Posts Tagged ‘Sophie’s Planet’

Temperatur-Blick auf die Erde

21. Oktober 2020
Beschleunigte globale Erwärmung. Copyright: James Hansen and Makiko Sato.

Beschleunigte globale Erwärmung. Copyright: James Hansen and Makiko Sato.

In den letzten fünf Jahren hat die globale Temperatur deutlich stärker zugenommen als es aufgrund des stabilen Trends von 0,18°C pro Jahrzehnt der letzten 50 Jahre zu erwarten wäre. Die globale Erwärmung hat sich beschleunigt.

Klimafachleute der Columbia University, James Hansen und Makiko Sato, kommen zum Schluss, dass die beschleunigte Erwärmung durch eine zunehmende globale Klimakraft verursacht wird, besondere durch einen bedeutenden Antrieb, der nicht gemessen wird: atmosphärische Aerosole.

Dieses Thema wird ausführlich im Kapitel 33 von Sophies Planet diskutiert, einem Buch, das Hansen am Schreiben ist. Kritik zu allen Kapiteln ist erwünscht.

Hier finden Sie die bereits vorhandenen Kapitel von Sophies Planet und weitere Publikationen von James Hansen wie die Kurzpublikation Accelerated Global Warming.

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Pestizide: Wieso müssen wir uns informieren?

11. August 2020
Herbizid Alce, Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 5.8.20: Bewilligung beendet: Ausverkaufsfrist: 31.12.2019, Aufbrauchsfrist: 31.12.2020

Herbizid Alce mit den Wirkstoffen Glyphosat, Diuron und Terbuthylazin. Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 5.8.20: Bewilligung beendet: Ausverkaufsfrist: 31.12.2019, Aufbrauchsfrist: 31.12.2020

In der Schweiz sind Bewilligungen für Pflanzenschutzmittel zeitlich nicht begrenzt. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) untersucht in der Gezielten Überprüfung (GÜ) gewisse Produkte, ändert Anforderungen wie Abstand zu Gewässern oder verbietet einzelne Produkte ganz, wie das Herbizid Alce per 31.12.20. Viele negativen Auswirkungen werden erst im Laufe der Anwendung in der Praxis bekannt. Diffuse Schäden sind kaum erforschbar wie Störung des Bodenlebens und der Gesundheit.

In der Schweiz ist weiterhin ein Produkt mit dem Wirkstoff Diuron zugelassen: Diuron 80 für Kernobst und Ertragsreben. Diuron darf auch in einigen Staaten der EU eingesetzt werden, ist aber in Deutschland und Österreich nicht zugelassen. In der EU läuft eine Neubewertung des Herbizids aufgrund folgender Bedenken: Potentiell als Hormon wirkende Substanz, weitere expositions-/risikobasierte Bedenken und weit verbreitete Verwendung.

Diuron und seine schädlichen Abbauprodukte

Diuron 80, Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 5.8.20.

Diuron 80, Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 5.8.20.

Im Schweizer Grundwasser wird Diuron gefunden. Über allfällige Abbauprodukte schweigt der NAQUA-Bericht vom August 2019. Möglicherweise wurden sie nicht untersucht, denn es gibt viele Pestizide und Abbauprodukte, so dass schon aus Kostengründen nur „risikobasierend“ geforscht wird, also die am häufigsten zu erwartenden Stoffe ausgewählt werden.

3,4-Dichloranilin (3,4-DCA) ist ein Abbauprodukt von Herbiziden auf Anilinbasis wie Diuron. Aromatische Amine (AA) sind eine wichtige und breit gefächerte Klasse von Schadstoffen, darunter Industrieprodukte, Medikamente, Verbrennungsprodukte, Pestizide oder Farbstoffe. Einige AA, insbesondere von Pestiziden abgeleitete AA, sind in Böden und im Grundwasser persistent und sind potenziell toxisch. Diese Verbindungen können sich in der Umwelt anreichern, wo sie schädliche Auswirkungen haben. Dies gilt insbesondere für 3,4-Dichloranilin (3,4-DCA).

Diuron 80 im CH-Pflanzenschutzmittelverzeichnis

Heidi hat einzelne Textstellen rot markiert.

Auflagen und Bemerkungen:

  1. Die Aufwandmenge bezieht sich auf die effektiv zu behandelnde Fläche.
  2. SPe 3: Zum Schutz von Gewässerorganismen vor den Folgen von Drift eine unbehandelte Pufferzone von 20 m zu Oberflächengewässern einhalten. Zum Schutz vor den Folgen einer Abschwemmung eine mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsene Pufferzone von mindestens 6 m einhalten. Reduktion der Distanz aufgrund von Drift und Ausnahmen gemäss den Weisungen des BLW.
  3. Beim Gebrauch einer Hand- oder Rückenspritze ist ein Spritzschirm zu verwenden.
  4. Nur als Reihenbehandlung.
  5. Mind. 4-jährige Anlage.
  6. Ansetzen der Spritzbrühe: Schutzhandschuhe + Schutzanzug + Atemschutzmaske (P2) tragen. Ausbringen der Spritzbrühe: Schutzhandschuhe + Schutzanzug tragen. Technische Schutzvorrichtungen während des Ausbringens (z.B. geschlossene Traktorkabine) können die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung ersetzen, wenn gewährleistet ist, dass sie einen vergleichbaren oder höheren Schutz bieten.

Gefahrenkennzeichnungen:

  • Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
  • EUH401 Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt die Gebrauchsanleitung einhalten.
  • H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
  • H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen.
  • H373 Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition.
  • H410 Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.
  • SP 1 Mittel und/oder dessen Behälter nicht in Gewässer gelangen lassen.

Solche und weitere Gefahrenkennzeichnungen wie „H360FD Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen“ findet man immer wieder im Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel des BLW.

Die verschiedenen Namen von Diuron

Wikipedia: „DCMU ist ein Phenylharnstoff-Derivat, das als Herbizid verwendet wird und die Photosynthese von Pflanzen hemmt. Es wurde 1954 von der Firma Bayer unter dem Handelsnamen Diuron als Unkrautbekämpfungsmittel eingeführt und wird zur völligen Beseitigung von Pflanzen verwendet (Breitbandherbizid). Es wird zum Schutz von Holz und Mauerwerk und als Beschichtungsmittel eingesetzt.“ DCMU heisst auch:

  • 3-(3,4-Dichlorphenyl)-1,1-dimethylharnstoff
  • Diuron®
  • Karmex

Wieso müssen wir das wissen?

Zitat aus dem Buch Storms of My Grandchildren des Klimawandelforschers der ersten Stunde, James Hansen, übersetzt von Heidi: „Denn – auf die Behörden, welche wir dafür bezahlen, dass sie uns schützen, ist kein Verlass.“ Das lässt sich auch auf Pestizide übertragen! Hansen schreibt übrigens gerade ein neues Buch mit dem Namen „Sophie’s Planet“; es kann bis Kapitel 18 auf seiner Homepage gelesen werden.

Thiacloprid: Schläft die Schweiz? Oder will sie nicht? Heidis Mist vom 17.11.19

Zustand und Entwicklung Grundwasser Schweiz. NAQUA-Bericht 2019, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Diuron. Stoffbewertung – CoRAP. European Chemical Agency

Pesticide-Derived Aromatic Amines and Their Biotransformation. ResearcheGate September 2011

DCMU, andere Namen: 3-(3,4-Dichlorphenyl)-1,1-dimethylharnstoff, Diuron®, Karmex, Wikipedia

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