Posts Tagged ‘Pflanzenschutzmittel’

Italien soll Einsatz von Pestiziden deutlich reduzieren

24. September 2022

UN-Sonderberichterstatter rät Italien, den Einsatz von Pestiziden deutlich zu reduzieren

Am 20. September stellte der UN-Sonderberichterstatter für Giftstoffe und Menschenrechte, Marcos Orellana, seinen Bericht über den Einsatz von Pestiziden in Italien vor. Er beglückwünscht Italien zu den Massnahmen, die es zur Verringerung des Pestizideinsatzes ergriffen hat, äussert jedoch seine grosse Besorgnis über die Ausfuhr gefährlicher Pestizide aus Italien, die nicht für die Verwendung in der Europäischen Union zugelassen sind.

Er ist auch ernsthaft besorgt über die Zunahme des Pestizideinsatzes in Regionen, in denen Prosecco angebaut wird, und insbesondere über das Vorhandensein gefährlicher Pestizide auf Kinderspielplätzen in der Nähe landwirtschaftlicher Gebiete. Er rät der Regierung, Pufferstreifen einzurichten, um gefährdete Menschen und Gebiete sowie Wasserläufe vor den ernsten Risiken und Schäden durch Pestizidabdrift zu schützen. Ausserdem fordert er Massnahmen, um die Menge der in Italien verwendeten Pestizide im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip deutlich zu reduzieren.

Pufferstreifen

Der Bericht weist auf die Bedeutung von Pufferstreifen hin, ein aktuelles Thema in der Diskussion um die neue EU-Pestizidreduktionsverordnung. 2019 wurde in Italien der Entwurf eines nationalen Aktionsplans für Pestizide vorgelegt. Dieser Plan sollte bald abgeschlossen werden, da der alte Aktionsplan 2018 auslief und die EU-Richtlinie 2009/128/EG alle fünf Jahre einen neuen Plan vorschreibt.

Der Entwurf sieht vor, dass der Einsatz von Pestiziden in landwirtschaftlichen Gebieten in der Nähe von bewohnten Gebieten oder gefährdeten Bevölkerungsgruppen in einem Abstand von weniger als 50, 40, 20, 15 oder 5 Metern verboten ist, je nach Klassifizierung des Pestizids. „Diese Spritzverbote sind unerlässlich, um gefährdete Menschen und Gebiete zu schützen, darunter Schulen, Spielplätze und Krankenhäuser, Naturschutzgebiete und archäologische Stätten. Pufferzonen sind auch wichtig, um die Verschmutzung von Oberflächengewässern und Grundwasser zu verhindern“.

Pestizidfreie Städte

Der Berichterstatter begrüsst die Initiative mehrerer italienischer Gemeinden, sich dem Europäischen Netzwerk pestizidfreier Städte anzuschliessen. Das Netzwerk zielt darauf ab, den Einsatz von Pestiziden zu minimieren und sie durch bestehende nachhaltige Alternativen zu ersetzen. Ziel ist es, die Gesundheit aller Menschen und die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern. Interessant ist, dass der Staatsrat im Jahr 2021 in einem Urteil in Bezug auf die Stadt Conegliano, die im Prosecco-Weinanbaugebiet liegt, bestätigt hat, dass die Gemeinden berechtigt sind, den Einsatz von Pestiziden zu verbieten.

Heidis Frage: „Wann endlich werden in der Schweiz Pufferstreifen entlang von Wohnzonen, Schulen usw. gesetzlich vorgeschrieben?“

Der vollständige Bericht: Besuch in Italien – Bericht des Sonderberichterstatters über die Auswirkungen des umweltgerechten Umgangs mit und der Entsorgung von gefährlichen Stoffen und Abfällen auf die Menschenrechte. Von Sonderberichterstatter für Giftstoffe und Menschenrechte – Marcos Orellano.

Die Punkte 69 bis 74 des Berichts sind den Pestiziden gewidmet. Visit to Italy – Report of the Special Rapporteur on the implications for human rights of the environmentally sound management and disposal of hazardous substances and wastes, Marcos Orellana

Marcos A Orellana auf Twitter

Banned in Europe: How the EU exports pesticides too dangerous for use in Europe. Public Eye 10.9.20

Pesticide contamination and associated risk factors at public playgrounds near intensively managed apple and wine orchards. Caroline Linhart et al. Environmental Sciences Europe 8.5.19

Oh du heiliger Mist!

7. September 2022
Naturschutzgebiet Ibergeregg: Heidis Misthaufenblick hat sofort weiter oben am Weg ...

Naturschutzgebiet Ibergeregg: Heidis Misthaufenblick hat sofort weiter oben am Weg …

... den Misthaufen entdeckt, an wunderschöner Aussichtslage.

… den Misthaufen entdeckt, an wunderschöner Aussichtslage.

Wieder einmal sind die geöffneten Tabs in Heidis Browser so zahlreich, dass sie fast nicht weiss wo anfangen. Eigentlich wollte sie das Drama des ausgetrockneten UNESCO-Naturerbes Coto de Doñana thematisieren und den Marche funèbre von Chopin verlinken. Seit mehr als zehn Jahren schreibt sie immer wieder über die wasserverschleissenden Erdbeeren, Himbeeren usw., bio und konventionell, die wir aus diesem Gebiet auch mitten im Winter beziehen, angeblich nachhaltig.

Am Sonntag sind Fotos von einem illegal gelagerten Misthaufen im Naturschutzgebiet Ibergeregg SZ eingetroffen und am Tag darauf ein Blog-Beitrag von Martin Sager, Direktor des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW), mit dem Titel Heiliger Mist.

Auch wenn die Zahl der illegal gelagerten Misthaufen stark rückläufig ist, so ist es die Menge der umweltschädlichen Dünger nicht. Ammoniak-Emissionen belasten nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch den Wald, Naturschutzgebiete, naturnahe Flächen … und Stickstoff und Phosphor verschmutzen Gewässer und Grundwasser. So ist es denn an der Zeit, dieses leide Thema in den Vordergrund zu stellen. Hinzu kommen die Pestiziden und deren Metaboliten im Wasser.

Über Misthaufen hat Heidi schon viel geschrieben, sie sind selbstredend. Das Verschmutzungsproblem Dünger ist weiterhin ungelöst.

Hier sei nur der Lead von Sagers Blog-Beitrag veröffentlicht, den vollständigen Kurzbeitrag lesen Sie am besten bei Aqua & Gas:

„Obwohl seit 1998 mit Artikel 62a des Gewässerschutzgesetzes substanzielle Mittel in Massnahmen der Landwirtschaft zur Senkung von übermässigen Gewässerbelastungen durch Nitrat, Phosphor und Pflanzenschutzmittel fliessen, ist die Verunreinigung des Grundwassers mit Nährstoffen kaum zurückgegangen. Gleichzeitig werden alle konkreten Massnahmen, die den Einsatz von Gülle und Dünger reduzieren wollen, im Parlament torpediert.“

Heiliger Mist. Martin Sager, SVGW, Aqua & Gas

Afrikanische Bauern und Organisationen der Zivilgesellschaft gegen chemische Düngemittel

6. September 2022

Afrikanische Bauernverbände und die Zivilgesellschaft haben ein Ende der Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) gefordert, weil sie die Abhängigkeit des Kontinents von teuren importierten Düngemitteln und anderen Betriebsmitteln verschärft hat. Sie haben ausserdem argumentiert, dass AGRA die Widerstandsfähigkeit der einheimischen Nahrungsmittelsysteme auf dem Kontinent untergraben hat.

