Posts Tagged ‘Vegetarier’

Was hat Pythagoras mit den mangelnden Kontrollen in Schlachtbetrieben zu tun?

15. Januar 2020
Thymian mit Schmetterling. Wer findet ihn?

Thymian mit Schmetterling. Wer findet ihn?

Die Medien berichten über die mangelnden Kontrollen in Schlachtbetrieben. Es ist ein bisschen überall so, dass es viele Gesetze gibt, aber wenig Vollzug bzw. viele geschlossenen Augen: Im Gewässerschutz, Tierschutz usw. und offenbar auch in Schlachtbetrieben.

Zufällig hat Heidi gestern in Ovids Metamorphosen gelesen, 15. Buch, Kapitel „Pythagoras“. Man muss nicht gleich Vegetarier werden, aber der blumige Text könnte dazu anregen, über den übermässigen Verzehr von Fleisch nachzudenken:

… auch hat er (Pythagoras) als erster Klage dagegen erhoben, dass man Tiere als Speise auftischt; als erster hat er seinen Mund – der zwar weise war, aber keinen Glauben fand – geöffnet, um solche Worte zu sprechen:

„Hütet euch, ihr Sterblichen, euern Leib mit mörderischen Speisen zu entweihen! Gibt es doch Feldfrucht, gibt es doch Obst, das mit seinem Gewicht die Äste herabzieht, und an Reben schwellende Trauben; gibt es doch süsse Kräuter und solche, die erst im Feuer weich und mild werden können; und man raubt euch ja weder die flüssige Milch noch den Honig, der nach Thymianblüten duftet. Verschwenderisch schenkt die Erde ihren Reichtum, friedliche Nahrung, und bietet euch Speise ohne Mord und Blut. Mit Fleisch stillen Tiere den Hunger, und auch sie nicht alle. Denn Pferde, Schafe und Rinder leben von Gras. Diejenigen aber, deren Wesen ungezähmt und wild ist, armenische Tigerinnen, zornmütige Löwen und Bären samt den Wölfen, freuen sich an blutigem Frass, Weh! Welch schwerer Frevel ist es, Leib in Leib zu bestatten, mit gierig hinabgeschlungenem Fleisch sein Fleisch zu mästen und als Lebewesen von eines anderen Lebewesens Tod zu leben! Freut es dich etwa, mitten unter den reichen Schätzen, welche die Erde, die beste der Mütter, hervorbringt, nur jämmerlich verwundete Tiere mit grausamem Zahn zu kauen und den Brauch der Cyclopen zu erneuern? Und wirst du etwa nur, wenn du einen anderen vernichtest, den Hunger deines fressgierigen, deines entarteten Bauches zu stillen vermögen?

Doch jene alte Zeit, die wir die goldene nennen, war mit Baumfrüchten und erdentsprossenen Kräutern glücklich und besudelte den Mund nicht mit Blut. Damals flatterten die Vögel ohne Sorge auf ihren Schwingen durch die Luft, unerschrocken hoppelte der Hase mitten über die Fluren und die eigene Vertrauensseligkeit hatte den Fisch nicht am Angelhaken baumelnd lassen; alles war ohne Falsch, ohne Angst vor Arglist und voller Frieden …“

Tierschutz und Fleischkontrolle in Schlachtbetrieben: Grössere Anstrengungen sind nötig, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, Medieninformation vom 14.1.20

«Schweine sterben mit schlimmsten Schmerzen», 20minuten 14.1.20

Kein Futter, kein Wasser, zu schwache Elektroschocks: So leiden Tiere auf Schweizer Schlachthöfen. Blick 14.1.20

Ovid: Metamorphosen, Reclam

Glyphosat: 75 Prozent der Deutschen deutlich belastet

5. März 2016

An der Heinrich Böll Stiftung in Berlin wurden gestern, 4.3.16, die Ergebnisse der bisher umfassendsten Studie zu Glyphosat im Urin vorgestellt. Die Urinale 2015 ist eine Aktion der Kampagne Ackergifte? Nein danke! der Bürgerinitiative Landwende.

