Posts Tagged ‘Ueli Maurer’

Heidis 2 WEF-Schlusspunkte: Gülle, Mist und unser Bundespräsident

1. Februar 2019

Gotthold Ephraim Lessing: Fabeln – Kapitel 38

7. Der Löwe mit dem Esel / Phaedrus lib. I. Fab. 11.

Als des Aesopus Löwe mit dem Esel, der ihm durch seine fürchterliche Stimme die Tiere sollte jagen helfen, nach dem Walde ging, rief ihm eine nasenweise Krähe von dem Baume zu: Ein schöner Gesellschafter! Schämst du dich nicht, mit einem Esel zu gehen?Wen ich brauchen kann, versetzte der Löwe, dem kann ich ja wohl meine Seite gönnen.

So denken die Großen alle, wenn sie einen Niedrigen ihrer Gemeinschaft würdigen.

Von Cartoons, Comics und Fabeln

Récite-moi La Fontaine mit Raphaël Fiammingo. Copyright: Fiami.

Récite-moi La Fontaine mit Raphaël Fiammingo. Copyright: Fiami.

Cartoons, Comics und Fabeln sind hervorragende Mittel, um Sachverhalte oder das Wesen von Menschen in Kurzform zu zeigen. Die Fabeln von La Fontaine sind auch heute noch attraktiv. Der Grafiker und Comic-Zeichner Raphaël Fiammingo erarbeitet zusammen mit SchülerInnen die Essenz einiger Fabeln von La Fontaine. Seine erste Serie produzierte er für das Muséum de Genève. Bereits drei Serien sind als Videos auf seinem Youtube-Kanal verfügbar. Er hat auch ein Büchlein mit den Texten und Illustrationen herausgegeben.

TOUS À L'EXPO, Kapitel Zürich 1883. Copyright: Fiami.

TOUS À L’EXPO, Kapitel Zürich 1883. Copyright: Fiami.

Fiami (Künstlername von Raphaël Fiammingo) gestaltete für das Westschweizer Fernsehen Wissenschaftssendungen für Schüler. Sein Expo-Comic TOUS À L’EXPO in Französisch, Deutsch und Italienisch war ein grosser Erfolg, zu Recht. Fiami hat alle Schweizer Expos von 1883 bis 2003 mit Bild und Text beschrieben und historische Daten zur Geschichte beigefügt. Der Zeitgeist ist spürbar.

Nicht minder spannend sind seine Comics Les vies de Marie Curie, Les vies de Galilée und Les vies d’Einstein.

In les vies de Marie Curie stellt Fiami u.a. die Fragen: Was ist Chemie? Wer war Marie Curie? Warum durften Frauen während Jahrhunderten nicht studieren? Fiami erzählt mit der Protagonistin Marie Curie sechs Etappen der Geschichte der Chemie, präsentiert Entdeckungen, welche die Welt verändert haben, und stellt nicht zuletzt berühmte und anonyme Frauen ins Zentrum, welche für das Recht zu lernen gekämpft haben.

Von Gülle und Mist

Am Open Forum im Rahmen des World Economic Forum (WEF) hat Heidi eine Frau aus einem idylischen Bündner Bergdorf getroffen. Sie erzählte von ihren Grosseltern, die Bauern sind, und vom Dorfbach: „Ich kenne doch diesen Geruch. Immer wieder fliesst Gülle im Bach. Und Mistabschwemmung!“ Heidi teilt die Meinung der Frau: „Das dürfte nicht sein! Das ist verboten!“ Aber viel Wasser aus den Bergen verdünnt die Schweinerei.

Der Löwe und der Esel, Gotthold Ephraim Lessing: Fabeln – Kapitel 38, Projekt Gutenberg DE

Der Löwe und der Esel auf der Jagd. Livre II – Fable 19, La Fontaine

WEF-Bilanz aus der Sicht des Bundespräsidenten, Heidis Mist vom 26.1.19

Fiami. Récite-moi La Fontaine, Comics.

Fiami, 
l’enthousiasme en partage, Le temps vom 19.4.17

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WEF-Bilanz aus der Sicht des Bundespräsidenten

26. Januar 2019
Ueli im Glück

Ueli im Glück

Der Bundespräsident, Ueli Maurer, eröffnet das WEF: „In der Schweiz haben wir eine innovative und konkurrenzfähige Wirtschaft. Die Hochschulen und Universitäten sind herausragend, die Wirtschaft ist in internationale Netze eingebunden und dient als Triebkraft für die neuen Technologien…“

Welcoming Remarks and Special Address, Eröffnungsrede Ueli Maurer, Bundespräsident Schweiz, WEF 22.1.19

Beziehungen zu Saudi-Arabien Maurer irritiert mit Aussage zum Khashoggi-Fall, SRF vom 23.1.19

Hyman P. Minsky, Wirtschaftswissenschaftler USA, „Prophet der Instabilität“, Wikipedia

«Wir leben heute in einer finanziellen Disney-Welt – irgendwann müssen wir sie verlassen», NZZ vom 29.10.18

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Wasser, WEF und 1:99 – 48:52

19. Januar 2015
Pressefreiheit weltweit 2014, Reporter ohne Grenzen. Mit welchen Ländern will die Schweiz Handel betreiben bzw. am WEF Gespräche führen? Denkanstoss an den Bundesrat, der fast völlständig in Davos sein wird. Nur Ueli Maurer "vielleicht" nicht.

Pressefreiheit weltweit 2014, Reporter ohne Grenzen. Mit welchen Ländern will die Schweiz Handel betreiben bzw. am WEF Gespräche führen? Denkanstoss an den Bundesrat, der fast völlständig in Davos sein wird. Nur Ueli Maurer „vielleicht“ nicht.

Es steht im Weltrisiko-Bericht des Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum – WEF): Die Gefahr von Wasserkrisen ist heute jene Gefahr, welche die gravierendsten Auswirkungen hat. The Global Risks report 2015 ist eine Studie, an welcher über 900 Experten gearbeitet haben. Weitere Informationen auf Deutsch Wasserkrisen sind die Risiken mit den gravierendsten Auswirkungen…, Lebensraum Wasser, 19.1.15.

Wie werden Politik und Wirtschaft reagieren? Was wird in Davos am WEF 2015 offiziell und hinter geschlossenen Türen verhandelt? Eines ist sicher, das Geschäft mit dem Wasser geht weiter:

Der Einfluss der Reichen steigt:
1% der Weltbevölkerung besitzt 48% des Weltvermögens

„.. Bereits im Jahr 2016 wird nur 1 Prozent der Bevölkerung mehr Vermögen besitzen, als der Rest der Welt zusammengenommen…“, das meldet Oxfam zur Eröffnung des WEF.

„Die Akkumulation von Vermögen und Reichtum in den Händen von wenigen führt dazu, dass eine kleine Elite an Einfluss gewinnt und so Politik, Regeln und Gesetze zu ihren Gunsten und nicht nach den Bedürfnissen der Allgemeinheit gestaltet werden. In diesem Jahr ist Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam International, als Co-Vorsitzende in Davos, um genau das zu thematisieren.“

Where do the wealthiest 1% live?, BBC vom 25.1.15. Die Schweiz ist auf dem 10. Platz!

WEF-Grusswort der Schweizer Bundespräsidentin, Finanz und Wirtschaft vom 21.1.15

Website des WEF-Ausschusses der Bündner Regierung

Sicherheitsmassnahmen am WEF nach Terroranschlägen verstärkt, Südostschweiz vom 19.1.15

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Wasserfriede, statt -krieg

25. März 2014
Colorado River: Heute eine Wüste; doch Wissenschaftler hoffen, dass das jetzt eingeleitete Wasser schlafende Samen von einheimischen Pflanzen zum Leben erweckt und einen Teil der prächtigen Landschaft auferstehen lässt. Foto: Copyright Pete McBride.

Colorado River: Heute eine Wüste; doch Wissenschaftler hoffen, dass das jetzt eingeleitete Wasser schlafende Samen von einheimischen Pflanzen zum Leben erweckt und einen Teil der einst prächtigen Landschaft auferstehen lässt. Foto: Copyright Pete McBride.

Für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) waren 235 Mitarbeiter an den Olympischen Spielen in Sotschi, so berichtet saldo in Nummer 5 vom 19.3.14 unter dem Titel Terrier Max oder was SRF unter Service public versteht. Als am Sonntag, 23.3.14 am Morelas Damm Schleusen geöffnet wurden und erstmals seit 50 Jahren Wasser in den untersten Teil des Colorado Rivers, der die Verbindung zum Meer ist, geleitet wurde, war niemand da.

Das Übereinkomen zwischen den USA und Mexiko ist wegweisend für ähnliche Wasserkonflikte, denn 60% des weltweiten Frischwassers fliesst über Grenzen. Klimawandel und Bevölkerungswachstum könnten Wasserkriege auslösen. Im deutschsprachigen Raum berichtete – so scheint es – einzig Heidi über das historische Ereignis.

Bereits besuchten Fachleute aus anderen Ländern, welche für die Wasserwirtschaft verantwortlich sind, die Region Colorado (Bulgarien, Chile, Tschechien, Kazakhstan…). Wissenschaftler des Zentrums für Binnengewässerkunde (Center for Limnology) der Universität Wisconsin-Madison, freuen sich über dieses grosse Experiment, welches – wie sie schreiben – für Wasserwissenschaftler eine einmalige Gelegenheit im Leben sei, The Year of the Flood: Can the Colorado River Delta Come Back?, UW-Madison Center for Limnology, 24.3.14.

Auch der Rhein fliesst über Grenzen. Doch derweil stolpern Bundesräte einmal mehr über das Kollegialitätsprinzip. Ueli Maurer hat Didier Burkhalter im Visier, der an der Spitze des OSZE versucht, einen Beitrag zum Frieden in der Ukraine zu leisten. Das schlechte Gewissen holte Maurer schon am Mittwoch ein, Berner Zeitung vom 20.3.14; 125 Kommentare zeigen auf, was die SchweizerInnen beschäftigt, jedenfalls nicht Wasserfrieden. Wasser und Gewässerschutz sind keine starken Bundesratsthemen.

Colorado River Dry Delta, U.S. geological Survey (USGS), Foto Pete McBride

25.3.14 HOME

Heidi-Jubiläum: 10’000 Seitenanfragen

26. März 2011

 

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Jubiläums-Kuchen Heidis Mist

Man liest Heidi. Mit gemischten Gefühlen feiert Heidi die 10’000ste Seitenanfrage seit Blog-Beginn am 15. Mai 2010 mit einem Rüebli-Schoki-Streusel-Kuchen. Der „verkehrsreichste“ Tag war der 1. Dezember 2010 mit 333 Aufrufen, welch schöne Zahl! 90 Artikel hat Heidi bisher geschrieben und zahlreiche Recherchen durchgeführt, um Fragen zu beantworten. Wie lange braucht es Heidis Mist noch? Heidi hat zum Jubiläum ein paar Wünsche an den Bundesrat:

Simonetta Sommaruga, die Justiz- und Polizeiministerin, soll die Gesetze zum Schutze des Wassers entstauben, hervorholen und deren Vollzug in allen Kantonen fordern, damit die KonsumentInnen nitratarmes Trinkwasser geniessen können. Auch wenn Bundesrätin Doris Leuthard im Departement für Umwelt, Verkehr und Kommunikation mit den AKWs jetzt andere Sorgen hat, wäre es schön, wenn sie sich wieder ein bisschen mit der altvertrauten Landwirtschaft befassen und einen Blick auf den Gewässerschutz werfen würde, z. B. auf die (mangelnde) Kontrolle der Hofdüngeranlagen. Und wie wär’s mit einem Umweltanwalt wie in Österreich? Heidi wünscht sich von Eveline Widmer-Schlumpf, dass sie bei der Fahrt nach Bern zwischen Chur und Bad Ragaz aus dem Fenster schaut, die Misthaufen im Feld sieht und über Kürzungen der Direktzahlungen nachdenkt. Und Johann N. Schneider-Ammann, der Landwirtschaftsminister? Er soll die Kontrolle der Direktzahlungsempfänger unter die Lupe nehmen: Wer ist König und wählt seinen Kontrolldienst? Wer kontrolliert wen (das Domizil verschiedener „unabhängiger“ Kontrolldienste ist an der gleichen Adresse wie der kantonale Bauernverband)? Enthält der Ökologische Leistungsnachweis Substantielles zum Schutz der Gewässer? Wie wirkt sich die Konkurrenz zwischen Kontrollinstanzen auf die Kontrolltätigkeit aus? Sicher wird der Landwirtschaftsminister zum Schluss kommen, dass eine Revision der Kontrolle dringend nötig ist. Schon deswegen wird er keine Stellen im Bundesamt für Landwirtschaft streichen, wie das Josef Kunz fordert, siehe Vielfrager Josef Kunz sägt am eigenen Ast. An Ueli Maurer hätte Heidi auch einen Wunsch, aber, ob er darauf einsteigen würde, ist mehr als fraglich: Periodische Dokumentation der Misthaufen im Feld aus der Luft. Ähnlich ist die Lage bei Micheline Calmy-Rey; im Hinblick auf die Beziehungen zur EU dürfte sie Heidi ins Pfefferland verwünschen. Jetzt bleibt noch Didier Burkhalter: Er möge bei Tierschutz-Massnahmen darauf achten, dass sie auch Gewässerschutz- und Lufthygiene-konform sind.

Heidi hat sich vorgenommen, den Gewässerschutz in der Landwirtschaft aus dem Schatten von Tier- und Klimaschutz zu holen. Sie wird weiterhin hartnäckig an diesem Ziel arbeiten. Trotzdem zieht sie es an diesem feierlichen Tag vor zu feiern, statt über tote Fische oder kranke Menschen nachzudenken.

Noch ein Wort zu wordpress.com. Wer Heidis Mist liest, hat eine sichere Internet-Seite vor sich, denn das Schreibprogramm lässt nur ausgewählte Befehle der Internetsprache HTML zu, alles andere wird erbarmungslos gelöscht. Heidi hatte einmal verzweifelt mit allerlei Tricks versucht, ein Bild mit Links zu erstellen, es war aussichtslos! Unter „Hilfe“ fand sie dann die Erklärung dafür: aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen! So dankt sie denn wordpress.com herzlich für die gute und zuverlässige Unterstützung.

24.3.11  HOME

Was haben Olympische Spiele mit Gülle und Mist zu tun?

18. November 2010

 

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Foto aus dem Inserat des Verkehrsvereins Graubünden 1997 in der Weltwoche

Olympische Winterspiele in der Schweiz? Jetzt kann wieder spekuliert werden! Hoffen auf Geld für den Tourismus, für Infrastrukturen, für ALLE. Was den einen ein Segen, ist den andern ein Fluch. Unser Sportminister, Ueli Maurer, sagte im heute publizierten NZZ-Interview: „… wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir weisse Spiele offerieren, wir müssen zurück in die Berge. Das bedeutet vermutlich, dass etablierte Tourismusorte mit einer guten Infrastruktur wie zum Beispiel Davos und St. Moritz die besten Karten hätten…“ Weil Davos grosse Erfahrung hat mit dem Kassieren von Geldern für die Sicherheit (WEF) und Sicherheit auch bei Sport-Grossveranstaltungen viel Geld kostet, liegt Ueli Maurer Gold-richtig. Ein weiterer Punkt spricht für Graubünden, nämlich die grosse Erfahrung in der Pflege der Pisten. Heidi hat von einem Kollegen ein Inserat des Verkehrsvereins Graubünden erhalten, das am 27. September 1997 in der Weltwoche erschienen ist. Darin wird wie folgt für die Wintersaison geworben:

In Graubünden werden jetzt die Pisten für Sie präpariert. Damit Sie winters genüsslich unsere Buckel runterrutschen können, hegen und pflegen wir Bündner unsere schrägsten Skihänge und Schlittelmatten das ganze Jahr über nach bewährter und urrätischer Art. Und weil uns diese Aufgabe das Beste abverlangt, geben wir unseren Pisten im Herbst den letzten Schliff mit einem Wundermittel, das zwar nicht ganz geruchsfrei, dafür aber 100% biologisch und genauso abbaubar ist. Dampft dann der Mist an unseren Hängen, tut die Natur den Rest und schafft in Graubünden über Nacht die besten Bedingungen für alle möglichen und unmöglichen Wintersportarten. Das macht viele unserer Gäste so verrückt, dass sie bis in den Frühling hinein auf unseren tief verschneiten Kuhweiden herumtoben wie junge Kälber auf Skiern, Snowboards oder neuerdings wieder öfters auf klassischen Hornschlitten…“

Ein vierter Punkt, der für Graubünden spricht: die reichlich vorhandene Gülle. Den Werbetextern mag man es verzeihen, dass sie Gülle (Bild) mit Mist (Text) verwechseln. Die Bauern tun es aber auch, bringen Gülle auf der Höhe der Skipisten aus, wo doch Mist die Wiesen besser pflegen würde.

18.11.10   HOME


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