Posts Tagged ‘Pestizid’

Gehn wir Brennnesseln vergiften auf der Alp!

19. Mai 2022
Mit Herbizid todgespritzte Brennnesseln. Copyright: Anna

Mit Herbizid todgespritzte Brennnesseln auf einer Alp. Copyright: Anna

Liebe Heidi

Ich war heute auf der Alp: todgespritzte Brennnesseln! Abseits habe ich noch einen kleinen Busch voller Raupen gesehen, den hat der Älpler wohl übersehen. Fast wären mir die Tränen gekommen.

Zuhause kam mir Georg Kreisler in den Sinn. Ich habe seinen Taubenvergiften-Text angepasst:

„Das Wetter ist wunderschön,
da sitzt kein Älpler zu Haus.
Heute muss man ins Grüne gehn,
in den bunten Frühling hinaus.

Der wackere Bursch mit der Spritze
sitzt nicht im grünen Klee,
er hat seine Giftflasche auf dem Sitze,
denn er hat eine Idee.

Ja, der Frühling, der Frühling, der Frühling ist hier.
Gehn wir Brennnesseln vergiften auf der Alp!
Kann’s geben im Leben ein grössres Plaisir
als das Brennnessel vergiften auf der Alp!“

Da reden alle vom Artensterben, vom Fördern der Biodiversität mit Steuergeldern, aber sogar auf der Alp wird regelmässig Chemie gespritzt. Ich finde das total schizophren! Das sollte man verbieten. Man sieht den Weiden an, dass sie überdüngt sind. Das ist die Ursache der Verunkrautung. Die „Unkräuter“ sind nur die Symptome.

Kannst du meine Fotos veröffentlichen?

Grüsse vom Dorf

Anna

Frei nach Georg Kreisler – Taubenvergiften

Viele Raupen auf Brennnesseln. Copyright: Anna

Viele Raupen auf Brennnesseln. Copyright: Anna

19.5.22 HOME

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Mais-Saatbeizmittel: Gesundheitsrisiko für den Menschen?

27. März 2022
Gefahrenkennzeichnungen Mais-Saatbeizmittel Korit 420 FS mit dem Wirkstoff Ziram

Gefahrenkennzeichnungen Mais-Saatbeizmittel Korit 420 FS mit dem Wirkstoff Ziram, abgerufen im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) am 27.3.22.

Das Mais-Saatbeizmittel Korit 420 FS mit dem Wirkstoff Ziram ist in der Schweiz und in Österreich zugelassen. Es erhielt in Deutschland für den Zeitraum vom 15.12.19 bis 12.4.20 eine Notfallzulassung.

Die European Chemicals Agency (ECHA) schreibt: „Auf der Grundlage der Bewertung aller zu Ziram vorgelegten relevanten Informationen und anderer Informationen kommt die ECHA zu dem Schluss, dass weitere Informationen erforderlich sind, damit die bewertende zuständige Behörde des Mitgliedstaats (Member State Competent Authority MSCA) in der Lage ist zu beurteilen, ob der Stoff ein Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellt. Besonders zu klären sind die Bedenken betreffend
Entwicklungsneurotoxizität und/oder Parkinson-Erkrankungen.“

Was ist Entwicklungsneurotoxizität?

Die European Food Safety Authority (EFSA) führte im Oktober 2016 eine Workshop über Entwicklungsneurotoxizität durch und erklärt diese Störungen wie folgt: „In der frühen Phase der fötalen Entwicklung können Umweltsubstanzen Einfluss auf die Ausbildung und Differenzierung der verschiedenen Zelltypen bzw. auf die Verzögerung von Reifungsprozessen des Gehirns haben. Diese Störungen können dann in Form eines niedrigen IQs, von Autismus, Hyperaktivität, mangelnder Konzentrationsfähigkeit, beeinträchtigtem Erinnerungsvermögen oder Verhaltensstörungen in Erscheinung treten.

