Posts Tagged ‘Wasser’

Am Sonntag zugeflogen …

28. September 2022
Falter auf Heidis nachhaltigem Abwaschtuch.

Falter auf Heidis nachhaltigem Abwaschtuch.

Eigentlich gehört das ja nicht in diesen Blog … spontane Idee beim Herunterladen von Fotos zwei Tage nach dem Abstimmungssonntag. Ein Falter hatte sich am Sonntag auf dem super nachhaltigen Abtrocknungstüchlein niedergelassen. Als Trost für die Resultate? In der dritten Primarklasse hatten wir Mädchen aus diesem Stoff von Hand mit ganz kleinen Stichen einen Jupe genäht. Damals durften wir nicht nur altersbedingt nicht stimmen, sondern die Mehrzahl der Männer wollte uns das Stimmrecht nicht geben; Erst nach langem Kampf war es soweit, nämlich am 7.2.71. Die Italienerinnen, welche damals als „Fremdarbeiterinnen“ der Schweizer Wirtschaft nützlich waren, hatten das Stimmrecht bereits seit dem 10.3.46. Die Schweizer Frauen „durften“ lange nur Steuern zahlen, nicht aber mitreden!

Die Taschen des Jupes schmückten wir mit farbiger Stickerei. Weil das Kleidungsstück seit Jahrzehnten unnütz im Schrank lag, griff Heidi vor wenigen Jahren zur Schere und fertigte daraus drei Tüchlein zum Abtrocknen des Geschirrs, denn sie hat keine Abwaschmaschine, braucht keine. Zwar wird fälschlicherweise behauptet, dass dies unökologischer sei als mit der Abwaschmaschine, aber der viel zitierte Vergleich des Wasser- und Energieverbrauchs zwischen Abwaschen mit der Maschine und von Hand ist Unsinn, denn es wurde unter laufendem Hahn abgewaschen! Welche Frau käme auf eine so dumme Idee? Zudem wird Heidis Warmwasser durch die Sonne gewärmt. Also weiterhin abwaschen mit Woman Power!

Women belong in all places where decisions are being made. … It shouldn’t be that women are the exception.
Ruth Bader Ginsburg

Das Problem mit dem energiesparenden Wasserkocher: Einkaufen mit Heidi

9. September 2022
Wasserkocher Ottoni Fjord Nero. Das Wasser kommt nicht in Kontakt mit Plastik, nur der untere Teil ist aus Kunststoff.

Heidis Wasserkocher Ottoni Fjord Nero. Das Wasser kommt nicht in Kontakt mit Plastik, nur der untere Teil ist aus Kunststoff.

Unser Bundesrat ruft zum freiwilligen Stromsparen auf. Eine der Massnahmen ist das Kochen von Wasser mit einem Wasserkocher statt auf dem Herd. Leider fehlen Empfehlungen für den Kauf. Aber das wäre wahrscheinlich ein Eingriff in die Freie Marktwirtschaft, wo doch die Industrie fast alles verkaufen darf, was Gewinn verspricht.

Vor vielen vielen Jahren wollte Heidi einen Wasserkocher kaufen, genauer: einen Wasserkocher ohne Plastik. Einfach? Nein, fast unmöglich, denn die Industrie verpasst auch den Wasserkochern mit wenig Plastik meist einen Kunststoff-Wasserstandsanzeiger oder -Deckel. Damals gab es noch einige gute Haushaltgeschäfte: Hoffnungslos! Im Internet traf Heidi viele Leute, die dasselbe suchten, v.a. junge Familien mit Kleinkindern, für welche Weichmacher aus Plastik eine erhebliche Gefahr für die Entwicklung ist. Es heisst zwar wie bei den Pestiziden „ein bisschen“ ist gefahrlos … nur Heidi glaubt das schon lange nicht mehr, denn wenig von vielen Chemikalien sind nicht harmlos bzw. man hat eigentlich keine Ahnung was sie bewirken.

Nach langem Suchen wurde Heidi in Italien fündig bei Ottoni Fabbrica in Gravellona Toce. Auf der Homepage ist heute zu lesen: „Wasserkocher: Elektrische Wasserkocher, komplett aus 100% hochwertigem Edelstahl 18/10 mit herausnehmbaren Edelstahlfilter aus Antikalkstahl. Absolut kein Kunststoff-Kontakt mit Wasser und Dampf. Ihr Kaffee/Tee wird einen anderen Geschmack haben.“

Ottoni Fabbrica liegt in der Nähe des Lago Maggiore.

Ottoni Fabbrica liegt in der Nähe des Lago Maggiore.

Die Ottoni-Wasserkocher werden in vielen Variationen heute auch in der Schweiz angeboten, etwa bei Manufactum, Frohkost usw. Aber damals war es unmöglich, einen in der Schweiz zu kriegen! Also bestellte Heidi den Wasserkocher direkt in der Fabrik. An einem schönen Dezembertag reisten Heidi und der Alpöhi nach Locarno, übernachteten dort und fuhren weiter nach Italien, wo sie bei Ottoni Fabbrica herzlich empfangen wurden und den Wasserkocher in Empfang nehmen konnten. Auf der Rückreise übernachteten sie in Domodossola und feierten dort in einer Pizzeria Alpöhis Geburtstag.

Soeben hat Heidi im Internet „Wasserkocher ohne Plastik“ gesucht und bereits der erste Link, der keine Anzeige war, brachte im stern vom 7.8.22 Informationen: Glas, Edelstahl oder KeramikWasserkocher ohne Plastik: Geht das überhaupt? Fünf Geräte im Vergleich:

„Wasserkocher aus Plastik enthalten sogenannte Weichmacher, die schädlich für unsere Gesundheit sind. Aus diesem Grund sollten Modelle aus Kunststoff nicht genutzt werden, um darin Wasser zu erhitzen. Aber gibt es überhaupt plastikfreie Wasserkocher auf dem Markt? Die Antwort lautet: Jein.“

Wenn Sie einen Wasserkocher kaufen, dann achten Sie darauf, dass das Wasser nicht mit Plastik in Kontakt kommt – also, ein Ottoni ist eine sichere und zugleich schöne Wahl. Sollten Sie schon einen aus Kunststoff besitzen, dann empfiehlt Heidi Ihnen, diesen zu ersetzen. Das generiert zwar Abfall, ist aber für Ihre Gesundheit besser.

Gegen alle Widrigkeiten – zum Schutz unseres Planeten … und der Tiere

20. August 2022
Ich bin Barbla, ein glückliches Huhn bei Bauer Sepp. Meine Schwester Uschi landete im Betrieb von Toni. Sie ist Nummer 16'758 von 18'000 Hennen im Stall. Der Leistungsdruck sei hoch, gackerte sie mir heute.

Ich bin Barbla, ein glückliches Huhn bei Bauer Sepp. Meine Schwester Uschi landete im Betrieb von Toni. Sie ist Nummer 16’758 von 18’000 Hennen im Stall. Der Leistungsdruck sei hoch, gackerte sie mir heute.

Food & Water Action, der politische und lobbyistische Arm der nationalen Interessengruppe Food & Water Watch in Washington, mobilisiert Menschen, um politische Macht aufzubauen und mutige und kompromisslose Lösungen für die dringendsten Lebensmittel-, Wasser- und Klimaprobleme unserer Zeit zu finden.

Am 29.9.22, also zwei Tage nach der Abstimmung über die Initiative Keine Massentierhaltung in der Schweiz, veranstaltet die Organisation eine Benefizveranstaltung, um den Schutz unseres Planeten ins Rampenlicht zu rücken und zu mobilisieren, Teilnahme entweder virtuell an einem live gestreamten Programm oder persönlich in New York City.

Food & Water Watch kämpft für drei grundlegende Ziele: sichere Lebensmittel, sauberes Wasser und ein lebenswertes Klima für alle. Diese Organisation hat bewiesen, dass man es erfolgreich mit Unternehmen aufnehmen kann, die diese Rechte gefährden: „Sie haben vielleicht tiefe Taschen, aber wir haben engagierte Kämpfer wie Sie auf unserer Seite. Dank Ihnen hat unsere Graswurzelbewegung die Kraft zu gewinnen – egal wie die Chancen stehen.“

An der Veranstaltung „Against All Odds“, d.h. gegen alle Widrigkeiten, werden Geschichten über Auswirkungen, Aufrufe zum Handeln sowie eine besondere Anerkennung für die Preisträger präsentiert. Dabei ist etwa Elisa Gambino, eine Journalistin und Filmemacherin, die ihre frühe Karriere damit verbrachte, für CNN über Weltereignisse wie den Fall der Mauer in Berlin zu berichten. Jetzt führt sie Regie in Filmen wie Wasteland (2022), der wichtige Zusammenhänge zwischen Massentierhaltung, unserem Abfall und dem Menschenrecht auf sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen aufzeigt.

Massentierhaltungsinitiative

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit schreibt zur Massentierhaltungsinitiative: „Die Schweiz hat eines der weltweit strengsten Gesetze zum Schutz der Tiere … Diese Anforderungen müssten mindestens den Bio-Suisse-Richtlinien von 2018 entsprechen und alle Landwirtschaftsbetriebe müssten sie bei der Tierhaltung einhalten … Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab.“

Oh du lieber Himmel! Wir sind eines der reichsten Länder. Ist es daher nicht selbstverständlich, dass wir auch eines der strengsten Gesetze zum Schutz der Tiere haben? Wenn das überhaupt stimmt?! Und die Bio-Bauern machen es vor. Also kein Problem! Bundesrat Guy Parmelin müsste halt einmal einen guten Bio-Bauern besuchen, der verschiedene Tiere hält, wo er doch dieses Jahr schon das Bio-Weingut Lenz besucht hat.

Heute sind einige Werbemails von UnterstützerInnen der Massentierhaltungsinitiative in Heidis Mailbox geflattert. Sie liest:

JA zu mehr Gesundheit.
JA zu mehr sauberem Wasser. 
JA zu mehr Klimaschutz.
JA zu mehr freien Ackerflächen.
JA zu mehr Ernährungssicherheit. 
JA zu mehr Biodiversität.

Und da steht weiter: JA zu Initiative gegen Massentierhaltung.

Unser ausführlicheren Argumente findet ihr weiter unten. Wichtig ist jetzt, dass wir alle die Kampagne für ein JA am 25. September unterstützen. Darum möchten wir euch bitten, die Posts auf unseren Social Media Kanälen zu verfolgen und zu verbreiten. Besten Dank.

Mit besten Grüssen vom ganzen Komitee der Stiftung futur3
Dominik, Campaigner

Ein anständiges Leben nicht nur für Nutztierhalter

Die Wohnungen werden grösser, die Häuser auch und die Bauernhäuser sind viele neu und stattlich. Wer Tiere isst, soll ihnen auch ein anständiges Leben gönnen während der kurzen Zeit, die ihnen auf dieser Welt gegönnt wird.

Die detaillierten Anliegen der Initiative finden Sie, lieber Leser, liebe Leserin, hier: Worum geht es bei der Initiative?

