Posts Tagged ‘Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide’

Pestizide: Die Fischer haben die Nase voll!

13. Juni 2017
Vertreter der Kantonalverbände an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. Copyright: SFV.

Vertreter der Kantonalverbände an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV. Copyright: SFV.

Der Schweizerische Fischerei-Verband SFV will nicht länger akzeptieren, dass ein unglaublicher Cocktail von Pestiziden und Herbiziden Bäche, Flüsse und Seen vergiften und das Trinkwasser gefährden. Die Delegiertenversammlung des SFV in Altendorf SZ verabschiedete eine Resolution mit klaren Forderungen: endlich Kontrollen durch die Behörden und Unterstützung der Unterschriftensammlung der Anti-Pestizid-Volksinitiativen. 

«Seit Jahren kritisieren wir die Belastung des Lebensraums im und am Wasser durch Herbizide und Pestizide», sagte Roberto Zanetti, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes und Solothurner Ständerat. «Aber nichts geschieht, einfach nichts.» Dabei seien die gesetzlichen Grundlagen klar. Es gebe genau definierte Sicherheitsabstände, die beim Austragen von Pestiziden und Herbiziden eingehalten werden müssten.

Behörden: Kontrollieren – aber subito!

Die Fischer haben die Nase voll. Deshalb verabschiedete die Delegiertenversammlung eine Resolution. Darin werden die Behörden des Bundes und der Kantone aufgefordert, die Einhaltung der Abstandsvorschriften zu kontrollieren und zu sanktionieren. «Grosse Teile der Landwirtschaft kümmern sich einen Deut um die Abstandsvorschriften», heisst es in der Resolution. Das habe man seit Jahren tatenlos hingenommen. Das Bundesamt für Landwirtschaft und die kantonalen Landwirtschaftsämter werden vom SFV darum aufgefordert endlich zu tun, was ihr gesetzlicher Auftrag ist: «Kontrollieren und sanktionieren – und zwar subito».

Volkinitiativen unterstützen

Die Fischer haben die Nase vom bisherigen Larifari definitiv voll – und verlangen eine Korrektur in der Landwirtschaftspolitik. Wörtlich heisst es in der Resolution: «Die Schweizer Landwirtschaft kann nicht auf der einen Seite Milliarden an öffentlichen Geldern kassieren und auf der anderen Seite die Umwelt systematisch kaputt machen und damit Mensch und Tier gefährden.»  Der Schweizerische Fischerei-Verband unterstützt deshalb die Unterschriftensammlung der zwei laufenden Volksinitiativen, die eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik ohne schädliche Pestizide und Herbizide fordern.

Pestizide, die Fischer haben die Nase voll! Schweizerischer Fischerei-Verband, 12.6.17.

Eidgenössische Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und  den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»

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Von Pflanzenschutzmitteln, einem besorgten Forscher und aktiven Bürgern

19. Februar 2017
Die besten Labors der Welt sind nicht in der Lage, all die Stoffe, die beim Ab- und Umbau von Pflanzenschutzmitteln entstehen, zu analysieren und zu bewerten. Quelle: Unser Trinkwasser in Gefahr, NDR.

Die besten Labors der Welt sind nicht in der Lage, all die Stoffe, die beim Ab- und Umbau von Pflanzenschutzmitteln entstehen, zu analysieren und zu bewerten. Quelle: Unser Trinkwasser in Gefahr, NDR.

Prof. Klaus Kümmerer vom Institut für Umweltmedizin der Leuphana Universität in Lüneburg ist einer der renommiertesten Umweltchemiker Deutschlands. Er warnt vor den Folgen von mehr Arznei- und Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt. Zitat aus Unser Trinkwasser in Gefahr, NDR fernsehen 30.5.16:

„Manche werden gar nicht abgebaut, diese sind dann persistent. Und manche – das sind eigentlich fast noch die Schlimmeren – die werden umgebaut oder teilweise abgebaut zu Stoffen, die wir gar nicht kennen, von denen wir auch nicht wissen, ob wir sie analysieren können. Wenn wir eine Analyse machen und wir ein Messsignal sehen, dann wissen wir da ist ein Stoff wir wissen aber nicht wie viele Stoffe vielleicht gar nicht durch dieses Messgerät angezeigt werden.“

Es gibt immer mehr Stoffe, Chemikalien und Medikamente, die in den Wasserkreislauf gelangen. Oft heisst es beschwichtigend, die Menge eines einzelnen Schadstoffes entspreche ja nur einem Stück Würfelzucker im Bodensee. Viele Pflanzenschutzmittel würden sich auch im Boden abbauen. Den Experten beruhigt das ganz und gar nicht. Im Erdboden gibt es viele chemische Reaktionsmöglichkeiten. Auch für Chemiker sind sie nicht vorhersehbar.

„Für mich ist die Schlussfolgerung aber eine ganz andere. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Stoffe gar nicht erst ins Wasser kommen, denn wir werden nie alle regulieren können. Wir werden auch nie für alle das Risiko abschätzen können. Dazu haben wir weder die Zeit noch das Geld noch die Methoden.“

Aktive Schweizer Bürger

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Brief aus der Westschweiz:

Die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide schreitet gut voran. Kein Tag vergeht, ohne dass wir  Dutzende von Briefen mit Unterschriften erhalten.

Insgesamt erhielten wir schon 34‘000 Franken zur Unterstützung der Initiative. Es ist ganz toll! Wir wollen mit dem auf wemakeit.ch eingereichten Projekt die nächste Arbeitsphase finanziell absichern.
  • Neue Videos in verschiedenen Landessprachen drehen
  • Unterschriftenbögen drucken lassen
  • Flyers erstellen
  • Briefmarken für die Beglaubigung der Unterschriften bezahlen
  • Noch 16‘000 Franken brauchen wir, um das Crowdfunding zum Erfolg zu bringen!

HERZLICHEN DANK FÜR IHRE WERTVOLLE UNTERSTÜTZUNG

 Nehmen wir für die Gesundheit und die Umwelt selbst unser Schicksal in die Hand.

Laurent, Stéphanie, Edward, Olivier, Stéphane, Caspar, Etienne, Asia, Jean-Denis et Michael

Heidi: „Seit dem Eintreffen dieses Briefs vor drei Tagen und dessen Veröffentlichung sind weitere  4’870 Franken einbezahlt worden.“

Heidi 20.2.17: Innert eines Tages sind weitere 4’170 Franken einbezahlt worden. Nun fehlen noch 7’000 Franken, welche in den nächsten zwei Tagen eintreffen müssen, damit das Projekt erfolgreich ist und die Initianten das Geld erhalten.

Heidi 23.2.17: Das Crowdfunding ist geglückt. Spenden sind weiterhin willkommen und wichtig für das Gelingen der Volksinitiative, siehe future 3.0 spenden.

futur3

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Manifest für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

29. Januar 2017
Bild aus dem Dokumentarfilm "Révolution silencieuse" von Lila Ribi.

Bild aus dem Dokumentarfilm „Révolution silencieuse“ von Lila Ribi.

Eine SMS an die Mitglieder des Trentiner Apfelkonsortiums Melinda sorgte am 24.5.16 für Aufregung. Darin wurden die Obstbauern gebeten, zwischen 14 und 17 Uhr sämtliche Pestizid-Zerstäubungsanlagen ausgeschalten zu lassen. Der Grund: die 16. Etappe des Giro d’Italia von Brixen nach Andalo. Fahrer samt Teams, Journalisten, Schaulistige und Fernsehzuseher sollten verschont bleiben von unschönen Sprühnebel-Bildern und etwaigen Abdriften. Der lombardische Kammerabgeordnete Mirko Busto: Se fa male al Giro, fa male a tutti!

Paradigmenwechsel: Schweiz als Pionier

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Weiter wie bisher ist keine Option, das meinen nicht nur die Trentiner. Jetzt haben Caspar Bijleveld, Direktor des Papilioramas,  und der Bio Gemüsebauer Manfred Wolf ein Manifest Future 3 initiiert, welches bereits einige Leute unterschrieben haben: Manifest der Schweizerinnen und Schweizer, welche die Initiative „Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide“ unterstützen.

Die Schweiz, welche in vielen Bereichen in der Spitzentechnologie vertreten sei, habe die einzigartige Möglichkeit, Vorreiter für den Gebrauch von Alternativen zu den synthetischen Pestiziden zu werden (biologische Mittel, Robotik usw.). Auch habe die Schweiz die politischen Möglichkeiten, einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft herbeizuführen.

Volksinitiative unterschreiben

Zitat aus dem Manifest, das acht Punkte enthält: „Wir möchten hiermit die Schweizerinnen und Schweizer dazu aufrufen, die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide zu unterschreiben …“ Die Initianten setzen sich für die Zukunft unseres Landes und unseres Planeten ein.
Volksinitiative unterschreiben.

Crowdfunding für die Volksinitiative

Innert 18 Monaten muss das Initiativkomitee 100’000 Unterschriften sammeln. Die ersten Ergebnisse und Kontakte seien sehr erfreulich. Für die Umsetzung des Projekts „und um gemeinsam einen Paradigmenwechsel erleben zu können, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen.“ Die unpolitische Bürgerbewegung bittet um Unterstützung, sowohl logistische als auch finanzielle. Jeder Franken zählt: Spenden ab fünf Franken.

Crowdfunding Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide.

Révolution silencieuse

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Lila Ribi hat einen Dokumentarfilm über Cédric Chezeaux gedreht, ein Waadtländer Bauer, der auf naturnahen Landbau umgestellt hat. „Révolution silencieuse“ ist in der Westschweiz zu sehen seit 15.1.17, siehe Programm.

REVOLUTION SILENCIEUSE de Lila Ribi BANDE ANNONCE OFFICIELLE, youtube

„Révolution silencieuse“, la quête de sens d’un paysan vaudois, RTS.

„Révolution silencieuse“ an den Solothurner Filmtagen: „Der bodenständige Bauer Cédric beschliesst, sein Leben radikal zu ändern, und setzt damit die Lebensgrundlage seiner Familie aufs Spiel. Er hat den Mut, seine Überzeugungen im Alltag zu leben und intuitive, erstaunliche Methoden auszuprobieren, die von den herkömmlichen landwirtschaftlichen Verfahren weit entfernt sind. Damit macht er sich selbst zum Aussenseiter in der Dorfgemeinschaft und in seinem näheren Umfeld. Seine «kleine Geschichte» widerspiegelt die «grosse Geschichte»; die der brutalen Realität der Nahrungsmittelindustrie und des enormen Drucks, den sie auf die Bauern ausübt.

L’affranchi récolte la liberté qu’il a semée, 24 heures, 7.2.17.

29.1.17 HOME


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