Amerikanische Wissenschaftler schätzen, dass 10 bis 15 Prozent der Kinder im vor- oder schulpflichtigen Alter von einer dieser Störungen betroffen sind. Die genauen Ursachen und Abläufe sind bislang noch weitgehend unbekannt, die Datenlage dürftig. Wissenschaftler nehmen an, dass Industriechemikalien, denen Frauen während der Schwangerschaft ausgesetzt waren, eine Rolle spielen. Eine werdende Mutter nimmt die Substanz über die Haut, die Luft oder oral (z.B. Pestizidrückstände) in ihren Körper auf und reicht sie oder eine verstoffwechselte Form dieser Substanz über die Planzenta an den Fötus weiter.“

Ziram und Krähen

Das Maissaatgut für die konventionellen Bauern war in der Schweiz 2021 mit dem Beizmittel Korit 420 FS (Ziram) ausgestattet. Das hat Heidi auf der Homepage der landwirtschaftlichen Schule Strickhof erfahren. Dieser Wirkstoff sei der Einzige, der noch eine Zulassung habe. Seine Wirkung gegen Krähen (Repellenteffekten) sei aber gemäss Firmenangaben deutlich schwächer als jene von Mesurol. Mesurol hat Ende Juni 2020 die Zulassung verloren. Laut Vogelwarte ist das tiefer Säen des Maises um Krähenschäden (fressen der Maiskörner) zu verhindern nicht geeignet. Die Krähen holen den Samen trotz tiefer Saat hervor. Was wirklich nützt ist, die Krähen nicht aufs Feld zu locken oder sie zu vergrämen.

Nach der Bodenbearbeitung wird etwa 2 Tage gewartet bis der Mais gesät wird. Denn die Krähen kommen auf frisch bearbeitete Felder, um Würmer, Käfer, Schnaken usw. zu fressen. Bei der Saat muss darauf geachtet werden, dass kein Maiskorn auf der Bodenoberfläche herumliegt wie dies Osmerus in Norddeutschland beobachtet hat, siehe Bericht vom 6.5.15: Wer färbt die Landschaft mit Mais rot? Herumliegende Körner locken die Krähen an. Weitere Massnahmen sind gemäss Strickhof: Akustische Abschreckgeräte wie der BirdAlert, der mit Vogelschreien arbeitet oder ein Knallapparat. Grosse mit Gas gefüllte Ballone zeigen auch Wirkung. Tote Krähen aufhängen bringt nichts als Ärger, stattdessen steckt man die Federn einer toten Krähe kreisförmig in den Boden. Dass das Aufhängen von toten Krähen nichts nützt, das kann man auch auf Heidis Mist nachlesen (28.7.12) Tote Krähen aufhängen nützt nichts!

Korit 420 FS giftig für Regenwürmer

Gemäss Kwizda Agro GmbH Wien, Zulassungsinhaber, für die Endkennzeichnung Verantwortlicher und Hersteller, ist das Beizmittel Korit 420 FS giftig für Regenwürmer. Aufgrund der Gefahrenkennzeichnungen vermutet Heidi, dass das Pestizide auch vielen weiteren Bodenlebewesen schadet.

Österreich: Was schreiben grüne Bauern?

Grünes Land, Zeitung für eine ökologische Agrarpolitik Nr 077, März 2022

Zum Vergrössern auf Bild klicken. Grünes Land, Zeitung für eine ökologische Agrarpolitik Nr 077, März 2022

Gesundheitliche Bedenken für Mensch und Tier müssten ernst genommen werden. Weshalb ist Korit 420 FS noch zugelassen?

Notfallzulassung nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 für das Pflanzenschutzmittel: Korit 420 FS. Deutsches Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

EUROPEAN CHEMICALS AGENCY (ECHA), 13.2.18, Substance name: Ziram, EC number: 205-2BB-3, CAS number: L37-3O-4:

EFSA/OECD-Workshop zur Entwicklungsneurotoxizität. 7.11.16

Pflanzenschutz aktuell im Feldbau 21. April 2021, Mais, Achtung Krähen. Landwirtschaftliche Schule Strickhof

Maisanbau: Mesurol-Beizmittel verliert seine Zulassung Ende Juni. Bauernzeitung 5.2.20

Grüne Bäuerinnen und Bauern. Die Maisaussaat steht vor der Tür. Grünes Land März 2022

Wer färbt die Landschaft mit Mais rot? Osmerus’s Blog 6.5.15

Korit 420 FS, Kwizda Agro GmbH Wien

Die richtige Beize für den Mais. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

27.3.22 HOME

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Werbung: „AdeSectin ist seit mehr als 20 Jahren die Schweizer Lösung gegen Spinnen“

23. Januar 2022

Wasserspinne. Quelle: Film von Otto Hahn Geliebt und gefürchtet: Spinnen

Heidi liebt Spinnen!

Wikipedia: „Die Wasserspinne (Argyroneta aquatica) oder auch Silberspinne ist die einzige Spinnenart, die nicht an Land, sondern unter Wasser lebt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Britischen Inseln im Westen bis nach Japan im Osten. Die Tiere bevorzugen saubere Seen oder langsam fliessende Gewässer. Da die Wasserqualität vielerorts durch Gülle und Pestizide aus der Landwirtschaft beeinträchtigt ist, ist der Bestand stark rückläufig. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in der Kategorie Stark gefährdet.“

Geliebt und gefürchtet: Spinnen

Über zwei Jahre lag Otto Hahn mit der Kamera auf der Lauer und hat einheimische Spinnen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet. Ihm gelangen faszinierende Aufnahmen von der Balz, der Paarung, der Brutpflege, der Häutung und vom Netzbau. Der Film zeigt die ausserordentlich grosse Formenvielfalt dieser Tiergruppe und belegt ihre bedeutende Rolle als Insektenfresser im Naturhaushalt.

Geliebt und gefürchtet: Spinnen. SWR, Planet Schule

AdeSectin tötet Spinnen

Werbung: „Sie kennen das Problem: Überall, wo sich Mücken und andere Insekten tummeln, weben Spinnen ihre klebrigen Netze. Vor allem Lichtquellen im Freien sind ein grosser Anziehungspunkt für Mücken und andere fliegende Insekten. Kaum sauber geputzt, ist schon wieder alles voller Spinnweben. Ein ewiges Ärgernis! Das muss nicht sein – einfach AdeSectin aufsprühen, und der Ärger ist vorbei.

… AdeSectin ist seit mehr als 20 Jahren die Schweizer Lösung gegen Spinnen …“

Delthametrin

Der Wirkstoff von AdeSectin ist das Insektizid Delthametrin, ein Nervengift aus der Gruppe der Pyrethroide. AdeSectin ist an vielen Orten erhältlich: Drogerien, Apotheken, Hauswartbedarf, Coopvitality, Galaxus, Landi, Online-Shops usw.

Wikipedia: „Als Pflanzenschutzmittel ist ein Deltamethrin-haltiges Präparat in Deutschland und Österreich beim Anbau von Getreide, Raps, Rüben und Kartoffeln sowie auf Wiesen gegen verschiedene „beißende“ Insekten zugelassen. In der Schweiz sind mehrere Präparate zugelassen, das Anwendungsspektrum ist noch etwas breiter und umfasst unter anderem auch die Verwendung gegen Borkenkäfer bei geschlagenem Holz.

Es fällt immer wieder auf, dass die Schweiz Pestizide „grosszügiger“ zulässt als die Nachbarländer und auch besonders schädliche später verbietet.

Was ist im Sicherheitsdatenblatt geschrieben?

Adesectin_Sicherheitsdatenblatt, PDF

Gefahrenhinswiese
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
H410: Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Sicherheitshinweise
P102: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
P280e: Schutzhandschuhe/Augenschutz tragen.
P301a: BEI VERSCHLUCKEN: Mund mit Wasser ausspülen und
reichlich Wasser nachtrinken.
P302a: BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: sofort mit viel
Wasser abwaschen.
P305a: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Sofort mit viel
Wasser, auch unter den Augenlidern, ausspülen.
P501: Inhalt/Behälter einer anerkannten Abfallentsorgungsanlage
zuführen.

Verpackungen < 125 ml
Achtung
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
P101: Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder
Kennzeichnungsetikett bereithalten.
P102: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
P262: Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung
gelangen lassen.

Erstaunlich ist daher das Werbe-Video aus welchem Heidi folgendes Bild kopiert hat:

Adesectin-Spritzen ohne Handschuhe. Quelle: Werbe-Film.

Adesectin-Spritzen ohne Handschuhe. Quelle: Werbe-Film.

 

"Hinterlassen Sie bei Ihren Besuchern einen perfekten Eindruck mit einem sauberen Haus ... Quelle: Werbefilm AdeSectin.

„Hinterlassen Sie bei Ihren Besuchern einen perfekten Eindruck mit einem sauberen Haus …“ Quelle: Werbefilm AdeSectin.

Deltamethrin, Wikipedia

Pflanzenschutzmittelverzeichnis, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Deltamethrin

AdeSectin – Langzeitschutz vor lästigen Spinnweben, Video. adesectin.ch

Spinnenphobie bei der Schweizerischen Südostbahn? Fausta Borsani, ohneGift 25.9.21

23.1.22 HOME

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Herbizid Asulam: In der EU verboten – in der Schweiz zugelassen

18. November 2021
Bildschirmfoto vom 18.11.21: zugelassene Herbizide mit dem Wirkstoff Asulam

Bildschirmfoto vom 18.11.21: zugelassene Herbizide mit dem Wirkstoff Asulam

Fausta Borsani, Präsidentin des Vereins Ohne Gift, schrieb am 17.11.21 einen Beitrag über das Herbizid Asulam. Er beginnt wie folgt:

„Das Herbizid Asulam wird verdächtigt, das menschliche Hormonsystem zu stören. Es wird vor allem gegen Blacken und Farne – auch auf Bergweiden – eingesetzt. Wie viel Herbizide auf Schweizer Alpen ausgebracht werden, weiss niemand. Es gibt weder Kontrollen noch Zahlen. Jedenfalls ist das Herbizid in der EU verboten. Hoffentlich bald auch in der Schweiz.“

Asulam war von 1971 bis 1992 in Deutschland als Herbizid zugelassen.

Wann, wann, wann wird Asulam auch in der Schweiz verboten?

Lesen Sie den vollständigen Artikel: Die Tage von Asulam sind gezählt. Fausta Borsani, Ohne Gift 17.11.21

Trittst im Alpengift daher. Peter Jäggi, Zalp 25.1.21

Pestizide auf der Alp. Trittst im Alpengift daher. Die Mythen der Pestizidindustrie, Bio-Stiftung Schweiz

Asulam, Wikipedia

18.11.21 HOME

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Bauer im Berner Jura straflos trotz wiederholter Gesetzesverstösse

15. Juli 2021
Mottfeuer verursachen immer wieder Baumschäden. Foto 14.7.21
Mottfeuer verursachen immer wieder Baumschäden. Foto 14.7.21

Viel gäbe es heute zu berichten, etwa güllen direkt vor Regenwarnung Stufe 3 oder umweltschädliche Palmölplantagen (Korindo: Korean palm oil giant stripped of sustainability status, BBC 15.7.21). Unbemerkt von vielen Medien sind die Delikte, welche bei der Polizei angezeigt, aber nicht geahndet werden, z.B. im Berner Jura.

Die folgende Meldung beruht auf vertrauenswürdigen Quellen: ein Beamter und ein Beobachter. Sie kennen viele Gesetzesverstösse eines Bauern, melden diese jeweils der Polizei. Der Beamte weiss aber, dass der Bauer nicht gebüsst wurde. Grund: Der Polizeirapport war zu wenig genau!

Die Meldung an Heidi von gestern abend:

… er muss nichts bezahlen

Es ist schlimmmmmmm. Es gibt viele Fotos von den Delikten dieses Bauern mit sehr grossem Hof. Bauer X. wird immer wieder angezeigt, aber er kann sich immer drücken!???? Er macht immer wieder diese Delikte. Jetzt weiss ich auch warum … Wenn er ja nie oder nie richtig gebüsst wird!!!

  • Mein Lieblingsbauer hatte letztes Jahr sogar ein Feuer verursacht an der Hauptstrasse, so dass da die Feuerwehr und Polizei kamen … Er hatte Glück, dass kein Grossbrand entstand. Jetzt das richterliche Urteil: Er muss nichts bezahlen, nur 4’000 Franken für Feuerwehr etc.!!! Der Beamte ist sehr zornig weil wieder nix passiert ist. Es hiess „der Polizeirapport war zu wenig genau“!
  • Diverse Male Gülle auf Schnee mit Polizei – er muss nichts bezahlen!!!
  • Altmetall seit Jahren (Mülldeponie) in einem Sumpfgebiet und etwas weiter unten sogar Naturschutzgebiet – er muss nicht bezahlen!!!!
  • Der halbe Wald mit Gift behandelt – er muss nichts bezahlen!!!!
  • Diverse Feuer (holzen), die Polizei kam – er muss nichts bezahlen!!!!

Halloooo???? Das kann doch nicht sein????