Nun also gilt es Werbung zu machen. Besonders wichtig ist sie auf dem Lande in den kleinen Kantonen. Es wäre schade, wenn ein JA am Ständemehr scheitern würde wie das bei der Konzernverantwortungsinitiative geschehen ist. Die Bauern sind zusammen mit der Wirtschaft finanz- und wortstark und werden viele Plakate auf Bauernhöfen und an Strassen aufstellen, haben sie doch viel, viel Land und Geld zur Verfügung.

Against All Odds – A Food & Water Watch Benefit to Protect our Planet. Food & Water Action

‘This is everybody’s problem’: inside America’s growing sewage crisis. In the docuseries Wasteland, communities battle institutional neglect and personal and environmental damage. The Guardian 21.2.22

Elisa Gambino, Tweet, Wastewater – Trailer, Paramount Plus

Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz (Massentierhaltungsinitiative)». Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) 25.7.22

Piwi-Weine, Diversität, gesunder Boden: Landwirtschaftsminister besucht Thurgauer Bioweingut und staunt. Tagblatt 30.3.22

Gelassene Stimmung mit Bundesrat Parmelin. Bioweingut Roland und Karin Lenz 29.3.22

Wer ist schuld an der Gülle in der Sitter?

4. Juli 2022

Das Tagblatt schrieb am 30.6.22: „Der ehemalige St.Galler Stadtparlamentspräsident Josef Ebneter stellt Verschmutzungen in der Sitter fest und vermutet die Landwirtschaft als Ursache. Die verantwortlichen Kantone bestätigen den Verdacht – und der Kantonschemiker rät Open-Air-Gästen vom Baden ab.“

Auch der Blick hat das Thema aufgenommen und meldet, dass laut Kanton St. Gallen (es gibt Leute, die diesen Kanton St. Güllen nennen) abgeschwemmte Gülle schuld an der Verschmutzung sei. Zitiert werden Vorschriften der Gewässerschutzgesetzgebung und beim Blick stellt man sich die Frage: „Ist das schmutzige Wasser darauf zurückzuführen, dass sich gewisse Landwirte nicht an die Spielregeln halten?“

Das sei nur teilweise der Fall, kommt Valentin Lanz, Abteilungsleiter Wasser und Stoffe des Kantons Appenzell Ausserrhoden, zum Schluss. Denn: «Die allermeisten Betriebe halten sich an die geltende Regelung», sagt er dem «Tagblatt». Heidi hat solche Äusserungen schon oft gehört – nur, es müssten hinter solchen Aussagen entsprechende Kontrollen das beweisen, was normalerweise nicht der Fall ist. Und man kann ja nicht alle Bauern dauernd überwachen! Die Ämter könnten ehrlicher sein und sagen, dass sie das nicht wissen. Und Gülle kommt eben aus der Landwirtschaft!

Gleichzeitig räumt Lanz allerdings ein, dass noch Verbesserungspotenzial besteht. Weil in der Landwirtschaftspolitik aber grösstenteils der Bund das Sagen habe, seien den Kantonen die Hände gebunden. Aber aber, Herr Lanz, meistens liegt es am Vollzug der Gesetze, und hiefür sind eindeutig die Kantone zuständig. Vor fast zehn Jahren hat Pro Natura massive Pufferstreifenverletzungen aufgedeckt. Hat sich die Situation seither verbessert?

Lanz schiebt den Schwarzen Peter dem Bund zu. Wie ist das zu interpretieren? Braucht es strengere Gesetze? Weniger Tiere? Weniger zugekauftes Futter? Mehr Kontrollen?

Oh je, da sieht Heidi schon die Bauernvertreter auf die Barrikaden klettern! Aber die Hände sind den Kantonen nicht so gebunden, Herr Lanz! Der energische Vollzug der Gesetze wäre ein guter Anfang.

Und die Kläranlagen sind ein weiteres Problem. Viele müssen immer mehr Abwasser und Regenwasser schlucken. Die Kapazitäten werden nicht überall dem Bauboom und der Bodenversiegelung angepasst. Und wie sinnvoll ist es, unsere Exkremente mit Wasser wegzuschwemmen, um sie dann in den Abwasserreinigungsanlgen mühsam herauszunehmen? Die Eawag forscht daher an der Trennung an der Quelle mit der NoMix-Technologie.

Heidi meint: „Unsere Gewässer sind zu wertvoll, als dass man so schlampig mit ihnen umgehen darf. Zudem speisen sie auch das Grundwasser, aus dem wir unser Trinkwasser holen.“

Gelb-braunes Wasser, Güllegestank und Schaum auf der Sitter: St.Galler Ex-Politiker ist alarmiert und fordert die Kantone zum Handeln auf. Tagblatt 30.6.22

Pro Natura und das Offizialdelikt Pufferstreifen-Verletzung. Heidis Mist 25.11.12

4.7.22 HOME

Datenschutzerklärung

Laute Lobby für einen stillen Frühling

15. Mai 2022
Copyright: CORPORATE EUROPE OBSERVATORY

Copyright: CORPORATE EUROPE OBSERVATORY

CORPORATE EUROPE OBSERVATORY hat die giftigen Lobbying-Taktiken der Pestizidindustrie gegen Farm to Fork aufgedeckt.

Achtung, die Lobby ist auch in der Schweiz aktiv, z.B. mit breit gestreuten Falsch-Informationen in den Medien am vergangenen Wochenende durch den Syngenta-CEO Erik Fyrwald oder schon länger mit den regelmässigen News von Swiss-Food.ch, einer Plattform von Syngenta und Bayer, welche von der gleichen Kommunikationsfirma betrieben wird wie die Homepage der Science for CRISPR (Grüne Biotechnologie), der Kommunikationsplan AG in Zürich. Es stellt sich die Frage: Wer finanziert Science for CRISPR? Von einem beteiligten Kollegen hat Heidi keine Antwort erhalten. Ein Agroscope-Forscher hat sich mit „Universität Bern“ präsentiert, obwohl er dort nur eine einzige Vorlesung bestreitet. Eine eigenartige Interessengemeinschaft, meint Heidi.

Pestizide sind eine der Hauptursachen für den dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt, eine ökologische Katastrophe, die sich in einem fortgeschritteneren Stadium befindet als die Klimakrise und die „Integrität lebender Systeme“ gefährdet, von denen auch der Mensch abhängt, wie das Stockholmer Resilienz-Zentrum anhand von neun planetarischen Grenzen feststellt.

Bauern und Gesellschaft sind die Verlierer

Eine aktuelle Studie von Le Basic zeigt, dass die Kosten für die Auswirkungen des Pestizideinsatzes in Europa auf die menschliche Gesundheit, die Wasserqualität, die Böden und schliesslich die Nahrungsmittelproduktion – Kosten, die von der Gesellschaft durch öffentliche Ausgaben getragen werden müssen – viel höher sind als die Nettogewinne der Pestizidbranche selbst. Die Autoren des Berichts kommen zum Schluss, dass das derzeitige Agrarmodell vor allem der Agrarindustrie und den Lebensmittelkonzernen zugute gekommen ist, während die Landwirte aufgrund der instabilen Weltmarktpreise für ihre Erzeugnisse die Verlierer sind.

Um der ernsten Bedrohung durch die Krise der biologischen Vielfalt zu begegnen, will die EU ihre Abhängigkeit von Pestiziden bis 2030 um mindestens 50 Prozent reduzieren. Ein weiteres Ziel ist, den Anteil des ökologischen Landbaus bis 2030 auf 25 Prozent zu erhöhen, was ein wichtiger Weg zur Reduzierung von Pestiziden ist. Dies hat die Pestizidindustrie in einen Überlebensmodus versetzt. Ein durchgesickertes Dokument der Pestizid-Lobbygruppe CropLife Europe zeigt, dass sie zwar grosse Töne spuckt, wenn es darum geht, den Green Deal zu unterstützen, in Wirklichkeit aber eine Vielzahl von Lobbytaktiken einsetzt, um ehrgeizige, verbindliche Ziele zu untergraben.

Synthetische Pestizide nur als letztes Mittel

Seit 2009 setzt die EU die Richtlinie über die nachhaltige Verwendung von Pestiziden um, die den Einsatz von Pestiziden „nachhaltig“ machen soll: Synthetische Pestizide sollten grundsätzlich nur „als letztes Mittel“ eingesetzt werden. In der Praxis haben die EU-Länder und -Institutionen jedoch kläglich versagt, diese Politik umzusetzen. Dasselbe gilt für die Schweiz gemäss Ökologischem Leistungsausweis.

Zwei Drittel des Pestizidmarktes halten vier Pestizidriesen: Bayer-Monsanto, BASF, Syngenta (in chinesischem Staatsbesitz) und Corteva (Dow-Dupont). Der weltweite Umsatz mit Pestiziden hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt.

Freiwilligkeit, Scheinlösungen und Deregulierung

Die Lobbying-Taktiken der Pestizidindustrie reichen von der Panikmache mit „Auswirkungsstudien“ über die Mobilisierung von Drittländern (vor allem der USA), um Druck auf die EU auszuüben, bis hin zur Ablenkung der Entscheidungsträger mit freiwilligen Verpflichtungen oder anderen Scheinlösungen. Während sie die Reduktionsziele mit allen Mitteln bekämpfen, setzen sich Konzerne wie Bayer auch für die Deregulierung von gentechnisch verändertem Saatgut und neuen Techniken wie CRISPR-Cas ein und drängen auf digitale Hilfsmittel für Landwirte. Dies ist Teil ihres neuen Geschäftsmodells, um den Umsatz mit Pestiziden auszugleichen oder zu ergänzen.

Sogar die russische Invasion in der Ukraine wird für die Ziele der Pestizideindustrie instrumentalisiert. In Wirklichkeit hat der Krieg gegen die Ukraine die Abhängigkeit der Landwirtschaft von fossilen Brennstoffen und Düngemitteln (beides wichtige russische Exporte) gezeigt. Die grossen Bedrohungen sind die Klima- und Biodiversitätskrisen, die dringend angegangen werden müssen, auch in der Ernährungs- und Landwirtschaft.

Viele Millionen Euros für Lobbying

Die Lobbykampagne der Industrie ist gut ausgestattet. Laut dem Eintrag von Bayer im EU-Transparenzregister für Lobbyarbeit aus dem Jahr 2021 gab der Konzern 6,5 bis 7 Millionen Euro für Lobbyarbeit bei den EU-Institutionen aus. In diesem Jahr beauftragte Bayer nicht weniger als acht Lobbyfirmen. Die Einträge von BASF, Syngenta, Corteva und CropLife Europe wurden zuletzt für das Jahr 2020 aktualisiert und die selbst angegebenen Zahlen reichen von 600’000 € bis 3,2 Millionen €. Aber wie Corporate Europe Observatory in der Vergangenheit berichtet hat, könnten die tatsächlichen Zahlen viel höher sein.

Die Lobby-Kampagne wird auf europäischer und internationaler Ebene von den Industrie-Lobbygruppen CropLife Europe und CropLife International sorgfältig orchestriert. Eine durchgesickerte Präsentation der Social-Media-Strategie 2020-2021 von CropLife Europe, die Corporate Europe Observatory zugespielt wurde, gewährt Einblicke in die wahren Ziele und Prioritäten der Industrie und liefert zusätzliche Beweise für ihre Lobbying-Taktiken. Dieser Bericht basiert ausserdem auf Hunderten von Dokumenten, die CORPORATE EUROPE OBSERVATORY erhalten hat von der Europäischen Kommission durch Anfragen im Rahmen der Informationsfreiheit, persönliche Kommunikation mit beteiligten Akteuren, EU-Konsultationseinreichungen und die Teilnahme an Lobbyveranstaltungen und von der Europäischen Kommission organisierten „Stakeholder-Treffen“.

Was macht die Industrie?

Der Bericht zeigt, dass die Pestizidindustrie zwar behauptet, den EU Green Deal zu unterstützen, aber:

  • für partielle Auswirkungsstudien bezahlt hat, um Angst vor wirtschaftlichen Verlusten zu schüren und ein ungerechtes Bild zu zeichnen;
  • zahlreiche Medienveranstaltungen und Artikel inszeniert hat, um eine Echokammer rund um die „Auswirkungs“-Studien zu schaffen;
  • von einer von den USA angeführten Industrie-Regierungs-Koalition gegen „Farm to Fork“ profitieren;
  • Druck von Drittländern auf die EU ausüben, um die internationalen Aspekte der Farm-to-Fork-Ziele zu untergraben;
  • die Durchsetzung zu untergraben;
  • sich zwar gegen verbindliche, ehrgeizige Zielvorgaben aussprechen, aber gleichzeitig die Diskussion über die Zielvorgaben als Vorwand nutzen, um unerprobte neue Technologien zu fördern und zu deregulieren (z. B. digitale Technologien, Drohnen, neue GVO), einschliesslich Scheinlösungen.

Dieser Bericht zeigt, dass die EU-Ziele für die Lieferung vom Erzeuger zum Verbraucher (Farm to Fork), ein wesentliches Element des EU Green Deal, von der Industrie stark angegriffen wird. Auf der anderen Seite haben über 70 Organisationen die Europäische Kommission gewarnt, dass die Optionen, die derzeit auf dem Tisch liegen, bei weitem nicht ausreichend sind und zu viele Schlupflöcher offen lassen. Es ist von grösster Wichtigkeit, dass der Vorschlag der Europäischen Kommission zur Reduzierung von Pestiziden die Forderungen der EU citizens’ initiative, ‘Save Bees and Farmers’, unterstützt von 250 Organisationen, widerspiegelt und ein Höchstmass an Ehrgeiz aufweist, das über eine 50 Prozent Reduktion hinausgeht.

Syngenta und Bayer bearbeiten in der Schweiz intensiv ihre LeserInnen von Swiss-Food. Schreiben „Die Zukunft ist regenerativ“. Sie reden von Schutz der natürlichen Ressourcen und hoher Produktivität, attackieren den Biolandbau, schreiben von Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft … werfen mit Schlagwörtern um sich und meinen eigentlich: Profit für die Industrie. Scheinheilige wehren sich für ihre Produkte.

Heidi rät: „Seid wachsam und löst euch von der chemischen Illusion!“

Hier der Link zur vollständigen Studie: A loud lobby for a silent spring. CORPORATE EUROPE OBSERVATORY, März 2022

Rachel Carson, Wikipedia

Farm to Fork strategy. EU

Dear Scientist and Friend in Kyiv

Tannenhäher bettelt Futter von PassantInnen.

Nutcracker begs food from passers-by.

I am outraged that companies and organisations are using the terrible war in your country to promote their interests and increase profits.

I am busy in the garden, so I have not written to you every day. Moreover, there is a lot of misinformation that I am also fighting against.

I wish you peace.

Heidi

15.5.22 HOME

Datenschutzerklärung

GO TOXIC FREE

14. Mai 2022
Go Toxic Free" ist ehrlich und inspirierend zugleich und gibt uns die Möglichkeit, heute positive Maßnahmen zu ergreifen. Lucy Siegle

Go Toxic Free“ ist ehrlich und inspirierend zugleich und gibt uns die Möglichkeit, heute positive Massnahmen zu ergreifen. Lucy Siegle, britische Journalistin und Autorin zu Umweltthemen.

Quellen: The chemicals that linger for decades in your blood. BBC 13.5.22, und Wikipedia

Die Umweltjournalistin Anna Turns wurde wachgerüttelt, als sie ihr Blut auf giftige synthetische Chemikalien untersuchen liess – und feststellte, dass einige Schadstoffe jahrzehntelang bestehen bleiben.

Ihre Ergebnisse zeigten Spuren von DDE, einem Metaboliten des Pestizids DDT, das bis in die 1970er Jahre verwendet wurde, sowie geringe Mengen an PCBs. Es sei ein wenig beängstigend, dass es sehr schwierig ist, diese Chemikalien wieder loszuwerden, wenn sie in die Gesellschaft gelangen. Trotz der Verbote sind sie immer noch vorhanden, da viele von ihnen nur schwer abbaubar sind.

Chlordan ist ein Insektizid, das aus einer komplexen Mischung aus mindestens 147 einzelnen Komponenten besteht. Grösstenteils setzt sich die Mischung aus trans-Chlordan, cis-Chlordan sowie ferner aus achiralem trans-Nonachlor und Heptachlor zusammen. Oxychlordan, ein hauptsächlicher Metabolit von cis– und trans-Chlordan, sowie Nonachlor sind toxischer als cis– und trans-Chlordan. Obwohl das Oxychlordan-Verbot ein Jahr vor Anna Turns Geburt erlassen wurde, hat sie Oxychlordan im Blut, das wohl an ihre Kinder weitergegeben werde.

Anna Turns praktische Tipps und Ideen für den Alltag, um uns selbst und unseren Planeten ein wenig weniger giftig zu machen, finden Sie in ihrem Buch:

„Die Verschmutzung durch Plastik macht Schlagzeilen. Aber Plastik ist nur ein Teil der Geschichte, und die unsichtbare Welt der chemischen Schadstoffe – im Boden, in der Luft, in unseren Wassersystemen und in unserem eigenen Körper – ist ebenso besorgniserregend. In den letzten Jahren haben chemiebedingte Gesundheitsprobleme stark zugenommen, und wenn wir untersuchen, was sich in der Kleidung, die wir tragen, in den Lebensmitteln und im Wasser, das wir zu uns nehmen, sowie in den zahlreichen Haushaltsreinigern und Kosmetika, die wir täglich verwenden, verbirgt, ist es leicht zu erkennen, warum.

In diesem aufmunternden und praktischen Buch macht die Umweltjournalistin Anna Turns diese unsichtbare Welt sichtbar, indem sie das umfassendere Thema der giftigen Chemikalien beleuchtet – was sie sind, wo sie versteckt sind und wie gross ihre Auswirkungen auf die Umwelt sind. Go Toxic Free nimmt Sie mit auf einen ausführlichen Rundgang durch Ihr Haus und Ihren Garten und enthüllt die schädlichen Substanzen, die in Ihrem Zuhause lauern, und gibt Ihnen wichtige Tipps, wie Sie diese vermeiden können.“

Heidi meint: „Informieren Sie sich an unabhängigen Stellen! Lassen Sie sich nicht von der Werbung übertölpeln oder von PR-Aktionen der Chemischen Industrie! Keine neuen Altlasten!

Go Toxic Free, Anna Turns, Gebundene Ausgabe: ISBN: 9781789293432, E-Book: ISBN: 9781789293449

The chemicals that linger for decades in your blood. BBC 13.5.22

14.5.22 HOME

Datenschutzerklärung

Die Welt ernähren, ohne den Planeten zu verschlingen

8. Mai 2022

Eigentlich hat Heidi diesen Artikel für Montag vorgesehen, aber gerade hat ihr jemand den Link zum Blick-Artikel von heute Um drohende weltweite Hungerkrise zu verhindern- Syngenta-Chef Fyrwald fordert Bio-Stopp geschickt. Es gibt viele, die vom Krieg in der Ukraine profitieren wollen. Aber die „Lösung“ des chinesischen Syngenta-Konzerns ist keine Lösung. Vielleicht will Erik Fyrwald gar in der Schweiz das Paraquat einführen, das weltweit noch immer häufig gespritzt wird, v.a. in Drittweltländern, oft ohne Schutzmassnahmen, keine Handschuhe, in Sandalen … Man kann das nicht „Dummheit“ nennen, sondern es geht ums Geld, um viel Geld, denn der Pestizideinsatz steigt weltweit ständig.

Regenesis: Feeding the World Without Devouring the Planet

George Monbiot ist Biologe, Autor und Kolumnist des Guardian. Mit der Landwirtschaft, den verfehlten Subventionen und den Umweltproblemen wie Wassermangel, Pestiziden, Dünger und Klimawandel beschäftigt er sich schon lange. Nun kommt Ende Mai ein neues Buch heraus mit dem Titel: Regenesis: Feeding the World Without Devouring the Planet.

Heidi weiss davon, weil sie seinen langen Artikel The secret world beneath our feet is mind-blowing – and the key to our planet’s future im Guardian von gestern (7.5.22) gelesen hat. Darin sind viele Zahlen, Probleme werden geschildert und er bietet Lösungen an. Am besten lesen Sie den ganzen Artikel hier, falls Sie nicht sattelfest im Englischen sind, dann können sie mit dem Gratis Übersetzungsprogramm DeepL jeweils 5’000 Zeichen auf ein Mal ins Deutsche übertragen.

Zitate aus dem Guardian, Reihenfolge von Heidi gewählt:

„Aktivisten, Köche und Lebensmittelautoren wettern gegen die intensive Landwirtschaft und den Schaden, den sie uns und der Welt zufügt. Aber das Problem ist nicht das Adjektiv: Es ist das Substantiv. Die Zerstörung der Erdsysteme wird nicht durch intensive oder extensive Landwirtschaft verursacht, sondern durch eine katastrophale Kombination von beiden.“

„In einer Studie wurde untersucht, was passieren würde, wenn jeder in den USA dem Rat von Starköchen folgen und von Getreide- auf Weidehaltung umstellen würde. Dabei wurde festgestellt, dass die Zahl der Rinder um 30% steigen müsste, weil sie auf Gras langsamer wachsen, während die zu ihrer Ernährung genutzte Fläche um 270% zunehmen würde. Selbst wenn die USA alle ihre Wälder abholzen, ihre Feuchtgebiete trockenlegen, ihre Wüsten bewässern und ihre Nationalparks auflösen würden, müssten sie immer noch den grössten Teil ihres Rindfleischs importieren.“

Zerstörerische Landwirtschaft

„Wir stehen vor dem vielleicht grössten Dilemma, das die Menschheit je erlebt hat: die Welt zu ernähren, ohne den Planeten zu verschlingen. Schon jetzt ist die Landwirtschaft die weltweit grösste Ursache für die Zerstörung von Lebensräumen, die grösste Ursache für den globalen Verlust an Wildtieren und die grösste Ursache für die globale Ausrottungskrise. Sie ist für etwa 80% der Entwaldung in diesem Jahrhundert verantwortlich. Von den 28’000 Arten, die bekanntermassen unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, sind 24’000 durch die Landwirtschaft gefährdet. Nur 29% des Gewichts der Vögel auf der Erde besteht aus wilden Arten: der Rest ist Geflügel. Nur 4% des Gewichts der Säugetiere auf der Welt sind wildlebende Arten; 36% entfallen auf den Menschen und die restlichen 60% auf Nutztiere.“

