Posts Tagged ‘Regen’

Dust Bowl: Black Sunday vom 14. April 1935

12. April 2021
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Dust Bowl (deutsch Staubschüssel) wurden in der Zeit der Weltwirtschaftskrise (Great Depression) in den USA und Kanada Teile der Grossen Ebenen (Great Plains) genannt. Längst waren die Indianer mit ihrer angepassten Wirtschafts- und Lebensweise dezimiert bzw. vertrieben worden. Die tiefen Wurzeln des Präriegrases, dessen Halme den Staub auffangen, schützen die oberen Bodenschichten vor Erosion.

Die Bauern aber rodeten das Präriegras und bauten hauptsächlich Weizen an. Dann blieb der Regen aus. Die jahrelangen Dürren wirkten sich fatal aus. In den 1930er Jahren, besonders in den Jahren 1935 bis 1938, war die Dust Bowl von verheerenden Staubstürmen betroffen. Die Ernten wurden vernichtet, die Menschen in ihren Häusern regelrecht eingeweht.

Viele Bauern hatten kein Geld mehr und mussten ihren Boden verlassen. Sie suchten in anderen Regionen der USA Arbeit, v.a. in der Landwirtschaft in Kalifornien; dort konkurrenzierten sie die Wanderarbeiter. Es war eine schwierige Zeit, viele Leute waren arbeitslos.

Black Sunday bezieht sich auf einen der schlimmsten Staubstürme in der Geschichte der USA. Er fegte am 14. April 1935 über die Ebene hinweg und verursachte riesige wirtschaftliche und landwirtschaftliche Schäden. Schätzungsweise 300 Millionen Tonnen Mutterboden wurden aus dem Präriegebiet weggeblasen. Betroffen vom Black Sunday war auch der Songwriter und Sänger Woody Guthrie

Woody Guthrie – Dust Bowl Blues, mit Film aus jener Zeit, youtube

Woody Guthrie – Dust Bowl Blues, Text

Black Sunday (storm), Wikipedia

Dust Bowl, Wikipedia

The Dust Bowl, Film. PBC

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Viel Gülle am Dischmabach bei Davos

8. November 2020

Liebe Heidi

Ist das noch „normal“? Am Dischmabach. Mehr Gülle am Wasser geht kaum. Man könnte die ganze Gülle auch direkt im Bach „entsorgen“.

Grüsse aus Davos

Walter

Heidi hat die Frage vier Betroffenen weitergegeben, auf Anregung einer Leserin nehmen jetzt sechs Stellung.

Wiesenpflanzen: „Seit dem 4.11.20 schwankt die Temperatur in Davos zwischen 1 und 5°C, nur am Freitag und Samstag war sie sechs Stunden lang über 5°C. Bei uns im Dischmatal ist es kälter. Am Sonntag wird also in Davos offiziell die Vegetationsruhe beginnen. Schon im Oktober war die Durchschnittstemperatur einige Tage lang unter 5°C. Wir haben uns bereits auf den Winterschlaf eingestellt, brauchen keinen Dünger mehr.“

Wasser: „Wenn ich regnen lasse, Schnee schmilzt oder wo Grund- oder Bachwasser fliesst, nehme ich Stoffe mit, die lose herumliegen, also auch Bestandteile der Gülle wie Stickstoff, Antibiotika usw. Mag sein, dass ich auch von der Gülle am Dischmabach etwas bekomme; das weiss ich jetzt noch nicht. Leider sieht das niemand. Grundsätzlich ist mir ja egal, was ich mitschleppe. Nur die Gruppe Trinkwasser jammert dauernd über dessen Zustand. Eigentlich könnte es auch ihr gleichgültig sein, denn die Menschen verschmutzen Wasser, dann sollen sie das auch trinken!“

Wasserlebewesen: „Unsere Meinung ist gespalten. Es gibt etwa Algen, welche besonders gut gedeihen, wenn viele Nährstoffe im Wasser sind. Die meisten von uns jedoch lieben sauberes Wasser, sterben wenn sie mit Gülle geschwemmt werden. Einige unserer Bakterien werden von Antibiotika getötet, welche genau kann ich nicht sagen, das ist je nach Antibiotikum verschieden.“

Bauer: „Ich muss die Güllegrube vor dem Winter leeren, denn Heidi reklamiert, wenn ich auf Schnee gülle – das sei wegen der Gefahr der Gewässerverschmutzung verboten, schreibt sie jeweils.“

Zuständiger Beamte: „Ich habe viel zu viel zu tun, kann mich doch nicht um allfällige Gewässerprobleme kümmern!“

Umweltingenieurin: „Viele Bauern müssten eine grössere Güllegrube bauen. Vor längerer Zeit gab es einmal Subventionen für deren Bau, aber diese Gelegenheit hatten nur schlaue Bauern genutzt. In der Zwischenzeit wurden sowieso die Kühe grösser, die Zahl der Viecher auch und der Zukauf von Futter wirkt sich ebenfalls auf die Hofdüngermenge aus. Das Bundesamt für Landwirtschaft wollte (Trinkwasserinitiative im Nacken) mit der Agrarpolitik 22+ etwas Gegensteuer geben, aber die Bauern haben das abgeblockt!“

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Heute: Idealer Zeitpunkt zum Entsorgen von Gülle!

