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Pflanzenschutzmittel: Förderung mit Steuergeld – schadstofffreies Bio-Mehl

9. März 2016
Hier geht's zum Kassensturz: Umstrittenes Glyphosat: Bund belohnt Spritzen mit Subventionen

Hier geht’s zum Kassensturz: Umstrittenes Glyphosat: Bund belohnt Spritzen mit Subventionen

Heidi sitzt am Computer, um News aus Frankreich aufzuarbeiten, aber da sind ja noch zwei interessante Meldungen zum Verbreiten:

Umstrittenes Glyphosat: Bund belohnt Spritzen mit Subventionen, Kassensturz 8.3.16. Empfehlung eines Lesers. Im Moment ist dieser Link überlastet. Heidis Tipp: Den SRF-Beitrag später anschauen!

Mit Bio-Mehl auf der sicheren Seite, Andreas Schildknecht, K-Tipp Nr 5 vom 9.3.16.
Im Labortest schnitten nur die zwei biolo­gischen Weissmehle sehr gut ab. Das Getreide für das Bio-Mehl stammt grösstenteils aus dem Ausland.

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Wir sind der Antrieb für Veränderungen

11. Februar 2015
Längst nicht alle Abfälle, welche Gewässer verschmutzen, werden (mühsam) herausgefischt. Leserfoto: China

Längst nicht alle Abfälle, welche Gewässer verschmutzen, werden (mühsam) herausgefischt. Leserfoto: China

Weltweit gelangen jedes Jahr 300’000 Tonnen Plastik ins Meer. Dieser Zivilisationsmüll verschmutzt Küsten, schaukelt auf den Wellen der Weltmeere, wird zerkleinert, von Tieren gefressen, gelangt in die Nahrungskette und tötet. Plastik gibt Zusatzstoffe wie Phthalate und Bisphenol A ab (beide wirken wie Hormone), Brandhemmer usw. Im Meerwasser nimmt Plastik Chemikalien auf, z.B. polychlorierte Biphenyle und Pestizide (DDT).

Grosse Mengen kleiner Plastikfasern aus synthetischen Kleidern werden mit dem Waschwasser in die Flüsse geschwemmt, später ins Meer, denn die Abwasserreinigungsanlagen können sie nicht herausfiltern, desgleichen kleine Plastikkügelchen aus Kosmetika. Illinois hat als erster Staat der Welt diese Kügelchen verboten, welche als häufige Verschmutzung auf dem Wasser der Great Lakes schwimmen, Illinois Bans Cosmetics Containing Microbeads, Time, 26.6.14.

Mikroorganismen besiedeln Plastik, darunter befinden sich auch Krankheitserreger z.B. Vibrionen. Viel mehr weiss man heute nicht. Niemand kennt die langfristigen Auswirkungen. Dawn of the Plasticene, Plastic Age: How it’s reshaping rocks, oceans and life, New Scientist vom 31.1.15. Heidi schickt Ihnen auf Anfrage gerne den vollständigen Artikel: Mail an heidismist at bluewin.ch.

Im Übrigen klappt die Entsorgung von Abfall in der Schweiz allgemein gut, aber Littering ist ein Problem. Auch in unsere Gewässer gelangt Plastik und wird Richtung Meer geschwemmt, Erste Bestandesaufnahme von Mikroplastik in Schweizer Gewässern, Medienmitteilung Bundesamt für Umwelt vom 11.12.14. Ohne es meist zu wissen, tragen SchweizerInnen in den Ferien – je nach gewähltem Ziel – massiv zur Verschmutzung der Meere bei und zur Zerstörung von Paradiesen. Zurück bleibt ein nirgends „verrechneter“ schmutziger Fussabdruck; mehr darüber demnächst auf Heidis Mist.

Beim Zahlen in Apotheken, Warenhäusern und in vielen weiteren Läden hören wir die Standard-Frage: „Möchten Sie einen Plastiksack?“ Heidis Antwort bewirkte da und dort Veränderung: Die Frage wurde abgeschafft, denn es leuchtet ein, dass (zu) gut Verpacktes nicht nochmals verpackt werden muss. Auch Hahnenwasser statt Pet-Flaschen können wir alle fördern bzw. fordern. Und vieles mehr. Denken wir darüber nach!

