Posts Tagged ‘Saatgut’

Es ist an der Zeit, unser Ernährungs- und Handelssystem umzugestalten!

1. Dezember 2021
Foto Uniterre

Foto Uniterre

Medieninformation Uniterre vom 30.11.21: Schluss mit den Freihandelsverträgen

Es muss Schluss sein mit den Freihandelsverträgen, die durch die WTO-Abkommen gefördert werden! Es ist an der Zeit, unser Ernährungs- und Handelssystem umzugestalten! Die 12. WTO-Ministerkonferenz, die vom 29. November bis 3. Dezember in Genf stattfinden sollte, wurde aufgrund von Covid-Reisebeschränkungen abgesagt. Eine Demonstration gegen die WTO und ihre Handelspolitik fand am 31.11.21 um 17:30 Uhr in Genf auf dem Place Lise Girardin statt.

Die Nahrungsmittel-, Klima-, Umwelt-, Wirtschafts-, Demokratie- und Gesundheitskrisen, die heute in der Covid-19-Pandemie gipfeln, zeigen deutlich, dass eine Umgestaltung des derzeitigen Landwirtschafts- und Ernährungsmodells unerlässlich ist. Diese zahlreichen Krisen sind nicht neu, sondern zeigen die Richtigkeit unseres Vorschlags der Ernährungssouveränität.

Die WTO wurde vor 27 Jahren gegründet. Auf dieser Grundlage greifen regionale oder bilaterale Verträge die gleiche Logik der Deregulierung auf. Es ist eine Logik der Privatisierung von öffentlichen Gütern und einer allgemeinen Konkurrenz. Aber ein Handel, der dem Allgemeinwohl zu gute kommen soll, muss den Regeln des öffentlichen Interesses unterliegen. Die durch Freihandelsabkommen begünstigte Aneignung, Plünderung und Privatisierung, sind eine zerstörerische Barbarei, die die Welt ins Chaos stürzt. Der Wettbewerb um Ressourcen, ist die Ursache für bewaffnete Konflikte und verheerende Kriege. Dies hat die Krise der MigrantInnen in Afrika, dem Nahen Osten, Nordamerika, Lateinamerika und Europa verschärft.

Das Klima, die Böden, die Wasserressourcen, die Biodiversität, die Bauern und Bäuerinnen der Welt, die prekarisierten Bevölkerungsgruppen und die Länder des Südens zahlen einen zu hohen Preis. Dieser Wettbewerbsgeist führt uns gegen die Wand.

Trotz der Unterzeichnung zahlreicher Abkommen, wie dem Pariser Klimaabkommen, den Verträgen zur Biodiversität oder der UN-Erklärung zu den Rechten der Bäuerinnen und Bauern beharrt der Schweizer Bundesrat auf dem Weg der Deregulierung und Privatisierung. In seinen Abkommen treibt er ein räuberisches Agrarsystem voran. Er nimmt die Landwirtschaft als Geisel, um den geistigen Schutz durch Patente zu verstärken, sowohl im Bereich der Gesundheit wie auch beim Saatgut. Jüngste Beispiele sind das Abkommen mit Indonesien, das geplante Mercosur-Abkommen und der anhaltende Druck auf den gesamten Agrarsektor. Besonders nennenswerte Beispiele hierfür sind die Milchwirtschaft, der Getreideanbau und der Weinbau.

Die Grundlage, die zu echtem und nachhaltigem Wohlstand führt, muss eine multilaterale Handelsregulierung sein, die soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigt. Die WTO und ihre Abkommen müssen abgeschafft werden und die Handelsregulierung muss unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte neu gestaltet werden.

Ernährungssouveränität und bäuerliche Agrarökologie setzen sich als unumgängliche Lösungen durch: Die Relokalisierung der Nahrungsmittelsysteme ist entscheidend im Kampf gegen den Hunger, um den Planeten zu kühlen, die Biodiversität zu erhalten und die Rechte der Bäuerinnen, Bauern und der ArbeiterInnen zu respektieren. Am wichtigsten sind die Menschen und nicht die Profite!

Das bedeutet die Wiedergewinnung der nationalen Produktionskapazität, die im Sektor der bäuerlichen und familiären Landwirtschaft verwurzelt sind, durch Budgets des öffentlichen Sektors, garantierte Preise, Kredite und andere Formen der Unterstützung – einschliesslich der Unterstützung der Direktvermarktung zwischen ProduzentInnen und VerbraucherInnen. Der Zugang zu Land muss gefördert werden, um die bäuerliche und familiäre Landwirtschaft sowie Lebensmittel- und Agrarsysteme zu stärken, die den Bedürfnissen von Stadt und Land gerecht werden. Wir müssen Forschungs- und technische Unterstützungssysteme stärken, die auf dem Erfahrungsaustausch zwischen Bäuerinnen, Bauern und partizipativer Forschung basieren.

Als Bäuerinnen und Bauern kämpfen wir auch dafür, dass Gesundheit voll und ganz als Menschenrecht angesehen wird. Wir bekräftigen, dass die Gesundheit mit einer gesunden und nachhaltigen Ernährung beginnt, die das Immunsystem stärkt. Die Ernährungssouveränität schlägt damit eine Möglichkeit vor, sich um das Wohlergehen der Menschen und der Umwelt zu kümmern. Gemeinsam mit Via Campesina fordern wir das Recht auf öffentliche und kostenlose Gesundheit für alle Völker, wie es in Artikel 23 der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der Bäuerinnen und Bauern (UNDROP) definiert ist. Dazu gehört die Möglichkeit, auf Methoden der Präventivmedizin und Langzeitbehandlungen zurückzugreifen, aber auch die Möglichkeit, Zugang zu Impfstoffen zu erhalten. Impfstoffe, die mit Hilfe öffentlicher Gelder entwickelt wurden, dürfen nicht patentiert werden oder der Kontrolle und dem Profit grosser multinationaler Konzerne überlassen werden!

Darüber hinaus muss jeder Einzelne in unseren Gesellschaften Zugang zu allen Informationen haben, um die vorgeschlagenen Behandlungen beurteilen zu können.

Es ist nicht hinnehmbar, dass im 21. Jahrhundert hunderte Millionen Menschen hungern, obwohl es genug Nahrung für alle gibt, und dass die Ungleichheit und die Menschenrechtsverletzungen zunehmen.

Der Kampf für Würde, für Gesundheit, für eine öffentliche Politik, die auf Ernährungssouveränität beruht, und für den Schutz unserer Gemeinschaften und der natürlichen Ressourcen ist unser Recht! Mit Ernährungssouveränität und Solidarität können wir soziale Gerechtigkeit und Würde für alle erreichen!

  • WIR ERNÄHREN DIE WELT UND BAUEN ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT AUF!
  • GLOBALISIEREN WIR DEN KAMPF FÜR EINE GERECHTERE GESELLSCHAFT!
  • GLOBALISIEREN WIR DIE HOFFNUNG AUF EINE BESSERE WELT!

Schluss mit den Freihandelsverträgen. Medieninformation Uniterre vom 30.11.21

1.12.21 HOME

Datenschutzerklärung

Volkswohl-Initiativen: Kanonenfutter

21. März 2021

Volkswohl-Initiativen heissen im Jargon der Bauern „extreme Agrarinitiativen“. Es sind die Trinkwasserinitiative sowie die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide.

21.3.21 HOME

Datenschutzerklärung

Tödliches Recycling von Saatgut

12. Januar 2021

Gebeiztes Maissaatgut

Gebeiztes Maissaatgut

Umweltfreundlicher könntes es nicht tönen! Die Firma AltEn im Dorf Mead in Nebraska verarbeitet stärkehaltige Körner, etwa Maiskörner, zu Ethanol (Biotreibstoff). AltEn war anders als die übrigen Ethanol-produzierenden Fabriken in den USA, sie machten Werbung für das Recyclieren von überschüssigem Saatgut für landwirtschaftliche Unternehmen. Der Rohstoff war gratis, aber das Abfallprodukt zu stark pestizidbelastet als dass es als Tierfutter hätte verwendet werden können.

Gestank, der Geruch von etwas Verrottendem war in der Luft. Die Menschen berichteten über Augen- und Halsreizungen und Nasenbluten. Dann begannen Bienenvölker zu sterben, Vögel und Schmetterlinge wirkten desorientiert und Haushunde wurden krank und taumelten mit geweiteten Pupillen umher.

Derweil lagerten Rückstände aus der Fabrik im Freien, wurden gar als „Bodenverbesserer“ auf Feldern ausgebracht. Nach mehreren Beschwerden wurde gemesssen. Es ist dieser Abfall, von dem einige Forscher sagen, dass er Wasser und Boden gefährlich verschmutzt und wahrscheinlich auch eine Gesundheitsbedrohung für Tiere und Menschen darstellt. Sie verweisen auf Tests, die von staatlichen Behörden angeordnet wurden und bei denen Neonics in AltEn-Abfällen in einer Menge gefunden wurden, die ein Vielfaches dessen ist, was als sicher gilt.

Die Resultate: zum Teil „unvorstellbar hohe“ Werte von Neonicotinoiden. Dan Raichel, ein Anwalt des Natural Resources Defense Council (NRDC) sagte: „Wenn ich in diesem Gebiet leben würde, wo diese Mengen an Neonics ins Wasser und in die Umwelt gelangen, würde ich mir Sorgen um meine eigene Gesundheit machen.“

Mead ist ein Warnzeichen

Raichel und andere Beobachter sagen, dass die Situation in Mead ein Warnzeichen sei – ein Beispiel für die Notwendigkeit strengere Vorschriften zu erlassen für das mit Pestiziden beschichtete Saatgut, das von grossen Unternehmen wie der Bayer AG und Syngenta vermarktet wird.

Beamte des Bundesstaates haben nun die Firma wegen Nichteinhaltung verschiedener Vorschriften zur Verhinderung von Umweltverschmutzung gemahnt und zeigten sich in dem Brief besorgt, dass AltEn die Abfälle nicht ordnungsgemäss entsorgt hätte. Es sei möglich, dass kurz- und längerfristig das Oberflächenwasser und das Grundwasser“ verschmutzt würden.

Versäumnis der Behörden

Die Anwohner von Mead sagen, sie seien besorgt über Abfälle aus der Anlage, die nicht auf dem Werksgelände geblieben sind. Zusätzlich zu den Mengen, die bei Bauern auf Feldern verteilen wurden, scheinen pestizidbelastete Flüssigkeit ausgelaufen sowie aus den Abwasserseen in die angrenzenden Wasserwege gelangt zu sein.

Die BewohnerInnen von Meas sind auch unzufrieden darüber, dass die Behörden mehr als zwei Jahre nichts zum Schutz der Gemeinde getan haben.

Grundwasser grossflächig pestizidbelastet?

Weil AltEn seine Abwässer auch auf Anbauflächen ausgebracht hat, befürchten einige Bewohner von Mead, dass das Brunnenwasser, auf das ihre Häuser angewiesen sind, nun verunreinigt ist, während Forscher sich auch um eine mögliche Verunreinigung eines unterirdischen Grundwasserleiters sorgen, der den gesamten Mittleren Westen der USA mit Wasser versorgt.

There’s a red flag here’: how an ethanol plant is dangerously polluting a US village. Situation in Mead, Nebraska, where AltEn has been processing seed coated with fungicides and insecticides, is a warning sign, experts say. The Guardian vom 10.1.21

12.1.21 HOME

Datenschutzerklärung

 

 

Schweizer Landwirte ohne Saat- und Pflanzgut, ohne Pestizide und Dünger?

30. Dezember 2020

Schweizer Landwirtschaft ohne Saatgut und Pestizide? Heidis Mist vom 29.12.20

Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide? Heidis Mist vom 28.12.20

30.12.20 HOME

Datenschutzerklärung

Schweizer Landwirtschaft ohne Saatgut und Pestizide?

29. Dezember 2020

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Wenn es um Saatgut geht, dann dominieren die gleichen Firmen wie bei den Pestiziden: Syngenta (China) und Bayer (Deutschland), hinzu kommt CORTEVA (USA). CORTEVA agriscience entstand im Frühling 2019 durch Abspaltung des Bereichs Landwirtschaft von DowDupont. Der Name leitet sich ab von „Herz“ und „Natur“ (kohr-‚teh-vah), wie CORTEVA in der Medieninformation vom 6.3.19 erklärt.

Betrachtet man die „Zutaten“ bzw. die Basis, die es braucht, um Schweizer Landwirtschaft zu betreiben, dann ist der Selbstversorgungsgrad der Schweiz fast vernachlässigbar klein. Zur Saatgut-Abhängigkeit von den Weltfirmen kommt das aus den Niederlanden oder Nordafrika importierte Pflanzgut hinzu. Auch ein wesentlicher Teil der Pestizide und Dünger werden importiert, nicht zu reden vom Auslaufmodell-Phosphor!

Über diese Abhängigkeiten wurde seit Jahren informiert, nur hört es niemand und ein wesentlicher Teil der Landwirtschaft, Industrie und Politik versteckt sich aktuell hinter der Mär der nötigen Pestizide statt sich um die wirklichen Probleme zu kümmern wie Auslandabhängigkeit, Umweltverschmutzung, Biodiversitätsverlust, Gesundheit …

Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide? Heidis Mist vom 28.12.20

Die Schweiz ist den Saatgut-Konzernen ausgeliefert. Kurt Marti, Infosperber vom 1.8.18.

Die Saatgut-Konzerne diktieren unsern Speisezettel. Kurt Marti, Infosperber vom 20.9.18.

CONCENTRATION OF MARKET POWER IN THE EU SEED MARKET. IVAN MAMMANA, STUDY COMMISSIONED BY THE GREENS/EFA GROUP IN THE EUROPEAN PARLIAMENT. Januar 2014

Corteva™ Separates from DowDuPont to Form Leading Pure-Play Agriculture Company. Medieninformation CORTEVA vom 6.3.19

29.12.20 HOME

Datenschutzerklärung


%d Bloggern gefällt das: