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Fossils, Fertilizers, and False Solutions

7. Oktober 2022
Lesen Sie den Bericht bzw. mindestens die Zusammenfassung und schauen Sie sich das Video an mit Klick auf das Bild.

Lesen Sie den Bericht bzw. mindestens die Zusammenfassung und schauen Sie sich das kurze Video 1:58 an mit Klick auf das Bild.

Wie die fossile Düngemittelindustrie auf Scheinlösungen setzt und damit Klima und Menschenrechte in Gefahr bringt.

Die Zusammenfassung des am 6.10.22 veröffentlichten Berichts des Center for International Environmental Law (CIEL) endet wie folgt:

„… Angesichts der starken Abhängigkeit des globalen Nahrungsmittelsystems von chemischen Inputs, der weit verbreiteten Übernutzung und ungerechten Verteilung dieser Inputs sowie der Unterbrechung der Getreide- und Düngemittelausfuhren durch die russische Invasion in der Ukraine besteht Grund zur Sorge, dass eine weitere Verschlechterung des Zugangs zu Düngemitteln die durch die Invasion selbst verursachten kurzfristigen Bedrohungen der Ernährungssicherheit noch verstärken wird. Die Wurzeln des Problems liegen jedoch in den systemischen Fehlern der industriellen Nahrungsmittelproduktion und nicht in der Verknappung eines Produkts, das in Wirklichkeit nicht die Ernährungssicherheit fördert, sondern die Ernährungssouveränität untergräbt. Wie dieser Bericht im Einzelnen darlegt, gab es noch nie einen besseren Zeitpunkt und eine dringendere Notwendigkeit, das derzeitige System zu überdenken, insbesondere die Rolle von fossilem Dünger.

Da die Welt dringend von der fossilen Wirtschaft wegkommen muss, muss sie auch das derzeitige, auf fossilen Brennstoffen basierende Modell der intensiven, industriellen Landwirtschaft angehen und aufgeben, mit dem Ziel, widerstandsfähige, regenerative Modelle zu entwickeln, die die Nahrungsmittel- und Energiesouveränität verbessern, im Interesse der Ökosysteme und Menschen, die von ihnen abhängen. Ein solcher Übergang kann nur erreicht werden, wenn wir das mit fossilen Brennstoffen betriebene System, das die Erde und ihre Bewohner:innen über kritische planetarische Grenzen hinaus treibt, in den Blick nehmen. Vor dem aktuellen Hintergrund der multiplen Krisen war die Notwendigkeit für ein Umsteuern noch nie so klar wie heute.

Weil der Bericht so wichtig ist, kopiert Heidi die auch in Deutsch verfügbare Zusammenfassung vollständig:

In den letzten sechs Jahrzehnten hat sich die weltweite Produktion und Verwendung von Stickstoffdüngern verneunfacht: von 12,9 Millionen Tonnen im Jahr 1961 auf über 123 Millionen Tonnen im Jahr 2020. Länder mit hohem Einkommen wie Japan, die Vereinigten Staaten und Teile Westeuropas verbrauchen 85-135 Kilogramm (kg) Stickstoffdünger pro Kopf, während sich die Industrie darauf konzentriert, den Düngemitteleinsatz im globalen Süden drastisch zu erhöhen. Die Produktion und der Einsatz von Pestiziden haben sich ähnlich entwickelt, wobei sich der anfänglich dramatische Anstieg des Pestizideinsatzes in Nordamerika und Europa in den letzten Jahrzehnten zu einer starken Konzentration auf den Export von Pestiziden in den globalen Süden verschoben hat, da Verbraucher:innen und Regulierungsbehörden im globalen Norden sicherere Alternativen fordern. Seit 1960 ist der Wert der weltweiten Pestizidexporte um 15.000 Prozent gestiegen und wird im Jahr 2020 41 Milliarden US-Dollar erreichen.

Überwältigende wissenschaftliche Beweise zeigen, dass der jahrzehntelange übermäßige Einsatz von synthetischen Düngemitteln und Pestiziden – zusammenfassend als Agrochemikalien bezeichnet – und die allgegenwärtige Ausbreitung einer industriellen Landwirtschaft, die auf diesen Agrochemikalien basiert, zu einem katastrophalen Zusammenbruch der biologischen Vielfalt und einer Verschmutzung mit toxischen Chemikalien beiträgt, die Erde über kritische planetarische Grenzen hinaus belastet und zu weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen führt, insbesondere im globalen Süden. Diese übermäßige Nutzung hat auch Auswirkungen auf die Menschen, die direkt neben den Produktionsstandorten der Petrochemie leben – sowohl im globalen Norden als auch im Süden. Diese negativen Auswirkungen werden durch die bedeutende, aber oft übersehene, Rolle von Düngemitteln und Pestiziden bei der sich beschleunigenden Klimakrise noch verstärkt.

Die Landwirtschaft ist für etwa ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, und fossiler Dünger – also chemische Düngemittel, die aus fossilen Rohstoffen gewonnen werden – tragen maßgeblich, jedoch unbeachteterweise, zu dieser Zahl bei. Eine im August 2022 veröffentlichte wissenschaftliche Studie ergab, dass allein die globalen Klimaauswirkungen von Stickstoffdünger die des kommerziellen Luftverkehrs übersteigen und etwa 2 Prozent aller globalen Treibhausgasemissionen ausmachen. Diese Emissionen entstehen sowohl durch die emissionsintensive Düngemittelproduktion als auch durch die anhaltenden und vielfältigen Klimaauswirkungen, wenn Stickstoffdünger auf landwirtschaftliche Böden ausgebracht wird.

So werden beispielsweise bei der Herstellung des Ammoniaks (NH₃), auf dem Stickstoffdünger basiert, schätzungsweise 450 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr freigesetzt – das entspricht den gesamten Emissionen des Energiesystems Südafrikas. Ebenso ist die Landwirtschaft für etwa zwei Drittel der weltweiten Lachgasemissionen (N2O) verantwortlich, ein Treibhausgas, das 265 Mal stärker wirkt als Kohlendioxid.

Landwirtschaftliche Böden, die mit Stickstoffdünger behandelt werden, sind eine der Hauptquellen dieser Emissionen. Jüngste Studien belegen, dass die beobachteten Lachgaskonzentrationen in der Atmosphäre selbst die pessimistischsten Klimamodelle des Weltklimarats (IPCC) der Vereinten Nationen zu übertreffen
beginnen.

Darüber hinaus könnte der anhaltende übermäßige Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln die Fähigkeit des Bodens, Kohlenstoff zu absorbieren und zu binden, beeinträchtigen. Trotz dieser Risiken geht die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) alarmierenderweise davon aus, dass der Einsatz von Stickstoffdüngern bis 2050 um weitere 50 Prozent steigen könnte.

Sowohl die agrochemische Industrie als auch die fossile Industrie werden davon profitieren. Schon jetzt verbraucht die Synthese von Ammoniak für Stickstoffdünger schätzungsweise 3 bis 5 Prozent des weltweiten fossilen Gases.

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass die Petrochemie bis 2026 für mehr als zwei Drittel des weltweiten Ölnachfrageanstiegs und bis 2050 für mehr als die Hälfte (55 Prozent) des gesamten Erdölverbrauchs verantwortlich sein wird. Plastik und Düngemittel, die zusammen fast drei Viertel (74 Prozent) aller produzierten Petrochemikalien ausmachen, sind die Haupttreiber dieses Wachstums. Der IEA zufolge stellen Düngemittel den größten kurzfristigen Wachstumssektor für den Einsatz von Erdölrohstoffen dar, wobei für die Düngemittelproduktion im Jahr 2025 ein Bedarf von mehr als 100 Milliarden Kubikmetern (bcm) Erdgas prognostiziert wird und für die weltweite Ammoniakproduktion ein Anstieg bis 2050 um bis zu 30 Prozent.

Diese Interessenkonvergenz der fossilen und Agrarindustrie spiegelt sich in den tiefgreifenden und weitreichenden Verflechtungen zwischen den Konzernen selbst wider. Während die weitreichende Rolle der Öl- und Gasunternehmen beim Ausbau der Petrochemie und der anhaltenden Plastikkrise gut dokumentiert ist, haben die Verbindungen zwischen der fossilen Brennstoff- und der Agrochemieindustrie weit weniger Aufmerksamkeit erhalten. Von acht führenden Düngemittelunternehmen, die für diesen Bericht untersucht wurden, wiesen sieben in der Vergangenheit oder gegenwärtig weitreichende Verbindungen zur fossilen Industrie auf, und zwar durch Verflechtungen in den Aufsichtsräten, durch die Eigentumsstruktur des Unternehmens oder durch direkte Beteiligung an der Produktion fossiler Brennstoffe. Dies gilt zusätzlich zu den bekannten historischen Verbindungen zu fossilen Brennstoffen bei langjährigen Marktführern der Agrochemie wie DuPont und Dow.

