Posts Tagged ‘Syngenta’

Fakten zur Trinkwasserinitiative – erfrischende Zusammenfassung von Michael Elsener, Politikwissenschaftler und Satiriker

17. Mai 2021

 

Michael Elsener hat viele Informationen zu Trinkwasser, hohem Tierbestand und Abstimmungskampagne Pestizidinitiativen studiert und diese geschickt in ein Video gepackt.

Michael Elsener hat viele Informationen zu Trinkwasser, hohem Tierbestand und Abstimmungskampagne Pestizidinitiativen studiert und diese geschickt in ein Video gepackt.

Fast alles wurde schon gesagt und geschrieben, was relevant für die Abstimmung über die Pestizidinitiativen ist. Der studierte Politikwissenschaftler, Satiriker, Kabarettist, Parodist und Stand-up-Comedian präsentiert Informationen gemixt mit Ausschnitten aus Filmen und Fernsehsendungen so unterhaltsam, dass selbst der Alpöhi bis am Schluss vor dem Bildschirm sitzen blieb, obwohl ihm die Auswüchse der Abstimmungskampagne langsam total zuwider sind. Auch Heidi hat sich amüsiert.

Hier ein paar Ausschnitte aus dem super Video. Die Texte sind auf den Bildern etwas klein, daher vergrössern Sie das Bild mit einem Klick darauf.

💧❤️ Schweizer Trinkwasser retten, Michael Elsener

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Der Bauer, sein Kind und die Sanduhr

13. Mai 2021
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Aus dem Film „Gluten, der Feind in deinem Brot“. Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

Andrea Cenacchi: „Vor 20 Jahren habe ich beschlossen, von konventioneller auf biologische Landwirtschaft umzustellen. Anlass war meine kleine Tochter, die heute 20 Jahre alt ist. Sie krabbelte damals im Garten, während ich in der Nähe mit dem Traktor Unkrautvernichter verspritzte. Als ich wieder Richtung Garten fuhr und meine Tochter dort sah, hatte ich plötzlich das Gefühl, ich würde gerade die nächste Generation vergiften. Ich habe meinen Hof in einen lebenden Organismus verwandelt, einen multifunktionalen Kreislauf, der ergänzt wird durch ein Gasthaus, in dem ich am Wochenende Gäste beherberge. Das Essen besteht zu 70 Prozent aus meinen eigenen Produkten.“

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Die Sanduhr unseres Ernährungs-/Landwirtschaftssystems. Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

Im Film Gluten, der Feind in deinem Brot ist auch von der Sanduhr die Rede. Oben die vielen Bauern, an der engen Stelle die paar wenigen Konzerne, welche den Lebensmittel-Weltmarkt beherrschen, die Macht haben, Gesetze schreiben, Preise festlegen, und unten die Milliarden von KonsumentInnen, die sich dieser Sanduhr unterwerfen. Heidis Frage: „Müssen wir das? Müssen sich die Bauern diesem System fügen oder könnten sie zusammen mit den KonsumentInnen Neues schaffen?“

Heidi empfiehlt: „Sehen Sie sich an diesem regnerischen Tag diesen Film an. Er enthält viele, wichtige Informationen über unser Ernährungs- und Landwirtschaftssystem und das Versagen der Behörden. Die Vielfalt und Klarheit der Fakten ist überwältigend – wohl der beste Film zu diesem Thema, den Heidi je gesehen hat. Wenn wir Schlüsse daraus ziehen, dann können sich unsere Zukunftsaussichten erfreulich verbessern.“

Nachfolgend ein paar Ausschnitte aus dem Film.

„Unterschiede Grenzwert für Glyphosat in Gemüse und Getreide.“ Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

 

Martin Pigeon: „In Europa werden kritische Produkte wie Glyphosat v.a. von den Herstellern selbst getestet und bewertet.“ Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

 

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Jennifer Clapp: „In unserem globalen Ernährungssystem wächst die Entfernung. Zum einen die reale Strecke, welche die Lebensmittel vom Erzeuger bis zum Verbraucher zurück legen – das sind im Durchschnitt 2’500 Kilometer – und es gibt eine geistige Entfernung. Uns fehlen grundlegende Einsichten in die Art und Weise wie unsere Nahrung produziert wird. Die grossen Entfernungen in unserem globalisierten Ernährungssystem haben verschleiert, wo sich Geld und Macht konzentrieren, in welchem Mass uns die Lebensmittelkonzerne ihre Regeln aufzwingen und damit den Verbrauchern wie auch den Erzeugern jede Macht nehmen. Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION“