3. August 2020

MeteoSchweiz warnt am 3.8.20 vor hohen Niederschlägen.

MeteoSchweiz warnt am 3.8.20 vor hohen Niederschlägen.

Zu viele Bauern kaufen Futtermittel ein, welche dann den Nährstoffkreislauf ihres Betriebes belasten. Die Folge davon sind überdüngte Wiesen mit Nährstoffzeigerpflanzen wie Blacken, Löwenzahn usw. Was tun? Ein beliebtes Mittel, Gülle loszuwerden, ist das Güllen zur Unzeit, etwa vor oder während intensiven Regenfällen. Unter solchen Bedingungen wird ein Teil der Gülle abgeschwemmt oder in den Untergrund gewaschen und fliesst unterirdisch ab, besonders am Hang, belastet Quellen, Grundwasser und schliesslich auch unser Trinkwasser. Das Gewässerschutzgesetz und die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung verbieten das klar.

Am 3.8.20 hat ein Bauer Gülle am Hang und hier auf ebenem Boden ausgebracht in der Regen-Warnzone 3 von MeteoSchweiz. 50-90 mm Regen sind prognostiziert für die nächsten 24 Stunden. Lokal sind durch Gewitter höhere Mengen möglich.

Am 3.8.20 hat ein Bauer Gülle am Hang und hier auf ebenem Boden ausgebracht in der Regen-Warnzone 3 von MeteoSchweiz. 50-90 mm Regen sind prognostiziert für die nächsten 24 Stunden. Lokal sind durch Gewitter höhere Mengen möglich.

Zustand und Entwicklung Grundwasser Schweiz. Ergebnisse der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA. 2019

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Gilt ein Gesetz auch für Bauern?

27. Februar 2015

Grundwasser

„Jetzt bin ich wieder einmal stolz auf meinen Kanton!“ Mit diesen Worten stürmte der Geissenpeter zur Tür herein, „wo du doch dauernd Schlechtes über meine Heimat schreibst. Was würde Johanna Spyri denken?“ Heidi richtete den Timer für das Brot im Ofen, denn Peters Benehmen kündigte ein langes Gespräch an.

„Ich habe endlich die Beilage Hofdünger der UFA-Revue vom Dezember 2014 gelesen. Im Artikel Richtig planen – bessere Wirkung von Gaël Monnerat steht beim Untertitel Vorgehen (siehe Seite 51) «… Der Vollzug obliegt den Kantonen: Sie organisieren die Kontrollen und bewilligen Notausträge bei ungünstigen Wetter- und Bodenverhältnissen. Die Bewilligungspraxis unterscheidet sich von Kanton zu Kanton, so ist entweder die Gemeinde, der Bezirk oder der Kanton zuständig… Die zuständigen Stellen entlassen den Landwirt, wenn es zu einer Gewässerverschmutzung kommt, jedoch nicht aus seiner Verantwortung. Werden Quellen oder Wasserläufe verschmutzt, ist der Bauer für die entstandenen Schäden verantwortlich. » Und wenn das Grundwasser verschmutzt wird?“

Peter fuhr fort: „Siehst du, nicht einmal die UFA-Revue ist richtig informiert! Die Behörden im Kanton Graubünden haben schon längst erkannt, dass sie keine Bewilligungen für gesetzeswidriges Handeln ausstellen dürfen. Zwar brauchte es deine Erläuterung des Sachverhalts, aber – immerhin – sie haben es eingesehen. Und die ewig gestrigen Unterländer? Sie wissen heute noch nicht, dass ein Gesetz ein Gesetz ist. Du hast doch schon darüber geschrieben? Bitte, bitte bring einen Link zu den entsprechenden Artikeln an!“

Heidi weiss: „Wenn ein Bauer z.B. Gülle auf Schnee ausbringt und angezeigt wird, dann muss er mit einer Busse und Kürzung der Direktzahlungen rechnen, und zwar auch dann, wenn kein Gewässer sichtbar verschmutzt wird. Etwa das Versickern ins Grundwasser sieht niemand! Die Vorschriften über das Ausbringen von Düngern in der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (Anhang 2.6, Ziffer 3.2.1) gelten nicht nur für Bauern, sondern wurden extra der Bauern wegen verfasst, um das Risiko von Grundwasser- und Gewässerverschmutzungen zu senken.“

Peter ergänzte: „Wo genügend Lagerraum für Gülle und Mist vorhanden ist und das Hofdünger-Management stimmt, da gibt es auch kaum echte Notfälle.“

Gerne erfüllt Heidi den Wunsch des Geissenpeters. Im Moment erhält sie sowieso viele Anfragen zum Thema:
Gülle im Bach – was tun?
Wann ist es im Kanton Luzern im Winter erlaubt zu güllen?
Gülle im Winter auf Schnee erlaubt?
Darf man bei Regen Gülle fahren?
Darf man Mist auf Schnee ausbringen?