Bei 75 Prozent der untersuchten 2009 Urinprobe von Deutschen betrug die Belastung mindestens 0,5 µg/l, d.h. das Fünffache des Grenzwerts für Trinkwasser (0,1 µg/l). Ein Drittel der Bevölkerung hat sogar eine 10- bis zu 42-fache Menge der für Trinkwasser zulässigen Menge im Urin.

Am stärksten belastet sind Kinder und Jugendliche. Landwirte sind stärker belastet als andere Berufsgruppen und Mischköstler mehr als Vegetarier und Veganer. Die Belastung der Männer ist höher als jene der Frauen. Es erstaunt nicht, dass bei Bio-Essern die Glyphosat-Konzentration im Urin geringer ist als bei Menschen, die sich konventionell ernähren.

Die von der emeritierten Veterinärmedizinerin Monika Krüger betreute und vom akkreditierten Labor BioCheck-Holzhausen durchgeführte Untersuchung ist die weltweit grösste bisher durchgeführte Felduntersuchung zum Nachweis von Glyphosat im Urin. „Sie bestätigt die Ergebnisse des Umweltbundesamtes, dass Glyphosat im Urin bei einem Grossteil der deutschen Probanden nachweisbar ist“, stellte Monika Krüger fest.

In der Schweiz wurde bisher keine ähnliche Studie durchgeführt. Mag sein, dass der Schweizer Urin etwas weniger belastet ist, da Glyphosat als „Erntehelfer“ nicht zugelassen war (Sikkation). Heidi vermutet, dass z.B. importierte Backwaren wesentlich stärker mit Glyphosat belastet sind als einheimische. In Deutschland wurde die Sikkation erst vor Kurzem verboten, Glyphosat zur Sikkation nur noch in Ausnahmen zugelassen, Proplante, 26.5.14

Glyphosat im Urin: Werte liegen auch bei Kindern im erwartbaren Bereich und sind gesundheitlich unbedenklich, das meldet das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) und übt ausführlich Kritik an der Studie, 4.3.16. Woher nimmt das BfR diese Sicherheit? Heidi ist gespannt auf weitere Reaktionen. Viel Geld steht auf dem Spiel und auch der Ruf des BfR. Wem darf man noch glauben? Heidi meint: „Es ist ungesund, dauernd solchen Stoffen ausgesetzt zu sein, denn es sind ja deren viele.“

Glyphosat im Urin von Großstädtern aus 18 europäischen Staaten nachgewiesen. 70 Prozent aller Proben in Deutschland belastet, Bund, 13.6.13.

5.3.16 HOME

Jetzt unterschreiben: Gesundes sauberes Wasser für alle

27. Juli 2014

Gesundes sauberes Wasser für alle

Die Prospekte und Unterschriftsbogen sind gedruckt. Das Sammeln von Unterschriften für die Petition Gesundes sauberes Wasser für alle hat begonnen. Franziska Herren leitet die ausgefüllten Bogen laufend an das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation weiter, zuhanden unserer Bundesrätin Doris Leuthard.

Franziskas Anliegen:

„Respekt und Verantwortung gegenüber einem Geschenk
Die Konsumentinnen und Konsumenten haben es in der Hand, denn wer sich bewusst ist, dass unser wertvollstes Lebensmittel Wasser von der Natur rein und gratis zur Verfügung gestellt wird, achtet auf sein Einkaufsverhalten und handelt im Alltag mit mehr Respekt: Weniger Fleisch, saisonale, regionale Bio-Lebensmittel, biologisch abbaubare Reinigungs- und Waschmittel, pflanzliche und biologische Kosmetika im Einkaufskorb halten die Wasserqualität hoch. Die Zahl der Vegetarier und Veganer ist zunehmend. Der Entschied erfolgt meist aus gesundheitlichen Überlegungen und aus dem Bewusstsein heraus, dass Tiere fühlende Lebewesen sind, die wie wir Menschen, Respekt und Achtung verdienen. Schon eine minimale Reduktion des Fleischkonsums hat Einfluss auf die Produktion und damit auch auf die Einsatzmenge von Antibiotika. Zudem leistet eine mehrheitlich pflanzliche und biologische Ernährung mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln einen gewichtigen Beitrag zur Reduktion des CO2 Ausstosses.

