Posts Tagged ‘Starbucks’

Konsumieren, konsumieren, konsumieren …

29. September 2018

Haben Sie den Blog von George Monbiot noch nicht abonniert? Höchste Zeit es zu tun! Er befasst sich mit brennenden Themen unserer Zeit. Seine Beiträge sind zwar „Bleiwüsten“, aber spannend zu lesen, fundiert und sauber recherchiert; sie werden im Guardian veröffentlicht.

In seinem Beitrag vom 5.9.18 schreibt George Monbiot, dass das Problem nicht einfach nur Plastik sei, sondern das Konsumverhalten allgemein. Im August 2018 wurde von Starbucks und Costa gefordert, dass sie die Plastikkaffeebecher durch solche aus Maisstärke ersetzen sollten. Die 60’000 Unterstützer dieser Lösung auf Twitter fragten sich nicht, wieviel Fläche für Nahrungsproduktion durch den Anbau von Mais verloren ginge, wieviel Dünger und Pestizide eingesetzt würden. Sie stellten auch nicht die Frage nach der Bodenerosion.

Man sage uns, dass wir alle etwas tun könnten. Aber das genüge nicht.

George Monbiot: „Die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sind struktureller Natur: ein politisches System, das von kommerziellen Interessen erfasst wird, und ein Wirtschaftssystem, das nach endlosem Wachstum strebt …

… Einweg-Kaffeetassen aus neuen Materialien sind nicht nur keine Lösung. Sie sind eine Verewigung des Problems. Den Planeten zu verteidigen bedeutet, die Welt zu verändern.“

Lesen Sie doch den ganzen Beitrag:

Plastic Soup, The problem is not plastic. It is consumerism. By George Monbiot, published in the Guardian 5th September 2018.

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Heidi zum 1. August

1. August 2012

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Die Geschichte wiederholt sich, mehr oder weniger. Um 1860 wurde der Transport von Gütern mit Eisenbahn und Dampfschiff billig, also stieg der Getreideimport. Die Bauern verfütterten Inlandgetreide dem Vieh, Käsereien boomten, der Staat förderte die Milch- und Käseproduktion, Stroh war Mangelware und teuer. Am 1. August 1914 brach der 1. Weltkrieg aus, die Schweizer waren völlig unvorbereitet, die Inlandproduktion von Getreide betrug 15%. Geschicktes Verhandeln mit den kriegsführenden Mächten verschob die Lebensmittelnot bis 1917; sie dauerte bis 1919. Entscheidungsträger mahnten: „Man solle keinesfalls die Lehren aus diesem Desaster vergessen.“ Der Getreidebau wurde gefördert. Milch- und Fleischüberschüsse entstanden trotzdem. Der 2. Weltkrieg war ernährungsmässig gut vorbereitet.

Mit dem Landwirtschaftsgesetz 1951 wollten die Agrarpolitiker mit Lenkungsmassnahmen den Ackerbau fördern, die Fleisch- und Milchüberschüsse und den Preiszerfall vermeiden. Das war aber trügerisch. Die Preisunterschiede zum Ausland stiegen, der Einkaufstourismus setzte ein. 1992 revidierte die Steuermänner das Landwirtschaftsgesetz und führten die Direktzahlungen ein: mehr Markt, umwelt- und ressourcenschonend produzieren. Ein paar Jahre ging’s einigermassen, jetzt klagen alle über Fleisch- und Milchüberschüsse, Preiszerfall, Einkaufstourismus, Strohmangel.

Heute pochen die Bauern mit Recht auf dem Selbstversorgungsgrad. Aber Selbstversorgungsgrad womit? Fleisch und Milch? Ressourcenschonend? Umweltschonend? Ohne Flora und Fauna? Getreide, Soja, Futtermittel und andere Ackerfrüchte sind vermehrt Importware. Woher haben wir Dünger und Energie? 80% des Saatguthandels beherrschen ein paar wenige Weltfirmen wie Monsanto. Womit und was produzieren unsere Bauern in einer Krise? Haben sie die richtigen Maschinen? Nahrungsmittel sind immer mehr ein Börsen-Thema, Spekulation auf Kosten der Armen. Doch die Banken eilen von Krise zu Krise, wir unterstützen sie mit Steuergeldern, trotzdem sind die Löhne… Und Landwirtschaftsland ist bei zahlungskräftigen Ländern und Firmen gefragt.

Wo stehen wir heute? Selbstversorgungsgrad? Eine Frage die Heidi ihren LeserInnen zum Nachdenken stellt.

Heidi zum 1. August 2011

The Hidden Costs of Hamburgers, Center for Investigative Reporting

USDA Retracts Meatless Monday Recommendation

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