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Neonicotinoide: Wasserlebewesen verhungern

3. Juni 2014
Neonicotinoide töten nicht nur Bienen, auch Kleintiere im Wasser sterben.

Neonicotinoide töten nicht nur Bienen, auch Kleintiere im Wasser sterben.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat gestern, 2.6.14, in der Sendung ECO folgendes berichtet: „Bienensterben: Studie von Syngenta mit gravierenden Mängeln. Gewisse Pestizide sind giftig für Bienen. Auch das Pestizid Thiamethoxam des Schweizer Agrochemie-Konzerns Syngenta steht im Verdacht, Bienen zu töten. Ein vollständiges Verbot von Thiamethoxam hätte für Syngenta schwerwiegende Konsequenzen. Kein Wunder, versucht der Konzern mit einer Studie zu beweisen, dass Thiamethoxam für Bienen harmlos ist. «ECO»-Recherchen zeigen: Eine Studie nach allen Regeln der Wissenschaft sieht gemäss international anerkannten Experten anders aus.“

Ein Testorganismus, der Bachflohkrebs Gammarus pulex, am Zerkleinern von Falllaub. Foto: Eawag

Ein Testorganismus, der Bachflohkrebs Gammarus pulex, am Zerkleinern von Falllaub. Foto: Eawag

Heidi weist darauf hin, dass die Neonicotinoid-Insektizide nicht nur für die Bienen, sondern auch für die Wasserlebewesen gefährlich sind, Medienmitteilung Eawag vom 16.5.13:  Insektizide lassen Gewässerorganismen verhungern. Die Dauerbelastung sei ein Problem, klassische Toxizitätstests würden versagen. Siehe Neonicotinoide: Gewässerorganismen sterben, Heidis Mist 23.10.13.

Zudem haben die Forschenden der Eawag in erstaunlich vielen Gewässerproben Neonicotinoide gefunden. Diese bleiben monate- oder gar jahrelang im Boden und beeinflussen auch die Bodenlebewesen, SRF, Netz Natur Sind die Bienen noch zu retten?, 17.10.13 ab Minute 32 kurzer Beitrag über Eawag-Forschung.

Wirkung von neuen Pestiziden auf Menschen ist unklar, SRF, Espresso vom 23.10.13.

Forschung ist oft von der Industrie finanziert. Wikipedia berichtet: „Im Januar 2013 veröffentlichte das Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA) eine Studie zum Wert der Neonicotinoide in der EU. Die Studie wurde finanziert von Bayer CropScience und Syngenta und unterstützt von COPA-COGECA, der European Seed Association und der European Crop Protection Association“

Pestizidcocktail in Schweizer Flüssen, Medieninformation Eawag, Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs, 5.3.14

Wann werden wir endlich lernen? Heidis Mist 25.6.13.

Heidi dankt dem Leser, der sie immer wieder auf interessante Medienberichte aufmerksam macht.

3.6.14 HOME

Neonicotinoide: Gewässerorganismen sterben

23. Oktober 2013
Ein Testorganismus, der Bachflohkrebs Gammarus pulex, am Zerkleinern von Falllaub.  Foto: Eawag

Ein Testorganismus, der Bachflohkrebs Gammarus pulex, am Zerkleinern von Falllaub. Foto: Eawag

Die EAWAG verschickte am 16. Mai 2013 eine Medieninformation mit dem Titel Insektizide lassen Gewässerorganismen verhungern. „Nicht nur die Bienen, sondern auch Gewässerorganismen werden von Neonicotinoid-Insektiziden beeinträchtigt. Die gut löslichen Stoffe führen dazu, dass die Kleintiere auch bei geringen, aber anhaltenden Konzentrationen im Wasser absterben., heisst es weiter. Die Dauerbelastung sei ein Problem und klassische Toxizitätstests würden versagen. Netz Natur hat für den 25-Jahr-Jubiläum-Film vom 17.10.13 an der EAWAG gefilmt, wo man in erstaunlich vielen Gewässerproben Neonicotinoide gefunden hatte. Sie bleiben monate- oder gar jahrelang im Boden und beeinflussen auch die Bodenlebewesen. Wer nicht die 50 Minuten für den interessanten Film aufwenden kann, soll wenigstens die paar Minuten ab Minute 32 anschauen, siehe Sind die Bienen noch zu retten?.

