Posts Tagged ‘tote Fische’

Immer wieder: Sauerstoffmangel im Wasser, giftige Algen, tote Fische

12. August 2017
Quelle: Agrarbericht Bundesamt für Landwirtschaft 2016

Quelle: Agrarbericht Bundesamt für Landwirtschaft 2016

Eine im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlichte Studie von Forschern amerikanischer Universitäten zeigt, dass die Verschmutzung der Gewässer mit Stickstoff aufgrund der Klimaerwärmung weiter steigen wird. In Gebieten mit zunehmendem Regen und extremem Wetter werden mehr Nährstoffe in die Flüsse geschwemmt. Diese Erkenntnis untermauere den dringenden Handlungsbedarf in der Landwirtschaft: Senken des Einsatzes von Stickstoffdüngern.

Eutrophication will increase during the 21st century as a result of precipitation changes, Science 28.7.17.

The Nitrogen Problem: Why Global Warming Is Making It Worse, YaleEnnvironment360, Richard Conniff, 7.8.17.

Problem fern? Und doch so nah!

Zum Beispiel in Kreuzlingen: Fischsterben im Ziegeleiweiher von Kreuzlingen. Hunderte Fische sind tot. Als Ursache wird eine Kombination von giftigen Algen und akutem Sauerstoffmangel vermutet. Die Algen produzieren ein Lebergift, welches unter bestimmten Umständen für Mensch und Tier hautreizend oder giftig wirken kann.

Hunderte Fische in Weiher bei Kreuzlingen verendet, SRF 11.8.17.

Unklares Fischsterben am 11.7.17 in einem Fischweiher des Angelsportvereins im Ortsteil Piesbach, Deutschland. Am Nachmittag entdecken Passanten hunderte toter Fische, die an der Oberfläche des Weihers in der Nähe der Prims schwimmen. Warum der Weiher in Nalbach kurz vor dem Umkippen steht, ist nicht ganz klar. Möglicherweise sind aber mit den starken Regenfällen der vergangenen Tage auch Schadstoffe in das Gewässer gelangt und haben den Prozess begünstigt.

Feuerwehr rettet tausenden Fischen das Leben, Breaking News Saarland 13.7.17

Abwarten und Tee trinken oder handeln?

Zitat aus dem Agrarbericht 2016 des Bundesamts für Landwirtschaft:
„Fazit – Das agrarpolitische Etappenziel für 2015 für die maximalen Stickstoffverluste wird kaum erreicht …

Es ist zu erwarten, dass die Agrarpolitik 2014-2017 zu tieferen Stickstoffverlusten aus der Schweizer Landwirtschaft führen wird. Dennoch sind weitere und grosse Anstrengungen im Bereich der technologischen und betrieblichen Innovation zur Steigerung der Effizienz notwendig, um die Ziele zu erreichen. Wo dies nicht ausreicht, braucht es eine Anpassung der Produktionsintensität an die Tragfähigkeit der Ökosysteme …“

Stickstoff in der Landwirtschaft, Agrarbericht 2016, Bundesamt für Landwirtschaft

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Gülle: Dünger oder Gewässerverschmutzerin?

2. März 2015
Copyright: Reto

Copyright: Reto

Der Umgang mit Gülle erfordert einiges an Fachwissen, damit die Gülle ein wertvoller Dünger ist und nicht etwa die Gewässer oder das Grundwasser verschmutzt. Besonders im Frühling, wenn die Böden nach der Schneeschmelze noch nass sind, ist Vorsicht angebracht. Heidi hat folgenden Brief erhalten:

Liebes Heidi

Wir spazierten mit dem Hund, da sah ich im Bach Schaum. Das Wasser war bräunlich. Ich kann mir nicht vorstellen, woher der Dreck kommt. Ein Gülle- oder Abwassereinleitung? Eine frisch begüllte Wiese war nicht zu sehen … Du kannst die Fotos verwenden.

Freundliche Grüsse Reto.

Danke, Reto! Wertvolle Informationen zum aktuellen Thema: Gülle ausbringen bei Schnee und Frost, UFA-Revue Newsticker vom 2.3.15

Hier noch zwei negative Beispiele:

Schaffhausen, Gülle verschmutzt Gewässer: „In Schleitheim SH wurde am Donnerstag ein Bach durch widerrechtliches Ausbringen von Gülle verschmutzt. Der Landwirt wurde verzeigt, die Auswirkungen auf die Umwelt werden untersucht.“ Schweizer Bauer vom 2.3.15

Bern, 1000 Fische sterben wegen Gülle: „Vergangenen Montag ging die Meldung bei der Kantonspolizei Bern ein, wonach bei einem Landwirtschaftsbetrieb in Bütschwil (Gemeinde Schüpfen BE) Jauche ausgetreten sei.“ Schweizer Bauer vom 24.2.15

Copyright Reto

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2.3.15 HOME

Direktzahlungen auch für Nichtberechtigte?

13. Februar 2014
Alle Bauern, nicht nur die DirektzahlungsbezügerInnen, müssen die Umwelt-, Gewässerschutz- und Tierschutzgesetzgebung einhalten.

Alle Bauern, nicht nur die DirektzahlungsbezügerInnen, müssen die Umwelt-, Gewässerschutz- und Tierschutzgesetzgebung einhalten.

Oft kümmern sich die Behörden nur noch um Details. Die Grundsätze weichen in den Hintergrund. Zum Beispiel die Voraussetzungen für den Bezug von Direktzahlungen gemäss Bundesgesetzes über die Landwirtschaft (LwG), 3. Titel: Direktzahlungen, 1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen, Artikel 70a Voraussetzungen.

1 Direktzahlungen werden ausgerichtet, wenn:
a, b, …
c.  die für die landwirtschaftliche Produktion massgeblichen Bestimmungen der Gewässerschutz-, der Umweltschutz- und der Tierschutzgesetzgebung eingehalten werden;

Heidi meint: „Der Gewässerschutz ist nicht ausreichend in der Direktzahlungsverordnung verankert.“

Ein Bekannter erzählte Heidi, er habe Gülle in einem Bach gesehen. Der Bauer, darauf angesprochen, sagte: „Das geht dich nichts an!“ Der Unerschrockene liess nicht locker, ging zur Gemeinde. Dort zuckte man mit den Achseln, wollte nichts unternehmen. Es brauchte viel Überzeugungskraft bis sich ein Beamter mit der Angelegenheit befasste. Was dabei herausgekommen ist? Das wissen die Götter. Ähnliche Geschichten hat Heidi schon viele gehört … und auch selbst erlebt!

Der Fischereiverband Kanton Luzern kritisieren die Behörden seit Jahren wegen der vielen Gewässerverschmutzungen. Immer noch viel zu viele Gewässerverschmutzungen lautet der Titel der Medieninformation Fischereiverband des Kantons Luzern vom 29.1.14. Im Jahre 2013 waren es 69, davon 36 durch Gülle. „Wir erwarten endlich eine signifikante Abnahme …“ fordert der Präsident des Fischereiverbands, Franz Häfliger. Behörden und Bauernverband hoffen auf die Wirkung ihrer Informationskampagnen. Und die Staatsanwaltschaft? Sie setzt seit einem Jahr auf eine einheitliche Praxis. Dadurch seien die Strafen strenger geworden, erklärte der Oberstaatsanwalt Daniel Burri, siehe Die Diskussion über den richtigen Umgang mit Güllensündern, SRF Regional vom 5.2.14.

Wer zahlt die Schäden?

Interessanterweise stellt der Luzerner Fischereiverband auch die Geld-Frage. „Wie schwer sind die einzelnen Unfälle? Wie gross ist der Schaden? Wie lange bleibt ein Bach leblos? Solche Fragen sind aussagekräftiger als die Statistik. Dazu kommt, dass das Zerstören von Lebensräumen im und am Wasser genauso schlimm ist wie tote Fische … Der finanzielle und wirtschaftliche Schaden der Gewässerverschmutzungen müssen beziffert werden. Denn jedes Unglück betrifft Fischer, Land- und Gewässereigentümer und hat kostspielige Reparatur- und Revitalisierungsmassnahmen zur Folge …“ Die Forderung der Fischer ist klar: Taten statt Worte!

13.2.14 HOME


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