Bio muss wieder Standard werden
Biologische Lebensmittel sind keine Neuerfindung, sondern eigentlich der Standard. Es gibt nichts Biologischeres als Das Erdreich in seiner Ursprungsform. Ebenfalls Standard sein sollte die artgerechte, naturnahe oder Freilandhaltung für die Tiere.

Petition – sauberes Wasser für alle
Unterzeichnen Sie unsere Petition und bitten Sie auch Ihre Freunde und Bekannten darum. Sie finden die Unterschriftenbogen hier.“

Bewusst einkaufen bringt viel für die Umwelt, meint Heidi. Die Werbung muss kritisch hinterfragt werden, z.B. Mythos Milch, SRF Kontext vom 23.7.14: „… Milch die Muntermacherin der Nation, der Saft, der uns die Kraft der reinen Natur schenkt. Die Milchwerbung verkauft uns Kuhmilchprodukte fantasievoll mit Versprechen der gesündesten Art. Aber die Medizin sagt etwas anderes. So gehört Milch zu den wichtigsten Allergenen und der Konsum von zu vielen Milchprodukten wird sogar mit gewissen Krebsarten in Verbindung gebracht. Zu viel Milch ist auch für sehr viele Kühe ungesund. Sie sind zu reinen Milchmaschinen, zu so genannten Turbokühen degradiert worden. Das bedeutet ein kürzeres Leben, oft ein lebenslängliches Angebundensein im Stall und bedeutet eine mindere Milchqualität. Die Sendung von Peter Jaeggi beleuchtet die schwarzen Seiten des weissen Saftes.“

Wir haben es in der Hand!

27.7.14 HOME

Heuimporte und ihre Folgen

8. März 2012
DSC01601roterMarienkaefer180411K

Zur biologischen Bekämpfung von Schädlingen in Gewächshäusern wurde der Asiatische Marienkäfer in Europa eingeführt. Jetzt verdrängt er die einheimischen Marienkäfer und richtet auch sonst Schaden an. Dies ist hoffentlich ein einheimischer Marienkäfer.

In der Aargauerzeitung zu lesen: Import-Heu: Schweizer Kühe fressen Heu aus Eritrea. Heidi hat am 5.12.11 darüber berichtet, dass 150’000 Tonnen Heu im Jahre 2010 importiert wurden, siehe Bill Clinton ist Vegetarier. Was sie damals nicht wusste: 22 Tonnen stammen aus Eritrea*, 19 Tonnen aus Kirgistan*, 22 Tonnen aus Peru, auch aus Kamerun wurde Heu importiert. Über Kamerun berichtete Adi’s Agro-Blog in fünf Artikeln, so heisst es in KameRun(3): Dégustation au Buffet Centr’afrique: „… Die Lebensmittel- und Lebenshaltungskosten sind in Kamerun im Verhältnis zu den Löhnen enorm hoch. Falls man überhaupt Lohn bezieht. Die Journalistenkollegen schätzen, dass mindestens die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung arbeitslos ist. Über die offiziellen Zahlen zwischen 10 und 20 Prozent können sie nur lachen…“

Abgesehen von der ethischen Seite und dem Transportweg stellt sich die Frage nach möglichen Folgen solcher Importe. Heu ist kein homogenes Gut wie etwa Getreide. Es enthält Samen von Pflanzen, die in den weit entfernten Export-Ländern beheimatet sind. Es besteht also die Gefahr, dass Unkräuter eingeschleppt werden, die nicht mehr oder nur mit grossem Aufwand oder Herbiziden bekämpft werden können. Samen gelangen über Transport, Lagerung und Futterkrippen-Abfälle auf die Wiesen; sie überstehen zum Teil unbeschadet den Weg durch den Verdauungstrakt der Tiere. Auch importierte Samen aus den Nachbarländern können die einheimische Flora verfälschen, weil es andere Ökotypen sind. Die Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (SKEW) setzt sich für die biologische Vielfalt ein, informiert über eingeschleppte Arten sowie Gesetzte und Übereinkommen. Nicht-einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten absichtlich oder unabsichtlich eingeführt wurden, sind der zweitwichtigste Grund des Artenrückgangs, der wichtigste ist die Zerstörung von Biotopen durch den Menschen. Die Schweiz ist bisher ihren internationalen Verpflichtungen zur Erhaltung der Artenvielfalt nur mangelhaft nachgekommen.

Weitere offene Fragen sind: Das Einschleppen von Schädlingen sowie Pflanzen- und Tierkrankheiten. Allfällige Folgen dieses verantwortungslosen Tuns muss die ganze Bevölkerung tragen.

Nachtrag 9.3.12: Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) meldet heute, dass die Heu-Importe 2011 einen neuen Rekordstand erreicht haben: 166‘700 Tonnen.

* Nachtrag 28.3.12: Wie ein aufmerksamer Leser Heidi schrieb,  wurde offenbar kein Heu aus Eritrea und Kirgistan importiert. Diese Meldung beruht auf einem Fehler der Zollbehörden beim Erfassen des Ländercodes. Heidi wird die Importe aus Kamerun und Peru überprüfen und dann darüber berichten.

8.3.12  HOME

Jims Klima-Würfelspiel

1. Januar 2012
DSC03056W5080k

Grundlage für Jims Würfelspiel ist die Durchschnittstemperatur der Jahre 1951-1980, rot = wärmer als der Durchschnitt, blau = kälter als der Durchschnitt, gelb = Durchschnitt

James Hansen, Direktor des NASA Goddard Institute for Space Studies, hat am 10. November 2011 eine Arbeit zur Klimaerwärmung veröffentlicht mit dem Titel „Climate Variability and Climate Change: The New Climate Dice“; sie ist auf seiner Internetseite bei der Columbia University, New York, abrufbar. Heidi hat sich seinen Klimawürfel genauer angeschaut. Als Grundlage für Jims Würfelspiel dient das Klima von 1951-1980, genauer die Durchschnittstemperatur Juni-August. Man nimmt einen Würfel, färbt je 2 Seiten rot, blau und gelb und würfelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperatur im Juni, Juli oder August in diesen 30 Jahren wärmer oder kälter als der Durchschnitt war oder dem Durchschnitt entsprach ist gleich gross, d.h. ein Drittel.

DSC03078W2000k

Temperatur am Anfang unseres Jahrhunderts im Vergleich zu 1951-1980. Wir brauchen einen neuen Würfel mit 4 roten Seiten, denn es ist deutlich wärmer geworden.

Im Jahre 1988 hat Jim mit einem Team das Klima für den Anfang des 21. Jahrhundert simuliert (Global climate changes as forecast by Goddard Institute for Space Studies three-dimensional model). Eines der drei damals veröffentlichten Treibhausgas-Szenarien ist Wirklichkeit geworden. Wenn wir mit Jims Grundlagen-Würfel der Jahre 1951-1980 würfeln, dann stimmen die Ergebnisse im Durchschnitt nicht mit den am Anfang dieses Jahrhunderts gemessenen Temperaturen überein, denn es war deutlich wärmer als in jenen 30 Jahren. Wir brauchen für den Vergleich mit damals also einen neuen Würfel. Er hat 4 rote Seiten, 1 blaue und 1 gelbe Seite.

DSC03095W2020k

Würfelspiel für 2020? Wenn Jims Voraussagen stimmen, dann brauchen wir einen dritten Würfel, denn es wird 2020 vermutlich noch sehr viel wärmer sein als 1951-1980.

Wie warm wird es 2020 sein? Jim hat für die Nordhalbkugel die Temperatur vorausgesagt. Heidi will wissen, wie warm es am 1. August 2020, dem Nationalfeiertag, sein wird. Dafür muss sie schon wieder einen neuen Würfel basteln, einen mit 5 roten Seiten, wobei 2 Seiten dunkelrot sind (viel wärmer) und 1 Seite noch dunkler rot ist (extrem heiss), d.h. es wird vermutlich sehr bald sehr viel wärmer sein als in den Jahren 1951-1980. Extreme Hitzeperioden, wie wir sie 2003 erlebten oder wie sie 2011 in Texas, 2010 in Moskau auftraten, gab es in den 30 Vergleichsjahren nie.

Haben wir noch Zeit zum Handeln? Genügen „grünes Wachstum“, Energieeffizienz, subventionierte Schleppschläuche zum Güllen und lukrative Fotovoltaik auf den Scheunendächern, um eine Wende herbeizuführen? Die Landwirtschaft ist besonders gefordert, Heidi hat schon früher darüber geschrieben. Wenn weniger oder kein Fleisch gegessen würde, dann wären die Emissionen von Klima-verändernden Gasen geringer. Aber das stark subventionierte Fleisch ist ja so billig! Die Schweizer Landwirte setzten immer schon auf Tierhaltung und produzierten Milchseen, Butter- und Fleischberge. Die Idee der Direktzahlungen ist aus den Überschussproblemen geboren worden. Nun sind wir wieder am gleichen Ort mit Milchüberschüssen und hoher Fleischproduktion, die das bäuerliche Einkommen schmälern und zu einer weiteren Aufstockung der Direktzahlungen führen. Der Bauernverband fordert lautstark eine produzierende Landwirtschaft statt ökologische Ausgleichsflächen und meint damit Tierproduktion. So dreht sich das Karussell immer schneller, die Kasse klingelt trotz der Misstöne einiger Musikanten.

In der NZZ vom 31. Dezember 2011 zu lesen von Thomas Macho, Professor an der Humboldt-Universität Berlin, in „Vom Glücksversprechen der Linsensuppe. Über Silvesteressen, Haustiere und Mythologien“: „… Seit Gründung der ersten Schlachthöfe – die als modernitätskonstitutive Institutionen an die Seite der Klinik oder des Gefängnisses gestellt werden müssten – ist Fleisch kein Luxusgut mehr, sondern wird geradezu verschwendet und verschleudert. Die Folgekosten dieser Praxis sind inzwischen bekannt: Safran Foer hat sie in seinem erschütternden Plädoyer für eine vegetarische Lebensweise – <Eating Animals> von 2009 – in zahlreichen Details benannt. <Fast ein Drittel der Landoberfläche unseres Planeten wird für die Viehzucht genutzt> … <Die Nutztierhaltung ist die Ursache Nummer eins für den Klimawandel>…“.

Hans Rudolf Herren, der Gründer und Präsident der Biovision, schrieb in der NZZ vom 4.1.12, dass der Anteil der Landwirtschaft an den globalen Treibhausgas-Emissionen ein Drittel betrage; wenn man die gesamte Kette der industriellen Nahrungsmittelproduktion dazu rechnet, dann sei es die Hälfte. Er verweist auf den IAASTD-Weltagrarbericht (International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development), der 2008 im Auftrage verschiedener Uno-Organisationen erstellt worden war. Danach könnten 9 Milliarden Menschen im Jahre 2050 ernährt werden, und dies ohne Netto-Treibhausgas-Emissionen. Vorausgesetzt wird ein fundamentaler Kurswechsel in der globalen Agrarpolitik, hin zu einer nachhaltigen ökologischen Landwirtschaft. „Der Trend, dass immer mehr Leute auch Fleisch und andere tierische Produkte essen, muss gestoppt werden.“ sagt Herren.

Gemäss Bundesamt für Umwelt beträgt in der Schweiz der Anteil der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen an den Gesamtemissionen 12%. Hauptverursacher ist mit 32% der motorisierte Strassenverkehr, gefolgt von Industrie und Dienstleistungen mit 29% und den Haushalten mit 20%. Im Agrarbericht 2011 des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) liest Heidi im Fazit des Kapitels über Klima, dass ackerfähige Standorte für die menschliche Ernährung genutzt werden sollten, nicht für die Rindviehhaltung. Das ist ein frommer Wunsch, denn die Agrarpolitik geht andere Wege. Bericht Klimastrategie Landwirtschaft BLW.

Es ist nie zu spät für gute Vorsätze! Heidi wünscht Ihren LeserInnen alles Gute im 2012 und vor allem Zeit zum Nachdenken.

1.1.12  HOME

Bill Clinton ist Vegetarier

5. Dezember 2011
DSC02944_Schweizer_Fleisch_k

Der Anblick von blutigem Fleisch wirkt auf fast Vegetarier eher abstossend. Selber gebackener Zopf mit Butter, Honig und Konfitüre war unser Weihnachtsessen.

Vegetarier zu sein ist in den USA plötzlich chic. Immer mehr Stars ernähren sich fleischlos oder vegan, das meldete die NZZ am 1. Dezember 2011. Bill Clinton ass, als er noch im Weissen Haus war, gerne Hamburger, jetzt ist er überzeugter Veganer. Ausgangspunkt für die Ernährungsumstellung war eine vierfache Bypass-Operation im Jahre 2004, siehe Video CNN. Er habe 11 kg abgenommen und fühle sich jünger und fiter. Wo sind die Schweizer Vegi-Stars?

Gemäss einer Studie der Nestlé sind 9% der Schweizer Bevölkerung fast Vegetarier und 3% ganz, siehe Europäische Vegetarier Union. Die Produktion von Fleisch und Milch wird überdurchschnittlich mit Steuergeldern gefördert. Der Selbstversorgungsgrad tierische Produktion betrug 2009 95%, während jener der pflanzlichen Produktion 48% beträgt, Agrarbericht 2011. Auch ein beträchtlicher Teil des Pflanzenertrags dient der Tierfütterung; immer mehr Ackerland wird für die Produktion von Wiederkäuerfutter verwendet (Kunstwiesen, Mais …), trotzdem erreichten 2010 die Importe von Heu mit 150’000 Tonnen eine Rekordmarke, und der Import von Kraftfutter stieg erneut markant. Die Milch- und Fleischpreise sinken, der Fleischkonsum steigt, die Umweltbelastung auch.

Wer am Fest der Liebe an die Milliarde Hungernden denkt, dem wird die Lust auf Fleisch vergehen. Besser wäre es sowieso, wenn die Schweizer Bevölkerung weniger Fleisch essen würde, auch für das Klima. Brasiliens Regenwald schrumpft: Neues Waldgesetz ist Todesurteil für den Regenwald, Rettet den Regenwald e.V., 26.11.11; Kahlschlag um jeden Preis, Zeit Online, 11.7.11. Da nützt auch Proforest nichts. Heidi ist von der „nachhaltig produzierten Soja“ nicht überzeugt, denn viel Ackerfläche wird dafür beansprucht, und der Regenwald wird trotzdem abgeholzt, nämlich für jene, denen es Wurst ist, ob „nachhaltig“ oder „irgendwie“ produziert, Hauptsache es gibt immer mehr Tierfutter bzw. Fleisch für diejenigen, die es bezahlen können. Die Werbung von fenaco-LANDI, WWF und COOP „Proforest: Für Ergänzungsfutter aus nachhaltig produzierter Soja“ ist trügerisch.

Die Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus weist auf die ökologischen Folgen des Fleischkonsums hin und schreibt: „Ein Grund, weshalb die Fleischindustrie immer noch existiert, ist der, dass die Einnahmen aus dem Geschäft privatisiert werden, die Kosten jedoch auf die Allgemeinheit (und somit auf alle Steuerzahler) abgewälzt werden … Ganz zu schweigen von den Folgekosten im Gesundheitswesen…“

Heidi regt ihre LeserInnen zum überlegten Einkaufen an: Zuerst denken, dann einkaufen … sich nicht verführen lassen, Herkunft und Zusammensetzung prüfen, Vorsicht bei tiefen Preisen und Aktionen … ist jetzt Erdbeersaison? Zum Schluss noch ein Vegi-Unsinn-Beispiel: Knoblauch-Brot fix-fertig zum Einschieben in den Ofen, gut verpackt, in der Kühlvitrine, per Kühlkette transportiert. Heidi empfiehlt: Baguette in der Bäckerei einkaufen, Knoblauch auf dem Markt oder beim Farngut. En Guete!

5.12.11 HOME


%d Bloggern gefällt das: