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Eigentlich würde 1 Label genügen

23. Februar 2022
Spargeln aus Mexiko. Copyright: Ferdinand

Spargeln aus Mexiko. Copyright: Ferdinand

Der Label-Salat wird immer grösser. Wie soll man sich da zurechtfinden? Heidi hat eine Idee: Nur 1 Label bitte! Alle sagen ja, was sie verkaufen sei nachhaltig. Grossverteiler erhalten sogar Auszeichnungen für Nachhaltigkeit. Auch die Bauernschaft besteht darauf, dass ihre Produkte nachhaltig seien.

Also nehmen wir sie alle doch beim Wort, schaffen wir ein einziges Label, eines, das ECHT Nachhaltigkeit zertifiziert, ECHT zertifiziert! Natürlich müssten dann auch die importierten Waren ECHT nachhaltig sein. So könnte man mit dem Label einfach unterscheiden was aus der Schweiz kommt und was importiert wird. Also Transparenz und keine Qual der Wahl. 1 Label und 1 WIRKSAME Kontrolle.

Die neueste Schnapsidee∗ stammt von Agroscope: Ein Klima-Label! Das heisst, wir KonsumentInnen wüssten endlich, wie stark wir mit unserem Kaufverhalten das Klima und somit uns selber schädigen, sofern die Bewertung korrekt ist. Dann hätten wir die Wahl, Produkte, die mehr oder weniger schlecht für das Klima sind, zu wählen und das bei mehreren Produktionsarten wie Bio oder Bio-Knospe oder IP Suisse oder konventionell oder Demeter usw., denn die Produktionsart sagt zu wenig aus über die Klimawirkung.

Die viel gelobte, nicht funktionierende Eigenverantwortung müsste in erster Linie für Händler gelten, besonders für unsere Grossverteiler, die z.B. im Winter viele klimaschädlichen Gemüse und Früchte aus aller Welt verkaufen. Dann würden die Spargeln aus Peru, die Heidelbeeren aus Südafrika, die Himbeeren aus Spanien usw. rasch aus den Ladengestellen verschwinden – vielleicht.

Doch Halt! Was macht Ferdinand künftig? Er ernährt sich jetzt fast ausschliesslich von all den 50-Prozent-Aktionen „VERWENDEN statt VERSCHWENDEN“ für leicht verderbliche Produkte, die meist mit dem Flugzeug transportiert werden; ob mit oder ohne CO2-Kompensation spielt keine Rolle, denn die Zertifikate bringen in der Regel dem Klima wenig oder sogar nichts, nur den Verkäufern viel Geld. Armer Ferdinand! Er müsste einen fairen Preis für Saisongerechtes zahlen.

∗ Schnapsidee war Heidi gerade zuvorderst, weil SRF am Morgen in 100 Sekunden Wissen die Entstehung der Schnapsidee erklärte.

Nachtrag 23.2.22 – oder vom Humbug von Bewertungen!

Im saldo 3/2022 vom 15.2.21: «M-Check»-Sterne der Migros sagen wenig aus. „… Laut Migros mache der «M-Check» ­transparent, «wie nachhaltig das  ­bezeichnete Produkt ist». Ausschlaggebend sei, wie viel CO2 durch Herstellung, Transport und Verpackung ausgestossen werde … Mangos, Bananen, Erdbeeren und anderes Obst und Gemüse erhalten im «M-Check» die Bestnote von 5 Sternen – egal, wo und wie sie hergestellt, verpackt und transportiert wurden. Nur eingeflogene Produkte erhalten lediglich zwei Sterne … Die Migros bewertet die Produkte nicht einzeln, sondern fasst sie zu Gruppen wie «Äpfel» oder «Schokolade» zusammen. Deren Durchschnittswerte vergleicht sie dann mit der Klimabilanz des restlichen Sortiments. Es sei zu aufwendig, jedes Produkt einzeln zu bewerten, schreibt die Migros.“

Spargeln aus Peru«Muss Gemüse von so weither in die Schweiz importiert werden?» 20minuten 22.2.22

Spargeln aus Mexiko. Margreth Rinderknecht

Eingeflogen: Erdbeeren aus Spanien, Spargel aus Mexiko. Kochwerte

Warum sind Spargeln so teuer? Juckerfarm 18.4.17

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Eigenverantwortung beim Einkaufen?

5. Februar 2022
Spanien: Die wichtigsten Beeren-Exporteure

Spanien: Die wichtigsten Beeren-Exporteure

Wir KonsumentInnen tragen eine grosse Bürde – die Eigenverantwortung. Als Eigenverantwortung oder Selbstverantwortung bezeichnet man die Bereitschaft und die Pflicht, für das eigene Handeln und Unterlassen Verantwortung zu übernehmen. Das Prinzip der Eigenverantwortung basiert auf dem liberalen Ideal eines mündigen, selbstbestimmten Menschen, wie er z. B. von John Stuart Mill als „aktiver Staatsbürger“ beschrieben wurde.

So wird vieles der Eigenverantwortung überlassen, denn das ist bequem. Verantwortung wird abgeschoben.

Doch die viel gelobte Eigenverantwortung funktioniert nicht wie gewünscht. Beim Einkaufen erleben wir, was Werbepsychologen sich ausgedacht haben. Die Auslagen führen uns gezielt in Versuchung. Im Auftrage des Verkäufers empfehlen sie wie ein Laden zu gestalten ist, damit wir auch kaufen, was wir nicht vorgesehen haben, was uns allenfalls nicht gut bekommt; und sie verführen uns, mehr zu kaufen als wir brauchen.

Beeren von weither

Heute erlebt im COOP, dem angeblich nachhaltigen Grossverteiler, in Landquart. Das Erste, was ich sah, waren Beeren: Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren. Und dann Zitrusfrüchte aller Art. Nicht sichtbar, im Gestell schräg nach hinten, waren die Äpfel eingefüllt.

Auf Augenhöhe sind in der Regel Produkte platziert, die uns schwach machen sollen, auf Kinderaugenhöhe all das Süsse, für Kinder Unwiderstehliche. Am besten geht man mit dem Einkaufzettel zügig durch den Laden und lässt sich nicht ablenken – sofern man keine Kinder bei sich hat!

Georg Felser, PSYCHOLOGIE HEUTE: „Viele Menschen belohnen sich gern, nachdem sie sich zuvor so fein an ihren Plan gehalten haben, indem sie sich am Ende doch noch eine Menge unnötiger Kleinigkeiten gönnen. Das Gleiche ist beobachtbar, wenn wir gesunde oder nachhaltige Produkte kaufen: Jede Art von moralischem Verhalten verstärkt unser Gefühl, an anderer Stelle zu einem weniger mo­ralischen oder vernünftigen Verhalten berechtigt zu sein.“

Saisonal? Regional?

Ich habe mich gefragt, wieso immer mehr und das ganze Jahr frische Beeren angeboten werden, im Dezember, Januar, Februar … Dem müssen grosse finanzielle Interessen der Produzenten und Verkäufer zugrunde liegen. Beeren kommen aus Spanien, Portugal, Chile, Peru, Südafrika usw.

Onubafruit und Surexport sind die grössten Exporteure von spanischen Beeren. Surexport will seinen Wachstumsplan beschleunigen. Das Ziel ist, die besten Partner für ihre Kunden zu werden, indem Surexport eine ganzjährige Versorgung bietet. Von seiner Basis in Huelva in Spanien aus liefert Surexport Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren an europäische Einzelhändler. Onubafruit, der grösste Beerenexporteur, hat erst gerade 65 Hektaren Land in Huelva zugekauft.

Hier finden Sie den Schweizer Saisonkalender – saisonal und regional einkaufen.

Der Coto de Doñana trocknet aus

Das Naturschutzgebiet Coto de Doñana in Andalusien ist ein UNESCO-Weltnaturerbe. Es ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas.

Der Doñana braucht Grundwasser, aber es wird ihm buchstäblich abgegraben. Denn direkt nebenan wachsen unter Plastikplanen hektarweise Himbeeren, Erdbeeren, und Blaubeeren. Die Provinz Huelva ist Europas Obstgarten, fast die gesamte Ernte wird exportiert.

In den vergangenen 20, 30 Jahren hätten sich die Anbauflächen komplett unkontrolliert in das Gebiet um den Doñana hineingefressen, klagt Felipe Fuentelsaz von der Naturschutzorganisation WWF. Etwa 20 Prozent der Plantagen sind illegal, schätzt er. Genauso wie rund 1’000 Brunnen, mit denen die Bauern der Gegend das Grundwasser anzapfen.

Heidis Denkaufgabe: „Wer sind die Gewinner? Wer die Verlierer?“

Eigenverantwortung, Wikipedia

Knapp und begehrt. Psychologie heute 6.5.21

Heidelbeer-Boom Chemie-Cocktail auf Import-Früchten. Roger Müller, SRF 19.5.20

Spaniens Nationalpark trocknet aus. Das Erste, Tagesschau 16.5.21

Spain berry group Surexport sells majority stake to PE firm Alantra. JUSTFOOD 11.1.21

Saisonal kaufen: Dieses Obst und Gemüse sollten Sie im Winter nicht kaufen. Merkur 4.2.22

Spain’s fruit and vegetable exports: 2020 figures and trends (I). Ministerie van Landbouw, Natuur en Voedselkwaliteit

Onubafruit increases its equity assets with the acquisition of a 65-hectare farm in Huelva. Fresh Plaza 28.10.21

Die UNESCO fordert Spanien auf, die Farmen neben Doñana zu schließen, die PP, Cs und Vox legalisieren wollen. El Pais 27.1.22

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Heidelbeeren aus Chile, Fleisch-Aktionen …

15. Januar 2022
Heidelbeeren aus Chile: klimaschädlicher Transport

Heidelbeeren aus Chile: klima- und umweltschädlicher Transport. Transporte werden regelmässig in Ökobilanzen verniedlicht.

Liebe Heidi

Auch ich staune immer wieder über Angebote unserer „ökologischen“ Grossverteiler, habe ein paar Fotos für dich gemacht, vielleicht kannst du sie brauchen.

Das Angebot von Frischprodukten aus aller Welt hat stark zugenommen, Fleischaktionen sind schon lange Standard und Beschriftungen sind immer wieder zum Lachen, etwa bei COOP Erdnüsse „Hergestellt in der Schweiz“!

Es gibt so viele Möglichkeiten, saisonale Produkte aus der Region zu kochen, alte und neue Kochbücher zeigen wie. Und, was heisst schon aus der Region. Ein Gemüsebauer bei Lausanne erzählte mir einmal, er habe zu viel Kopfsalat gehabt. COOP oder Migros – ich weiss es nicht mehr sicher – war so nett und hat ihn (billig) gekauft. Der Kopfsalat wurde nach Kerzers transportiert, dort „verarbeitet“ und nach Lausanne zurück transportiert als „regionales Produkt“. Etwa ein Drittel hätte nicht dem Standard entsprochen und als Mischsalat im Beutel verkauft werden müssen, wofür er einen wesentlich tieferen Preis bezahlt erhalten hatte als vereinbart für ganze Köpfe.

Die Versuchung ist gross, Exotisches und Aktionslebensmittel zu kaufen, wenn diese so anmächelig am Eingang liegen oder der Preis stark reduziert wurde.

Freundliche Grüsse

Hanspeter

Auch COOP verkauft Heidelbeeren aus Chile, und zwar in seiner Qualité & Prix Linie.

Auch COOP verkauft Heidelbeeren aus Chile, und zwar in seiner Qualité & Prix Linie.

COOP Heidelbeeren, 500 g CHF 4.20

COOP Heidelbeeren, 500 g CHF 4.20

Lieber Hanspeter

Vielen Dank für deinen Brief und die Fotos.

Früchte von weither sind nicht nur ein Klima- und Umweltproblem, sie können auch Pestizid-belastet sein, auch mit solchen, die bei uns nicht mehr zugelassen sind weil sie sehr schädlich sind. Über den Heidelbeer-Boom und Chemie-Cocktails auf Import-Heidelbeeren hat Roger Müller am 19.5.20 im Kassensturz berichtet. Jede zweite Heidelbeere in der «Kassensturz»-Analyse war mit Pestiziden belastet, eine Probe gar mit sechs Chemikalien.

Heidi isst lieber frisch geröstete Erdnüsse. Diese sind bis 28.6.22 datiert!

Ich esse lieber frisch geröstete Erdnüsse, etwa vom Marronistand bei der Pestalozziwiese an der Zürcher Bahnhofstrasse. Diese Bio-Erdnüsse sind per 28.6.22 datiert!

Die „in der Schweiz hergestellten Erdnüsse“ sind ein Kuriosum … hier merken die meisten KonsumentInnen, dass die Ware aus Ägypten stammt.

Die Fleischaktionsfotos hänge ich einfach mit Kommentar an.

Herzliche Grüsse

Heidi

Im Schweizer Poulet steckt viel Importfutter. Die Ställe würden besser in die Industriezone passen als in die freie Landschaft. Völlig absurd ist die Produktion im Berggebiet, wo Futter hinaufgekarrt werden muss und der Kot entweder zur Überdüngung beiträgt oder abtransportiert werden muss.

Im Schweizer Poulet steckt viel Importfutter. Die Ställe würden besser in die Industriezone passen als in die freie Landschaft. Völlig absurd ist die Produktion im Berggebiet, wo Futter hinaufgekarrt werden muss und der Kot entweder zur Überdüngung beiträgt oder abtransportiert wird. Auch die Küken müssen hinauf zum Pouletstall und bereits nach 35 Tagen (konventionelle) bzw. 60 (Bio) für die Schlachtung ins Tal hinunter zu einem der wenigen Poulet-Schlachthöfe.

Trotz wiederkehrender Absatzprobleme wird viel Schweinefleisch produziert, besonders viel rund um die Innerschweizer Seen. Damit die seenahen Flächen entlastet werden, zahlen wir den Abtransport der überschüssigen Gülle.

Trotz wiederkehrender Absatzprobleme wird viel Schweinefleisch produziert, mit viel Importfutter, besonders viele Tiere hat es rund um die Innerschweizer Seen. Zum Schutze der Seen zahlen wir mit den Steuern den Abtransport von Gülle.

Mit dem Kleber "Love food - reduce waste" macht man uns die Ware schmackhaft. Jeder ein Verschwender, der das nicht kauft. Das schlechte Gewissen mobilisieren!

Mit dem Kleber „Love food – reduce waste“ macht man uns die Ware schmackhaft. Jeder ein Verschwender, der das nicht kauft. Das schlechte Gewissen mobilisieren!

Heidelbeer-Boom – Chemie-Cocktail auf Import-Früchten. Roger Müller, SRF Kassensturz 19.5.20

15.1.22 HOME

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Essen: Alles Gute kommt von unten!

19. Dezember 2018

Die Sonne steht schon tief am Himmel. Mit zügigen Schritten steigt Peter vom Dorf zur Alphütte hoch, wo der Öhi auf der Bank draussen die Aussicht geniesst.

Peter: „Hoi Öhi, schau was ich euch mitgebracht habe: Bündner Nüsse aus dem neuen ZeroWaste Laden in Chur, dem oba aba. Witzig ist, dass er an der Paradiesgasse liegt. Das passt! Sie verkaufen biologische, lokale und saisonale Lebensmittel zu fairen Preisen.“

Alpöhi: „Woher hast du das komische Netz?“

Peter:  „Die Produkte sind unverpackt oder in Mehrwegsystemen erhältlich. Ich bin zufällig am Laden vorbeigekommen, hatte also keinen Behälter bei mir. Eine Kundin hat mir das Netz geschenkt. Man könne es bis 1’000 Mal verwenden. Wo ist Heidi?“

Alpöhi:Sie hockt schon wieder am PC. Geh doch rein!“

Heidi: „Tschau Peter! Du kommst mir gerade richtig! Schau her! Das Restaurant Mein Küchenchef in Köniz. Sie verwenden regionale Produkte und kämpfen gegen Lebensmittelverschwendung.

Und dann habe ich noch etwas für dich zum Lesen, der neueste Newsletter von Vision Landwirtschaft. Da steht u.a. Den Leerlauf komplettiert hat der Bundesrat im November 2018, als er seine in den letzten zwei Jahren ausgearbeitete Vision zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik präsentierte…“

In diesem Moment tritt der Alpöhi in die Hütte, hat den letzten Satz noch gehört.

Alpöhi: Was predige ich euch schon lange? Ihr müsst selber etwas tun! Auf Bern warten? Sinnlos! Alles Gute kommt von euch da unten.

Peter: „Ich werde meinen Käse in Zukunft im oba aba verkaufen.“

Heidi: „Grossvater, was soll ich tun?“

oba aba, ZeroWaste Laden Chur
… Lebensmittel aus der Region, aba uf Khur bringa

… Feines aus unseren Glasbins von oba aba ins Gfäss abfülla

… aifach mol oba aba ko fu dem Wahnsinn!

Ein Laden gegen den Plastikwahn, SRF vom 18.12.18

Vom Feld – auf den Teller – ohne Food Waste. Mein Küchenchef, Restaurant, Laden und Oneline-Verkauf in Köniz BE

Die Schweiz auf dem Weg zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung ist keineswegs nur abstrakt, sondern betrifft den Alltag von uns allen. Die Reportage aus dem innovativen Restaurant «Der Küchenchef» in Köniz zeigt, wie zwei findige Unternehmer helfen, Foodwaste zu vermeiden und gleichzeitig saisonale Früchte und regionales Gemüse wieder salonfähig machen. Medienmitteilung Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) vom 18.12.18

Sackgasse mit Hoffnungsschimmer – ein Rückblick auf die bewegt-unbewegte Agrarpolitik 2018. Vision Landwirtschaft 19.12.18

Ocean Care sorgt weltweit dafür, dass die Ozeane und deren Bewohner geschützt werden. Seit 2011 als UN-Sonderberaterin für den Meeresschutz.

19.12.18 HOME

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