Posts Tagged ‘Vision Landwirtschaft’

Agrarpolitik ohne Vision und Strategie

6. März 2019

Frühling liegt in der Luft, Störche bauen Nester und Heidi spürt einen Hauch von frischem Wind in der Agrarpolitik. Gerade hat sie gelesen: „Vision Landwirtschaft fordert den Bund auf, die Agrarreform 2022+ von Grund auf zu überarbeiten und die bekannten Probleme mit bereits heute weitgehend bekannten Massnahmen endlich anzugehen.“

Weiter heisst es: „Mit der Agrarpolitik 2022, deren Vernehmlassung heute endet, stellte der Bund eine effizientere Verwendung der Bundesmittel in Aussicht. Von klaren Zielen, transparenten Indikatoren und wirksamen Massnahmen sind die Vorschläge jedoch weit entfernt. Die unzähligen kleinen Anpassungen auf Gesetzes- und Verordnungsebene bringen viel administrativen Aufwand mit sich, am milliardenschweren Abfluss öffentlicher Gelder an die Agrarindustrie ändern sie jedoch kaum etwas.“

Heidi meint: „Die Agrarpolitik ist ein Flickenteppich. An allen Ecken und Enden wird gezogen bis Löcher entstehen und gestopft werden muss, immer wieder, immer wieder … Etwas Rechtes wird wohl nie daraus. Ein Neuanfang ist überfällig.“

Lesen Sie weiter:
AP22+: Mit neuen Indikatoren gegen Intransparenz und Stillstand, Vision Landwirtschaft vom 6.3.19

Wie die Milliarden für die Landwirtschaft verpuffen, NZZ vom 6.3.19

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Essen: Alles Gute kommt von unten!

19. Dezember 2018

Die Sonne steht schon tief am Himmel. Mit zügigen Schritten steigt Peter vom Dorf zur Alphütte hoch, wo der Öhi auf der Bank draussen die Aussicht geniesst.

Peter: „Hoi Öhi, schau was ich euch mitgebracht habe: Bündner Nüsse aus dem neuen ZeroWaste Laden in Chur, dem oba aba. Witzig ist, dass er an der Paradiesgasse liegt. Das passt! Sie verkaufen biologische, lokale und saisonale Lebensmittel zu fairen Preisen.“

Alpöhi: „Woher hast du das komische Netz?“

Peter:  „Die Produkte sind unverpackt oder in Mehrwegsystemen erhältlich. Ich bin zufällig am Laden vorbeigekommen, hatte also keinen Behälter bei mir. Eine Kundin hat mir das Netz geschenkt. Man könne es bis 1’000 Mal verwenden. Wo ist Heidi?“

Alpöhi:Sie hockt schon wieder am PC. Geh doch rein!“

Heidi: „Tschau Peter! Du kommst mir gerade richtig! Schau her! Das Restaurant Mein Küchenchef in Köniz. Sie verwenden regionale Produkte und kämpfen gegen Lebensmittelverschwendung.

Und dann habe ich noch etwas für dich zum Lesen, der neueste Newsletter von Vision Landwirtschaft. Da steht u.a. Den Leerlauf komplettiert hat der Bundesrat im November 2018, als er seine in den letzten zwei Jahren ausgearbeitete Vision zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik präsentierte…“

In diesem Moment tritt der Alpöhi in die Hütte, hat den letzten Satz noch gehört.

Alpöhi: Was predige ich euch schon lange? Ihr müsst selber etwas tun! Auf Bern warten? Sinnlos! Alles Gute kommt von euch da unten.

Peter: „Ich werde meinen Käse in Zukunft im oba aba verkaufen.“

Heidi: „Grossvater, was soll ich tun?“

oba aba, ZeroWaste Laden Chur
… Lebensmittel aus der Region, aba uf Khur bringa

… Feines aus unseren Glasbins von oba aba ins Gfäss abfülla

… aifach mol oba aba ko fu dem Wahnsinn!

Ein Laden gegen den Plastikwahn, SRF vom 18.12.18

Vom Feld – auf den Teller – ohne Food Waste. Mein Küchenchef, Restaurant, Laden und Oneline-Verkauf in Köniz BE

Die Schweiz auf dem Weg zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung ist keineswegs nur abstrakt, sondern betrifft den Alltag von uns allen. Die Reportage aus dem innovativen Restaurant «Der Küchenchef» in Köniz zeigt, wie zwei findige Unternehmer helfen, Foodwaste zu vermeiden und gleichzeitig saisonale Früchte und regionales Gemüse wieder salonfähig machen. Medienmitteilung Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) vom 18.12.18

Sackgasse mit Hoffnungsschimmer – ein Rückblick auf die bewegt-unbewegte Agrarpolitik 2018. Vision Landwirtschaft 19.12.18

Ocean Care sorgt weltweit dafür, dass die Ozeane und deren Bewohner geschützt werden. Seit 2011 als UN-Sonderberaterin für den Meeresschutz.

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Bern 3.11.18: Verkauf von 100% ungespritzten Hochstamm-Äpfeln

29. Oktober 2018
Ralph Hablützel ist Bio-Bauer und zuständig für das Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» bei Vision Landwirtschaft: «Aufgrund des diesjährigen Obstüberangebotes suchen wir von Vision Landwirtschaft für ungespritzte Hochstamm-Äpfel zusätzliche Abnehmer. Da kam der Öpfelchasper wie gelegen».

Ralph Hablützel ist Bio-Bauer und zuständig für das Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» bei Vision Landwirtschaft: «Aufgrund des diesjährigen Obstüberangebotes suchen wir von Vision Landwirtschaft für ungespritzte Hochstamm-Äpfel zusätzliche Abnehmer. Da kam der Öpfelchasper wie gelegen».

Die Schweiz wird dieses Jahr aufgrund des Jahrhundertsommers mit 60’000 Tonnen zusätzlichen Äpfeln überschwemmt. Mit der Aktion vom 3.11.18 in Bern wollen der Öpfelchasper und Vision Landwirtschaft die besten Hochstamm-Äpfel retten, denn es lohnt sich nicht, sie zu pflücken und zum Vermosten sind sie viel zu schade, die absolut ungespritzten tadellosen Äpfel. Der Kampagnepreis von CHF 3.20 fliesst direkt an die Bauern.

Lassen Sie sich überraschen, auch seltene Apfel-Sorten sind dabei. Das Wichtigste in Kürze:

Wann: Samstag, 3. November 2018 von 9.00 – 16.00 Uhr

Wo: Öpfelchasper, Güterstrasse 8, 3008 Bern (Warmbächli)

Äpfel: 100% ungespritzte Hochstamm-Äpfel mit Nachweis

Direktverkauf: CHF 3.20 pro Kilo, nur Barbezahlung direkt an Bauer

Verpackung: Bringen Sie die eigene Tragtasche mit, ansonsten Transport in Kiste gegen Depot möglich

Vorbestellung an Öpfelchasper: „Sei ein Superchasper und bestelle gleich kistenweise Äpfel. Zum Lagern in deinem Keller, für dich und deine Arbeitskollegen, deine Kinder und deren Schulgspänli, Verwandte und Bekannte. Wir nehmen deine Vorbestellung ab 12 Kilo Äpfel bis zum 29. Oktober 2018 entgegen“: +41 43 818 61 54, info@oepfelchasper.ch

Heidi meint: Die Bestellfrist für grosse Megen läuft zwar heute ab, aber der Öpfelchasper ist wahrscheinlich flexibel und nimmt Ihre verspätete Bestellung trotzdem an.

Öpfelchasper-Aktion in Zürich war ein grosser Erfolg

Hochstammobst-Kampagne in Zürich beim Öpfelchasper war sehr gut organisiert.

Hochstammobst-Kampagne in Zürich beim Öpfelchasper war sehr gut organisiert.

Am 27.10.18 fand eine Verkaufsaktion für Hochstammobst in Zürich statt. Die Nachfrage übertraf die kühnsten Erwartungen.

Erstmals konnte in der Schweiz gezeigt werden, dass Tafelobst nicht nur pestizidfrei auf biodiversitätsfördernden Hochstammbäumen produziert werden kann, sondern dass es sich im grösseren Stil in Top-Qualität zu sehr guten Preisen auch verkaufen lässt. Die Produzenten erhielten für ihr Obst mehr als doppelt so hohe Preise wie sonst im Handel.

Attraktives Gemüse/Früchte-Abo von Öpfelchasper

Der Öpfelchasper ist mit seinen Mitarbeitenden aktiv in Zürich, Winterthur, Basel und Bern. „Wir beliefern Stadtmenschen mit frischen Früchten und knackigem Gemüse: in Bio-Qualität, CO2-neutral und immer mit dem Velo. Für ein rundum gesundes Genusserlebnis.“ Ein Abonnement lohnt sich.

Bern: Rette ungespritzte Hochstamm-Äpfel, Öpfelchasper facebook

Informationen zur Öpfel-Aktion

Ein Hoch auf die ungespritzten Hochstammäpfel! Vision Landwirtschaft vom 8.10.18

Öpfelchasper, der BIO-Velokurier:

Aktion für die verschmähten Äpfel, Tagesanzeiger vom 26.10.18

Öpfelchasper – ein Portrait aus der Sicht einer Chasperin, Kurzvideo

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Lebensmittelpreise: Einstellungssache

18. September 2018

Noch nie zuvor haben die Nahrungsmittel das Haushaltsbudget so wenig belastet.

«Ich stelle immer wieder fest, dass die öffentliche Meinung ganz klar in Richtung Nachhaltigkeit tendiert. Alle wollen möglichst Bio, fair produziert und, und, und… Aber wenn es drauf ankommt, vor dem Regal, entscheiden sich viele immer noch für das günstigere Produkt. Hier besteht eine Diskrepanz zwischen den moralischen Ansprüchen und dem schlussendlichen Einkaufverhalten», Martin Jucker (Jucker Farm).

Fair Food – zu welchem Preis? Jucker Farm

Fair-Food-Initiative

Fair Food und Ernährungssouveränität – zwei Landwirtschaftsinitiativen vor der Abstimmung, Vision Landwirtschaft vom 31.8.18

18.9.18 HOME

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Stellenausschreibung Projektleitung „Pestizidreduktion in der Praxis“

11. Februar 2018

 

Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» ist lanciert

Dass es ohne Pestizide geht, halten viele noch für eine Utopie. Hunderte von Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz und weltweit beweisen jedoch täglich, dass auch ohne regelmässigen Gifteinsatz eine wirtschaftliche, produktive Landwirtschaft möglich ist. Einer pestizidbefreiten Schweizer Landwirtschaft zum Durchbruch zu verhelfen ist das ehrgeizige Ziel eines neuen Projektes von Vision Landwirtschaft. Eine grosse Zahl an Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Gesundheit und Konsum stehen hinter dieser Vision.

Lesen Sie hier weiter!

Stellenausschreibung Projektleitung

Vision Landwirtschaft sucht eine initiative, fachlich versierte Persönlichkeit im Bereich Pestizide und Landwirtschaft.

Sie haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund, mindestens 5 Jahre Berufserfahrung, sind zielorientiertes und selbständiges Arbeiten gewohnt, kennen die Landwirtschaft und den Pestizideinsatz aus eigener Erfahrung und sind sich den Umgang mit Bauern und anderen Anspruchsgruppen (z.B. Handel und Behörden) gewohnt.

Anstellungsgrad: 50 bis 100% nach Vereinbarung

Arbeitsort: Hof Litzibuch, 8966 Oberwil-Lieli und – nach Vereinbarung – extern.

Das Arbeitsgebiet betrifft den Themenbereich Pestizide. Sie engagieren sich im Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» dafür, dass die Ziele des Pestizid-Reduktionsplans Schweiz von Vision Landwirtschaft realisiert werden.

Ihre Arbeit setzt sich insbesondere aus folgenden Tätigkeiten zusammen:

  • Initiierung, fachliche Unterstützung und Vernetzung von Praxisprojekten (z.B. pestizidfreie Obst- und Gemüseproduktion, pestizidfreie Regionen u.a.)
  • Landwirtschaftliche Beratung
  • Organisation von Fachanlässen
  • Informationsarbeit

Bei allen Tätigkeiten ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Team des Projektes – dem Geschäftsleiter von Vision Landwirtschaft und der Projektleiterin Projekt «Pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft» – sowie die Vernetzung mit zielverwandten Organisationen zentral.

Das Projekt ist auf 3 Jahre angelegt (2018 bis 2020). Es ist eingebettet in ein vernetztes Umfeld zwischen Politik, Behörden, Produzentenorganisationen und anderen NGO’s, öffentlicher Meinung, Medien, Agrarindustrie, Praktiker, Forschung und Beratung. Es ist unumgänglich, flexibel und situativ auf die sich zeigenden Möglichkeiten zu reagieren.

Der Arbeitsumfang ist für drei Jahre sichergestellt (Projektfinanzierung). Für eine darüber hinaus gehende, unbefristete Anstellung wird die Akquise von jeweils der Hälfte des eigenen Arbeitsvolumens erwartet.

Stellenantritt nach Vereinbarung.

Bewerbung und weitere Auskünfte:
Andreas Bosshard, Geschäftsführer Vision Landwirtschaft,
sekretariat@visionlandwirtschaft.ch 

056-641 11 55

11.2.18 HOME

Abstand zu Wohnzonen: Heidis vergebliche Suche nach der Helikopter-Pestizid-Sprühliste

3. Januar 2018
Zum Thema passend nochmals der Cartoon von NaNa.

Zum Thema passend nochmals der Cartoon von NaNa.

Im Rahmen einer Vernehmlassung im Frühling 2016 lockerte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Abstandsvorschriften für Pflanzenschutzmittel-Sprühflüge massiv, z.B. für Gebäude, öffentliche Areale und private Wohnzonen erstellte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine nicht abschliessende Liste der für 30 m bzw. 60 m zugelassenen Pflanzenschutzmittel. Früher galt allgemein ein Abstand von 60 m, theoretisch wenigstens!

Mangelnder Vollzug –

Das Schweizer Fernsehen berichtet am 6.6.17 über die Walliser Helikoptersprühflüge wie folgt: „Ein Bericht der Denkwerkstatt Vision Landwirtschaft (VL) belegt Brisantes: Der Mindestabstand von 20 Metern zu Wäldern und Bächen werde systematisch missachtet. Und zwar seit Jahren.“

Hoher Pestizideinsatz und Gesundheitsrisiko

Auf 41 Seiten zeigt der Bericht von VL die Missstände auf. Zitat aus dem Bericht, Seite 19, Fungizideinsatz: „… Da ein Grossteil der Wirkstoffe nicht dorthin gelangt, wo sie sollen, nämlich auf die Blätter und in die Traubenzone der Reben, braucht es deutlich grössere Ausbringmengen, gemäss vorliegenden Untersuchungen im Durchschnitt mehr als das Doppelte an synthetischen Wirkstoffen, um dieselbe Wirkung zu erzielen wie beim professionellen Spritzen vom Boden aus. Dadurch gelangt ein Vielfaches der Giftstoffe in die Umwelt im Vergleich mit der professionellen Bodenapplikation. Zudem werden Resistenzen stärker gefördert und die Abdrift stellt auch ein direktes gesundheitliches Risiko für die in den Rebgebieten wohnende Bevölkerung dar. Kommt als gravierender Faktor dazu, dass sogenannte beitragende Flächen, also Stellen, von denen die Pestizide besonders leicht ins Oberflächen- und Grundwasser ausgewaschen werden, bei einer Applikation vom Helikopter nur sehr begrenzt ausgespart werden können und im Sinne einer Ausnahmeregelung auch nicht ausgespart werden müssen…“

Wo sind die aktuellen Abstandsvorgaben für Wohnzonen?

Am 13.9.16 veröffentlichte das BAFU die Vollzugshilfe Ausbringen aus der Luft von Pflanzenschutzmitteln, Biozidprodukten und Düngern. Darin steht Seite 20/21: „Der Sicherheitsabstand für private und öffentliche Gebäude und Zonen kann auf 30 m reduziert werden, falls ausschliesslich Produkte verwendet werden, die vom BLV im Rahmen des normalen Zulassungsverfahrens evaluiert und für diese Distanz bewilligt werden.“ Abtrift ist gemäss Vollzugshilfe akzeptabel, „wenn sich ausserhalb des Perimeters pro Flächeneinheit weniger als 10 Prozent des Volumens der Spritzbrühe, das auf der gleich grossen Fläche innerhalb des behandelten Perimeters verteilt wird, ablagern“. Dies entspricht einer Abdrift von 20% im Vergleich mit Bodenapplikation (doppelte Spritzmittelmenge).

Heidi hat im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) nachgeschaut. Für das 30-m-Abstands-Mittel Amarel-Folpet DF ist nur vermerkt „1. Auch für die Luftapplikation“ (zur Zeit ist dieses Mittel unter dem folgenden Link zu finden: Amarel-Folpet DF, das BLW ändert bei jeder Revision den Speicherort, ärgerlicherweise!).

BAFU > BLV, BAFU > BAZL > Agroscope

Eine aktuelle Abstandsliste fand Heidi nicht. Daher fragte sie bei der Sektion Boden des BAFU an, welche die Vernehmlassung geleitet hatte. Keine Antwort! Neun Monate später, am 9.6.17, schrieb Heidi erneut und bekam prompt Antwort: Man habe die Anfrage an das BLV weitergeleitet. Nach zwei Monaten ohne Antwort meldete sich Heidi beim BLV. Weitere zwei Wochen verstrichen ohne Antwort. Heidi fand, dass die Vernehmlassungsinstanz beim BAFU Bescheid wissen sollte und fragte dort nochmals an. Die prompte Antwort: Der Bundesrat habe 2015 beschlossen, die Federführung für das Dossier dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zu übergeben. Heidi solle dort nachfragen.

Also schrieb Heidi am 3.9.17 der Medienverantwortlichen des BAZL. Diese antwortete schnell, verwies Heidi auf die Vollzugshilfe und schrieb „Agroscope erstellt zudem jährlich eine Liste der Produkte mit den dazugehörigen Vorgaben. Diese sind jeweils für ein Jahr gültig und gelten nur für die Helikoptersprühflüge.“ Dem Schreiben lag die Agroscope-Liste für den Weinbau bei, nicht aber die vollständige BLV-Liste.

Also stellte Heidi am 15.9.17 folgende Fragen an die Medienstelle von Agroscope: „Wo finde ich die vollständige Liste? Wo wird die Liste für Reben veröffentlicht? Nach welchen Kriterien werden die PSM für die reduzierte Distanz von 30 m ausgewählt?“ Bisher … keine Antwort. Das ist insofern verständlich, als immer weniger Geld für die Forschung zur Verfügung steht, obwohl es eigentlich mehr brauchen würde, besonders für einen ökologischen Pflanzenschutz. Bei den Bauern hingegen wird nicht gespart!

Zurzeit ist die aktuelle Liste der für 30 m bzw. 60 m zugelassenen Pflanzenschutzmittel nicht öffentlich zugänglich – sofern es eine solche überhaupt gibt – auch die Liste für Luftapplikation im Weinbau nicht.

Forschung für „Zukunft“ nötig

Sie sehen, liebe Leserin, lieber Leser, Heidi hat auch 2018 viel zu tun. Wie viel einfacher, billiger, gesünder und lebenswerter für Flora und Faune (inkl. Mensch) wäre es doch, wenn es all die Pestizide nicht gäbe! Dann hätte die Forschung viele Pflanzenschutzprobleme schon heute mit umweltverträglichen Mitteln gelöst.

Hier finden Sie die Helikopter-Pestizid-Sprühliste für den Weinbau exklusiv auf Heidis Mist sowie weitere Links:

A1. LISTE DES FONGICIDES HOMOLOGUES EN VITICULTURE POUR LES APPLICATIONS PAR VOIE AERIENNE (2017)

Im Rahmen der Vernehmlassung publizierte Liste der für 30 m bzw. 60 m zugelassenen Pflanzenschutzmittel

Pestizideinsatz im Walliser Weinbau. Praxis, Gesetzgebung und Vollzug. Bericht zuhanden Vision Landwirtschaft, September 2013

Heidis 8 Artikel über Helikoptersprühflüge

Für eine pestizidfbefreite Landwirtschaft, Vision Landwirtschaft

Illegaler Pestizideinsatz. Winzer sprühen Gift – die Behörden schauen weg. Daniel Mennig und Flurin Maissen, SRF 6.6.17.

Pestizide im Wasser: Behörden nehmen hohes Risiko in Kauf, Daniel Mennig und Flurin Maissen, SRF 13.6.17

So verseuchen wir die Schweiz. Tonnenweise Pestizide kommen in der Schweizer Landwirtschaft zum Einsatz. Im Wallis werden geltende Vorschriften zum Pestizideinsatz einfach ignoriert. Blick 2.6.17

Missachten Walliser «Gift-Helis» die Vorschriften? 1815.ch vom 4.6.17

3.1.18 HOME

Unabhängige Zulassungsstelle für Pestizide gefordert

2. Oktober 2017

In einem offenen Brief fordern 13 Organisationen der Allianz Pestizidreduktion am Donnerstag, 27. September 2017, Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann dazu auf, eine unabhängige Zulassungsstelle für Pestizide zu schaffen und sie nicht im Bundesamt für Landwirtschaft zu belassen. Wichtig ist den unterzeichnenden Organisationen, dass auch andere und vor allem unabhängige Akteure und Ämter in den Prozess eingebunden werden. Begründet wird die Forderung durch Aussagen von Mitarbeitenden des Bundesamtes für Landwirtschaft, welche eine Befangenheit befürchten lassen. Dazu kommt, dass eine unabhängige Zulassungsstelle mit transparenten Prozessen in verschiedenen anderen Ländern als Best Practice erachtet wird. Der Sonntagsblick hat am 1. Oktober 2017 über die Aktion berichtet.

Zeitlich passt dazu perfekt die am 29. September eingereichte Interpellationen von NR Tiana Moser, welche das Zulassungsverfahren kritisch hinterfragt.

Die Allianz Pestizidreduktion ist ein Bündnis aus Landwirtschafts-, Trinkwasserversorger-, Gewässerschutz-, Umwelt-, Gesundheits- und Konsumentenkreisen, zu dem auch der SVGW zählt. Der SVGW führt derzeit das Sekretariat der Allianz Pestizidreduktionsplan. Die Allianz verfasste 2016 unter der Federführung von Vision Landwirtschaft den Pestizid-Reduktionsplan Schweiz. Bereits in diesem forderte das Bündnis mehr Transparenz und Unabhängigkeit beim Zulassungsverfahren von Pestiziden.

Quelle: Allianz Pestizidreduktion. Unabhängige Zulassungsstelle für Pestizide gefordert, Aqua & Gas, News vom 1.10.17.

2.10.17 HOME

Der Blick schreibt Klartext – Das BAFU streut Sand in die Augen der Steuerzahlenden

4. Juni 2017

Heidi empfiehlt heute – an diesem regnerischen Sonntag (5.6.17) – zwei Artikel zur Lektüre:

Nachtrag: Heidi empfiehlt heute, 6.6.17 um 21.05 Uhr, SRF Kassensturz:

  • Illegaler Pestizideinsatz: Behörden schauen weg
    Die «Kassensturz»-Reportage führt in die Walliser Rebberge. Dort foutieren sich viele Winzer seit Jahren um den Gewässerschutz. Auf Sprühflügen bespritzen Helikopter die Reben mit Gift. Es landet nicht nur auf den Pflanzen, sondern auch in Bächen. Schweizweit führt der grosse Einsatz von Pestiziden zu Rückständen im Trinkwasser.

Über dieses Thema hat Heidi drei Artikel geschrieben. Ihre Meinung zu den zwei Artikeln, basierend auf Recherchen, Augenzeugenberichten und Studien: Der Blick schreibt Klartext, das BAFU verschleiert einmal mehr die Tatsachen, welche sich mit Schönfärberei nicht vom Tische wischen lassen: Die neue Regelung für Helikopter-Sprühflüge ist eine massive Verschlechterung des Schutzes der Umwelt vor Pflanzenschutzmitteln, und es mangelt massiv an Vollzug.

Dass die Umwelt-Gesetzte oft nicht eingehalten werden, dass ist beim BAFU hinreichend bekannt. Es hat die Oberaufsicht. Diese ist aber eher theoretischer Natur. Zum Durchgreifen fehlt der Tatendrang und – so vermutet Heidi – auch der Wille.

Pflanzenschutzmittel-Sprühflüge: massive Lockerung der Abstandsvorschriften? Heidis Mist vom 3.3.16.

Pflanzenschutzmittel-Sprühflüge: Ausnahmen, Heidis Mist vom 8.3.16.

Pflanzenschutzmittel-Sprühflüge: Massive Lockerung der Abstandsvorschriften zementiert, Heidis Mist vom 16.9.16.

4.6.17 HOME

 

4 neue Bücher – Welternährung, Wasser, UN Nachhaltigkeitsziele, Wiesen

21. November 2016
Von links nach rechts die drei Autoren: Hans Rudolf Herren, Ernst Bromeis und Joachim° Ackva. Copyright Verlag rüffer & rub.

Von links nach rechts die drei Autoren: Hans Rudolf Herren, Ernst Bromeis und Joachim° Ackva. Copyright Verlag rüffer & rub.

Am 21.11.16 fand beim Verlag rüffer & rub eine Buchvernissage statt. In der neuen Serie »rüffer & rub visionär« wurden drei Bücher vorgestellt.

So ernähren wir die Welt

Eine Welt mit genügend und gesunder Nahrung für alle, produziert von gesunden Menschen, in einer gesunden Umwelt« ist die Vision von Hans R. Herren und seiner Stiftung Biovision. Die Stiftung setzt sich in Afrika ein für die Entwicklung, Verbreitung und Anwendung von ökologischen Methoden.

Der Fokus der Stiftung liegt auf der Informationsaufbereitung. Praxisorientierte Wissensvermittlung und der Wissensaustausch tragen dazu bei, dass die Menschen in Kenia, Uganda, Tansania und Äthiopien selbstbestimmt und (umwelt)bewusst handeln. Basisprojekte wie die Malaria-Prävention oder die Einkommensförderung durch Medizinalpflanzen-Anbau verbessern die Lebensbedingungen der Menschen und dienen als Demonstrations- und Trainingsorte.
www.biovision.ch

Eine Buchbesprechung wird folgen.

Jeder Tropfen zählt

Das Ziel von Ernst Bromeis ist es, den Menschen bewusst zu machen, dass sauberes Wasser nicht unendlich vorhanden ist. Es darf nicht sein, dass rund 880 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Der Wasserbotschafter setzt sich mit spektakulären Aktionen dafür ein, dies zu ändern: Unter anderem durchquerte er 2008 zweihundert Seen im Kanton Graubünden, 2014 schwamm er rund 1200 Kilometer vom Lago di Dentro bis zur Mündung des Rheins in den Niederlanden.

Ernst Bromeis will mit seinen Aktionen und dem Buch nicht nur für das Thema Wasser sensibilisieren, sondern auch allen Mut machen, sich gesellschaftlich zu engagieren und sich für Mensch und Umwelt einzusetzen.
www.dasblauewunder.ch

Eine ausführliche Buchbesprechung wird folgen!

Ein Konto für die ganze Welt

Die Politik ist zur Lösung der Probleme nicht fähig. Seit 2015 gibt es zwar erstmals in der Geschichte global verhandelte, konkrete Ziele, die 17 UN Global Goals. Doch das Allgemeinwohl ist nicht die Aufgabe nationaler Regierungen. Der nächste Schritt liegt bei der Zivilgesellschaft, bei jedem Einzelnen von uns. Joachim° Ackva fordert, dass jeder Mensch auf ein Konto, welches das UN-Sekretariat verwaltet, freiwillig ein Tausendstel des Privatvermögens einzahlt. Damit könnten alle UN Global Goals entscheidend vorangebracht werden. Multinationale Umfragen weisen darauf hin, dass viele Menschen dazu bereit sind.

Joachim° Ackva beschreibt in seinem Buch wie er seine Vision umsetzen möchte.
auch als E-book erhältlich (epub und kindle)

www.planetearthaccount.de

Das Naturwiesland der Schweiz und Mitteleuropas. Copyright: Verlag Haupt.

Das Naturwiesland der Schweiz und Mitteleuropas. Copyright: Verlag Haupt.

Am 23.11.16 um 16.30 Uhr findet an der ETH Zürich im Land- und Forstwirtschaftsgebäude eine Buchvernissage statt: Das Naturwiesland der Schweiz und Mitteleuropas. Mit besonderer  Berücksichtigung der Fromentalwiesen und des standortgemässen Futterbaus. Autor ist Andreas Bosshard, Geschäftsführer von Vision Landwirtschaft. In vier Kurzvorträgen beleuchten Fachleute das Thema aus verschiedenen Seiten. Die anschliessende Podiumsdiskussion lässt Raum zum Mitreden. Zum Schluss lockt ein „Wiesen-Apéro“.

In der Schweiz und in vielen Bergregionen sind Wiesen und Weiden das Rückgrat der Landwirtschaft und der Biodiversität zugleich. Im Gegensatz zu den Mager- und Streuwiesen sind die landschaftsprägenden, intensiver genutzten Alltagswiesen Mitteleuropas – wohl aufgrund ihrer Allgegenwärtigkeit – bisher nur wenig beachtet und wissenschaftlich kaum bearbeitet worden. Sie haben in den vergangenen 200 Jahren und besonders seit Mitte des letzten Jahrhunderts einen enormen Wandel durchgemacht. Dieser spiegelt und beeinflusste viele wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Ausführliches Programm.

21.11.16 HOME

Kritik am Aktionsplan Risikoreduktion Pflanzenschutzmittel des Bundes

2. Oktober 2016
Zitat aus dem Aktionsplan des Bundes, Seite 9: "... Erst als letzte Massnahme sollen chemische PSM zur Anwendung gelangen. Der Einsatz von chemischen PSM wird heute aber oftmals vorgezogen, da die Alternativen weniger wirtschaftlich, weniger effizient oder nicht vorhanden sind."

Zitat aus dem Aktionsplan des Bundes, Seite 9: „… Erst als letzte Massnahme sollen chemische PSM zur Anwendung gelangen. Der Einsatz von chemischen PSM wird heute aber oftmals vorgezogen, da die Alternativen weniger wirtschaftlich, weniger effizient oder nicht vorhanden sind.“

Die Direktzahlungsverordnung schreibt gemäss Art. 11 Grundsatz vor: Beiträge werden ausgerichtet, wenn die Anforderungen des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) nach den Artikeln 12-25 auf dem gesamten Betrieb erfüllt sind. Art. 18 Gezielte Auswahl und Anwendung der Pflanzenschutzmittel lautet wie folgt:

1 Beim Schutz der Kulturen vor Schädlingen, Krankheiten und Verunkrautung sind primär präventive Massnahmen, natürliche Regulationsmechanismen sowie biologische und mechanische Verfahren anzuwenden.

2 Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln müssen die Schadschwellen sowie die Empfehlungen von Prognose- und Warndiensten berücksichtigt werden.

Der Ökologische Leistungsnachweis wird oft nicht erfüllt …

Der Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln des Bundes weist darauf hin, dass Art. 18 der Direktzahlungsverordnung oft missachtet wird: „… Der Einsatz von chemischen PSM wird heute aber oftmals vorgezogen, da die Alternativen weniger wirtschaftlich, weniger effizient oder nicht vorhanden sind.“

Das heisst konkret, dass offenbar zahlreiche Bauern Direktzahlungen beziehen, obwohl sie gar kein Anrecht darauf hätten. Heidi hat von sehr unterschiedlichen Seiten gehört, dass Bauern oft Pflanzenschutzmittel (PSM) unter Missachtung von Art. 18 der Direktzahlungsverordnung spritzen. Kontrolliert wird kaum, doch Direktzahlungen werden trotzdem ausgeschüttet.

… das Reduktionsziel PSM-Einsatz des Bundes wäre heute schon erreicht

Fachleute weisen darauf hin, dass allein durch das Einhalten der Vorschriften der Direktzahlungsverordnung eine Reduktion des PSM-Einsatzes von 12% erreicht werden könnte, d.h. soviel wie der Aktionsplan des Bundes innerhalb von 10 Jahren vorsieht! Es ist bekannt, dass z.B. nach der Ernte oft Herbizide vor dem Pflügen auf die Stoppeln ausgebracht werden. Zitat aus dem Aktionsplan des Bundes:

„… Mit den in Kapitel 6.1.1 beschriebenen Massnahmen, kann in gewissen Fällen auf die Anwendung von PSM zum Schutz der Kulturen verzichtet werden. Das in den nächsten 10 Jahren umsetzbare Potential zur Reduktion der Anwendungen wird auf 12% berechnet. Dieses Potential soll genutzt werden. Die Zielerreichung wird mit einem Indikator, der die Reduktion der behandelten Fläche beschreibt, überprüft (siehe 7.1)…“

Dies ist zwar nicht das einzige Ziel des Aktionsplans, aber ein Zeichen dafür, dass die Ziele nicht hoch gesteckt sind.

Zukunftsweisender Pestzid-Reduktionsplan Schweiz

Der Pestizid-Reduktionsplan Schweiz der Vision Landwirtschaft, der von den Trinkwasserversorgern (SVGW) und einem breiten Bündnis von weiteren Organisationen unterstützt wird, geht wesentlich weiter. Er sieht als langfristige Perspektive einen weitgehenden Verzicht auf PSM vor, d.h. PSM sollen nur im Notfall eingesetzt werden.

Abbildung 4 aus dem Aktionsplan PSM der Vision Landwirtschaft: Pflanzenschutzpyramide: Pestizide nur im Notfall

Abbildung 4 aus dem Aktionsplan PSM der Vision Landwirtschaft: Pflanzenschutzpyramide: Pestizide nur im Notfall

Es würde den Rahmen dieses Artikel sprengen, wenn Heidi den Aktionsplan des Bundes (75 Seiten) detailliert mit jenem der Vision Landwirtschaft (76 Seiten) vergleichen würde. In Anbetracht der mit PSM stark verschmutzten Gewässer und dem steten massiven Rückgang der Biodiversität tut ein grundsätzliches Umdenken Not.

Auswirkungen von PSM zu wenig bekannt

Über die Probleme im Boden, den Einfluss auf das Bodenleben usw. weiss man wenig. Es ist aber bekannt, dass PSM, welche schlecht abgebaut werden, langsam ins Grundwasser „wandern“ können, wie das aktuell bei Chloridazon geschieht, das als Herbizid für den Anbau von Rüben und Randen zugelassen ist. Die Abbauprodukte Desphenyl-Chloridazon und Methyl-Desphenyl-Chloridazon wurden mit Abstand am häufigsten in Konzentrationen von mehr als 0,1 μg/l im Grundwasser nachgewiesen. Beide Substanzen werden erst seit 2010 im Rahmen von NAQUA analysiert. Liste der PSM und ihrer Abbauprodukte im Grundwasser, soweit heute untersucht. Es ist zu hoffen, dass durch Massnahmen, wie Sonderbewilligungen im Zuströmbereich, die Wasserqualität von betroffenen Trinkwasserfassung verbessert werden kann. Doch langfristig ist auch dies keine Lösung des Problems.

Bereits 2006 wurde Desphenyl-Chloridazon vornehmlich in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in anderen Deutschen Bundesländern in Gewässern gefunden. Aus diesem Grund ist der Wirkstoff vor allem bei den Trinkwassergewinnungsunternehmen verstärkt in die Kritik geraten. Chloridazon und seine Metaboliten, Umweltbundesamt Österreich.

Wir müssen also in Zukunft mit „Überraschungen“ rechnen. Die gezielten Überprüfung von in der Schweiz bewilligten Pflanzenschutzmitteln des Bundesamts für Landwirtschaft führt dies drastisch vor Augen, mussten doch 2015 für 88 PSM neue Anwendungsvorschriften eingeführt werden.

Eine besonders schlechte Erfahrung hat man schon mit Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin gemacht, die noch heute in vielen Grundwasserleitern nachgewiesen werden. Atrazin im Grundwasser, Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit des Kantons Graubünden, 9.7.14:

„Die Proben widerspiegeln die Ergebnisse der letzten Jahre einer insgesamt geringfügigen Belastung unserer Grundwässer. Allerdings spricht der Nachweis des Herbizids Atrazin und dessen Abbauprodukts Desethylatrazin in zehn von elf Messstellen für die unerwünschte Persistenz dieser Stoffe in der Umwelt und deren langsame aber stete Infiltration ins Grundwasser. In der Schweiz ist Atrazin deshalb seit dem Jahr 2008 nicht mehr zugelassen. Bis Ende 2011 durfte Atrazin allerdings noch eingesetzt werden. Der Wirkstoff wurde vorwiegend im Maisanbau verwendet.

Zusätzlich zu einem Verbot von Atrazin sind weitere Massnahmen zum Schutz der Grundwässer vor Pflanzenschutzmitteln erforderlich. Zu diesen Massnahmen gehört beispielsweise ein Verbot für deren Ausbringung in Risikozonen wie den Grundwasserschutzzonen S2.“

Volkswirtschaftliche Kosten höher als Nutzen?

Es wäre schön, wenn die Behörden aus alten Problemen lernten. Vorsorge ist ein wichtiges Prinzip!

PSM verursachen hohe Kosten durch Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie Verlust an Biodiversität. Diese Kosten fallen der Öffentlichkeit an, werden nicht als Aufschlag bei der Berechnung der entsprechenden Lebensmittelpreise berücksichtigt. Eine exakte Gesamtkostenrechnung ist zwar nicht möglich, aber es ist wahrscheinlich, dass die volkswirtschaftlichen Kosten des Einsatzes von PSM höher sind als ihr Nutzen.

Breites Bündnis für eine starke Reduktion des Pestizideinsatzes, Heidis Mist 24.5.16

GÜ – Neue Anwendungsvorschriften für 88 Pflanzenschutzmittel, Heidis Mist 3.2.16

Pflanzenschutzmittel: Kosten sie uns mehr als sie nützen? Heidis Mist 23.3.16

Pestizid-Cocktail in Schweizer Äpfeln, Dani Müller SRF Kassensturz 27.9.16

Mach mit bei der Volksvernehmlassung! Greenpeace zum Aktionsplan des Bundes 27.9.16

55 von 68 in Südtirol verwendete Pestizide auf „EU-Pestizid-Blacklist“, Alexander Schiebel, Das Wunder von Mals, 27.9.16

2.10.16 HOME


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