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Werbung: „AdeSectin ist seit mehr als 20 Jahren die Schweizer Lösung gegen Spinnen“

23. Januar 2022

Wasserspinne. Quelle: Film von Otto Hahn Geliebt und gefürchtet: Spinnen

Heidi liebt Spinnen!

Wikipedia: „Die Wasserspinne (Argyroneta aquatica) oder auch Silberspinne ist die einzige Spinnenart, die nicht an Land, sondern unter Wasser lebt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Britischen Inseln im Westen bis nach Japan im Osten. Die Tiere bevorzugen saubere Seen oder langsam fliessende Gewässer. Da die Wasserqualität vielerorts durch Gülle und Pestizide aus der Landwirtschaft beeinträchtigt ist, ist der Bestand stark rückläufig. Sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten in der Kategorie Stark gefährdet.“

Geliebt und gefürchtet: Spinnen

Über zwei Jahre lag Otto Hahn mit der Kamera auf der Lauer und hat einheimische Spinnen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet. Ihm gelangen faszinierende Aufnahmen von der Balz, der Paarung, der Brutpflege, der Häutung und vom Netzbau. Der Film zeigt die ausserordentlich grosse Formenvielfalt dieser Tiergruppe und belegt ihre bedeutende Rolle als Insektenfresser im Naturhaushalt.

Geliebt und gefürchtet: Spinnen. SWR, Planet Schule

AdeSectin tötet Spinnen

Werbung: „Sie kennen das Problem: Überall, wo sich Mücken und andere Insekten tummeln, weben Spinnen ihre klebrigen Netze. Vor allem Lichtquellen im Freien sind ein grosser Anziehungspunkt für Mücken und andere fliegende Insekten. Kaum sauber geputzt, ist schon wieder alles voller Spinnweben. Ein ewiges Ärgernis! Das muss nicht sein – einfach AdeSectin aufsprühen, und der Ärger ist vorbei.

… AdeSectin ist seit mehr als 20 Jahren die Schweizer Lösung gegen Spinnen …“

Delthametrin

Der Wirkstoff von AdeSectin ist das Insektizid Delthametrin, ein Nervengift aus der Gruppe der Pyrethroide. AdeSectin ist an vielen Orten erhältlich: Drogerien, Apotheken, Hauswartbedarf, Coopvitality, Galaxus, Landi, Online-Shops usw.

Wikipedia: „Als Pflanzenschutzmittel ist ein Deltamethrin-haltiges Präparat in Deutschland und Österreich beim Anbau von Getreide, Raps, Rüben und Kartoffeln sowie auf Wiesen gegen verschiedene „beißende“ Insekten zugelassen. In der Schweiz sind mehrere Präparate zugelassen, das Anwendungsspektrum ist noch etwas breiter und umfasst unter anderem auch die Verwendung gegen Borkenkäfer bei geschlagenem Holz.

Es fällt immer wieder auf, dass die Schweiz Pestizide „grosszügiger“ zulässt als die Nachbarländer und auch besonders schädliche später verbietet.

Was ist im Sicherheitsdatenblatt geschrieben?

Adesectin_Sicherheitsdatenblatt, PDF

Gefahrenhinswiese
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
H410: Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Sicherheitshinweise
P102: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.
P280e: Schutzhandschuhe/Augenschutz tragen.
P301a: BEI VERSCHLUCKEN: Mund mit Wasser ausspülen und
reichlich Wasser nachtrinken.
P302a: BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: sofort mit viel
Wasser abwaschen.
P305a: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Sofort mit viel
Wasser, auch unter den Augenlidern, ausspülen.
P501: Inhalt/Behälter einer anerkannten Abfallentsorgungsanlage
zuführen.

Verpackungen < 125 ml
Achtung
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.
P101: Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder
Kennzeichnungsetikett bereithalten.
P102: Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
P262: Nicht in die Augen, auf die Haut oder auf die Kleidung
gelangen lassen.

Erstaunlich ist daher das Werbe-Video aus welchem Heidi folgendes Bild kopiert hat:

Adesectin-Spritzen ohne Handschuhe. Quelle: Werbe-Film.

Adesectin-Spritzen ohne Handschuhe. Quelle: Werbe-Film.

 

"Hinterlassen Sie bei Ihren Besuchern einen perfekten Eindruck mit einem sauberen Haus ... Quelle: Werbefilm AdeSectin.

„Hinterlassen Sie bei Ihren Besuchern einen perfekten Eindruck mit einem sauberen Haus …“ Quelle: Werbefilm AdeSectin.

Deltamethrin, Wikipedia

Pflanzenschutzmittelverzeichnis, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), Deltamethrin

AdeSectin – Langzeitschutz vor lästigen Spinnweben, Video. adesectin.ch

Spinnenphobie bei der Schweizerischen Südostbahn? Fausta Borsani, ohneGift 25.9.21

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Frühlingstraum …

22. Januar 2022

Frühlingstraum: Die Sonne wärmt, die Raupen kriechen aus den Verstecken hervor und bald zeigen sich Schmetterlinge in ihrer Pracht - wenn wir ihnen Sorge tragen.

Frühlingstraum: Die Sonne wärmt, die Raupen kriechen aus den Verstecken hervor und bald zeigen sich Schmetterlinge in ihrer Pracht – wenn wir ihnen Sorge tragen.

Heute fällt noch etwas Schnee. Ab 23.1.22 wird die Sonne scheinen, aber es ist kalt, doch normal für Januar. Leider im Flachland oft Nebel.

Daher träumen wir doch etwas vom Frühling, von den Schmetterlingen, den Vögeln und der Blumenpracht. Und – nicht vergessen – überlegen wir uns, was wir gegen das Sterben der Insekten, Futter für die Vögel, tun können. Es ist nicht einfach, aber gemeinsam schaffen wir es!

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Der Pestizidatlas 2022 ist erschienen!

21. Januar 2022

Pestizidatlas 2022, Seite 11.

Pestizideinsatz in Tonnen nach Kontinenten im Jahr 2019 und Veränderung seit 1999. Jährlich erleiden auf der ganzen Welt 385 Millionen Menschen eine Pestizidvergiftung. Für einige endet sie tödlich. Quelle: Pestizidatlas 2022, Seite 11.

Der PESTIZIDATLAS 2022 ist ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, PAN Germany und Le Monde Diplomatique. Er enthält Daten und Fakten zu Giften in der Landwirtschaft.

Hier ein Zitat, siehe Seite 10:

„Die eingesetzte Pestizidmenge steigt seit Jahrzehnten an: Zwischen 1990 und 2017 um etwa 80 Prozent. Das Zusammenspiel von Pestiziden, Dünger und technischem Fortschritt trug dazu bei, dass sich die landwirtschaftliche Produktion grundlegend verändert hat. Da Bäuerinnen und Bauern Krankheiten und Schädlinge nun durch Pestizide statt durch Fruchtfolgen und Fruchtkombinationen in Schach hielten, konnten sich enge Fruchtfolgen immer gleicher Kulturpflanzen etablieren. Das Ergebnis: Ohne Pestizide ist die heutige industrielle Landwirtschaft grossenteils nicht mehr vorstellbar.

Durch kapitalintensive Inputs stiegen in vielen Industrieländern seit den 1950er-Jahren die Erträge und damit das Angebot an landwirtschaftlichen Produkten deutlich schneller als die Nachfrage – was zu immer billigeren landwirtschaftlichen Produkten und schlechterem Einkommen für die Landwirtinnen und Landwirte führt. Parallel zum Pestizideinsatz intensivierte sich die wissenschaftliche Forschung. Immer mehr Erkenntnisse haben Fachleute darüber gewinnen können, wie sich Pestizide auf die menschliche Gesundheit auswirken und die Umwelt belasten können.

Heute liegt die jährlich ausgebrachte Pestizidmenge bei circa 4 Millionen Tonnen weltweit. Fast die Hälfte davon sind Herbizide, die gegen Unkräuter verwendet werden; knapp 30 Prozent sind Insektizide, die gegen schädliche Insekten wirken und etwa 17 Prozent sind Fungizide gegen Pilzbefall. Marktanalysen bezifferten den globalen Pestizid-Marktwert im Jahr 2019 auf fast 84,5 Milliarden USDollar. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate lag seit 2015 bei mehr als 4 Prozent – für die kommenden Jahre könnte sie steigen. Bis 2023 wird eine Wachstumsrate von 11,5 Prozent und damit ein Anstieg auf fast 130,7 Milliarden US-Dollar Marktwert prognostiziert.

Dieser deutliche Anstieg hängt auch mit der Klimakrise zusammen: Ein US-Forschungsteam der Universität von Seattle hat kalkuliert, dass pro Grad Erderwärmung die Ernteerträge von Reis, Mais und Weizen um 10 bis 25 Prozent sinken könnten. Die Gründe dafür sind vielfältig. So verändert der Klimawandel zum Beispiel Schädlingspopulationen und das Verhältnis von Schädlingen und Nützlingen. Hinzu kommt, dass die Widerstandskraft der Pflanzen gegen Schädlinge infolge von klimabedingtem Stress sinkt.“

Ein Kommentar aus Dänemark

Zitat Paul Holmbeck, EcoConsult, Political strategy, Policy innovation, IFOAM World Board Member, Climate & organic market initiatives, Aarhus, Midtjylland, Dänemark:

„Der Pestizideinsatz ist in Dänemark im vergangenen Jahr zurückgegangen – ein Grund dafür sind die Greenfees für den Pestizideinsatz, die je nach Toxizität immer höher sind. Auch hier sind viele Verbesserungen erforderlich – Verbot von mehr Pestiziden, mehr pestizidfreie (organische!) Zonen um Trinkwasser und Naturgebiete und weniger Verzichtserklärungen für die Nutzung. Und nicht zuletzt mehr Ökologischer Landbau überall!“

Pestizidatlas 2022

Pestizidatlas 2022 zeigt Gefahren chemischer Pflanzenschutzmittel. Pestizidatlas vorgestellt. Tagesschau 12.1.21

Scarry new world record for use of pesticides… OPTA – the Association of Organic Processing and Trade Companies in Europe 17.1.22

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Verschmutzung durch Chemikalien hat Belastungsgrenze der Erde überschritten

20. Januar 2022
Die Verschmutzung mit Chemikalien hat die Belastungsgrenze der Erde überschritten. Quelle: WIOM

Die Verschmutzung mit Chemikalien hat die Belastungsgrenze der Erde überschritten. Quelle: WIOM

Als Belastungsgrenzen der Erde oder planetare Grenzen werden ökologische Grenzen der Erde bezeichnet, deren Überschreiten die Stabilität des Ökosystems und die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährdet. Von den heute diskutierten neun planetaren Grenzen sind bereits mehrere überschritten. Die Verschmutzung mit Chemikalien, Klimawandel und Bevölkerungswachstum werden heute als grösste Gefahren für die Menschen bezeichnet.

Zu den hauptsächlichen chemischen Verschmutzern gehören Plastik, Pestizide, synthetische Verbindungen, Insektizide, Antibiotika usw. Am bedenklichsten sei Plastik. Plastik wird überall gefunden. Etwa auf dem Mount Everest, im tiefsten Ozean und sogar in der oberen Athmosphäre. Seit 1950 nahm die Produktion von Chemikalien um das Fünfzigfache zu und – so die Voraussagen – wird sich bis 2050 verdreifachen.

Bis 2050 wird die Produktion von Chemikalien voraussichtlich auf das Dreifache von heute wachsen.

Bis 2050 wird die Produktion von Chemikalien voraussichtlich auf das Dreifache von heute wachsen.

Gegen die chemische Verschmutzung müssten wir genauso handeln wie gegen die Klimaerwärmung. Eine internationale wissenschaftliche Organisation wie The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) für den Klimawandel müsse auch für die Verschmutzung mit Chemikalien geschaffen werden.

Der schmutzigste Fluss der Welt

The dirtiest river in the world: Indonesia's Citarum | DW Documentary

The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum | DW Documentary

Der Citarum ist der längste und grösste Fluss in der indonesischen Provinz Jawa Barat. Taglich werden 20’000 Tonnen Abfall und 340’000 Tonnen Abwasser, besonders aus den 500 Textilfabriken, in den Fluss geleitet. Er wird von der Landwirtschaft genutzt, zum Fischen, für Reinigung und von der Industrie. Bauern klagen, dass der Ertrag massiv zurückgegangen ist. Die Regierung hat zwar ein Reinigungsprogramm begonnen, aber die Arbeiten gehen langsamer als erwartet voran.

Der Dokumentarfilm The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum begleitet das indonesische Militär bei der Umsetzung eines millionenschweren Projekts, das darauf abzielt, den 270 Kilometer langen Flussabschnitt des Citarum wieder in einen ursprünglicheren Zustand zu versetzen. Der Film interviewt Fabrikbesitzer, die in die Zukunft der nachhaltigen Abfallwirtschaft investieren, und Umweltaktivisten, die gegen die illegale Verklappung von Industriechemikalien kämpfen.

The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum | DW Documentary

Chemical pollution has surpassed the planetary boundary, says scientists. WION Climate Tracker

Planetare Grenzen, Wikipedia

The dirtiest river in the world: Indonesia’s Citarum | DW Documentary

Indonesia’s polluted river clean-up shows slow progress. Aljazeera 2.3.19

The Citarum – The world’s most polluted river | DW Documentary

Der schmutzigste Fluss der Welt. Tagesspiegel 3.3.18

Citarum, Wikipedia

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Heidelbeeren aus Chile, Fleisch-Aktionen …

15. Januar 2022

Heidelbeeren aus Chile: klimaschädlicher Transport

Heidelbeeren aus Chile: klima- und umweltschädlicher Transport. Transporte werden regelmässig in Ökobilanzen verniedlicht.

Liebe Heidi

Auch ich staune immer wieder über Angebote unserer „ökologischen“ Grossverteiler, habe ein paar Fotos für dich gemacht, vielleicht kannst du sie brauchen.

Das Angebot von Frischprodukten aus aller Welt hat stark zugenommen, Fleischaktionen sind schon lange Standard und Beschriftungen sind immer wieder zum Lachen, etwa bei COOP Erdnüsse „Hergestellt in der Schweiz“!

Es gibt so viele Möglichkeiten, saisonale Produkte aus der Region zu kochen, alte und neue Kochbücher zeigen wie. Und, was heisst schon aus der Region. Ein Gemüsebauer bei Lausanne erzählte mir einmal, er habe zu viel Kopfsalat gehabt. COOP oder Migros – ich weiss es nicht mehr sicher – war so nett und hat ihn (billig) gekauft. Der Kopfsalat wurde nach Kerzers transportiert, dort „verarbeitet“ und nach Lausanne zurück transportiert als „regionales Produkt“. Etwa ein Drittel hätte nicht dem Standard entsprochen und als Mischsalat im Beutel verkauft werden müssen, wofür er einen wesentlich tieferen Preis bezahlt erhalten hatte als vereinbart für ganze Köpfe.

Die Versuchung ist gross, Exotisches und Aktionslebensmittel zu kaufen, wenn diese so anmächelig am Eingang liegen oder der Preis stark reduziert wurde.

Freundliche Grüsse

Hanspeter

Auch COOP verkauft Heidelbeeren aus Chile, und zwar in seiner Qualité & Prix Linie.