Nährstoffreiche Lebensmittel

„Nicht nur die Quantität der Produktion ist in Gefahr, sondern auch ihre Qualität. Eine Kombination aus höheren Temperaturen und höheren CO2-Konzentrationen verringert den Gehalt an Mineralien, Proteinen und B-Vitaminen in den Pflanzen. Schon jetzt leidet allein der Zinkmangel bei mehr als einer Milliarde Menschen. Auch wenn wir nur selten darüber sprechen, werden die sinkenden Nährstoffkonzentrationen in einem Papier als „existenzielle Bedrohung“ bezeichnet.

Technischer Fortschritt

„Was können wir also tun? Ein Teil der Antwort besteht darin, die Lebensmittelproduktion so weit wie möglich aus der Landwirtschaft herauszunehmen. Wie es der Zufall will, ist die entsprechende Technologie genau dann verfügbar, wenn wir sie brauchen. Die Präzisionsfermentation, bei der in Brauereien aus Bodenbakterien, die sich von Wasser, Wasserstoff, CO2 und Mineralien ernähren, Proteine und Fette hergestellt werden, hat das Potenzial, die gesamte Viehzucht, den gesamten Sojaanbau und einen Grossteil der Pflanzenölproduktion zu ersetzen und gleichzeitig die Flächennutzung und andere Umweltauswirkungen massiv zu verringern.“

Lebendige Böden

„Natürlich müssten wir weiterhin Getreide, Wurzeln, Obst und Gemüse produzieren. Wie können wir das also sicher und produktiv tun? Die Antwort könnte in unserem neuen Verständnis des Bodens liegen.“ Monbiot beschreibt am Anfang des Artikels den Boden, die Lebewesen und die Beziehungen zwischen ihnen und den Pflanzen. An einem Beispiel zeigt er ausführlich wie ein an der Landwirtschaft interessierter Mensch nur sehr schlechtes Land pachten konnte und daraus einen produktiven Betrieb machte, ohne Hilfsmittel, ohne Pestizid und Dünger.

Mehrjährige Pflanzen

„Wenn wir einjährige Pflanzen anbauen, müssen wir den Boden in einem katastrophalen Zustand halten. Würden wir mehrjährige Getreidepflanzen anbauen, wären wir weniger darauf angewiesen, lebende Systeme zu zerstören, um unsere Nahrung zu produzieren. Seit 40 Jahren sucht das Land Institute weltweit nach mehrjährigen Reissorten, welche die von uns angebauten einjährigen Sorten ersetzen könnten. In Zusammenarbeit mit Fengyi Hu (Video) und seinem Team an der Universität Yunnan in China hat es bereits eine mehrjährige Reissorte entwickelt, deren Erträge denen moderner einjähriger Sorten entsprechen und in einigen Fällen sogar übertreffen. Die Landwirte stehen für das Saatgut Schlange.“

Heidi meint: „Das meiste Saatgut wird von Weltkonzernen produziert. Diese haben kein Interesse an solchen Änderungen, denn dann könnten sie nicht Jahr für Jahr Saatgut verkaufen, wenn möglich zusammen mit Pestiziden.“

Zusammenfassung

George Monbiot zeigt uns in seinem neuesten Buch wie auf der Grundlage erstaunlicher Fortschritte in der Bodenökologie neue Erkenntnisse über die Welt unter unseren Füssen es uns ermöglichen könnten, mehr Lebensmittel mit weniger Landwirtschaft anzubauen und unsere Beziehung zum lebenden Planeten zu verändern. Er trifft die Menschen, die diese Methoden entwickeln, vom Obst- und Gemüsebauern, der unser Verständnis von Fruchtbarkeit revolutioniert, über die Züchter von mehrjährigem Getreide, die das Land von Pflügen und Giften befreien, bis hin zu den Wissenschaftlern, die neue Wege zum Anbau von Proteinen und Fetten beschreiten.

Gemeinsam zeigen sie, wie die kleinsten Lebensformen uns helfen könnten, unser grösstes Dilemma zu lösen: die Welt zu ernähren, ohne den Planeten zu verschlingen. Georges Monbiot präsentiert eine aufregende Vision von reichlich vorhandener, billiger und gesunder Nahrung, die einen ebenso tiefgreifenden Wandel auslösen könnte wie die Erfindung der Landwirtschaft. Hier ist eine neue Küche, die es uns ermöglichen würde, Frieden mit dem Planeten zu schliessen, seine lebenden Systeme wiederherzustellen und das Zeitalter des Aussterbens durch ein Zeitalter der Regeneration zu ersetzen.

Heidi hat das Buch bereits bestellt! Der Weg muss in der Schweiz Richtung Bio gehen und dann noch weiter. Eine wirkliche Erneuerung der Landwirtschaft muss kommen, welche auch die gesunde Ernährung integriert.

The secret world beneath our feet is mind-blowing – and the key to our planet’s future. George Monbiot, The Guardian 7.5.22

Regenesis: Feeding the World Without Devouring the Planet.

Autor:
EAN: 9780241563458
ISBN: 978-0-241-56345-8
Format: Kartonierter Einband
Herausgeber: Penguin Books UK
Veröffentlichung: 26.05.2022
Anzahl Seiten: 352

8.5.22 HOME

Datenschutzerklärung

Wir saugen Südspanien aus bis zum letzten Tropfen

5. Mai 2022
Copyright: Valentina

Viele Beeren (hier Bio-Beeren) werden regelmässig zum halben Preis verscherbelt. Wenn man bedenkt, wie viel nicht nachhaltiges Wasser dahintersteckt und wie viel Schweiss, dann ist das zum Heulen! Copyright: Valentina

Südspanien ist eine wasserarme Gegend, trotzdem werden dort für uns rund ums Jahr unter Plastik Gemüse, Beeren, Avocados usw. angebaut mit verheerenden Folgen für die Umwelt und unter misslichen Arbeitbedingungen. Seit eh und je ist das Wasserproblem bekannt, doch unsere Grossverteiler, die mit diesen Produkten ihre Regale füllen, verweisen auf Nachhaltigkeit und Kontrollen. Sie wollen verkaufen, die KonsumentInnen verführen, ihren Umsatz und Gewinn steigern.

So lautete in der „Migros Woche 12.4. – 18.4.22 Genussvolle Ostern“ Unsere Empfehlung der Woche: 31% 3.30 statt 4.80: Bio Himbeeren aus Spanien, Schale 250 g.

Wenigstens informieren die Medien regelmässig über diese Grünfärberei, gestern 3.5.22 zum Beispiel der Kassensturz von SRF mit einem eindrücklichen Film: Wassermelonen mit bitterem Beigeschmack.

LeserInnen schicken Heidi immer wieder Fotos von Beeren, Spargeln, Avocados, die aufgrund ihrer Herkunft nicht nach Nachhaltigkeit riechen. Am 24.4.22 schickte Valentina das folgende Foto mit dem Kurztext:

Erdbeeren: sauer
Himbeeren: sauer und matschig
Heidelbeeren: akzeptabel

Also lieber auf die Beerensaison in der Region warten und sich darauf freuen wie Heidi. Der Alpöhi vermehrt die Erdbeeren profimässig. Jetzt blühen sie wunderbar. Er hat sich heute über Heidis Rhabarber-Znacht gefreut. Zwischen zwei Regengüssen hatte Heidi die Stängel geerntet.

Copyright: Valentina

Copyright: Valentina

5.5.22 HOME

Datenschutzerklärung

Wasser – lebenswichtig und bedrohlich

1. Mai 2022
SJW-Heftli in Deutsch (Nr. 2651) und Französisch (Nr. 2663) erhältlich.

SJW-Heftli in Deutsch (Nr. 2651) und Französisch (Nr. 2663) erhältlich. Mit einem Klick geht es zum SJW-Shop

Heidi hat am 24.4.22 das Schweizerische Jugendschriftenwerk (SJW) und ein neues SJW-Heftli vorgestellt, welches, eingeflochten in eine spannende Abenteuergeschichte, Informationen über den Klimawandel vermittelt. Die Hängebrücke wurde von Urs Augstburger verfasst.

Das zweite SJW-Heftli, das Heidi geschenkt bekommen hat, das ist Wasser – lebenswichtig und bedrohlich. Der Wissenschaftsjournalist Mathias Plüss hat es verfasst. Er schreibt für Das Magazin und die Annabelle. An der Journalistenschule MAZ in Luzern ist er als Dozent und Experte tätig. Plüss hat viele Informationen über Wasser, Grundlage des Lebens, zusammengetragen und die wichtigsten mit Grafiken veranschaulicht. Er stellt und beantwortet folgende Fragen:

  • Was ist Wasser?
  • Woher kommt das Wasser?
  • Wofür brauchen wir das Wasser?
  • Wohin geht das Wasser?
  • Wem gehört das Wasser?
  • Geht uns das Wasser aus?
  • Wird uns das Wasser gefährlich?

Das Heft ist besonders geeignet für 9- bis 14-Jährige. Auch Erwachsene können beim Lesen viel lernen.

Im letzten Kapitel verschont der Autor die SchülerInnen nicht vor den negativen Auswirkungen von Wasser und den nicht immer geglückten Massnahmen der Menschen dagegen, wie Zähmung der Flüsse als vermeintlicher Schutz vor Überschwemmungen. Auch der Einfluss des Klimawandels wird behandelt, der Anstieg des Meeresspiegels, das Versinken der indonesischen Hauptstadt Jakarta weil zu viel Grundwasser hochgepumpt wird, zunehmende Stürme usw.

Das Heft endet mit dem nicht eben ermutigenden, aber treffenden Abschnitt: „Und das ist erst der Anfang. Ist der Anstieg des Meeresspiegels erst einmal richtig in Fahrt gekommen, lässt er sich kaum mehr bremsen. Sind es bis 2100 2 Meter, werden es bis 2200 vielleicht schon 8 Meter sein. Dann wären weite Landstriche in Küstennähe nicht mehr bewohnbar. Umso wichtiger ist es, den Klimawandel möglichst rasch zu stoppen.“

Die Fotografin Regina Hügli hat jedem Kapitel ein wunderbares Bild zugeordnet. Sie setzt sich seit vielen Jahren künstlerisch mit Wasser auseinander. Derzeit arbeitet sie mit Mathias Plüss an einem Projekt zur europäischen Hauptwasserscheide.

Wasser – lebenswichtig und bedrohlich. SJW-Shop, auch im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-7269-0234-6

Die Hängebrücke. SJW-Shop, auch im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-7269-0358-9

Klima: Die Hängebrücke – eine Abenteuergeschichte. Heidis Mist 21.4.22

Mathias Plüss

Regina Hügli

Europäische Hauptwasserscheide

1.5.22 HOME

Datenschutzerklärung

Die verwöhnte Gesellschaft im Jammertal

27. April 2022
.

.

27.4.22 HOME

Datenschutzerklärung


%d Bloggern gefällt das: