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Sankt Marketin – Beschützer der Ökonomen!

23. Februar 2020

Oh heiliger Sankt Marketin
Beschützer der Ökonomen!
Du Glanz im Auge der Investoren,
Quelle unerschöpflichen Profits,
erhalte uns unsere Glaubensregeln!
Stärke die Ignoranz der Medien
und die Sucht der KonsumentInnen,
bewahre uns vor bösen NGOs und Whistleblowern
und schliesse dem Volk stets Augen und Ohren
denn wir sind die wahren Eingeweihten dieser Zeit.

Danke, liebe NaNa, für den Cartoon, das Gebet und die Erweiterung der Heiligengalerie. Nach der Sankt Exkrementia nun der Sankt Marketin! Auslöser für diese Heiligsprechung waren drei Artikel in der NZZ.

Ökonomen unter sich

Titelbild der neuesten UFA-Revue mit Werbung für Glyphosat. Foto: Werner K.

Titelbild der neuesten UFA-Revue mit Werbung für Glyphosat. Foto: Werner K.

Interview: Agrarchemie-Chef von Bayer: «Glyphosat von Monsanto ist eines der umweltfreundlichsten Produkte im Markt». Christoph Eisenring, NZZ 29.1.20:

„Es gibt kaum einen Konzern, der so polarisiert wie der Saatguthersteller Monsanto. Er hat dem Käufer Bayer zudem Tausende von Klagen eingebrockt. Liam Condon, Agrarchemie-Chef bei Bayer, wehrt sich im Gespräch gegen die Verteufelung synthetischer Wirkstoffe.“

Und schwups gehört der Autor zur Gemeinde der Gläubigen … z.B. … Ist es so abwegig zu denken, dass auch die Mitarbeiter von Pharma- und Chemiefirmen an etwas Sinnstiftendem interessiert sind, indem sie etwa die Ernährungssicherheit verbessern?

Kommentar: Ob Gentechnik oder Glyphosat: Die Angstmacherei gefährdet unseren Wohlstand, Christoph Eisenring, NZZ 18.2.20:

„Drei Viertel der Schweizer fürchten sich vor grüner Gentechnik, obwohl es wissenschaftlich dazu keinen Grund gibt. Nichtregierungsorganisationen verstehen es, diese Ängste zu bewirtschaften – und Politiker lassen sich von ihnen treiben. Das vertreibt Forscher aus Europa und schadet dem Standort.“

Der wissenschaftliche Streit um die Gefährlichkeit von Glyphosat geht weiter. NZZ, Stephanie Lahrtz 5.4.18

Nach wie vor stuft nur eine der grossen internationalen Bewertungsbehörden Glyphosat als eventuell krebserregend ein. Doch vielleicht sind Beimischungen in den Unkrautvernichtungsmitteln die wahren Übeltäter.

The Intersection of Psychology and Marketing: The fun part about marketing is the opportunity to discover new ways to trigger favorable emotional responses from consumers. Entrepreneur 28.9.16

Grundwasserbeobachtung NAQUA: Sankt Exkrementia. Heidis Mist 18.8.19

23.2.20 HOME

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Sonderpublikation zu synthetischen Pestiziden

12. Dezember 2019
Magazin 2/2019 Bodenfruchtbarkeitsfonds, Seite 22. Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Magazin 2/2019 Bodenfruchtbarkeitsfonds, Seite 22. Copyright: Johann G. Zaller, BOKU Wien

Magazin Bodenfruchtbarkeitsfonds 2/2019: „Niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte wurden todbringende Substanzen in solchen Mengen weltweit auf den Böden verteilt. Die Folgen sind schwer bis überhaupt nicht abzuschätzen. Der Einsatz von synthetischen Pestiziden ist ein Thema mit vielen Unbekannten, erheblichen existenzgefährdenden Risiken und einer Menge ungeklärter Verantwortungs- und Haftungsfragen.“

Anfang 2020 wird die Bio-Stiftung Schweiz eine Sonderpublikation zu diesem Thema herausgeben. Sie möchte damit zur Bewusstseinsbildung beitragen. Dabei ist für sie wichtig, dass sehr viele Aspekte aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben werden, damit ein möglichst umfassender Überblick möglich wird.

In etwa dreissig Beiträgen kommen ExpertenInnen zu Wort. Sie berichten von ihren Forschungsergebnissen, von ihren Zukunftsvisionen und die Praktiker von ihren Erfahrungen mit einer landwirtschaftlichen Produktion, die ohne synthetische Pestizide auskommt.

In ihrem neuesten Magazin veröffentlichte die Stiftung vorab Auszüge aus den Beiträgen von Prof. Johann Zaller (Universität für Bodenkultur Wien), Urs Brändli (Präsident Bio Suisse), Roland Lenz (Bio-Winzer der Jahre 2015 und 2018) und Claudia Daniel (Forschungsinstitut für Biologischen Landbau FiBL Schweiz). Damit möchte die Stiftung das Interesse der LeserInnen wecken, diese aber auch dazu motivieren, die Sonderpublikation im Voraus zu bestellen.

Fazit von Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

Prof. Johann G. Zaller, Universität für Bodenkultur Wien

„Zaghaft werden mittlerweile auch von der Politik die negativen Auswirkungen des Pestizideinsatzes erkannt. In zahlreichen Ländern, so auch der Schweiz, wurden Aktionspläne zur Verringerung von Pestizidrisiken verabschiedet.

Ein beliebtes Motto von Landwirtschaft und Agrochemieindustrie ist dabei immer, dass ohnehin nur «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» an Pestiziden eingesetzt werden. Ganz ernst gemeint scheint das aber nicht zu sein, da Herbizide in der konventionellen Landwirtschaft noch immer eingesetzt werden, obwohl die biologische Landwirtschaft erfolgreich zeigt, dass es sehr wohl ohne Herbizide geht.

Fest steht, dass insgesamt noch zu wenig zum Schutz unserer Umwelt und Gesundheit vor Pestiziden getan wird. Letztendlich braucht es den politischen Willen und Mut, die Interessen und Machtbeziehungen, die die pestizidintensive Landwirtschaft fördern, kritisch zu hinterfragen …“

Unterstützen Sie die Bio-Stiftung Schweiz!

Bio-Stiftung Schweiz: „Hilfreich wäre auch, wenn Sie gleich mehrere Ausgaben bestellen und sie später an Freunde, Bekannte, Kunden oder Mitarbeiter verschenken würden. Denn dadurch können Sie das Projekt unterstützen, mit ermöglichen und zu seiner Finanzierung und Verbreitung beitragen. Auch Spenden, Schenkungen und Legate für unsere Aktivitäten für fruchtbare Böden und eine pestizidfreie Welt sind herzlich willkommen, darauf sind wir als operative Initiativstiftung angewiesen, da wir nicht mit einem grösseren Vermögen ausgestattet sind. Die Transformation der weltweiten Ernährungssysteme hin zu einer Ökologischen Landwirtschaft lässt sich nur mit vereinten Kräften schaffen.“

Bestellung ab Dezember 2019 an info@bio-stiftung.ch.

Johann G. Zaller ist Professor für Ökologie an der Universität für Bodenkultur Wien und Verfasser des Buches Unser täglich Gift.

Magazin 2/2019, Bodenfruchtbarkeitsfonds c/o Bio-Stiftung Schweiz

Bodenfruchtbarkeitsfonds

Bio-Stiftung Schweiz

Hamburger Hafen: Drehscheibe für gefälschte Pestizide, Heidis Mist 5.9.18


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