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Heidis Wort zum Sonntag: Wir wollen den Schwarzen Peter nicht!

4. Februar 2018
Wir KonsumentInnen können den Schwarzen Peter oft gezielt weitergeben ... Augen und Ohren auf!

Wir KonsumentInnen können den Schwarzen Peter oft gezielt weitergeben … Augen und Ohren auf!

Wenn es um Nachhaltigkeit, RSPO, Konsum, Ökologie, Tierschutz, BTS, Pflanzenschutz, Welthandel usw. geht, dann schiebt man uns gerne den Schwarzen Peter zu: „Die Konsumenten wollen das!“ In Wirklichkeit manipuliert man die Konsumenten so gut es eben geht und lässt die Kasse klingeln.

„Die Konsumenten sind mündig!“, heisst es etwa, wenn Krankheitsprävention gefördert werden sollte: Tabak, Zucker, Fett, Alkohol, Mobilität usw. Oder wenn es um Wachstum geht: „Davon profitieren auch die Armen, besonders in den Drittweltländern.“ Allgemein herrscht die Meinung: „Die Konsumenten sind gut informiert.“ Wirklich?

  • Die Kartoffellager sind wegen der guten Ernte 2017 reichlich gefüllt. Doch die Konsumenten verlangen Frühkartoffeln (Milchhändler importiert Kartoffeln), Bauernzeitung vom 26.1.18). Import kommt z.B. aus Israel, wo das Grundwasser stetig sinkt. Frühkartoffeln bringen dem Handel eine gute Marge.
  • Schauen wir uns ein paar „mündige“ Konsumenten an! 30% Rabatt auf Nutella:
    VIDEOS – Scènes d’émeute pour du Nutella en promotion dans des supermarchés. In einem Video hört man eine Frau schreien: « Ma grand-mère est en train de se faire écraser pour du Nutella ! » Man wird uns sagen: Bei uns wäre das nicht möglich.
  • „Die Konsumenten wollen immer mehr Fleisch essen“, heisst es. Wir zahlen Steuern für die Fleischwerbung von Proviande. Aktionen – so scheint es wenigstens Heidi – gibt es besonders häufig bei Fleisch: 30%, 40%, 50% … Die billigsten Fleisch- und Wurstwaren von Migros, Coop, Spar, Aldi … findet man bei Aktionis.ch. Was billig angeboten wird, das wird auch gekauft. Von einem Einkaufszentrum ins andere fährt der gut informierte Konsument. Das Auto steht bereit! Oder der Bus fährt alle 15 Minuten.
  • Grosse Flächen Urwald sind schon abgeholzt, also wird es bald nur noch „nachhaltige“ Soya und „nachhaltiges“ Palmöl geben bzw. weitere „nachhaltige“ Produkte wie Quinoa … aus fernen Ländern. Also kein Grund zur Änderung unseres Konsumverhaltens!
  • Die Containerschiffe aus China brauchen für den Rückweg Ballast. Daher ist es „umweltschonend“, wenn wir Güter nach China schicken. Der Holztransport von Zürich nach Basel ist teurer als jener von Basel nach China. Zwar sind Christbaum-Kerzenhalter von COOP aus China unbrauchbar, da sie kein Gelenk haben für die vertikale Ausrichtung der Kerzen. Aber es ist vermutlich möglich, Christbäume in China für den Import in die Schweiz zu züchten, welche exakt horizontale Äste haben. Analoges gilt auch für z.B. den Lufttransport von Erdbeeren aus Kalifornien.

Die Liste lässt sich beliebig verlängern … der Schwarze Peter bleibt bei uns. Wollen wir ihn? Wir können Einfluss nehmen: Auf die modischen Nutella-Berliner verzichten, unsere Einkaufsgewohnheiten langsam aber sicher ändern. Es muss ja nicht so karg sein wie früher, als auch bei uns die Wenigverdienenden sich sehr wenig leisten konnten.

Vieles, was man uns als nachhaltig anpreist, ist es nicht. Je häufiger die Profiteure ihre Slogans wiederholen und dabei an Marge und Gewinn denken, desto mehr glauben sie selber daran. Schicken wir den Schwarzen Peter zurück an Verantwortliche, Marketing-Psychologen, Politiker, den Bundesrat …

Verkaufspsychologie kann nützlich sein

Das Design von Läden ist nicht neutral. Die Detailhändler wissen wie sie die Kunden dazu bringen, bestimmte Produkte zu kaufen und v.a. viel zu kaufen. Sie nutzen die Schwächen der Kunden hemmungslos aus.

Läden könnten die Kunden aber auch so manipulieren, dass es zu deren Vorteil ist, z.B. dass sie gesündere Lebensmittel kaufen und die Umwelt geschont wird. Psychologen, Marketing-Experten und einige Läden haben diese Idee getestet, siehe Video How your supermarket could manipulate you for your own good, BBC vom 26.1.18 sowie folgenden Beitrag zum Thema Healthy eating: The mind games of supermarket, BBC vom 9.9.14.

1950er Jahre: Die Freude von Kindern an Süssigkeiten

Heidi hat kürzlich von Martina ein paar Aufsatzhefte aus den 1950er Jahren erhalten. Hier ein Zitat:

Am Montag durften wir von 8-10 Uhr Baden gehen. Margrit, Vreni und ich mussten laufen. Als wir bei Schmids ankamen, fragte uns Frau Schmid, ob sie uns eine Bestellung für Beck Arnold mitgeben könne. Wir sagten: „Wir gehen schon dort hin.“ Da gab sie uns die Bestellung und einen Bonbon. Den Bonbon schleckten wir gerne in der Hitze. Als wir bei Arnolds die Bestellung abgaben, bekamen wir wieder einen Bonbon. Den ersparten wir auf den Heimweg …

Süssigkeiten waren damals selten. Dafür war jeweils die Freude gross, wenn die Kinder etwas Besonderes erhielten, eine Tafel Schokolade zum Geburtstag oder Lebkuchen vom Samichlaus. Heute will man gar den Chinesen das Schoggi-Essen schmackhaft machen, meist mit Palmöl drin.

Konventionelle Milchbäuerin sagt: Wir haben es satt!

"Wenn ich mit Natur-, Tier- und Umweltschützern rede, dann merk' ich sehr schnell, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen, denn wir alle leiden unheimlich unter einem System, das da heisst: immer billiger und immer mehr" Kirsten Wosnitza. Copyright: Wir haben es Satt!

„Wenn ich mit Natur-, Tier- und Umweltschützern rede, dann merk‘ ich sehr schnell, dass wir alle gemeinsam in einem Boot sitzen, denn wir alle leiden unheimlich unter einem System, das da heisst: immer billiger und immer mehr“ Kirsten Wosnitza. Copyright: Wir haben es Satt!

Klare Worte spricht Kirsten Wosnitza an der Veranstaltung Wir haben es satt in Berlin. Sie ist konventionelle Milchbäuerin und Sprecherin des Landesteams Schleswig-Holstein des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). Applaus ist ihr sicher. Hören Sie, was diese engagierte Frau Ihnen zu sagen hat: Wir haben es Satt 2018 – Kirsten Wosnitza.

Wo hört der Fortschritt auf, wo beginnt der Rückschritt – global gesehen?

FOKUS: Der Tod ist Teil des Geschäfts. Marcel Niedermann und Rachel Honegger, SRF 10 vor 10 vom 2.2.18

Strafanzeige wegen Tierquälerei: „…Oder anders formuliert: Die Tierrechtler wollen ein System kippen, von dem selbst Landwirte sagen, dass sie sich zuerst daran gewöhnen mussten.“ Bauernzeitung vom 3.2.18

Beschwerde gegen Palmöl-Label von Migros und Coop, Tagesanzeiger vom 28.1.18

Oil Palm and Coconut Under Threat, Authorities Say. EMTV vom 25.1.18

Heidis Artikel zu Palmöl

Schweizer Rohstoff-Export – Asiaten wollen mehr Schweizer Holz. Matthias Heim, Tagesanzeiger vom 6.5.17

God’s giant miracle carrots, BBC vom 27.1.18

Werbepsychologie, Wikipedia

4.2.18 HOME

Fed up – Wir brauchen neue Läden!

4. April 2012
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Fed up, ein Woldpress-Blog über Essen, Grossverteiler ...

Wer Lebensmittel einkauft, muss die Stecknadel im Heuhaufen suchen: Gemüse aus Grundwasser-verzehrendem und verschmutzendem Anbau, teure Fine food, Maiskolben im Frühling, Fleisch aus tierquälerischer Haltung, von modernen Sklaven hergestellte Beeren, Frühstücksflocken voller Zucker, salzige Chicken sweet and sour, fettige tiefgefrorene Lasagna … Jetzt vor Ostern ködern uns die Grossverteiler mit SUPER-Hasen und -Aktionen zum Grosseinkauf. Zwar haben uns die Grossverteiler Bio in grösseren Mengen gebracht, aber auch mit einigen Abstrichen und Abrahmern. Wir brauchen neue Läden, wo man/frau die wichtigen Lebensmittel einkaufen kann, ohne stundenlanges Etiketten-Studium, ohne kilometerlange Ladengestelle. Nicht jede/jeder hat einen Quartierladen, und im VOLG-Lädeli, dem Laden der Bauern, stammt zwar über 70 Prozent des Sortiments aus der Schweiz, doch gibt’s dort auch die Erdbeeren aus Spanien, die Spargeln aus Mexiko, den ganzen Winter Tomaten und Trauben ….

Fed up ist ein amerikanischer WordPress-Blog, leider nur in Englisch. Im Artikel „Big“ Savings Really Just Lead To Big Pains schreibt Fed up über Aktionen, das Sparpotenzial, den hohen Zeitaufwand und den grossen Papierverschleiss. Ennet dem Teich ist man immer einen Schritt voraus, weshalb sich ein Blick dorthin lohnt, z.B. The Great Food Truck Race, Fed up.

The Great Food Truck Race, Wikipedia englisch

4.4.12 HOME

Nur Schweizer Poulet und Truthahn kaufen!

16. Dezember 2011
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Den Truten wird der obere Schnabelteil abgeschnitten, was lebenslängliche Schmerzen verursacht, die Beine tragen das Körpergewicht nicht mehr …, Bild Kassensturz.

Ausländisches Trutenfleisch? Nein danke!

Wer ausländisches Trutenfleisch kauft, unterstützt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Eigentümer von Tierfabriken, denen es egal ist, dass die Tiere während der Mast leiden, Hauptsache: Die Rendite ist möglichst hoch. Über die tierquälerischen Praktiken hat der Kassensturz am 13.12.11 eindrücklich berichtet. Das von Coop, Aldi und Lidl angebotene Trutenfleisch sowie das meiste von Migros verkaufte stammt leider aus dem Ausland, weil es billiger ist und der Gewinn höher. Aber auch zahlreiche KonsumentInnen kaufen am Wochenende im Ausland allerlei spottbilliges Fleisch aus Tierfabriken ein.

Schweizer Trutenfleisch? Ja gern!

Der Kassensturz hat im gleichen Beitrag einen tierfreundlichen Schweizer Trutenbauernhof gezeigt, den Betrieb der Familie Ullmann in Eschenz, welche ihre Truten der frifag liefert und auch ab Hof verkauft. 95% der in der Schweiz gemästeten Truten werden in besonders tierfreundlichen Ställen gehalten und dürfen sogar täglich ins Freie, wie in diesen Tabellen aus dem Argarbericht des Bundesamts für Landwirtschaft zu lesen ist. Wer also beim Essen von Trutenfleisch ein gutes Gefühl im Bauch haben will, verlangt Schweizer Trutenfleisch. Solches ist an folgenden Orten erhältlich: Spar, evtl. Migros, Geflügel Gourmet AG, Gutsbetrieb Oeschberg usw.

Fragen Sie im Restaurant, woher das Fleisch kommt, denn sogar in Gourmet-Tempeln stammt das Fleisch oft aus dem Ausland. Eine Umfrage des Schweizer Tierschutzes „Gastronomie verschläft den Trend zu Produkten aus tierfreundlicher Haltung“, Bericht vom 16.8.11 (STS) bei 300 gehobenen und Gourmet-Restaurants in der ganzen Schweiz ergab ernüchternde Resultate. Der Labelfleisch-Anteil liegt je nach Fleischart zwischen 37 und 50 Prozent. Nicht so im Gasthaus Kreuz in Egerkingen, wo Louis Bischofberger auf Qualität setzt, nicht nur beim Essen: „Weniger ist mehr, wir bezahlen für Qualität und unsere Kunden auch. Und wenn das nur 50% der Gastronomen täten, wäre endlich wieder mal klar, dass es nicht täglich zweimal Fleisch auf dem Tisch braucht…“. Spitzenreiter bei den Grossverteilern ist Coop mit einem Label-Anteil von über 80% des Fleischumsatz. Die Tierhaltungsprogramme von Naturaplan (Bio) und Naturafarm hat Coop zusammen mit dem Schweizer Tierschutz entwickelt; die Anforderungen sind deutlich höher als jene der Tierschutzgesetzgebung. Schade, dass neben diesem Qualitätsfleisch Trutenfleisch aus tierquälerischer Haltung liegt.

Vielleicht bieten auch Coop oder Migros künftig Schweizer Trutenfleisch an, wenn die KonsumentInnen dies ausdrücklich wünschen und den höheren Preis zahlen. Und das wollen wir doch? Also schreiben wir unsere Wünsche dem  Coop-Konsumentendienst, der  Migros-Infoline, Aldi (Qualität ist unser Anspruch), LIDL-Kundenhotline.

Nachtrag 18.2.17: Mit der Produktion von Fleisch auf der Basis von importiertem Futter wie bei Geflügel und Schweinen ergeben sich viele Probleme, u.a. Nährstoffüberschusse. „Könnte eine Lösung darin bestehen, gleich das Fleisch von dort zu importieren, wo auch das Futter wächst, und damit der Bevölkerung vor Ort erst noch zu neuen Arbeitsplätzen zu verhelfen? Die Migros jedenfalls wirbt in ihrer Kampagne «Generation M» für Geflügel- und Kaninchenfleisch, das nach Schweizer Tierschutzstandards von Partnerbetrieben in Deutschland und Ungarn erzeugt wird. Dass der ganze Produktionsprozess im Ausland gleich eng begleitet werden kann wie in der Schweiz, stellt Manfred Bötsch allerdings in Frage.“ Folgeprobleme des hohen Tierbestandes: Tiermast frisst Landschaft, umwelt 3/16 Landwirtschaft.

Trutenfleisch: Profit auf Kosten der Tiere, Kassensturz vom 13.12.11, Schweizer Fernsehen

Wie Poulet im Ausland anders produziert werden, Kassensturz vom 13.9.11, Schweizer Fernsehen

Eine Übersicht von KAGfreiland zeigt die Unterschiede zwischen den Schweizer Labels Detaillierter Labelvergleich (Tierhaltungsanforderungen der häufigsten Labels im Vergleich zu KAGfreiland) Stand: 5.1.11.  Die KAG-Poulet-Mäster sind die einzigen, die im Winter keine Poulets produzieren, denn die Jungtiere bleiben bei Kälte meist im Stall, es sind dann keine echten Freilandpoulets.

„Happy“ Truthahn für Weihnachten?, Heidis Mist 9.12.12

Wiesenhof zieht Konsequenzen aus Fernsehbildern, Wiesenhof

Hühnermast in Deutschland, Video von dokumenTIERE.de

Massentierhaltung spaltet Norddeutschland, NDR.de.

In Norddeutschland, Mecklenburg-Vorpommern, setzt offenbar ein Umdenken im Umgang mit der Tiermast ein, dies wegen jüngst veröffentlichter Ergebnisse zum Antibiotika-Einsatz in der Geflügelmast. Backhaus will neuen Masterplan für Tiermast, NDR vom 19.12.11

Deutschland: Gefährliches Hähnchenfleisch aus den Läden verbannen! In Filialen fünf grosser deutscher Handelsketten hat der „BUND Freunde der Erde“ Hähnchenfleisch unter die Lupe genommen. Auf mehr als jeder zweiten Stichprobe der Hersteller „Wiesenhof“, „Sprehe“ und „Stolle“ waren antibiotikaresistente Bakterien.

Tierschutz-Kontrollhandbuch für Mastgeflügel des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET)

6.12.11 HOME


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