Das Märchen von der Gülle-auf-Schnee-Bewilligung

Gülle-Schock Mitte Februar 2008

4. Newsletter Grundwasserschutz: Januar 2014: Jedes Jahr im Winter stellen sich Landwirte, Fischereiaufseher, Behörden, Bürgerinnen und Bürger dieselbe Frage aufs Neue: Darf jetzt Gülle ausgebracht werden oder nicht? BAFU 16.12.13

Gülleanwendung im Winterhalbjahr, BAFU, Abteilung Wasser, im Dezember 2013

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Deutschland: Zuviel Nitrat im Wasser

11. Juli 2014

Das Ausbringen von Gülle bei Regen oder auf wassergesättigten Boden ist eine grosse Verschmutzungsgefahr für Oberflächengewässer (Abschwemmung) oder Grundwasser (Auswaschung).

Das Ausbringen von Gülle bei Regen oder auf wassergesättigten Boden ist eine grosse Verschmutzungsgefahr für Oberflächengewässer (Abschwemmung) oder Grundwasser (Auswaschung).

Ein Gewässerschützer soll vor Jahren gesagt haben, man müsse die Gewässer zu ihrem Schutz verrohren. Zahlreich sind denn auch die Meldungen, welche über verschmutzte Gewässer (Oberflächengewässer und Grundwasser) bei Heidi eintreffen. Die neueste Meldung stammt von der Europäischen Kommission. Sie hat am 10.7.14 Deutschland erneut ermahnt, stärker gegen die Verunreinigung von Wasser durch Nitrat vorzugehen. Somit hat sie die zweite Stufe im laufenden Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet und kann im nächsten Schritt Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen, wenn Deutschland nicht binnen zwei Monaten reagiert.

An 50,3% der deutschen Messstellen wird der Grenzwert für Nitrat überschritten. Sorge bereitet auch die starke Verschmutzung der Oberflächengewässer und der Ostsee. Die Entfernung von Nitrat aus dem Trinkwasser verursacht zudem hohe Kosten. Deutschland habe nicht genug für die Reduzierung oder Prävention der Nitratbelastung getan. Das EU-Umweltrecht schreibe dies aber vor.

Ausführliche Informationen: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland, Meldung vom 10.7.14 Nitratbelastung im Grundwasser: Kommission fordert Deutschland zum Handeln auf. Quelle: Grünwolf

EU zeigt Gelbe Karte wegen deutscher Untätigkeit bei Nitraten, Lebensraum Wasser, Siegfried Gendries, 13.7.14

11.7.14 HOME

Wenn Gülle fliesst…

30. Mai 2010

Guelle_Weg_Jenins

Gülle-Bächlein fliesst zum Bach, zum Rhein ...

 

Guelle_Abfluss_Ruefe

Zwei Tage danach beim Teilerrüfi-Brücklein...

Sonntagsspaziergang im Regen. Woher wohl das braune Bächlein kommt? Aus einem Jeninser Rebberg? Es fliesst dem Weg entlang um drei Kurven Richtung  Teilerrüfi. Noch ein paar Tage wird’s regnen, wird es so lange fliessen? Nach der zweiten Kurve ist klar, was bisher eine Vermutung war: Vor dem Regen wurde Gülle ausgebracht! Weil nur Stoppeln auf dem Acker sind, fliesst die Gülle mit dem Regen besonders leicht ab. Der Acker ist geneigt, was man auf dem Foto schlecht sieht. Bei Dauerregen ist die Abschwemmgefahr gross. Zwei Tage danach sieht man noch die Fliessspuren beim Brücklein über die Teilerrüfi.

 

Guelle_Ursprung_Jenins

Frisch gegüllt am Hang zwischen Jeninser Reben

Letztes Jahr habe ich an einem anderen Ort am 17. Juli zwei Bauern gesehen, die ein paar Stunden vor angekündigtem Intensivregen (Hochwasser-Warnung von Meteo Schweiz) güllten. Am nächsten Tag sah man von der Gülle nichts mehr. Dafür haben tiefwurzelnde Pflanzen profitiert. Dieses Jahr fallen die Kerbel- und Bärenklaublüten auf. Gülleflora etabliert sich.

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