Unter der Koordination der Allianz für Ernährungssouveränität in Afrika (AFSA) stellten die zivilgesellschaftlichen, bäuerlichen und religiösen Gruppen fest, dass AGRA sein Hauptziel, die Einkommen und die Ernährungssicherheit von Millionen von Kleinbauern zu erhöhen, nicht erreicht hat.

In einer Erklärung im Vorfeld des jährlich stattfindenden African Green Revolution Forum (AGRF), das vom 5. bis 9. September in Kigali, Ruanda, stattfindet und bei dem Führungskräfte von Unternehmen, Regierungen und Gebern unter dem Motto „Mutiges Handeln für widerstandsfähige Nahrungsmittelsysteme“ zusammenkommen werden, argumentieren die Protestierenden, dass die 15 Jahre alte Initiative für industrielle Landwirtschaft es nicht geschafft hat, die Einkommen und die Ernährungssicherheit von Millionen von Kleinbauern zu verbessern.

Sie forderten alle Geber auf, die Finanzierung der mit AGRA präsentierten Scheinlösung einzustellen und ihre Unterstützung auf die Agrarökologie zu verlagern, die ein gesundes, nachhaltiges, widerstandsfähiges und kulturell angemessenes Ernährungssystem für Afrika darstellt.

„AGRA hat die Abhängigkeit des Kontinents von teuren importierten Inputs vertieft und die Widerstandsfähigkeit der afrikanischen Ernährungssysteme untergraben.

„Wir fordern eine entschiedene Abkehr von importierten Düngemitteln und Chemikalien auf der Basis fossiler Brennstoffe und eine Hinwendung zu einer autarken, ökologischen Landwirtschaft, die die Böden revitalisiert und die Ökosysteme schützt“, so die Teilnehmer.

Letztes Jahr wurde ein offener Brief von 35 AFSA-Mitgliedsnetzen und fünf verbündeten Organisationen initiiert, der von 174 internationalen Organisationen unterstützt wurde. Daraufhin übermittelte die AFSA ihre Forderungen in einem Schreiben an AGRA und seine Geber wie die Gates Foundation, die Rockefeller Foundation und die US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID), die jedoch alle den dringenden Aufforderungen zum Kurswechsel nicht nachkamen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier: African farmers, CSOs oppose chemical fertilisers. Zambia Daily Mail Limited 29.8.22

FiBL-Alpvisite 2022 im Muotathal

11. August 2022

Heute in einer Woche, am Donnerstag, 18. August 2022, 9.00 bis 16.00 Uhr, findet auf der Alp Wasserberg im Muotathal SZ die FiBL-Alpvisite 2022 statt. Sie gibt Einblick in den Umgang mit Problempflanzen auf dem Alpbetrieb mit vier Stafeln, Sömmerung von Milchkühen, Kühen mit Käserei und Jungvieh auf den abgelegenen Weiden und den Arbeitsaufwand für den Unterhalt der Alp. Problempflanzen sind der Schwerpunkt; Biodiversität, Flora und Fauna werden einbezogen.

Kursleiter ist der erfahrene Fachmann Franz Josef Steiner vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL).

Im Trailer zum künftigen Film äussert sich die Älplerin klipp und klar zum Herbizideinsatz auf Alpen: „Für mich got eifach nöd zäme, wenn du wotsch Alpchäs mache und dä för so guet und gsund apriesisch und denn gosch go sprütze. Das got für mich überhaupt nöd zäme und das wär jetzt öb biologisch oder nöd…“

Trailer Alpvisite, sehr eindrücklich!

Hier finden Sie alle Informationen zum Anlass, inkl. Link zum Anmeldeformular FiBL- Alpvisite 2022 im Muotathal

Das Programm ist vielversprechend!

Das Programm ist vielversprechend!

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11.8.22 HOME

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Abkochen und Blumenschmuck nützen nichts gegen Pestizide im Trinkwasser

8. August 2022
Brunnen gibt es in den Schweizer Dörfern viele, nur ist das Wasser, das aus ihren Röhren fliesst, längst nicht mehr überall sauber.