Es überrascht daher vielleicht nicht, dass agrochemische Unternehmen immer stärker die Lobbystrategien der fossilen Industrie nachahmen und argumentieren, dass sie die massiven Auswirkungen der Düngemittelproduktion auf das Klima durch den weit verbreiteten Einsatz von Kohlenstoffabscheidung und –speicherung (CCS) und andere Scheinlösungen zum Verschwinden bringen können.

Noch beunruhigender – und von den Medien und der Zivilgesellschaft weitgehend unbemerkt – ist die Tatsache, dass Öl-, Gas- und Agrochemieunternehmen Partnerschaften für eine Vielzahl an neuen Projekte eingehen, bei denen CCS und verwandte Technologien eingesetzt werden, um sogenannten „blauen“ Ammoniak (und seinen Vorläufer „blauen“ Wasserstoff) auf der Basis von fossilem Gas nicht nur als wichtigen Düngemittelbestandteil, sondern auch als Energieträger und als brennbaren Kraftstoff für Transport und Energie zu produzieren.

Unternehmen aus dem Bereich Düngemittel und fossile Brennstoffe betreiben, entwickeln oder erforschen aktiv Dutzende solcher Projekte in mindestens neun Ländern weltweit. Dieser Bericht hebt insbesondere die Ausbaupläne in den USA hervor, wo Projekte in acht Bundesstaaten geplant oder unterwegs sind. Es überrascht nicht, dass dieselben Staaten und Gemeinden, die bereits mit den negativen Auswirkungen der petrochemischen und CCS-Produktion konfrontiert sind, auch die Hauptziele für die Expansion der fossilen Düngemittelindustrie in Richtung blauer Wasserstoff und blaues Ammoniak sind.

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eindeutig, dass solche Kraftstoffe nicht nur technisch und wirtschaftlich für die meisten Verwendungszwecke unbrauchbar sind, sondern dass sie für das Klima genauso schlecht oder noch schlechter sind als die direkte Verbrennung von fossilem Gas. Indem sie dieses fossile Gas mit CCS-abgeleitetem Ammoniak als saubere Energiequelle positionieren, nutzen beide Industrien nicht nur das Vermarktungspotenzial vermeintlich „sauberer“ und nachhaltiger Kraftstoffe, sondern auch massive staatliche Subventionen für Infrastrukturinvestitionen im Namen des Klimaschutzes. Vereinfacht ausgedrückt, arbeiten die Düngemittelindustrie und die Industrie für fossile Brennstoffe zunehmend zusammen, um fossile Brennstoffe – insbesondere Erdgas – als eine ständig wachsende Quelle sowohl für „saubere“ Energie als auch für „saubere“ Agrochemikalien zu vermarkten. Doch wirklich sauber, grün oder nachhaltig ist keines von beidem. Die Beschleunigung dieser Vorschläge und die ihnen zugrundeliegenden Narrative drohen jedoch, die globale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und industrieller Landwirtschaft auszuweiten und zu vertiefen, während weltweit die Erkenntnis wächst, dass beides dringend reduziert werden muss. Abgesehen von den Gefahren für die biologische Vielfalt, die menschliche Gesundheit und das globale Klima stellt die tiefe Verflechtung von fossilen Brennstoffen und industriellen Agrochemikalien eine tiefgreifende Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit dar – wie die Marktschocks von 2022 bei den Lebensmittel-, Kraftstoff- und Düngemittelpreisen eindrucksvoll zeigen. Bei Redaktionsschluss dieses Berichts Mitte September 2022 haben akute Benzinknappheit und massive kurzfristige Preisspitzen führende Düngemittelhersteller dazu veranlasst, kurzfristige Produktionskürzungen anzukündigen, während gleichzeitig langfristige Investitionspläne ausgeweitet werden

Der letzte Absatz steht am Anfang!

Lesen Sie den Bericht report.

Schauen Sie das kurze Video an: explanatory video.

Fossils, Fertilizers, and False Solutions: How Laundering Fossil Fuels in Agrochemicals Puts the Climate and the Planet at Risk (October 2022). Center for International Environmental Law (CIEL) 6.10.22

Das Problem mit dem energiesparenden Wasserkocher: Einkaufen mit Heidi

9. September 2022
Wasserkocher Ottoni Fjord Nero. Das Wasser kommt nicht in Kontakt mit Plastik, nur der untere Teil ist aus Kunststoff.

