Posts Tagged ‘Trinkwasser’

Der Präsident des Bauernverbands und seine Kleider

16. Juli 2019
NaNa: "Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht ....."

NaNa: „Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht …..“

Heidi hat diese Sendung auch gesehen. Gefunden hat sie den Link zu Talk täglich mit Franziska Herren, Initiantin Trinkwasserinitiative, und Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, bei der Initiative für sauberes Trinkwasser unter News -> Nachrichten. Dort gibt es immer wieder Interessantes.

Aufgefallen ist Heidi einmal mehr wie Markus Ritter oft nur die halbe Wahrheit sagt, etwa dass an 98% der Grundwasserfassstellen der Anforderungswert für Pestizide eingehalten wird, kein Wort von den elf Abbauprodukten, welche an 20% der Messstellen in Konzentrationen über dem Anforderungswert von 0,1 µg/l nachgewiesen werden. Heidi meint: „Pestizide gehören nicht ins Grundwasser, auch nicht in Konzentrationen unter dem Grenzwert!“

Oder die Lüge, dass heute schon der prophylaktische Einsatz von Antibiotika verboten sei. Richtig ist, dass die Bauern Antibiotika für den prophylaktischen Einsatz und kritische Antibiotika nicht mehr einfach im Schrank haben dürfen, alle übrigen schon. Das ist fragwürdig!

Leserbrief von Heiri: Die Karikatur von NaNa über den Präsidenten ist sehr gut gelungen, er präsentiert sich wirklich genau so. Seine Aussagen werden immer mehr zu einem Image Problem für die Biobauern, er ist Biobauer und sagt das auch immer wieder.

Vielleicht kann Heidi noch etwas präzisieren betreffend Antibiotika auf Biobetrieben:

Trinkwasser-Initiative. TELEZÜRI vom 1.7.19

Die Bauern haben Angst … SBV-Nebelpetarde Grundwasser, Heidis Mist vom 6.6.19

Die täglichen Lügen: prophylaktischer Antibiotikaeinsatz beim Tier, Heidis Mist vom 7.2.18

Sachgemässer Antibiotikaeinsatz, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen 23.4.19

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Chlorothalonil: Behörden erwachen

27. Juni 2019
<a href="https://www.psm.admin.ch/de/produkte/4366" target="_blank" rel="noopener">Gefahrenkennzeichnung von Chlorothalonil</a> im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft. H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen. Glyphosat ist bei weitem nicht das einzige Pestizid, das "vermutlich Krebs erzeugen kann"! Heidi kann beim besten Willen nicht begreifen, dass so schädliche Pestizide überhaupt zugelassen werden.

Gefahrenkennzeichnung von Chlorothalonil im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft. H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen. Glyphosat ist bei weitem nicht das einzige Pestizid, das „vermutlich Krebs erzeugen kann“! Heidi kann beim besten Willen nicht begreifen, dass so schädliche Pestizide überhaupt zugelassen werden.

Das Problem der Grundwassersverschmutzung mit Chlorothalonil ist nicht neu, neu ist einzig, dass jetzt endlich reagiert wird. Zum Beispiel im Kanton Freiburg hat die Gemeinde Domdidier die mit diesem Fungizid verschmutzten Wasserfassungen geschlossen. Chlorothalonil verwenden die Bauern in zahlreichen Kulturen wie Gemüse, Getreide, Reben.

Die Bevölkerung wird bereits seit einem Monat mit Wasser aus anderen Kreisläufen versorgt, informiert wurde sie aber erst gestern durch einen Artikel in «La Liberté». Betroffen sind noch weitere Gemeinden im Kreis Broye.

Danke, Franziska Herren, dank deinem Tweet habe ich diese Information gefunden!

Krebserregendes Pestizid im Schweizer Trinkwasser: Chlorothalonil wird hierzulande eingesetzt, obwohl in der EU die Zulassung entzogen wurde. Das soll sich nun ändern. SRF, Angelique Beldner, vom 20.6.19

Canton de Fribourg: L’eau polluée par un fongicide à Domdidier. La commune de Domdidier a fermé les captages contaminés au chlorothalonil, un fongicide utilisé dans les cultures.

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Wasserschutzbrot für sauberes Trinkwasser im bayrischen Unterfranken

12. Mai 2019

Dieses Wasserschutzbrot überzeugt nicht nur durch das Aussehen, sondern auch durch Qualität und „Wasserfreundlichkeit“. Copyright: Siegfried Gendries.

Heidis Sonntagslektüre auf dem Informationsportal für Wasserwissen von Siegfried Gendries: „Kann man mit seinem Frühstücksbrot das Wasser schützen, mit dem man seinen Kaffee kocht? Klingt komisch, ist aber im bayerischen Unterfranken bereits ein Erfolgsmodell. Wasserschutzbrot, mit diesem etwas sperrig erscheinenden Begriff wird ein regionales Brot bezeichnet, bei dem Landwirt, Mühle, Bäcker und die Wasserwirtschaft Hand in Hand arbeiten. Ziel dieser regionalen Zusammenarbeit ist weniger Düngung durch den Landwirt und mehr Transparenz für die Verbraucher …“

Unterfranken kämpft für geringere Düngung der Weizenfelder

Die Region Unterfranken bezieht ihr Trinkwasser aus Quellschüttungen und nicht aus Tiefengrundwasser. Alles was in den Boden gelangt ist rasch auch im Grundwasser zu finden. Landwirte sind es gewohnt, den Weizen vor der Ernte im Sommer noch einmal mit Stickstoff zu düngen. Diese landläufige Praxis soll den Eiweissgehalt auf 13 Prozent anheben und damit die Verarbeitung in der Bäckerei erleichtern. Aber genau da liegt das Problem: Nur die Hälfte des Stickstoffs geht ins Getreide, also was gut ist für das Backen, schadet dem Grundwasser.

In Unterfranken hat die Landesregierung gemeinsam mit Wasserversorgern und unterstützt durch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) daraus ein Projekt gemacht, das Wasserschutzbrot. Diese Kampagne ist unlängst mit dem deutschen Nachhaltigkeitspreises des Bundesforschungsministerium (BMBF) ausgezeichnet worden. Am 8.5.19 wurde sie auf der „49. Führungskräftetagung Wasserwirtschaft“ des Bayerischen Gemeindetages vorgestellt.

Letzte Düngung in der Schweiz

Die Praxis der letzten Düngung wurde in der Schweiz vom Forum Ackerbau zusammen mit der Mühlebach AG in Würenlingen untersucht und mit der Bäckerei JOWA AG der Migros diskutiert. An vielen Verkaufsstellen werden heute während des ganzen Tages frisch gebackenes Brot und Backwaren angeboten. Dies stellt zusätzliche Anforderungen an die Qualität des Weizens bzw. des Mehls.

Die Resultate des vierjährigen Düngungsversuchs zeigen, dass die Wahl der Sorte der wichtigste Qualitätsfaktor ist. Der Effekt einer späten Düngung hängt sehr stark von der Witterung ab. IP Suisse sieht eine letzte Düngung kurz vor dem Ährenschieben vor, der Biolandbau wesentlich früher, nämlich zu Beginn des Schossens (siehe Entwicklungsstadien Getreide)

Wasserschutzbrot auch in der Schweiz?

In der Schweiz ist das Grundwasser in den Ackerbaugebieten mit Nitrat belastet, also wäre auch bei uns ein Wasserschutzbrot eine gute Sache. Und natürlich würde die Annahme der Trinkwasserinitiative (TWI) ebenfalls einen Beitrag zur Entschärfung der Nährstoffproblematik beitragen, d.h. den Import von Futter in landwirtschaftliche Betriebe senken und dadurch die Überdüngung, welche unser Trinkwasser gefährdet.

Indikator Nitrat, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Bewertung des Zustandes
schlecht schlecht
Bewertung der Entwicklung
unbefriedigend unbefriedigend

Wie wir mit unserem Frühstücksbrot unsere Gewässer schützen können, Siegfried Gendries, Informationsportal für Wasserwissen vom 8.5.19

Website Wasserschutzbrot mit vielen Informationen für Nachahmer

WASSERSCHUTZBROT: INNOVATIVER WASSERSCHUTZ ALS GEMEINSCHAFTSAUFGABE, Das Wasserschutzbrot gehört zu den Top 3, Deutschen Nachhaltigkeitspreises Forschung 2018 des Bundesforschungsministeriums.

3sat Fernsehbeitrag zum Wasserschutzbrot

Weizen: Düngung und Qualität (Abschlussbericht), Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg AG

Winterweizen: Düngung und Qualität bei Brotweizen, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg AG

Stickstoffdüngungsempfehlungen für Brotweizen im Detail, IP-Suisse

Biogetreide, Merkblatt Nr. 1011, Ausgabe Schweiz 2018, FiBL

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Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen für alle

22. März 2019
Copyright: Frank, Leserfoto.

Copyright: Frank, Leserfoto.

Zitat aus der Zusammenfassung des Weltwasserbericht der Vereinten Nationen 2019 „Niemanden zurücklassen“:

Bessere Wasserbewirtschaftung und die Bereitstellung von sicherem und erschwinglichem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen für alle sind von entscheidender Bedeutung für die Beseitigung der Armut, für friedliche und wohlhabende Gesellschaften und dafür, dass auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung “niemand zurückbleibt”. Diese Ziele sind erreichbar, sofern es dazu einen gemeinsamen Willen gibt.

Wasserbotschafter gesucht

«Ein Wasserbotschafter ist für diese Welt nicht genug», Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, EDA-interaktiv hat Ernst Bromeis anlässlich des Weltwassertags 2019 einige Fragen gestellt.

Es gibt wohl Menschen, die ihn als «Spinner» bezeichnen würden, doch Ernst Bromeis hat eine Mission. Er will Bewusstsein dafür wecken, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein kostbares Gut, das über Leben und Tod entscheidet. 780 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, rund ein Drittel der Weltbevölkerung verfügt über keine sanitären Anlagen.

Dieser Mission hat er sich mit Haut und Haaren verschrieben. So wirbt er für die «Blue Peace» Initiative, mit der die DEZA (Entwicklung und Zusammenarbeit) zur Vermeidung künftiger Konflikte um Wasser den Dialog zwischen allen Betroffenen fördert, sowohl zwischen Staaten als auch zwischen Dorfbewohnern. Ebenfalls als Wasserbotschafter unterwegs ist er für die von der DEZA initiierten Austauschplattform «solididarit´eau suisse», die es Schweizer Gemeinden ermöglicht, Wasserpartnerschaften mit Gemeinden in Entwicklungsländern einzugehen.

Das Blaue Wunder

Braucht die Schweiz den heutigen Weltwassertag? Stefan Hasler, VSA, Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute

Der Weltwassertag 2019 aus deutscher Perspektive, Siegfried Gendries, Der Wasser-Blog, Lebensraum Wasser, 22.3.19.

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Sauberes Trinkwasser oder Öko-Freiheit für die Bauern?

8. März 2019
Kleinbäuerin in Burkina Faso. Copyright: FIAN, Mit Menschenrechten gegen den Hunger, Deutschland

Kleinbäuerin in Burkina Faso. Copyright: FIAN, Mit Menschenrechten gegen den Hunger, Deutschland

Kaum ein Tag vergeht ohne Nachricht über verschmutztes Wasser, knappes Wasser, Wassermigration, Wasserkrieg, Wasserklau, illegale Brunnen … Heidi könnte nonstopp über solche Meldungen aus aller Welt berichten. Heute sind ihr zwei besonders aufgefallen, eine betrifft den Klimawandel und die Agrarindustrie und somit auch uns, die zweite unser (noch gutes) Trinkwasser.

Klimawandel und Agrarkonzerne bedrohen Rechte von Frauen im ländlichen Raum

Insbesondere in Ländern um den Äquator führt die Erderhitzung bereits jetzt dazu, dass Trocken- und Regenzeiten sich nicht mehr verlässlich abwechseln. Dies führt oft zu Ernteverlusten sowie mangelndem Zugang zu Trink- und Nutzwasser. „Frauen in ländlichen Gegenden sind überdurchschnittlich von Hunger betroffen. Gleichzeitig sind Frauen in der Regel zuständig für die Ernährung der Familien“ … Die Agrarindustrie nutzt Klimawandel und Klimapolitik, um sich immer mehr Rechte an natürlichen Ressourcen anzueignen …

André Olschewski, Leiter Bereich Wasser, SVGW. Copyright: SVGW.

André Olschewski, Leiter Bereich Wasser, SVGW. Copyright: SVGW.

Bauernverband tritt auf der Stelle

Blog SVGW: In seiner Stellungnahme positioniert sich der Schweizerische Bauernverband SBV zur Agrarpolitik ab 2022. Dabei äussert er sich auch zum bundesrätlichen Massnahmenpaket zur Trinkwasserinitiative, das aus Sicht des Trinkwasserschutzes sehr bescheiden ausfiel.

Von den vorgeschlagenen Massnahmen lehnt der Bauernverband praktisch alle kategorisch ab. So will er nichts wissen von der griffigeren Verankerung des Gewässerschutzes im ökologischen Leistungsnachweis. Auch die regionalisiert abgestimmten Massnahmen zur Lösung von Pflanzenschutz- und Nitratproblemen schiesst er ab und von einer massvollen Reduktion von Düngergrossvieheinheiten will er schon gar nichts wissen.

Diese Stellungnahme und die Blockade selbst kleinster Fortschritte im vorsorglichen Gewässerschutz irritieren uns als Trinkwasserverband sehr. Diese Stellungnahme ist nicht nur für die Trinkwasserversorger und -Konsumenten eine schallende Ohrfeige, sondern auch für den Bundesrat, dessen Massnahmepaket zur Trinkwasserinitiative ohne Alternative bachab geschickt wird.

Der Bauernverband hat es verpasst, eine nachhaltige Vision für die Schweizer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur und die Gesellschaft aufzuzeigen und sich als verlässlicher und glaubwürdiger Partner zu positionieren. Die pragmatischen Vorschläge des SVGW zum Schutz der Trinkwasserressourcen wurden vom SBV abgelehnt. Der Schutz der Trinkwasserressourcen hat beim Bauernverband offensichtlich eine sehr tiefe Priorität. Das ist unverständlich und bedauerlich.

Als Trinkwasserverband und Hüter der Trinkwasserqualität werden wir uns weiterhin und noch konsequenter für den Schutz unserer einmaligen und bedrohten Wasservorkommen einsetzen. Als nächsten Schritt werden wir nun die Unterstützung der Trinkwasserinitiative konkret prüfen.

André Olschewski
Leiter Bereich Wasser

Heidi meint: „Freuen wir uns darüber, dass sich immer mehr Leute für unser Trinkwasser (in Gefahr) einsetzen! Und kaufen wir nicht alle Nahrungsmittel, die uns angeboten werden!“

Klimawandel und Agrarkonzerne bedrohen Rechte von Frauen im ländlichen Raum, FIAN Deutschland vom 7.3.19

Bauernverband tritt auf der Stelle, Blog SVGW vom 7.3.19

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Neue biologische Verfahren im Trink- und Grundwassermanagement

17. Februar 2019
Troglochaetus beranecki ist eine kleine Vielborster-Art (Polychäten), die im Grundwasser lebt. Es ist die einzige im Süsswasser lebende Art ihrer Familie. Copyright: Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH.

Troglochaetus beranecki ist eine kleine Vielborster-Art (Polychäten), die im Grundwasser lebt. Es ist die einzige im Süsswasser lebende Art ihrer Familie. Copyright: Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH.

Trinkwasserkonferenz in Landau

Ökologische Bewertungsansätze und innovative biologische Verfahren gewinnen für den Grundwasserschutz und die Trinkwasserversorgung zunehmend an Bedeutung. Auf der Trinkwasserkonferenz in Landau (Rheinland-Pfalz, Deutschland) vom 19. bis 21. März 2019 werden diese Methoden vorgestellt. Erfahrungsberichte aus der Wasserversorgung verdeutlichen den Anwendungsbezug. Eine besondere Rolle spielen dabei das neue Arbeitsblatt des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) W 271 und die Risikobewertung nach Trinkwasserverordnung.

Die Trinkwasserkonferenz ist eine Fachveranstaltung für Mitarbeiter von Wasserversorgungsunternehmen, Gesundheitsämtern, Fachbehörden und Planungsbüros.

Heidi meint: „Das Thema ist auch für Leute interessant, die sich für die Trinkwasserqualität interessieren und sauberes Wasser trinken möchten.“ Deshalb hat sie den ganzen Text der Ausschreibung in diesen Artikel kopiert. Frage: „Werden in der Schweiz ähnliche Trinkwasser-Qualitätskriterien beachtet?“ Heidi versucht demnächst, die Schweizer Situation zu ergründen. Das Grundwasser wird bei uns in der Regel nur als Ressource betrachtet, nicht aber als Ökosystem. Die gesetzliche Regelung für den Schutz der Grundwasserlebewesen ist aber im Anhang 1, Art. 2 der Gewässerschutzverordnung festgeschrieben. Hier waren offensichtlich vorausschauende Gesetzesschreiber am Werk. Wird das Gesetz in der Praxis beachtet?

Aufgefallen ist Heidi auch, dass in der EU für die Zulassung von Tierarzneimitteln die Auswirkungen auf Grundwassertiere ein zentrales Kriterium ist.

Zeitgemässe Qualitätssicherung

Das novellierte und 2018 in Kraft getretene DVGW-Arbeitsblatt W 271 „Invertebraten (Wirbellose) in Wasserversorgungsanlagen; Vorkommen und Empfehlungen zum Umgang“ zielt konkret auf Invertebraten ab. Das Management der Tiere sowie die biologische Überwachung und Bewertung der Anlagen wird damit Bestandteil einer zeitgemässen Qualitätssicherung. Das W 271 beschreibt die ökologischen Zusammenhänge von den Gewinnungsgebieten über die Förderanlagen, Aufbereitung und Netz bis zum Hausanschluss als Grundlage der Bewertung und der Massnahmen.

Vorkommen und Lebensbedingungen der Wirbellosen

In den aktuellen Überlegungen der EU erhalten risikobasierte Ansätze zur Qualitätssicherung des Trinkwassers einen sehr hohen Stellenwert. In den nationalen Verordnungen wird sich das insbesondere auch auf die Ressourcenkontrolle für Rohwässer auswirken, die zur Trinkwasseraufbereitung verwendet werden. Neben der Untersuchung auf mögliche geogene (auf natürliche Prozesse zurückzuführen) und anthropogene (durch den Menschen verursacht) Rohwasserbelastungen werden dann auch biologische Bewertungsverfahren eine sehr viel grössere Rolle spielen als heute.

Die Tagung greift diese Herausforderungen hinsichtlich der allgemeinbiologischen Überwachungsmöglichkeiten auf. Mit dem im April 2018 erschienenen DVGW-Arbeitsblatt W 271 werden das Vorkommen und die Lebensbedingungen von Wirbellosen „Von den Einzugsgebieten bis zum Hausanschluss“ umfassend beschrieben. Das Arbeitsblatt kann als Grundlage dienen, die Besiedlung des Rohwassers und der Trinkwasserversorgungsanlagen entsprechend der Trinkwasserverordnung risikobasiert zu kontrollieren. In der Umsetzung ergeben sich zahlreiche Fragen, die sich als Roter Faden durch die Tagung ziehen:

  • Wie setze ich das W 271 im betrieblichen Alltag um?
  • Was bedeutet der neue, risikobasierte Ansatz für die Praxis?
  • Woher stammt das Wasser, woher die unerwünschten Einträge?
  • Sind die Wasserschutzgebiete korrekt abgegrenzt?
  • Lassen sich kritische Wärmeeinträge bewerten?

Die Veranstaltung zeigt den aktuellen Stand der Forschung und die Möglichkeiten und Perspektiven für die Praxis auf. Sie führt Praktiker aus Trinkwasserversorgung und Wasserwirtschaft mit den Wissenschaftlern zusammen, die an den neuen, anwendungsorientierten Techniken arbeiten. Die aktuellen rechtlichen Änderungen werden die unterschiedlichsten Bereiche der Wasserwirtschaft und Trinkwasserversorgung betreffen:

  • Mit dem neuen DVGW-Arbeitsblatt W 271 ist die Berücksichtigung von Invertebraten (wirbellosen Tieren), für die Qualitätssicherung in der Trinkwasserversorgung Stand der Technik.
  • Die im Januar 2018 in Kraft getretene, novellierte Trinkwasserverordnung (TrinkwV) legt einen Schwerpunkt auf die Risikobewertung in den Gewinnungs- und Einzugsgebieten. Invertebraten und Bakterien sind hierfür ideale Indikatoren.
  • Wärmeeinleitungen in das Grundwasser durch flache Geothermie wird wohl bald über ökologisch begründete Schwellenwerte und Indikatoren bewertet.
  • Der im November 2018 in Kraft tretende EU-Tierarzneimittelleitfaden ist der erste EU-Rechtsakt mit konkreter Anwendungsrelevanz für Grundwasserökosysteme: Für die Zulassung dieser Stoffe werden deren Auswirkungen auf Grundwassertiere zum zentralen Kriterium.

Neue Herausforderungen – neue Methoden!

Innovative, vor allem molekularbiologische Verfahren machen derzeit in der Umweltbewertung Furore: Umwelt-DNA (eDNA), StygoTracing, Microbial Source Tracking heissen sie, und die Möglichkeiten, die sie bieten, klingen fast schon wie Science fiction. Aber auch die klassischen zoologischen Verfahren werden mit der neuen Rechtslage stark an Bedeutung gewinnen.

Anmeldefrist ist der 28.02.2019!Was können die neuen Verfahren und wie lassen sie sich in der Praxis einsetzen?

Derzeit laufen mehrere Forschungsprojekte mit neuen biologischen Verfahren für die wasserwirtschaftliche Praxis und die Trinkwasserversorgung. Ergebnisse dieser Projekte und ihre Anwendung in der Praxis werden auf der Tagung in Landau vorgestellt, ebenso wie auch weitere, bereits verfügbare biologische Verfahren.

Veranstalter

  • Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH
  • Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
  • Institut für Grundwasserwirtschaft an der Fakultät Umweltwissenschaften der Technischen Universität Dresden
  • Fachsektion Hydrogeologie e.V. in der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung e.V. (FH-DGGV)

SVGW will indirekten Gegenvorschlag zur Trinkwasser-Initiative über das Parlament erwirken

26. Juni 2018

Blog-Mitteilung von Martin Sager, Direktor des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW):

Der Bundesrat hat am 15. Juni entschieden, die Trinkwasserinitiative ohne indirekten Gegenvorschlag abzulehnen. Aus Sicht der Trinkwasserversorger eine verpasste Chance. Martin Sager, Direktor des SVGW. Copyright: SVGW.

Der Bundesrat hat am 15. Juni entschieden, die Trinkwasserinitiative ohne indirekten Gegenvorschlag abzulehnen. Aus Sicht der Trinkwasserversorger eine verpasste Chance. Martin Sager, Direktor des SVGW. Copyright: SVGW.

„Der Bundesrat schiebt die Pestizidproblematik auf die lange Bank und missachtet das Anliegen der Bevölkerung und der Wasserversorgungsbranche, unser Trinkwasser vor Fremdstoffen aus der Landwirtschaft zu schützen. Die Probleme im Trinkwasser- und Gewässerschutz sind offenkundig und erfordern gezielte und pragmatische Massnahmen. Als SVGW erwarten wir keinen Komplettumbau der Landwirtschaft, aber verbindliche Massnahmen, welche die Trinkwasserressourcen auch für die nächsten Generationen schützen.

Aber was bedeutet der Entscheid des Bundesrates? Waren all unsere Bemühungen für die Katz? Interessenvertretung erfordert einen langen Atem und Hartnäckigkeit. Der Bundesrat verspricht in seiner Mitteilung, verschiedene Missstände im Rahmen der Agrarpolitik AP22 zu lösen und verweist auch auf den bestehenden Aktionsplan Pflanzenschutzmittel. Dass dieser Aktionsplan aber nur schwache Ziel- und Zeitvorgaben für den Trinkwasserschutz enthält und das Massnahmepaket AP22 erst nach der Trinkwasser-Initiative im Parlament diskutiert werden soll, zeigt deutlich die Unverbindlichkeit im Bekenntnis des Bundesrates.

Die Sicherung unserer Trinkwasserressourcen müssen wir weiterhin und mit aller Überzeugung selber an die Hand nehmen. Wir werden in den kommenden Monaten alles daransetzen, zusammen mit Partnern einen indirekten Gegenvorschlag über eidgenössische Parlamentarierinnen und Parlamentarier zu erwirken. Der Gegenvorschlag soll die in der Trinkwasser-Initiative adressierten Probleme des Trinkwasserschutzes pragmatisch lösen. Ich bin überzeugt, dass konstruktive und zukunftsgerichtete Lösungen kommunizierbar und letztlich über Parteigrenzen hinweg mehrheitsfähig sind.

Martin Sager“

Das glaubt Heidi auch! Wir müssen unsere Lebensgrundlagen schützen – für uns, für künftige Generationen und für Flora und Fauna.

Verpasste Chance! Martin Sager, SVGW vom 25.6.18

26.6.18 HOME

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7. Juni 2018: SVGW lädt ein zum Fachaustausch „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

29. Mai 2018
Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Früher hatten viele Häuser und Dörfer eine eigene Quelle. Die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen wurde intensiviert und die Bauern hielten immer mehr Tiere, weshalb Quellfassungen in tiefere Bodenschichten verlagert oder aufgegeben werden mussten. Heute beziehen wir das meiste Trinkwasser über riesige teure Infrastrukturen aus dem Grundwasser, einen Teil aus Oberflächengewässern. Doch auch hier wächst der Verschmutzungsdruck durch die Landwirtschaft und Gesellschaft, so dass Trinkwasserversorger bereits Grundwasserfassungen aufgeben oder mit Steuergeldern sanieren mussten. Zudem besteht die Gefahr der Übernutzung unserer Ressource Wasser.

Trinkwasser-Initiative: SVGW fordert Gegenvorschlag

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat Sympathien für die Ziele der Trinkwasser-Initiative. Er fordert einen pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag. Aus diesem Grund hat er Forderungen formuliert und einen Fachaustausch im Alten Spital Solothurn organisiert, der am Donnerstag, 7. Juni 2018 stattfindet.

Heidi meint: „Dies wird wohl ein interessanter Anlass werden, nehmen doch Referenten und Podiumsteilnehmer aus folgenden Institutionen teil: Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Landwirtschaft, Schweizer Bauernverband, Bio Suisse … ).“

Zusammenfassung der Forderungen des SVGW:

Die Trinkwasserressourcen müssen planerisch besser geschützt werden (RPG, GSchG, DZV)

  • Planungspflicht: Kantone und Gemeinden werden zu einer verbindlichen Planung in der Trinkwasserversorgung verpflichtet (regional/kantonal/lokal). Die bundesrechtlichen Vorgaben inkl. Schutzzonen sind innert 5 Jahren zu vollziehen.
  • Sicherung des Vollzugs und der Finanzierung: Werden geltende Anforderungswerte für das Grundwasser nicht eingehalten, müssen innert 5 Jahren rechtskräftige Zuströmbereiche ausgeschieden und geeignete Massnahmen festgelegt werden.
    Die Direktzahlungen an die Landwirte werden so angepasst, dass die Einhaltung der gewässerschutzrechtlichen Vorgaben dauerhaft gesichert ist. Zum heutigen Zeitpunkt betrifft dies insbesondere Nitrat sowie Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte.

Fremdstoffeinträge sind zu reduzieren, insbesondere sind die Vorgaben an den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verschärfen (GSchG, GSchV, PSMV)

  • Keine Pflanzenschutzmittel in Schutzzonen: Im Sinne der Vorsorge wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzzonen verboten. Davon ausgenommen sind die für „Bio“ zugelassenen Pflanzenschutzmittel.
  • Keine Fremdstoff im Zuströmbereich: Werden kritische Fremdstoffe in Fassungen in einem Gehalt von mehr als 0,1 µg/l pro Einzelstoff bzw. mehr als 0,5 µg/l pro Stoffgemisch festgestellt, ist deren Einsatz im Zuströmbereich zu verbieten.
  • Saubere Gewässer: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird im Einzugsgebiet verboten, wenn deren Konzentration in Oberflächengewässern über den SVGW-Forderungen liegt (0,1 µg/l für Einzelsubstanzen resp. 0,5 µg/l für Summe der Pflanzenschutzmittel und Abbauprodukte).

Indirekter Gegenvorschlag Trinkwasser-Initiative

Der SVGW betont die Notwendigkeit von Massnahmen für die Stärkung des Trinkwasserschutzes und steht als Partner zur Ausarbeitung und Unterstützung eines substantiellen indirekten Gegenvorschlages zur Verfügung.

Hier finden Sie das Programm des SVGW-Fachaustausches „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

„Trinkwasserinitiative“: SVGW fordert pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag, Positionspapier vom 20.3.18

29.5.18 HOME

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Der stumme Frühling – Zur Notwendigkeit eines umweltverträglichen Pflanzenschutzes

28. Mai 2018

 

„Einträge von Pestziden sind neben dem Klimawandel, massiven
Veränderungen der globalen Nährstoffkreisläufe, der Zerstörung von
Lebensräumen und weiteren Faktoren eine wesentliche Grösse im Konzept der planetaren (Belastungs-)Grenzen, wonach das Überschreiten kritscher Grenzwerte zu tiefgreifenden Störungen im Erdsystem führt.“ Die Natonale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat ein Diskussionspapier über Pestizide und ihren Auswirkungen verfasst. Das Fazit lautet:

„Die konventionelle landwirtschaftliche Pflanzenschutzpraxis hat einen Punkt erreicht, an dem wichtige Ökosystemfunktonen und Lebensgrundlagen ernsthaft in Gefahr sind. Bisherige Lösungsansätze sind an ihre Grenzen gekommen und es besteht dringender Bedarf zu handeln; Ansätze hierzu wurden in dieser Schrift formuliert. Das kritsche Hinterfragen lange akzeptierter Dogmen und Praktiken sowie eine interdisziplinäre Herangehensweise sind hierfür unabdingbar.

Insgesamt müssen die vielfältigen Umweltbelastungen durch Pestizide im grösseren Rahmen der europäischen Agrar- und Chemikalienpolitik gesehen und behandelt werden. In beiden Bereichen ist grundsätzliches Umdenken erforderlich. Auch globale Aspekte müssen berücksichtgt werden, z.B. bei den in grossen Mengen importierten Soja-Futtermitteln, deren Produkton nicht den hiesigen Regularien entspricht und Belastungen mit problematischen und hierzulande verbotenen Pestiziden in unbekannter Höhe mit sich bringen kann. Die intensive, konventionelle Landwirtschaft lässt sich in der heutigen Form aus vielen Gründen nicht langfristig fortführen; ihre Umweltbelastungen (z.B. Nitratbelastung des Grundwassers, Habitatverlust für Vögel und Insekten, Bodenverdichtung, Verlust der biologischen Vielfalt einschliesslich der Diversität von Fruchtpflanzen) sind zu hoch und dennoch ist der wirtschaftliche Ertrag für viele Landwirte zu niedrig. Die Pestizidproblematk muss als ein wichtiger Aspekt dieses systemischen Problems und seiner Lösungen gesehen werden.

Die Chemikalienproblematk gestaltet sich ähnlich, geht aber insgesamt über die Pestizidproblematik hinaus. Auch das Zulassungsverfahren für Chemikalien erfordert – trotz der Einführung von REACH116 – ein Umdenken (116 REACH ist eine Verordnung der Europäischen Union, um den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt vor den Risiken, die durch Chemikalien entstehen können, zu verbessern und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie in der EU zu erhöhen. Darüber hinaus fördert sie Alternativmethoden zur Ermittlung schädlicher Wirkungen von Stoffen, um die Anzahl von Tierversuchen zu verringern.).

Zentral ist, dass Pestizide im Zusammenhang mit der Anwesenheit vieler anderer Substanzen, denen Mensch und Umwelt ausgesetzt sind (Pharmazeutika, Biozide, Düngemittel, Industriechemikalien), betrachtet werden müssen. Die Kombinatonswirkungen mehrerer Substanzen, die gleichzeitig oder auch nacheinander auf einen Organismus einwirken, wie dies in Tankmischungen oder durch sequenzielle Anwendungen (Spritzserien) erfolgt, werden in der Risikobewertung systematsch ausgeblendet. Dadurch werden die Risiken durch Chemikalien systematsch unterschätzt.

Wir sind der Überzeugung, dass die hier aufgezeigten Erkenntnisse über unerwünschte Wirkungen von Pestiziden eine massgebliche Bedeutung für die Zulassungsentscheidung und für die Anwendung von Pestiziden haben müssen und dass die kontinuierliche wissenschafliche Beobachtung der Wirkungen von Pestiziden effektiv in das Kontrollsystem einzuspeisen ist. Dies bedeutet, dass das Kontrollsystem auch nach der Zulassungsphase konsequent zur Generierung weiteren Risikowissens anhalten muss.

Es sollte im Interesse aller sein, Anbau- und Pflanzenschutzstrategien zu erarbeiten, die langfristg ausreichende Erträge gewährleisten, ohne dabei die Umwelt nachhaltig zu schädigen. Wesentliche Grundlagen hierfür bieten u.a. ein konsequenter integrierter und ökologischer Pflanzenbau – d.h. Pestzideinsatz nur als ultma ratio, eine standortgerechte Frucht- und Sortenwahl, die Zucht von konkurrenzstarken und gegen Schaderreger resistenten Sorten und ein möglichst massvoller Einsatz möglichst spezifscher, wenig persistenter Agrochemikalien. Wir plädieren zu diesem Zweck entschieden für einen partizipativen Ansatz mit allen betroffenen Akteuren. Basis der Verhandlungen sollten gemeinsame Werte sein, insbesondere langfristg sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittelsicherheit und eine vielfältige, artenreiche und ästhetisch ansprechende Umwelt.

Insgesamt halten wir fest, dass es bei Weitem unzureichend wäre, die Pestizidproblematk mit punktuellen, spezifischen Massnahmen anzugehen, da sie eng mit verschiedenen anderen Faktoren gekoppelt und daher schwerer zu bearbeiten und zu lösen ist als isolierte Probleme. Deshalb ist es dringend geboten, die Pestizidproblematk als systemisches Problem zu sehen und zu behandeln. Andernfalls werden sich Entwicklungen wie Insektenschwund, Aussterben von Vogelarten, Grundwasser- und Bodenbelastung durch Pestizidrückstände etc. weiter verschärfen. Neben spezifischen und lokalen Massnahmen müssen in der europäischen Agrar- und Chemikalienpolitk unbedingt neue Perspektiven gefunden werden.“

Der stumme Frühling – Zur Notwendigkeit eines umweltverträglichen Pflanzenschutzes, Natonale Akademie der Wissenschaften Leopoldina,  2018 | Diskussion Nr. 16

28.5.18 HOME

Von Freiwilligkeit, Eigenkontrolle und einer Bürgerinitiative

12. Mai 2018
Schon seit Jahren warten die 30.000 Bewohnerinnen und Bewohner, darunter auch Selina und ihre Schwester Sophie (siehe Foto), darauf, dass endlich eine Leitung gebaut wird, die sicheresCopyright: foodwatch

Copyright: foodwatch

Viele Massnahmen in der Landwirtschaftspolitik basieren auf Freiwilligkeit und Eigenkontrolle. Allzu oft funktioniert das nicht, wie ein aktuelles Beispiel aus Deutschland zeigt. Der Landkreis Oldenburg müsste mehr als 6’500 Hektar grösser sein, damit die Böden nicht überdüngt werden. Angesichts des seit Jahren bestehenden Problems stellt die Kreisverwaltung fest, dass Freiwilligkeit und Eigenkontrolle der Bauern nicht funktionieren, und fordert mehr staatliche Überwachung ein.

BürgerInnen und foodwatch erfolgreich für sicheres Wasser

Sicheres Wasser, das sollte in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht überall. In Sangerhausen z.B., einer kleinen Stadt im Harz, ist das Trinkwasser stark mit Uran, Nitrat und Sulfat belastet, eine Gefahr vor allem für Säuglinge und Kleinkinder. Schon seit Jahren warten die 30’000 BewohnerInnen, darunter auch Selina und ihre Schwester Sophie (siehe Foto), darauf, dass endlich eine Leitung gebaut wird, die sicheres Trinkwasser aus einem nahegelegenen Stausee pumpt.

Gemeinsam mit einer Initiative von BürgerInnen aus Sangerhausen machte foodwatch Druck beim lokalen Wasserverband. Der Protest hatte Erfolg: Die Bauarbeiten für die Trinkwasserleitung haben begonnen, schon Ende September soll endlich sicheres Wasser fliessen!

Das Beispiel zeigt: Wir BürgerInnen können etwas bewegen, wenn wir uns zusammenschliessen und gemeinsam protestieren.

Zu viel Gülle und Mist auf zu wenig Flächen, kreiszeitung 30.4.18.

Uran im Wasser – das geht gar nicht! foodwatch 11.5.18.

foodwatch fordert sauberes Trinkwasser für Sangerhausen, foodwatch 27.12.16.

12.5.18 HOME


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