 

„Wir müssten ein neues Konzept für die Landwirtschaft entwickeln. Aber ist Landwirtschaft ohne Chemie überhaupt möglich?“ Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

 

Ob die biologische Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren kann? Ja, das kann sie. Doch dafür müssen wir vieles ändern. Im Grunde das gesammte Produktionssystem. Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

Giovanni Dinelli:„Ob die biologische Landwirtschaft die Weltbevölkerung ernähren kann? Ja, das kann sie. Doch dafür müssen wir vieles ändern. Im Grunde das gesammte Produktionssystem.“ Copyright: TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

Gluten, der Feind in deinem Brot. Video 1:18:13 von TAG FILM UND GRAFFITIDOC IOTA PRODUCTION

FOOD. Jennifer Clapp

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Cancan mit Syngenta, Agroscope und Fenaco

12. Mai 2021

Unsere verführerische Landwirtschaftslobby

Im 2/4-Takt verführen Syngenta, Agroscope und Fenaco die Bauern.

Cancan entstand 1830 in Paris. Die berühmteste Musik zum Tanz schuf Jacques Offenbach in seiner Operette Orpheus in der Unterwelt, die 1858 Premiere hatte. Im Moulin Rouge gehört der Cancan bis heute zu den Attraktionen. Quelle: Wikipedia.

(GHT): Orpheus in der Unterwelt. Gerhard-Hauptmann-Theater

Bei den Abstimmungen zu Pestizid- und Trinkwasser-Initiative geht es nicht allein darum, ob wir unsere Umwelt und unsere Gesundheit besser schützen wollen. Beide Vorlagen sind eine Kampfansage an das mächtigste Kartell des Landes, den «agro-industriellen Komplex».

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Damals am 9.3.12: Wasserfachtagung!

12. Mai 2021

Folie, die Daniel Hartmann, letzter oberster Grundwasserschützer der Schweiz, an der Wasserfachtagung vom 9.3.12 gezeigt hatte. Anlässlich seiner Pensionierung wurde die Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), die er leitete, aufgelöst.

Folie, die Daniel Hartmann, letzter oberster Grundwasserschützer der Schweiz, an der Wasserfachtagung vom 9.3.12 gezeigt hatte. Anlässlich seiner Pensionierung wurde die Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), die er leitete, aufgelöst.

Am 9.3.12 fand eine Wasserfachtagung über den Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser statt. Vertreter der Wasserversorgung kritisierten die vom BAG festgesetzten sehr hohen Grenzwerte für bisher „nicht geregelte Fremdstoffe“ und befürchteten, dass dem intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Tür und Tor geöffnet werden könnte. Sie forderten die betroffenen Bundesämter auf, sich klar zum Vorsorgeprinzip zu bekennen. Und die Kantone sollen die Gewässerschutzgesetzgebung konsequent umsetzen und bei Überschreiten der Grenzwerte griffige Massnahmen ergreifen. „Auch wenn einige Pestizide und Herbizide keine direkte Gesundheitsgefährdung darstellen, sie gehören definitiv nicht ins Trinkwasser“, so die Meinung des Fachverband für Wasser-, Gas- und Fernwärmeversorger (SVGW).

Seither ist viel schmutziges Wasser in den Schweizer Bächen und ins Grundwasser geflossen und die Einsicht, dass das Wasser konsequent geschützt werden muss, ist noch nicht in Bern angelangt. Daran müssen wir alle arbeiten, denn von nichts kommt nichts!

Die Folie ist aktueller denn je: Chlorothalonil wird nicht mehr akzeptiert. Monique Ryser, Infosperber vom 10.5.20

Grundwasser: Gefährden neue Grenzwerte das Vorsorgeprinzip? Heidis Mist vom 10.3.13

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Crowdfunding für die Pestizid-Initiativen

7. April 2021

Leben statt Gift

Video: Klicken Sie auf das Bild!

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Aufruf der Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide vom 6.4.21:

„Helft mit! Damit sich StimmbürgerInnen gut und fair informieren können für die Abstimmung vom 13. Juni und nicht nur Lobbys und Wirtschaft den Ton angeben, brauchen wir eure finanzielle Unterstützung. Die Pestizid-Initiative fordert den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide in der Landschaftspflege, bei Privatpersonen und in der Nahrungsmittelproduktion nach einer Übergangsfrist von 10 Jahren und schützt die inländische Landwirtschaft durch gleiche Regeln für Importe.

Am 13. Juni kommt die Pestizid-Initiative endlich zur Abstimmung: Mit einer Annahme schützen wir unsere Gesundheit, unsere Umwelt und Wasserressourcen und damit die Lebensbedingungen der kommenden Generationen. Wir stärken eine ökologische und faire Landwirtschaft und machen gesunde Lebensmittel für alle Bevölkerungsschichten verfügbar.

Doch genau das will eine mächtige Koalition aus Wirtschaftsvertretern wie Economiesuisse und grossen Giftgiganten wie Bayer & Syngenta verhindern: Schon jetzt haben die GegnerInnen mit viel Geld ihren Abstimmungskampf lanciert.

Deshalb braucht die Pestizid-Initiative jetzt euch alle! Nur wenn wir alle gemeinsam anpacken und uns für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide engagieren, dann haben wir die Chance, innert 10 Jahren diese Gifte loszuwerden, die unsere Umwelt, unser Wasser und Essen verunreinigen.“

Hier geht’s zum Crowdfunding, einem Video und zu weiteren Informationen:

Leben statt Gift – Kampagne zur Pestizid-Initiative

Landwirtschaft mit Zukunft

Video: Klicken Sie auf das Bild!

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Noch sieben Tage läuft das Crowdfunding-Projekt von Landwirtschaft mit Zukunft, das von 25’000 auf 50’000 Franken aufgestockt wurde:

„Landwirtschaft mit Zukunft arbeitet schon lange an der Transformation unseres Landwirtschafts- und Ernährungssystems. Im Sommer haben wir die Chance, den längst überfälligen Wandel ins Rollen zu bringen. Am 13. Juni 2021 stimmen wir über zwei äusserst wichtige Initiativen ab – die Pestizid-Initiative und die Trinkwasserinitiative. Die eine fordert eine Landwirtschaft die nicht länger abhängig ist von synthetischen Pestiziden, die andere will, dass nur noch die Landwirtschaft mit öffentlichen Geldern unterstützt wird, welche strenge ökologische Standards einhält.

Unsere Gegnerschaft – unterstützt von der mächtigen Agrochemie-Lobby – ist finanziell sehr stark aufgestellt und arbeitet nun hartnäckig daran mit Fehlinformationen und Angstmacherei den schädlichen Status Quo zu erhalten. Die Verschmutzung des Trinkwassers, Zerstörung der Biodiversität und Gefährdung unserer menschlichen Gesundheit muss ein Ende haben. Das können wir besser!

Trotz kleinem Budget möchten wir von Landwirtschaft mit Zukunft mitreden, dagegen halten und die Bevölkerung mit wissenschaftsbasierten und verständlichen Argumenten über die beiden Initiativen informieren. Wir möchten aufzeigen, welche Chancen eine Annahme der beiden Initiativen für die Schweiz bietet und weshalb wir den Teufelskreis von synthetischen Pestiziden, Klimawandel, Biodiversitätsverlust und konventioneller Produktionsweise durchbrechen können. Ebenfalls geplant ist am 5. Juni 21 eine Demonstration in Bern auf dem Bundesplatz, um lautstark mitzuteilen – «die Schweiz ist bereit für eine Landwirtschaft mit Zukunft!»

Wir wollen mit unserer Kampagne insbesondere die junge Generation erreichen und die Stimmbeteiligung erhöhen. Denn wir sind es, die auch in Zukunft mit den Folgen der heutigen Entscheidungen zu leben haben. Wir haben es in der Hand und möchten diese Chance nutzen.“

Link zum Crowdfunding und weiteren Informationen von Landwirtschaft mit Zukunft.