Heidi meint: „Ja, das dürfte nicht sein! Sie wird das dort melden, wo man es schon weiss, bei den zuständigen kantonalen Ämtern.“

Artenschutz ist eine Schwäche der Schweiz. Heidis Mist vom 4.7.21

Berner Jura: Gesundheitsschädlicher Rauch aus Wytweiden und Wald (3). Heidis Mist vom 2.5.21

Traumhafte Winterlandschaft im Berner Jura – doch was soll die Gülle auf dem Schnee? Heidis Mist vom 26.11.19

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Sonntagsgruss von der Alp mit Herbizid auf blühenden Brennnesseln

28. Juni 2021
Brennnesseln mit hängenden Köpfen nach Herbizidbehandlung. Copyright: Fabi M.

Für Vergrösserung auf Bild klicken. Brennnesseln mit hängenden Köpfen nach Herbizidbehandlung. Copyright: Fabi M.

Heidis Kommentar: Nicht alle Herbizide darf man auf blühende Pflanzen spritzen, nicht erlaubt ist das Behandeln von blühenden Pflanzen z.B. mit dem auf Alpen beliebten Herbizid Asulam; nach dem Spritzen muss für Beweidung oder Schnitt zudem eine Wartefrist von drei Wochen eingehalten werden. Es ist klar, dass Wildtiere sich nicht an solche Vorschriften halten!

Wie einfach wäre es doch, dieses Brennnesselbüschel mit der Sense umzulegen und dann angewelkt oder trocken dem Vieh zu verfüttern, denn Brennnesseln sind gesund.

Heidis Artikel über Herbizide auf Alpen

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K-100-Hochleistungskuh – Cartoon von Widmer

1. Juni 2021

Dieser Cartoon darf gratis weiterverbreitet werden mit folgendem Copyright-Hinweis: © Ruedi Widmer. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Dieser Cartoon darf gratis weiterverbreitet werden mit folgendem Copyright-Hinweis: © Ruedi Widmer. Aus «Trittst im Alpengift daher» https://www.pestizidmythen.ch/#alpengift

Heidis Artikel über Herbizide auf Alpen

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Bedrohung durch Unkraut heute grösser als je zuvor in der Geschichte der Menschheit

21. Mai 2021

Copyright: Rothamsted Research

Copyright: Rothamsted Research

Ein Langzeitexperiment von Rothamsted Research zeigt, dass Klima, Pflanzenhöhe, Düngemittel und Herbizidresistenz Schuld sind am grössten Unkrautproblem, das die Menschen je hatte.

Rothamsted Research ist ein weltweit führendes, gemeinnütziges Forschungszentrum, das sich auf strategische Agrarwissenschaft zum Nutzen von Landwirten und der Gesellschaft weltweit konzentriert.

Nutzpflanzen sind heute anfälliger für Unkräuter als vor der Einführung von Herbiziden. Eine neue Studie zeigt, dass dies eine noch nie dagewesene Bedrohung für unsere Ernährungssicherheit darstellen.

Anhand von Daten aus dem weltweit am längsten laufenden Versuch, dem Rothamsted Broadbalk Weizenversuch (seit 1843) in Hertfordshire, fanden die Forscher heraus, dass auf Parzellen, auf denen noch nie Herbizide eingesetzt wurden, die Ertragsverluste durch Unkräuter seit den 1960er Jahren kontinuierlich zugenommen haben. In den ersten zehn Jahren des Datensatzes ging weniger als ein Drittel der Ernte durch Unkräuter verloren, doch zwischen 2005 und 2014 stieg dieser Anteil auf mehr als die Hälfte.

Das Team von Rothamsted Research, das die Studie durchgeführt hat, führt dies darauf zurück, dass Unkräuter in einem sich erwärmenden Klima besser gedeihen als Nutzpflanzen, gepaart mit einer Verschiebung hin zu kürzeren Nutzpflanzensorten, die von den höheren Unkräutern beschattet werden.

Und genau wie unsere Nutzpflanzen haben auch viele Unkrautarten in diesem Zeitraum vom erhöhten Einsatz von Stickstoffdünger profitiert.

Darüber hinaus hat mehr als ein halbes Jahrhundert konsequenter chemischer Spritzungen zum Aufkommen von herbizidresistenten Unkräutern geführt, was unsere Fähigkeit bedroht, die seit den 1960er Jahren erzielten Produktivitätsgewinne bei den Nutzpflanzen zu halten.

