Posts Tagged ‘Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfachs’

Beatrice Raas: „Nein, ich geb‘ nicht auf!“

12. Juni 2018
Die Geschichte des pestizidfreien Dorfes Mals im Südtirol begann im Coiffeur-Salon von Beatrice Raas. Copyright: Ralph Weihermann, Alexander Schiebel

Die Geschichte des pestizidfreien Dorfes Mals im Südtirol begann im Coiffeur-Salon von Beatrice Raas. Copyright: Ralph Weihermann, Alexander Schiebel

Im alten Südtiroler Dorf Mals hat Beatrice Raas zusammen mit Freundinnen den Stein für eine pestizidfreie Landwirtschaft ins Rollen gebracht. Viele unterstützen sie, u.a. auch der Apotheker Johannes Fragner-Unterpertinger. In einer Volksabstimmung stimmten 76% der Bevölkerung diesem Ziele zu.

Was bewegte die Malser, sich gegen Pestizide zu wehren? Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit, dies im folgenden Film zu erfahren: Leben ohne Ackergift – Das unbeugsame Dorf im Vinschgau. Ralph Weihermann, Alexander Schiebel, WDR 3.4.18

Es scheint, dass das Problem der Verschmutzung von Luft, Boden, Wasser und Lebensmitteln mit Pestiziden und Düngern immer häufiger diskutiert wird. Nachdenken und nach Lösungen suchen ist für unsere Zukunft wichtig. Geschrieben und geredet wird viel. Werden die Behörden und PolitikerInnen auch handeln?

SVGW fordert konkrete Massnahmen für Trinkwasserschutz

Franziska Herren hat mit der Trinkwasser-Initiative viel Bewegung in den Gewässerschutz gebracht. Sehr salopp ist man bisher mit der Ressource Wasser umgegangen, höchste Zeit, dass sich dies ändert. Copyright: SVGW.

Franziska Herren hat mit der Trinkwasser-Initiative viel Bewegung in den Gewässerschutz gebracht. Sehr salopp ist man bisher mit der Ressource Wasser umgegangen, höchste Zeit, dass sich dies ändert. Copyright: SVGW.

Analysen zum Thema «Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022» standen im Mittelpunkt der Vortrags- und Podiumsveranstaltung des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfachs (SVGW) vom 7.6.18 in Solothurn. Teilnehmende waren VertreterInnen von Bundesämtern und kantonalen Institutionen, Gemeinden, Wasserversorger, Verbänden sowie Vertreter von Forschung und Wirtschaft. Im Zentrum des politischen Interesses stand der politische Umgang mit der Trinkwasser-Initiative, über die derzeit in Bundesbern beraten wird.

Lesen Sie weiter!

SVGW fordert konkrete Massnahmen für Trinkwasserschutz, Aqua & Gas, 8.6.18.

SVGW am Infoanlass zur «Trinkwasserinitiative» in Bern. Landwirtschaftlicher Klub der Bundesversammlung. Aqua & Gas, 31.5.18.

«Es braucht einen intelligenten indirekten Gegenvorschlag». Markus Küng (IWB) und Andreas Hirt (ESB), beide Mitglieder des SVGW-Vorstands, erläutern im Interview die Haltung des SVGW zur Trinkwasser-Initiative. Obwohl der SVGW die Ziele der Initiative gutheisst, schlägt er eine andere Vorgehensweise vor. Dabei wird er von den Kantonen unterstützt, wie Kurt Seiler, Amtsleiter des Interkantonalen Labors, im Interview ausführt.

Pflanzen schlauer schützen

«Rückstandfreies» Obst und Gemüse (zéro résidu de pesticides) aus Frankreich: Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird immer mehr zum Marketingargument.

«Rückstandfreies» Obst und Gemüse (zéro résidu de pesticides) aus Frankreich: Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird immer mehr zum Marketingargument.

„Wir müssen die Umwelt- und Gesundheitsrisiken von Pflanzenschutzmitteln senken. Totalverbote sind aber das falsche Mittel“, meint Robert Finger. Er plädiert für intelligenten Pflanzenschutz.

