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Wir bringen ihnen Seife, aber sie haben kein Wasser

10. April 2020
Hütten in einer Landarbeitersiedlung in Almeria

Hütten in einer Landarbeitersiedlung in Almeria

Heidi hat diesen Artikel aus dem Spanischen übersetzt mittels DeepL.
El confinamiento bajo el mar de plástico de Almería: „Les llevamos jabón, pero no tienen agua“, Eldiario vom 6.4.20

In Almeria warnen die sozialen Einrichtungen und Gewerkschaften vor der Gefahr der Ausbreitung des Coronavirus, denn die Siedlungen der Landarbeiter sind überfüllt und ohne Grundversorgung, so dass die Einhaltung der Präventionsmassnahmen nicht möglich ist.

„Wir können keine Lebensmittel oder irgendetwas anderes kaufen. Das Rote Kreuz kam vor zwei Wochen, aber wir haben keine mehr und können nicht einmal mehr einkaufen gehen. Von der Barackensiedlung Atochares in Níjar (Almería) aus beschreibt Nora eine dramatische Situation, die schon seit langer Zeit andauert. Unter dem Meer aus Plastik, das jeder kennt, leben Tausende von Menschen mit nichts: Sie haben keine Papiere, kein Licht, kein Trinkwasser und kaum ein Dach über dem Kopf. Das Coronavirus hat diese Menschen in armseligen Hütten ohne Grundversorgung eingesperrt. Heutzutage, so sagen sie, hätten sie kaum noch Arbeit. Es wird berichtet, dass das Coronavirus eine bereits dramatische Situation noch verschlimmert hat.

„Wir nehmen die Karaffen und bringen sie mit einem Karren. Fast niemand hier hat ein Auto“, sagt Nora, die dann hinzufügt, dass es einigen Menschen schlechter geht, weil es auch Armutsgrade gibt: In Atochares haben sie eine Wasserversorgung in der Nähe, erklärt sie. Es ist nicht trinkbar, aber es ist gut für sie, sich zu waschen.

Sie wurde nicht vom Stadtrat installiert, sondern von einigen Personen kurz vor der Explosion des Ganzen. „Vor Monaten verschenkte eine Organisation 400 Meter Polyethylenrohr, und die Einwohner selbst gruben den Graben, stellten die Verbindung her und verlegten zwei Punkte. Eine vierstündige Aktion und 300 Euro Material wurden eingesetzt, um ein so grundlegendes Gut wie Wasser bereitzustellen. Wenn sie es getan haben, warum hat die öffentliche Hand nicht den Rest gemacht“, fragt José García Cuevas, Sprecher der Gewerkschaft SOC-SAT in Almería und einer der Teilnehmer.

Auch Juan Miralles, Provinzkoordinator von Almería Acoge, versteht nicht, warum die derzeitige Versorgung nicht gewährleistet ist. „Wir bringen ihnen Seife, aber sie haben kein Wasser“, protestiert er. „Wir sprechen hier über ein sehr grosses Gebiet. Es gibt überall Rohre. Man nimmt ein Rohr und setzt einen Wasserhahn ein. Wir verstehen nicht, wie es so kompliziert ist, auch nur vorübergehend, eine Wasserversorgung in der Nähe der Siedlungen zu gewährleisten.

„Anschlüsse haben“

Miralles zufolge waren die Verwaltungen immer zurückhaltend, weil sie verstehen, dass sie damit der Legalisierung Tür und Tor öffnen würden. Aber in einer Krise wie der gegenwärtigen sollte sich diese Priorität vielleicht ändern. Dies gilt umso mehr, als der Erlass vom 17. März ein Verbot der Aussetzung der Grundversorgung schutzbedürftiger Verbraucher enthält: „Es ist weder teuer noch schwierig. Die Armee könnte das ohne weiteres tun, ebenso wie die städtischen Techniker.

Aus den konsultierten Quellen geht hervor, dass die militärische Notstandseinheit in Almería kaum eingegriffen hat, im Gegensatz zu den Geschehnissen in den Siedlungen von Huelva, wo mehrere Wasserzisternen installiert wurden. Auch der Stadtrat, der für die Wasserversorgung zuständig ist, löst nach Ansicht der Sozialpartner das Problem nicht. „Warum, weiss ich nicht. Wir haben das Gefühl, dass es sehr langsam vorangeht“, protestiert Miralles. „Die Bürgermeisterin von Níjar [Esperanza Pérez von der PSOE] selbst sagt, sie habe einen Plan, aber sie hat nicht gehandelt“, fügt García Cuevas hinzu.

Der Bürgermeister erklärt, dass die Situation nicht so schlimm ist, weil es viele illegale Anschlüsse gibt. „Sie haben Anschlussmöglichkeiten. Sie wurden periodisch gekürzt, und seit Januar ist das nicht mehr geschehen“, fährt sie fort. Diese Verbindungen würden in jedem Fall zu dem von den Gewächshäusern verwendeten Nichttrinkwasser führen, das aus der Entsalzungsanlage von Carboneras stammt. Pérez räumt ein, dass die Bedingungen „nicht die geeignetsten sind“ und dass sie „allgemeine“ Anfragen von den NGOs erhalten haben, sagt aber, dass Níjar sich von anderen Gebieten unterscheidet: „Die Siedlungen liegen neben den Gewächshäusern, und es gibt dort Kanäle. Und wir konnten überprüfen, ob sie Wasser haben.

„Wir brachten einen Draht an, aber die Guardia Civil schnitt ihn ab.“

Der Mangel an Grundversorgungsgütern wie Strom und Wasser hat in anderen Teilen Andalusiens bereits zu Beschwerden und Forderungen geführt. In der vergangenen Woche berichteten die Medien, dass ein Erdbeerarbeiter in Huelva das Gesundheitsministerium, den Stadtrat von Lepe, das Gesundheitsministerium und das Verteidigungsministerium der spanischen Regierung verklagt hatte, weil er nicht in der Lage war, aus einer menschenunwürdigen Behausung ohne Zugang zu Wasser oder Grundversorgung auszuziehen, was „eine Verletzung des Rechts auf Wasser und sanitäre Einrichtungen als ein wesentliches Menschenrecht“ darstellt.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Stromversorgung. „Hier fehlt es an Licht, wir haben immer Probleme. Wir haben ein grosses Kabel verlegt, aber die Guardia Civil kam und kappte das Kabel vor einem Monat. Sie sagten uns, dass das nicht machbar sei“, sagt Nora. Der Bürgermeister versichert uns, dass Endesa seit Januar keine Kürzungen vorgenommen hat.

„Sie nehmen das Licht und es ist eine Gefahr, denn die Drähte liegen überall am Boden, jeden Tag passiert etwas. Ja, es ist wahr, dass viele Siedlungen brennen. Aber ohne Licht können sie nicht leben, weil es so kalt ist“, sagt Araceli Fuentes.

Fuentes, eine Ordensfrau aus dem Distrikt San Isidro, kennt die Realität der Siedlungen und ihrer Bewohner sehr gut, und heutzutage setzt sie sich vermehrt ein, um denen zu helfen, die nichts haben. Letzte Woche verteilte sie mit Hilfe der Guardia Civil und des Militärs Lebensmittel in den Baracken, und diesen Freitag tat sie dies an einem Ort ihrer Gemeinde.

Die Frau beschrieb die Situation mit einem starken Satz: „Sie befinden sich in enorm untermenschlichen Verhältnissen.

Die Schwierigkeit, ohne Papiere zu arbeiten

Nach Angaben der SOC-SAT leben in diesen Siedlungen etwa 7’000 Menschen, davon 4’000 in der Region Níjar und etwa 3’000 in anderen Städten. Allein in Níjar gibt es rund 90 Siedlungen. Einige von ihnen, wie Barranquete, Cortijo Domingo und Los Nietos, sind authentische Dörfer.