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So funtioniert die Kritik-Abwehr-Maschinerie von Syngenta und BAYER

3. April 2021

Das Wetter über Ostern wird eher ungemütlich. Heidi empfiehlt Ihnen die folgende Lektüre:

The Playbook for Poisoning the Earth

Diese Dokumentation zeigt auf wie Syngenta und BAYER in den USA Studien zur Toxizität von Neonicotinoiden bekämpft haben. Üblich ist das Diskreditieren von kritischen ForscherInnen und BeamtInnen, das Anheuern von glaubwürdigen Hochschulprofessoren und dann das sehr wirksame Ablenken auf andere möglichen Ursachen der Schädigung, in diesem Fall der Bienen. Weitere Nichtzielorganismen werden systematisch ausgeblendet. Was taten die beiden Pestizidhersteller zudem? Sie förderten die Bienengesundheit mit entsprechenden Organisationen. Damit haben sie viel erreicht, vor allem die Verzögerung von Massnahmen.

Zwar fokussiert die Dokumentation auf Amerika, aber in Europa und in der Schweiz funktioniert das genauso gut. Besonders aktiv sind die Chinesische Syngenta und die Deutsche BAYER mit dem Internetauftritt swiss-food.ch, den sie zur Bekämpfung der beiden Pestizidinitiativen gegründet haben. Dort findet man die Zusammenfassung des Vortrags vom 29.3.21 von Bill Wirtz, Senior Policy Analyst des Consumer Choice Centers (hat die Wurzeln in der amerikanischen Tea-Party-Bewegung) in Brüssel, eine Organisation, die in über 100 Ländern angeblich Konsumentenanliegen vertritt, jedoch aus der Sicht der Industrie, sei es die Pestizid-, die Tabakindustrie oder andere, welche Regulierung und Gesetze um jeden Preis verhindern wollen. Wirtz sagte etwa, dass 98% der Pestizide weniger giftig als Koffein und Aspirin seien.

Heidi meint: „Glauben ist gut, Kontrolle und Weitblick sind besser! Gerne möchte Heidi wissen, was uns all die Schäden, Administration, Kontrollen, Monitoring, Forschung usw. rund um Pestizide kosten.“

The Playbook for Poisoning the Earth. Lee Fang, The Intercept vom 18.1.20

Syngenta und Bayer laden zur Tea-Party ein. Heidis Mist vom 22.3.21

SWISS FOOD ENT-LARVEN. Heidis Mist vom 24.3.21

swiss-food.ch, Syngenta und BAYER: Linksammlung zu den Agrar-Initiativen vom 13. Juni 2021

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SWISS FOOD ENT-LARVEN

24. März 2021

Syngenta und Bayer laden zur Tea-Party ein. Heidis Mist vom 22.3.21

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Syngenta und Bayer laden zur Tea-Party ein

22. März 2021

Heidi: „Was macht denn ihr hier bei diesem garstigen Wetter?“
Regenwurm: „Alle unsere Kinder sind tod, also müssen wir dringend für Nachwuchs sorgen, sonst sterben wir aus. Es sieht nicht gut aus!“
Heidi: „Was denn?“
Regenwurm: „Schau doch bei swiss-food.ch nach! Sie versuchen euch über den Tisch zu ziehen, auch zu unserem Schaden. Seid wachsam und denkt auch an uns, eure Helfer im Boden!“
Copyright: Sandra Walser

Wer ist swiss-food?

Heidi hat die folgende Einladung von swiss-food zugestellt erhalten.

Mit Schweizer Essen hat es nichts zu tun; swiss-food ist ein Internetauftritt der chinesischen Syngenta und der deutschen Bayer zur Bekämpfung der Trinkwasserinitiative und der Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide. Heidi nennt sie „Volkswohl-Initiativen“, die Bauern „extreme Agrarinitiativen“. So steht denn auch in der Einladung zum swiss-food-talk:

„Am kommenden 13. Juni stimmt das Schweizer Stimmvolk über zwei Agrar-Initiativen ab. Eine Annahme der Initiativen hätte gravierende Folgen für die regionale Produktion. Die Versorgung der Schweiz mit regionalen und erschwinglichen Lebensmitteln würde verunmöglicht.

Am nächsten Swiss-Food-Talk werden drei Experten zu den künftigen Herausforderungen und Chancen auf dem Gebiet der nachhaltigen Landwirtschaft sprechen. Die Referenten beleuchten das Thema aus einer globalen Optik und stellen den Bezug zur Schweiz her. Einer der Schwerpunkte wird die Digitalisierung in der Landwirtschaft sein. Und warum biologische und nachhaltige Landwirtschaft keine Synonyme sind.“

Der Swiss-Food-Talk findet in Form einer Videokonferenz am Montag, 29. März 2021, von 09.30 bis 11.00 Uhr, statt.

Die folgenden drei Referenten werden aus ihrer Perspektive die Thematik beleuchten und beantworten im Anschluss gerne Ihre Fragen.

  • Bill Wirtz, Senior Policy Analyst des Consumer Choice Centers in Brüssel (eine Organisation, die in über 100 Ländern Konsumentenanliegen vertritt
  • Dr. Lutz Merbold, Leiter Agrarökologie und Umwelt bei Agroscope, dem Kompetenzzentrum der Schweiz für landwirtschaftliche Forschung
  • Prof. Dr. Achim Walter, Professor für Kulturpflanzenwissenschaften im Institut für Agrarwissenschaften der ETH Zürich

Wer steckt hinter dem Consumer Choice Center?

Das Consumer Choice Center (CCC) ist eine gemeinnützige Lobbyorganisation, die im Februar 2017 gegründet wurde und Büros in den USA, Kanada und der Europäischen Union (EU) unterhält.

Das CCC sagt, dass es Lobbyarbeit gegen „paternalistische“ staatliche Regulierungen in über 100 Ländern betreibt; sie umfassen „Lebensmittel- und Landwirtschaftspolitik, Fett-/Zuckersteuer, Soda-Steuer, Lebensmittelkennzeichnung, Gesundheitsversorgung und Schadensbegrenzung, Handelsinitiativen (TTIP /TTP), Transport- und Luftfahrtregulierungen.“

Die Wurzeln von CCC

Die Mutterorganisation des CCC ist Students For Liberty (SFL), eine amerikanische libertäre Studentenorganisation, die mit den rechtsgerichteten Milliardären Charles und David Koch verbunden ist. Die Inhaber Charles (* 1935) und David Koch (1940–2019) betätig(t)en sich über Koch Industries politisch im libertär-konservativen und rechtspopulistischen Lager als Unterstützer der Tea-Party-Bewegung.

Der CCC erhielt eine Anschubfinanzierung und weitere 210’296 Dollar von SFL. Er beschreibt sich selbst als „völlig offen“ für Spenden von Unternehmen. Laut EU-Transparenzregister meldete der CCC für das Geschäftsjahr 2016/17 ein Gesamteinkommen von 3’761’438 € aus nicht näher bezeichneten Spenden und 3’982’000 € im Jahr 2017/18. Für das Jahr 2019 meldete er 1’000’000 € an Finanzmitteln, ebenfalls aus nicht näher bezeichneten Quellen.

Die Organisation hat finanzielle Unterstützung erhalten aus der Konsumgüter-, Energie-, Fertigungs-, Digital-, Gesundheits-, Kryptowährungs- und FinTech-Industrie. Sie hat auch Gelder vom Atlas Network erhalten, das dem Neoliberalismus bzw. dem Libertarismus zugeordnet wird, ebenfalls vom Geneva Network sowie von transnationalen Tabakunternehmen.

Mitarbeiter hatten früher oder haben derzeit Funktionen bei SFL inne.

Beziehung zur Tabakindustrie

Die CCC hat finanzielle Unterstützung von Japan Tobacco International (JTI) erhalten, einem international tätigen Tabakkonzern mit Sitz in Carouge im Kanton Genf in der Schweiz. JTI war 2017 Mitglied der CCC. Auf Anfrage lehnte JTI es ab, offenzulegen, was diese Mitgliedschaft beinhaltete und wie viel finanzielle Unterstützung damit verbunden war.

Darüber hinaus trug Frederik Roeder von CCC zu „Regulating Consumers?“ bei, einem Euractiv Special Report, der von JTI für 10’000 € gesponsert wurde. Im Jahr 2018 gab CCC an, dass es von Philip Morris International finanziert wurde. Im selben Jahr spendete Altria (Philip Morris) einen nicht näher bezeichneten Geldbetrag an CCC. Im Jahr 2020 gab CCC auf seiner Website an, dass es von British American Tobacco (BAT) Gelder zur Unterstützung von CCCs „tobacco harm reduction advocacy“ erhalten hat.