Wir füllen die Welt mit Müll. Was sind die Konsequenzen? Was können wir dagegen tun? Schon heute?

Nachtrag 13.2.15:  Gemäss Schätzungen des Forscherteam um Jenna Jambeck von der University of Georgia, Athens USA, landen jährlich durchschnittlich 8 Millionen Tonnen Plastikabfälle im Meer, Das Meer ertrinkt im Plastik, SRF 13.2.15.

Jambeck Research Group

Die Explosion der Plastosphäre, FAZ 13.2.15

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Antibiotika: Wird das Parlament auf die Fachleute hören?

24. November 2014
Kühe, die den Grossteil ihrer Nahrung auf der Weide selber holen, sind gesünder. Trotzdem werden Antibiotika eingesetzt, z.B. wenn sie vor der Galtzeit trocken gestellt werden.

Kühe, die den Grossteil ihrer Nahrung auf der Weide selber holen, sind gesünder. Trotzdem werden Antibiotika eingesetzt, z.B. wenn sie vor der Galtzeit trocken gestellt werden.

Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung wird in der Schweiz nicht kontrolliert, viele Bauern haben die problematischen Arzneimittel im Schrank; und es gibt keine Datenbank, die den Verbrauch detailliert erfasst. Zudem wird die Durchseuchung der Bevölkerung mit antibiotikaresistenten Keimen statistisch nicht erfasst. Im Gegensatz zu den umliegenden Ländern sind wir diesbezüglich eine Daten-Wüste.

Antibiotikaresistenz kann man sich auch in einem Spital holen; das Problem ist in der Schweiz gross, da die Hygiene in zahlreichen Spitälern heute noch ungenügend ist, dies obwohl Hygiene eine der grössten Errungenschaften der Medizin ist.

„… Eine Fachkommission des Bundes fordert nun, dass in der Schweizer Nahrungsmittelproduktion ganz auf Antibiotika verzichtet werden soll…“ heisst es im interessanten Beitrag Krankheitsrisiko Antibiotika , SRF 23.11.14. Danke lieber Leser für den Hinweis. „… Mehrere Bundesämter erarbeiten derzeit eine nationale Strategie, die bis Ende 2015 vorliegen soll…“ heisst es weiter und „… Für Wissenschaftler sind sie bereits die «grösste biologische Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung»: Bakterien, die nicht mehr mit Antibiotika bekämpft werden können.“ Ein lesenswerter Beitrag.

Heidi ist gespannt auf die Strategie des Bundes. Wird die Wissenschaft siegen oder, wie üblich, die Politik?

Zeit Online, 24.11.14: Patienten und Ärzte kämpfen verzweifelt gegen multiresistente Keime, die sich durch Antibiotikamissbrauch in Tierställen und mangelnde Hygiene ausbreiten. Die Agrarlobby wiegelt ab.

24.11.14 HOME

Lebensmittelverpackungen: Wir müssen handeln!

11. Oktober 2014
Recycling-Kartons werden (wurden?) zum Verpacken von Lebensmitteln verwendet. Vergleich eines Verpackungskartons aus recycliertem Karton mit einem aus frischen Holzfasern. Das <a title="Wikipedia: Chromatographie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatographie" target="_blank">Chromatogramm</a> oben zeigt, dass im recyclierten Karton zahlreiche, zum grossen Teil unbekannte Substanzen enthalten sind (viele Peaks), u.a. krebserregendes Erdöl, während im Karton aus frischen Holzfasern die Zahl der Stoffe klein ist (wenige Peaks).  Diagramm: Konrad Grob, Kantonales Labor Zürich.

Recycling-Kartons werden (wurden?) zum Verpacken von Lebensmitteln verwendet. Vergleich eines Verpackungskartons aus recycliertem Karton mit einem aus frischen Holzfasern. Das Chromatogramm oben zeigt, dass im recyclierten Karton zahlreiche, zum grossen Teil unbekannte Substanzen enthalten sind (viele Peaks), u.a. krebserregendes Erdöl, während im Karton aus frischen Holzfasern die Zahl der Stoffe klein ist (wenige Peaks). Diagramm: Konrad Grob, Kantonales Labor Zürich.