Die heutige Einschränkung der Bewegungsfreiheit verschlimmert ihre Situation. Die Mehrheit hier hat keine Papiere. Und in diesen Tagen der Pandemie sind sie doppelt bestraft. „Viele Chefs können Menschen ohne Papiere nicht zur Arbeit gehen lassen. Wenn du zur Arbeit gehst, fragen sie dich, ob du Papiere hast, und wenn du sie nicht hast, kannst du nicht“, sagt Nora. Diejenigen, die arbeiten, tun dies für vier oder 4,50 Euro pro Stunde, sagt sie.

Die Unmöglichkeit, mit Papieren zu beweisen, dass sie arbeiten, schränkt ihre Möglichkeiten ein, sie müssen jeden Morgen auf der Suche nach einem Verdienst umherziehen. „Landarbeiter arbeiten nicht immer im gleichen Gewächshaus, sondern rotieren in einem Radius von 15 Kilometern“, erklärt Miralles. „Das ist untergegangen. Wir wissen, dass es Landwirte gibt, die Schwierigkeiten haben, Arbeitskräfte in ihrer Nähe zu finden“. Laut García Cuevas ist die Arbeitsaufsicht überlastet, und dies könnte Missbräuche erleichtern.

Sie haben zum grossen Obstgarten Europas beigetragen

Diese verarmten Arbeitskräfte, die sich in einer irregulären Situation befinden und in Hütten zusammengepfercht sind, haben zum Aufbau des grossen Obstgartens Europas beigetragen. Almeria, das im vergangenen Jahr erneut Rekorde brach, exportierte Obst und Gemüse im Wert von 3’079 Millionen Euro gemäss den vom regionalen Landwirtschaftsministerium beim ICEX erhobenen Daten. Das sind 10,4% mehr als im Jahr 2018. Mehr als doppelt so hoch wie in der nächsten andalusischen Provinz Huelva. García Cuevas bringt ein weiteres Paradoxon zum Ausdruck: „Viele sind Produkte der biologischen Landwirtschaft, aber die soziale Verantwortung fällt durch ihr Fehlen auf“.

Ombudsmann drängt zum Handeln

In diesen Tagen teilen sich die Freiwilligen von Almeria Acoge die Arbeit mit dem Roten Kreuz, den Ärzten der Welt und CEPAIM. Sie sind an der Reihe, „Informationen in einer Sprache zu geben, die sie verstehen, sie zu begleiten, sie zu beruhigen und zu fragen, ob etwas fehlt“, so Juan Miralles. Sie besuchen täglich die Siedlungen und Bauernhäuser. Es gibt immer noch Orte, in denen sie sich nicht bewusst sind, wie wichtig es ist, grundlegende Präventionsmassnahmen zu ergreifen, wie z.B. sich die Hände mit Seife zu waschen. Die Organisation, die ihre Türen für die Öffentlichkeit geschlossen hat, hält eine Wäscherei und fünf Duschen offen.

Die Organisationen haben auch einen Plan zur Einrichtung eines verlassenen Hotels unter der Kontrolle von „Ärzte der Welt“ ausgearbeitet, in dem mögliche positive Fälle isoliert werden sollen. Wenn sie schliesslich in Betrieb genommen wird, muss sie unter der Genehmigung der Gesundheitsbehörden stehen.

Diesen Freitag gab der andalusische Ombudsmann Jesús Maeztu eine Warnung heraus: Es sei „dringend“, dass sich die Verwaltungen des Staates, die andalusische Regierung und die Stadträte koordinieren, um die Deckung der Grundbedürfnisse in diesen Siedlungen zu gewährleisten. Die Eindämmungsmassnahmen „haben die prekären Bedingungen, unter denen diese Menschen leben, verschärft“, sagte der Ombudsmann und warnte: „[Die Massnahmen] sind unmöglich einzuhalten, wenn grundlegende Rechte wie der Zugang zu Wasser oder Nahrung nicht garantiert sind.

Unter dem Meer aus Plastik hat sich das Leben wenig verändert. Als das Coronavirus eintraf, war das Elend bereits da. Es gibt kein Licht, kein Wasser, wenig Essen und nachts ist es kalt, aber die Kinder gehen trotzdem mit dem Ball auf den Platz, während die Männer Dame spielen, sagt Araceli Fuentes: „Wir haben Glück: Es gibt Gott sei Dank noch immer keine Kranken. Aber wenn etwas passieren würde, dann wäre es gewaltig, denn sie stehen sehr nahe beieinander und sie gehen hinaus, sie sind nicht eingeschränkt“.

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El confinamiento bajo el mar de plástico de Almería: „Les llevamos jabón, pero no tienen agua“, Eldiario vom 6.4.20

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Chlorothalonil R471811 wird zum Problem

1. Februar 2020
Heidi hat diesen Text schon einmal veröffentlicht, aber er ist immer wieder schön!

Heidi hat diesen Text schon einmal veröffentlicht, aber er ist immer wieder schön!

Am 10.9.19 fragte Heidi Bundesrat Guy Parmelin: „Und wie, Herr Agrarminister, erklären Sie der Schweizer Bevölkerung, dass der Metabolit Chlorothalonil R471811 in der EU als „relevant“ eingestuft wurde, in der Schweiz aber nicht? Das heisst er muss weder kontrolliert werden, noch gilt ein Grenzwert. Chlorothalonil R471811 darf bei uns, nicht aber in der EU, in beliebigen Konzentrationen im Trinkwasser vorkommen.“ Parmelin antwortete auf Heidis Brief, aber nicht auf diese konkrete Frage.

In der Zwischenzeit hat man in Bern gemerkt, dass diese Regelung bei vielen Leuten nicht gut ankommt. Seit Dezember 2019 gelten auch in der Schweiz alle Metaboliten von Chlorothalonil als „relevant“. Und nun haben die Wasserversorger ein grosses Problem. Kurt Seiler, Leiter des Interkantoalen Labors, gab gegenüber dem Tages-Anzeiger Auskunft:

„Bereits als gesichert gilt laut Seiler Folgendes: Der neu unter den Grenzwert fallende Metabolit R471 811 kommt in deutlich höheren Konzentrationen vor als R417 888, der letztes Jahr in aller Munde war. Die bislang vorliegenden Resultate würden die Befunde der Eidgenössischen Wasseranstalt Eawag bestätigen. In den meisten Fällen dürfte es laut Seiler nicht mehr möglich sein, das Problem mit Wasserverdünnen zu lösen. Zudem ist die Zahl der betroffenen Wasserversorgungen gewachsen: «Es gibt wohl kaum eine Wasserversorgung in landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Regionen, die nicht betroffen ist.»“

Kommentar des letzten obersten Grundwasserschützers der Schweiz

Daniel Hartmann war Chef der Sektion Grundwasserschutz beim Bundesamt für Umwelt (BAFU). Anlässlich seiner Pensionierung 2014 wurde diese Sektion abgeschafft. Heidi hatte darüber berichtet. Er setzt sich aber weiterhin für den Gewässerschutz ein und schreibt immer wieder Kommentare, z.B. zum aktuellen Artikel im Tages-Anzeiger. Hartmann weiss, wovon er spricht:

Alle bemühen sich, „neue Lösungen“ zu finden. Das ist Teil eines bewährten Spiels auf Zeit: Bis die „neuen Lösungen“ bewertet und genehmigt sind, bis der Bund Geld für diese „Lösungen“ lockermacht (die Landwirtschaft wird sich auch diese wieder vom Steuerzahler subventionieren lassen), ziehen Jahre ins Land und alles bleibt wie’s ist, wie z.B. schon beim Verzögern des Atrazinverbots, beim Rückzug des Pestizidverbots bei Trinkwasserfassungen, Güllelagerkapazität, Gülleverbot im Winter, ordnungsgemäss ausgeschiedene Zuströmbereiche und deren Vollzug usw. Ginge es den Verantwortlichen wirklich um wirksame Lösungen, würden sie längst eingesetzt.

Lesen Sie den ganzen Bericht im Tages-Anzeiger:

Nulltoleranz für Pestizide im Trinkwasser? «Keine Hektik»! Stefan Häne, Tages-Anzeiger 31.1.20

Pestizidrückstände im Trinkwasser, 10vor10 vom 31.1.20

Das BLV informiert: Vorgehen bzgl. Chlorothalonil-Metaboliten in der Schweiz, SVGW 31.1.19

Sehr geehrter Herr Agrarminister Parmelin, Heidis Mist 10.9.19

Bundesrat Guy Parmelin antwortet Heidi auf ihren Brief, Heidis Mist 9.10 19

Mini-Rückblick mit Zahlen und Fakten, Heidis Mist 31.12.14

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SO: Trinkwasserquelle oder Güllesenke? Das ist die Frage!

1. Januar 2020
Kartenausschnitt 1981: Es war einmal eine Wiese in Wisen SO an der Grenze zwischen den Kantonen Solothurn und Baselland.

Kartenausschnitt 1981: Es war einmal eine Wiese in Wisen SO an der Grenze zwischen den Kantonen Solothurn und Baselland.

Liebe Leserin, lieber Leser

Bitte nicht erschrecken – der erste Arikel 2020 ist lang. Der Fall Wisen SO zeigt exemplarisch wie immer wieder der Schutz von Gewässern ver- und behindert wird beim Durchsetzen von Eigeninteressen einzelner Personen.

Die Gewässerschutzgesetzgebung und das Raumplanungsgesetz zum Bauen ausserhalb der Bauzone werden umgangen, die zuständigen kantonalen Behörden kennen die lokalen Verhältnisse oft nicht, waren noch nie am Ort des Geschehens, wissen nicht, ob Auflagen wie der Abbruch einer alten Baute verwirklicht wurden, sehen nicht Gebäude, welche ohne Baubewilligung aufgestellt wurden. Wie beim Gewässerschutz, so auch beim Bauen schauen Behörden gerne weg und überlassen den Vollzug „bösen“ Nachbarn oder dem Nimmerleinstag. Noch weiter von der Realität entfernt sind Richter. So wird geschummelt und gelogen.

Schauen wir uns also nach einem kleinen Abstecher ins Parlament und das Grundwasser im Kanton Solothurn den Fall Wisen an.

Versorgungsproblem Trinkwasser?

Der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri macht sich Sorgen um das Trinkwasser. Er reichte am 26.9.19 die Interpellation 19.4249 ein: „Haben wir in Ackerbaugebieten bald ein Versorgungsproblem beim Trinkwasser?“

Fluri (Wikipedia) ist seit 1993 Stadtpräsident von Solothurn und somit von Amtes wegen Präsident der Regio Energie Solothurn, welche im Raume Solothurn erste Anlaufstelle für Energie, Wasser, Energieeffizienz und Gebäudetechnik ist. Seine Regio Energie Solothurn betreibt seit Jahrzehnten eine Ihrer Wasserfassungen ohne Schutzzone. Das aber stört Fluri offenbar nicht. Fluri ist zudem Bezirksvertreter und juristischer Berater von Pro Natura Solothurn.

Kanton Solothurn: Nitrat im Grundwasser

Der Kanton Solothurn hat Probleme mit der Qualität des Grundwassers. Das Nitrat-Pionierprojekt Gäu ist das grösste Projekt gemäss Gewässerschutzgesetz (GSchG) Art. 62a. Es läuft seit dem Jahre 2000, d.h. seit 20 Jahren. Wir zahlen mit Bundessteuern den grössten Teil der Kosten für Massnahmen; 2018 allein waren es 829’690 Franken.

Das Problem im Gäu ist, dass das Grundwasser vorwiegend durch Versickern von Regenwasser entsteht; es wird nicht durch Zufluss von weniger belastetem Wasser verdünnt. Verdünnung ist ein Zauberwort, nicht nur in der Landwirtschaft!

Dieses Projekt wird seit 2017 vier Jahre lang von 18 Forschenden aus fünf Institutionen wissenschaftlich begleitet (NitroGäu), denn man möchte wissen, ob es effizient und wirksam ist. Der Projektbeirat umfasst 12 Personen. Finanziert wird das grosse Projekt vom Bundesamt für Landwirtschaft und dem Amt für Umwelt, Solothurn. Erste Resultate zur Nitratauswaschung im Gemüsebau bestätigen das erhebliche Nitratauswaschungspotenzial unter bzw. nach Gemüsekulturen im Freiland.

Und schon gibt es weitere Probleme: Der Nitratgehalt des Grundwassers steigt in Schnottwil, was die Behörden beunruhigt. Ein zweites Nitrat-Projekt ist geplant.

Wisen SO: Bauen und güllen in der Grundwasserschutzzone

Derweil lässt der Kanton Solothurn in Wisen in einer Grundwasserschutzzone S2 (bzw. SIIB, Erklärung folgt später) das Ausbringen von Gülle zu. Mitten in der Schutzzone befindet sich ein Bauernhof. Heidi nimmt Sie, liebe LeserInnen, auf eine Zeitreise durch Karten mit und zitiert aus einem Bundesgerichtsentscheid.

Kartenausschnitt 1982: Ein Bauernhof wurde auf der freien Wiese gebaut. Legende: rosa = Karstgebiet, gelb = Schutthang.

Kartenausschnitt 1982: Ein Bauernhof wurde auf der freien Wiese gebaut. Legende: rosa = Karstgebiet.

Anfang 1980er Jahre wurde an der Grenze zum Karstgebiet, das sich vom Hauenstein zum Wisenberg erstreckt, ein Bauernhof für rund 25 Kühe und 10 Tränkekälber gebaut.

Kartenausschnitt 2006: Der Bauernhof wurde vergrössert.

Kartenausschnitt 2006: Der Bauernhof wurde vergrössert.

Vor einiger Zeit schloss sich der Bauer mit Betrieben im angrenzenden Baselland zusammen und baute massiv aus. Neue Gebäude tauchen in der Karte von 2006 auf. Sie liegen zum Teil im Karstgebiet.

Kartenausschnitt 2012: Ein grosses Silo wurde gebaut und die Strasse verbreitert.

Kartenausschnitt 2012: Ein grosses Silo wurde gebaut und die Strasse verbreitert.

Neueste Karte: 3 kleine und 3 grosse Silos sind eingezeichnet sowie eine neue Remise. Legende: rosa = Karstgebiet, gelb = Schutthang.

Neueste Karte: 3 kleine und 3 grosse Silos sind eingezeichnet sowie eine neue Remise. Legende: rosa = Karstgebiet.

In der neuesten Karte sieht man zusätzlich zu drei kleinen Silos drei grosse und eine neue Remise.

So sieht der Bauernhof heute aus.

So sieht der Bauernhof heute aus.

Der Viehbestand umfasst heute 91 Red Holstein Milchkühe und 10 Stück Aufzuchtvieh. Die neuen Gebäude sind entsprechend gross und die Dächer mit Fotovoltaik bestückt. 36 Hektaren Wiese und Maisfelder gehören zum Betrieb des Meisterlandwirts, der auch Bürgerrat und Stv. Landw. Erhebungsverantwortlicher der Gemeinde Wisen SO ist.

Der Tierbesatz beträgt rund 2,6 Düngergrossvieheinheiten pro Hektare (DGVE), d.h. liegt nur wenig unter der absoluten Obergrenze von 3 DGVE gemäss Gewässerschutzgesetz.

Grundwasserschutzzonen: dunkelblau = S2, hellblau = S3

Grundwasserschutzzonen: dunkelblau = S2, hellblau = S3

Das Erstaunliche ist, dass diese massive Vergrösserung des Betriebes in der Grundwasserschutzzone bewilligt wurde, obwohl in der S2 das Erstellen von Bauten und Anlagen mit sehr wenigen Ausnahmen verboten ist. Auch die Erlaubnis zum Güllen ist nicht nachvollziehbar. Zwar sieht die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung Ausnahmen vor, aber der Kanton Solothurn spricht keine solchen Bewilligungen aus, wie das Amt für Umwelt Heidi versicherte.

Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) Anhang 2.6, Art. 3.3.1, Ziff. 2:

2 Flüssige Hof- und Recyclingdünger dürfen in den Zonen S2 und Sh von Grundwasserschutzzonen nicht verwendet werden.

Art. 3.3.2 Ausnahmen, Ziff. 1:

1 Die kantonale Behörde kann in Abweichung vom Verbot nach Ziffer 3.3.1 Absatz 2 gestatten, dass flüssige Hof- und Recyclingdünger in der Zone S2 von Grundwasserschutzzonen pro Vegetationsperiode bis dreimal in angemessenen Abständen in einer Menge von höchstens 20 m3 pro ha ausgebracht werden dürfen, wenn aufgrund der Bodenbeschaffenheit gewährleistet ist, dass keine pathogenen Mikroorganismen in die Grundwasserfassung oder -anreicherungsanlage gelangen.

Heikler Gewässerschutz im Karstgebiet

Karstgebiete sind blau eingefärbt. Quelle: R. Tiez, BAFU

Karstgebiete sind blau eingefärbt. Quelle: R. Tiez, BAFU

25% der Schweizer Oberfläche sind Karstgebiete. Sie liefern das Trinkwasser für 20% der Haushalte. In der Nordwestschweiz ist der Anteil von Karstwasser am Trinkwasser relativ hoch.

Der Untergrund von Karstgebieten ist mehr oder weniger stark zerklüftet. Das Niederschlagswasser fliesst je nach Situation sehr schnell in die Tiefe bzw. ins Grundwasser, in die Quellen oder Bäche. Quelle: R. Tiez, BAFU

Der Untergrund von Karstgebieten ist mehr oder weniger stark zerklüftet. Das Niederschlagswasser fliesst je nach Situation sehr schnell in die Tiefe bzw. ins Grundwasser, in die Quellen oder Bäche. Quelle: R. Tiez, BAFU

Vulnerabilität: Der schwarze Pfeil zeigt an sich die Betriebsgebäude befinden.

Vulnerabilität: Der schwarze Pfeil zeigt wo sich die Betriebsgebäude befinden.

Legende zu Vulnerabilität

Legende zu Vulnerabilität

Karstgebiete sind besonders heikel, was den Austrag von flüssigen Düngern betrifft. Stark heterogene Karst- oder Kluft-Grundwasserleiter müssen gemäss Gewässerschutzverordnung seit 2016 zusätzlich zu den Zonen S1 und S2 durch die Zonen Sh und Sm geschützt werden. In solchen Gebieten hat die Zone S2 lediglich eine Ausdehnung von mindestens 100 Metern, und es wird keine Zone S3 ausgeschieden. Dafür wird der grösste Teil des Einzugsgebiets der Fassung durch die Zone Sh geschützt, wenn die Vulnerabilität des Grundwasserleiters hoch ist (h = hoch), beziehungswiese durch die Zone Sm bei mittlerer Vulnerabilität (m = mittel).

Grundwasserschutzzonen Karstgebiet, Bundesamt für Umwelt.

Grundwasserschutzzonen Karstgebiet, Bundesamt für Umwelt.

Die Vulnerabilität wird aufgrund der Beschaffenheit der Überdeckung (Boden und Deckschicht) und des Karst- oder Kluftsystems sowie der Versickerungsverhältnisse bestimmt. Je grösser die Vulnerabilität, desto strenger die Schutzbestimmungen.

Der Wisner Bauernhof liegt mitten in der Grundwasserschutzzone S2. In diesem Gebiet ist die Vulnerabilität (Verschmutzungsgefahr) mehrheitlich hoch bis sehr hoch. Trotzdem erteilten die Behörden die Bewilligung für eine massive Vergrösserung des Betriebs und das Güllen in der Schutzzone.

Wie ist es zu dieser absurden Situation gekommen?

Anfang 2012 bewilligten die kantonalen Behörden den Bau eines grossen Silos und einer Remise. Dagegen wurde Einsprache erhoben. Die Bauten waren jedoch nur die logische Folge der vorangegangenen Betriebsvergrösserung: Wer A sagt, muss auch B sagen. Wirklich?

Gemäss Bundesgerichtsurteil vom 26.11.12 wurde 1986, also ein paar Jahre nach dem Bau der ersten Gebäude, eine Schutzzone SIIB der Tunnelquelle erlassen, die in Läufelfingen im angrenzenden Kanton Basel-Landschaft liegt und der Trinkwasserversorgung Oberes Homburgertal dient. Das Schutzreglement wurde aber nicht der neuen Gewässerschutzverordnung vom 28.10.98 (GSchV; SR 814.201)  angepasst, d.h. die Zone SIIB wurde nicht in eine neurechtliche Grundwasserschutzzone S2 umgewandelt, in welcher nicht gegüllt werden darf. Deshalb ist gemäss Bundesgerichtsentscheid das alte Reglement immer noch gültig. Die kantonalen Behörden sahen dies zwar anders, aber erliessen dann eine für 2013 bis 2014 befristete, nicht erneuerbare Bewilligung für das Güllen in der besagten Grundwasserschutzzone.

In der Wegleitung Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt steht unter Punkt 4.3 Vorgehen bei Schutzzonen mit nicht zonenkonformen Nutzungen, 4.3.1 Grundsätzliches: „Die Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 gilt für alle Schutzzonen, also auch für diejenigen, die vor dem 1. Januar 1999 in Kraft gesetzt wurden. Nach gängiger Praxis sind auch für die altrechtlichen Schutzzonen wenigstens die Mindestanforderungen einzuhalten. Das heisst, dass z.B. auch in sogenannten «Schutzzonen mit beschränkter Wirkung», welche das Bauen auf bestimmten Parzellen in der Schutzzone S2 zuliessen, im Prinzip ein Bauverbot zu errichten ist. Die Gewässerschutzverordnung gibt also Anlass, die Situation innerhalb der Schutzzonen zu überprüfen.“

Offensichtlich hat man diese Anpassung nicht vorgenommen. Zuständig für die Quelle ist zwar die Wasserversorgung, aber der Kanton hat die Verantwortung für den Gewässerschutz und ist zudem zuständig für das Bauen ausserhalb der Bauzone. Die Behörden haben beide Augen fest zugedrückt und die Tier- und Gebäudeaufstockung in der Schutzzone in zwei Etappen bewilligt.

„Nicht erneuerbare“ Gülle-Bewilligung wurde erneuert!

Weitere Verzögerungen beim Ausscheiden einer neuen Grundwasserschutzzone kamen in den letzten Jahren hinzu. Also erneuerten die kantonalen Behörden die „nicht erneuerbare“ Bewilligung im Interesse eines einzelnen Bauern, zulasten der Öffentlichkeit. Sie gilt noch heute.

Gegüllt werden darf jedoch nur bis in den Frühsommer hinein. In der Güllezeit wird diese Trinkwasserquelle einfach abgestellt. Dank der mehrstufigen Aufbereitung ist gemäss Amt für Umwelt die Trinkwassersicherheit gewährleistet, auch wenn der Grundwasserschutz nicht in allen Belangen optimal sei.

Umzonung von SIIB in S3?

Aktuell untersucht die Wasserversorgung, die für die Ausscheidung der Schutzzonen zuständig ist, ob sie auf diese Quelle verzichten kann.

Gemäss einem Gutachten könnte ein grosser Teil der heutigen SIIB Schutzzone dereinst in die S3 Zone umgezont werde. Das würde bedeuten, dass der Bauer ohne Einschränkung güllen darf. Halt! Das natürlich nicht, aber er müsste lediglich die „normalen“ Vorgaben der Gewässerschutzgesetzgebung einhalten.

Ein Blick auf den Bauernhof im Zelgli in Wisen lässt vermuten, dass man diese Umzonung erzwingen möchte.

„Undichte“ Silos wieder in Betrieb

Am 19.1.12 erteilte die Bau- und Umweltkommission der Einwohnergemeinde Wisen die Bewilligung für den Bau einer neuen Remise, eines neuen Silos sowie einer Fotovoltaikanlage auf den Dächern der neuen Remise und einer bestehenden Scheune. Im Bundesgerichtsurteil vom 26.11.12 ist zu lesen: „Da das neue Silo an die Stelle von drei alten, undichten Silos tritt, handelt es sich um eine Ersatzbaute, welche die Gefahr einer Gewässerverschmutzung verringert.“

Nach etwa drei Jahren nahm der Bauer die drei alten Silos wieder in Betrieb. Da staunt Heidi! Sind nun die alten Silos tatsächlich undicht? Dann müssten die Behörden sofort eingreifen. Aber, so vermutet Heidi, das war nur ein Vorwand zur Durchsetzung des Bauvorhabens.

Heute: 3 kleine und 3 grosse Silos

Auf den offiziellen Schweizer Karten und Luftbildern sind heute drei kleine und drei grosse Silos zu sehen. Alle sechs stehen nicht nur in der Landschaft, sie werden genutzt.

Bau von Siloanlagen in S2 verboten

Es ist klar wieso man versucht die S2 loszuwerden: Es ist verboten, in der S2 Einrichtungen für die Lagerung von Raufuttersilage zu erstellen.

Remise für Siloballen und Maschinen

Lesen wir nochmals im Bundesgerichtsentscheid: „Die neue Remise dient nach der ergänzenden Vernehmlassung des Bau- und Justizdepartements vom 3. September 2012 dazu, Maschinen und Siloballen künftig nicht mehr im Freien, sondern im Trockenen unterbringen zu können. Mit Blick auf den Gewässerschutz wird damit ebenfalls eine deutliche Verbesserung erzielt.“

Google Earth sowie die Schweizer Karten zeigen Siloballen im Freien. Auch werden Tiere im Karstgebiet auf der Strasse mit dem Inhalt von Siloballen gefüttert. Heidi frägt sich: „Wo ist da die Verbesserung?“ Bundesgerichtsentscheid: „Das umstrittene Bauvorhaben dient somit nicht einer Betriebsvergrösserung, sondern der Verbesserung der Produktionsbedingungen, namentlich auch mit Blick auf den Gewässerschutz.“

Nicht nur die Vergrösserung des Betriebs, auch der Neubau von weiteren Anlagen in einer Quellschutzzone waren bewilligt worden. Und kontrolliert wird nicht. Jetzt karrt der Bauer Futter zu und Gülle weg.

Freiwilliger Verzicht auf Quelle?

Auf eine Quelle einfach verzichten, wo zahlreiche Trinkwasserversorger in verschiedenen Kantonen wegen der Grenzwertüberschreitungen von Chlorothalonil-Abbauprodukten Wasserfassungen schliessen müssen? Roman Wiget, Geschäftsführer der Seeländischen Wasserversorgung, sagte am 22.12.19 zur Sonntagszeitung, dass ab Januar 2020 nur noch eine der sechs Fassungen brauchbar sei. Im Winter könne man «mit diesem einen Brunnen das Einzugsgebiet noch knapp versorgen». Was die Trinkwasserversorgung aber im Sommer mache, wenn das Wasser knapp werde, sei nicht klar. Wiget: «Das Verbot des Pestizids Chlorothalonil löst bei den Trinkwasserversorgungen im ganzen Mittelland ein Erdbeben aus. Die Situation ist dramatisch.»

Viele machen sich Sorgen um die Zukunft ihrer Trinkwasserversorgung, auch aufgrund der Klimaerwärmung, welche zahlreichen Trinkwasserversorgern grosse Probleme bereitet. Doch hier an der Grenze zwischen den Kantonen Solothurn und Baselland überlegt man sich den Verzicht auf eine – so ist zu hoffen – gute Quelle nur weil man dem Bauern, der in der Schutzzone seinen Hof gebaut hat, entgegenkommen will.

Gründe für Verzögerungen

Mit der Grundwasserschutzzone werden die Tunnelquellen im Hauensteintunnel des basellandschaftlichen Zweckverbandes Wasserversorgung Oberes Homburgertal geschützt. Die Quellen, die nutzniessende Wasserversorgung und der weitaus grösste Teil des Einzugsgebietes und somit der Schutzzone liegen im Kanton Basel-Landschaft, nur ein kleiner Teil der Schutzzone befindet sich im Kanton Solothurn in Wisen. Das Interesse des Kantons Solothurn am Quellschutz dürfte also klein sein.

Es gibt mehrere Gründe für die Verzögerungen der letzten Jahre.

  • Die hydrogeologischen Grundlagen für eine neue Schutzzone nach geltender Gewässerschutzverordnung lieben erst im Kanton Solothurn vor, nicht aber im Kanton Baselland.
  • Die Anpassung des Grundwasserschutzes in Karstgebieten wurde vom Bund schon lange angekündigt, aber erst 2016 in der Gewässerschutzverordnung verankert. Die Vollzugsinstrumente des Bundes sind noch nicht verfügbar.
  • Für die Ausscheidung von Schutzzonen ist die Wasserversorgung zuständig. Diese hat zusammen mit dem Kanton Baselland die erforderlichen Aufträge ausgelöst, die geologischen Studien konnten aber wegen den Verzögerungen beim Bund noch nicht abgeschlossen werden.

Behörden konzentrieren sich auf „grosse“ Probleme

Die Arbeit des Amts für Umwelt konzentriert sich auf jene Gebiete, wo das meiste Trinkwasser produziert wird und wo sich regionale Fassungen befinden, d.h. die Nitrat- und Pestizid-Problemgebiete im Mittelland (Gäu). Gewässerschutzprojekte bedeuten „viel Arbeit für die zuständige Behörde“.

Zeit und Geld sind beschränkt. Deshalb gibt es trotz erheblicher Verschmutzung des Grundwasser nur wenige „Gewässerschutzprojekte gemäss GSchG Art. 62a.

Heidi meint

„Das Güllen in der Grundwasserschutzzone im Karstgebiet Wisen SO muss sofort verboten werden, egal wie lange es noch dauert bis neue Zonen rechtskräftig sind, denn solche Vorhaben dauern oft lange, da auch mit Einsprachen zu rechnen ist, wenn es eine gute Lösung sein soll. Und man müsste als Übergangslösung die Verpflichtungen gemäss der neuen Zone S2 gemäss Gewässerschutzverordnung von 1998 vorschreiben.

Es wäre gut, wenn sich der Solothurner Nationalrat Fluri in seinem Kanton vermehrt für den Grundwasserschutz einsetzen würde und sich auch um das Wisner Quellwasser kümmerte, das den Nachbarn im Kanton Baselland nützt.“

Viele kleien Probleme summieren sich!

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Karstlehrpfad im Laufental

Im Laufental bei Basel ist in der Region Kaltbrunnental und Brislachallmet vom lokalen Höhlenforscher-Verein ein «Karstlehrpfad» realisiert worden. Der Lehrpfad führt von Zwingen nach Grellingen. Ähnlich einem Naturlehrpfad bringt dieser dem interessierten Besucher und Wanderer die ortsbezogenen Themen Karst, Höhlen, Höhlenbewohner (Mensch und Tier), Archäologie und den Schutz der Karstlandschaft näher.

Karstlehrpfad Kaltbrunnental-Brislachallmet

Was bringt das Nitratprojekt Gäu-Olten? Wissenschaft soll Antworten liefern, Solothurner Zeitung 28.10.18

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (2) Heidis Mist 24.7.15

Grundwasserschutz: Zu früh für Schlussfolgerungen. Gebiet Gäu SO, Bauernzeitung 8.9.19

Gewässerschutz-Beiträge, Abgeschlossene und laufende Projekte sowie Herausforderungen. Agrarbericht 2019 Bundesamt für Landwirtschaft

Anstieg der Nitratwerte beunruhigt Schnottwil, SRF 2.12.19

Gewässerschutzgesetz Art. 14 Betriebe mit Nutztierhaltung

Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, Anhang 2.6 Dünger, 3.3 Verbote und Ausnahmen

Vollzugshilfe Baulicher Umweltschutz, Seite 35.BAFU 6.5.12

Bevölkerung zahlt für Pestizidsünden. Sonntagszeitung 22.12.19

Gewässerschutzkarten

10. Fachtagung ChloroNet vom 23.11.17, R. Tiez: Untersuchung und Beurteilung von belasteten Standorten auf Karst- Grundwasser

Crowdfunding für Umweltschutz: Neu und Endspurt!

16. Dezember 2019
Volksinitiative "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide". Copyright: Leben ohne Gift.

Volksinitiative „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“. Copyright: Leben ohne Gift.

