Posts Tagged ‘PSM’

Italien soll Einsatz von Pestiziden deutlich reduzieren

24. September 2022

UN-Sonderberichterstatter rät Italien, den Einsatz von Pestiziden deutlich zu reduzieren

Am 20. September stellte der UN-Sonderberichterstatter für Giftstoffe und Menschenrechte, Marcos Orellana, seinen Bericht über den Einsatz von Pestiziden in Italien vor. Er beglückwünscht Italien zu den Massnahmen, die es zur Verringerung des Pestizideinsatzes ergriffen hat, äussert jedoch seine grosse Besorgnis über die Ausfuhr gefährlicher Pestizide aus Italien, die nicht für die Verwendung in der Europäischen Union zugelassen sind.

Er ist auch ernsthaft besorgt über die Zunahme des Pestizideinsatzes in Regionen, in denen Prosecco angebaut wird, und insbesondere über das Vorhandensein gefährlicher Pestizide auf Kinderspielplätzen in der Nähe landwirtschaftlicher Gebiete. Er rät der Regierung, Pufferstreifen einzurichten, um gefährdete Menschen und Gebiete sowie Wasserläufe vor den ernsten Risiken und Schäden durch Pestizidabdrift zu schützen. Ausserdem fordert er Massnahmen, um die Menge der in Italien verwendeten Pestizide im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip deutlich zu reduzieren.

Pufferstreifen

Der Bericht weist auf die Bedeutung von Pufferstreifen hin, ein aktuelles Thema in der Diskussion um die neue EU-Pestizidreduktionsverordnung. 2019 wurde in Italien der Entwurf eines nationalen Aktionsplans für Pestizide vorgelegt. Dieser Plan sollte bald abgeschlossen werden, da der alte Aktionsplan 2018 auslief und die EU-Richtlinie 2009/128/EG alle fünf Jahre einen neuen Plan vorschreibt.

Der Entwurf sieht vor, dass der Einsatz von Pestiziden in landwirtschaftlichen Gebieten in der Nähe von bewohnten Gebieten oder gefährdeten Bevölkerungsgruppen in einem Abstand von weniger als 50, 40, 20, 15 oder 5 Metern verboten ist, je nach Klassifizierung des Pestizids. „Diese Spritzverbote sind unerlässlich, um gefährdete Menschen und Gebiete zu schützen, darunter Schulen, Spielplätze und Krankenhäuser, Naturschutzgebiete und archäologische Stätten. Pufferzonen sind auch wichtig, um die Verschmutzung von Oberflächengewässern und Grundwasser zu verhindern“.

Pestizidfreie Städte

Der Berichterstatter begrüsst die Initiative mehrerer italienischer Gemeinden, sich dem Europäischen Netzwerk pestizidfreier Städte anzuschliessen. Das Netzwerk zielt darauf ab, den Einsatz von Pestiziden zu minimieren und sie durch bestehende nachhaltige Alternativen zu ersetzen. Ziel ist es, die Gesundheit aller Menschen und die Umwelt zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern. Interessant ist, dass der Staatsrat im Jahr 2021 in einem Urteil in Bezug auf die Stadt Conegliano, die im Prosecco-Weinanbaugebiet liegt, bestätigt hat, dass die Gemeinden berechtigt sind, den Einsatz von Pestiziden zu verbieten.

Heidis Frage: „Wann endlich werden in der Schweiz Pufferstreifen entlang von Wohnzonen, Schulen usw. gesetzlich vorgeschrieben?“

Der vollständige Bericht: Besuch in Italien – Bericht des Sonderberichterstatters über die Auswirkungen des umweltgerechten Umgangs mit und der Entsorgung von gefährlichen Stoffen und Abfällen auf die Menschenrechte. Von Sonderberichterstatter für Giftstoffe und Menschenrechte – Marcos Orellano.

Die Punkte 69 bis 74 des Berichts sind den Pestiziden gewidmet. Visit to Italy – Report of the Special Rapporteur on the implications for human rights of the environmentally sound management and disposal of hazardous substances and wastes, Marcos Orellana

Marcos A Orellana auf Twitter

Banned in Europe: How the EU exports pesticides too dangerous for use in Europe. Public Eye 10.9.20

Pesticide contamination and associated risk factors at public playgrounds near intensively managed apple and wine orchards. Caroline Linhart et al. Environmental Sciences Europe 8.5.19

Oh du heiliger Mist!