Nun berichtete der Kassensturz am 22. Oktober 2013, dass die Neonicotinoide auch den Menschen schaden könnten, Neue Pestizide im Gemüse: Schleichende Vergiftung, Schweizer Radio und Fernsehen, SRF. Neonicotionoide sind systemische Pflanzenschutzmittel, welche von den Pflanzen aufgenommen werden und im Saftkreislauf zirkulieren. Das Bundesamt für Gesundheit sieht keine Gefahr, und Syngenta und Bayer verweisen auf die Grenzwerte. Einmal mehr wird das Wasser ausgeklammert. Gut gibt’s Heidi!

In der EAWAG-Medieninformation steht auch: „… Kurzzeitige Belastungsspitzen treten typischerweise auf, wenn während oder kurz nach einer Anwendung der Mittel auf den Feldern Regen fällt und ein Teil der gut löslichen aber schwer abbaubaren Stoffe in Oberflächengewässer abgeschwemmt wird…“ Aber Bundesbern will die Pufferstreifen für Pestizide verkleinern und den Acker näher an den Bach rücken, siehe Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse, Heidis Mist, 11.6.13.

Heidi wünscht sich, dass man in Bern mehr auf die Forschenden statt die Lobbyisten hört, wo man doch in den bundeseigenen Forschungsinstitutionen über international renommierte Fachleute verfügt.

Über Grenzwerte und wie sie festgesetzt werden berichtete Heidi im Artikel Grundwasser: Gefährden neue Grenzwerte das Vorsorgeprinzip?

23.10.13 HOME

Heidi bleib bei deinem Wasser!

12. August 2013
Fische, Krebse und andere Kleintiere  leiden schon heute massiv unter der Verschmutzung unserer Bäche und Flüsse mit Pflanzenschutzmitteln. Jetzt sollen die Vorschriften gelockert werden.

Fische, Krebse und andere Kleintiere leiden schon heute massiv unter der Verschmutzung unserer Bäche und Flüsse mit Pflanzenschutzmitteln. Jetzt sollen die Vorschriften gelockert werden.

Ein Kollege hat kürzlich Heidi gemahnt: „Bleib bei deinem Wasser! Du schreibst zuviel über anderes Zeugs.“ Nun, eine Aktualität hat sie dazu gezwungen. Gestern um 21.26 Uhr schaltete das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) einen Beitrag auf mit dem Titel Bauern und Fischer streiten sich am Fluss, SRF, 11.8.13. Darin heisst es „… Zur Lösung des Streits rund um das neue Gewässerschutz-Gesetz haben die Behörden nun ein Merkblatt erstellt. Es ist noch nicht öffentlich. Doch Radio SRF liegt einem Entwurf vom April vor. Demnach sollen rund 20’000 Hektaren rund um Schweizer Gewässer zum Schon-Land erklärt werden – so viel wie im Gesetz vorgeschrieben. Allerdings soll der Pestizid-Einsatz in diesem Gebiet gelockert werden.“ Wo doch viele Gewässer schon heute stark mit Pestiziden belastet sind.

Dieses Merkblatt ist schon lange auf dem Netz; Heidi hat es im Mai studiert und berechnet, dass die Pufferstreifen für Pflanzenschutzmitteln entlang von Bächen und Flüssen massiv verkleinert werden. Das darf nicht sein! Was bei SRF unter News präsentiert wird, das wissen Heidis treue LeserInnen schon seit Mai/Juni, denn sie hat ausführlich darüber berichtet … und sie wird am Thema bleiben. Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse! Nachstehend die Links zu Heidis Artikel.

Nachtrag: Ein Leser meldet: „Es ist ein Skandal, dass die Pufferstreifen nicht eingehalten wurden. Und jetzt will man sie noch verkleinern! Was passiert dann?“ Heidi meint: „Das Bundesamt für Landwirtschaft müsste endlich den Gewässerschutz besser in die Direktzahlungsverordnung integrieren und Kontrollen fordern.“

Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse!, Heidis Mist, 11.6.13

Der Acker rückt nähe an den Bach, Heidis Mist, 29.5.13

Entwurf Merkblatt Gewässerraum und Landwirtschaft, BAFU, BLW, ARE, 10.4.1

Verwässerung der Agrarpolitik 2014-17, Heidis Mist, 27.6.13

Pro Natura und das Offizialdelikt Pufferstreifen-Verletzung, Heidis Mist, 27.11.13

Heidis Pufferstreifen-Artikelserie

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