Posts Tagged ‘Überdüngung’

Blacken, Blacken, Blacken … auf der Davoser Erbalp

10. September 2021
Blacken, Blacken ...

Blacken, Blacken …

Auf der Erbalp ob Davos gibt es ein Beizli „urig und gemütlich“ und viele. viele Blacken und das seit vielen, vielen Jahren – Überdüngung! Heidi weiss nicht, ob die Bewirtschafter der Erbalp Sömmerungsbeiträge erhalten. Wenn JA, dann zu Unrecht für diese Flächen!

Auto und Blacken am Wanderweg

Auto und Blacken am Wanderweg

Wanderweg neben herbstlichem Blackenfeld

Wanderweg neben herbstlichem Blackenfeld

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Aussicht mit Blacken

Graubünden: Annäherung an eine Alp. Heidis Mist vom 26.7.18

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Auf der Erbalp ob Davos gibt es ein Beizli und viele. viele Blacken und das seit vielen, vielen Jahren

Alpkäse, Alpschwein, Mythen Cordon bleu, Alpgottesdienst … Blackenweiden!

21. Juli 2021
Gottesdienst auf der Alp Gummen am 18.7.21. Die Schweine sind nicht auf der Weide (hellgrüne Flächen. Ein neuer Pfad wurde erstellt). Copyright: Tobeltoni.

Gottesdienst auf der Alp Gummen am 18.7.21. Die Schweine sind nicht auf der Weide (hellgrüne Flächen, Steinwall. Ein neuer Pfad wurde erstellt). Copyright: Tobeltoni.

Foto 6.9.20: Eine Steinwüste weit und breit, auch am Waldrand. Copyright: Vater Muggli

Foto 6.9.20: Eine Steinwüste weit und breit, auch am Waldrand. Copyright: Vater Muggli

Heidi hatte den prächtigen Tag zum Waschen genutzt, wo doch lange genug der Wäschetrockner „Sonne“ fehlte. Sie war daran, die Wäsche von der Leine zu nehmen, als in der Wegbiegung der Tobeltoni und der Geissenpeter auftauchten und ihr winkten.

Heidi: „Hoi zäme.“

Tobeltoni: „Allegra Heidi! Wir haben euch etwas mitgebracht.“ Der Tobeltoni öffnet den Rucksack, zieht eine Flasche mit Rahm heraus und fragt Heidi: „Kannst du uns einen Kaffee machen und den Rahm schlagen? Peter hat Himbeeren gesammelt.“

Heidi: „Klar! Kannst du dafür die restliche Wäsche abnehmen und du, Peter, ein Feuer entfachen und Wasser aufsetzen. Ich hole inzwischen den Öhi und richte alles übrige.“

Alpöhi: „Guten Abend Toni und Peter. Erzählt, was ihr in letzter Zeit unternommen habt!“

Geissenpeter: „Geissen hüten!“

Blackenweide: Grosse Flächen der Alp Gummen sind jetzt überdüngt und daher verunkrautet.

Blackenweide: Grosse Flächen der Alp Gummen sind jetzt überdüngt und daher verunkrautet. Copyright: Tobeltoni

Tobeltoni: „Eigentlich habe ich gute und schlechte Nachrichten von der Alp Gummen, wo ich am Sonntag (18.7.21) war. Der Älpler, der mit seinen Schweinen Wald, Weide und Grillplatz zerstört und die Mythen Cordon Bleus kreiiert hatte, ist nicht mehr auf der Alp. Jetzt ist dort ein Käser. Dieser bewirtschaftet die Alp aber nicht. Wer jetzt dafür zuständig ist, das weiss ich nicht. Es scheint aber, dass irgendeine Kontrolle stattgefunden hat und Massnahmen ergriffen wurden.

Geissenpeter: „Kontrolliert wird nur alle 10 Jahre!“

Tobeltoni: „Trotzdem ist es mir unerklärlich, dass niemand früher das gesehen und etwas unternommen hat. Der neue Bewirtschafter hat eine schwierige Aufgabe vor sich, denn grosse Teile der Alp sind total überdüngt und Blacken haben sich breit gemacht, sie werden wohl bald absamen. Mir ist es ein Rätsel, dass sie nicht sofort im Frühling gemäht oder beweidet haben. Ich konnte es kaum glauben – so viele Blackensamenständer! Sie hätten diese längst schneiden müssen. Auch wenn sie jetzt mähen, fallen unzählige Samen auf den Boden und wenn dann die kleinste Lücke entsteht, etwa ein Trittschaden, dann keimen diese erbarmungslos. Man sagt, sie wollen das heuen!!!! Dann kommen die Samen mit der Scheisse auf die Weiden oder über den Miststock auf die Weiden, denn diese sind extrem widerstandsfähig.

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Auch das giftige Alpenkreuzkraut wird demnächst versamen! Copyright: Tobeltoni

Geissenpeter:Jeder Bauer muss eine Nährstoffbilanz rechnen, aber auf der Alp scheint alles möglich zu sein. Johann hat mir gesagt, dass seine Nährstoffbilanz nicht aufgehe und er deshalb nicht mehr so viele Schweine halten dürfe oder Gülle abführen müsse. Es nimmt mich wunder, ob das nicht auch auf Alpen gilt. Was meinst du Heidi?

Heidi: „Keine Ahnung! Aber es ist ja so, dass fast alle heutigen Kühe mit der hohen Milchleistung zusätzlich zum Grünfutter auch Kraftfutter brauchen, um gesund zu bleiben, und die Alpschweine sowieso, die darf man nicht mit Schotte allein füttern, sonst bekommen sie Magenprobleme. Die Futterzufuhr ist ja erlaubt, Düngerzufuhr auch, ausser Stickstoff … also wo ist der Fehler? Bei den Älplern, die ein Maximum herausholen, oder bei den Gesetzen, die das erlauben?“

Ehemalige Schweineweide. Copyright: Tobeltoni

Ehemalige Schweineweide. Copyright: Tobeltoni

 

Grillplatz: Er war von den Schweinen zerstört worden, jetzt ist er wieder zugänglich, muss aber noch hergerichtet werden. Copyright: Tobeltoni

Grillplatz: Er war von den Schweinen zerstört worden, jetzt ist er wieder zugänglich, muss aber noch hergerichtet werden. Rechts oben: Blacken, Blacken, Blacken … Copyright: Tobeltoni

Vater Muggli und die Sechstel-Alpschweine. Heidis Mist vom 6.9.20

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ (3). Heidis Mist vom 24.8.20

Alpschweine erobern den Grillplatz. Heidis Mist vom 8.6.20

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ (2) Heidis Mist vom 31.5.20

„Heidi, die Schweine zerstören unsere Alpweiden!“ Heidis Mist vom 28.4.20

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Wie schadet Stickstoff unserem Planeten?

27. Juni 2021
Stickstoffverschmutzung kann die Ozonschicht zerstören. NASA/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Stickstoffverschmutzung kann die Ozonschicht zerstören. NASA/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Aus dem Englischen übersetzt mit Hilfe von DeepL

„Wenn wir uns nicht um Stickstoff kümmern, wird der Umgang mit allen anderen Umweltproblemen sehr viel schwieriger“ sagt Mark Sutton, UK Centre for Ecology and Hydrology. Er untersucht Verschmutzungen durch Stickstoff seit Jahrzehnten.

Der Wissenschaftsjournalist Andrew Zaleski berichtete im New Scientist vom 15.5.21 über das Thema, Titel: Der Stickstoff-Notstand: Wie wir unsere vergessene Umweltkrise beheben. Die Stickstoffverschmutzung vergiftet unser Wasser und setzt unserer Luft zu – und sie verschlimmert andere Umweltprobleme. Aber wenn wir uns jetzt organisieren, können wir zurückschlagen, bevor es zu spät ist.

The godfather of pollution

Andrew Zalenski beginnt seinen Beitrag über Stickstoff „The godfather of pollution“ wie folgt: „Es gibt ein unsichtbares Gas in der Erdatmosphäre, das eine Umweltkrise nährt. Die Schäden werden jedes Jahr schlimmer. Wenn die Dinge unkontrolliert bleiben, steuern wir auf eine globale Katastrophe zu. Und hier ist das Beunruhigendste an diesem Gas: Es ist nicht Kohlendioxid.

Stickstoff gilt normalerweise als harmloses Zeug, schliesslich macht dieser farblose Stoff 78 Prozent der Erdatmosphäre aus. Wenn Sie eine erfrischende Brise auf Ihren Wangen spüren, sind es meist Stickstoffmoleküle, die vorbeirauschen. In unseren Ökosystemen findet ein natürlicher Kreislauf von Stickstoff aus der Luft in und aus unseren Böden statt, wo er einen wichtigen Nährstoff für Pflanzen bildet. Das Problem ist, dass dieser Kreislauf durch die Aktivitäten des Menschen gefährlich aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das Ergebnis ist, dass Stickstoff in schädlichen Formen die weitere Umwelt überschwemmt.

Einige der Auswirkungen dieser Krise sind schon seit langem bekannt. Wir wissen zum Beispiel seit langem, dass die Verschmutzung durch stickstoffhaltige Verbindungen zu Algenblüten führt, welche die Wasserwege verstopfen. Aber auch andere Auswirkungen rücken jetzt ins Blickfeld, wie zum Beispiel die Art und Weise, wie die Stickstoffverschmutzung Torfmoore abtötet. Stickstoffhaltige Verbindungen schädigen auch das empfindliche Gleichgewicht der Atmosphäre.“

Schweiz: forschen, forschen …

In der Schweiz wurden viele Studien zu Problemen mit Stickstoff und parlamentarische Vorstösse gemacht. Etwa die Anfrage vom 13.9.12 im Nationalrat 12.1077 „Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft. Forschungslücken schliessen“ von Kathy Riklin: „Stickstoff ist der wichtigste Treiber in der landwirtschaftlichen Produktion und relevant in verschiedenen Umweltbereichen …“ Aus der Antwort des Bundesrates: „… Es sind bereits heute solide Grundlagen zur Thematik vorhanden, welche durch die verschiedenen landwirtschaftlichen Akteure umgesetzt werden können … Der Bundesrat wird eine Eingabe für ein NFP (Nationales Forschungsprojekt) zum Thema Stickstoff wie alle NFP-Eingaben im Rahmen einer Gesamtschau über den aktuellen schweizerischen Forschungsbedarf beurteilen.“

Das Problem Stickstoff ist seit Jahrzehnten in der Schweizer Politik und Forschung präsent, doch ist in dieser Zeit keine wesentliche Besserung eingetreten: zweithöchste Ammoniak-Emissionen in Europa, hohe Nitratgehalte im Grundwasser der Ackerbaugebiete, überdüngte Böden, Artenvielfalt im Sinkflug.

So schadet Stickstoff unserem Planeten

1. Tote Zonen im Meer

Regen kann Nitrate in Wasserläufe und Ozeane spülen. Diese Verschmutzung durch Stickstoff führt zu Algenblüten, die bei ihrer Zersetzung Sauerstoff verbrauchen und das Leben im Wasser ersticken. Das Ergebnis ist eine wässrige „tote Zone“, von denen es mehr als 400 in den Weltmeeren gibt, darunter eine riesige im Golf von Mexiko.

2. Luftverschmutzung

Autos und Kraftwerke stossen Stickoxide aus, die zu den wichtigsten Vorläufern der Luftverschmutzung gehören, die als Feinstaub bezeichnet wird. Diese winzigen Partikel können in unsere Lungen eingeatmet werden, wo sie Gewebeschäden verursachen, welche mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen einhergehen.

3. Versauerung des Bodens

Das gleiche Nitrat, das sich in die Wasserwege einschleichen kann, kann auch wichtige Nährstoffe aus dem Boden ziehen, einschliesslich Magnesium und Kalzium. Dadurch kann der Boden zu sauer werden, so dass die Pflanzen die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen können.

4. Ozonabbau

Durch die steigende Ammoniakbelastung nimmt der Säuregehalt der Luft ab. Bestimmte Lebensräume, wie z. B. Torfmoore, sind darauf angewiesen, dass die Luft leicht sauer ist. In Nordirland führt dieses Problem zum Abbau von Sphagnum-Torfmoosen, einem wichtigen Speicher für Kohlendioxid.

5. Alkalische Luft

Überschüssiges Nitrat kann von Bakterien in Distickstoffoxidgas umgewandelt werden. In grossen Höhen reagiert dieses mit ultraviolettem Licht und zerfrisst die Ozonschicht, die uns vor UV-Strahlen schützt. Der Schaden ist schwer rückgängig zu machen, denn Lachgas hat eine Lebensdauer von 120 Jahren.

Probleme und Lösungen sind längst bekannt, aber die Politik will das Problem nicht angehen!

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier: The nitrogen emergency: How to fix our forgotten environmental crisis. Andrew Zaleski, New Scientist vom 15.5.21. Falls Sie keinen Zugang zum Artikel haben, schreiben Sie Heidi, sie kann Ihnen ein PDF schicken.

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Trinkwasserinitiative: Kommentar im Landbote zum NEIN der Bio Suisse

15. April 2021
Trinkwasserbrunnen

Trinkwasserbrunnen

Der Landbote veröffentlichte am 14.4.21 die SDA/Step-Meldung über das NEIN der Delegierten von Bio Suisse zur Trinkwasserinitiative. Kommentar eines Lesers: „Dass es noch Menschen (Landwirte) gibt, die glauben, weil ohne Direktzahlungen dürften sie dann als Brunnenvergifter weiter und noch schlimmer wirken, überrascht mich nicht wirklich, aber entsetzt mich, dass (fast) niemand auf diesen Punkt hinweist.“

Tatsächlich redet kaum jemand darüber, dass viele intensiv wirtschaftende Landwirte heute schon jenseits der Umweltschutzgesetze sind, also im illegalen Bereich, und bei einem allfälligen „Ausstieg aus den Direktzahlungen“ gar nicht legal intensivieren können.

Es gibt auch Bauern und Bäuerinnen, die glauben, dass wir, die wir auch in diesem Land leben und die Lebensmittel essen, die sie produzieren, nichts zu sagen hätten zum Brunnenvergiften, Fördern von antibiotikaresistenten Keimen, zur Überdüngung, zu den gesundheits- und umweltschädlichen Ammoniakemissionen, dem Insektensterben, Gift in Boden, Wasser und Luft usw.

Heidi meint: „Wir reden über die Missstände – nur wollen viele Bauern und ihre Vertreter das nicht hören. Lesen Sie doch Heidis Mist!“

Bio Suisse empfiehlt ein Nein zur Trinkwasserinitiative. Landbote vom 14.4.21

Auch die Biobäuerin und Ständerätin Maya Graf kennt die Umweltgesetze nicht! Heidis Mist vom 10.4.21

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Es geschah am Mittwoch: stechiger Güllegestank wie noch nie!

5. März 2021

Ammoniak-Immissionsmessungen in der Schweiz von 2000 bis 2017. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), der OSTLUFT, der Zentralschweizer Umweltschutzdirektionen (ZUDK) und verschiedener Kantone sowie des Fürstentums Liechtenstein

Ammoniak-Immissionsmessungen in der Schweiz von 2000 bis 2017. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), der OSTLUFT, der Zentralschweizer Umweltschutzdirektionen (ZUDK) und verschiedener Kantone sowie des Fürstentums Liechtenstein

Liebe Heidi

War jetzt (3.3.21) drei Stunden hinterm Haus, Bäume geschnitten, die Äste gehäckselt. Während dieser Zeit wurde gegüllt. Ich weiss nicht, wie subjektiv meine Wahrnehmung ist. Doch so wahnsinnig stechig und bissig hat es noch nie gerochen. Mir ist jetzt grad ein bisschen schwindlig und bin so am Rande der Kopfschmerzen. Kleider und Haare stinken nach Gülle. Verrückt.

Weisst Du, ob es da Messmethoden (z.B. Luft?) gibt, die das Wahrgenommene in irgend einer anerkannten Form objektivieren könnten?

Mehrere Bauern waren gleichzeitig am Güllen, nur einer hat die Gülle mit dem Schleppschlauch ausgebracht.

Freundliche Grüsse

Kurt

Lieber Kurt

Viele Güllegruben waren im Laufe des Winters voll geworden. Nicht alle Bauern haben eine ausreichende Lagerkapazität. (in der EU ist die vorgeschriebenen Lagerkapazität höher als in der Schweiz: mind. 6 Monate), hinzu kommt, dass da und dort viel Regen oder Schneeschmelze von ungedeckten Laufhöfen in Güllegruben geflossen ist. So benutzten viele Bauern die ersten warmen Tage zum Ausbringen von Gülle, um das Überlaufen der Grube zu verhindern. Wahrscheinlich sind auch in anderen Gegenden viele Bauern gleichzeitig am Güllen.

Ammoniak in der Luft ist nicht nur für uns Menschen schädlich, sondern auch für die Tiere. Daher gibt es Ammoniak Schadgas Teststreifen für Stalluft. Du hast ja schon früher über Güllegestank geklagt, besonders wenn am Wochenende gegüllt wurde, hat dich das gestört. Vielleicht wäre diese einfache und relativ billige Methode etwas für dich.

Ammoniak-Immissionsmessungen in der Schweiz von 2000 bis 2017

Im August 2018 wurde eine Studie über die Ammoniak-Immissionen von 2000 bis 2017 herausgegeben. Auftraggeber waren: Bundesamt für Umwelt (BAFU), OSTLUFT, Zentralschweizer Umweltschutzdirektionen (ZUDK) und verschiedene Kantone sowie das Fürstentum Liechtenstein. Daraus ein paar Informationen.

Ammoniak trägt heute in der Schweiz von allen reaktiven Stickstoffverbindungen anteilsmässig am meisten zur Stickstoffbelastung von empfindlichen Ökosystemen bei und ist damit wesentlich für die Überdüngung (Eutrophierung) und Versauerung solcher Systeme verantwortlich. Zu diesen empfindlichen Ökosystemen gehören u.a. Wälder, Hoch- und Flachmoore, artenreiche Naturwiesen und Heidelandschaften. Ammoniak trägt aber auch zur Bildung von sekundärem Feinstaub bei, der negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat. Der Handlungsbedarf zur Minderung der Ammoniakbelastung in der Schweiz ist gross. Es ist deshalb wichtig, die Belastungssituation und deren Entwicklung immissionsseitig zu überwachen.

  • Die höchsten Ammoniakkonzentrationen und stärksten jahreszeitlichen Schwankungen wurden in Gebieten mit intensiver Tierproduktion gemessen. Dort erreichen die Jahresmittel von Ammoniak Werte von 6 – 10 µg m-3.
  • Die höchsten Konzentrationen werden in Perioden mit Gülleausbringung gemessen.
  • In der Schweiz betrugen die Ammoniakemissionen im Jahr 2016 rund 47’000 Tonnen NH3–N. Die Landwirtschaft verursachte davon 93% und ist damit die grösste Quelle von reduzierten Stickstoffverbindungen in der Schweiz.
  • Die NH3-Emissionen aus der Landwirtschaft in der Schweiz sanken zwar zwischen 1980 und 2000 – vor allem wegen der Reduzierung der Tierbestände – von 64’000 auf 44’000 Tonnen Stickstoff pro Jahr, stagnieren aber seither auf diesem Niveau. Somit liegt dieser Wert nach wie vor deutlich über der Zielsetzung für die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft von 25’000 Tonnen Stickstoff pro Jahr.
  • Die aus den gemessenen Ammoniakkonzentrationen, den Stickoxiden sowie den Ammonium- und Nitratkonzentrationen in Niederschlägen ableitbaren Gesamtstickstofffrachten liegen weiträumig, inklusive quellenfernen Standorten, über den im Rahmen der UNECE-Konvention über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP) festgelegten Critical Loads für Stickstoffeinträge in empfindliche Ökosysteme.
  • In der Schweiz werden die Critical Loads für Stickstoff bei mehr als 95% der Waldfläche, 100% der Hochmoore, 84% der Flachmoore und 42% der Trockenwiesen (TWW) überschritten. Diese grossflächige und teilweise massive Überdüngung mit Stickstoff führt u.a. zu einer Reduktion der Artenvielfalt. Der Anteil des hauptsächlich von der Landwirtschaft stammenden Ammoniaks und Ammoniums macht dabei je nach Standort 50-80% des gesamten Stickstoffeintrags aus.

Ständerat will Problem nicht lösen!

Die NZZ schrieb am Mittwoch, 3.3.21: „Die bauernfreundliche Allianz im Ständerat stimmte am Mittwoch noch einer zweiten Forderung zu, welche konkrete Massnahmen bei den Nährstoffen erschwert. Konkret schrieb der Rat fest, dass bei der Ausbringung von Dünger ein sogenannter Toleranzbereich beibehalten werden soll. Laut Bundesrat Guy Parmelin wird es mit der Beibehaltung des Toleranzbereichs nicht möglich sein, das Problem der Überdüngung zu lösen.“

Es wird also, lieber Kurt, bei dir vermutlich auch in Zukunft immer wieder wahnsinnig stechig und bissig nach Gülle stinken. Ich frage mich, welchen Sinn all die wissenschaftlichen Studien haben, wenn die Politik die Probleme nicht sehen will und nicht handelt.

Ammoniak-Immissionsmessungen in der Schweiz von 2000 bis 2017. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), der OSTLUFT, der Zentralschweizer Umweltschutzdirektionen (ZUDK) und verschiedener Kantone sowie des Fürstentums Liechtenstein (pdf)

Ammoniak Schadgas Teststreifen für Stalluft Schweiz, Google-Suche

Bauernfreundliche Allianz im Ständerat schwächt Gegenvorschlag zu Pestizid-Initiativen ab. NZZ 4.3.21

Gülle-Politik stinkt zum Himmel. Kurt Marti, Infosperber vom 23.4.20

Schutz vor Pestiziden bis zur Unkenntlichkeit verwässert: Jetzt braucht es ein Ja zur Trinkwasserinitiative

15. Oktober 2020
Grünliberale sagen JA zur Trinkwasserinitiative.

Grünliberale sagen JA zur Trinkwasserinitiative.

Medienmitteilung grünliberale vom 14.10.20:

Das Schweizer Trink- und Grundwasser ist stark mit Pestiziden belastet. Viele Gewässer und Böden sind zudem überdüngt. Die Folgen sind irreversible Schäden am Ökosystem wie Artenstreben und eine Vergiftung unseres Trinkwassers. Zum Schutz von Biodiversität und Gesundheit braucht es dringend Gegensteuer. Bundesrat und Parlament betreiben seit Jahren ein Trauerspiel. Das neuste Kapitel: Die Wirtschaftskommission des Nationalrats hat der Gesetzesrevision zum Gewässerschutz die letzten Zähne gezogen. Ein Ja zur liberal formulierten Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» im kommenden Jahr wird somit zwingend.

Seit Jahren wird die zu hohe Belastung unseres Grund- und Trinkwassers mit Pestiziden und Stickstoffüberschüssen immer wieder belegt. Beispielsweise mit der im April 2017 erschienenen Studie der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag). Schweizer Kleingewässer weisen eine Vielzahl von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden in zu hohen Konzentrationen auf.

Trotz diesem eindeutigen Handlungsbedarf hat die Wirtschaftskommission des Nationalrats (WAK-N) die Massnahmen dagegen (19.475 Pa.Iv. WAK-SR) nicht verbessert, sondern im Gegenteil weiter verwässert. Weder sollen konkrete Ziele gegen die Überdüngung im Gesetz verankert werden noch die Branche die Pflicht genommen werden. Auch bei den Pestiziden wurde eine entscheidende Schwächung beschlossen, welche ähnliche Schadensfälle wie jüngst mit Chlorothalonil weiter zulässt. Dem Gesetzesprojekt wurden dadurch noch die letzten Zähne gezogen, ein Ja zur Trinkwasserinitiative ist somit zwingend.

Medienmitteilung der Umweltorganisationen 14.10.20

Sauberes Trinkwasser hat für die Kommission des Nationalrats keine Priorität

Aller alarmierenden Befunde aus der Wissenschaft zum Trotz: Eine Mehrheit der Wirtschaftskommission des Nationalrats will das Trinkwasser nicht wirksamer vor Pestiziden und Nährstoffen schützen.

Trinkwasserinitiative (TWI)

Hier geht’s zur Homepage!

15.10.20 HOME

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Glyphosat fördert Phosphor-Überdüngung

24. März 2019

Ein Verbot von Glyphosat, dem weitweit am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel, wird schon lange diskutiert und das Herbizid ist Gegenstand von Prozessen. Gestreitet wird über die Eigenschaft „vermutlich krebserregend“. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, der Sorge bereitet: Die Überdüngung mit Phosphor.

Marie-Pier Hébert und ihre Kollegen von der kanadischen McGill University erklären: „Glyphosat enthält 18,3 Massenprozent Phosphor. Damit repräsentiert seine Ausbringung einen Einstrom anthropogenen Phosphors in die Umwelt.“ Das zunehmend in Böden und Gewässern vorkommende Herbizid trägt also auch zur Überdüngung bei.

Lesen Sie den interessanten Artikel auf scinexx, das wissensmagazin:

Glyphosat: Unterschätzte Phosphorschleuder, Herbizid setzt ähnlich viel Phosphor frei wie Tenside – und fördert so die Überdüngung.

The overlooked impact of rising glyphosate use on phosphorus loading in agricultural watersheds, Frontiers in Ecology and the Environment (esa), 5.12.18

24.3.19 HOME

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Symptom-Bekämpfung bringt Geld für die „Grüne“ Wirtschaft

12. Juli 2017

Klicken Sie auf das Bild: Drohnenflug über das Schloss Wyher in Ettiswil. Das Video zeigt das Ausmass der Algenplage im Schlossweiher. Luzerner Zeitung 10.7.17.

Klicken Sie auf das Bild: Drohnenflug über das Schloss Wyher in Ettiswil. Das Video zeigt das Ausmass der Algenplage im Schlossweiher. Luzerner Zeitung 10.7.17.

Wir wissen es: Rund um den Sempachersee gibt es mehr Tiere als zu Beginn der Seesanierung vor mehr als drei Jahrzehnten. Die „Lösung“ ist Abtransport von Gülle mit Steuergeldern. Wen wundert’s, dass der in der Nähe gelegene See rund um das Schloss Wyher in Ettiswil auch diesen Sommer wieder von einer Algenplage heimgesucht wird, weil der Nährstoffgehalt des Wassers zu hoch ist. Die Fische leiden an Sauerstoffmangel.

Das Willisauer Jungunternehmen Phoster darf nun den Weiher mit zwanzig schwimmenden Pflanzeninseln „retten“. Kostenpunkt 8’600 Franken. Die Entwicklung des Produkts wird aus dem Topf der Neuen Regionalpolitik mit 50’000 Franken unterstützt, und die Alternative Bank Schweiz gewährt aus dem Innovationsfonds ein eben so hohes Darlehen für die Marktbearbeitung. Das Ziel der Firma: Bis in zehn Jahren soll es in jedem fünften Teich in der Schweiz bepflanzte Schwimminseln geben.

„Mit unserer Arbeit sorgen wir dafür, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht nur buchstabiert, sondern gelebt wird.“ heisst es auf der Homepage von Phoster?! Und wann müssen die „nachhaltigen“ Schwimminseln ersetzt werden? Wann klingelt die Kasse wieder? Denn die Nährstoffe müssten „entfernt“ werden, und zwar nachhaltig!

Diese Symptom- statt Ursachenbekämpfung ist keine Ausnahme. Davon profitieren einige wenige. Und wer zahlt? Viele! Es wäre an der Zeit, dass das Übel an der Wurzel gepackt wird, d.h. in diesem Fall Reduktion der Tierzahlen.

Flosse sollen Schlossweiher retten, Luzerner Zeitung vom 11.7.17.

Konstant hohe Ammoniak-Emissionen: Lieber Asche auf den sauren Waldboden statt Taten, Heidis Mist 19.2.17

30 Jahre Sempachersee-Sanierung, Heidis Mist 28.12.13.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (4) TOTAL Bundesbeiträge bis Ende 2014, Heidis Mist 6.8.15.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (3) Phosphorprojekte Sempachersee & Co., Heidis Mist 30.7.15.

12.7.17 HOME

 


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