Versuch, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und IARC zu diskreditieren

Im September 2018 setzte der CCC drei Rundtischgespräche an, um „die Unzulänglichkeiten der WHO bei der Arbeit für eine bessere globale Volksgesundheit und die aktive Blockade gesünderer Technologien im Bereich der Schadensbegrenzung“ zu erörtern. Die Veranstaltungen verurteilten auch die Bewertung des Pestizids Glyphosat durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO als wahrscheinliches karzinogen für den Menschen. Keiner der eingeladenen Redner hatte eine Qualifikation im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Quellen: Consumer Choice Center, Tobacco Tactics, University of Bath, und Wikipedia

Lutz Merbold, Agroscope

Der Agroscope-Referent, Lutz Merbold ist erst seit 1.1.20 Leiter des Forschungsbereichs Agrarökologie und Umwelt. Die Leiterin von Agroscope, Eva Reinhard, war an verschiedenen Universitäten tätig und auch bei Sandoz Österreich. Von 2008 bis 2014 leitete sie als Vize-Präsidentin den «Direktionsbereich Produktionssysteme und natürliche Ressourcen» des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), dem auch die Zulassung von Pflanzenschutzmittel angehört. Seit 1.4.18 leitet sie Agroscope, die Forschungsanstalt des BLW.

Die BLW-Forschungsanstalt bekämpft mit zwei Studien die Volkswohl-Initiativen.

Lutz Merbold übernimmt den strategischen Forschungsbereich Agrarökologie und Umwelt. Medienmitteilung Agroscope vom 9.9.20

Neue Studie der Agroscope zur TWI zeigt vor allem eines: den Rollenkonflikt der Forschungsanstalt, Vision Landwirtschaft 16.3.21

Prof. Dr. Achim Walter, ETH Zürich

Der dritte Referent ist Achim Walter, Professor für Kulturpflanzenwissenschaften im Institut für Agrarwissenschaften der ETH Zürich. Er sehnt das Ende der chemischen Unkrautbekämpfung herbei. Die Zukunft sieht er vor allem in elektrisierten Lösungen.

Consumer Choice Center, Tobacco Tactics, University of Bath, und Wikipedia

Achim Walter über den Kampf gegen die Agrarchemie, Video youtube, © FAZ.NET

Bayer und Syngenta servieren Swiss Food. Infosperber 27.12.20

Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide? Heidis Mist vom 28.12.30

Kommunikationsplan AG als Söldner ausländischer Giftkonzerne. Lukas Fierz, Letting down Humanity vom 22.2.21

Bayer und Syngenta köcheln eine unappetitliche Suppe. Agrarlobby stoppen! 15.2.21

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Tödliches Recycling von Saatgut

12. Januar 2021

Gebeiztes Maissaatgut

Gebeiztes Maissaatgut

Umweltfreundlicher könntes es nicht tönen! Die Firma AltEn im Dorf Mead in Nebraska verarbeitet stärkehaltige Körner, etwa Maiskörner, zu Ethanol (Biotreibstoff). AltEn war anders als die übrigen Ethanol-produzierenden Fabriken in den USA, sie machten Werbung für das Recyclieren von überschüssigem Saatgut für landwirtschaftliche Unternehmen. Der Rohstoff war gratis, aber das Abfallprodukt zu stark pestizidbelastet als dass es als Tierfutter hätte verwendet werden können.

Gestank, der Geruch von etwas Verrottendem war in der Luft. Die Menschen berichteten über Augen- und Halsreizungen und Nasenbluten. Dann begannen Bienenvölker zu sterben, Vögel und Schmetterlinge wirkten desorientiert und Haushunde wurden krank und taumelten mit geweiteten Pupillen umher.

Derweil lagerten Rückstände aus der Fabrik im Freien, wurden gar als „Bodenverbesserer“ auf Feldern ausgebracht. Nach mehreren Beschwerden wurde gemesssen. Es ist dieser Abfall, von dem einige Forscher sagen, dass er Wasser und Boden gefährlich verschmutzt und wahrscheinlich auch eine Gesundheitsbedrohung für Tiere und Menschen darstellt. Sie verweisen auf Tests, die von staatlichen Behörden angeordnet wurden und bei denen Neonics in AltEn-Abfällen in einer Menge gefunden wurden, die ein Vielfaches dessen ist, was als sicher gilt.

Die Resultate: zum Teil „unvorstellbar hohe“ Werte von Neonicotinoiden. Dan Raichel, ein Anwalt des Natural Resources Defense Council (NRDC) sagte: „Wenn ich in diesem Gebiet leben würde, wo diese Mengen an Neonics ins Wasser und in die Umwelt gelangen, würde ich mir Sorgen um meine eigene Gesundheit machen.“

Mead ist ein Warnzeichen

Raichel und andere Beobachter sagen, dass die Situation in Mead ein Warnzeichen sei – ein Beispiel für die Notwendigkeit strengere Vorschriften zu erlassen für das mit Pestiziden beschichtete Saatgut, das von grossen Unternehmen wie der Bayer AG und Syngenta vermarktet wird.

Beamte des Bundesstaates haben nun die Firma wegen Nichteinhaltung verschiedener Vorschriften zur Verhinderung von Umweltverschmutzung gemahnt und zeigten sich in dem Brief besorgt, dass AltEn die Abfälle nicht ordnungsgemäss entsorgt hätte. Es sei möglich, dass kurz- und längerfristig das Oberflächenwasser und das Grundwasser“ verschmutzt würden.

Versäumnis der Behörden

Die Anwohner von Mead sagen, sie seien besorgt über Abfälle aus der Anlage, die nicht auf dem Werksgelände geblieben sind. Zusätzlich zu den Mengen, die bei Bauern auf Feldern verteilen wurden, scheinen pestizidbelastete Flüssigkeit ausgelaufen sowie aus den Abwasserseen in die angrenzenden Wasserwege gelangt zu sein.

Die BewohnerInnen von Meas sind auch unzufrieden darüber, dass die Behörden mehr als zwei Jahre nichts zum Schutz der Gemeinde getan haben.

Grundwasser grossflächig pestizidbelastet?

Weil AltEn seine Abwässer auch auf Anbauflächen ausgebracht hat, befürchten einige Bewohner von Mead, dass das Brunnenwasser, auf das ihre Häuser angewiesen sind, nun verunreinigt ist, während Forscher sich auch um eine mögliche Verunreinigung eines unterirdischen Grundwasserleiters sorgen, der den gesamten Mittleren Westen der USA mit Wasser versorgt.

There’s a red flag here’: how an ethanol plant is dangerously polluting a US village. Situation in Mead, Nebraska, where AltEn has been processing seed coated with fungicides and insecticides, is a warning sign, experts say. The Guardian vom 10.1.21

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Schweizer Landwirtschaft ohne Saatgut und Pestizide?

29. Dezember 2020

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Wenn es um Saatgut geht, dann dominieren die gleichen Firmen wie bei den Pestiziden: Syngenta (China) und Bayer (Deutschland), hinzu kommt CORTEVA (USA). CORTEVA agriscience entstand im Frühling 2019 durch Abspaltung des Bereichs Landwirtschaft von DowDupont. Der Name leitet sich ab von „Herz“ und „Natur“ (kohr-‚teh-vah), wie CORTEVA in der Medieninformation vom 6.3.19 erklärt.

Betrachtet man die „Zutaten“ bzw. die Basis, die es braucht, um Schweizer Landwirtschaft zu betreiben, dann ist der Selbstversorgungsgrad der Schweiz fast vernachlässigbar klein. Zur Saatgut-Abhängigkeit von den Weltfirmen kommt das aus den Niederlanden oder Nordafrika importierte Pflanzgut hinzu. Auch ein wesentlicher Teil der Pestizide und Dünger werden importiert, nicht zu reden vom Auslaufmodell-Phosphor!

Über diese Abhängigkeiten wurde seit Jahren informiert, nur hört es niemand und ein wesentlicher Teil der Landwirtschaft, Industrie und Politik versteckt sich aktuell hinter der Mär der nötigen Pestizide statt sich um die wirklichen Probleme zu kümmern wie Auslandabhängigkeit, Umweltverschmutzung, Biodiversitätsverlust, Gesundheit …

Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide? Heidis Mist vom 28.12.20

Die Schweiz ist den Saatgut-Konzernen ausgeliefert. Kurt Marti, Infosperber vom 1.8.18.

Die Saatgut-Konzerne diktieren unsern Speisezettel. Kurt Marti, Infosperber vom 20.9.18.

CONCENTRATION OF MARKET POWER IN THE EU SEED MARKET. IVAN MAMMANA, STUDY COMMISSIONED BY THE GREENS/EFA GROUP IN THE EUROPEAN PARLIAMENT. Januar 2014

Corteva™ Separates from DowDuPont to Form Leading Pure-Play Agriculture Company. Medieninformation CORTEVA vom 6.3.19

29.12.20 HOME

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