Brunnen gibt es in den Schweizer Dörfern viele, nur ist das Wasser, das aus ihren Röhren fliesst, längst nicht mehr überall sauber.

Wir wissen es: In intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten ist das Trinkwasser nicht sauber. Besonders Nitrat, Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte bereiten den Trinkwasserversorgern Sorge. Metaboliten des Fungizids Chlorothalonil belasten das Grundwasser grossflächig mit mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter. In mehr als der Hälfte aller Kantone treten Metaboliten in diesen Konzentrationen auf. Das Bundesamt für Umwelt schreibt auf seiner Homepage: „Da sich Grundwasser relativ langsam erneuert und die Metaboliten von Chlorothalonil ausgesprochen langlebig sind, ist davon auszugehen, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch während Jahren in grösserem Ausmass beeinträchtigen werden.“

Was tun die Trinkwasserversorger? Viele warten. Worauf? Auf den Gerichtsentscheid. Wie es halt so läuft, die Verursacherin des Übels, die Syngenta, klagte gegen das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Die Richter brüten noch über dem Aktenberg, werden darüber entscheiden, ob die Metaboliten von Chlorothalonil „relevant“ sind oder nicht. Je nach dem ist ein Höchstwert einzuhalten oder nicht. Ein Entscheid wird im Herbst oder spätestens Ende 2022 erwartet. Und die Bauern? Sie pochen darauf, dass sie das heute verbotene Chlorothalonil korrekt gespritzt hatten.

Die Seeländische Wasserversorgung (SWG) in Worben hat eine Pilotanlage zur Umkehrosmose installiert und beabsichtigt, eine 1,7 Mio. Franken teure Anlage zur Filtrierung des Trinkwassers in der Fassung Worben zu installieren. Die Konzentrationen der Chlorthalonil-Metaboliten nach der Filtrierung sind alle unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Ein Pestizid löst das andere ab in der Geschichte der Pestizide. Überraschungen folgen mit Verzug.

Chlorothalonil-Metaboliten im Grundwasser. Bundesamt für Umwelt (BAFU)

21.4324 Interpellation, Nadine Masshardt: Gelten für Chlorothalonil-Metaboliten keine Höchstwerte mehr?

Chlorothalonil, Wikipedia

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Spar, Greenpeace und 86% der Österreicher fordern generelles Glyphosatverbot

2. August 2022

Glyphosat ist das weltweit am stärksten verbreitete Unkrautvernichtungsmittel und gilt als wahrscheinlich krebserregend. Wie kürzlich bekannt wurde, plant die Europäische Kommission eine weitere Zulassung des Pestizids bis Ende 2023 ohne weiteres Verfahren. Greenpeace und SPAR kritisieren dies scharf. Beide setzen sich seit Jahren aktiv gegen Glyphosat ein – sei es im Rahmen von Kampagnen oder im eigenen Geschäftsbereich.

SPAR hat etwa die Lieferant:innen der SPAR-Marken aus dem In- und Ausland angewiesen auf Glyphosat zu verzichten. In einer aktuellen Meinungsumfrage wurden 800 Österreicher:innen zu ihrer Einstellung zu Glyphosat befragt[1] :

  • 86 Prozent der Befragten sind – unabhängig von ihrer politischen Einstellung – für ein generelles Glyphosatverbot in Österreich und der Europäischen Union.
  • 85 Prozent der Befragten fordern von der österreichischen Bundesregierung ein stärkeres Engagement gegen Glyphosat auf europäischer Ebene.

Lesen Sie auf dem FRUCHTPORTAL weiter: Spar und Greenpeace sowie 86 Prozent der Österreicher fordern generelles Glyphosatverbot 1.8.22

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Bauer fotografiert Herbizid-Alpweide mit Tieren

31. Juli 2022
Mit Herbizid behandelter Weisser Germer.

Mit Herbizid behandelter Weisser Germer.

Bauer X schickte Heidi Fotos zum Veröffentlichen – unbedingt ohne Name! Es hat ihm nicht gefallen, was er auf der Alp Y gesehen hat.

Rinder und Mutterkühe fressen auf einer Weide in welcher Pflanzen, auch der giftige Weisse Germer, mit Herbizid todgespritzt worden waren. Erfahrenes Grossvieh kann den Weissen Germer als Giftpflanze identifizieren, Kälber können das aber nicht. Wird eine Giftpflanze mit Herbizid vernichtet, dann können alle Tiere, auch Wildtiere, die Giftpflanzen nicht mehr als solche erkennen. Daher ist in der EU, nicht aber in der Schweiz, vorgeschrieben, dass solche Pflanzen abgeführt werden müssen. Der Germer wächst im nächsten Jahr fröhlich weiter … auch das Spritzen geht weiter!

Bauer X gefällt zudem nicht, dass Bio-Tiere in einer mit Herbizid behandelten Alpweide grasen dürfen. Auch dies ist in der EU verboten. Er betont aber, dass nicht alles in der EU besser sei!

Nicht bekannt ist, ob die Wartefrist nach dem Spritzen eingehalten wurde: drei Wochen für Kühe, die Milch produzieren, zwei Wochen für die übrigen.

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpweiden

In dieser Mutterkuh-Alpweide wurden Pflanzen mit Herbiziden behandelt.

In dieser Mutterkuh-Alpweide wurden Pflanzen mit Herbizid behandelt.

Eine Distel wurde todgespritzt.

Eine Distel wurde todgespritzt.

Ein Rind auf einer Herbizid-Alpweide.

Ein Rind auf einer Herbizid-Alpweide.

Herbizid-Flecken auf Alpweide

Herbizid-Flecken auf Alpweide

Herbizid gegen den Weissen Germer

Herbizid gegen den Weissen Germer

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Der verzweifelte Kampf für den Absatz von Pestiziden

22. Juli 2022
Das Fungizid Valbon ist auch zugelassen für nichtberufliche Verwendung in Chicorée, Endivien, Kopfsalat, Lattich, Knoblauch, Schalotten, Zwiegeln und Kartoffeln.

Das Fungizid Valbon ist auch zugelassen für nichtberufliche Verwendung in Chicorée, Endivien, Kopfsalat (Anzucht von Jungpflanzen), Lattich, Knoblauch, Schalotten, Zwiebeln und Kartoffeln (Wartefrist 3 Wochen, Frühkartoffeln 2 Wochen/Frage: Ist in der kühleren Jahreszeit die Abbauzeit kürzer????!!!).

Onkel Kurt hatte eine Lehre als Wagner (auch Stellmacherei genannt) absolviert. Doch immer weniger war sein Handwerk gefragt: er musste sich eine andere Stelle suchen. Frohen Mutes machte er sich in Genf auf die Suche. Tüchtige Leute waren gefragt, so fand er einen Job als Ausläufer und Mann für Alles bei einer Bank. Die Arbeit gefiel ihm, und er blieb bis zur Pensionierung der Firma treu, inzwischen ist er gestorben.

Schwieriger ist es wohl für die Giftmischer. Sie vergoldeten die Chemikalienlager, die nach dem 2. Weltkrieg übrig blieben, forschten unentwegt weiter und fanden viele neuen Herbizide, Insektizide, Fungizide … mit zum Teil verheerender Wirkung auf die Umwelt, auf die Insekten, Vögel, Gesundheit usw. Ein Teil der Bauern liegt ihnen treu zu Füssen und sorgt weiterhin für Absatz und Gewinn, ein anderer Teil versucht es, mit Blick in die Zukunft, ohne diese synthetischen Pestizide. Auch Regierungen, Politiker und einfache Leute haben gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Was tun?

