Posts Tagged ‘Schweizerischer Fischerei-Verband’

Wasserleben: Das leise Sterben

19. August 2017
Roman Wiget, Wasserversorger und Präsident der internationalen <a href="http://www.awbr.org/" target="_blank" rel="noopener">Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR)</a>, ist besorgt um das Trinkwasser ... Copyright: Pro Natura.

Roman Wiget, Wasserversorger und Präsident der internationalen Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR), ist besorgt um das Trinkwasser … Video „Das leise Sterben“. Copyright: Pro Natura.

... und setzt sich für eine Zukunft mit sauberem Trinkwasser ein. Copyright: Pro Natura.

… und setzt sich für eine Zukunft mit sauberem Trinkwasser ein. Copyright: Pro Natura.

Markus Arn von Pro Natura zeigt im Video Das leise Sterben mit klaren Bildern und Worten die Belastung unserer Gewässer mit Pestiziden auf. Die Verschmutzung ist teilweise so hoch, dass sie für Wasseroganismen tödlich sein kann. Aber auch für die Menschen sind die Pestizide eine Gefahr. Pro Natura fordert eine deutliche Anwendungsreduktion dieser Mitteln in der Landwirtschaft.

Die Probleme sind auf dem Tisch, nun gilt es endlich zu handeln. Auch wenn man gut informiert ist, lohnt es sich, den sechsminütigen Film anzuschauen.

Pestizide in Schweizer Bächen – Video «Das leise Sterben»

Am 26./27. August 2017 entscheidet der Delegiertenrat von Pro Natura, ob die Naturschutzorganisation die folgenden Volksinitiativen unterstützen wird:

Trinkwasser-Initiative

Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Trinkwasser-Initiative

Stand der Unterschriftensammlung: 70’118 Unterschriften! Heidi gratuliert Franziska Herren und ihren MitstreiterInnen.

Greenpeace ist die erste Umweltorganisation, welche die Trinkwasser-Initiative offiziell unterstützt: „Nein, unsere Landwirtschaft ist nicht die ökologischste der Welt. Sie könnte es aber werden, denn die Voraussetzungen in der Schweiz sind ideal. Die Trinkwasser-Initiative packt den Stier an den Hörnern und verdient deshalb unsere Unterstützung.“

Die Zeit für eine echte ökologische Landwirtschaft ist reif, Philippe Schenkel, Greenpeace 18.8.17

Unterschriften für die Trinkwasser-Initiative werden auch auf der Plattform Wecollect gesammelt.

Volksinitiative für sauberes Trinkwasser – Trinkwasser ohne Pestizide und Antibiotika

Heidis Wunsch

Schauen Sie hin, wo viele wegschauen, und unterschreiben Sie die zwei Volksinitiativen!

Nachtrag vom 21.8.17

Die Umweltschutz-, Tierschutz- und Fairtrade-Organisation fair-fish hat bereits im Mai dazu aufgerufen, die beiden Initiativen zu unterstützen: Kampagne für sauberes Wasser: Meer ohne Müll. Desgleichen der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV): Pestizide: Die Fischer haben die Nase voll!

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So weit darf es nicht kommen! Copyright: Pro Natura.

So weit darf es nicht kommen! Copyright: Pro Natura.

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Pestizide: Die Fischer haben die Nase voll!

13. Juni 2017
Vertreter der Kantonalverbände an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. Copyright: SFV.

Vertreter der Kantonalverbände an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. Copyright: SFV.

Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV will nicht länger akzeptieren, dass ein unglaublicher Cocktail von Pestiziden und Herbiziden Bäche, Flüsse und Seen vergiften und das Trinkwasser gefährden. Die Delegiertenversammlung des SFV in Altendorf SZ verabschiedete eine Resolution mit klaren Forderungen: endlich Kontrollen durch die Behörden und Unterstützung der Unterschriftensammlung der Anti-Pestizid-Volksinitiativen. 

«Seit Jahren kritisieren wir die Belastung des Lebensraums im und am Wasser durch Herbizide und Pestizide», sagte Roberto Zanetti, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes und Solothurner Ständerat. «Aber nichts geschieht, einfach nichts.» Dabei seien die gesetzlichen Grundlagen klar. Es gebe genau definierte Sicherheitsabstände, die beim Austragen von Pestiziden und Herbiziden eingehalten werden müssten.

