Posts Tagged ‘Pink Lady’

Bio-Traum-Äpfel am Boden – Pink Lady im Laden

15. November 2016

Wohin driftet unsere Ess-Welt? Zitate aus dem neuesten Gedicht von Gerhard Laukötter. Was er beobachtet, das sieht man immer wieder.

„Am Boden liegen fast wie gesät
herrliche Äpfel novemberspät.

Keine wollte sie ernten – sie fielen vom Baum
eine alte Apfelsorte – ein Bio-Traum.
Im Geschmack so viel besser, von Giften so frei
wuchsen die Früchte hier von Anfang Mai.

Im Laden man vergeblich nach solchen Äpfeln sucht.
Da werden die „Pink Lady“ und „Delicious“ gebucht.
…“

Das Bild und den vollständigen Text finden Sie hier:
Am Boden. Lesen Sie doch das ganze Gedicht!

Ein Bauersohn schrieb Heidi: "Ja oft ist es so, dass Früchte (und wahrscheinlich noch mehr Gemüse!) auf dem Feld verfaulen. Das trifft man aber auch in ärmeren Ländern an. Die Konsumenten sind zu weit entfernt, es fehlen Transportmöglichkeiten, sie haben kein Geld usw. Oder bei uns rentiert es nicht, diese zu ernten. Die Grossverteiler wollen nur einwandfreie Ware, keine Flecken usw. Mein Bruder, der einen Biobetrieb bewirtschaftet, versorgt jedes Jahr die ganze Verwandtschaft mit Bio Äpfel und Birnen, welche für den Markt zu wenig schön sind. Sie sind halt nicht mit Chemie behandelt! Weil der Mostobstpreis schlecht ist, verfüttert er den Rest den Rindern. Aber unser Keller ist halt auch nicht mehr so kalt wir früher!"

Ein Bauersohn schrieb Heidi: „Ja oft ist es so, dass Früchte (und wahrscheinlich noch mehr Gemüse!) auf dem Feld verfaulen. Das trifft man aber auch in ärmeren Ländern an. Die Konsumenten sind zu weit entfernt, es fehlen Transportmöglichkeiten, sie haben kein Geld usw. Oder bei uns rentiert es nicht, diese zu ernten. Die Grossverteiler wollen nur einwandfreie Ware, keine Flecken usw. Mein Bruder, der einen Biobetrieb bewirtschaftet, versorgt jedes Jahr die ganze Verwandtschaft mit Bio Äpfel und Birnen, welche für den Markt zu wenig schön sind. Sie sind halt nicht mit Chemie behandelt! Weil der Mostobstpreis schlecht ist, verfüttert er den Rest den Rindern. Aber unser Keller ist halt auch nicht mehr so kalt wir früher!“

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Innovative Bio-Bauern: Wasserschutzwand gegen Pestizid-Abdrift

4. Juni 2016
Foto links: Sprühtechnik der Bauern. Fotos Mitte und rechts: Eine 5 m hohe Hecke ist die lebende Schutzwand gegen Wind und Abdrift. Darüber hat der BIO-Kräuteranbaubetrieb eine Wasserdruckleitung mit Wasserdüsen verlegt, welche nur während des Ausbringens von Pflanzenschutzmitteln in den benachbarten Obstbaubetrieben eingeschaltet wird. Die 8 bis 15 m hohe Wassersprühnebelwand nimmt Abdrift auf und bringt sie über die Hecken zu Boden. Copyright: Gluderer Urban, Kräuterschlössl Goldrain

Foto links: Sprühtechnik der Bauern. Fotos Mitte und rechts: Eine 5 m hohe Hecke ist die lebende Schutzwand gegen Wind und Abdrift. Darüber hat der BIO-Kräuteranbaubetrieb eine Wasserdruckleitung mit Wasserdüsen verlegt, welche nur während des Ausbringens von Pflanzenschutzmitteln in den benachbarten Obstbaubetrieben eingeschaltet wird. Die 8 bis 15 m hohe Wassersprühnebelwand nimmt Abdrift auf und bringt sie über die Hecken zu Boden. Copyright: Gluderer Urban, Kräuterschlössl Goldrain

Seit 25 Jahren ist der Betrieb der Familie Gluderer im Südtirol biozertifiziert, seit elf Jahren werden BIO-Kräuter angebaut. Die Bauern im Tal ersetzten immer mehr Wiesen durch Obstplantagen. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stieg daher massiv. Auch die Schweiz importiert Äpfel aus dem Südtirol, etwa Pink Lady. Oft stammen die Früchte in Yogurt aus dem Ausland, weil angeblich die Schweizer Produkte zu teuer sind!