Angenommen Heidi kauft Spaghetti. Sie nimmt eine Kartonschachtel aus dem Gestell, legt sie in den Einkaufkorb, platziert sie an der Kasse aufs Förderband und verstaut die Schachtel nach dem Zahlen im Rucksack. Zuhause versorgt Heidi die Spaghetti im Vorratsschrank, nimmt sie später zum Kochen heraus. Verpackungen sind in der heutigen Gesellschaft wichtig, etwa zum Schutze des Inhalts, aber auch für Werbung und Informationen. Doch sind die Verpackungen unbedenklich?

Die vielen Unbekannten

Wahrscheinlich sind es in der Grössenordnung von 100’000 Substanzen, welche in Lebensmittelverpackungen vorkommen, also 1000 mal mehr als Pestizide zugelassen sind. Die meisten davon kennt man nicht, weniger als 2000 wurden fachgerecht untersucht. Vermutlich stecken in Verpackungen auch Stoffe, die nicht einmal als Pestizide bewilligt würden. Kontrollen gibt es kaum. Diese erschreckende Nachricht präsentierte Konrad Grob vom Kantonalen Labor Zürich am Workshop Hazardous chemicals in food contact materials? vom 9.10.14, Veranstalter Food Packaging Forums (FPF). Fachleute aus Europa und den USA stellten Studien vor und informierten über die allgemeine Lage bei den Lebensmittelverpackungen.

Gesundheitsschädigende Stoffe mit hormonähnlicher Wirkung

Ausführlich behandelt wurde Bisphenol A, ein wissenschaftlich gut untersuchter Stoff mit hormonähnlicher Wirkung; er ist fast allgegenwärtig und zählt zu den endokrinen Disruptoren, den besonders besorgniserregenden Stoffen. Die möglichen negativen Auswirkungen von Bisphenol A auf die Gesundheit sind vielfältig, seit langem bekannt und durch wissenschaftliche Studien belegt. Doch die Industrie wehrt sich gegen ein Verbot. In Frankreich ist Bisphenol A ab Juli 2015 für jegliche Verpackungen von Nahrungsmitteln verboten. Die EU ist am Debattieren.

Risikobeurteilung schwierig – die Mischung macht das Gift

Das Hauptproblem ist, dass wir heute unzähligen Substanzen ausgesetzt sind, die oft schon in kleinen Dosen wirken. Die Zahl der möglichen Mischungen ist riesig. Über die Wirkung von Mischungen lässt sich nur spekulieren; systematische Untersuchungen sind also nicht möglich. Methoden zur zuverlässigen Risikobeurteilung von Verpackungen sind gefragt, z.B. Nestlé und Valspar Corporation AG arbeitet daran. Doch es fehlt an Wissen, Forschungsgeldern und an der Unterstützung durch die Politik. In der Schweiz arbeiten lediglich sechs WissenschaftlerInnen auf diesem Gebiet. Zwei Referenten bezeichneten die zuständige Behörde in den USA, die Food and Drug Administration (FDA), diesbezüglich als inkompetent.

Ein weiteres Problem ist der Ersatz eines als schädlich eingestuften Stoffes, denn oft sind Eigenschaften und Wirkung des Ersatzstoffes zu wenig bekannt; eventuell ist der neue Stoff noch schädlicher als die Substanz, welche er ersetzt.

Heidi ergänzt: Wenn schädliche Substanzen aus Verpackungen in Lebensmittel übergehen, wir sie aufnehmen und anschliessend ausscheiden, dann gelangen sie über die Abwasserreinigungsanlagen (mangelnde Filterung) auch in die Gewässer.

Handlungsbedarf offensichtlich

„We must act!“ Das war ein energischer Aufruf von Ana M. Soto, Professorin an der Tufts University, School of Medicine, Boston. Wissenschaftler müssten lernen, ihre Ergebnisse zu kommunizieren. Ana Soto ist Mitglied des Wissenschaftlichen Kommitees des FPFs, welches vor zwei Jahren als gemeinnützige Stiftung gegründet wurde, Präsident ist Martin Scheringer Privatdozent an der ETHZ.

Was macht die Schweiz? Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) glaubt, alles im Griff zu haben, verfolgt aber die Entwicklungen in der EU. Das Engagement für saubere Verpackungen scheint im BLV nicht allzu gross zu sein, meint Heidi. Und die Landwirtschaft? Eigentlich müssten sich die Bauern und ihre Vertreter dafür stark machen, dass ihre Produkte nicht durch Schadstoffe aus Verpackungen verunreinigt werden.

Weitere Informationen

Alle Referenten haben ihre Workshop-Präsentation zur Veröffentlichung freigegeben, siehe Hazardous chemicals in food contact materials?

Übrigens, Heidi kauft keine in Karton verpackte Spaghetti; sie kauft Tessiner von Terreni alla Maggia SA; diese sind in Cellophan verpackt; was darin allenfalls noch ist, das weiss sie nicht, denn die Inhaltsstoffe von Verpackungen müssen nicht deklariert werden, auch wenn sie noch so schädlich sind.

Der weise Alm-Öhi gibt Heidis LeserInnen folgende Tipps: Denken beim Einkaufen! Weitgehend auf verarbeitete Lebensmittel verzichten (Salat selber waschen…), Früchte und Gemüse auf dem Markt einkaufen oder im bedienten Offenverkauf (regionale und saisonale Produkte), keine Konserven (Innenbeschichtung!), Salatsauce für eine Woche in einer Glasflasche selber mischen … und natürlich Hahnenwasser trinken und gärtnern (auch wenn’s nur ein paar Töpfe auf dem Balkon sind.

Gift im Regal, Tagesanzeiger vom 29.7.14

Krebsgefahr durch Erdöl im Karton, SRF Kassensturz vom 8.2.11.

«Ich habe das lange unterschätzt»: Chemiker Konrad Grob Kantonales Labor Zürich, SRF Einstein vom 3.10.12.

Food Packaging Forum: How hazardous chemicals are managed in FCMs, Jenny Eagle, Food Production daily.com vom 9.10.14

11.10.14 HOME

Menschenrecht „Freien Zugang zu sauberem Wasser“

28. Juli 2014
Es gibt das Menschenrecht auf sauberes Wasser der Vereinten Nationen.

Es gibt das Menschenrecht auf sauberes Wasser der Vereinten Nationen.

  • Arte TV sendet den Film Bottled Life in der Reihe “Themenabend” am 5.8.14, um 20.15 Uhr und am 16.8.14 umd 10.30 Uhr. Siegfried Gendries von Lebensraum Wasser hat in seinem neuesten Artikel ausführlich darüber berichtet Bottled Life – Nestlé’s Geschäft mit Wasser – Hintergründe und Filmtip. Noch vor zwei Jahren zweifelte der Präsident des Verwaltungsrates der Nestlé (Wikipedia), Peter Brabeck, daran, dass es ein Recht auf Wasser gebe, obwohl die Vereinten Nationen bereits 2002 deutlich machten, dass sauberes Wasser ein Menschenrecht ist, Informationsplattform humanrights.ch. Heidi hat im Artikel Hahnenwasser statt Pet-Flaschen vom 24.1.12 darüber geschrieben. Zweifelt Brabeck noch heute daran?
  • Er schwimmt von der Quelle des Rheins bis zu dessen Mündung in die Nordsee und wirbt dabei für den nachhaltigen Umgang mit dem Lebenselement Wasser und für das Menschenrecht auf freien Zugang zu sauberem Wasser: Ernst Bromeis. Die FAZ hat der Expedition 2014 am Sonntag eine ganze Seite gewidmet, Nichts wie Rhein, Frankfurter Allgemeine vom 27.7.14; auch 10 vor 10, die Nachrichtensendung des Schweizer Fernsehens, hat (neben vielen anderen) darüber ausführlich berichtet, SRF 23.7.14. Das blaue Wunder; Das blaue Wunder, Wikipedia.
  • Detroit, die einst blühende Auto-Stadt, ist arm geworden. Die heruntergewirtschafteten Wasserwerke wurden privatisiert, 90’000 Kunden sind zur Zeit mit der Bezahlung der Wasserrechnung im Rückstand, 4’500 säumigen Kunden wurde bisher das Wasser abgestellt, weiteren 46’000 Kunden droht dasselbe. Bürgerrechtsorganisationen haben kürzlich bei der Uno-Menschenrechtskommission geklagt, weil das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird, Wasser in Detroit abgestellt, NZZ vom 26.6.14.
  • Seit dem 1. April 2012 ist es den BürgerInnen der EU möglich, über eine Europäische Bürgerinitiative die politische Agenda der EU aktiv mitzugestalten. Mit einer der ersten Europäischen Bürgerinitiativen soll die Kommission dazu aufgefordert werden, allen Mitgliedstaaten verbindliche Ziele zu setzen, um die Anerkennung und Umsetzung des universellen Rechts auf Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung in Europa und in der Welt voranzutreiben: Europäische Bürgerinitiative für Wasser als Menschenrecht, WasserAllianz München.

Wo die Politik versagt, müssen wir aktiv werden. Eigentlich erstaunlich, dass sauberes Wasser nicht zuoberst auf der Arbeitsliste unseres Bundesrates steht. Also kämpfen wir weiter für das Menschenrecht auf sauberes Wasser!

Schon unterschrieben? Die Petition von Franziska Herren? Hier ist der Unterschriftenbogen: Gesundes sauberes Wasser für alle. Demnächst kann auch online unterschrieben werden; Danke, Franziska, für die Ergänzung!

28.7.14 HOME

Jetzt unterschreiben: Gesundes sauberes Wasser für alle

27. Juli 2014

Gesundes sauberes Wasser für alle

Die Prospekte und Unterschriftsbogen sind gedruckt. Das Sammeln von Unterschriften für die Petition Gesundes sauberes Wasser für alle hat begonnen. Franziska Herren leitet die ausgefüllten Bogen laufend an das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation weiter, zuhanden unserer Bundesrätin Doris Leuthard.

Franziskas Anliegen:

„Respekt und Verantwortung gegenüber einem Geschenk
Die Konsumentinnen und Konsumenten haben es in der Hand, denn wer sich bewusst ist, dass unser wertvollstes Lebensmittel Wasser von der Natur rein und gratis zur Verfügung gestellt wird, achtet auf sein Einkaufsverhalten und handelt im Alltag mit mehr Respekt: Weniger Fleisch, saisonale, regionale Bio-Lebensmittel, biologisch abbaubare Reinigungs- und Waschmittel, pflanzliche und biologische Kosmetika im Einkaufskorb halten die Wasserqualität hoch. Die Zahl der Vegetarier und Veganer ist zunehmend. Der Entschied erfolgt meist aus gesundheitlichen Überlegungen und aus dem Bewusstsein heraus, dass Tiere fühlende Lebewesen sind, die wie wir Menschen, Respekt und Achtung verdienen. Schon eine minimale Reduktion des Fleischkonsums hat Einfluss auf die Produktion und damit auch auf die Einsatzmenge von Antibiotika. Zudem leistet eine mehrheitlich pflanzliche und biologische Ernährung mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln einen gewichtigen Beitrag zur Reduktion des CO2 Ausstosses.

Bio muss wieder Standard werden
Biologische Lebensmittel sind keine Neuerfindung, sondern eigentlich der Standard. Es gibt nichts Biologischeres als Das Erdreich in seiner Ursprungsform. Ebenfalls Standard sein sollte die artgerechte, naturnahe oder Freilandhaltung für die Tiere.

Petition – sauberes Wasser für alle
Unterzeichnen Sie unsere Petition und bitten Sie auch Ihre Freunde und Bekannten darum. Sie finden die Unterschriftenbogen hier.“

Bewusst einkaufen bringt viel für die Umwelt, meint Heidi. Die Werbung muss kritisch hinterfragt werden, z.B. Mythos Milch, SRF Kontext vom 23.7.14: „… Milch die Muntermacherin der Nation, der Saft, der uns die Kraft der reinen Natur schenkt. Die Milchwerbung verkauft uns Kuhmilchprodukte fantasievoll mit Versprechen der gesündesten Art. Aber die Medizin sagt etwas anderes. So gehört Milch zu den wichtigsten Allergenen und der Konsum von zu vielen Milchprodukten wird sogar mit gewissen Krebsarten in Verbindung gebracht. Zu viel Milch ist auch für sehr viele Kühe ungesund. Sie sind zu reinen Milchmaschinen, zu so genannten Turbokühen degradiert worden. Das bedeutet ein kürzeres Leben, oft ein lebenslängliches Angebundensein im Stall und bedeutet eine mindere Milchqualität. Die Sendung von Peter Jaeggi beleuchtet die schwarzen Seiten des weissen Saftes.“

Wir haben es in der Hand!

27.7.14 HOME

Neonicotinoide: Wasserlebewesen verhungern

3. Juni 2014
Neonicotinoide töten nicht nur Bienen, auch Kleintiere im Wasser sterben.

Neonicotinoide töten nicht nur Bienen, auch Kleintiere im Wasser sterben.

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat gestern, 2.6.14, in der Sendung ECO folgendes berichtet: „Bienensterben: Studie von Syngenta mit gravierenden Mängeln. Gewisse Pestizide sind giftig für Bienen. Auch das Pestizid Thiamethoxam des Schweizer Agrochemie-Konzerns Syngenta steht im Verdacht, Bienen zu töten. Ein vollständiges Verbot von Thiamethoxam hätte für Syngenta schwerwiegende Konsequenzen. Kein Wunder, versucht der Konzern mit einer Studie zu beweisen, dass Thiamethoxam für Bienen harmlos ist. «ECO»-Recherchen zeigen: Eine Studie nach allen Regeln der Wissenschaft sieht gemäss international anerkannten Experten anders aus.“

Ein Testorganismus, der Bachflohkrebs Gammarus pulex, am Zerkleinern von Falllaub. Foto: Eawag

Ein Testorganismus, der Bachflohkrebs Gammarus pulex, am Zerkleinern von Falllaub. Foto: Eawag

Heidi weist darauf hin, dass die Neonicotinoid-Insektizide nicht nur für die Bienen, sondern auch für die Wasserlebewesen gefährlich sind, Medienmitteilung Eawag vom 16.5.13:  Insektizide lassen Gewässerorganismen verhungern. Die Dauerbelastung sei ein Problem, klassische Toxizitätstests würden versagen. Siehe Neonicotinoide: Gewässerorganismen sterben, Heidis Mist 23.10.13.

Zudem haben die Forschenden der Eawag in erstaunlich vielen Gewässerproben Neonicotinoide gefunden. Diese bleiben monate- oder gar jahrelang im Boden und beeinflussen auch die Bodenlebewesen, SRF, Netz Natur Sind die Bienen noch zu retten?, 17.10.13 ab Minute 32 kurzer Beitrag über Eawag-Forschung.

Wirkung von neuen Pestiziden auf Menschen ist unklar, SRF, Espresso vom 23.10.13.

Forschung ist oft von der Industrie finanziert. Wikipedia berichtet: „Im Januar 2013 veröffentlichte das Humboldt Forum for Food and Agriculture e. V. (HFFA) eine Studie zum Wert der Neonicotinoide in der EU. Die Studie wurde finanziert von Bayer CropScience und Syngenta und unterstützt von COPA-COGECA, der European Seed Association und der European Crop Protection Association“

Pestizidcocktail in Schweizer Flüssen, Medieninformation Eawag, Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs, 5.3.14

Wann werden wir endlich lernen? Heidis Mist 25.6.13.

Heidi dankt dem Leser, der sie immer wieder auf interessante Medienberichte aufmerksam macht.

3.6.14 HOME

Wasserfriede, statt -krieg

25. März 2014
Colorado River: Heute eine Wüste; doch Wissenschaftler hoffen, dass das jetzt eingeleitete Wasser schlafende Samen von einheimischen Pflanzen zum Leben erweckt und einen Teil der prächtigen Landschaft auferstehen lässt. Foto: Copyright Pete McBride.