Die grossen Giftmischer versuchen mit allen Mitteln weiterhin Wachstum zu generieren. Sie probieren alle möglichen Mittel aus, um die Leute bei der Stange zu halten, mit mässigem Erfolg. Besondere Anstrengungen machen sie in armen Ländern, wo noch zu wenig Wissen über die Wirkung ihrer Gifte vorhanden ist. Doch nicht überall sind sie willkommen. Dies zeigen viele Berichte. Heidi verlinkt hier drei, welche in der letzten Woche erschienen sind:

Diese Liste liesse sich beliebig weiterführen!

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22.7.22 HOME

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Ein blühender Alpengarten – fantastisch!

18. Juli 2022
Zwischen Steinen wachsen Gelber Enzian, Germer, Eisenhut ... früher wurden sogar die Pflanzen auf und rund um Steine mit Herbizid getötet. Copyright: Anna

Zwischen Steinen wachsen Gelber Enzian, Germer, Eisenhut … früher wurden sogar die Pflanzen auf und rund um Steine mit Herbizid getötet. Copyright: Anna

Annas Brief von heute ist kurz:

Fantastisch, Einfach schön!
Tatsächlich noch keine Spuren von Herbiziden gesehen. Viel wurde gemäht eingesammelt und entsorgt.

So freut sich auch Heidi, dass auf dieser konventionellen Alp keine Herbizide mehr gespritzt werden. Offenbar haben die Bewirtschafter gemerkt, dass es ganz gut auch ohne geht.

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpen

Copyright: Anna

Copyright: Anna

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Industrie und Bauern im Einklang gegen die Natur

11. Juli 2022

Regenwurm am frühen Morgen.
Regenwurm am frühen Morgen in einem pestizidfreien Garten.

  • Investigate Europe 24.6.22: Wie Lobbys und rechte Politiker die Reduktion von Pestiziden behindern. Glyphosat und Co. bedrohen die Artenvielfalt und die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft. Deshalb will die EU ihren Einsatz bis 2030 halbieren. Doch dagegen formiert sich Widerstand – der auch den Ukraine-Krieg als Vorwand nennt.
  • Tages-Anzeiger 8.7.22: Strengere Vorschriften zum Schutze der Umwelt: Streit um Stickstoff – Woher kommt die Wut der niederländischen Bauern?  Die Regierung in Den Haag versucht, die hohe Stickstoffbelastung zu reduzieren, und stösst bei den Landwirten auf massive Gegenwehr. Ein Ausweg aus der Konfrontation ist nicht in Sicht.
  • Tages-Anzeiger, Das Magazin 9.7.22: Die Schweiz ist Mist. Prächtig grüne Wiesen zeugen von der Naturverbundenheit der Schweiz? Falsch! Was die Landwirtschaft hier unseren Böden antut, ist eine Katastrophe. (Wer kein Abonnement des Tages-Anzeigers hat, kann sich gratis für zwei Wochen registrieren und so den Artikel lesen. Es lohnt sich.)
  • usw.

Besonders beeindruckt hat Heidi der Beitrag von Claudia Keller, Universität Zürich, mit dem Titel „Die Schweiz ist Mist“. Sie nimmt Bezug auf Dürrenmatts Bücher „Der Besuch der alten Dame“  sowie „Herkules und der Stall des Augias“.

Wie bei Dürrenmatt so zieht heute weiterhin das Argument, dass der wirtschaftliche Verlust uns teurer zu stehen komme als die ganze „Ausmisterei“ und Vorschläge an den Mühlen der Bürokratie scheitern nach dem Motto „Nie zu spät, stets zu früh“. Auch wenn man einzelne Details diskutieren möchte, der Beitrag schildert die heutige Situation treffen.

Jemand sagte Heidi einmal: „Den illegal gelagerten Mist hast du grösstenteils zum Verschwinden gebracht, nun kannst du deinen Blog umtaufen!“ Dies möchte Heidi aber nicht tun, denn es gibt noch viel auszumisten, auch im übertragenen Sinne.

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11.7.22 HOME

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