Behörden: Kontrollieren – aber subito!

Die Fischer haben die Nase voll. Deshalb verabschiedete die Delegiertenversammlung eine Resolution. Darin werden die Behörden des Bundes und der Kantone aufgefordert, die Einhaltung der Abstandsvorschriften zu kontrollieren und zu sanktionieren. «Grosse Teile der Landwirtschaft kümmern sich einen Deut um die Abstandsvorschriften», heisst es in der Resolution. Das habe man seit Jahren tatenlos hingenommen. Das Bundesamt für Landwirtschaft und die kantonalen Landwirtschaftsämter werden vom SFV darum aufgefordert endlich zu tun, was ihr gesetzlicher Auftrag ist: «Kontrollieren und sanktionieren – und zwar subito».

Volkinitiativen unterstützen

Die Fischer haben die Nase vom bisherigen Larifari definitiv voll – und verlangen eine Korrektur in der Landwirtschaftspolitik. Wörtlich heisst es in der Resolution: «Die Schweizer Landwirtschaft kann nicht auf der einen Seite Milliarden an öffentlichen Geldern kassieren und auf der anderen Seite die Umwelt systematisch kaputt machen und damit Mensch und Tier gefährden.»  Der Schweizerische Fischerei-Verband unterstützt deshalb die Unterschriftensammlung der zwei laufenden Volksinitiativen, die eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik ohne schädliche Pestizide und Herbizide fordern.

Pestizide, die Fischer haben die Nase voll! Schweizerischer Fischerei-Verband, 12.6.17.

Eidgenössische Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und  den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»

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Die Äsche: Botschafterin für natürliche, intakte Lebensräume

4. Januar 2016
Die Äsche ist bedroht. Der Schweizerische Fischerei-Verband hat sie daher zum Fisch des Jahres 2016 erkoren. Bild: Rainer Kühnis

Die Äsche ist bedroht. Der Schweizerische Fischerei-Verband hat sie daher zum Fisch des Jahres 2016 erkoren. Bild: Rainer Kühnis

Medienmitteilung Schweizerischer Fischerei-Verband: „Die Äsche ist Fisch des Jahres 2016. Ihre Schönheit entzückt Naturfreunde und Poeten, aber die künstlichen Veränderungen der Flüsse bedrohen sie existenziell. Mit der Wahl zum Fisch des Jahres 2016 verknüpft der Schweizerische Fischerei-Verband SFV eine klare Botschaft: Die Schweiz braucht renaturierte Gewässer – sonst stirbt die Äsche ganz aus …

… Für den Schweizerischen Fischerei-Verband SFV ist klar: Die Äsche ist – im wahrsten Sinne des Wortes – Fahnenträgerin, Botschafterin für natürliche, intakte Lebensräume.

Der SFV fordert die konsequente Umsetzung des 2011 beschlossenen eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes. Konkret: Renaturierung von künstlich verbauten Flüssen, Vernetzung der Gewässer, Reduktion von Schwall-Sunk, genügend Restwasser in allen Kantonen.“

Die Äsche ist Fisch des Jahres 2016, SFV, 4.1.15.

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Gewässerschutz: Was ist das Ehrenwort des Parlaments wert?

1. Dezember 2015
Seit 1.1.14 Pufferstreifen-Messung ab Uferlinie statt ab Böschungsoberkante wie international üblich.

Seit 1.1.14 Pufferstreifen-Messung ab Uferlinie statt ab Böschungsoberkante wie international üblich.

Die Gewässerschutzgesetzgebung ist schon lange im „Weichspülgang“ von Politikern. Heidi etwa beklagt immer wieder die Verkleinerung der Pufferstreifen für Pflanzenschutzmittel (PSM) sowie Dünger an den häufigsten und empfindlichsten Gewässern, nämlich den kleinen, obwohl gerade diese ausserhalb der Graslandgebiete stark mit PSM belastet sind. Diese Änderung wurde erst per 1.1.14 eingeführt. Ein grosser Fehler! Im Rahmen des Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss er dringend korrigiert werden.

Im Newsletter vom 1.12.15 fordert die Präsidentenkonferenz des Schweizerischen Fischerei-Verbandes den Ständerat zu staatspolitischer Klugheit und Fairness auf:

Ständerat der Fischer warnt den Ständerat in Bern
Schweizer Fischer: „Ehrenwort des Parlaments gilt“

Die Präsidentenkonferenz des Schweizerischen Fischerei-Verbandes fordert den Ständerat zu staatspolitischer Klugheit und Fairness auf: Die Fischer erwarten, dass am Donnerstag, 3. Dezember 2015 Vorstösse zur Aufweichung der Gewässerschutzgesetzgebung abgelehnt werden. „Wir zählen auf das Ehrenwort, das uns das Parlament beim Rückzug unserer Volksinitiative gegeben hat“,  hiess es an der Präsidentenkonferenz der Kantonalverbände in Olten.

Um was geht es? Im Dezember 2009 hat der Schweizerische Fischerei-Verband SFV seine Volksinitiative „Lebendiges Wasser“ zurückgezogen. Der Initiative wurden in einer Volksabstimmung grosse Chancen eingeräumt. Deshalb sind National- und Ständerat den Fischern mit einem Gegenvorschlag in Form der Revision des Gewässerschutzgesetzes entgegengekommen. Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV liess sich – konstruktiv – auf diesen Kompromiss ein und zog die Volksinitiative im Interesse der Sache zurück. Umso grösser war die Enttäuschung als Landwirtschaftskreise im Nachhinein – seit  2010 – versuchen, die Gewässerschutzgesetzgebung zu unterlaufen und aufzuweichen.

Klare Worte der Kantonalpräsidenten

Gar kein Verständnis hatte die diesjährige Konferenz der Kantonalpräsidenten der Fischerei-Verbände für den knappen Entscheid der vorberatenden Kommission UREK des Ständerats. Per Stichentscheid des Präsidenten will eine knappe Mehrheit einer Motion aus dem Nationalrat im Sinne einer Aufweichung beim Raumbedarf zustimmen. Dazu fielen deutliche Worte: „Das geht ganz und gar nicht, wäre ein Wortbruch gegenüber uns Fischern und würde die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit des Parlaments in Frage stellen.“ Es könne nicht sein, dass ein Initiativkomitee mit Versprechungen geködert werde, um kurz Zeit später den Kompromiss auszuhebeln.

Staatspolitischer Schaden

Die Kantonalpräsidenten stellten die Grundsatzfrage: Wie glaubwürdig wäre das Parlament in Bern, wenn auf politische Kompromisse kein Verlass ist? So wie es die Landwirtschaftslobby sehe, könne man mit Initianten nicht umspringen. Würde der Gewässerschutz aufgeweicht, werde nie mehr ein Initiativkomitee sein Volksbegehren bei einem überzeugenden Kompromiss zurückziehen. Deshalb erwartet der SFV, dass der Ständerat seiner Linie treu bleibt und den Vorstoss aus dem Nationalrat zur Aufweichung der Gewässerschutzgesetzgebung ablehnt.

Weitere Infos über die Tätigkeit des Schweizerischen Fischerei-Verbandes finden Sie im Internet unter www.sfv-fsp.ch oder auf Facebook.

Nachtrag 3.12.15: „Der Ständerat hat am Donnerstag die Motion Leo Müller für eine Aufweichung der Gewässerschutzgesetzgebung mit 33 gegen 11 Stimmen überaus deutlich abgelehnt. Abgeschmettert hat die kleine Kammer auch die Standesinitiativen von neun Kantonen. Über dieses klare Ergebnis ist der Schweizerische Fischerei-Verband SFV hoch erfreut. Laut SFV gibt es zwei Gewinner: Die Natur und die Glaubwürdigkeit der Politik.“ Aus dem Newsletter des SFV vom 3.12.15.

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Ökostrom aus den letzten Bergbächen?

12. Mai 2011
Steine

Vollzug der Restwassersanierung ein skandalöses Trauerspiel

Einst kochte Bundesrat Ogi am Fernsehen energieeffizient Eier als Startschuss zur Energiespar-Kampagne „Bravo plus“. Seither sind viele Alltagsgeräte, Autos, Produktionsprozesse usw. energieeffizienter geworden. Doch der technische Fortschritt beschert uns immer mehr dieser wenig-Energie-Fresser. Tatsache ist jedenfalls, dass der Stromkonsum weiter steigt. Womit wollen wir all die umweltfreundlichen Bequemlichkeitshelfer, Zeitvertreiber und Elektroautos füttern? Mit Strom aus AKWs? (Schweizer AKW müssen Sicherheit weiter verbessern, NZZ 5.5.11) „Weg von den AKWs!“ sagen heute auch die weniger mutigen Leute, während Ogi damals offenbar Mut für seinen Fernsehauftritt brauchte, Interview mit Alt Bundesart Ogi im Beobachter 2006. Der Strom soll sauber sein und natürlich, echter Öko-Strom von Sonne, Wind und Wasser. Zu Ogis Zeiten debattierten die Bundesräte über qualitatives Wachstum, heute ist klar: Das Wirtschaftswachstum kann nicht gross genug sein mit Blick auf China, Indien… Und für das Wachstum der Schweizer Bevölkerung ist gesorgt. Also muss Strom her, zu jedem Preis. Der Kanton Graubünden hat schon immer viel Geld verdient mit „Bergwasserstrom“, neuerdings auch mit Fotovoltaik. Der Endausbau der Wasserkraft ist nun das Ziel, d.h. die letzten fünf bis zehn Prozent der noch nicht verbauten Bäche und Flüsse stehen zur freien Verfügung, WWF Graubünden, Ausbaupläne, Wasserkraft-Projekte, auch sensible Wasserlandschaften sind bedroht.

20 Jahre hatten die Kantone Zeit, um ausreichende Restwassermengen sicherzustellen, mit Frist 2012. Vor allem in den Gebirgskantonen herrscht Vollzugsnotstand; der Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbands (SFV), Roland Seiler, nennt Graubünden und das Beispiel Misox. Mehr zum skandalösen Trauerspiel beim SFV Restwassermenge: Diktieren die Kraftwerke den Kantonen?. Die von der Bündner Kantonsregierung erlassene Sanierungsverfügung für das Misox sei vollkommen ungenügend und scheine praktisch von den Kraftwerkbetreibern diktiert worden zu sein. Der Fischerei-Verband Graubünden, WWF und Pro Natura befinden nächstens, ob sie den Entscheid des Bündner Verwaltungsgerichts an das Bundesgericht weiter ziehen.

Das Volk wählt die Regierung, profitiert vom Tourismus, von viel Geld aus Bern, so hat es wohl auch diese Regierung verdient. Die Bündner Regierung überlässt alle wichtigen Fragen den Gemeinden, kümmert sich wenig um eidgenössische Gesetzte, ausser es fliesst dadurch Geld in den Osten, sie unterstützte den Verkauf von Energie ins Ausland und zerstörte dafür den einzigartigen Föhrenwald bei Domat Ems, Rodungsbewilligung der Regierung GR. Der Vollzugsnotstand beim Gewässerschutz in der Landwirtschaft ist das Beispiel, das Heidi am besten kennt. Gewässersverschmutzung + kleine Restwassermengen = höhere Konzentration der Schadstoffe. Die Fristen für Massnahmen ignoriert der Kanton Graubünden grosszügig, nicht nur beim Restwasser, auch im Gewässerschutz/Landwirtschaft (Frist für die Anpassung der Hofdüngerlagerkapazität 2006 abgelaufen gemäss Gewässerschutzgesetz), Tierschutz (Anpassungsfrist 1991 abgelaufen) … Dafür können die BikerInnen hierzulande 20’000 Höhenmeter downhill in einem Tag fahren, mit Einsatz von Energie „natürlich“.

Der Kanton Graubünden macht bei Steuerreduktionen fröhlich mit, obwohl die Verwaltung viel Arbeitskraft nötig hätte, um endlich den Gesetzesvollzug voranzutreiben. Bundesgelder sind jederzeit willkommen, z.B. als vor Jahren der Naturpark Ela bewilligt und Geld für die Ausarbeitung eines Projekts gesprochen wurde, da reklamierte man bei den „betroffenen“ Gemeinden bereits, dass immer noch kein Geld in die Region fliesse, dass stattdessen unnötig Geld für Studien ausgegeben werde. Oder ein Sachbearbeiter einer gemeinnützigen Hilfsorganisation klagte Heidi, dass die Bündner immer nur die hohle Hand hinhielten, jetzt sei Schluss damit. Natürlich sind bei weitem nicht alle BündnerInnen so, aber die wenigsten wehren sich gegen Missstände und wählen bessere PolitikerInnen. Wo keine wehrhaften Leute sind, regieren Tyrannen, Geldmacher und Freche. Soll Graubünden die Gesetzte und Vorgaben einhalten, wo doch das Geld aus Bern trotzdem fliesst?

Heidi hat soeben den folgenden Link erhalte. Gut gibt’s die Fischer!

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Am Kraftwerk Diez (D) getötete Aale, Foto W.K.

„Grüner Strom“ aus Wasserkraft ist blutiger Strom, Bürgerinitiative, Verband Hessischer Sportfischer: „… Rot vom Blut der Abertausenden von Fischen, die tagtäglich an den Rechen und in den Turbinen der Wasserkraftwerke ihr Leben lassen müssen… Der Beitrag, den besonders die Klein-Wasserkraftwerke zum Klimaschutz leisteten, sei dagegen verschwindend gering. Sie seien eher profitable Abschreibungsobjekte denn „irgendwie Öko“.“

Was geschieht mit den toten Fischen? Werden die Überreste mit dem Wasser in die Bäche und Flüsse „entlassen“? Wo es doch gemäss Gewässerschutzgesetz, Art. 6, untersagt ist, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen? Wer weiss eine Antwort?

Nachtrag 15.5.11. Ein Leser weiss Bescheid: „Solche Fischstückchen oder -Hacksteak, vielleicht noch ein Bisschen beweglich, werden natürlich gern von jederlei Fischfressern eingesammelt. Hecht, Barsch, Zander, Wels – wer auch immer – je nach Größe der Stücke bedienen sich sicher auch andere. Vögel sind ebenfalls Nutzniesser dieser Geschichte. Der Aal frisst gern Fisch, gern auch mal einen munteren Artgenossen – bis zu erstaunlicher Größe des Opfers, so dass es, wie generell in der Natur, an Bereinigern und Säuberern nicht fehlt.“ Heidi hat auch beim Verband Hessischer Fischer e.V., im Positionspapier Wasserkraft ist kein Ökostrom eine Antwort betreffend Schicksal der Fische gefunden und einen Link auf die Publikation Bestandesentwicklung des Aals (Anguilla anguilla) im Hochrhein. Bundesamt für Umwelt : „… Der Aalbestand im Hochrhein ist bei unveränderten Rahmenbedingungen mittelfristig gefährdet. Die Wiederaufnahme eines moderaten Aalbesatzes im Hochrhein mag mittelfristig aus fischereilicher Sicht einen gewissen Sinn machen, sie kann aber nichts zur Arterhaltung beitragen, solange das Problem der Turbinenmortalität bei den Kraftwerken nicht gelöst ist…“. Die Rhein-Zeitung (D) sprach mit dem Landesvorsitzenden von Bad Kreuznach, Heinz Günster, über die aktuelle Situation hinsichtlich der Auf- und Abstiegsmöglichkeiten für Wanderfische. Günster bedauert, dass die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinien von 2015 auf 2027 verschoben wurde…, siehe Wasserkraft nutzen, aber Fische schonen, Rhein-Zeitung vom 20.10.10.

NZZ vom 14.5.11 Im Doubs sterben die Fische „…Schuld am Massensterben seien eine überdurchschnittliche Verschmutzung des Doubs sowie extreme Wasserstandsschwankungen, hervorgerufen durch den «brutalen Schwall-Sunk-Betrieb» dreier Wasserkraftwerke…“

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