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Alpidylle? Herbizide auf Steinhaufen!

19. Mai 2020
Abgestorbenes Moos auf einem Steinhaufen, welcher 2019 mit Herbizid behandelt wurde. Copyright: Simon F.

Abgestorbenes Moos auf einem Steinhaufen, welcher 2019 mit Herbizid behandelt wurde. Copyright: Simon F.

Guten Tag Heidi

Letzten Sommer haben die Älpler Steinhaufen mit Herbizid bespritzt. Wie du auf dem Foto siehst, ist nur das Moos abgestorben, alles andere wächst fröhlich weiter. Ich vermute, dass sie diesen Sommer wieder spitzen werden.

Weisst du, was mich besonders stört? Nicht weit davon säumt eine Steinmauer den Weg. Für deren Erhalt kassieren die Älpler Geld. Ist das nicht widersinnig?

Du kannst das Foto veröffentlichen, wenn du willst. Das würde mich freuen. Man soll sehen, was so alles in der Abgeschiedenheit der Berge geschieht.

Freundliche Grüsse

Simon

Lieber Simon

Gegen solche Spritzerei ist kein Kraut gewachsen, denn das ist erlaubt, obwohl gerade Steinhaufen vielen Tierchen Unterschlupf bieten. Das ist „Einzelstockbekämpfung“. Darunter fällt alles, was man mit der Rückenspritze machen kann, und das ist nicht wenig. Die neuen Sömmerungsbeiträge verpflichten sogar die Bewirtschafter zur Unkrautbekämpfung, denn sonst gibt es Abzüge. Ein Vorstoss der Nationalrätin Maya Graf für ein Verbot von Herbiziden auf Alpen wurde abgelehnt.

Wenn ich „unwissenden“ Leuten von den Herbiziden auf Alpen erzähle, dann sind sie allesamt entsetzt, nicht so unsere PolitikerInnen … die Zeit ist offenbar noch nicht reif für ein Verbot. Die Leute essen Alpkäse oder -fleisch in der Meinung das sei Natur pur. Ein Stück weit schon, aber mit ein paar „Tolggen“.

Ich wünsche dir trotzdem schöne Wanderungen in der nicht ganz heilen Bergwelt.

Grüsse aus Maienfeld

Heidi

Postulat 17.3703 Prüfung eines Pestizid-Verbots im Sömmerungsgebiet, Maya Graf, Nationalrätin, 21.9.17.

Herbizide auf Alpen: Heidis 28 Artikel zum Thema

17.5.20 HOME

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A Tale of Two Chickens

16. März 2020
Mit einem Klick zum Video "A tale of two chickens" gelangen! Copyright: Sustainable Food Trust.

Mit einem Klick zum Video „A tale of two chickens“ gelangen! Copyright: Sustainable Food Trust.

Der Sustainable Food Trust erzählt im Video eine Geschichte von zwei Hühnern. Der Kurzfilm A Tale of Two Chickens wurde am 24.4.16 an der Konferenz „The True Cost of American Food“ in San Francisco uraufgeführt, ist aber immer noch so aktuell wie damals. Er veranschaulicht, dass ein Teil der Kosten nicht im Preis inbegriffen ist, sondern versteckt anfällt, und wir im Grunde genommen einen hohen Preis für Lebensmittel zahlen. Der Film zeigt auch warum wir eine echte Kostenrechnung in unseren Lebensmittel- und Landwirtschaftssystemen brauchen.

Der Preis pro Gewichtseinheit ist für intensiv produzierte Hühner in den USA billiger als jener für Brot. Bei uns ist das Verhältnis zwar weniger extrem, aber entspricht bei weitem nicht jenem einer Gesamtkostenrechnung. Die versteckten Kosten sind nicht eingerechnet. Der Film veranschaulicht das Problem der externen Auswirkungen des Lebensmittelsystems, indem er die Geschichte zweier Hühner aus zwei verschiedenen Produktionssystemen erzählt.

Ein Huhn, das auf der Weide und mit biologisch angebauten Futtermitteln aufgezogen wird, hat nur minimale externe Auswirkungen. Während das andere Huhn, das in einer Massentierhaltung produziert wird, mit vielen negativen Auswirkungen verbunden ist, welche versteckte Kosten verursachen, wie z.B. die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, schlechte Arbeitsbedingungen für das Personal und die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser.

Aber diese versteckten Kosten werden nicht vom Produzenten bezahlt, sondern vom Steuerzahler und der Gesellschaft als Ganzes. Wenn wir ein billiges Huhn kaufen, bezahlen wir es eigentlich zweimal, einmal an der Kasse und noch einmal durch Steuern, die später als Umwelt- und Gesundheitskosten anfallen. Wenn man all diese versteckten Kosten zusammenzählt, ist ein billiges Huhn gar nicht so billig.

Eine gute Frage! Copyright: Sustainable Food Trust.

Eine gute Frage! Copyright: Sustainable Food Trust.

Aber was können wir tun? Der Film zeigt sechs Dinge auf, die man tun kann, um dieses zerstörerische System zu ändern.

  • Nachhaltig produzierte Lebensmittel kaufen
  • Sicherstellen, dass es Zugang zu guter Nahrung für alle gibt
  • Dünger und Pestizide besteuern, um deren übermässigen Einsatz zu verhindern
  • Anreize für eine bessere Ernährung schaffen
  • Unterstützung lokaler Unternehmen
  • Arbeitnehmer fair behandeln

Mit der Forderung nach diesen Veränderungen hofft der Sustainable Food Trust auf eine Verlagerung hin zur Schaffung eines Ernährungssystems, das für die Menschen und den Planeten besser ist.

Sustainable Food Trust: „Die Botschaft von den versteckten Lebensmittelkosten gilt für fast alle Lebensmittel und muss verbreitet werden, also erzählen Sie bitte mit uns gemeinsam die Geschichte von zwei Hühnern.“

Copyright: Sustainable Food Trust.

Copyright: Sustainable Food Trust.

A Tale of Two Chickens

Poulet-Preis Grossverteiler Schweiz.

Poulet-Preis Grossverteiler Schweiz.

Bei Lidl beträgt der Preis pro Kilogramm „Poulet ganz“ CHF 7.49, Bio CHF 14.90 das Ruchbrot pro Kilogramm CHF 2.20.

16.3.20 HOME

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NaNas Zoo der Pestizid-Metaboliten

10. März 2020

NaNa zitiert:

AQUA & GAS: «NICHT RELEVANT» ODER «RELEVANT»? Wir wollen ein möglichst sauberes Wasser abgeben! Syngenta hat bekanntlich gegen das Verbot von Chlorothalonil Beschwerde eingereicht und kritisiert die Bundesbehörden in der NZZ vom 28.02. scharf. Mit dem Verbot des Wirkstoffs und der Einstufen aller Metaboliten als relevant, hätten sie einen nicht wissenschaftlich basierten Entscheid gefällt.“

Basler Zeitung (His Masters Voice) 20.2.20:Der Chemiekonzern hält das Verbot für «unverhältnismässig und willkürlich»: Selbst wenn ein Wirkstoff wie Chlorothalonil strenger klassifiziert werde, sei ein Metabolit nicht zwingend relevant. Syngenta verlangt vom BLV, die gesetzliche Grundlage für das Vorgehen zu nennen … Syngenta hat beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen das Verbot eingelegt. Es geht nicht zuletzt um viel Geld.“*

Schweizer Kantonschemiker:Die neue Einstufung eines Metaboliten von Chlorothalonil hat somit weitreichende Folgen für betroffene Wasserversorgungen. Dieser Fall zeigt, dass die langjährige Forderung der Kantonschemiker, nicht relevante Metaboliten in die Beurteilung der Zulassung von Wirkstoffen miteinzubeziehen, gerechtfertigt ist.“

Heidi meint:Seit im Jahre 2012 die neue Unterteilung zwischen „relevanten“ und „nicht relevanten“ Metaboliten von Pflanzenschutzmitteln eingeführt wurde, wird dies kritisiert, u.a. durch die Kantonschemiker …Tatsache ist, dass ganz, ganz viele Stoffe schon gar nicht gemessen werden und nicht für alle gibt es wohl Analysemethoden und alle zu untersuchen wäre viel zu teuer. Wer soll das bezahlen? Wer bezahlt das heute? Verursacherprinzip???? Und die Cocktail-Wirkung? Und die Rückstände in Lebensmitteln? Wo bleibt das Vorsorgeprinzip?