Colorado River: Heute eine Wüste; doch Wissenschaftler hoffen, dass das jetzt eingeleitete Wasser schlafende Samen von einheimischen Pflanzen zum Leben erweckt und einen Teil der einst prächtigen Landschaft auferstehen lässt. Foto: Copyright Pete McBride.

Für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) waren 235 Mitarbeiter an den Olympischen Spielen in Sotschi, so berichtet saldo in Nummer 5 vom 19.3.14 unter dem Titel Terrier Max oder was SRF unter Service public versteht. Als am Sonntag, 23.3.14 am Morelas Damm Schleusen geöffnet wurden und erstmals seit 50 Jahren Wasser in den untersten Teil des Colorado Rivers, der die Verbindung zum Meer ist, geleitet wurde, war niemand da.

Das Übereinkomen zwischen den USA und Mexiko ist wegweisend für ähnliche Wasserkonflikte, denn 60% des weltweiten Frischwassers fliesst über Grenzen. Klimawandel und Bevölkerungswachstum könnten Wasserkriege auslösen. Im deutschsprachigen Raum berichtete – so scheint es – einzig Heidi über das historische Ereignis.

Bereits besuchten Fachleute aus anderen Ländern, welche für die Wasserwirtschaft verantwortlich sind, die Region Colorado (Bulgarien, Chile, Tschechien, Kazakhstan…). Wissenschaftler des Zentrums für Binnengewässerkunde (Center for Limnology) der Universität Wisconsin-Madison, freuen sich über dieses grosse Experiment, welches – wie sie schreiben – für Wasserwissenschaftler eine einmalige Gelegenheit im Leben sei, The Year of the Flood: Can the Colorado River Delta Come Back?, UW-Madison Center for Limnology, 24.3.14.

Auch der Rhein fliesst über Grenzen. Doch derweil stolpern Bundesräte einmal mehr über das Kollegialitätsprinzip. Ueli Maurer hat Didier Burkhalter im Visier, der an der Spitze des OSZE versucht, einen Beitrag zum Frieden in der Ukraine zu leisten. Das schlechte Gewissen holte Maurer schon am Mittwoch ein, Berner Zeitung vom 20.3.14; 125 Kommentare zeigen auf, was die SchweizerInnen beschäftigt, jedenfalls nicht Wasserfrieden. Wasser und Gewässerschutz sind keine starken Bundesratsthemen.

Colorado River Dry Delta, U.S. geological Survey (USGS), Foto Pete McBride

25.3.14 HOME

Weltwassertag 2014: Kleinkraftwerke ohne Ende

21. März 2014
Die Fischtreppe beim Kleinkraftwerk Mühlbach wurde zwar gebaut "als Verbindungsglied zwischen Rhein und Landquart" ...

Die Fischtreppe beim Kleinkraftwerk Mühlbach wurde zwar gebaut „als Verbindungsglied zwischen Rhein und Landquart“ …

Das Thema des diesjährigen UNO-Weltwassertag ist Wasser und Energie. Der Druck auf die Bäche und die letzten unverbauten Bergbäche zur Gewinnung von Strom ist gross.

Der WWF Graubünden informiert im WWF Magazin Regional 1/14 über die aktuelle Lage in Graubünden. Obwohl Grosskraftwerke unrentabel seien, gingen die Planungsarbeiten der Repower für das Pumpspeicherkraftwerk Lago Bianco weiter. Immerhin könnte dieses Projekt für die Puschlaver Gewässer eine Chance sein (dank Intervention WWF und Pro Natura). Weniger gut laufe das Projekt zur Nutzung der unteren Landquart (Kraftwerk Chlus). Die erhoffte ökologische Aufwertung der Landquart drohe dem wirtschaftlichen Druck geopfert zu werden: „Noch ist der WWF am runden Tisch dabei – mit unsicherem Ausgang.“ heisst es. Planskizze Repower Wasserkraftwerk Chlus.

Übrigens hat Repower den ersten Schweizer Ökostrom produziert. Schade, dass man die Umwelt bei der Planung neuer Kraftwerke zu wenig berücksichtigt und gar in ein Kohlekraftwerk investieren wollte, was der WWF mit einer Volksinitiative verhindern konnte. Eigentlich müssten die Behörden sich um die Umweltprobleme kümmern, meint Heidi.

