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Schadstoffe: Verhalten im Wasser und Boden anders als im Labor

17. Januar 2017
Verschiedene Schadstoffe in Gewässertypen, Böden und Untergründe: Im multidisziplinären Sonderforschungsbereich CAMPOS werden Ausbreitung und Abbau von Schadstoffen in vielseitigen Landschaften samt wechselwirkenden Prozessen untersucht. Copyright: Uni Tübingen.

Verschiedene Schadstoffe in Gewässertypen, Böden und Untergründe: Im multidisziplinären Sonderforschungsbereich CAMPOS werden Ausbreitung und Abbau von Schadstoffen in vielseitigen Landschaften samt wechselwirkenden Prozessen untersucht. Copyright: Uni Tübingen.

Während Schadstoffe wie organische Verbindungen, z.B. Pflanzenschutzmittel, unter Laborbedingungen relativ schnell abgebaut werden, ist die Situation in der Natur ganz anders. Hier bleiben die Schadstoffe oft unerwartet lange erhalten. Grund dafür sind hochkomplexe Wechselwirkungen zwischen Schadstoffen, Gewässern, Böden, Pflanzen und Gestein.

Nitrate, Herbizide, organische Verbindungen oder Mikroschadstoffe aus Arzneimitteln und Kosmetika gelangen in Fliessgewässer, Grundwasser und in den Boden. Wie derartige Schadstoffe unsere Landschaften tatsächlich langfristig belasten und verändern werden, untersuchen jetzt Wissenschaftler im neuen multidisziplinären Forschungsverbund im Rahmen des Sonderforschungsbereiches CAMPOS.

Beteiligt sind die Universitäten Tübingen, Hohenheim und Stuttgart sowie zwei Helmholtz-Zentren: Das Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt in München und das Umweltforschungszentrum in Leipzig. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den Sonderforschungsbereich für vier Jahre mit 9,5 Mio. Euro.

Schadstoffe in Wasser & Boden: Uni Hohenheim beteiligt sich an neuem Sonderforschungsbereich, Medieninformation Universität Tübingen vom 11.1.17

Informationens zum Projekt CAMPOS

17.1.17 HOME

Insektensterben statt Bienentanz: Wissenschaftler fordern Sofortmassnahmen gegen Artenschwund

3. November 2016
Die Mohnbiene (Hoplitis papaveris) beim Blütenbesuch auf Kornblume. Diese Einsiedlerbiene ist in Deutschland stark im Bestand gefährdet und eine typische Bienenart der Agrarlandschaft. | Bildquelle: Rainer Prosi, Crailsheim

Die Mohnbiene (Hoplitis papaveris) beim Blütenbesuch auf Kornblume. Diese Einsiedlerbiene ist in Deutschland stark im Bestand gefährdet und eine typische Bienenart der Agrarlandschaft. Bildquelle: Rainer Prosi, Crailsheim

Ganze Landstriche ohne bestäubende Insekten – in China schon heute Wirklichkeit. Dort müssen Bäume und Pflanzen bereits von Hand bestäubt werden, und in wenigen Jahren könnte es auch in Deutschland so weit sein. Denn neueste Forschungsergebnisse zeigen: Auch hier ist der Bestand von Wildbienen und anderen Insekten drastisch gesunken. Wenn dieser Trend sich fortsetze, so Experten, sterben sie in weniger als zehn Jahren aus. Die Folgen wären eine ökologische Katastrophe, die nicht zuletzt massive wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe für die Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion mit sich bringen würde.

Daher unterzeichneten 77 Forscher in diesem Monat bei einer gemeinsamen Biologen-Fachtagung des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart und der Universität Hohenheim eine Resolution an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und fordern Sofortmaßnahmen, um den drastischen Rückgang von Wildbienen und anderen Insekten zu stoppen.

Hauptforderungen der Resolution:

  1. Vollständiges Verbot von Neonicotinoiden, mindestens aber ein vollständiges, ausnahmsloses Moratorium für ihren Einsatz bis zum wissenschaftlich sauberen Nachweis ihrer Umweltverträglichkeit.
  2. Erhöhung der Strukturvielfalt in der Kulturlandschaft, z.B. durch Etablierung eines Blüten-Managements.
  3. Einführung eines Langzeit-Monitorings von Insekten auf repräsentativen Flächen in Deutschland.
  4. Änderung der Bundesartenschutzverordnung: Einführung eines strengeren Schutzstatus für hochgradig gefährdete Insektenarten wie Wildbienen, entsprechend den Gefährdungskategorien der Roten Liste Deutschlands.

Ausführliche Informationen:
Alarmstufe Rot – Insektensterben statt Bienentanz: Wissenschaftler fordern Sofortmassnahmen gegen Artenschwund, Gemeinsame Pressemitteilung der Universität Hohenheim und des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart vom 28.10.16.

Auch in der Schweiz ist der Artenschwund massiv, doch griffige Massnahmen gegen diese Entwicklung sind keine in Sicht. Wenn von Wissenschaftlern prophezeite Katastrophen eintreffen, dann zahlt wer? Wir, die zu geduldigen Steuerzahlenden!

3.11.16 HOME


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