„Glyphosat, Neonikotinoide und Trinkwasserinitiative – über den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel wird derzeit intensiv diskutiert. Obwohl: Ohne Pflanzenschutz kommt unser Ernährungssystem nicht aus. Andererseits bergen gerade Pflanzenschutzmittel unbestrittene Risiken für Mensch und Umwelt.“

Diesen lesenswerten Artikel finden Sie hier: Pflanzen schlauer schützen, Robert Finger, Professor für Agrarökonomie und Agrarpolitik, ETH Zürich, Agrarökonomische Kommentare zur Schweizerischen Agrarpolitik.

12.6.18 HOME

7. Juni 2018: SVGW lädt ein zum Fachaustausch „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

29. Mai 2018
Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Früher hatten viele Häuser und Dörfer eine eigene Quelle. Die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen wurde intensiviert und die Bauern hielten immer mehr Tiere, weshalb Quellfassungen in tiefere Bodenschichten verlagert oder aufgegeben werden mussten. Heute beziehen wir das meiste Trinkwasser über riesige teure Infrastrukturen aus dem Grundwasser, einen Teil aus Oberflächengewässern. Doch auch hier wächst der Verschmutzungsdruck durch die Landwirtschaft und Gesellschaft, so dass Trinkwasserversorger bereits Grundwasserfassungen aufgeben oder mit Steuergeldern sanieren mussten. Zudem besteht die Gefahr der Übernutzung unserer Ressource Wasser.

Trinkwasser-Initiative: SVGW fordert Gegenvorschlag

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat Sympathien für die Ziele der Trinkwasser-Initiative. Er fordert einen pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag. Aus diesem Grund hat er Forderungen formuliert und einen Fachaustausch im Alten Spital Solothurn organisiert, der am Donnerstag, 7. Juni 2018 stattfindet.

Heidi meint: „Dies wird wohl ein interessanter Anlass werden, nehmen doch Referenten und Podiumsteilnehmer aus folgenden Institutionen teil: Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Landwirtschaft, Schweizer Bauernverband, Bio Suisse … ).“

Zusammenfassung der Forderungen des SVGW:

Die Trinkwasserressourcen müssen planerisch besser geschützt werden (RPG, GSchG, DZV)

  • Planungspflicht: Kantone und Gemeinden werden zu einer verbindlichen Planung in der Trinkwasserversorgung verpflichtet (regional/kantonal/lokal). Die bundesrechtlichen Vorgaben inkl. Schutzzonen sind innert 5 Jahren zu vollziehen.
  • Sicherung des Vollzugs und der Finanzierung: Werden geltende Anforderungswerte für das Grundwasser nicht eingehalten, müssen innert 5 Jahren rechtskräftige Zuströmbereiche ausgeschieden und geeignete Massnahmen festgelegt werden.
    Die Direktzahlungen an die Landwirte werden so angepasst, dass die Einhaltung der gewässerschutzrechtlichen Vorgaben dauerhaft gesichert ist. Zum heutigen Zeitpunkt betrifft dies insbesondere Nitrat sowie Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte.

Fremdstoffeinträge sind zu reduzieren, insbesondere sind die Vorgaben an den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verschärfen (GSchG, GSchV, PSMV)

  • Keine Pflanzenschutzmittel in Schutzzonen: Im Sinne der Vorsorge wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzzonen verboten. Davon ausgenommen sind die für „Bio“ zugelassenen Pflanzenschutzmittel.
  • Keine Fremdstoff im Zuströmbereich: Werden kritische Fremdstoffe in Fassungen in einem Gehalt von mehr als 0,1 µg/l pro Einzelstoff bzw. mehr als 0,5 µg/l pro Stoffgemisch festgestellt, ist deren Einsatz im Zuströmbereich zu verbieten.
  • Saubere Gewässer: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird im Einzugsgebiet verboten, wenn deren Konzentration in Oberflächengewässern über den SVGW-Forderungen liegt (0,1 µg/l für Einzelsubstanzen resp. 0,5 µg/l für Summe der Pflanzenschutzmittel und Abbauprodukte).

Indirekter Gegenvorschlag Trinkwasser-Initiative

Der SVGW betont die Notwendigkeit von Massnahmen für die Stärkung des Trinkwasserschutzes und steht als Partner zur Ausarbeitung und Unterstützung eines substantiellen indirekten Gegenvorschlages zur Verfügung.

Hier finden Sie das Programm des SVGW-Fachaustausches „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

„Trinkwasserinitiative“: SVGW fordert pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag, Positionspapier vom 20.3.18

29.5.18 HOME

Datenschutzerklärung

Grenzwerte erhöhen – beliebtes Spiel der Mächtigen

8. März 2018

Drei Geschäfte, zufällig alle aus dem Zuständigkeitsbereich des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), Vorsteherin: Bundesrätin Doris Leuthard.

Wo der Einzelne nur an sich denkt, wird die Gesamtheit nimmer vorwärtskommen.
Jakob Bosshart, 1862 – 1924

8.3.18 HOME

Weltwassertag: Start der „Trinkwasser-Initiative“

22. März 2017

Am Weltwassertag 2017 startet die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz».

Folgende ReferentInnen sprachen an der Medienkonferenz vom 22.3.17, 10 Uhr, in Bern:

  • Franziska Herren, Mutter von 2 Kindern, Initiantin der Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung, Referat lesen …
  • Madeleine Vakkuri-Gutknecht, Initiantin, ehemalige Lektorin Haaga-Helia der Fachhochschule Wirtschaftliche Fakultät, Helsinki (Rede auf Französisch), Referat lesen …

Medienmitteilung des Vereins Sauberes Wasser für alle vom 22.3.17:

Ist die Bevölkerung der Schweiz weiterhin bereit, Milliarden an Steuergeldern in eine Landwirtschaft zu investieren, die unser Trinkwasser verschmutzt und unsere Lebensgrundlagen aufs Spiel setzt? Wir glauben nicht und lancieren eine Volksinitiative.

Die Schweiz hat zwar gute Gesetze und hehre Ziele, was den Schutz von Mensch, Tier, Gewässer und Umwelt angeht. Doch bei der Landwirtschaft wird seit Jahrzehnten weggeschaut. Selbst der Bundesrat musste vor kurzem in einem viel beachteten Bericht zugeben: Kein einziges Umweltziel hat die Landwirtschaft in den letzten 20 Jahren erreicht. Umweltziele sind nichts anderes als die Einhaltung der Gesetze.

Mit anderen Worten: Im Bereich Umwelt und Gesundheit foutiert sich die Schweizer Agrarpolitik selbst um die Einhaltung der Gesetze. Trotzdem wird der Bevölkerung seit Jahrzehnten vorgegaukelt, die Schweizer Landwirtschaft brauche jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern, damit sie nachhaltig gesunde Nahrungsmittel produzieren könne.

So kann es nicht weitergehen. Mit unserer Initiative fordern wir, dass nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Steuergeldern unterstützt werden, welche die Umwelt, das Trinkwasser und die Gesundheit von Mensch und Tier respektieren und nicht gefährden. Eigentlich die logischste Sache der Welt.

Wir wollen dies mit drei einfachen Anforderungen erreichen, die leicht und ohne bürokratischen Aufwand umgesetzt und kontrolliert werden können:

Staatliche Unterstützung sind denjenigen Betrieben vorbehalten,

  • welche pestizidfrei produzieren,
  • welche nur so viele Tiere halten, wie sie aus ihrem eigenen Boden ernähren können
  • welche in ihrer Tierhaltung Antibiotika nicht prophylaktisch einsetzen. *

Zudem verlangt die Initiative, dass die landwirtschaftlichen Forschungs- und Beratungsgelder gezielt auf eine Nahrungsmittelproduktion ausgerichtet werden, die ohne Pestizide und prophylaktischen Antibiotikaeinsatz auskommt und effizient und nachhaltig aus den eigenen Ressourcen produziert. Heute wird der grösste Teil dieser Gelder dafür verwendet, die Schäden zu untersuchen oder zu reduzieren, die durch die zu intensive Lebensmittelproduktion entstanden sind.

Die Förderungsmassnahmen sind in die unzähligen vorbildlichen Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz zu investieren, die bereits heute erfolgreich nach diesen Grundsätzen Nahrungsmittel produzieren. Diese Betriebe sollen gefördert und die übrigen zur Umstellung auf eine ebenso nachhaltige Produktion motiviert werden.

Die Schweizer Landwirtschaft leidet heute an tiefen Preisen, weil sie vor allem Massenware produziert, die sich bezüglich Qualität und Umweltstandards nicht von den meisten Importen unterscheiden. Die Initiative verhilft der einheimischen Produktion zu einem Qualitätssprung und fördert einen Zukunftsmarkt, der von umweltbewussten Konsumentinnen und Konsumenten bestimmt wird. Die Nachfrage nach pestizid- und antibiotikafrei produzierten Lebensmitteln steigt bereits heute entsprechend rasant!

* Zum Verständnis: Pestizide und viel zu hohe, durch riesige Futtermittelimporte gemästete Tierbestände verursachen die grössten Umweltprobleme in der Schweizer Landwirtschaft. Antibiotikaresistente Bakterien wurden von der Eidgenössischen Fachkommission für biologische Sicherheit zur „grössten Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz“ erklärt. Sie entstehen massgeblich durch den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion.

Informationen und Kontakt:
Verein Sauberes Wasser für alle
c/o Franziska Herren Oeleweg 8
4537 Wiedlisbach
T 032 636 14 16 – N 079 829 09 19
info@sauberes-wasser-fuer-alle.ch

Alle Informationen zur Initiative finden Sie auf der Webseite www.initiative-für-sauberes-trinkwasser.ch.

Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»,  Schweizerische Bundeskanzlei, 7.3.17.

Keine Finanzspritze für die, die spritzen, Berner Landbote 21.3.17

Heidi wird über die Medienkonferenz berichten.

22.3.17 HOME

Keine Pestizide in der Grundwasserschutzzone S2

7. April 2015
Starkregen werden - so meinen die Fachleute - in Zukunft zunehmen. Umso wichtiger ist es, dass in der Grundwasserschutzzone S2 keine Pestizide ausgebracht werden.

Starkregen werden – so meinen die Fachleute – in Zukunft zunehmen. Umso wichtiger ist es, dass in der Grundwasserschutzzone S2 keine Pestizide ausgebracht werden.

Die Anhörung zur Änderung der Gewässerschutzverordnung ist Ende März 2015 abgelaufen. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfachs (SVGW) begrüsst verschiedene Verbesserungen. In seiner Fachzeitschrift Aqua & Gas, N°4, 2015, liest Heidi heute: „Für den SVGW ist das Ausbringen von Pestiziden in unmittelbarer Umgebung von Grundwasserfassungen nicht vertretbar. Mit Nachdruck weist der SVGW darauf hin, dass aus der Sicht des Gewässerschutzes die Verwendung von wassergefährdenden Stoffen, allen voran den Pestiziden, in der unmittelbaren Umgebung von Grundwasserfassungen wegen der damit verbundene Gefährdung des Trinkwassers nicht vertretbar ist.

Beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln (PSM) innerhalb der Zone S2 ist die Gefahr gross, dass diese, besonders bei Starkniederschlängen, auf direktem Weg in die Trinkwasserfassung gelangen. Wie schon früher fordert der SVGW daher eine Erweiterung des Verbots für den Einsatz von PSM in der S2 und gezielte Einschränkungen in der S3.“

Heidi wünscht sich schon lange die Wiedereinführung des allgemeinen Verbots von Pestiziden in der S2. Der Bundesrat hatte ein solches Verbot 1999 erlassen, doch auf Druck der Bauern wieder aufgehoben,  siehe Bundesrat gewichtet Freiheit der Bauern höher als Trinkwasserqualität.

7.4.15 HOME

SVGW fordert Verbot von Pestiziden in der Grundwasserschutzzone S2

29. Mai 2014
Unser Trinkwasser stammt zu 80 Prozent aus dem Grundwasser. Wir sollten dieses daher besser vor Verunreinigungen schützen.

Unser Trinkwasser stammt zu 80 Prozent aus dem Grundwasser. Wir sollten dieses daher besser vor Verunreinigungen schützen.

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) berichtete in seinen Mai-Mitteilungen über ein Gespräch mit dem Schweizer Bauernverband (SBV). Sorge bereitet dem SVGW die mangelhafte Umsetzung des vorsorglichen Gewässerschutzes in Bezug auf Pflanzenschutzmittel (PSM) und deren Abbauprodukte. Dies sei im Widerspruch zur Gewässerschutzverordnung, welche verlangt, dass im Grundwasser keine künstlichen, langlebigen Stoffe enthalten sein dürfen. Der Einsatz von wassergefährdenden Stoffen wie PSM in der unmittelbaren Umgebung von Grundwasserfassungen sei nicht vertretbar. Dadurch würde das Trinkwasser gefährdet. Anton Kilchmann, Direktor des SVGW, formulierte drei Forderungen:

  • Verbot von Pflanzenschutzmitteln in der Schutzzone S2
  • kein Einsatz von grundwassergängigen Pflanzenschutzmitteln in der Schutzzone S3
  • eingeschränkter Einsatz von grundwassergängigen PSM im Zuströmbereich beim Auftreten von Problemen an Wasserfassungen (Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln oder Pflanzenschutzmitteln-Abbauprodukten im Grundwasser > 0,1µg/l)

Informationen zur Ausdehnung der Grundwasserschutzzonen S2 und S3 siehe Grundwasserschutzzonen: Wer weiss Bescheid, Heidis Mist 19.11.12. Der Bundesrat hatte Anfang 1999 ein Verbot von PSM in der Schutzzone S2 erlassen. Die Bauern protestierten. Was tat der Bundesrat? Er hob das Verbot auf! Bundesrat gewichtet Freiheit der Bauern höher als Trinkwasserqualität, Heidis Mist 6.2.13.

Der SVGW offerierte dem SBV Unterstützung bei der Information und Schulung mit dem Ziel, Landwirte, Verkaufsstellen und Berater zu sensibilisieren.

Der SBV setzt auf Freiwilligkeit, d.h. Information. Die Unterstützung des SVGW sei in verschiedenen Bereichen wünschenswert. SBV-Präsident, Markus Ritter, glaubt, dass das geforderte PSM-Verbot in der S2 bereits grösstenteils umgesetzt sei. Der SVGW solle diesbezüglich mit den Kantonen Kontakt aufnehmen, um allfälligen Handlungsbedarf abzuklären.

Heidis Frage: Wieso will der SBV kein Verbot, wenn doch das PSM-Verbot grösstenteils umgesetzt ist? Oder vielleicht doch nicht?

So soll ein grosser Arbeitsaufwand betrieben werden bevor etwas Selbstverständliches (wieder) erlassen wird, nämlich ein Verbot von PSM in der Schutzzone S2. Auch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist laufend damit beschäftigt, die Liste der in der S2 verbotenen PSM zu überarbeiten, neueste Version 15.5.14. Seit dem 6.2.13 ist die Liste um 7 Wirkstoffe länger geworden und umfasst heute 18 Wirkstoffe. Und wer zahlt den Arbeitsaufwand? Wir natürlich mit den Steuern!

In der Gewässerschutzverordnung haben wir den Lebewesen im Grundwasser versprochen, sie zu schützen. Sind das nur leere Worte? Das Grundwasser lebt, Heidis Mist 22.2.13.

29.5.14 HOME

Bundesrat gewichtet Freiheit der Bauern höher als Trinkwasserqualität

6. Februar 2013
Die Schweiz hat die Gefahrensymbole dem internationalen Standard angepasst. Symbol für hochgiftig. http://www.cheminfo.ch/kennzeichnung/anwendende/gefahrensymbole.html

Die Schweiz hat die Gefahrensymbole dem internationalen Standard angepasst. Symbol für hochgiftig. http://www.cheminfo.ch/kennzeichnung/anwendende/gefahrensymbole.html

Täglich treffen in Heidis Mailbox Meldungen über Pflanzenschutzmittel(PSM)-Schäden ein: Tote Frösche, Bienensterben, Schmetterlinge in Gefahr und nicht zuletzt tote Menschen in Indien, Südamerika usw. Gestern schickte ihr ein Leser eine Publikation mit dem Titel Keine Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser, gwa 12/2001, Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfachs. Diese Publikation hätte ihr viel Zeit gespart beim Schreiben des Artikels Grundwasserschutzzonen: Wer weiss Bescheid? denn er liefert Detailinformationen und Interessantes zur Geschichte der heutigen Regelungen. Vorerst ein paar Zitate.

Bauern wollen kein PSM-Verbot in der Gewässerschutzzone S2
„… Um das gefasste Grundwasser zuverlässig zu schützen, gilt es deshalb bei den Nutzungsbeschränkungen der Zone S2 auch die Landwirtschaftlichen Aktivitäten zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck wurde Anfang 1999 ein Verbot für den Einsatz von Gülle und PSM in der Zone S2 erlassen. Diese Bestimmung hatte zum Zweck, für die Landwirtschaft gleichwertige Nutzungsbeschränkungen in der Zone S2 zu erlassen, wie sie für andere Akteure wie z.B. Bau- und Gewerbe in dieser Zone gelten. Konnte sich die Landwirtschaft mit dem Gülleverbot abfinden, so widersetzte sie sich dem Verbot der Anwendung von PSM vehement. … Aufgrund des Widerstands der Landwirtschaft setzte der Bundesrat das Verbot bis Ende 2000 aus. Er beauftragte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/heute BAFU) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bis dann alle in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe im Hinblick auf ihre Mobilität und Abbaubarkeit sowie auf deren Anwendbarkeit in der Zone S2 zu bewerten…“ Daraus dürfte, so vermutet Heidi, die ominöse Liste der 11 verbotenen PSM des BLW entstanden sein. Soviel Arbeit bzw. Steuergelder für eine unzureichende Massnahme! Ein allgemeines Verbot in der S2 gibt es bis heute nicht.

Erschwerte Informationsbeschaffung
Weiter heisst es: „… Bei der Informationsbeschaffung hat sich gezeigt, dass für zahlreiche organisch-synthetische Wirkstoffe grundlegende Daten zu deren Eigenschaften und dem Umweltverhalten fehlen oder nicht zugänglich sind. Informationen über das Umweltverhalten, welche im Rahmen der Zulassungsbewilligung oder bei der Neubeurteilung der einzelnen Wirkstoffe zusammengestellt, aktualisiert und validiert werden, müssten jedoch allgemein zugänglich sein. Ist dies nicht der Fall oder sind die notwendigen Informationen zu den Umwelteigenschaften gar nicht vorhanden, müssten Wirkstoffe vom Markt genommen werden…“

Es lohnt sich, die Publikation vollständig zu lesen, für eilige LeserInnen wird Heidi ein paar Punkte herausnehmen und in weiteren Artikeln zusammen mit aktuellen Informationen behandeln. „Keine Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser“ wurde vor elf Jahren geschrieben, einzelne Angaben und Daten dürften überholt sein, aber im Grundsatz, so meint Heidi, sind die Aussagen noch heute gültig.

Wann wird der Bundesrat ein PSM-Verbot in der S2 erlassen?

Mehr zum Thema: Der Gewässerraum und die Bauern, Heidis Mist

6.2.13 HOME


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