Posts Tagged ‘Plastik’

Abfall: Ferienpost zum Nachdenken

24. Juli 2020
Copyright: F. Tanner

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Copyright: M. Baumann

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Danke für die Ferienfotos. Heidi meint: „Zum Nachdenken!“.

Ein neues Zauberwort ist „Kreislaufwirtschaft“. Dabei wird verschwiegen, dass vieles gar nicht sinnvoll recycliert werden kann, z.B. beim Plastik ist das wegen der vielen verschiedenen Stoffe und Zusätze schwierig. Auch sonst sind zahlreiche unterschiedliche Rohstoffe zu Produkten vereint. Längst nicht alles lässt sich mit vernünftigem Aufwand trennen. Recyclieren braucht zudem Transport und auch sonst reichlich Energie.

Vermeiden ist besser als recyclieren.

Abfälle gefährden Grundwasser, Flüsse und Seen. Heidis Mist vom 18.4.15

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Hindernisse in der Kreislaufwirtschaft

1. April 2020
Die Gewürzgläschen von Butty hatten früher einen abnehmbaren Deckel (rechts). Man konnte das Gäschen mit eigenen Gewürzen oder Gewürz aus Nachfüllbeuteln füllen ...

Die Gewürzgläschen von Butty hatten früher einen abnehmbaren Deckel (rechts). Man konnte das Gäschen mit eigenen Gewürzen oder Gewürz aus Nachfüllbeuteln füllen …

Kreislaufwirtschaft wird propagiert. Sie soll unsere Probleme mit dem Abfall und der Verschwendung lösen. Doch es gibt viele Hindernisse und der „Kreis“ dürfte immer offen bleiben! Denken wir nur an die vielen „Sorten“ von Plastik, an all die Zusatzstoffe für verschiedene Verwendungszwecke, die das Recycling erschweren. Ein weiteres Hindernis ist, dass die Erdölfirmen das nicht gerne sehen und es in den USA bereits Widerstand gegen „Plastik-Sparen“ gibt. Leider hat Heidi diese Informationsquelle „verloren“.

Verdoppelung der Plastikproduktion

Gestern berichtete The Guardian, dass die Weltproduktion von Plastik in den nächsten 10 bis 15 Jahren verdoppelt wird. Für die Bevölkerung in den ärmsten Ländern bedeutet dies: mehr Plastikverschmutzung, mehr CO₂ und tödliche Immissionen durch das Verbrennen im Freien.

Der "gute" alte Deckel und die Streuhilfen.

Der „gute“ alte Deckel und die Streuhilfen.

Das Bestreben der Erdölfirmen ist logisch: Mehr e-Mobilität -> weniger Erdölverbrauch -> Ausgleich mit Plastik, denn die Wirtschaft muss wachsen. Der weltweit grösste Gewürzhersteller, die amerikanische McCormick & Company, hat die Butty-Gewürzdöschen geändert. Der Deckel besteht aus wesentlich mehr Plastik und ist fest mit dem Glas verbunden. Daher können weder Glas noch Deckel recycliert werden. Das bedeutet mehr Abfall und mehr Rohstoffverlust, aber mehr Wirtschaftswachstum. Volkswirtschaftlich ist es ein Blödsinn.

... und man konnte grössere Mengen bequem herausnehmen, etwa Zimt für Guetzlis.

… und man konnte grössere Mengen bequem herausnehmen, etwa Zimt für Guetzlis.

Im VOLG-Onlineshop ist das Butty-Curry-Gewürz noch mit dem alten Drehverschluss abgebildet, die übrigen drei mit neuem Deckel.

Nachtrag zur Klärung von Anfragen: Heidi hat eine gewisse Anzahl „uralte“ Butty-Gläschen und verschiedene Streueinsätze. In diese Gläschen füllt sie jeweils Kräuter aus dem eigenen Garten oder aus Nachfüllbeuteln. Zum Einkaufen von Gewürz-Nachfüllbeuteln muss sie aber in die Stadt reisen. Als Heidi im Dezember Zimtsterne backen wollte, kaufte sie notfallmässig ein Gläschen im VOLG-Dorfladen … und war enttäuscht. Es war auch sehr mühsam, die notwendige Menge durch den Streudeckel herauszukriegen!

Butty-Gewürze, McCormick

Report reveals ‘massive plastic pollution footprint’ of drinks firms. The Guardian vom 31.3.20

1.4.20 HOME

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Ernst Bromeis: Our water is in danger

15. Juli 2019

Seit dem 10.7.19 ist Ernst Bromeis im Baikalsee unterwegs, dem grössten, tiefsten und ältesten Süsswassersee der Erde mit einer Länge von 900 km. Bromeis will mit seiner Expedition das Bewusstsein dafür fördern, dass wir zum Schutze des Wassers den Konsum von Wasser in Plastikflaschen reduzieren müssen. Am 18.7.19 wird die Expedition offiziell mit einer Medieninformation, Bildern und Videos eröffnet. Auf der Expeditions-Homepage gibt es heute schon ein paar Bilder und Informationen.

Bromeis: „Our water is in danger. Bottled and distributed thousands of kilometres around the globe. Don’t you think it’s sad that one of the main water polluters is our favourite water packaging: plastic? Water is life. It is part of you. Our existence depends on it. We have to protect it. It is high time that we act now to raise awareness of the dramatic situation we are currently in.“

Ein „Live ticker“ zeigt wo Bromeis gerade ist auf dem Weg von Kultuk nach Nizhneangarsk.

BWT Lake Baikal Expedition

Wasserbotschafter Ernst Bromeis beginnt in 3 Tagen seine Sibirien-Expedition, Heidis Mist vom 7.7.19

Ernst Bromeis am WEF: Mehr Wasserbotschafter für die Welt! Heidis Mist vom 22.1.19

Water for Life, Eröffnung des Open Forums durch Ernst Bromeis, Video 57:59

Expedition Lake Baikal 2019 – Protecting the blue of our planet, BWT

Das Blaue Wunder

Bilder aus der Erkundung 2018 am Baikalsee und aus früheren Expeditionen, Download kostenlos.

Die Wasserbotschafter, weitere Artikel über Ernst Bromeis von Heidi

15.7.19 HOME

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Konsumieren, konsumieren, konsumieren …

29. September 2018

Haben Sie den Blog von George Monbiot noch nicht abonniert? Höchste Zeit es zu tun! Er befasst sich mit brennenden Themen unserer Zeit. Seine Beiträge sind zwar „Bleiwüsten“, aber spannend zu lesen, fundiert und sauber recherchiert; sie werden im Guardian veröffentlicht.

In seinem Beitrag vom 5.9.18 schreibt George Monbiot, dass das Problem nicht einfach nur Plastik sei, sondern das Konsumverhalten allgemein. Im August 2018 wurde von Starbucks und Costa gefordert, dass sie die Plastikkaffeebecher durch solche aus Maisstärke ersetzen sollten. Die 60’000 Unterstützer dieser Lösung auf Twitter fragten sich nicht, wieviel Fläche für Nahrungsproduktion durch den Anbau von Mais verloren ginge, wieviel Dünger und Pestizide eingesetzt würden. Sie stellten auch nicht die Frage nach der Bodenerosion.

Man sage uns, dass wir alle etwas tun könnten. Aber das genüge nicht.

George Monbiot: „Die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sind struktureller Natur: ein politisches System, das von kommerziellen Interessen erfasst wird, und ein Wirtschaftssystem, das nach endlosem Wachstum strebt …

… Einweg-Kaffeetassen aus neuen Materialien sind nicht nur keine Lösung. Sie sind eine Verewigung des Problems. Den Planeten zu verteidigen bedeutet, die Welt zu verändern.“

Lesen Sie doch den ganzen Beitrag:

Plastic Soup, The problem is not plastic. It is consumerism. By George Monbiot, published in the Guardian 5th September 2018.

29.9.18 HOME

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Nach der Ernte: Blick auf tote Kulturpflanzen und Technik

23. September 2018
Im Hintergrund: frisch gespritzte Streifen, Im Vordergrund: abgestorbene Pflanzen.

Im Hintergrund: frisch gespritzte Streifen, Im Vordergrund: abgestorbene Pflanzen.

Schwarze Folie und mit Herbizid bespritzte Pflanzen.

Schwarze Folie und mit Herbizid bespritzte Pflanzen.

Tote Pflanzen auf mit Folie bedecktem Damm.

Tote Pflanzen auf mit Folie bedecktem Damm.

Die obere Folie ist weg. Plastikschläuche kommen zum Vorschein.

Die obere Folie ist weg. Plastikschläuche kommen zum Vorschein.

Kulturtechnik.

Kulturtechnik.

23.9.18 HOME

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Plastik: vergleichende Anatomie …

3. Juli 2018

„… More than 8 million tonnes of plastic ends up in the world’s oceans each year, according to the UN, which has called for single-use bags to be eliminated completely by 2022.

The main way that plastic gets into the seas is via the world’s major rivers. Research suggests that 95% of plastic is transported in this way. Eight of these rivers are found in Asia. Most of the plastic comes from China, but Indonesia, the Philippines and Vietnam also rank among major polluters.

Consumer behaviour in developed countries including the UK, Europe and the US is also a major factor in pushing plastic into the world’s waters.

Last December, 193 countries committed to a UN plan to stop plastic waste entering the oceans. But the commitment is not legally binding and doesn’t have a timetable, and different countries have adopted different schemes.

Around 40 have banned single-use plastic bags, with charges or outright prohibitions in place in China, Bangladesh. and about 15 African countries.

Other nations, including the UK, are moving to ban plastic straws and cotton buds.

Und die Schweiz? Schaut zu! Schauen Sie sich mindestens das Video „Plastic pollution is killing animals in the Arctic“ im folgenden Artikel von BBC an.

Quelle: Plastic bags: Shop assistant ‚grabbed by throat‘ as Australia ban starts, BBC 1.7.18

3.7.18 HOME

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BBC: Neue Aufnahmen über die verheerenden Auswirkungen der Plastikverschmutzung auf die Tierwelt

23. Juni 2018

Die EU-Kommission will zehn Wegwerf-Plastikprodukte sowie ausrangierte Fischernetze verbieten, darunter Besteck und Geschirr aus Plastik, Trinkhalme, Luftballonstäbe, Rührstäbchen oder Wattestäbchen.

Unser Bundesrat ist gegen ein Verbot für Einweg-Plastik, obwohl der Verbrauch etwa von Wegwerf-Geschirr in den letzten Jahren massiv zugenommen hat.

Fertiggerichte aus Plastikschalen zu essen ist IN, in der Stadt wie auf dem Lande. Der Müll überfüllt die Abfallbehälter und bedeckt den Boden daneben … ein Windstoss und Plastik geht seine eigenen Wege. Plastik-Abfall wird auch vorsätzlich in der Landschaft entsorgt. Das sieht man entlang unserer Verkehrswege eindrücklich. Unterhaltsdienste und Landwirte müssen den Unrat kostenpflichtig entsorgen – so gut es eben geht! Wir alle zahlen mit.

Sehen Sie sich den eindrücklichen Film an:

„Seabirds are starving to death on the remote Lord Howe Island, a crew filming for the BBC One documentary Drowning in Plastic has revealed. Their stomachs were so full of plastic there was no room for food. The documentary is part of a BBC initiative called Plastics Watch, tracking the impact of plastic on the environment.“

New footage of the devastating impact of plastic pollution on wildlife has been captured by a BBC team. , BBC 23.6.18

Schweiz hat Mühe mit Verbot von Einweg-Plastik, Tierwelt vom 5.6.18

23.6.18 HOME

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EU-Kommission will Plastikgeschirr verbieten

2. Mai 2018

Im Kampf gegen Müll will die EU-Kommission Geschirr und Besteck aus Plastik verbieten. Eine Richtlinie dazu soll am 23. Mai vorgelegt werden.

EU-Kommission will Plastikgeschirr verbieten, Wirtschaftswoche vom 1.5.18

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Plastik im Salat, in den Erdbeeren …?

18. März 2018
Ein ganzer Acker voll von Plastikteilchen zwischen dem Schloss Marschlins und der Ganda! Bei diesem Anblick kam dem Spaziergänger Kurt Hartmann das Bauern-Plakat „Abfall macht uns krank“ in den Sinn. Er bat das landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungszentrums Plantahof in Landquart um eine Stellungnahme. Zitat aus der Antwort: "... Gemäss Ihren Bildern sind auf dem Feld Schnüre, evtl. Elektrozaunstücke und Plastikfolien zu sehen. Es sind dies alles Sachen, welche - wie Sie richtig festgestellt haben - nicht auf einen Acker gehören. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass dies auf dem ganzen Acker so aussieht und bin überzeugt, dass der betreffende Bewirtschafter das Feld vor der nächsten Bearbeitung im Frühling, wie in der Landwirtschaft üblich, räumt. Das heisst, dass der Unrat zusammengelesen wird, bevor mit der Bearbeitung der Felder begonnen wird. Wie diese Plastikteile auf den Acker gekommen sind, kann ich nicht beurteilen..." <strong>Heidi meint: "Plastikfolien werden im Gartenbau und in der Landwirtschaft nicht selten einfach untergepflügt nach dem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn. Das darf nicht sein, den der Boden ist eine unserer Lebensgrundlagen."</strong>

Ein ganzer Acker voll von Plastikteilchen zwischen dem Schloss Marschlins und der Ganda! Bei diesem Anblick kam dem Spaziergänger Kurt Hartmann das Bauern-Plakat „Abfall macht uns krank“ in den Sinn. Er bat das landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungszentrums Plantahof in Landquart um eine Stellungnahme. Zitat aus der Antwort: „… Gemäss Ihren Bildern sind auf dem Feld Schnüre, evtl. Elektrozaunstücke und Plastikfolien zu sehen. Es sind dies alles Sachen, welche – wie Sie richtig festgestellt haben – nicht auf einen Acker gehören. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass dies auf dem ganzen Acker so aussieht und bin überzeugt, dass der betreffende Bewirtschafter das Feld vor der nächsten Bearbeitung im Frühling, wie in der Landwirtschaft üblich, räumt. Das heisst, dass der Unrat zusammengelesen wird, bevor mit der Bearbeitung der Felder begonnen wird. Wie diese Plastikteile auf den Acker gekommen sind, kann ich nicht beurteilen…“ Heidi meint: „Plastikfolien werden im Gartenbau und in der Landwirtschaft nicht selten einfach untergepflügt nach dem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn. Das darf nicht sein, den der Boden ist eine unserer Lebensgrundlagen.“

Mikroplastikverschmutzung scheint weiter verbreitet zu sein, als man vermutet hat, und die Partikel werden weltweit regelmässig auch von Menschen aufgenommen. Beängstigend ist, wie wenig wir über ihre Wirkung auf die menschliche Gesundheit wissen (The Lancet).

Eine von unzähligen Schlagzeilen über Plastik: „Eine US-Studie liefert beunruhigende Neuigkeiten: Unser Mineralwasser ist teils voller winziger Plastikteilchen. Was sie im Körper bewirken, weiss leider kein Mensch.“

Was man aber weiss, ist, dass sich allerhand Schädliches an Plastik anlagert: Umweltgifte, Pestizide, Bakterien, Krankheitserreger, resistente Keime usw. Und schon früh erkannt wurde die Schädlichkeit von hormonell wirksamen Zusatzstoffen wie Bisphenol A oder Phthalaten.

Verschmutzung an Land grösser als im Meer

Plastik im Boden: Die Politik setzt auf Eigenverantwortung der Bauern!

Plastik im Boden: Die Politik setzt auf Eigenverantwortung der Bauern!

Je nach Umgebung wird die Plastik-Verschmutzung des Landes auf das Vier- bis 23-fache der Verschmutzung der Meere geschätzt. Der Tagesspiegel berichtete über die Forschung des Pflanzenökologen Matthias Rillig von der Freien Universität Berlin. Rillig: „Über die globale Verteilung von Mikroplastik in den Meeren und Küstenregionen gibt es bereits gute Untersuchungen. Über die Situation in terrestrischen Ökosystemen weiss man dagegen so gut wie nichts.“ Entstehung von Mikroplastik.

Aufnahme von Nanoplastik durch Pflanzen

Plastik im Wasser: Die Politik setzt auf Eigenverantwortung der Industrie.

Plastik im Wasser: Die Politik setzt auf Eigenverantwortung der Industrie.

Was Matthias Rillig beunruhigt, das ist, dass Mikroplastik im Laufe der Zeit immer weiter fragmentiert werden könnte, zu Nanoplastik. Die Wurzeln könnten Nanopartikel aufnehmen, so dass sie bis in die Blätter gelangen. „Damit würde Plastik nicht nur über Fisch und Meeresfrüchte in unsere Nahrungskette gelangen, sondern auch durch Agrarprodukte“, sagt Rillig. Ganz gleich, ob „bio“ oder nicht.

„Plastik hat in der Natur grundsätzlich nichts verloren. Je weniger hineingelangt, umso besser.“

Verlagerung in tiefere Bodenschichten

Plastik in der Luft: Die Politik setzt auf Eigenverantwortung der KonsumentInnen.

Plastik in der Luft: Die Politik setzt auf Eigenverantwortung der KonsumentInnen.

Matthias Rillig weiss aus eigenen Studien, dass Mikroplastik durch verschiedene Organismen, zum Beispiel Regenwürmer, im Boden nach unten transportiert wird. Im Gegensatz zum Wasser kann der Boden nicht gefiltert werden.

Plastik aus der Luft

Als feiner Staub könnte Nanoplastik auch eingeatmet werden, wie Asbest oder Blütenpollen. Es gibt Daten von Paris: 300 Partikel pro Quadratmeter und Tag. Es könnte also sein, dass auch diese Fasern, nicht nur sphärische Partikel, im Boden landen.

Wie kommt Plastik in den Boden?

In manchen Branchen wird Kunststoff sogar bewusst in die Erde gemischt, etwa kleine Styroporkügelchen als Lockerungsmittel für Böden, damit die Pflanzen besser wachsen. Immer mehr Plastik wird in der Landwirtschaft und im Gartenbau verwendet. Folien und Folientunnels prägen die Landschaft.

Feldrandkompostierung mit Plastikteilchen

Feldrandkompostierung mit Plastikteilchen

Bereits zu Beginn der Feldrandkompostierung vor Jahrzehnten wurde klar, dass viel Unrat wie Plastik mit dem Grüngut auf die Kompostmieten gelangt. Detailhändler werfen Waren mit abgelaufenem Verkaufsdatum mitsamt der Verpackung, meist Plastik, in die Behälter für die Kompostier- und Biogasanlagen. Einzig die Biomarke Demeter verlangt, dass ihre Bauern keinen Kompost oder kein Gärgut aus solchen Anlagen beziehen.

„Biologisch abbaubare Kunststoffe“

Eine Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit bedeutet fast immer eine Verschlechterung der Werkstoffeigenschaften. Die Weltproduktion an Standardkunststoff betrug 2016 335 Millionen Tonnen, jene von biologisch abbaubaren Kunststoffen macht etwa 1% davon aus.

Merkblatt Forschungsinstitut für biologischen Landbau 2017/Agrokunststoffe:

Problematisch ist nach wie vor, dass die Kompostierbarkeit auch bei biologisch abbaubaren Kunststoffen, egal ob sie aus fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden, nicht immer gegeben ist. Viele dieser Kunststoffe sind nur in industriellen Anlagen kompostierbar und auch nur mit sehr langen Abbauraten. Im Haushaltkompost sind die meisten kaum innert nützlicher Frist abgebaut. Mulchfolien aus Stärke-Mischungen z.B. werden angepriesen, dass sie in 10 bis 12 Wochen zu 100 Prozent abgebaut sein sollen.

Durch Agrokunststoffe ebenfalls nicht gelöst wird das Problem der Migration unerwünschter Stoffe in die Produkte. Agrokunststoffe benötigen dieselben Zusätze wie Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen. Die eingesetzten Weichmacher, Farben und anderen Additive können ins Lebensmittel eindringen oder im Fall der Mulchfolie in den Boden wandern.

Littering

Abfall gehört nicht in die Umwelt. Die Bauern machen darauf aufmerksam, dass er den Tieren schadet. Doch auch sie sollten Plastik meiden und v.a. nicht in den Boden einbringen. Von dort kann Plastik zudem durch Abschwemmung in Gewässer gelangen.

Recyclieren nur teilweise möglich

Plastik ist nicht gleich Plastik und nur in Ausnahmefällen ist es möglich, den Abfall sauber zu trennen. Je nach den Zusatzstoffen ist der „neue“ Rohstoff nicht für Folien, Lebensmittel usw. geeignet. Und der Transport verschleisst Energie!

Was tun unsere Gesetzgeber?

Es herrscht die freie Marktwirtschaft. In der Schweiz ist nicht einmal die Abgabe von Einwegplastiksäckchen verboten, die Motion Dominique de Buman wurde vom Parlament abgelehnt. Wenigstens ist bei uns das Ausbringen von Klärschlamm durch die Bauern seit 2006 verboten.

Weil China Plastikabfälle aus Europa nicht mehr entsorgen will, haben einige Länder Probleme. So bemüht sich England, den Verbrauch einzuschränken.

Private und eine Bio-Ladenkette sind Pioniere

Doch Private sind aktiv, es gibt immer mehr Unverpacktläden. Hier finden Sie die Schweizer Läden. Und hier ist die Karte unverpackt einkaufen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

In den Niederlanden eröffnet die Bio-Supermarktkette Ekplaza in Amsterdam eine plastikfreie Abteilung mit 700 nicht verpackten Produkten (Fleisch, Reis, Milch…). Bis Ende Jahr sollen alle 74 Filialen über eine solche Abteilung verfügen.

 

Diver swims through 'horrifying plastic cloud' The Indonesian island of Bali is popular with tourists and known for its beautiful beaches. British diver Rich Horner lives on a nearby island, and filmed himself swimming through rubbish in the sea. BBC 7.3.18. Auf Bild klicken, um Video anzuschauen.

Diver swims through ‚horrifying plastic cloud‘
The Indonesian island of Bali is popular with tourists and known for its beautiful beaches.
British diver Rich Horner lives on a nearby island, and filmed himself swimming through rubbish in the sea. BBC 7.3.18.
Auf Bild klicken, um Video anzuschauen.

Microplastics and human health—an urgent problem, The Lancet vom Oktober 2017

Mikroplastik im Acker, Der Tagesspiegel vom 21.2.17

Mikroplastik im Boden: „Die Verunreinigung auf den Kontinenten ist noch nicht auskartiert“, Deutschlandfunk vom 7.2.18

Mikroplastik auf den Feldern, Klimaretter.Info vom 5.3.18

Von wegen rein: Forscher finden Mikroplastic in Flaschenwasser, NZZ vom 15.3.18

Microplastic pollution in oceans is far worse than feared, say scientists, The Guardian, 15.3.18

MikrOMIK: Microplastics as vector for microbial populations in the ecosystem of the Baltic Sea, Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Warnemünde

Zieht Mikroplastik schädliche Keime an? Ärzte Zeitung vom 26.2.18

Scientist warns we could be breathing in microplastic particles laden with chemicals, Independent, 9.5.16

700 Produkte ganz ohne Plastik: Erster Supermarkt der Welt führt revolutionären Gang ein, Chip vom 2.3.18

Twitter: #microplastics

18.3.18 HOME

Plastik, Plastik, Plastik …

6. November 2017
Sitzbank auf einer Alp. In der Rille des verwitterten Holzes liegt ein kleines Stück Plastik. Wohin man auch geht ... Plastik!

Sitzbank auf einer Alp. In der Rille des verwitterten Holzes liegt ein kleines Stück Plastik. Wohin man auch geht … Plastik!

Plastik ist überall. Im Trinkwasser, am Strand, im Wald, am Wegrand, im Feld, im Essen … Umdenken ist überfällig, aber die Regierenden wollen keine Verbote, besonders in der Schweiz nicht. Freiheit! Plastik ist auch als Abfall begehrt, denn die Kehrichtverbrennungsanlagen wollen Energie verkaufen. Recycling ist die Lösung nicht, denn Plastik ist nicht gleich Plastik; der Zusatzstoffe sind viele und trennen schwierig. Gifte aus Verpackungen migrieren in Lebensmittel …

Wir KonsumentInnen können etwas tun, doch dies allein genügt nicht. Bewegen Bilder? Hier die neuesten von BBC.

The most disgusting thing I’ve seen in the water

The giant build-up of plastic bottles, cutlery and polystyrene plates was captured by underwater photographer Caroline Power.

The most disgusting thing I’ve seen in the water, BBC 6.11.17 vor 3 Stunden.

Degradable plastics and recycling. Plastics Recyclers Europe and European Bioplastics address impacts of degradable plastics on quality of recycled film; call for separate collection, Greta Stieger, Food Packaging Forum 19.9.17.

Plastik vermüllt Meer und Fisch, Fair-fish

Plastikmüll im Leitungswasser, Infosperber vom 19.9.17.

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6.11.17 HOME

 


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