Auch COOP verkauft Heidelbeeren aus Chile, und zwar in seiner Qualité & Prix Linie.

COOP Heidelbeeren, 500 g CHF 4.20

COOP Heidelbeeren, 500 g CHF 4.20

Lieber Hanspeter

Vielen Dank für deinen Brief und die Fotos.

Früchte von weither sind nicht nur ein Klima- und Umweltproblem, sie können auch Pestizid-belastet sein, auch mit solchen, die bei uns nicht mehr zugelassen sind weil sie sehr schädlich sind. Über den Heidelbeer-Boom und Chemie-Cocktails auf Import-Heidelbeeren hat Roger Müller am 19.5.20 im Kassensturz berichtet. Jede zweite Heidelbeere in der «Kassensturz»-Analyse war mit Pestiziden belastet, eine Probe gar mit sechs Chemikalien.

Heidi isst lieber frisch geröstete Erdnüsse. Diese sind bis 28.6.22 datiert!

Ich esse lieber frisch geröstete Erdnüsse, etwa vom Marronistand bei der Pestalozziwiese an der Zürcher Bahnhofstrasse. Diese Bio-Erdnüsse sind per 28.6.22 datiert!

Die „in der Schweiz hergestellten Erdnüsse“ sind ein Kuriosum … hier merken die meisten KonsumentInnen, dass die Ware aus Ägypten stammt.

Die Fleischaktionsfotos hänge ich einfach mit Kommentar an.

Herzliche Grüsse

Heidi

Im Schweizer Poulet steckt viel Importfutter. Die Ställe würden besser in die Industriezone passen als in die freie Landschaft. Völlig absurd ist die Produktion im Berggebiet, wo Futter hinaufgekarrt werden muss und der Kot entweder zur Überdüngung beiträgt oder abtransportiert werden muss.

Im Schweizer Poulet steckt viel Importfutter. Die Ställe würden besser in die Industriezone passen als in die freie Landschaft. Völlig absurd ist die Produktion im Berggebiet, wo Futter hinaufgekarrt werden muss und der Kot entweder zur Überdüngung beiträgt oder abtransportiert wird. Auch die Küken müssen hinauf zum Pouletstall und bereits nach 35 Tagen (konventionelle) bzw. 60 (Bio) für die Schlachtung ins Tal hinunter zu einem der wenigen Poulet-Schlachthöfe.

Trotz wiederkehrender Absatzprobleme wird viel Schweinefleisch produziert, besonders viel rund um die Innerschweizer Seen. Damit die seenahen Flächen entlastet werden, zahlen wir den Abtransport der überschüssigen Gülle.

Trotz wiederkehrender Absatzprobleme wird viel Schweinefleisch produziert, mit viel Importfutter, besonders viele Tiere hat es rund um die Innerschweizer Seen. Zum Schutze der Seen zahlen wir mit den Steuern den Abtransport von Gülle.

Mit dem Kleber "Love food - reduce waste" macht man uns die Ware schmackhaft. Jeder ein Verschwender, der das nicht kauft. Das schlechte Gewissen mobilisieren!

Mit dem Kleber „Love food – reduce waste“ macht man uns die Ware schmackhaft. Jeder ein Verschwender, der das nicht kauft. Das schlechte Gewissen mobilisieren!

Heidelbeer-Boom – Chemie-Cocktail auf Import-Früchten. Roger Müller, SRF Kassensturz 19.5.20

15.1.22 HOME

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Wem das Wasser gehört … hat Macht

11. Januar 2022

Wasser ist Leben.

Wasser ist Leben.

Die Netzfrauen haben am Neujahrstag viele Informationen rund um Wasser veröffentlicht. Der Titel zeigt schon, dass wir uns um viele Aspekte kümmern müssen: Der nächste Krieg wird ums Wasser geführt – Wer Wasser hat, hat Macht – und wer den Zugang zu den Quellen hat, hat noch mehr Macht. Obwohl Wasser ein Menschenrecht ist, wird es hemmungslos genutzt, gestohlen und verkauft, an der Börse gehandelt, verschwendet …

Zwei Zitate füge ich hier ein:

„Statt Grundnahrungsmittel für die Menschen in Afrika anzubauen, wird das wertvolle Ackerland für Europa genutzt. Statt den Grundbedürfnissen der Menschen in Afrika nachzukommen, setzen die Investoren sogar auf den Export von Palmöl für die Bioenergie und sie versuchen gleichzeitig, Afrika als Markt für die eigenen Produkte wie Saatgut, Pestizide, Herbizide und chemische Düngemittel zu erschliessen. Wer profitiert vom Hunger in den armen Ländern der Welt? Sie brauchen sich nur in den Supermärkten umschauen, denn nicht nur Blumen kommen aus Afrika, sondern auch Bohnen, Kartoffeln, Tafeltrauben u.s.w.

… Doch in der Krise geht es nicht darum, zu wenig Wasser zu haben, um den Bedarf zu decken. Während Golfplätze und Hotelanlagen mit grünem Rasen protzen, leidet die arme Bevölkerung unter Wassermangel. Auch Nestlé erwirbt Wassernutzungsrechte und lässt Fabriken bewachen und einzäunen!  In vielen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft, während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat.“

Wenn Wasser knapp wird, dann kommt es zu Konflikten. Es ist nicht so, dass wir hier im „Wasserschloss Europas“ einfach gemütlich sitzen können und zuschauen wie sich die Lage in der Welt zuspitzt, denn wir sind von den direkten und indirekten Folgen der weltweiten Wasserknappheit betroffen. Wie Wassermangel uns schadet und was wir tun müssen, dies sind Fragen, die nicht nur wissenschaftlich, sondern v.a. auch politisch angepackt werden müssen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel hier: Der nächste Krieg wird ums Wasser geführt – Wer Wasser hat, hat Macht – und wer den Zugang zu den Quellen hat, hat noch mehr Macht. Netzfrauen 1.1.22

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Zum Nachdenken: „An den Rändern der Welt“

31. Dezember 2021

"... Das macht mich wirklich wütend. Oft löschen wir ein Feuer und woanders bricht schon ein neues aus ..."

„… Das macht mich wirklich wütend. Oft löschen wir ein Feuer und woanders bricht schon ein neues aus …“

Das Schweizer Fernsehen zeigt bis 27.1.22 den Film An den Rändern der Welt:

„An den Rändern der uns bekannten Welt leben sie, die letzten indigenen Gemeinschaften – fernab der Zivilisation und doch betroffen von ihren Folgen. Bevor auch diese letzten indigenen Lebensweisen dem stetigen Vordringen der Globalisierung weichen müssen, ist Fotograf Markus Mauthe zu ihnen gereist.

Die Reise führt vom Südsudan und von Äthiopien zu den Seenomaden nach Malaysia und den Indios im brasilianischen Mato Grosso, die angefangen haben, sich gegen die Zerstörung ihres Lebensraums zu wehren.“

Markus Mauthe

Markus Mauthe, Wikipedia

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25 Jahre Erfahrung mit Pestiziden und der Pestizid-Industrie

28. Dezember 2021

Kristin Schafer, Executive Director Pesticide Action Network North America

Kristin Schafer, Executive Director Pesticide Action Network North America

Pesticide Action Network (PAN) ist eine internationale, gemeinnützige Organisation, die über negative Folgen des Einsatzes von Pestiziden in der Landwirtschaft unterrichtet und sich für umweltschonende und sozial gerechte andere Lösungen einsetzt. Die Umweltschutzorganisation wurde 1982 gegründet.

Kristin Schafer arbeitet seit 25 Jahren beim Pesticide Action Network (PAN) Nordamerika. Sie ist die Geschäftsführerin, hat internationale Politik und Strategien des sozialen Wandels studiert. Anfang 2022 wird sie PAN verlassen. In drei Blog-Beiträgen zeigt sie auf, was sie in den 25 Jahren ihrer Tätigkeit gesehen und gelernt hat. Der erste Teil ist am 21.12.21 erschienen.

Kristin Schafer schreibt einleitend:

„Wenn ich auf zweieinhalb Jahrzehnte Arbeit mit PAN zurückblicke, sehe ich eine ganz klare Linie: aggressive Bemühungen der Industrie, Jahr für Jahr alle Initiativen zu blockieren, die ihren Profit bedrohen.

Diese Bemühungen sehen in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich aus, aber die Vorgehensweise ist dieselbe: sich bei denjenigen einschleimen, die die Entscheidungsgewalt haben, Aktivisten einschüchtern, die auf Veränderungen drängen, und Geld (viel!) ausgeben, um die Geschichte zu kontrollieren. Oh – und regelmässig konsolidieren/rebranding, um sich aus Schwierigkeiten herauszuwinden.“

Lesen Sie Teil 1: Reflections, Part One: Pesticide industry’s playbook. PAN 21.12.21

Pesticide Action Network (PAN), Wikipedia

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Ein wirksames Instrument für die Pestizidreduktion: Pestizidabgabe!

6. Oktober 2021

Autoren einer Studie zur Pestizid-Abgabe und die unterstützenden NGOs gemeinsam mit der GLS Bank plädieren für die Einführung einer Pestizid-Abgabe für alle chemisch-synthetischen Pestizide.

Autoren einer Studie zur Pestizid-Abgabe und die unterstützenden NGOs gemeinsam mit der GLS Bank plädieren für die Einführung einer Pestizid-Abgabe für alle chemisch-synthetischen Pestizide.

Pestizidabgabe – ein wirksames Instrument für die Pestizidreduktion

Im März 2021 veröffentlichten Stefan Möckel, Erik Gawel & Matthias Liess vom Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Pestizidexperte Lars Neumeister eine Studie, in welcher sie verschiedene Modelle von Abgabenkonzepten untersuchten und die Auswirkungen auf Preise, Absatzmengen, die behandelbare Fläche und das Aufkommen der Abgabe simulierten. Die Ergebnisse zeigten, dass eine klug gestaltete Pestizidabgabe als finanzielles Lenkungsinstrument wesentlich zu der im EU Green Deal geforderten Pestizidreduktion beitragen kann, siehe PAN-Beitrag.

Nun ist die Studie in einer ergänzenden Version in englischer Sprache veröffentlicht worden. Für die englische Version der Studie untersuchten die Autoren zusätzlich die rechtlichen Optionen der EU zur Einführung einer europaweiten Pestizidabgabe und kommen zu dem Schluss, dass dies aufgrund der Zuständigkeiten der EU in den Bereichen Gesundheit, Umwelt und indirekte Steuern möglich wäre.

Die Autoren und die unterstützenden NGOs gemeinsam mit der GLS Bank plädieren für die Einführung einer Pestizid-Abgabe für alle chemisch-synthetischen Pestizide. Eine risikobasierte Abgabe in der EU würde, so die Autoren, nicht nur die Gefährlichkeit der einzelnen Wirkstoffe, sondern auch ihre Wirkintensität per Kilogramm berücksichtigen. Damit würde dieses Abgabemodell nicht nur die Reduzierung der eingesetzten Pestizidmenge, sondern auch die Reduzierung der Behandlungsintensität auf der Fläche unterstützen.

Wichtig und entscheidend ist, dass mit den Abgabeerlösen die notwendige Transformation der Landwirtschaft und konkret die landwirtschaftlichen Betriebe auf dem Weg hin zu pestizid-freien, nachhaltigen Anbauverfahren unterstützt werden.

PAN Germany erwartet von der nächsten Bundesregierung, das Ziel der Pestizidreduktion in den Koalitionsvertrag zu verankern und als wirksames marktwirtschaftliches Instrument eine risikobasierte Pestizidabgabe einzuführen.

Die vollständige englische Studie und die englische Presseerklärung zur Veröffentlichung der Studie erhalten Sie hier.

Pestizidabgabe – ein wirksames Instrument für die Pestizidreduktion. PAN Germany 5.10.21

Oh je, wir zahlen gewässerschutzkonforme Waschplätze!

22. September 2021
In vielen kleinen Gewässern in den Ackerbaugebieten ist die Anzahl und Konzentration von Pestiziden hoch.

In vielen kleinen Gewässern in den Ackerbaugebieten ist die Anzahl und Konzentration von Pestiziden hoch.

Unter dem Zwischentitel Schutz der Gewässer informiert das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in seiner Medieninformation Aktionsplan Pflanzenschutzmittel wird konsequent umgesetzt vom 21.9.21:

„Mehrere Massnahmen verbessern den Schutz der Gewässer. Mit gezielten Förderprogrammen werden Landwirtinnen und Landwirte unterstützt, gewässerschutzkonforme Waschplätze zu bauen. So wird verhindert, dass Pflanzenschutzmittel bei der Reinigung der Geräte in Bäche oder die Kanalisation gelangen. Mit dem Bau von rund 200 solcher Waschplätze hat sich im letzten Jahr die Anzahl unterstützter Waschplätze verdreifacht. Ausserdem wurden alleine im letzten Jahr knapp 1000 Spritzgeräte mit einer automatischen Innenreinigung aufgerüstet.“

Das BLW gibt also offiziell zu, dass die Feldspritzen bisher nicht gewässerschutzkonform gereinigt wurden, oft einfach auf dem Hofplatz gespült mit Ablauf in ein Gewässer. Weil die Hofentwässerung praktisch in der ganzen Schweiz nicht kontrolliert wird/wurde (!), das auch in Zukunft eher Wunschdenken ist, denn Plan, obwohl seit vielen Jahrzehnten vorgeschrieben, darf die Bauernschaft in grosser Zahl ungestraft der Gewässerschutzgesetzgebung zuwiderhandeln.

So sei denn wieder einmal wenigstens auf zwei Artikel des Gewässerschutzgesetzes hingewiesen – es gibt viele andere, die nicht eingehalten werden:

Art 3 Gewässerschutzgesetz: Sorgfaltspflicht

Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.

Art 6 Gewässerschutzgesetz: Grundsatz

1 Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittel­bar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.

2 Es ist auch untersagt, solche Stoffe ausserhalb eines Gewässers abzulagern oder auszubringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Was­sers entsteht.

Ähnlich ist die Situation bei den Nährstoffen, bei der Kontrolle der Hofdüngeranlagen, Nichtdeklaration von Zukäufen, Gülleaustrag … Nur ein Beispiel: Wie lange zahlen wir noch den Abtransport von Gülle aus Region Sempachersee, wo mehr Tiere leben als vor Beginn der Sanierung vor Jahrzehnten?

All diese Massnahmen zahlen wir mit unseren Steuern und tragen die Folgen der Verschmutzung, etwa unseres Trinkwassers oder der Luft (Ammoniakemissionen). Freiwillig werden viele Umweltschutzgesetze nicht eingehalten, besonders in der Landwirtschaft. Wann werden diese Kosten endlich in die Preisgestaltung der Lebensmittel einfliessen?

Heidi und der Alpöhi meinen: „Nicht glaubwürdig ist die Aussage, die immer wieder gemacht wird, dass die Reinigung der Geräte die Hauptursache für die Verschmutzung der Gewässer mit Pestiziden sei. Dieses Vergehen ist offensichtlich, andere Eintragspfade lassen sich nur mit hohem Aufwand, wenn überhaupt, beweisen. So lassen sich drastischere Massnahmen als der Bau von Waschplätzen vorläufig vermeiden, herausschieben.“

22.9.21 HOME

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