächlich nur aus der EU importiert? Das stimmt so nicht, siehe Nachtrag vom 31.3.12. Über die massiven Futtermittel-Importe schweigt sich der BVA aus. Heidi entschuldigt sich bei ihren LeserInnen für diese Fehlmeldung.

Christoph Good meint: „Es war schon interessant, wie diese Futterimporte für einen Aufschrei in der Presse gesorgt haben. Bei den Lebensmitteln (Bohnen sind standardmässig über den Winter aus dem hungergeplagten Kenia, div. Gemüse kommen aus Südafrika, sehr vieles aus Almeria/Spanien und auch aus Kriegsgebieten wie Israel). Aber das interessiert fast niemanden, Hauptsache der Preis stimmt.“ Der Gemüsebaubetrieb Good in Mels SG bietet saisongerechtes Gemüse an, weshalb Heidi hier einen kleine Werbespot anbringt. Auf dem Internet präsentiert er sich wie folgt: „… Das grosse Gemüsesortiment wird hauptsächlich direkt vermarktet. Karotten, Spinat und Chicoréewurzeln produzieren wir zusätzlich für den Grosshandel. Unsere Philosphie ist es, unserer Kundschaft frisches, möglichst ökologisch produziertes Saisongemüse von unserem Betrieb anzubieten. Deshalb vermarkten wir ausschliesslich selbst produziertes Gemüse, es wird kein Gemüse zur Sortimentserweiterung zugekauft… “ Der Lindenhof führt einen Hofladen und bietet seine Produkte von Mai bis November auf dem Melser Dorfmarkt an. Die Internetseiten werden zur Zeit überarbeitet, neuer Auftritt Anfang Mai.

Nachtrag 31.3.12: Ein anderer Leser zweifelt daran, dass nur aus nächster Nachbarschaft Heu importiert worden war, denn in der Statistik der Zollbehörden sind folgende „gesicherte“ Importe aufgeführt: 2011 elf Tonnen Heu aus den USA, 2004 350 Tonnen aus Kanada, 2003 und 2004 50 Tonnen aus den USA; 17 kg wurden 2006 aus China importiert, eine Mustersendung? Heidi meint: Es besteht nicht nur die Gefahr der Verfälschung der einheimischen Pflanzenwelt durch Importheu. Zum Beispiel werden im Berggebiet bei der Begrünung von kahlen Flächen (Weg-, Strassen-, Skipistenbau) immer noch exotische Pflanzen gesät: amerikanische Gräser, Strandgräser aus Nordeuropa, Klee aus Schweizer Züchtung für intensive Ansaatwiesen usw.

30.3.12 HOME

Heuimporte und ihre Folgen

8. März 2012
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Zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen in Gewächshäusern wurde der Asiatische Marienkäfer in Europa eingeführt. Jetzt verdrängt er die einheimischen Marienkäfer und richtet auch sonst Schaden an. Dies ist hoffentlich ein einheimischer Marienkäfer.

In der Aargauerzeitung zu lesen: Import-Heu: Schweizer Kühe fressen Heu aus Eritrea. Heidi hat am 5.12.11 darüber berichtet, dass 150’000 Tonnen Heu im Jahre 2010 importiert wurden, siehe Bill Clinton ist Vegetarier. Was sie damals nicht wusste: 22 Tonnen stammen aus Eritrea*, 19 Tonnen aus Kirgistan*, 22 Tonnen aus Peru, auch aus Kamerun wurde Heu importiert. Über Kamerun berichtete Adi’s Agro-Blog in fünf Artikeln, so heisst es in KameRun(3): Dégustation au Buffet Centr’afrique: „… Die Lebensmittel- und Lebenshaltungskosten sind in Kamerun im Verhältnis zu den Löhnen enorm hoch. Falls man überhaupt Lohn bezieht. Die Journalistenkollegen schätzen, dass mindestens die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung arbeitslos ist. Über die offiziellen Zahlen zwischen 10 und 20 Prozent können sie nur lachen…“

Abgesehen von der ethischen Seite und dem Transportweg stellt sich die Frage nach möglichen Folgen solcher Importe. Heu ist kein homogenes Gut wie etwa Getreide. Es enthält Samen von Pflanzen, die in den weit entfernten Export-Ländern beheimatet sind. Es besteht also die Gefahr, dass Unkräuter eingeschleppt werden, die nicht mehr oder nur mit grossem Aufwand oder Herbiziden bekämpft werden können. Samen gelangen über Transport, Lagerung und Futterkrippen-Abfälle auf die Wiesen; sie überstehen zum Teil unbeschadet den Weg durch den Verdauungstrakt der Tiere. Auch importierte Samen aus den Nachbarländern können die einheimische Flora verfälschen, weil es andere Ökotypen sind. Die Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (SKEW) setzt sich für die biologische Vielfalt ein, informiert über eingeschleppte Arten sowie Gesetzte und Übereinkommen. Nicht-einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten absichtlich oder unabsichtlich eingeführt wurden, sind der zweitwichtigste Grund des Artenrückgangs, der wichtigste ist die Zerstörung von Biotopen durch den Menschen. Die Schweiz ist bisher ihren internationalen Verpflichtungen zur Erhaltung der Artenvielfalt nur mangelhaft nachgekommen.

Weitere offene Fragen sind: Das Einschleppen von Schädlingen sowie Pflanzen- und Tierkrankheiten. Allfällige Folgen dieses verantwortungslosen Tuns muss die ganze Bevölkerung tragen.

Nachtrag 9.3.12: Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) meldet heute, dass die Heu-Importe 2011 einen neuen Rekordstand erreicht haben: 166‘700 Tonnen.

* Nachtrag 28.3.12: Wie ein aufmerksamer Leser Heidi schrieb,  wurde offenbar kein Heu aus Eritrea und Kirgistan importiert. Diese Meldung beruht auf einem Fehler der Zollbehörden beim Erfassen des Ländercodes. Heidi wird die Importe aus Kamerun und Peru überprüfen und dann darüber berichten.

8.3.12  HOME


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