Herbizide haben Unkrautproblem vergrössert

Der Hauptautor, Jonathan Storkey, sagte: „Die Verringerung der Ertragsverluste durch Unkräuter wird aufgrund der Entwicklung von Herbizidresistenzen immer schwieriger, und wir können uns nicht mehr allein auf Herbizide verlassen, um der zunehmenden Bedrohung durch Unkräuter zu begegnen. Wenn wir die durch Unkräuter verlorenen Erträge in den ersten zehn Jahren des Datensatzes vergleichen, ‚raubten‘ Unkräuter im Durchschnitt 32 Prozent des Ertrags, verglichen mit 54 Prozent in den letzten zehn Jahren der Daten.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass Unkräuter heute eine grössere inhärente Bedrohung für die Pflanzenproduktion darstellen als vor dem Aufkommen von Herbiziden und dass integrierte, nachhaltige Lösungen für das Unkrautmanagement dringend erforderlich sind, um das hohe Ertragspotenzial moderner Pflanzensorten zu halten.“

Moderne Sorten und Stickstoff

Neben den immer grösser werdenden Verlusten durch Unkräuter zeigte die Analyse der Daten, dass Unkräuter auch die Weizenerträge auf Parzellen mit höheren Stickstoffdüngergaben proportional stärker reduzierten. Auf vergleichbaren Parzellen, auf denen Unkräuter mit Chemikalien bekämpft wurden, wurden höhere Weizenerträge erzielt, wenn mehr Stickstoffdünger zugeführt wurde – was bedeutet, dass Herbizide auf den ertragreichsten Weizenfeldern am vorteilhaftesten sind.

Moderne Sorten mit hohem Düngemitteleinsatz sind daher anfälliger für höhere Ertragsverluste, wenn Herbizidresistenzen zu einem grösseren Problem werden.

Erfahrungen seit 1843 …

Die Broadbalk-Winterweizenversuche wurden 1843 angelegt, um verschiedene Mengen und Kombinationen von anorganischen Düngemitteln im Vergleich zu Hofdünger auf die Weizenerträge zu vergleichen.

Seit Mitte der 1960er Jahre wurden in einigen Parzellen Herbizide eingesetzt, in anderen nicht. Das Team untersuchte Daten ab 1969 – etwa zu Beginn der so genannten „Grünen Revolution“, als ertragreichere Weizensorten und ein erhöhter Einsatz von Stickstoffdünger weltweit zur Norm wurden. Wie ihre Daten jedoch deutlich zeigen, wurden diese globalen Ertragssteigerungen nur durch einen gleichzeitigen Anstieg des Einsatzes von Pestiziden möglich gemacht.

In den Parzellen wurden insgesamt 41 Unkrautarten festgestellt, wobei die Haupt-„Rache“ der Landwirte, das Schwarze Rispengras, allgegenwärtig war – und besonders häufig auf Parzellen mit hohen Düngergaben auftrat.

Neben der zunehmenden Herbizidresistenz hat auch die Einführung kürzerer Pflanzensorten – die mehr Nährstoffe in das Korn und nicht in den Stängel bringen – zu erhöhten Ertragseinbussen geführt, da die zierlichen Pflanzen oft von viel grösseren Unkräutern verdrängt werden.

Infolgedessen, so Jonathan Storkey, „ist es wahrscheinlich, dass Pflanzenzüchter in Zukunft sowohl Eigenschaften berücksichtigen müssen, die Ertragsverluste durch Unkraut reduzieren, als auch solche, die das Ertragspotenzial optimieren“.

Klimawandel begünstigt Unkräuter

Der letzte Faktor, der für die Zunahme des Unkrautdrucks verantwortlich ist, ist der Klimawandel. Zwischen 1969 und 2014 sind die durchschnittlichen Lufttemperaturen, die am meteorologischen Standort in der Nähe des Broadbalk-Experiments gemessen wurden, kontinuierlich gestiegen. Über die Hauptwachstumszeit für Unkräuter in Grossbritannien gerechnet, sind die Durchschnittstemperaturen stetig gestiegen und liegen jetzt etwa 2°C höher als 1969. Da das Wachstum der Unkräuter stärker auf wärmere Temperaturen reagiert als das der Pflanzen, hat dies den Unkräutern einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Jonathan Storkey sagte: „Management und Klimawandel haben in den letzten 45 Jahren zusammen die Bedrohung durch Unkräuter erhöht. Wenn wir uns nicht mehr auf Herbizide verlassen können, könnte man argumentieren, dass die Situation in Bezug auf den Unkrautdruck heute schlimmer ist als vor ihrer weit verbreiteten Einführung in den 1960er Jahren. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Unkrautbekämpfungsstrategien zu diversifizieren, indem Herbizide durch nicht-chemische Optionen ergänzt werden, einschliesslich der Erhöhung der Pflanzenkonkurrenz und der Unterbrechung der Lebenszyklen von Unkräutern durch Brachen oder vielfältigere Anbaufolgen.“

INCREASING WEED THREAT NOW GREATER THAN ANY POINT IN HUMAN HISTORY. Rothamsted Research, 23.3.21

Agricultural intensification and climate change have increased the threat from weeds. Global Change Biology, 23.3.21. https://doi.org/10.1111/gcb.15585

Quelle: Johann G. Zaller, Twitter

21.5.21 HOME

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Chlorothalonil tötet Pilze … und schädigt Bienen und Hummel

19. Mai 2021
Copyright: Wanyi Zhu et al. 2014

Copyright: Wanyi Zhu et al. 2014

Bienen und Hummel erbringen lebenswichtige Bestäubungsleistungen für die Mehrzahl der blühenden Pflanzen sowohl in natürlichen als auch in landwirtschaftlichen Systemen. Pestizide sind eine Ursache der Schädigung von Insekten. Selbst Fungizide, die im Allgemeinen als sicher für Bienen gelten, können nachweislich die Entwicklung von Honigbienen stören und das Verhalten von Hummeln beeinträchtigen.

Fungizid beeinträchtigt Hummelkolonie

Es ist jedoch wenig darüber bekannt, wie Fungizide das Wachstum von Hummelvölkern beeinflussen können. WissenschaftlerInnen der Universität Wisconsin und des United States Department of Agriculture Madison untersuchten die Auswirkungen von feldrelevanten Mengen des Fungizids Chlorothalonil auf Kolonien einer einheimischen Hummelart (Bombus impatiens). Hummelvölker, die dem Fungizid ausgesetzt waren, produzierten weniger Arbeiterinnen, hatten eine geringere Gesamtbiomasse an Bienen und leichtere Königinnen als die Kontrollkolonien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fungizide, in diesem Fall Chlorothalonil, den Erfolg dieser Hummelkolonien negativ beeinflussen.

Toxizität von Pestiziden für Honigbienenlarven

Forschende an der Pennsylvania State University untersuchten die chronische orale Toxizität der vier am häufigsten in Pollen und Wachs nachgewiesenen Pestizide – Fluvalinat, Coumaphos, Chlorothalonil und Chlorpyrifos – für Honigbienenlarven. Alle Pestizide lösten einen signifikanten Anstieg der Larvensterblichkeit im Vergleich zu unbehandelten Larven um mehr als das Zweifache aus, mit einem starken Anstieg nach drei Tagen der Exposition.

Unter diesen vier Pestiziden waren die Honigbienenlarven im Vergleich zu den erwachsenen Tieren am empfindlichsten gegenüber Chlorothalonil. Die WissenschaftlerI testeten auch den üblichen „inerten“ Inhaltsstoff N-Methyl-2-Pyrrolidon in sieben Konzentrationen und dokumentierten seine hohe Toxizität für Bienenlarven. Sie zeigten, dass eine chronische Nahrungsexposition gegenüber einem Fungizid, Pestizidmischungen und einem Formulierungslösungsmittel das Potenzial hat, sich auf Honigbienenpopulationen auszuwirken, und dass dies weitere Untersuchungen nötig macht.

Diese Studien wurden bereits 2014 bzw. 2015 veröffentlicht und es gibt viele ähnliche Studien. Trotzdem werden die Bestäuber zu wenig geschützt.

Four Common Pesticides, Their Mixtures and a Formulation Solvent in the Hive Environment Have High Oral Toxicity to Honey Bee Larvae. Published: January 8, 2014, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0077547

Colonies of Bumble Bees (Bombus impatiens) Produce Fewer Workers, Less Bee Biomass, and Have Smaller Mother Queens Following Fungicide Exposure. Insects 2015, 6(2), 478-488; https://doi.org/10.3390/insects6020478

19.5.21 HOME

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Tödliches Recycling von Saatgut

12. Januar 2021

Gebeiztes Maissaatgut

Gebeiztes Maissaatgut

Umweltfreundlicher könntes es nicht tönen! Die Firma AltEn im Dorf Mead in Nebraska verarbeitet stärkehaltige Körner, etwa Maiskörner, zu Ethanol (Biotreibstoff). AltEn war anders als die übrigen Ethanol-produzierenden Fabriken in den USA, sie machten Werbung für das Recyclieren von überschüssigem Saatgut für landwirtschaftliche Unternehmen. Der Rohstoff war gratis, aber das Abfallprodukt zu stark pestizidbelastet als dass es als Tierfutter hätte verwendet werden können.

Gestank, der Geruch von etwas Verrottendem war in der Luft. Die Menschen berichteten über Augen- und Halsreizungen und Nasenbluten. Dann begannen Bienenvölker zu sterben, Vögel und Schmetterlinge wirkten desorientiert und Haushunde wurden krank und taumelten mit geweiteten Pupillen umher.

Derweil lagerten Rückstände aus der Fabrik im Freien, wurden gar als „Bodenverbesserer“ auf Feldern ausgebracht. Nach mehreren Beschwerden wurde gemesssen. Es ist dieser Abfall, von dem einige Forscher sagen, dass er Wasser und Boden gefährlich verschmutzt und wahrscheinlich auch eine Gesundheitsbedrohung für Tiere und Menschen darstellt. Sie verweisen auf Tests, die von staatlichen Behörden angeordnet wurden und bei denen Neonics in AltEn-Abfällen in einer Menge gefunden wurden, die ein Vielfaches dessen ist, was als sicher gilt.

Die Resultate: zum Teil „unvorstellbar hohe“ Werte von Neonicotinoiden. Dan Raichel, ein Anwalt des Natural Resources Defense Council (NRDC) sagte: „Wenn ich in diesem Gebiet leben würde, wo diese Mengen an Neonics ins Wasser und in die Umwelt gelangen, würde ich mir Sorgen um meine eigene Gesundheit machen.“

Mead ist ein Warnzeichen

Raichel und andere Beobachter sagen, dass die Situation in Mead ein Warnzeichen sei – ein Beispiel für die Notwendigkeit strengere Vorschriften zu erlassen für das mit Pestiziden beschichtete Saatgut, das von grossen Unternehmen wie der Bayer AG und Syngenta vermarktet wird.

Beamte des Bundesstaates haben nun die Firma wegen Nichteinhaltung verschiedener Vorschriften zur Verhinderung von Umweltverschmutzung gemahnt und zeigten sich in dem Brief besorgt, dass AltEn die Abfälle nicht ordnungsgemäss entsorgt hätte. Es sei möglich, dass kurz- und längerfristig das Oberflächenwasser und das Grundwasser“ verschmutzt würden.

Versäumnis der Behörden

Die Anwohner von Mead sagen, sie seien besorgt über Abfälle aus der Anlage, die nicht auf dem Werksgelände geblieben sind. Zusätzlich zu den Mengen, die bei Bauern auf Feldern verteilen wurden, scheinen pestizidbelastete Flüssigkeit ausgelaufen sowie aus den Abwasserseen in die angrenzenden Wasserwege gelangt zu sein.

Die BewohnerInnen von Meas sind auch unzufrieden darüber, dass die Behörden mehr als zwei Jahre nichts zum Schutz der Gemeinde getan haben.

Grundwasser grossflächig pestizidbelastet?

Weil AltEn seine Abwässer auch auf Anbauflächen ausgebracht hat, befürchten einige Bewohner von Mead, dass das Brunnenwasser, auf das ihre Häuser angewiesen sind, nun verunreinigt ist, während Forscher sich auch um eine mögliche Verunreinigung eines unterirdischen Grundwasserleiters sorgen, der den gesamten Mittleren Westen der USA mit Wasser versorgt.

There’s a red flag here’: how an ethanol plant is dangerously polluting a US village. Situation in Mead, Nebraska, where AltEn has been processing seed coated with fungicides and insecticides, is a warning sign, experts say. The Guardian vom 10.1.21

12.1.21 HOME

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