Heidis Wasserkocher Ottoni Fjord Nero. Das Wasser kommt nicht in Kontakt mit Plastik, nur der untere Teil ist aus Kunststoff.

Unser Bundesrat ruft zum freiwilligen Stromsparen auf. Eine der Massnahmen ist das Kochen von Wasser mit einem Wasserkocher statt auf dem Herd. Leider fehlen Empfehlungen für den Kauf. Aber das wäre wahrscheinlich ein Eingriff in die Freie Marktwirtschaft, wo doch die Industrie fast alles verkaufen darf, was Gewinn verspricht.

Vor vielen vielen Jahren wollte Heidi einen Wasserkocher kaufen, genauer: einen Wasserkocher ohne Plastik. Einfach? Nein, fast unmöglich, denn die Industrie verpasst auch den Wasserkochern mit wenig Plastik meist einen Kunststoff-Wasserstandsanzeiger oder -Deckel. Damals gab es noch einige gute Haushaltgeschäfte: Hoffnungslos! Im Internet traf Heidi viele Leute, die dasselbe suchten, v.a. junge Familien mit Kleinkindern, für welche Weichmacher aus Plastik eine erhebliche Gefahr für die Entwicklung ist. Es heisst zwar wie bei den Pestiziden „ein bisschen“ ist gefahrlos … nur Heidi glaubt das schon lange nicht mehr, denn wenig von vielen Chemikalien sind nicht harmlos bzw. man hat eigentlich keine Ahnung was sie bewirken.

Nach langem Suchen wurde Heidi in Italien fündig bei Ottoni Fabbrica in Gravellona Toce. Auf der Homepage ist heute zu lesen: „Wasserkocher: Elektrische Wasserkocher, komplett aus 100% hochwertigem Edelstahl 18/10 mit herausnehmbaren Edelstahlfilter aus Antikalkstahl. Absolut kein Kunststoff-Kontakt mit Wasser und Dampf. Ihr Kaffee/Tee wird einen anderen Geschmack haben.“

Ottoni Fabbrica liegt in der Nähe des Lago Maggiore.

Ottoni Fabbrica liegt in der Nähe des Lago Maggiore.

Die Ottoni-Wasserkocher werden in vielen Variationen heute auch in der Schweiz angeboten, etwa bei Manufactum usw. Aber damals war es unmöglich, einen in der Schweiz zu kriegen! Also bestellte Heidi den Wasserkocher direkt in der Fabrik. An einem schönen Dezembertag reisten Heidi und der Alpöhi nach Locarno, übernachteten dort und fuhren weiter nach Italien, wo sie bei Ottoni Fabbrica herzlich empfangen wurden und den Wasserkocher in Empfang nehmen konnten. Auf der Rückreise übernachteten sie in Domodossola und feierten dort in einer Pizzeria Alpöhis Geburtstag.

Soeben hat Heidi im Internet „Wasserkocher ohne Plastik“ gesucht und bereits der erste Link, der keine Anzeige war, brachte im stern vom 7.8.22 Informationen: Glas, Edelstahl oder KeramikWasserkocher ohne Plastik: Geht das überhaupt? Fünf Geräte im Vergleich:

„Wasserkocher aus Plastik enthalten sogenannte Weichmacher, die schädlich für unsere Gesundheit sind. Aus diesem Grund sollten Modelle aus Kunststoff nicht genutzt werden, um darin Wasser zu erhitzen. Aber gibt es überhaupt plastikfreie Wasserkocher auf dem Markt? Die Antwort lautet: Jein.“

Wenn Sie einen Wasserkocher kaufen, dann achten Sie darauf, dass das Wasser nicht mit Plastik in Kontakt kommt – also, ein Ottoni ist eine sichere und zugleich schöne Wahl. Sollten Sie schon einen aus Kunststoff besitzen, dann empfiehlt Heidi Ihnen, diesen zu ersetzen. Das generiert zwar Abfall, ist aber für Ihre Gesundheit besser.

Ohje – schon wieder 50%-Bio-Beeren-Fotos!

7. April 2022
CoopCoop: Beeren zum halben Preis. Copiright: Brigitte 6.4.22

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copiright: Brigitte 6.4.22

Liebe Heidi

Ich weiss, du hast erst gerade über Beeren geschrieben, aber ich habe mich gestern wieder fürchterlich geärgert. Als ich eine halbe Stunde vor Ladenschluss im Coop einkaufte, da war eine junge Frau daran, die Beeren mit dem 50%-Kleber zu entsorgen. Es waren grösstenteils Bio-Beeren. Einfach in ein Gefäss mitsamt dem Plastik und Karton! Ich habe schon gesehen, dass sie um 17 Uhr die 50%-Etiketten aufkleben in der Hoffnung, die Beeren den von der Arbeit kommenden KonsumentInnen verkaufen zu können.

Und was mich auch ärgert, sie behaupten immer, dass wir KonsumentInnen das wollen. Aber in Wirklichkeit ist ihnen das Geschäft wichtig. Aber vielleicht geht die Rechnung nicht immer auf, etwa bei den Bio-Beeren. Aber die Margen sind ja gross, nur die Löhne der Beeren-ArbeiterInnen nicht.

Ist es nicht scheinheilige, wenn die Migros sich gegen die Legalisierung von 1’600 ha illegal bewirtschaftetes Land in Südspanien einsetzt? Ob Bio oder nicht, wie du geschrieben hast, ist der Druck für Beerenkonsum im Winter seitens der grossen Produzenten/Händler gross. Sie alle wollen uns damit beglücken. Auf der Strecke bleibt die Umwelt. Und die Grossverteiler machen gerne mit bei diesem Geschäft.

Ich mache jetzt eine Apfelwähe, nur ist es schwierig, geeignete Äpfel wie Boskop zu finden.

Vielleicht kannst du meine Fotos auch noch veröffentlichen. Vielen Dank für dein Engagement.

Freundliche Grüsse

Brigitte

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Coop: Bio-Beeren zum halben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Leserbrief: Porridge und internationale Beeren. Heidis Mist 21.3.22

Grundwasser für Beeren: Wir verspeisen das Unesco-Weltnaturerbe Coto de Doñana. Heidis Mist 19.3.22

Erdbeergenuss bedroht Weltnaturerbe. Heidis Mist 25.3.12

Urgent action is needed to protect Doñana, WWF-Spain analysis reveals. WWF 16.9.20

WWF schlägt Alarm: Erdbeerproduktion zerstört Nationalpark Coto de Doñana. Jil Schuller, Tierwelt 2.2.22

Spanien legt sich trocken: WWF prangert Wasserklau im großen Stil an. CN Costa Nachrichten 22.10.21

Coto de Doñana und die Erdbeeren. WWF Schweiz

Hinter den Fassaden von “Haciendas Bio”. Interbrigadas 22.4.20

Eigenverantwortung beim Einkaufen? Heidis Mist 5.2.22

Erdbeeren aus Spanien: Menschliches und ökologisches Drama. Heidis Mist 31.3.21

Wir bringen ihnen Seife, aber sie haben kein Wasser. Heidis Mist 10.4.20

Almeria – Fruit labourers: ‚If you don’t want to work like a slave, you’re out‘. Heiis Mist 20.4.20

Haciendas Bio Almeria: Ausbeuterische Arbeitbedingungen, Gesetzesverstösse und Hungerlöhne. Heidis Mist 5.4.20

Werbung der Migros Erdbeeren im März: Wirklich kein Problem? SRF Espresso 5.4.22

Coop: konventionelle Beeren zumhalben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

Coop: konventionelle Beeren zumhalben Preis. Copyright: Brigitte 6.4.22

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Verschmutzung durch Chemikalien hat Belastungsgrenze der Erde überschritten

20. Januar 2022
Die Verschmutzung mit Chemikalien hat die Belastungsgrenze der Erde überschritten. Quelle: WIOM

Die Verschmutzung mit Chemikalien hat die Belastungsgrenze der Erde überschritten. Quelle: WIOM

Als Belastungsgrenzen der Erde oder planetare Grenzen werden ökologische Grenzen der Erde bezeichnet, deren Überschreiten die Stabilität des Ökosystems und die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährdet. Von den heute diskutierten neun planetaren Grenzen sind bereits mehrere überschritten. Die Verschmutzung mit Chemikalien, Klimawandel und Bevölkerungswachstum werden heute als grösste Gefahren für die Menschen bezeichnet.

Zu den hauptsächlichen chemischen Verschmutzern gehören Plastik, Pestizide, synthetische Verbindungen, Insektizide, Antibiotika usw. Am bedenklichsten sei Plastik. Plastik wird überall gefunden. Etwa auf dem Mount Everest, im tiefsten Ozean und sogar in der oberen Athmosphäre. Seit 1950 nahm die Produktion von Chemikalien um das Fünfzigfache zu und – so die Voraussagen – wird sich bis 2050 verdreifachen.

Bis 2050 wird die Produktion von Chemikalien voraussichtlich auf das Dreifache von heute wachsen.

Bis 2050 wird die Produktion von Chemikalien voraussichtlich auf das Dreifache von heute wachsen.

Gegen die chemische Verschmutzung müssten wir genauso handeln wie gegen die Klimaerwärmung. Eine internationale wissenschaftliche Organisation wie The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) für den Klimawandel müsse auch für die Verschmutzung mit Chemikalien geschaffen werden.

Der schmutzigste Fluss der Welt

The dirtiest river in the world: Indonesia's Citarum | DW Documentary

The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum | DW Documentary

Der Citarum ist der längste und grösste Fluss in der indonesischen Provinz Jawa Barat. Taglich werden 20’000 Tonnen Abfall und 340’000 Tonnen Abwasser, besonders aus den 500 Textilfabriken, in den Fluss geleitet. Er wird von der Landwirtschaft genutzt, zum Fischen, für Reinigung und von der Industrie. Bauern klagen, dass der Ertrag massiv zurückgegangen ist. Die Regierung hat zwar ein Reinigungsprogramm begonnen, aber die Arbeiten gehen langsamer als erwartet voran.

Der Dokumentarfilm The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum begleitet das indonesische Militär bei der Umsetzung eines millionenschweren Projekts, das darauf abzielt, den 270 Kilometer langen Flussabschnitt des Citarum wieder in einen ursprünglicheren Zustand zu versetzen. Der Film interviewt Fabrikbesitzer, die in die Zukunft der nachhaltigen Abfallwirtschaft investieren, und Umweltaktivisten, die gegen die illegale Verklappung von Industriechemikalien kämpfen.

The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum | DW Documentary

Chemical pollution has surpassed the planetary boundary, says scientists. WION Climate Tracker

Planetare Grenzen, Wikipedia

The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum | DW Documentary

Indonesia’s polluted river clean-up shows slow progress. Aljazeera 2.3.19

The Citarum – The world’s most polluted river | DW Documentary

Der schmutzigste Fluss der Welt. Tagesspiegel 3.3.18

Citarum, Wikipedia

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Plastik in der Landwirtschaft: The good, the bad and the ugly

17. Januar 2022

Quelle: Assessment of agricultural plastics and their sustainability: A call for action. FAO

Quelle: Assessment of agricultural plastics and their sustainability: A call for action. FAO

Der Bericht – „Assessment of agricultural plastics and their sustainability: a call for action“ – ist der erste globale Bericht dieser Art der FAO und enthält einige erschreckende Zahlen, wie die FAO am 7.12.21 meldete. Er ist ein Aufruf zum Handeln:

„Die Vermüllung der Meere macht Schlagzeilen, aber ein neuer Bericht der FAO legt nahe, dass die Plastikverschmutzung auch in unseren landwirtschaftlichen Böden allgegenwärtig ist.

Die Geissel der unansehnlichen Bilder von Plastikmüll, der unsere Strände und Ozeane verschmutzt, findet immer wieder grosse Aufmerksamkeit. Ein neuer Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) deutet jedoch darauf hin, dass die Böden, auf denen wir unsere Lebensmittel anbauen, mit weitaus grösseren Mengen an Plastikverschmutzung belastet sind, was eine noch grössere Gefahr für die Ernährungssicherheit, die Gesundheit der Menschen und die Umwelt sind.

Nach Angaben der Experten der Agentur werden in den landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten jedes Jahr 12,5 Millionen Tonnen Kunststoffprodukte verwendet. Weitere 37,3 Millionen Tonnen werden für Lebensmittelverpackungen gebraucht.

  • Die Sektoren Pflanzenbau und Viehzucht sind mit zusammen 10,2 Millionen Tonnen pro Jahr die grössten Verbraucher,
  • gefolgt von Fischerei und Aquakultur mit 2,1 Millionen Tonnen
  • und der Forstwirtschaft mit 0,2 Millionen Tonnen.

Schätzungen zufolge ist Asien mit fast der Hälfte des weltweiten Verbrauchs der grösste Kunststoffverbraucher in der landwirtschaftlichen Produktion, und da es keine praktikablen Alternativen gibt, wird die Nachfrage nach Kunststoffen in der Landwirtschaft weiter steigen.“

Heidi meint: „Plastik aus Wasser zu entfernen ist zwar teuer, aber irgendwie noch machbar, etwa für Trinkwasser. Aber Plastik aus dem Boden holen? Nicht wirklich möglich!“

Plastics in agrifood systems: The good, the bad and the ugly. FAO 7.12.21

FAO. 2021. Assessment of agricultural plastics and their sustainability – A call for action. Rome. https://doi.org/10.4060/cb7856en

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Abfall: Ferienpost zum Nachdenken

24. Juli 2020

Copyright: F. Tanner

Copyright: F. Tanner

Copyright: M. Baumann

Copyright: M. Baumann

Danke für die Ferienfotos. Heidi meint: „Zum Nachdenken!“.

Ein neues Zauberwort ist „Kreislaufwirtschaft“. Dabei wird verschwiegen, dass vieles gar nicht sinnvoll recycliert werden kann, z.B. beim Plastik ist das wegen der vielen verschiedenen Stoffe und Zusätze schwierig. Auch sonst sind zahlreiche unterschiedliche Rohstoffe zu Produkten vereint. Längst nicht alles lässt sich mit vernünftigem Aufwand trennen. Recyclieren braucht zudem Transport und auch sonst reichlich Energie.

Vermeiden ist besser als recyclieren.

Abfälle gefährden Grundwasser, Flüsse und Seen. Heidis Mist vom 18.4.15

24.7.20 HOME

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Hindernisse in der Kreislaufwirtschaft

1. April 2020

Die Gewürzgläschen von Butty hatten früher einen abnehmbaren Deckel (rechts). Man konnte das Gäschen mit eigenen Gewürzen oder Gewürz aus Nachfüllbeuteln füllen ...

Die Gewürzgläschen von Butty hatten früher einen abnehmbaren Deckel (rechts). Man konnte das Gäschen mit eigenen Gewürzen oder Gewürz aus Nachfüllbeuteln füllen …

Kreislaufwirtschaft wird propagiert. Sie soll unsere Probleme mit dem Abfall und der Verschwendung lösen. Doch es gibt viele Hindernisse und der „Kreis“ dürfte immer offen bleiben! Denken wir nur an die vielen „Sorten“ von Plastik, an all die Zusatzstoffe für verschiedene Verwendungszwecke, die das Recycling erschweren. Ein weiteres Hindernis ist, dass die Erdölfirmen das nicht gerne sehen und es in den USA bereits Widerstand gegen „Plastik-Sparen“ gibt. Leider hat Heidi diese Informationsquelle „verloren“.

Verdoppelung der Plastikproduktion

Gestern berichtete The Guardian, dass die Weltproduktion von Plastik in den nächsten 10 bis 15 Jahren verdoppelt wird. Für die Bevölkerung in den ärmsten Ländern bedeutet dies: mehr Plastikverschmutzung, mehr CO₂ und tödliche Immissionen durch das Verbrennen im Freien.

Der "gute" alte Deckel und die Streuhilfen.

Der „gute“ alte Deckel und die Streuhilfen.

Das Bestreben der Erdölfirmen ist logisch: Mehr e-Mobilität -> weniger Erdölverbrauch -> Ausgleich mit Plastik, denn die Wirtschaft muss wachsen. Der weltweit grösste Gewürzhersteller, die amerikanische McCormick & Company, hat die Butty-Gewürzdöschen geändert. Der Deckel besteht aus wesentlich mehr Plastik und ist fest mit dem Glas verbunden. Daher können weder Glas noch Deckel recycliert werden. Das bedeutet mehr Abfall und mehr Rohstoffverlust, aber mehr Wirtschaftswachstum. Volkswirtschaftlich ist es ein Blödsinn.

... und man konnte grössere Mengen bequem herausnehmen, etwa Zimt für Guetzlis.

… und man konnte grössere Mengen bequem herausnehmen, etwa Zimt für Guetzlis.

Im VOLG-Onlineshop ist das Butty-Curry-Gewürz noch mit dem alten Drehverschluss abgebildet, die übrigen drei mit neuem Deckel.

Nachtrag zur Klärung von Anfragen: Heidi hat eine gewisse Anzahl „uralte“ Butty-Gläschen und verschiedene Streueinsätze. In diese Gläschen füllt sie jeweils Kräuter aus dem eigenen Garten oder aus Nachfüllbeuteln. Zum Einkaufen von Gewürz-Nachfüllbeuteln muss sie aber in die Stadt reisen. Als Heidi im Dezember Zimtsterne backen wollte, kaufte sie notfallmässig ein Gläschen im VOLG-Dorfladen … und war enttäuscht. Es war auch sehr mühsam, die notwendige Menge durch den Streudeckel herauszukriegen!

Butty-Gewürze, McCormick

Report reveals ‘massive plastic pollution footprint’ of drinks firms. The Guardian vom 31.3.20

1.4.20 HOME

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Ernst Bromeis: Our water is in danger

15. Juli 2019

Seit dem 10.7.19 ist Ernst Bromeis im Baikalsee unterwegs, dem grössten, tiefsten und ältesten Süsswassersee der Erde mit einer Länge von 900 km. Bromeis will mit seiner Expedition das Bewusstsein dafür fördern, dass wir zum Schutze des Wassers den Konsum von Wasser in Plastikflaschen reduzieren müssen. Am 18.7.19 wird die Expedition offiziell mit einer Medieninformation, Bildern und Videos eröffnet. Auf der Expeditions-Homepage gibt es heute schon ein paar Bilder und Informationen.

Bromeis: „Our water is in danger. Bottled and distributed thousands of kilometres around the globe. Don’t you think it’s sad that one of the main water polluters is our favourite water packaging: plastic? Water is life. It is part of you. Our existence depends on it. We have to protect it. It is high time that we act now to raise awareness of the dramatic situation we are currently in.“

Ein „Live ticker“ zeigt wo Bromeis gerade ist auf dem Weg von Kultuk nach Nizhneangarsk.

BWT Lake Baikal Expedition

Wasserbotschafter Ernst Bromeis beginnt in 3 Tagen seine Sibirien-Expedition, Heidis Mist vom 7.7.19

Ernst Bromeis am WEF: Mehr Wasserbotschafter für die Welt! Heidis Mist vom 22.1.19

Water for Life, Eröffnung des Open Forums durch Ernst Bromeis, Video 57:59

Expedition Lake Baikal 2019 – Protecting the blue of our planet, BWT

Das Blaue Wunder

Bilder aus der Erkundung 2018 am Baikalsee und aus früheren Expeditionen, Download kostenlos.

Die Wasserbotschafter, weitere Artikel über Ernst Bromeis von Heidi

15.7.19 HOME

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Konsumieren, konsumieren, konsumieren …

29. September 2018

Haben Sie den Blog von George Monbiot noch nicht abonniert? Höchste Zeit es zu tun! Er befasst sich mit brennenden Themen unserer Zeit. Seine Beiträge sind zwar „Bleiwüsten“, aber spannend zu lesen, fundiert und sauber recherchiert; sie werden im Guardian veröffentlicht.

In seinem Beitrag vom 5.9.18 schreibt George Monbiot, dass das Problem nicht einfach nur Plastik sei, sondern das Konsumverhalten allgemein. Im August 2018 wurde von Starbucks und Costa gefordert, dass sie die Plastikkaffeebecher durch solche aus Maisstärke ersetzen sollten. Die 60’000 Unterstützer dieser Lösung auf Twitter fragten sich nicht, wieviel Fläche für Nahrungsproduktion durch den Anbau von Mais verloren ginge, wieviel Dünger und Pestizide eingesetzt würden. Sie stellten auch nicht die Frage nach der Bodenerosion.

Man sage uns, dass wir alle etwas tun könnten. Aber das genüge nicht.

George Monbiot: „Die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sind struktureller Natur: ein politisches System, das von kommerziellen Interessen erfasst wird, und ein Wirtschaftssystem, das nach endlosem Wachstum strebt …

… Einweg-Kaffeetassen aus neuen Materialien sind nicht nur keine Lösung. Sie sind eine Verewigung des Problems. Den Planeten zu verteidigen bedeutet, die Welt zu verändern.“

Lesen Sie doch den ganzen Beitrag:

Plastic Soup, The problem is not plastic. It is consumerism. By George Monbiot, published in the Guardian 5th September 2018.

29.9.18 HOME

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Nach der Ernte: Blick auf tote Kulturpflanzen und Technik

23. September 2018

Im Hintergrund: frisch gespritzte Streifen, Im Vordergrund: abgestorbene Pflanzen.

Im Hintergrund: frisch gespritzte Streifen, Im Vordergrund: abgestorbene Pflanzen.

Schwarze Folie und mit Herbizid bespritzte Pflanzen.

Schwarze Folie und mit Herbizid bespritzte Pflanzen.

Tote Pflanzen auf mit Folie bedecktem Damm.

Tote Pflanzen auf mit Folie bedecktem Damm.

Die obere Folie ist weg. Plastikschläuche kommen zum Vorschein.

Die obere Folie ist weg. Plastikschläuche kommen zum Vorschein.

Kulturtechnik.

Kulturtechnik.

23.9.18 HOME

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