Unser Grundwasser und viele Bäche sind verschmutzt mit Nitrat, Pestiziden und weiteren Stoffen, welche dort nicht hinein gehören. Auch die Bödenqualität leidet unter Überdüngung und all diesen Stoffen. Die bisherigen Anstrengungen im Gewässer- und Bodenschutz sind ungenügend, das zeigen Untersuchungen von Ämtern und Forschungsinstitutionen. Zwei Volksinitiativen wollen dies ändern. Sie haben schon viel bewirkt. Und man spricht und schreibt endlich über die Probleme, welche dringend gelöst werden müssen.

Neues Crowdfunding „Leben ohne Gift“

Soeben ist ein Crowdfunding angelaufen zur Unterstützung der Volksinitiative Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide. Sie benötigt Mittel zur Deckung der Kosten ihrer Freiwilligen, damit sie ihren Informationsauftrag bis zur Abstimmung im Jahr 2020 erfüllen kann.

Die Freiwilligen spielen eine wesentliche Rolle in der Kampagne. Je mehr sie an öffentlichen Orten in der ganzen Schweiz präsent sein werden, desto mehr haben sie die Möglichkeit, die Bevölkerung über die Wichtigkeit dieser Initiative zu informieren.

Gesucht werden in den nächsten 34 Tagen 25’000 Franken.

Hier geht’s zum Crowdfunding für die Volksinitiative Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide.

Endspurt Trinkwasserinitiative

Stand Crowdfunding für die Trinkwasserinitiative am Morgen des 16.12.19: 84’856 Franken. Gespendet wurde also fast das 2,5-fache der „gewünschten“ Summe von 35’000 Franken. Bis Freitag kann man über das Crowdfunding noch einzahlen. Später sind Beiträge weiterhin willkommen auf das Konto des Vereins. Man kann auch online spenden:

Klicken Sie hier für Crowdfunding Trinkwasserinitiative

Klicken Sie hier: Spenden für die Trinkwasserinitiative

Unser Umweltengagement ist wichtig

Wieso müssen wir uns um den Schutz unserer Lebensgrundlagen kümmern? James Hansen, Klimaforscher der ersten Stunde, Heidi und viele weiteren Leute haben die Erfahrung gemacht, dass kein Verlass ist auf diejenigen Leute, die wir dafür bezahlen, dass sie für unser Wohl sorgen.

Unglaublich: Hansen in Pontresina, aber niemand kommt, Heidis Mist 17.12.10

Traumhafte Winterlandschaft im Berner Jura – doch was soll die Gülle auf dem Schnee?

26. November 2019
Am Montag, 18.11.19 wanderten wir durch diese wunderbare Schneelandschaft. Copyright: Julian P.

Am Montag, 18.11.19 wanderten wir durch diese wunderbare Schneelandschaft. Copyright: Julian P.

Liebe Heidi

An unserem ersten Ferientag im Berner Jura schneite es. Wir verbrachten einen faulen Tag bei meinem Bruder. Am Montag lockte uns die Sonne hinaus. Wir wanderten in dieser Bilderbuchlandschaft.

Am Mittwoch, 20.11.19, sahen wir einen Bauern beim Güllen mit Schleppschlauch. Copyright: Julian P.

Am Mittwoch, 20.11.19, sahen wir einen Bauern beim Güllen mit Schleppschlauch. Copyright: Julian P.

Was wir dann aber am Mittwoch und Donnerstag sahen, das schauderte uns: Ein Bauer brachte mit dem Schleppschlauch Gülle aus. Einfach über den Schnee! Das ist doch verboten. Ich schicke dir die Bilder. Mein Bruder meinte nur: „Dieser Bauer macht das jedes Jahr.“ Am Sonntag war der Schnee dann weg.

Am Donnerstag, 21.11.19, war schon eine grosse Fläche gegüllt, als wir hier vorbeikamen. Der Bauer war wieder am

Am Donnerstag, 21.11.19, war schon eine grosse Fläche gegüllt, als wir hier vorbeikamen. Der Bauer war wieder am Güllen. Copyright: Julian P.

Gülle am 21.11.19. Copyright: Julian P.

Gülle am 21.11.19. Copyright: Julian P.

Ich schicke dir die Fotos. Kannst du sie veröffentlichen? Wir ärgerten uns sehr. Jetzt zahlen wir doch für „umweltschonende“ Landwirtschaft – oder nicht?

Wir hoffen, dass das Wetter diese Woche noch einigermassen gut ist damit wir mangelnde Bewegung nachholen können.

Freundliche Grüsse

Julian

Am Sonntag, 24.11.19, war der Schnee geschmolzen. Man sieht noch die Fahrspuren. Copyright: Julian P.

Am Sonntag, 24.11.19, war der Schnee geschmolzen. Man sieht noch die Fahrspuren. Copyright: Julian P.

Lieber Julian, liebe Maja

Das sind nicht gerade schöne Ferienfotos!

Ihr hättet sofort die Polizei rufen sollen. Einheimische machen das meist nicht aus Angst vor Reaktionen, dem Frieden zuliebe oder weil man aufeinander angewiesen ist. Besonders in abgelegenen Gebieten.

Checkliste Polizeischule Ostschweiz

Auf Heidis Mist findet ihr unter „Grundlagen Links“ die Checkliste „Gülleaustrag und Mistlagerung“ der Polizeischule Ostschweiz. Diese ist zur Einschätzung der Lage gut geeignet. Ihr könnt sie auch der Polizei zeigen, wenn diese den Fall nicht rapportieren will, was leider allzu oft geschieht. Je nach Kanton wollen auch die Ämter nur handeln, wenn sie eine Polizeimeldung erhalten. Gerne schiebt man auch den Schwarzen Peter herum.

Was sagt das Gesetz?

Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) verbietet in Anhang 2.6 klar das Ausbringen von Gülle auf Schnee. Wenn es nur ganz wenig Schnee gewesen wäre oder eine kleine Fläche, dann hätte man ein Auge zudrücken können.

3.2.1 Stickstoffhaltige und flüssige Dünger

1 Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können.

2 Flüssige Dünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen vor allem dann nicht ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren, schneebedeckt oder ausgetrocknet ist.

Kürzlich hat mir ein Bauer geklagt, dass in seinem Kanton die ChemRRV nicht als „Gesetz“ anerkannt werde. Das fand ich dann schon ziemlich stark, obwohl ich einiges gewöhnt bin! Er klagte über Gülleaustrag auf Pufferstreifen, Ökoflächen und im Spätherbst auf Wintergetreide.

Karstgebiet: Risiko Gewässerverschmutzung hoch

Hinzu kommt, dass der Betrieb in einem Karstgebiet liegt, das heisst hier ist die Gefahr der Versickerung besonders gross. Sorgfältiges wirtschaften ist ein absolutes Muss. Durch Klüfte kann die Gülle unter Umständen leicht in Quellen oder ins Grundwasser gelangen. Daher muss Karstwasser in der Regel zur Verwendung als Trinkwasser einer einfachen Aufbereitung unterzogen werden (Filtration, Desinfektion, Belüftung). Zum besseren Schutz des Wasser in stark heterogenen Karstgebieten wurden die Grundwasserschutzzonen Sh und Sm geschaffen.

Grundwasserschutzzonen

Grundwasserschutzzonen

Freisetzung von Lachgas höher

Bei tiefen Temperaturen und wassergesättigtem Boden wird vermehrt Lachgas gebildet. Lachgas stammt grösstenteils aus der Landwirtschaft. Die Freisetzung kann reduziert werden, wenn die Düngung optimal an den Bedarf und den Standort angepasst wird. Im aktuellen Fall ist das eher ein Entsorgen von Gülle, denn eine Düngung! Lachgas ist ein Treibhausgas dessen Treibhauswirksamkeit 298-mal so gross ist wie die von CO2; es trägt somit zur Klimaerwärmung bei. Zudem ist Lachgas an der Zerstörung der Ozonschicht beteiligt.

Gemäss neuesten Nachrichten war der CO2-Ausstoss gesamthaft noch nie so hoch wie 2018.

Gewässerschutz: Weshalb sind Bussen und Direktzahlungskürzungen so selten?

Wieso kann ein Bauer über längere Zeit so wirtschaften? Fällt das keinem Amt auf? Keinem Beamten, keinem guten Bauern, der hier durchfährt? Sehen das nur Touristen wie ihr? Solche Missstände muss man abstellen!

Folgende Gründe können für die Missstände verantwortlich sein:

  • Niemand zeigt die Vergehen an.
  • Mangelnde Kenntnis der Gewässerschutzgesetzgebung.
  • Mangelnde Integration der Vorschriften im Unterricht der landwirtschaftlichen Schulen bzw. der Polizeischulen.
  • Der Bauer ist eine „wichtige“ Person, z.B. erzählte mir eine Beamtin, dass sie einen Bauern wegen Güllen zur Unzeit verzeigt hatte. Was sie nicht wusste, das war: Der Bauer ist Alt-Nationalrat. Dieser wusste sehr wohl sich zu wehren. Er ging zum Kollegen Regierungsrat und schwups war die Anzeige im Eimer und die Beamtin frustriert.
  • Ein weiteres Hindernis ist die Feststellungsverfügung. Ich habe dies ausführlich erklärt im Artikel Ein Teufelskreis behindert den Gewässerschutz-Vollzug: Die Feststellungsverfügung! Eine Feststellungsverfügung oder Strafanzeige ist eine aufwändige Angelegenheit. Mehrere Fälle können ein Amt regelrecht lahmlegen. Die Ressourcen der Kantone sind knapp, werden immer knapper, d.h. die BeamtInnen gehen solchen Fällen oft gar nicht erst nach.

Trotzdem werde ich den Fall dem zuständigen Amt melden, da diese Güllerei kein Einzelfal ist, sondern Jahr für Jahr vorkommt.

Ich wünsche euch noch eine ungetrübte Ferienwoche und grüsse herzlich

Heidi

Wegleitung Grunwasserschutz, Bundesamt für Umwelt

Grundwasser als Trinkwasser, Bundesamt für Umwelt

Nährstoffe und Verwendung von Düngern in der Landwirtschaft, Vollzugshilfe Bundesamt für Umwelt

Erläuterungen zur Hydrogeologischen Karte der Schweiz

Treibhausgase, Lachgas, Bayerisches Landesamt für Umwelt

Co2 auf Rekordwert, Schweizer Bauer 25.11.19

Grundwasserbeobachtung NAQUA: Sankt Exkrementia

18. August 2019

In der Schweiz auch:
Heilige Güllerina / Sainte Lisiere / Santa Puzzata / Sontga Mierda
Ein Eintrag ins Lexikon der Heiligen ist beantragt. ZUVIEL Fleisch-und Milch-Konsum – ZUVIEL Tiere – ZUVIEL Gülle und Mist.

Leserbrief

Liebe Heidi

Du hast es ja immer wieder und immer wieder gesagt! Jetzt schreiben alle darüber. Ich schicke dir ein paar Links.

Die Reaktion des SBV ist aufschlussreich: schiebt alles auf die Grenzwerte (Behörden) und kein Wort zum Nitrat.

Darüber hinaus weist der Bauernverband darauf hin, dass die sogenannten Metaboliten, Wirkstoffe aus Pflanzenschutzmitteln oder Abbauprodukte davon, bis vor kurzem von den Schweizer Behörden punkto Verschmutzung als «nicht relevant» eingestuft worden seien.

Und der Wald?

Beste Grüsse

Magdalena

Linkliste

BAFU – Grundwasser in der Schweiz ist unter Druck
Bern, 15.08.2019 – In der Schweiz sind wir es gewohnt, dass aus Grundwasser qualitativ einwandfreies Trinkwasser in ausreichender Menge gewonnen werden kann. Dies ist heute jedoch nicht mehr selbstverständlich, denn die Grundwasservorkommen weisen zunehmend Verunreinigungen auf, die mehrheitlich aus der Landwirtschaft stammen. Zu diesem Schluss gelangt der Bericht der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA, den das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am 15. August 2019 veröffentlicht hat.

Zustand und Entwicklung Grundwasser Schweiz, BAFU.

Das Schweizer Grundwasser ist mit Pestiziden und Dünger belastet, Angelika Hardegger, NZZ vom 14.8.19

Kritischer Grundwasser-Bericht: Die Bauern wehren sich, NZZ vom 15.8.19

Waldökosysteme: Zu viel Stickstoff ist ungesund: 95 % der Schweizer Wälder sind heute mit Stickstoff überdüngt. Das bringt Bäume und Waldökosysteme gleichermassen aus dem Gleichgewicht (d.h. auch im Moor, in der Magerwiese …).

Bafu ortet Nitratüberschüsse und Pflanzenschutz-Rückstände im Grundwasser, Adrian Krebs, Bauernzeitung vom 15.8.19

SBV: Sauberes Trinkwasser ist gemeinsames Anliegen, LID vom 15.8.19: Die grösste Belastung stammt gemäss Bericht vom Nitrat. Natürlicherweise wäre die Nitratkonzentration im Grundwasser im Bereich von wenigen Milligramm pro Liter. An 15 Prozent der Messtellen wurden 2014 Konzentrationen von über 25 mg/l nachgewiesen. An 2 Prozent der Messtellen wurde auch der Höchstwert der Lebensmittelgesetzgebung von 40 mg/l nicht eingehalten. Die hohen Nitratwerte stammen hauptsächlich vom Hof- und Mineraldünger.

Der Präsident des Bauernverbands und seine Kleider

16. Juli 2019
NaNa: "Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht ....."

NaNa: „Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht …..“

Heidi hat diese Sendung auch gesehen. Gefunden hat sie den Link zu Talk täglich mit Franziska Herren, Initiantin Trinkwasserinitiative, und Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, bei der Initiative für sauberes Trinkwasser unter News -> Nachrichten. Dort gibt es immer wieder Interessantes.

Aufgefallen ist Heidi einmal mehr wie Markus Ritter oft nur die halbe Wahrheit sagt, etwa dass an 98% der Grundwasserfassstellen der Anforderungswert für Pestizide eingehalten wird, kein Wort von den elf Abbauprodukten, welche an 20% der Messstellen in Konzentrationen über dem Anforderungswert von 0,1 µg/l nachgewiesen werden. Heidi meint: „Pestizide gehören nicht ins Grundwasser, auch nicht in Konzentrationen unter dem Grenzwert!“

Oder die Lüge, dass heute schon der prophylaktische Einsatz von Antibiotika verboten sei. Richtig ist, dass die Bauern Antibiotika für den prophylaktischen Einsatz und kritische Antibiotika nicht mehr einfach im Schrank haben dürfen, alle übrigen schon. Das ist fragwürdig!

Leserbrief von Heiri: Die Karikatur von NaNa über den Präsidenten ist sehr gut gelungen, er präsentiert sich wirklich genau so. Seine Aussagen werden immer mehr zu einem Image Problem für die Biobauern, er ist Biobauer und sagt das auch immer wieder.

Vielleicht kann Heidi noch etwas präzisieren betreffend Antibiotika auf Biobetrieben:

Trinkwasser-Initiative. TELEZÜRI vom 1.7.19

Die Bauern haben Angst … SBV-Nebelpetarde Grundwasser, Heidis Mist vom 6.6.19

Die täglichen Lügen: prophylaktischer Antibiotikaeinsatz beim Tier, Heidis Mist vom 7.2.18

Sachgemässer Antibiotikaeinsatz, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen 23.4.19

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Chlorothalonil: Behörden erwachen

27. Juni 2019
<a href="https://www.psm.admin.ch/de/produkte/4366" target="_blank" rel="noopener">Gefahrenkennzeichnung von Chlorothalonil</a> im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft. H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen. Glyphosat ist bei weitem nicht das einzige Pestizid, das "vermutlich Krebs erzeugen kann"! Heidi kann beim besten Willen nicht begreifen, dass so schädliche Pestizide überhaupt zugelassen werden.

Gefahrenkennzeichnung von Chlorothalonil im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft. H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen. Glyphosat ist bei weitem nicht das einzige Pestizid, das „vermutlich Krebs erzeugen kann“! Heidi kann beim besten Willen nicht begreifen, dass so schädliche Pestizide überhaupt zugelassen werden.

Das Problem der Grundwassersverschmutzung mit Chlorothalonil ist nicht neu, neu ist einzig, dass jetzt endlich reagiert wird. Zum Beispiel im Kanton Freiburg hat die Gemeinde Domdidier die mit diesem Fungizid verschmutzten Wasserfassungen geschlossen. Chlorothalonil verwenden die Bauern in zahlreichen Kulturen wie Gemüse, Getreide, Reben.

Die Bevölkerung wird bereits seit einem Monat mit Wasser aus anderen Kreisläufen versorgt, informiert wurde sie aber erst gestern durch einen Artikel in «La Liberté». Betroffen sind noch weitere Gemeinden im Kreis Broye.

Danke, Franziska Herren, dank deinem Tweet habe ich diese Information gefunden!

Krebserregendes Pestizid im Schweizer Trinkwasser: Chlorothalonil wird hierzulande eingesetzt, obwohl in der EU die Zulassung entzogen wurde. Das soll sich nun ändern. SRF, Angelique Beldner, vom 20.6.19

Canton de Fribourg: L’eau polluée par un fongicide à Domdidier. La commune de Domdidier a fermé les captages contaminés au chlorothalonil, un fongicide utilisé dans les cultures.

27.6.19 HOME

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Wasserschutzbrot für sauberes Trinkwasser im bayrischen Unterfranken

12. Mai 2019

Dieses Wasserschutzbrot überzeugt nicht nur durch das Aussehen, sondern auch durch Qualität und „Wasserfreundlichkeit“. Copyright: Siegfried Gendries.

Heidis Sonntagslektüre auf dem Informationsportal für Wasserwissen von Siegfried Gendries: „Kann man mit seinem Frühstücksbrot das Wasser schützen, mit dem man seinen Kaffee kocht? Klingt komisch, ist aber im bayerischen Unterfranken bereits ein Erfolgsmodell. Wasserschutzbrot, mit diesem etwas sperrig erscheinenden Begriff wird ein regionales Brot bezeichnet, bei dem Landwirt, Mühle, Bäcker und die Wasserwirtschaft Hand in Hand arbeiten. Ziel dieser regionalen Zusammenarbeit ist weniger Düngung durch den Landwirt und mehr Transparenz für die Verbraucher …“

Unterfranken kämpft für geringere Düngung der Weizenfelder

Die Region Unterfranken bezieht ihr Trinkwasser aus Quellschüttungen und nicht aus Tiefengrundwasser. Alles was in den Boden gelangt ist rasch auch im Grundwasser zu finden. Landwirte sind es gewohnt, den Weizen vor der Ernte im Sommer noch einmal mit Stickstoff zu düngen. Diese landläufige Praxis soll den Eiweissgehalt auf 13 Prozent anheben und damit die Verarbeitung in der Bäckerei erleichtern. Aber genau da liegt das Problem: Nur die Hälfte des Stickstoffs geht ins Getreide, also was gut ist für das Backen, schadet dem Grundwasser.

In Unterfranken hat die Landesregierung gemeinsam mit Wasserversorgern und unterstützt durch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) daraus ein Projekt gemacht, das Wasserschutzbrot. Diese Kampagne ist unlängst mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreises des Bundesforschungsministerium (BMBF) ausgezeichnet worden. Am 8.5.19 wurde sie auf der „49. Führungskräftetagung Wasserwirtschaft“ des Bayerischen Gemeindetages vorgestellt.

Letzte Düngung in der Schweiz

Die Praxis der letzten Düngung wurde in der Schweiz vom Forum Ackerbau zusammen mit der Mühlebach AG in Würenlingen untersucht und mit der Bäckerei JOWA AG der Migros diskutiert. An vielen Verkaufsstellen werden heute während des ganzen Tages frisch gebackenes Brot und Backwaren angeboten. Dies stellt zusätzliche Anforderungen an die Qualität des Weizens bzw. des Mehls.

Die Resultate des vierjährigen Düngungsversuchs zeigen, dass die Wahl der Sorte der wichtigste Qualitätsfaktor ist. Der Effekt einer späten Düngung hängt sehr stark von der Witterung ab. IP Suisse sieht eine letzte Düngung kurz vor dem Ährenschieben vor, der Biolandbau wesentlich früher, nämlich zu Beginn des Schossens (siehe Entwicklungsstadien Getreide)

Wasserschutzbrot auch in der Schweiz?

In der Schweiz ist das Grundwasser in den Ackerbaugebieten mit Nitrat belastet, also wäre auch bei uns ein Wasserschutzbrot eine gute Sache. Und natürlich würde die Annahme der Trinkwasserinitiative (TWI) ebenfalls einen Beitrag zur Entschärfung der Nährstoffproblematik beitragen, d.h. den Import von Futter in landwirtschaftliche Betriebe senken und dadurch die Überdüngung, welche unser Trinkwasser gefährdet.

Indikator Nitrat, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
unbefriedigend unbefriedigend

Wie wir mit unserem Frühstücksbrot unsere Gewässer schützen können, Siegfried Gendries, Informationsportal für Wasserwissen vom 8.5.19

Website Wasserschutzbrot mit vielen Informationen für Nachahmer

WASSERSCHUTZBROT: INNOVATIVER WASSERSCHUTZ ALS GEMEINSCHAFTSAUFGABE, Das Wasserschutzbrot gehört zu den Top 3, Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung 2018 des Bundesforschungsministeriums.

3sat Fernsehbeitrag zum Wasserschutzbrot

Weizen: Düngung und Qualität (Abschlussbericht), Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg AG

Winterweizen: Düngung und Qualität bei Brotweizen, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg AG

Stickstoffdüngungsempfehlungen für Brotweizen im Detail, IP-Suisse

Biogetreide, Merkblatt Nr. 1011, Ausgabe Schweiz 2018, FiBL

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Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen für alle

22. März 2019
Copyright: Frank, Leserfoto.

Copyright: Frank, Leserfoto.

Zitat aus der Zusammenfassung des Weltwasserbericht der Vereinten Nationen 2019 „Niemanden zurücklassen“:

Bessere Wasserbewirtschaftung und die Bereitstellung von sicherem und erschwinglichem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen für alle sind von entscheidender Bedeutung für die Beseitigung der Armut, für friedliche und wohlhabende Gesellschaften und dafür, dass auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung “niemand zurückbleibt”. Diese Ziele sind erreichbar, sofern es dazu einen gemeinsamen Willen gibt.

Wasserbotschafter gesucht

«Ein Wasserbotschafter ist für diese Welt nicht genug», Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, EDA-interaktiv hat Ernst Bromeis anlässlich des Weltwassertags 2019 einige Fragen gestellt.

Es gibt wohl Menschen, die ihn als «Spinner» bezeichnen würden, doch Ernst Bromeis hat eine Mission. Er will Bewusstsein dafür wecken, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein kostbares Gut, das über Leben und Tod entscheidet. 780 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, rund ein Drittel der Weltbevölkerung verfügt über keine sanitären Anlagen.

Dieser Mission hat er sich mit Haut und Haaren verschrieben. So wirbt er für die «Blue Peace» Initiative, mit der die DEZA (Entwicklung und Zusammenarbeit) zur Vermeidung künftiger Konflikte um Wasser den Dialog zwischen allen Betroffenen fördert, sowohl zwischen Staaten als auch zwischen Dorfbewohnern. Ebenfalls als Wasserbotschafter unterwegs ist er für die von der DEZA initiierten Austauschplattform «solididarit´eau suisse», die es Schweizer Gemeinden ermöglicht, Wasserpartnerschaften mit Gemeinden in Entwicklungsländern einzugehen.

Das Blaue Wunder

Braucht die Schweiz den heutigen Weltwassertag? Stefan Hasler, VSA, Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute

Der Weltwassertag 2019 aus deutscher Perspektive, Siegfried Gendries, Der Wasser-Blog, Lebensraum Wasser, 22.3.19.

22.3.19 HOME

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