7. September 2022
Naturschutzgebiet Ibergeregg: Heidis Misthaufenblick hat sofort weiter oben am Weg ...

Naturschutzgebiet Ibergeregg: Heidis Misthaufenblick hat sofort weiter oben am Weg …

... den Misthaufen entdeckt, an wunderschöner Aussichtslage.

… den Misthaufen entdeckt, an wunderschöner Aussichtslage.

Wieder einmal sind die geöffneten Tabs in Heidis Browser so zahlreich, dass sie fast nicht weiss wo anfangen. Eigentlich wollte sie das Drama des ausgetrockneten UNESCO-Naturerbes Coto de Doñana thematisieren und den Marche funèbre von Chopin verlinken. Seit mehr als zehn Jahren schreibt sie immer wieder über die wasserverschleissenden Erdbeeren, Himbeeren usw., bio und konventionell, die wir aus diesem Gebiet auch mitten im Winter beziehen, angeblich nachhaltig.

Am Sonntag sind Fotos von einem illegal gelagerten Misthaufen im Naturschutzgebiet Ibergeregg SZ eingetroffen und am Tag darauf ein Blog-Beitrag von Martin Sager, Direktor des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW), mit dem Titel Heiliger Mist.

Auch wenn die Zahl der illegal gelagerten Misthaufen stark rückläufig ist, so ist es die Menge der umweltschädlichen Dünger nicht. Ammoniak-Emissionen belasten nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch den Wald, Naturschutzgebiete, naturnahe Flächen … und Stickstoff und Phosphor verschmutzen Gewässer und Grundwasser. So ist es denn an der Zeit, dieses leide Thema in den Vordergrund zu stellen. Hinzu kommen die Pestiziden und deren Metaboliten im Wasser.

Über Misthaufen hat Heidi schon viel geschrieben, sie sind selbstredend. Das Verschmutzungsproblem Dünger ist weiterhin ungelöst.

Hier sei nur der Lead von Sagers Blog-Beitrag veröffentlicht, den vollständigen Kurzbeitrag lesen Sie am besten bei Aqua & Gas:

„Obwohl seit 1998 mit Artikel 62a des Gewässerschutzgesetzes substanzielle Mittel in Massnahmen der Landwirtschaft zur Senkung von übermässigen Gewässerbelastungen durch Nitrat, Phosphor und Pflanzenschutzmittel fliessen, ist die Verunreinigung des Grundwassers mit Nährstoffen kaum zurückgegangen. Gleichzeitig werden alle konkreten Massnahmen, die den Einsatz von Gülle und Dünger reduzieren wollen, im Parlament torpediert.“

Heiliger Mist. Martin Sager, SVGW, Aqua & Gas

FiBL-Alpvisite 2022 im Muotathal

11. August 2022

Heute in einer Woche, am Donnerstag, 18. August 2022, 9.00 bis 16.00 Uhr, findet auf der Alp Wasserberg im Muotathal SZ die FiBL-Alpvisite 2022 statt. Sie gibt Einblick in den Umgang mit Problempflanzen auf dem Alpbetrieb mit vier Stafeln, Sömmerung von Milchkühen, Kühen mit Käserei und Jungvieh auf den abgelegenen Weiden und den Arbeitsaufwand für den Unterhalt der Alp. Problempflanzen sind der Schwerpunkt; Biodiversität, Flora und Fauna werden einbezogen.

Kursleiter ist der erfahrene Fachmann Franz Josef Steiner vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL).

Im Trailer zum künftigen Film äussert sich die Älplerin klipp und klar zum Herbizideinsatz auf Alpen: „Für mich got eifach nöd zäme, wenn du wotsch Alpchäs mache und dä för so guet und gsund apriesisch und denn gosch go sprütze. Das got für mich überhaupt nöd zäme und das wär jetzt öb biologisch oder nöd…“

Trailer Alpvisite, sehr eindrücklich!

Hier finden Sie alle Informationen zum Anlass, inkl. Link zum Anmeldeformular FiBL- Alpvisite 2022 im Muotathal

Das Programm ist vielversprechend!

Das Programm ist vielversprechend!

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Industrie und Bauern im Einklang gegen die Natur

11. Juli 2022

Regenwurm am frühen Morgen.
Regenwurm am frühen Morgen in einem pestizidfreien Garten.

  • Investigate Europe 24.6.22: Wie Lobbys und rechte Politiker die Reduktion von Pestiziden behindern. Glyphosat und Co. bedrohen die Artenvielfalt und die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft. Deshalb will die EU ihren Einsatz bis 2030 halbieren. Doch dagegen formiert sich Widerstand – der auch den Ukraine-Krieg als Vorwand nennt.
  • Tages-Anzeiger 8.7.22: Strengere Vorschriften zum Schutze der Umwelt: Streit um Stickstoff – Woher kommt die Wut der niederländischen Bauern?  Die Regierung in Den Haag versucht, die hohe Stickstoffbelastung zu reduzieren, und stösst bei den Landwirten auf massive Gegenwehr. Ein Ausweg aus der Konfrontation ist nicht in Sicht.
  • Tages-Anzeiger, Das Magazin 9.7.22: Die Schweiz ist Mist. Prächtig grüne Wiesen zeugen von der Naturverbundenheit der Schweiz? Falsch! Was die Landwirtschaft hier unseren Böden antut, ist eine Katastrophe. (Wer kein Abonnement des Tages-Anzeigers hat, kann sich gratis für zwei Wochen registrieren und so den Artikel lesen. Es lohnt sich.)
  • usw.

Besonders beeindruckt hat Heidi der Beitrag von Claudia Keller, Universität Zürich, mit dem Titel „Die Schweiz ist Mist“. Sie nimmt Bezug auf Dürrenmatts Bücher „Der Besuch der alten Dame“  sowie „Herkules und der Stall des Augias“.

Wie bei Dürrenmatt so zieht heute weiterhin das Argument, dass der wirtschaftliche Verlust uns teurer zu stehen komme als die ganze „Ausmisterei“ und Vorschläge an den Mühlen der Bürokratie scheitern nach dem Motto „Nie zu spät, stets zu früh“. Auch wenn man einzelne Details diskutieren möchte, der Beitrag schildert die heutige Situation treffen.

Jemand sagte Heidi einmal: „Den illegal gelagerten Mist hast du grösstenteils zum Verschwinden gebracht, nun kannst du deinen Blog umtaufen!“ Dies möchte Heidi aber nicht tun, denn es gibt noch viel auszumisten, auch im übertragenen Sinne.

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Eine gute Nachricht: Alp bekämpft neu Unkraut mit Sense!

2. Juli 2022
Kreuzkräuter müssen nur auf mageren Standorten nicht beämpft werden.

Kreuzkräuter müssen nur auf mageren Standorten nicht bekämpft werden, sollten aber trotzdem vor der Blüte geschnitten werden.

Auf der Alp Buchen/Holzegg im Kanton Schwyz sah ein Wanderer Unkräuter, die mit der Sense geschnitten worden waren. Heidi weiss, dass dort früher Herbizid gespritzt wurde. Es spricht sich offenbar herum, dass die mechanische Bekämpfung funktioniert und nicht nur naturschonend ist, sondern auch eine angenehmere Arbeit. Der Anblick eines Gift spritzenden Älplers hat schon manchen Wanderer entsetzt.

Kreuzkräuter sollten immer vor dem Blühen bekämpft werden. Auch bei abgeschnittenen blühenden Kreuzkräutern reifen die Samen nach und können sich mit dem Wind verbreiten. Deshalb sollten sie, unabhängig vom Standort, vor der Blütenbildung geschnitten werden.

Die Brennnessel ist eine Futterpflanze für viele Insekten, besonders Schmetterlinge. Sie ist auch eine Heil-und Futterpflanze. Angewelkt werden die Brennnesseln vom Vieh gefressen. Sie müssen aber auf ertragsreichen Alpen gemäss Leitfaden für Kontrollierende „Verbuschung und Problempflanzen im Sömmerungsgebiet“ von Agridea ab 5% bekämpft werden, sonst gibt es Beitragskürzungen. Häufig werden jedoch „zur Sicherheit“ lieber alle Brennnesseln niedergemäht oder gespritzt.

Geschnittene Brennnessel voller Schmetterlingsraupen.

Geschnittene Brennnessel voller Schmetterlingsraupen.


Auch am Wegrand wurde mit der Sense gesäubert. Hier besteht sowieso ein Herbizidverbot.

Auch am Wegrand wurde mit der Sense gesäubert. Hier besteht sowieso ein Herbizidverbot.

Agridea: Leitfaden für Kontrollierende. Verbuschung und Problempflanzen im Sömmerungsgebiet

Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind Futterpflanzen für viele Insekten – Wieso also bekämpfen? Heidis Mist 19.6.22

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpen

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Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind Futterpflanzen für viele Insekten – Wieso also bekämpfen?

29. Juni 2022
Insekten lieben das Jakobskreuzkraut. Für sie ist es nicht giftig.

Insekten lieben das Jakobskreuzkraut. Für sie ist es nicht giftig.

Walti hat Heidi darauf aufmerksam gemacht, dass die Insekten auf ihren Ringelblumen (siehe Die Ringelblume hat viele Liebhaber) keine Käfer ist, sondern Grüne Distelwanzen. Bei dieser Gelegenheit hat er Heidi ein Foto von einem Jakobskreuzkraut mit Biene und Schmetterling geschickt sowie von einer Weide mit vielen Kreuzkräutern und dem Hinweis: „Alle Jahre wieder, müsste bekämpft werden, die Samen werden mit dem Wind überall hin vertragen!!“

Diese Jakobskreuzkräuter müssten bekämpft werden.

Das Jakobs- und Alpenkreuzkraut sind in ungepflegten Wiesen und Weiden ein Problem, denn sie sind für die Nutztiere giftig. Zwar meiden die Tiere die Pflanzen weil sie bitter sind, aber im Heu und Silo sind sie immer noch giftig und die Tiere können an Leberkrebs erkranken.

Wenn Bienen fleissig giftige Kreuzkräuter besuchen, gelangen Pyrrolizidinalkaloiden in den Honig. Der Übergang von Pyrrolizidinalkaloiden in den Nektar und mit diesem in Honig wurde nachgewiesen. Untersuchungen ergaben eine geringere Belastung bei deutschen Honigen. In 50% der untersuchten Fälle lag die Belastung jedoch bei 250 µg/kg Honig. Noch kritischer ist dies bei Honigen aus Übersee. Nicht alles Natürliche ist also gesund!

So bekämpfen Sie die Kreuzkräuter nachhaltig

PaturaALPINA ist ein Verbundprojekt zum Thema „Problempflanzen auf Alpen“ zwischen Agridea, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Agroscope und dem Büro Alpe. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) wird das praktische und theoretische Wissen im Umgang mit Problempflanzen im Sömmerungsgebiet aufgearbeitet und digitalisiert. Die Inhalte werden auf der Website, in Kurzfilmen auf youtube und dem Agridea-App verbreitet und aktualisiert.

Was sagt PaturaALPINA über das Alpenkreuzkraut?

Das Alpenkreuzkraut kommt häufig auf nährstoffreichen Viehlägerplätzen oder an feuchten Standorten auf Alpweiden vor. Dort gilt es vor allem wegen seiner „Giftigkeit“ als Problempflanze. Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Alpenkreuzkraut auf Alpweiden zu regulieren. Im Video wird anschaulich erklärt wie man das macht.

Video zur Regulierung des Alpenkreuzkrauts

Das sagt Fritz Fässler, Bewirtschafter Alp Hessisbohl Oberloch im Hoch-Ybrig SZ.

Das sagt Fritz Fässler, Bewirtschafter der Alp Hessisbohl Oberloch im Hoch-Ybrig SZ. Bild aus dem Video.

Jakobskreuzkraut, Wikipedia

Heidis weitere Artikel über Herbizide auf Alpen

Jakobskreuzkraut oder Arnika?

Die Blüten des Jakobskreuzkrautes und der Arnika sind ähnlich, so dass man sie verwechseln könnte. Hingegen sind die Blätter der beiden Pflanzen sehr verschieden und der Wuchs auch. Der drüsenhaarige Stängel der Arnika ist einfach oder höchstens wenigästig verzweigt und besitzt meist ein bis zwei, selten drei gegenständige Paare Laubblätter. Beim Jakobskreuzkraut entwickelt sich im zweiten Jahr eine oft dunkelrot überlaufene, aufrechte Sprossachse (Stängel) mit Blütenständen. Bei den leierförmig fiederteiligen Laubblättern sind die unregelmässigen und stumpf gezähnten Abschnitte zum Ende hin verbreitert; an ihrer Basis weisen sie Öhrchen auf.

Das erste Foto in diesem Beitrag stammt von der gleichen Pflanze wie das folgende Foto von der ganzen Pflanze. Hier sieht man klar, dass es keine Arnika ist. Auf beiden Fotos ist das Jakobskreuzkraut zu sehen.

Alpenkreuzkraut.

Alpenkreuzkraut.

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Pestizide: Nahrungssicherheit aufs Spiel setzen?

27. Juni 2022
Video: Stiller Tod – Europas Pestizidproblem und das Artensterben. Copyright: Investigate Europe. Klick auf das Bild führt zum Video.

Video: Stiller Tod – Europas Pestizidproblem und das Artensterben. Copyright: Investigate Europe. Klick auf das Bild führt zum Video.

Wissenschaftler warnen, nun sei die Zeit, um weniger Pestizide einzusetzen und das Artensterben zu bremsen. Der Insektenforscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, Josef Settele (Co-Vorsitzender des Weltberichts zum ökologischen Zustand der Erde), prognostiziert, dass „die Nahrungssicherheit der gesamten Menschheit aufs Spiel gesetzt“ werde, wenn der Einsatz von Ackergiften nicht zeitnah deutlich reduziert werde.

Weitere Infos: Stiller Tod – Europas Pestizidproblem und das Artensterben. Investigate Europe Juni 2022

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Deutsches Gerichtsurteil: Glyphosat-Kontamination von Honig ist „Eigentumsverletzung“

22. Juni 2022

Um sein Feld von Unkraut freizuhalten, hat ein Landwirt in Brandenburg üppig Glyphosat gespritzt. Das Gift landete im Honig eines benachbarten Bienenstocks. Laboranalysen ergaben, dass die zulässige Rückstandshöchstmenge für Glyphosat bis zu 152-fach überschritten wurde. Der Imker musste sowohl das Wachs als auch den Honig vernichten, seinen Betrieb gab er auf. Der Imker reichte daher eine Schadenersatzklage gegen das Unternehmen ein.

Eine Zivilkammer des Gerichts gab am 20.6.22 der Klage des Mannes statt. Das beklagte landwirtschaftliche Unternehmen muss ihm nun 14’544 Euro zahlen. Der Imker sei mit seiner Klage »vollumfänglich durchgedrungen«, sagte der Gerichtssprecher. Die Zivilkammer sah in der Kontamination des Honigs mit Pflanzengift eine Eigentumsverletzung. Das beklagte Agrarunternehmen beging nach Einschätzung des Gerichts eine rechtswidrige fahrlässige Pflichtverletzung. Die Bienenkästen waren für jedermann sichtbar aufgestellt.

Das Urteil sei jedoch keine Entscheidung darüber, ob konventionell arbeitende Agrarunternehmen immer mit Bienenflug rechnen müssen.

»Eigentumsverletzung« – Imker bekommt Schadensersatz für von Glyphosat verseuchten Honig. Spiegel Wirtschaft 20.6.22

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Author Thursday Pick: Daily Poison

17. Juni 2022
Ämter, Politik und Landwirtschaft unterschätzen immer noch die Gefahr der Pestizide.

Ämter, Politik und Landwirtschaft unterschätzen immer noch die Gefahr der Pestizide.

Der Springer-Verlag hat gestern das Buch Daily Poison von Johann G. Zaller zur „Donnerstagsauswahl“ gekürt. Auf Deutsch erschienen ist zuerst „Unser täglich Gift“. Das englische Buch ist eine Erweiterung und Aktualisierung des deutschsprachigen. Die Buchbeschreibung:

This book is a sound science report about the consequences of pesticides to nature, health and environment.

The book shares essential insights into the use of pesticides in agriculture, discusses the politics, rhetoric and profits involved, addresses the potential health and ecological risks of pesticides in our daily lives, and debates possible solutions. Is agriculture without pesticides possible at all?

Moreover, the author gives insight into his scientific work, the set-up of the experiments, and also writes about his very own experiences with the media and press after publication of his studies.

For many years, Johann G. Zaller, an ecologist at the University of Natural Resources and Life Sciences in Vienna, and his team, have been researching applied chemicals and their effects on the environment. Their findings, together with relevant literature and media reports, are presented in this book, which offers a unique resource for anyone who wants to know the nature and background of pesticides and how we come into contact with them in our daily lives.

Ever ate an apple? Read this book!

Daily Poison, Johann G. Zaller

Unser täglich Gift, Johann G. Zaller

Synthetische Pestizide: Vortrag von Johann G. Zaller, Universtität für Bodenkultur Wien. Heidis Mist

Weitere Artikel von Heidi mit Stichwort Johann G. Zaller

25.5.21

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Insektenkiller – Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören

13. Juni 2022
ARTE: Insektenkiller - Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören

Aus dem ARTE-Film „Insektenkiller – Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören“. Klicken Sie auf das Bild!

Heute vor einem Jahr haben Initianten aus der Westschweiz und der Deutschschweiz je einen Achtungserfolg mit Volksinitiativen erzielt: 40 Prozent JA-Stimmen. Die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide und die Trinkwasserinitiative wurden zwar abgelehnt, aber haben immerhin das Thema auf den Tisch gebracht und einiges bewirkt. Es waren gewöhnliche Leute aus dem Volk. Unterstützung fanden sie aber von zahlreichen Fachleuten und Gleichgesinnten, welche sauberes Trinkwasser und pestizidfreie Lebensmittel wollen. Gegen sich hatten diese tapferen KämpferInnen nicht nur den Bundesrat und die Parlamentsmehrheit, sondern auch einen Grossteil der Bauern und die ganze Agrar- und Industrielobby mit der Taktik „Angst machen“.

Das ist Vergangenheit, aber das Artensterben geht weiter, die bekannten und unbekannten Schäden auch, und wir zahlen die hohen externen Kosten für dieses Wirtschaften. So freut sich Heidi über jede Bäuerin, jeden Bauern, die/der ohne die schädlichen Pestizide Lebensmittel für uns produziert.

Das Pestizidproblem ist gross, der Wille für umfassende Lösungen klein. Einem Teil der Bauern ist es egal, wenn Schmetterlinge, Vögel usw. sterben, einem Teil der Bevölkerung auch, wenn nur der Preis tief ist. Und die Grossverteiler sind in erster Linie auf Umsatz und Profit aus, legen aber Wert darauf, als „nachhaltig“ wahrgenommen zu werden.

Der Ukrainekrieg hat das Angstschüren belebt, besonders in der Pestizidindustrie. Die PolitikerInnen reden viel, machen etwas, aber entfaltet dies die für den Schutz unserer Lebensgrundlagen nötige Wirkung?

Zum Abstimmungs-Jubiläum macht Heidi auf einen ARTE-Film aufmerksam, der viele Aspekte des Pestizidproblems behandelt und die Entstehungsgeschichte erzählt, die mit dem Ende des 2. Weltkriegs und den überflüssig gewordenen Chemikalien beginnt und ähnlich verläuft wie die Geschichte des Tabaks. Eigentlich müsste diese Dokumentation Pflichtlektion in landwirtschaftlichen Schulen sein.

Klicken Sie hier: Insektenkiller – Wie Chemieriesen unser Ökosystem zerstören. ARTE, 1:32. Es gäbe auch unzählige wissenschaftliche Publikationen zu verlinken, die aufschrecken, oder Recherchen, die aufzeigen mit welchen Mitteln die grossen Pestizidhersteller zu „wissenschaftlichen“ Ergebnissen von Hochschulen kommen. Der ARTE-Film ist lang, aber wichtig. Mehr solls heute nicht sein!

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