Behörden handeln nicht

Man sagte dem Kräuterschlössl Team, eine zwei Meter hohe Hecke/Netzschutzwand würde ausreichen, um Abdrift zu verhindern. Als dann wieder Pestizide in den Kräutern gefunden wurden und der Betrieb grosse Verluste hinnehmen musste, waren die Behörden erstaunt, dass die empfohlenen Schutzmassnahmen nicht ausreichten. So haben sie eine Schutzwand von drei Metern vorgeschrieben und auch versprochen, Gesetze zu erlassen, um die Apfelbauern einzuschränken … und so ging es immer weiter, inzwischen sind fünf Jahre vergangen, das Spritzverhalten der meisten Bauern ist immer noch dasselbe.

Ohne Schutzmassnahmen keine BIO-Produktion

Die direkt angrenzenden Obstbauern bringen die Pestizide inzwischen rücksichtsvoll aus. Doch die vom Kräuterschlössl erfundene Wassersprühnebelwand reicht schon bei leichtem Wind nicht aus, um die Pestizidabdrift abzuwehren. Weiter entfernte Obstbauern nehmen keine Rücksicht auf benachbarte Kulturen, Wohnhäuser, Kinderspielplätze, Gärten usw. Die sichtbaren Sprühnebel übersteigen die Baumkronen bis zu 50 m. Das Schlimmste ist, dass viele Obstbauern bei leichtem, manche sogar bei Windstärke 20 km/h spritzen. Manche spritzen zwar bei Windstille, drücken aber derart auf das Gaspedal, dass der Sprühnebel weit in die Luft steigt und später irgendwo auf dem Boden landet.

Hohe Investitionen für die Betroffenen

Wegen Pestizidabdrift musste das Kräuterschlössl alle Felder mit Folientunnels überdachen und seitlich einhausen. Das Arbeiten bei hohen Temperaturen ist unangenehm. Das Positive: Die Kinder spielen hier in pestizidfreier Umgebung! Copyright: Gluderer Urban, Kräuterschlössl Goldrain

Wegen Pestizidabdrift musste das Kräuterschlössl alle Felder mit Folientunnels überdachen und seitlich einhausen. Das Arbeiten bei hohen Temperaturen ist unangenehm. Das Positive: Die Kinder spielen hier in pestizidfreier Umgebung! Copyright: Gluderer Urban, Kräuterschlössl Goldrain

Vor drei Jahren hat sich der Betrieb entschlossen, alle Kräuterfelder einzuhausen und 150’000 € investiert. Annemarie Gluderer: „Hätten wir das nicht getan, so gäbe es unseren Betrieb nicht mehr. Wir müssten alle Kräuter als Sondermüll entsorgen, weil die Rückstandswerte die zugelassenen Höchstwerte der EU für den konventionellen Anbau überschreiten. Wir mussten drei Strafprozesse gegen uns überstehen (dreimal Freispruch) und andere Schikanen – aber es gibt uns immer noch – unsere Grossfamilie hält zusammen. Ziel war es, durch die zeitlichen Verzögerungen uns den Atem zu nehmen, denn wir sind Kleinstbauern mit 6’000 m² Anbaufläche, von der vier Familien leben.“ Die Verursacher der Verschmutzungen werden nicht belangt.

Kräuterschlössl

Kräuterschlössl: Spritzwütige Bauern, Das Wunder von Mals, Dokumentarfilm in Arbeit.

Früher konnte die Familie Gluderer unter freiem Himmel ernten, was sehr viel angenehmer war als die Arbeit unter dem Folientunnel. Copyright: Gluderer Urban, Kräuterschlössl Goldrain

Früher konnte die Familie Gluderer unter freiem Himmel ernten, was sehr viel angenehmer war als die Arbeit unter dem Folientunnel. Copyright: Gluderer Urban, Kräuterschlössl Goldrain

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