*NaNa: Exgüsi, wie hoch war wohl der Gewinn aus dem Chlorothalonil-Verkauf, während rund 50 Jahren!?

Kommentar: «nicht relevant» oder «relevant»? Wir wollen ein möglichst sauberes Wasser abgeben. Paul Sicher, SVGW vom 3.3.20

Corona? Pestizide? Der Apotheker zu Mals weiss Rat!

29. Februar 2020
Atemschutzmasken schnell und einfach selbst gemacht.

Atemschutzmasken schnell und einfach selbst gemacht.

Sie möchten Atemschutzmasken kaufen, aber diese sind ausverkauft? Kein Problem! Johannes Fragner-Unterpertinger, Apotheker in Mals im Südtirol weiss Rat. Sein Video Atemschutzmasken schnell und einfach selbst gemacht ging viral. Text zum Video:

„In diesem hausgemachten Handy-Video zeige ich, wie man sich eine funktionelle Atemschutzmaske selber basteln kann. Wenige Handgriffe genügen und schon hat man sich eine Einweg-Maske selber gebastelt. HINTERGRUND: Im Moment sind wegen der Situation rund um die Corona-Virus-Erkrankung [COVID-19, siehe WHO, durch den Erreger SARS-CoV-2] sämtliche Atemschutzmasken vergriffen. Nun lässt sich über die Präventiv-Qualität einer Atemschutzmaske streiten, keine Frage. Benötigt jemand aber zur eigenen Beruhigung oder einfach nur als Teil einer generellen Vorsichts-Massnahme eine Atemschutzmaske, so bietet es sich an, eine Einweg-Maske ganz einfach selber herzustellen. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um eine FFP1-, FFP2- oder FFP3-konforme Atemschutzmaske, aber den Nutzen, beim eigenen Niesen und Husten die Tröpfchen nicht in die Umgebung zu schleudern, ist durchwegs gegeben.

Herzlichst euer Johannes aus Mals“

Pestizide: Der Malser Weg

Die Basler Fasnacht ist abgesagt, die Berner auch. Viele Fasnachtsanlässe sind abgesagt, Sportveranstaltungen sind abgesagt, Konzerte auch. Viele Veranstaltungen finden nicht statt wegen des Corona-Virus. Was tun? Sicherheitshalber zuhause bleiben! Heidi hat einen Vorschlag: Lesen Sie doch einmal ausführlich über den Malser Weg. Das ist mehr als einfach die pestizidfreie Gemeinde Mals. Stöbern Sie in diesen Internetseiten und entdecken Sie u.a. das Manifest der 51 Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Biologen und Apotheker aus dem Oberen Vinschgau vom 30.7.13, das am Anfang der Bewegung für ein pestizidfreies Mals stand.

Darin steht u.a.: Es muss für alle das uralte Rechtsprinzip gelten: „Die Freiheit des Einzelnen hat ihre Grenzen am Recht des Nächsten.“ Und das Recht des Nächsten auf Unversehrtheit von Luft, Wasser und Boden und auf die Unversehrtheit seiner Gesundheit wird durch chemisch-synthetische Spritzmittel gefährdet und durch die Abdrift sogar massiv verletzt.

Auch angefügt sind einige der „gefährlichsten“ Pestizide (mit Angabe der schädlichen Wirkung), die u.a. auch im sogenannten „integrierten“ Obstbau im Vinschgau ausgebracht werden: Captan, Chlorpyrifos, Glyphosat, Difenoconazol, Fluazinam, Dithianon. Diese Mittel sind alle in der Schweiz erlaubt.

Rundschreiben von Johannes Fragner-Unterpertinger

Jede Woche verfasst Johannes Fragner-Unterpertinger einen „Wochen-Rück-, Aus- und Vorblick & zur allgemeinen Info rund um Der Malser Weg„. Dieser kann als Video auf youtube angeschaut und als Mail bezogen werden: info@der-malser-weg.com.

Mundschutz einfach selbst gemacht. Rai, Tagesschau vom 26.2.20

So baut man eine Schutzmaske. Tageszeitung online vom 27.2.20

29.2.20 HOME

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Verursacherprinzip = Grundsatz des Umweltschutzes

25. Februar 2020

Längst sind viele Grundsätze mit der Gewalt von Lobbyisten aus der Welt geschafft worden und immer häufiger werden Klagen gegen Behörden und Firmen eingereicht. Ein solcher Grundsatz ist das Verursacherprinzip im landwirtschaftlichen Umweltschutz. NaNa hat sich dem Thema angenommen.

NaNa: Zitat aus dem Bericht des Schweizer Fernsehen SRF vom 6.2.20 Chlorothalonil im Trinkwasser Wasserversorger prüft Haftungsklage gegen den Bund.

„Roman Wiget, Geschäftsführer der Seeländischen Wasserversorgung (SWG), überlegt sich nun, den Bund zu verklagen: «Wir prüfen gegenwärtig eine Haftungsklage gegen das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), welches das Chlorothalonil in den 1970-er Jahren zugelassen hatte.» Hintergrund dieser möglichen Haftungsklage sind die Kosten, welche die Chlorothalonil-Rückstände dem Wasserversorger verursachen. Die SWG plant diese Rückstände mit der sogenannten Umkehrosmose aus dem Wasser zu filtern. Eine entsprechende Anlage kostet eine Million Franken. Kosten, welche schlussendlich die Gebührenzahler berappen müssten.“

Wikipedia: „Das umweltrechtliche Verursacherprinzip (engl. polluter pays principle) ist ein Grundsatz des Umweltschutzes, wonach Kosten umweltrechtlicher Massnahmen dem Verursacher angelastet werden sollen.“

Gewässerschutzgesetz, Art. 3a Verursacherprinzip:  Wer Massnahmen nach diesem Gesetz verursacht, trägt die Kosten dafür.

Wieso soll dies für die Landwirtschaft nicht gelten?

Heidi meint: Es stellt sich die Frage nach dem Verursacher. Hat der Pestizid-Spritzer die Vorgaben nicht eingehalten (beliebte Version der Pestizid-Produzenten)? Hat sich das BLW bei der Erteilung der Bewilligung einseitig auf die Daten der Industrie gestützt? Hat das BLW schlampig gearbeitet? Oder ist die Chemische Industrie schuld an der Misere, indem sie Stoffe auf den Markt bringen, welche umweltschädlich sind?

Auch die Waadtländer Ständerätin Adèle Thorens Goumaz vertritt die Ansicht, dass das Verursacherprinzip gelten soll. In die Pflicht genommen werden sollen die Bewilligungsbehörde für Pestizide sowie die Chemische Industrie.

Chlorothalonil : mettre l’industrie agrochimique face à ses responsabilité. Adèle Thorens Goumaz, Le temps 14.2.20

25.2.20 HOME

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Sankt Marketin – Beschützer der Ökonomen!

23. Februar 2020

Oh heiliger Sankt Marketin
Beschützer der Ökonomen!
Du Glanz im Auge der Investoren,
Quelle unerschöpflichen Profits,
erhalte uns unsere Glaubensregeln!
Stärke die Ignoranz der Medien
und die Sucht der KonsumentInnen,
bewahre uns vor bösen NGOs und Whistleblowern
und schliesse dem Volk stets Augen und Ohren
denn wir sind die wahren Eingeweihten dieser Zeit.

Danke, liebe NaNa, für den Cartoon, das Gebet und die Erweiterung der Heiligengalerie. Nach der Sankt Exkrementia nun der Sankt Marketin! Auslöser für diese Heiligsprechung waren drei Artikel in der NZZ.

Ökonomen unter sich

Titelbild der neuesten UFA-Revue mit Werbung für Glyphosat. Foto: Werner K.

Titelbild der neuesten UFA-Revue mit Werbung für Glyphosat. Foto: Werner K.

Interview: Agrarchemie-Chef von Bayer: «Glyphosat von Monsanto ist eines der umweltfreundlichsten Produkte im Markt». Christoph Eisenring, NZZ 29.1.20:

„Es gibt kaum einen Konzern, der so polarisiert wie der Saatguthersteller Monsanto. Er hat dem Käufer Bayer zudem Tausende von Klagen eingebrockt. Liam Condon, Agrarchemie-Chef bei Bayer, wehrt sich im Gespräch gegen die Verteufelung synthetischer Wirkstoffe.“

Und schwups gehört der Autor zur Gemeinde der Gläubigen … z.B. … Ist es so abwegig zu denken, dass auch die Mitarbeiter von Pharma- und Chemiefirmen an etwas Sinnstiftendem interessiert sind, indem sie etwa die Ernährungssicherheit verbessern?

Kommentar: Ob Gentechnik oder Glyphosat: Die Angstmacherei gefährdet unseren Wohlstand, Christoph Eisenring, NZZ 18.2.20:

„Drei Viertel der Schweizer fürchten sich vor grüner Gentechnik, obwohl es wissenschaftlich dazu keinen Grund gibt. Nichtregierungsorganisationen verstehen es, diese Ängste zu bewirtschaften – und Politiker lassen sich von ihnen treiben. Das vertreibt Forscher aus Europa und schadet dem Standort.“

Der wissenschaftliche Streit um die Gefährlichkeit von Glyphosat geht weiter. NZZ, Stephanie Lahrtz 5.4.18

Nach wie vor stuft nur eine der grossen internationalen Bewertungsbehörden Glyphosat als eventuell krebserregend ein. Doch vielleicht sind Beimischungen in den Unkrautvernichtungsmitteln die wahren Übeltäter.

The Intersection of Psychology and Marketing: The fun part about marketing is the opportunity to discover new ways to trigger favorable emotional responses from consumers. Entrepreneur 28.9.16

Grundwasserbeobachtung NAQUA: Sankt Exkrementia. Heidis Mist 18.8.19

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5.3.20: Veranstaltung über Pestizide und Gesundheit im Zentrum Paul Klee

19. Februar 2020
Im Hintergrund: Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Im Hintergrund: Beta-Glucan-Gerste Ende Mai 2016 im FRUCHTLAND des Zentrums Paul Klee.

Das Zentrum Paul Klee (ZPK) ist ein besonderes Museum. Es ist nicht umgeben von Asphalt oder Rasen, sondern vom Fruchtland. FRUCHTLAND verbindet NATUR, KULTUR und AGRIKULTUR.

Ein Rundgang bietet Gelegenheit zum Nachdenken über unsere Landwirtschaft und darüber, wie unsere Nahrungsmittel in Zukunft umweltschonend produziert werden könnten. Im ZPK wird die ökologische Stabilität durch einheimische Sträucher und Bäume, Bienen- und Schmetterlingsweiden sowie ausgewählte Wirtspflanzen für Schädlingsfeinde unterstützt.

Zu den Fördern von Fruchtland gehört u.a. Hans Rudolf Herren, Biovision, welcher auch die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide unterstützt. Diese Bürgerstiftung (Future 3 – LebenStattGift) organisiert ein Public Hearing im ZPK.

Public Hearing synthetische Pestizide und Gesundheit

Donnerstag, 5. März 2020

Verschoben auf Donnerstag, 11. Juni 2020

13.30 Uhr  Eintreffen der Gäste zu Kaffee und Kuchen

14.00 Uhr  Begrüssung und Referate von

Prof. Dr. Charles Sultan, Université de Montpellier (F):
Pestizidbelastung – gesundheitliche, wirtschaftliche und ethische Aspekte

Dr. Laurence Huc, Institut national de la recherche agronomique et environnement de Toulouse (F):
Pestizide und Krebserkrankungen

Dr. Anton Safer, Universität Heidelberg (D):
Pestizide und neurologische Erkrankungen

15.00 Uhr  Pause

16.00 Uhr  Diskussionsrunde unter ExpertInnen und Fragen aus dem Publikum

17.30 Uhr  Ende der Veranstaltung

Das Public Hearing wird zweisprachig – Deutsch und Französisch – geführt. Eine Simultanübersetzung wird angeboten.
Moderiert wird die Veranstaltung von Marina Villa (marinavillakommunikation).

Ort: Zentrum Paul Klee, Monument im Fruchtland 3, 3006 Bern

Hier finden Sie Informationen zur Anreise

Prof. Dr. Charles Sultan

Université de Montpellier (F)

Charles Sultan ist emeritierter Professor für pädiatrische Endokrinologie an der Universität Montpellier. Er ist Experte für Umweltgesundheit und Mitglied der Task Force Pestizide/Public Health. Er engagiert sich als Präsident der französischen Vereinigung für die Expertise von Agent Orange und endokrinen Disruptoren und ist Co-Direktor des interuniversitären Diploms Umwelt/Gesundheit.

 

Dr. Laurence Huc

Institut national de la recherche agronomique et environnement de Toulouse (F)

Laurence Huc ist Forscherin in der Lebensmitteltoxikologie bei Toxalim, wo sie das COMICS-Team (Contaminants & Cellular Stress) leitet, das sich mit den toxischen karzinogenen Prozessen von Schadstoffen (Kohlenwasserstoffe, Dioxine, Pestizide) befasst. Sie koordiniert ein multidisziplinäres Netzwerk von WissenschaftlerInnen, das sich mit der Verwendung von Pestiziden, ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, die biologische Vielfalt und die Kluft zwischen Krebsbiologie und regulatorischer Toxikologie beschäftigt.

Dr_Safer

Dr. Anton Safer

Universität Heidelberg (D)

1947 in Wien geboren, hat Anton Safer an der Universität Stuttgart-Hohenheim Agrarwissenschaften studiert und nach einer Weiterbildung an der Medizinischen Hochschule Hannover in Humanbiologie promoviert. Seit 2009 hat er an der Universität Heidelberg (Institute of Public Health) auf dem Gebiet der Neuroepidemiologe (Schlaganfall und ALS-Erkrankung) geforscht. Durch seine 36-jährige Tätigkeit als Biometriker in der Pharmaindustrie hat er sich intensiv mit Physiologie, Human-Pharmakologie, Toxikologie und der Bewertung, Dosierung und Sicherheit von Wirkstoffen beschäftigt. Das führte in den letzten zehn Jahren zu einer intensiven wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Pestiziden.

Interview DE – Hans Rudolf Herren, LebenStattGift, youtube

Hans Rudolf Herren: Genügend und gesunde Nahrung für alle, Heidis Mist 21.12.16

Zentrum Paul Klee: Ein Kunstmuseum mit Acker, Bienen, Biodiversität …, Heidis Mist 10.7.16

19.2.20 HOME

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Pflanzenschutzmittel: Kosten sie uns mehr als sie nützen (2)

2. Februar 2020
Das Fungizid Amarel-Folpet DF mit diesen Gefahrenkennzeichnungen darf gemäss Bundesamt für Landwirtschaft aus der Luft über Rebberge verspüht werden. Stand Pflanzenschutzmittelverzeichnis 2.2.20.

Das Fungizid Amarel-Folpet DF mit diesen Gefahrenkennzeichnungen darf gemäss Bundesamt für Landwirtschaft aus der Luft über Rebberge verspüht werden. Stand Pflanzenschutzmittelverzeichnis 2.2.20.

Wer soll das bezahlen? Diese Frage wird heute in Anbetracht der Verschmutzung des Trinkwassers mit Metaboliten von Chlorothalonil häufig gestellt. Wer soll die Reinigungs- und Sanierungskosten bezahlen? Renate Amstutz, Direktorin des Schweizerischen Städteverbands, verweist zu Recht auf das Gewässerschutzgesetz, denn dieses nennt klar das Verursacherprinzip. Also muss das Geld für die Sanierung bzw. Reinigung des Trinkwassers von jenen Bauern kommen, welche Pestizide einsetzen.

Externe Kosten der Pestizide

Heidi hat vor vier Jahren über eine Studie des Institut national de la recherche agronomique (INRA) informiert, welche den Titel trägt The Hidden and External Costs of Pesticide Use und gleichzeitig auf eine Schweizer Studie aus dem Jahre 2014 hingewiesen: Volkswirtschaftliche Kosten des Pestizideinsatzes in der Schweiz. Die französischen Forscher stellten die provokative Frage: „Pestizide – kosten sie uns mehr als sie uns nützen?“ Die vielfältigen Kosten, welche durch Pestizide verursacht werden, sind bis heute kaum untersucht, dürften aber hoch sein, meint Heidi.

Vier Kategorien versteckte Kosten

Die INRA-Studie listet vier Kategorien versteckter Kosten auf: Umwelt-, Gesundheits-, Regulierungs- und auch Vermeidungskosten. Die ersten quantifizieren die Schädigung der von der Natur angebotenen Ökosystemleistungen (Bestäubung usw.); Gesundheitskosten umfassen Gesundheitskosten, Verlust der Arbeitsproduktivität usw .; zu den Regulierungskosten zählen öffentliche Mittel zur Regulierung und Kontrolle dieser Stoffe oder zur Sanierung kontaminierter Gewässer und deren Umgebung. Was die Vermeidungskosten betrifft, so werden diese hauptsächlich durch die Mehrausgaben jener Haushalte verursacht, die sich für Bio-Lebensmittel entscheiden, um die Aufnahme von Pestiziden zu minimieren.

Nicht nur Heidi hat in letzter Zeit häufig an die INRA-Studie gedacht, auch die Leute der Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide haben die Studie ausgegraben und auf Twitter verlinkt bzw. einen Beitrag von Le temps vom 28.3.16 Les coûts cachés des pesticides.

Pflanzenschutzmittel: Kosten sie uns mehr als sie nützen? Heidis Mist 23.3.16

Pestizid-Rückstände im Trinkwasser, SRF 10vor10 vom 31.1.20

Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Leben statt Gift auf Twitter

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Des Schweizers weisse Weste: Export von giftigen Pestiziden

26. Januar 2020

NaNa/Heidi

Exportiertes verbotenes Pestizid kommt in Lebensmitteln zurück

Zum Beispiel: Das in der Schweiz verbotene Pestizid Profenofos wird von Syngenta im Wallis produziert, dann exportiert und kommt in Lebensmitteln in die Schweiz zurück.

Tobias Tscherrig schreibt im Infosperber vom 17.1.20: „Denn Lebensmittel, die unter Einsatz von Profenofos im Ausland produziert werden, dürfen in die Schweiz importiert werden. So verweist «Public Eye» auf eine Analyse des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) über Pestizidrückstände im Jahr 2017. Profenofos wurde in 41 Lebensmitteln nachgewiesen, vor allem in Gemüse sowie verschiedenen Früchten und Gewürzen aus Asien. Damit ist Profenofos das am häufigsten nachgewiesene verbotene Pestizid in Schweizer Nahrungsmitteln.“

Menschenrecht und Nachhaltigkeit hier …

Dass Profenofos in Brasilien das häufigste Pestizid ist, welches das Trinkwasser verschmutzt, ist unserem Bundesrat egal, obwohl die Schweiz sich verpflichtet hat, dem Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht nachzuleben und ihn im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele zu fördern.

… Wachstum der Schweizer Exportwirtschaft dort!

Bundesrat Guy Parmelins Rede am Aussenwirtschaftsforum in Zürich:

„… Die Mercosur-Staaten sind mit 260 Millionen Einwohnern schon jetzt ein wichtiger Zielmarkt für die Schweizer Exportwirtschaft und weisen ein grosses Wachstumspotential auf. Bereits heute exportiert die Schweiz Güter im Wert von mehr als 3 Milliarden Franken pro Jahr in diese Länder…

… Der Bundesrat verfolgt daher eine klare Strategie, um ausländische Märkte zu öffnen und der heimischen Exportwirtschaft so möglichst gute Rahmenbedingungen zu bieten.“

Lesen Sie den vollständigen Artikel von Tobias Tscherrig im Infosperber:

Schweiz exportiert gefährliche Pestizide. Tobias Tscherrig, Infosperber 17.1.20

Ansprache von Bundesrat Guy Parmelin, Aussenwirtschaftsforum 2019, Zürich. Medienmitteilung vom 26.3.19

Zu giftig für die Schweiz – aber exportierbar allemal. Der Bund 15.3.19

26.1.20 HOME

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Verbot des billigen, aber „tödlichen“ Paraquats in Malaysia

22. Januar 2020
In Malaysia ist Paraquat seit 1.1.20 verboten, in Indonesien wird es weiterhin nicht nur in Palmölplantagen angewendet, sondern auch direkt rund um Häuser, Quellen, Spielplätzen gespritzt. Ein Grossteil der Bevölkerung sieht die rasche Wirkung, kennt aber nicht die Gefahren. So steht es etwa in Regalen von Dorfläden direkt neben Lebensmitteln.

In Malaysia ist Paraquat seit 1.1.20 verboten, in Indonesien wird es weiterhin nicht nur in Palmölplantagen angewendet, sondern auch direkt rund um Häuser, Quellen, Spielplätzen gespritzt. Ein Grossteil der Bevölkerung sieht die rasche Wirkung, kennt aber nicht die Gefahren. So steht es etwa in Regalen von Dorfläden direkt neben Lebensmitteln.

Schon einmal wurde Paraquat in Malaysia verboten; das war von 2004 bis 2006. Doch die Interessenvertreter erreichten die Wiederzulassung mit Restriktionen. Nun soll das Verbot definitiv und vollständig sein.

31 Ärztevereinigungen und das College of Physicians der Academy of Medicine of Malaysia (CPAMM) fordern mehr Informationen, trauen dem Verbot noch nicht, haben Angst davor, dass Lobbyisten es erneut aufheben werden.

Der Präsident der CPAMM sagte: „Befürworter der Verwendung von Paraquat argumentieren, dass die Auswirkungen auf den Menschen minimal waren. Wir Ärzte in Malaysia sind jedoch der Ansicht, dass Paraquat erhebliches Leiden und erhebliche Todesfälle zur Folge hat … Obwohl Paraquat billig und wirksam sein mag, ist seine Anwendung für den Menschen tödlich.“

Begrüsst wird das Verbot auch von den grossen Palmölproduzenten wie Malaysian Palm Oil Association (MPOA). Ihr Sekretär, Peter Benjamin: „Das Hauptanliegen sollte die Gesundheit der Arbeiter sein.“ Benjamin, Geschäftsführer der United Malacca Bhd, hat Paraquat bereits in allen Plantagen seiner Firma (108’000 Hektaren) in Malakka und Indonesien verboten.

Im Mai veröffentlichte das Journal of Forensic and Legal Medicine Zahlen über Paraquat-Vergiftungen; es sind 1’232  zwischen 2004 und 2015. Paraquat wurde in 57% der Fällen für Selbstmord verwendet. Gemäss Wikipedia gab es in Japan gar eine Paraquat-Mordserie. Paraquat wurde Getränken beigefügt und die Dosen auf Getränkeautomaten deponiert. In Fukuyama und Hiroshima starben auf diese Weise 25 Menschen.

Für einmal gehörte die Schweiz zu den ersten Ländern, welche Paraquat verboten haben, nämlich 1989. Die interessante Geschichte, wie es dazu kam und wie Syngenta gelogen hat, lesen Sie auf Wikipedia. Die EU verbot Paraquat erst 2007 und in 100 Ländern ist es immer noch erlaubt, z.B. USA, Indonesien, Kanada, Australien, Japan, Neuseeland.

Die Vorteile von Paraquat im Scheinwerferlicht von Syngenta auf der Homepage: The benefits of paraquat.

Copyright: The Star online.

Copyright: The Star online.

Verwendung von Paraquat in den USA, Wikipedia

Verwendung von Paraquat in den USA, Wikipedia.

Sale of paraquat illegal from January, The Star online 9.11.19

Group wants more details on paraquat ban, The Star online 2.11.19

Big players and smallholders differ on ban decision, The Star online 9.11.19

Paraquat poisoning calls to the Malaysia National Poison Centre following its ban and subsequent restriction of the herbicide from 2004 to 2015, Journal of Forensic and Legal Medicine, Mai 2019

Homicidal Paraquat Poisoning, Journal of Forensic Sciences Mai 2019

Too dangerous: Malaysia bans Syngenta Pesticide Paraquat. Medieninformation Public Eye 20.9.02

Vietnam bans glyphosate, European trade union institute 15.4.19

The benefits of paraquat, Paraquat Information Center, Syngeta

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