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Indonesien: Palmölfirmen rauben indogenen Gemeinschaften jährlich Millionen von Dollar

23. Mai 2022
Quelle: BBC, The Gecko Project and Mongabay

Quelle: BBC, The Gecko Project and Mongabay. „Plasma“ sind Teilparzellen von Palmölplantagen.

Weite Teile der artenreichsten Wälder der Welt wurden für Palmölplantagen gerodet. Auf den einst dschungelbedeckten indonesischen Inseln Borneo und Sumatra erstrecken sich die Plantagen nun über grosse Gebiete.

Die Geschichte ist nicht neu: Indogenen Gemeinschaften wird ihre Lebensgrundlage für Palmölplantagen weggenommen mit Versprechungen, die nicht gehalten werden. Das Ausmass dieser Betrügereien war bisher nicht bekannt. Nun hat ein Team von BBC-Journalisten, der Organisation für investigativen Journalismus The Gecko Project und der Umweltnachrichtenseite Mongabay zusammengearbeitet, um es herauszufinden.

Der Preis dafür war die Aussicht auf wirtschaftliche Entwicklung. Um die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen und Zugang zu staatlichen Finanzmitteln zu erhalten, versprachen die Unternehmen häufig, ihre Plantagen mit den Dorfbewohnern zu teilen, und zwar in Form von Parzellen, die als „Plasma“ bezeichnet werden. Seit 2007 ist es für Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben, ein Fünftel jeder neuen Plantage an die Gemeinden abzugeben.

Dort, wo das System funktionierte, half es den ländlichen Gemeinden, der Armut zu entkommen, und verschaffte ihnen einen eigenen Anteil an einer Industrie, die weltweit jedes Jahr mehr als 50 Milliarden Dollar wert ist. Es wurden jedoch immer wieder Vorwürfe laut, dass die Unternehmen ihre Versprechen – und rechtlichen Verpflichtungen – zur Bereitstellung von Plasma nicht eingehalten hätten.

Die Analyse von Regierungszahlen ergab, dass die Unternehmen es versäumt haben, allein in der Provinz Zentral-Kalimantan auf Borneo mehr als 100’000 Hektar – etwa so gross wie Los Angeles – des gesetzlich vorgeschriebenen Plasmas bereitzustellen. Unter Zugrundelegung konservativer Zahlen für die mit Palmöl erzielbaren Gewinne schätzt das Team, dass den Gemeinden dadurch jedes Jahr 90 Millionen Dollar entgangen sind. Auf diese Provinz entfällt nur ein Fünftel der von Unternehmen betriebenen Ölpalmenplantagen Indonesiens.

Eine Analyse der Daten des Landwirtschaftsministeriums deutet darauf hin, dass das Bild in anderen wichtigen Palmöl produzierenden Provinzen ähnlich ist und dass die Verluste, die die Gemeinden in ganz Indonesien aufgrund von Plasmaschulden erleiden, jedes Jahr in die Hunderte von Millionen Dollar gehen könnten.

Orang Rimba – einer der letzten nomadischen Stämme Indonesiens lebte seit Generationen vom Dschungel auf der Insel Sumatra. Die Bewohner ernteten Kautschuk, jagten und sammelten Früchte. In den 1990er Jahren kam eine Palmölfirma und versprach ihnen Reichtum und Entwicklung. Doch die Millionen von Dollar flossen in die Salim-Gruppe, deren Speisepalmöl in den Produkten von z.B. Cadbury’s-Schokolade usw. enthalten ist.

Cadbury’s ist eine Tochtergesellschaft von Mondelēz International, deren Europasitz in der Schweiz (Glattpark) liegt. Die Salim-Gruppe beliefert auch Johnson & Johnson sowie Kellogg’s.

„Dies ist nur ein Beispiel – das passiert überall“, sagt Daniel Johan, ein indonesischer Abgeordneter, der für den Land- und Forstwirtschaftssektor zuständig ist und sich für den Stamm eingesetzt hat. „Die Konzerne sind gierig.“

Heidi hat das Ausmass der Betrügereien auch nicht gekannt, aber sie hat aus vielen Berichten geschlossen, dass es gross ist.

Aktuell: Mr Widodo oder Jokowi, wie der indonesische Präsident in der Umgangssprache heisst, hat das Export-Verbot aufgehoben. Kilometerlange Lastwagenkolonnen vor den Palmölmühlen und Proteste von Kleinbauern habe das Exportverbot, das mehr schadete als nützte, zu Fall gebracht.

Heidis Fragen: Was tut die Schweiz? Was ist mit all den Versprechungen, die man uns vor der Abstimmung Stop Palmöl! gemacht hat? Leere Worte? Lügen?

Seien Sie ebenso gierig, die vollständige Geschichte bei BBC zu lesen:

Palm oil firms depriving tribes of millions of dollars. BBC 23.5.22

Einen wesentlich detaillierteren Bericht finden Sie bei Mongabay und The Gecko Projekt:

The promise was a lie’: How Indonesian villagers lost their cut of the palm oil boom. Mongabay 23.5.22

‚The promise was a lie‘: How Indonesian villagers lost their cut of the palm oil boom. The Gecko Project 23.5.23

Recriminations fly as Indonesia resumes palm oil exports. The Straits Times 21.5.22

Heidis weitere 95 Artikel über Palmöl

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Palmölplantagen: Missionare sehen das anders als PolitikerInnen

15. November 2021

Das Freihandelsabkommen mit Indonesien sei gut für Wirtschaft, Mensch und Umwelt. So warb economiesuisse für ein NEIN zum Referendum gegen das Abkommen. Fabian Molina (SP) meinte gar: „Mit dem Abkommen haben wir es zum allerersten Mal in der Geschichte des Schweizer Aussenhandels geschafft, strenge Nachhaltigkeitskriterien zu etablieren – für das wichtige indonesische Exportgut Palmöl.“ Anders sah es Greenpeace: „Freihandelsabkommen mit Indonesien stärkt Rechte von Konzernen auf Kosten von Menschenrechten und Umwelt“. 

Politik hört nicht auf Wissenschaft

PolitikerInnen haben oft einen besonderen Blick. Er richtet sich auf die Vorteile für die Schweiz und deren Wirtschaft. Trotzdem wird dann von win-win geredet. Im Falle von Palmöl warnen Wissenschaftler schon lange. Sie beschreiben unermüdlich die negativen Auswirkungen des Abholzens von Regenwald und der Anlage von Plantagen z.B. wird der Wasserkreislauf und das Klima der Palmölgebiete geändert. Vermehrte zerstörerische Überschwemmungen wurden längst vorausgesagt. Seit einigen Jahren sind sie Realität. Die Bevölkerung leidet darunter. Aber die Politik hört eben nicht auf die Wissenschaft.

Der Kapuziner und die Ölpalmen

Missionare leben meist Jahrzehntelang am gleichen Ort und beobachten Veränderungen. So war Jakob Willi seit 40 Jahren Missionar in Indonesien als er in einem Brief an die Schweizer Kapuziner über seine Arbeit schrieb und wie die Ölpalmen-Plantagen seine Pfarrei grundlegend verändert haben. Hier ein Auszug:

„Für billiges Geld wechselten die Ländereien der Dorfbewohner in die Hände der Plantagenbosse. Im Gegenzug erhielten die Dörfer einen Anschluss an das Strassennetz der Ölpalmplatagen, das sich wie ein bizzarres Strickmuster über die Landschaft breitet. Die Wälder wurden grossflächig gerodet, Hügel eingeebnet und kleine Wasserläufe aufgeschüttet. Die grossflächigen Erdarbeiten erhöhten die Erderosion, was zu einer enormen – schon Jahre andauernden – Verschmutzung der Flüsse geführt hat, sodass das Flusswasser fast nicht mehr zu gebrauchen ist. Geblendet durch grosse Versprechen vom Goldsegen der Ölpalmen, steckten viele Dorfbewohner selbst Reisfelder und Gummibaumplantagen – ihre gesamte traditionelle Existenzgrundlage – bereitwillig in den Rachen der Ölpalmplantagen und hängen nun vollends am “Rockzipfel” der Ölpalmplantagen.“

Flammen bedrohen Steyler Waldprojekt

Heidi hat im vorangehenden Artikel über die Überschwemmungskatastrophe im indonesischen Kalimantan geschrieben und darin auch Fransiskus Sani Lake, Direktor der katholischen Laienorganisation Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Kalimantan, zitiert. Er sagte, die Katastrophe sei durch die Abholzung der Wälder für Palmölplantagen und Bergbau verursacht worden.

Am 30.10.15 berichtete die Steyler Mission: «2000 Feuer lodern derzeit auf den Inseln auf Sumatra und Borneo – ausgelöst durch illegale Brandrodung. Auch ein Wiederaufforstungsprojekt der Steyler Missionare ist in Gefahr. Die Ordensmänner helfen den Menschen vor Ort und fordern, Produkte der indonesischen Palmölindustrie zu boykottieren.

Ein Drittel des indonesischen Territoriums ist in diesen Tagen in dicken gelben Nebel gehüllt. Ursache dafür sind Waldbrände, mit denen Plantagenbesitzer auf Sumatra und Borneo ihre Flächen abbrennen, um Raum für Anbaugebiete von Palmöl zu schaffen. Eigentlich sind diese Rodungen seit 1999 verboten. Doch das stört die Landbesitzer wenig. Umweltschützer sprechen bereits jetzt von einer der grössten Umweltkatastrophen seit langem. Von der Luftverschmutzung sind über 40 Millionen Menschen in ganz Südostasien betroffen.

… Nun ist das Projekt in Gefahr. „Einige der umliegenden Kautschuk-Plantagen stehen bereits in Flammen“, sagt Pater Vitus Hari. „Unserem Projekt hat der wenige Regen, der letzte Woche gefallen ist, etwas Luft verschafft. Aber wir sind sehr besorgt, weil die Trockenzeit schon so lange anhält und die Brände noch immer ausser Kontrolle sind.“ Die Feuer seien so schwer zu löschen, weil der Torfboden weiträumig und metertief glühe. Soldaten und Feuerwehrleute seien hoffnungslos überfordert.

Pater Paul Rahmat SVD, der zentrale Koordinator für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Steyler Missionare in Indonesien, geht derweil scharf mit den Palmöl-Unternehmen ins Gericht, auf deren illegale Rodungen die aktuelle Umweltkatastrophe zurückgeht. „Die Palmölplantagen expandieren jährlich um 520’000 Hektar – das entspricht kaum weniger als der Gesamtfläche der Insel Bali“, kritisiert der Steyler Missionar. „25 Großkonzerne kontrollieren insgesamt 5,1 Millionen Hektar Land in Kalimantan und Sumatra. Diesem Umweltdesaster müssen wir ein Ende bereiten. Ich rufe deshalb alle Menschen weltweit auf, die Produkte der indonesischen Palmölindustrie zu boykottieren.“»

Heidi meint: „Die Realität sieht anders aus als in den Träumen der PolitikerInnen.“

Freihandelsabkommen mit Indonesien – gut für Wirtschaft, Mensch und Umwelt. Economiesuisse 25.1.21

Freihandelsabkommen mit Indonesien stärkt Rechte von Konzernen auf Kosten von Menschenrechten und Umwelt. Greenpeace

«Indonesien ist ein Grenzfall». Interview mit Fabian Molina von Dinu Gautier, WOZ vom 28.1.21

Der Kapuziner und die Ölpalmen. Heidis Mist 19.11.18

Indonesischer Gouverneur macht Palmölfirmen für Flutkatastrophe verantwortlich. Heidis Mist 14.11.21

Flammen bedrohen Steyler Waldprojekt. Steyler Mission 30.10.15

Heidis weitere 87 Artikel über Palmöl

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Palmöl-Frontgeschichten von Peter Jaeggi, Folge 11: Wegen Palmölplantagen angeschossen und erblindet

23. Februar 2021

Der Journalist und Fotograf Peter Jaeggi war 2019 in Indonesien und Malaysia, wo er über den Anbau von Palmöl recherchierte. Am 12.2.21 veröffentlichte Peter Jaeggi die erste Kurzgeschichte von der Palmölfront: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Täglich folg(t)en weitere Beiträge.

Palmöl-Frontgeschichten: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Peter Jaeggi vom 12.2.21 bis …?

  • Folge 11 vom 22.2.21: Wegen Palmölplantagen angeschossen und erblindet
  • Folge 10 vom 21.2.21: Palmöl versus Naturschutz – «ein grosser Fehler»
  • Folge 9 vom 20.2.21: Indonesien: Palmölkritiker leben gefährlich
  • Folge 8 vom 19.2.21: RSPO – ein Palmöl-Label, das nicht hält, was es verspricht
  • Folge 7 vom 18.2.21: Palmöl als Wald verkauft – Eine Art Nachhaltigkeitsbetrug
  • Folge 6 vom 17.2.21: Palmöl tötet (2)
  • Folge 5 vom 16.2.21: «Nachhaltiges» aus korrupten, armen Staaten
  • Folge 4 vom 15.2.21: Palmöl tötet (1)
  • Folge 3 vom 14.2.21: Landraub
  • Folge 2 vom 13.2.21: Kriminelle Palmölfirmen
  • Folge 1 vom 12.2.21: Indonesien: Palmölplantagen gefährden Nahrungsmittelsicherheit

Palmöl-Frontgeschichten: „Ein intimer Blick hinter die Kulissen der Palmöl-Industrie“. Peter Jaeggi vom 12.2.21 bis …?

Referendum Stop Palmöl!

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Die Schweiz, ein Einwanderungsland für Tiger, Orang Utans …

27. Januar 2021

Tropische Wälder, die von Orang-Utans, Nashörnern, Tigern und Elefanten in Südostasien bewohnt werden, sind durch Abholzung, etwa zur Ausdehnung der Palmölplantagen, vom Aussterben bedroht. Eine Zertifizierung wurde vorgeschlagen, um die nachhaltige Palmölproduktion zu kennzeichnen.

Aus einer fernerkundeten Zeitreihen- und Bildanalyse (1984-2020) haben Forscher jedoch herausgefunden, dass die meisten der derzeit zertifizierten Anbaubetriebe und Konzessionen in Sumatra und Borneo in den Lebensräumen der grossen Säugetiere der 1990er Jahre und in Gebieten liegen, die noch vor weniger als 30 Jahren artenreiche Tropenwälder waren.

In Anbetracht dieser dramatischen Beweise kommen die Forscher zum Schluss, dass Zertifizierungssysteme für die „nachhaltige“ Produktion von Palmöl nur deshalb Anspruch auf „Nachhaltigkeit“ erheben, weil sie eine sehr junge Vergangenheit der Abholzung und Lebensraumzerstörung nicht berücksichtigen.

RSPO-Neuregelung: keine Abholzung nach 2005

Seit 2018 werden nur noch Flächen RSPO-zertifiziert, die vor 2005 abgeholzt worden waren. Weil dies bei vielen Plantagen der Fall ist, dürfte die neue Regelung kaum ein Zertifizierungshindernis sein. Zudem wird heute vermehrt für die Entnahme von wertvollen alten Bäumen, auch ehemals Fruchtbäumen für Ernährung und Handel der Einheimischen, abgeholzt sowie für den Bergbau. Es herrscht Goldgräberstimmung, was man auf Google Earth etwa an den hellen Flecken entlang von Flüssen sieht.

Abstimmungsempfehlung Freihandelsabkommen

Heidi liest seit mehr als fünf Jahren wissenschaftliche Artikel und Literatur, auch indonesische Zeitungen, über Palmöl, Klimaveränderung in Indonesien, vermehrte Überschwemmungen usw. Sie weiss daher, dass richtig ist, was die gut informierte PanEco zum Freihandelsabkommen schreibt:

„Die besagten Nachhaltigkeitsbestimmungen werden im Abkommen vor allem an das Zertifizierungslabel RSPO geknüpft. Bereits im Jahr 2016 sind wir als Stiftung PanEco vom Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) ausgetreten. Dem RSPO ist es in den 18 Jahren seit dem Bestehen leider nicht gelungen, seinem Namen gerecht zu werden. Aktuell sind noch keine ökologisch und sozial nachhaltigen Wertschöpfungsketten in Indonesien vorhanden, die verlässlich zertifiziert werden. Damit wird Nachhaltigkeit auf dem Papier zwar garantiert, die Realität sieht jedoch anders aus. Es fehlen vor allem wirksame Kontroll- und Sanktionsmechanismen. Der Bundesrat verpasst es im vorliegenden Abkommen, solche Mechanismen wirksam einzuführen. Er überlässt die Gewährleistung der Nachhaltigkeit dem RSPO selbst sowie dem Privatsektor.

Die grossflächige Palmölproduktion in Indonesien zerstört nicht nur den Regenwald und damit auch den Lebensraum von Tieren mit empfindlichen Populationszahlen wie den Orang-Utans, sondern vertreibt darüber hinaus die Lokalbevölkerung und fördert Zwangs- und Kinderarbeit. Deshalb empfehlen wir am 7. März ein «Nein» für das Freihandelsabkommen in die Urne zu legen.“

Erste Einwanderer eingetroffen

Ausschnitt aus Foto: Copyright gemäss Internetauftritt JA zum Abkommen mit Indonesien

Ausschnitt aus Foto: Copyright gemäss Internetauftritt JA zum Abkommen mit Indonesien

Die ersten neuen Einwanderer sind in der Schweiz eingetroffen wie Heidi aus der Hompage JA zum Abkommen mit Indonesien entnimmt, welche von economiesuisse betrieben wird und bereits von zahlreichen Parlamentariern der FDP, SVP und Die Mitte unterstützt wird.

Der Orang Utan weilt vermutlich in Graubünden, denn bereits wurde fotografisch festgehalten wie ein Steinbock einen Orang Utan umarmt. Auch die Bären freuen sich offensichtlich, denn einer umarmt einen Tiger! Heidi vermutet, dass die Tiger vorerst an das neue Nahrungsangebot angepasst werden müssen und somit im Bärengraben in Bern hausen. Auch muss das SECO vermutlich zuerst die Bauern fragen wie und wo die Auswilderung stattfinden soll. Das ist aber eine reine Vermutung von Heidi, muss nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen.

Certified “sustainable” palm oil took the place of endangered Bornean and Sumatran large mammals habitat and tropical forests in the last 30 years. Science of The Total Environment, Volume 742, 10 November 2020, 140712

‘Certified’ palm oil linked to worse social, ecological outcomes for Indonesian villagers. Mongabay 30.11.20

Most communities not seeing promised oil palm payoff in Borneo, study finds. Mongabay 6.5.19

Google Link zu Gold (kalbar tambang emas) mit zahlreichen Videos und Bildern

Videos über Fällen und Abtransport von alten Bäumen:

Sebelum Pohon Raksasa Ini Ditebang, Ada Kru Tebang Yang Pada Main Bergelantungan Di Akar

Pohon Bangkirai Ini Menyemburkan Air Begitu Lama

Mansyur Forest

NEIN ZUM FREIHANDELSABKOMMEN MIT INDONESIEN. PanEco 19.1.21

JA zum Abkommen mit Indonesien

Bundesrat verabschiedet Bericht über den Umgang mit Bären. Bundesamt für Umwelt vom 27.1.21

Heidis 47 Artikel zu Palmöl

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Torfböden sind weltweit ein grosses Problem (2)

28. Dezember 2019

Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Türkis eingezeichnet ist der Verlust an produktivem Land in den nächsten 45 Jahren. Copyright: Wetlands International.

Ergänzung zum Artikel von gestern 27.12.19 Torfböden sind weltweit ein grosses Problem. Ein Leser hat Heidi den Link zur englischen Version des informativen und eindrücklichen Videos geschickt. Danke!

Hier ist er: Peat Destruction, Soil Subsidence and Flooding in South East Asia, Wetlands International, youtube

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Salat vom Feld im Grossen Moos wird im Verarbeitungsbetrieb Spavetti in Kerzers in die automatische Waschanlage befördert.

Was geht das uns an?

Wir beziehen aus diesen Regionen Lebensmittel bzw. Rohstoffe wie Palmöl und auch Schweizer Torfböden werden nicht nachhaltig bewirtschaftet. Heidi verweist hiezu auf ihren Artikel vom Juli 2017:

Das Grosse Moos: Gemüsegarten, vierter internationaler Flughafen oder was? Heidis Mist 31.7.17

Heidis Artikel über Palmöl

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Ein Brief von Astrid aus Indonesien

24. September 2019

Copyright: Astrid

Copyright: Astrid

Heidi: „Astrid hat geschrieben. Ich wage fast nicht den Umschlag zu öffnen. Du hast ja die Nachrichten in der Zeitung gelesen.“

Alpöhi: „Gib mir den Brief!“

Langsam öffnet der Alpöhi den Umschlag und beginnt zu lesen.

Alpöhi: Liebe Heidi, lieber Öhi. Schon wieder muss ich euch von der prekären Lage hier berichten.

Der Rauch der Torfbrände wird immer stärker. Torf brennt nicht wirklich, sondern mottet, verglüht. Deshalb die starke Entwicklung von giftigem Rauch. Im Amazonas brennen in erster Linie die Bäume, bei uns mottet der Torf. Das ist noch viel schlimmer.

Mit schweren Maschinen hatten die Konzerne nach dem Abholzen den Torfboden drainiert und Ölpalmen angepflanzt. Jetzt brennen nicht nur Wälder und Torfböden, sondern auch Palmölplantagen. Den Kleinbauern Mitschuld zu geben ist eine perfide Übertreibung.

Die Leute werden krank. Vor allem die Atemwege sind betroffen. Besonders die Kinder, die Kranken und Alten leiden.

Ich weiss nicht wie das weitergehen soll. Bereits sind viele unserer Wälder zerstört, die Berghänge terrassiert und mit Ölpalmen bepflanzt, man hat uns das Land weggenommen, unser Trinkwasser ist verschmutzt, Boden wird weggeschwemmt. Fast niemand hier hat Geld für Mineralwasser.

Die Schule ist geschlossen. Ich muss jetzt mit Lintang zum Arzt. Hoffentlich kann ich euch bald bessere Nachrichten senden.

Viele Grüsse

Astrid

Nachdenklich sitzen Heidi und der Alpöhi am Tisch. Nach einer Weile hören sie Schritte, die Tür geht auf und der Geissenpeter tritt in die Küche.

Der Geissenpeter: „Hoi zäme! Ich komme gerade von Janik …“

Heidi: „Ich werde das, was der Geissenpeter uns erzählte aufschreiben und Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, demnächst schicken.“

Dann schaut Heidi traurig das Bild von Lintang an, das ihr Astrid vor mehr als zwei Jahren geschickt hatte.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Lintang blickt auf das Land, das bis vor Kurzem ihren Eltern gehörte. Copyright: Astrid.

Apokalyptisch: Blutroter Himmel bei Waldbränden in Indonesien, MSN 23.9.19

Waldbrände in Indonesien – Regenwälder gehen in Rauch auf, taz 19.9.19

Heftige Brände wüten auf Sumatra und Borneo – mit gefährlichen Folgen für Mensch und Tier, watson 11.9.19

Malaysia hat die weltweit schlechteste Atemluft, NZZ 17.9.19

kelapa sawit tumbang di tanah gambut, Bilder Google

NGOs send open letter to President Jokowi over forest fires, Antaranews 16.9.19

Indonesia shuts schools as smoke from forest fires takes health toll, Reuters 16.9.19

Indonesian forest fires disrupt hundreds of flights, Nikkei Asian Review 16.9.19

Heidis zahlreichen Artikel über Palmöl

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Asia’s Environmental ‘Eden’ in Crisis

15. Juni 2018

Copyright: ALERT.

Copyright: ALERT.

Kaum ein Tag vergeht ohne Meldung über Umweltzerstörungen in grossem Ausmass. Heute der Brief von Bill (James Cook University, Australien) mit der Bitte: „Please forward this message to others who’d be interested.“ Der Notruf gilt dem Leuser Nationalpark im Norden Sumatras. Er ist der letzte Ort auf der Erde, wo Orangutans, Tiger, Elefanten und Rhinozeros immer noch zusammen leben.

Gemäss einer Studie, die soeben in ScienceDirect veröffentlicht wurde, ist dieses Ökosystem von globaler Bedeutung für Biodiversität und Ökosystemleistungen immer stärker durch Infrastrukturprojekte bedroht.  „Der einzige Weg, Leuser zu retten, ist, die dröhnenden Bulldozer zum Schweigen zu bringen,“ sagt William (Bill) F. Laurance, Prof. emeritus, Australian Laureate & Price Bernhard Chair in International Nature Conservation und Direktor Centre for Tropical Environmental and Sustainability Science, James Cook University, Australien.

Copyright: Matt Gibson.

Copyright: Matt Gibson.

Infrastructure development and contested forest governance threaten the Leuser Ecosystem, Indonesia, ScienceDirect, Elsevier, Volume 77, September 2018, Pages 298-309.

Asia’s Environmental ‘Eden’ in Crisis, Bill Laurance, ALERT vom 14.6.18.

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Jahresschlusspunkt: Pater Agatho Elsener, Gründervater des Biolandbaus in Indonesien

27. Dezember 2016

Pater Agatho Elsener am Schreibtisch. Copyright BSB-Agatho.com.

Pater Agatho Elsener am Schreibtisch. Copyright BSB-Agatho.com.

In der ganzen Welt bekannt ist das Swiss Army Knife der Firma Victorinox, welche 1884 von der Familie Elsener als Messerschmiedwerkstatt gegründet worden war und heute in der 4. Generation geführt wird. Aber wer kennt Adolf Elsener? Geboren wurde er am 13.7.1932 in Ibach SZ.

Adolf war ein schweigsamer Mensch. Beim Eintritt in den Kapuzinerorden nahm er den Namen Agatho an. Nach der Legende trug Agatho, ein sizilianischer Mönch, drei Jahre lang einen Stein im Mund, um schweigen zu lernen; von 678 bis 681 war er Papst.

Borneo: Landwirtschaft mit wenig Hilfsmittel

Nach dem Theologiestudium und der Priesterweihe wurde Agatho 1960 als Missionar nach Borneo entsandt. In der indonesischen Provinz West Kalimantan leitete er Yayasan (Stiftung) Sehat (gesund) in Sanggau Kapuas und baute einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Beratungsdienst auf. Sein Prinzip: Möglichst wenig Hilfsmittel einsetzen, keine chemischen Dünger und Pestizide. Auch galt für ihn Alle müssen helfen, also auch die Internatsschüler; diese arbeiteten nach der Schule auf dem Landwirtschaftsbetrieb und bezahlten so einen Teil der Kost und Logis. Agathos Mitbrüder und die Obrigkeit kritisierten diese Erziehungsmethode.

Das Land, das er kaufte, war für die landwirtschaftliche Nutzung wertlos. Der Boden war sauer und sandig. Darauf wuchsen nur wenige Pflanzen wie Farne und Stauden. Agatho liess die Grenzen mit Feuerschneisen sichern, damit die Buschfeuer in der Trockenzeit nicht auf das Land der Stiftung übergriffen. Mit Gras und Viehhaltung wurde die Bodenfruchtbarkeit verbessert.

Obwohl Agatho schweigsam war, konnte er seinen Leuten sehr gut und ausführlich erklären wie man z.B. eine Terrasse an einem Hang anlegt, damit sie auch bei starkem Regen nicht weg geschwemmt wird. Die Terrassen wurden mit Kompost und Mist gedüngt, sodass dort Reis, Gemüse, Pfeffer und Ananas gediehen.

Versuche der Stiftung Yayasan Sehat in Sanggau Kapuas mit lokalen Reissorten. Diese Sorten wurden aber damals von der Regierung nicht unterstützt. Die Bauern erhielten nur für Hochertragssorten Kredite. Auf den sauren Böden wuchsen jedoch die vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) gezüchteten Sorten nicht oder nur mit hohem Dünger- und Pestizid-Einsatz. Copyright: Astrid.

Versuche der Stiftung Yayasan Sehat in Sanggau Kapuas mit lokalen Reissorten. Diese Sorten wurden aber damals von der Regierung nicht unterstützt. Die Bauern erhielten nur für Hochertragssorten Kredite. Auf den sauren Böden wuchsen jedoch die vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI) gezüchteten Sorten nicht oder nur mit hohem Dünger- und Pestizid-Einsatz. Copyright: Astrid.

Auf nachhaltige Landwirtschaft folgt Palmöl-Boom

Nachhaltige Landwirtschaft für die Selbstversorgung und für den Markt (Kautschuk) gab es schon früher. Diese Bemühungen wurden durch Agatho und seine Leute sowie Regierungsstellen unterstützt. Mit zwei bis drei Hektaren Land könnte eine Familie gut leben. Die Verbesserungen werden heute nicht nur in Kalimantan, sondern auch in ganz Borneo und Sumatra durch den Palmöl-Boom zunichte gemacht.

Eine Stärkung der eigenständigen Bauern in einer so extremen Oligarchie wie Indonesien wäre besonders wichtig. Ein paar wenige Oligarchen beherrschen Medien und Parteien (Pathways to a people’s president, Jeffrey A. Winters, Inside Indonesia, 22.1.12).

 Projekt Agroforstwirtschaft mit italienischem Entwicklungshelfer. Copyright: Astrid.

Projekt Agroforstwirtschaft mit italienischem Entwicklungshelfer. Copyright: Astrid.

Agatho führt Biolandbau in Indonesien ein

Nach 20 Jahren in Kalamantan übernahm Agatho 1982 ein Projekt in Cisarua, Bogor, auf Java, nur zwei Stunden von der Hauptstadt Indonesiens Jakarta entfernt. Welch ein Wechsel! Fast alles wächst auf den fruchtbaren Vulkanböden, und das Klima ist kühler.

Die in Indonesien von Suharto in den 1960er Jahren eingeführte Grüne Revolution brachte zwar Selbstversorgung mit Reis, aber auch Bodenzerstörung, Gewässerverschmutzung durch Pflanzenschutzmittel und Dünger, Erosion, Gesundheitsproblemen und Abhängigkeit der Bauern von Agrochemikalien.

Pater Agatho erkannte die Probleme und suchte nach Lösungen. Er fand sie im Biolandbau, den er in Indonesien einführte. 1984 gründete er die Organisation Bina Sarana Bakti (BSB) –  The organic Way … All in Harmony. Sie bietet Schulung im Biolandbau für Organisationen und Bauern und betreibt Forschung.

Als Hobby-Botaniker machte er ausgezeichnete Pflanzenfotos und lieferte Herbar-Examplare z.B. an das National Herbarium Netherland.

Das Agatho-Label. Copyright: Ist.

Das Agatho-Label. Copyright: Ist.

Bioland Indonesien?

„Agatho“ wurde zu einem bekannten Label für biologische Landwirtschaft in Indonesien und im asiatischen Raum bis nach Australien.

Indonesien möchte weltweit ein Hauptproduzent von Bio-Produkten werden. Dieses Ziel liegt zwar noch in weiter Ferne, wird aber von der Politik unterstützt. Das Departement für Landwirtschaft lancierte 2001 das ”Go Organic 2010” Programm und richtete ein Kompetenzzentrum für Biolandbau ein.

Aus gesundheitlichen Gründen kehrte Pater Agatho 2011 in die Schweiz zurück. Am 26.8.16 starb er im Kapuzinerkloster Schwyz.

Pater Agatho betrachtet mit kritischem Blick die Gemüsepflanzung. Copyright: Ist.

Pater Agatho betrachtet mit kritischem Blick die Gemüsepflanzung. Copyright: Ist.

Diese Geschichte zeigt exemplarisch, was ein einzelner engagierter Mensch bewirken kann, wenn er Lösungen erarbeitet und präsentiert und die Mitmenschen von seinen Ideen überzeugen kann.

Die liebenswürdige Art von Pater Agatho hat zum Erfolg beigetragen. Entsprechend gewürdigt wird auch sein Leben anlässlich seines Todes. Ein Zeichen dafür, dass sein Werk weiterlebt.

In Memoriam Pater Agatho Elsener OFMCap: Yang Benar Pertanian Organis, bukan Organik (1), Romo Amandus Ambot OFMCap, Sesawi.net, 31.8.16.

In Memoriam: Pater Agatho Elsener OFMCap, Fransiskan Kapusin Provinsi Pontianak (2), Mathias Hariyadi, Sesawi.net, 31.8.16.

Indonesia Organic, Linking the People who will Change Indonesia

Lessons learned from Organic Farming in West Java and North Sumatra, Siti JAHROH, Department of Agribusiness (Dept of Agb), Faculty of Economics and Management (FEM), Bogor Agricultural University (BAU), Indonesia, ISDA 2010, Montpellier, June 28-30, 2010.

Yayasan Bina Sarana Bakti, Film über die Arbeit von BSB: Unterricht, Mischkulturen usw., auf Indonesisch, aber die Bilder sprechen für sich, youtube

The Easy Sell of Organics – Jakarta Globe, Indonesia Organic, 7.7.10

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Neuigkeiten von Anfang 2018

Projekt: Nassreis mit Be- und Entwässerung. Typisch für das neue Jahrhundert: Die Feldränder sind mit Herbiziden behandelt.

Projekt: Nassreis mit Be- und Entwässerung. Typisch für das neue Jahrhundert: Die Feldränder sind mit Herbiziden behandelt.

Die Bäume auf den Hügeln weichen langsam den Ölpalmen.

Die Bäume auf den Hügeln weichen langsam den Ölpalmen.

Hochertragssorten gedeihen wegen des sauren Bodens immer noch nicht.

Hochertragssorten gedeihen wegen des sauren Bodens immer noch nicht.

Frisch gepflanzte Ölpalmen

Frisch gepflanzte Ölpalmen

Der Aufwuchs wird mit Glyphosat und dem noch gefährlicheren Paraquat abgespritzt. Die Produktenamen wurden einfach geändert.

Der Aufwuchs wird mit Glyphosat und dem noch gefährlicheren Paraquat abgespritzt. Die Produktenamen wurden einfach geändert.

Langsam werden die Felder mit Palmen bepflanzt.

Langsam werden die Felder mit Palmen bepflanzt.

Ein indonesisches Sprichwort: Nur eine volle Ähre verbeugt sich.

Ein indonesisches Sprichwort: Nur eine volle Ähre verbeugt sich.

Anstelle von Kühen werden jetzt Legehennen gehalten.

Anstelle von Kühen werden jetzt Legehennen gehalten.

Die Hühner werden mit vorgemischtem importiertem Futter gefüttert.

Die Hühner werden mit vorgemischtem importiertem Futter gefüttert.

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