Mit 50 Kleinwasserkraft-Projekten sei das Ziel für die Energiewende erreicht, schreibt der WWF weiter. Trotzdem sollen weitere Bäche verstromt werden, u.a. auch der Flüelabach: „Der Kanton hat nach wie vor keine Absicht, dies mit einer kantonalen Planung zu unterbinden. Der WWF verlangt lokale Schutz- und Nutzungsplanungen und bleibt bei Schutzgebieten hart.“

Derweil schwärmt der Bundesrat für grünes Wirtschaftswachstum, Ressourcen-Effizienz und Elektro-Mobilität und hält den Zauberstab fest in der Hand, wo doch echte Nachhaltigkeit, Lebensqualität, Flora und Fauna sowie eine Zukunft, welche über Wahltermine hinausreicht, gefragt wären.

Neue Kleinwasserkraftwerke trotz Widerstand, SRF Regional 23.8.13

Kraftwerke (bis 300 kW) in Graubünden, Amt für Energie und Verkehr GR

Wasserrechtsverleihung für die Nutzung der Wasserkraft des Flüelabachs, Gemeinde Davos 24.11.13

Ökostrom aus den letzten Bergbächen?, Heidis Mist 12.5.11

... doch sie ist für die Laichwanderung der Bodenseeforellen nicht tauglich: zu steil, kein Restwasser. Die alternative Aufstiegsroute direkt vom Rhein in die Landquart steht in den Sternen.

… doch sie ist für die Laichwanderung der Bodenseeforellen nicht tauglich: zu steil, kein Restwasser. Die alternative Aufstiegsroute direkt vom Rhein in die Landquart steht in den Sternen.

22.3.14 HOME

Wie geht es den Fröschen?

9. März 2014
... mehr Ökologie, besserer Schutz der Gewässer ... so tönt es verheissungsvoll aus Bundesbern.

… mehr Ökologie, besserer Schutz der Gewässer … so tönt es verheissungsvoll aus Bundesbern.

Frühlingsstimmung am See. Heidi denkt an jene Kollegin, welche früher als in anderen Jahre Zäune aufstellt damit die Frösche auf ihrer Wanderung zu den Laichgewässern nicht von Autorädern flach gewalzt werden. In Wildberg im Zürcher Oberland läuft es anders. Dort findet man jeweils zu wenig freiwillige Helfer, welche die Frösche über die Strasse tragen, also sperrt die Gemeinde kurzerhand nachts die Strasse, Wildberg sperrt Strasse für wandernde Frösche, Zürcher Oberländer vom 6.2.14. Weitere Frosch-Informationen im Froschnetz.

Geht es den Fröschen also blendend? Wenn man die Wasserqualität in vielen Bächen und Tümpeln in Betracht zieht, dann zweifelt Heidi daran. Einmal mehr fand eine Meldung der EAWAG über massive Pestizid-Verschmutzung der Schweizer Flüsse breites Medien-Echo. Doch Echos verhallen am Granit der Versprechungen: „Alles wird besser. Wir haben die strengsten Gesetzte. Wir nehmen das ernst!“  Heidi interessieren nicht die schönen Worte, sondern die Fakten und Taten. Und die Medien? Sie gehen zu den alltäglichen Events über. Nicht so Heidi. Demnächst mehr über Pestizid-Zukunftsaussichten für Frösche & Co.

Pestizidcocktail in Schweizer Flüssen, Medieninformation EAWAG, Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs, 5.3.14

Pestizid-Cocktail in Schweizer Flüssen, SRF, Tagesschau Schweizer Fernsehen, 5.3.14

Widersprüche prägen das Bild, welches sich Heidi im Laufe der Zeit vom Gewässerschutz in der Landwirtschaft zusammengesetzt hat. Sie lässt sich nicht blenden von Schönfärberei.

Widersprüche prägen das Bild, welches sich Heidi im Laufe der Zeit vom Gewässerschutz in der Landwirtschaft zusammengesetzt hat. Sie lässt sich nicht blenden von Schönfärberei.

9.3.14 HOME


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