Posts Tagged ‘Wasser’

Zum Beispiel: Wasser in Südfrankreich

16. Juli 2021

Das Wasser muss besser geschützt werden, auch in der Schweiz.

Das Wasser muss besser geschützt werden, auch in der Schweiz.

Liebe Heidi

Bin gerade zurück aus Südfrankreich, wo ich einen Mann kennen gelernt habe, der in der Wasserversorgung tätig ist und alles durch diese Brille sieht.

Er sagt, die Situation sei katastrophal, alles verseucht mit Mikroplastik, hormonaktiven Substanzen und Toxinen und es werde immer schlimmer und man wisse nicht, wie dem Herr werden. Komme dazu Wasserknappheit, die mit dem Wachstum von Wirtschaft und Tourismus schlimmer wird.

Der Mann ist absolut pessimistisch bezüglich der gesamten Umweltsituation. Als Beamter muss er überleben. Er hat mir sein Herz ausgeschüttet. Traurig!

Beste Grüsse

A.K.

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Wie schadet Stickstoff unserem Planeten?

27. Juni 2021
Stickstoffverschmutzung kann die Ozonschicht zerstören. NASA/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Stickstoffverschmutzung kann die Ozonschicht zerstören. NASA/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Aus dem Englischen übersetzt mit Hilfe von DeepL

„Wenn wir uns nicht um Stickstoff kümmern, wird der Umgang mit allen anderen Umweltproblemen sehr viel schwieriger“ sagt Mark Sutton, UK Centre for Ecology and Hydrology. Er untersucht Verschmutzungen durch Stickstoff seit Jahrzehnten.

Der Wissenschaftsjournalist Andrew Zaleski berichtete im New Scientist vom 15.5.21 über das Thema, Titel: Der Stickstoff-Notstand: Wie wir unsere vergessene Umweltkrise beheben. Die Stickstoffverschmutzung vergiftet unser Wasser und setzt unserer Luft zu – und sie verschlimmert andere Umweltprobleme. Aber wenn wir uns jetzt organisieren, können wir zurückschlagen, bevor es zu spät ist.

The godfather of pollution

Andrew Zalenski beginnt seinen Beitrag über Stickstoff „The godfather of pollution“ wie folgt: „Es gibt ein unsichtbares Gas in der Erdatmosphäre, das eine Umweltkrise nährt. Die Schäden werden jedes Jahr schlimmer. Wenn die Dinge unkontrolliert bleiben, steuern wir auf eine globale Katastrophe zu. Und hier ist das Beunruhigendste an diesem Gas: Es ist nicht Kohlendioxid.

Stickstoff gilt normalerweise als harmloses Zeug, schliesslich macht dieser farblose Stoff 78 Prozent der Erdatmosphäre aus. Wenn Sie eine erfrischende Brise auf Ihren Wangen spüren, sind es meist Stickstoffmoleküle, die vorbeirauschen. In unseren Ökosystemen findet ein natürlicher Kreislauf von Stickstoff aus der Luft in und aus unseren Böden statt, wo er einen wichtigen Nährstoff für Pflanzen bildet. Das Problem ist, dass dieser Kreislauf durch die Aktivitäten des Menschen gefährlich aus dem Gleichgewicht geraten ist. Das Ergebnis ist, dass Stickstoff in schädlichen Formen die weitere Umwelt überschwemmt.

Einige der Auswirkungen dieser Krise sind schon seit langem bekannt. Wir wissen zum Beispiel seit langem, dass die Verschmutzung durch stickstoffhaltige Verbindungen zu Algenblüten führt, welche die Wasserwege verstopfen. Aber auch andere Auswirkungen rücken jetzt ins Blickfeld, wie zum Beispiel die Art und Weise, wie die Stickstoffverschmutzung Torfmoore abtötet. Stickstoffhaltige Verbindungen schädigen auch das empfindliche Gleichgewicht der Atmosphäre.“

Schweiz: forschen, forschen …

In der Schweiz wurden viele Studien zu Problemen mit Stickstoff und parlamentarische Vorstösse gemacht. Etwa die Anfrage vom 13.9.12 im Nationalrat 12.1077 „Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft. Forschungslücken schliessen“ von Kathy Riklin: „Stickstoff ist der wichtigste Treiber in der landwirtschaftlichen Produktion und relevant in verschiedenen Umweltbereichen …“ Aus der Antwort des Bundesrates: „… Es sind bereits heute solide Grundlagen zur Thematik vorhanden, welche durch die verschiedenen landwirtschaftlichen Akteure umgesetzt werden können … Der Bundesrat wird eine Eingabe für ein NFP (Nationales Forschungsprojekt) zum Thema Stickstoff wie alle NFP-Eingaben im Rahmen einer Gesamtschau über den aktuellen schweizerischen Forschungsbedarf beurteilen.“

Das Problem Stickstoff ist seit Jahrzehnten in der Schweizer Politik und Forschung präsent, doch ist in dieser Zeit keine wesentliche Besserung eingetreten: zweithöchste Ammoniak-Emissionen in Europa, hohe Nitratgehalte im Grundwasser der Ackerbaugebiete, überdüngte Böden, Artenvielfalt im Sinkflug.

So schadet Stickstoff unserem Planeten

1. Tote Zonen im Meer

Regen kann Nitrate in Wasserläufe und Ozeane spülen. Diese Verschmutzung durch Stickstoff führt zu Algenblüten, die bei ihrer Zersetzung Sauerstoff verbrauchen und das Leben im Wasser ersticken. Das Ergebnis ist eine wässrige „tote Zone“, von denen es mehr als 400 in den Weltmeeren gibt, darunter eine riesige im Golf von Mexiko.

2. Luftverschmutzung

Autos und Kraftwerke stossen Stickoxide aus, die zu den wichtigsten Vorläufern der Luftverschmutzung gehören, die als Feinstaub bezeichnet wird. Diese winzigen Partikel können in unsere Lungen eingeatmet werden, wo sie Gewebeschäden verursachen, welche mit einer Reihe von Gesundheitsproblemen einhergehen.

3. Versauerung des Bodens

Das gleiche Nitrat, das sich in die Wasserwege einschleichen kann, kann auch wichtige Nährstoffe aus dem Boden ziehen, einschliesslich Magnesium und Kalzium. Dadurch kann der Boden zu sauer werden, so dass die Pflanzen die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen können.

4. Ozonabbau

Durch die steigende Ammoniakbelastung nimmt der Säuregehalt der Luft ab. Bestimmte Lebensräume, wie z. B. Torfmoore, sind darauf angewiesen, dass die Luft leicht sauer ist. In Nordirland führt dieses Problem zum Abbau von Sphagnum-Torfmoosen, einem wichtigen Speicher für Kohlendioxid.

5. Alkalische Luft

Überschüssiges Nitrat kann von Bakterien in Distickstoffoxidgas umgewandelt werden. In grossen Höhen reagiert dieses mit ultraviolettem Licht und zerfrisst die Ozonschicht, die uns vor UV-Strahlen schützt. Der Schaden ist schwer rückgängig zu machen, denn Lachgas hat eine Lebensdauer von 120 Jahren.

Probleme und Lösungen sind längst bekannt, aber die Politik will das Problem nicht angehen!

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier: The nitrogen emergency: How to fix our forgotten environmental crisis. Andrew Zaleski, New Scientist vom 15.5.21. Falls Sie keinen Zugang zum Artikel haben, schreiben Sie Heidi, sie kann Ihnen ein PDF schicken.

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Wenn wir Wasser pflanzen, können wir Wasser ernten

23. Mai 2021
Bergquellflur

Bergquellflur

Peru leidet aufgrund des Klimawandes zunehmend an Wassermangel. In den Anden sind die Niederschläge nicht regelmässig auf das Jahr verteilt, weshalb die Menschen schon früh Systeme zur besseren Wassernutzung entwickelten. Heute interessiert eine Wassernutzungstechnik, die 1’400 Jahren alt ist und noch immer angewandt wird. ForscherInnen untersuchen jetzt, wie dieses Wissen zur Lösung des Wasserproblems umgesetzt werden kann.

Obwohl jedes Land seine eigenen Wasserprobleme hat, könnten andere Gegenden von diesen Erfahrungen lernen. In Peru schmelzen die Gletscher genauso wie in den Alpen oder im Himalaya. Es braucht neue Wege zur Bekämpfung von Überschwemmungen und zum Speichern von Wasser. Gena Gammie, stellvertretende Direktorin des Wasserprojekts in Peru sagt: „Wir haben heute nicht alle Informationen, die wir gerne hätten, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Aber wir können gute Entscheidungen treffen“, sagt Gammie und fügt hinzu, dass die wissenschaftliche Überwachung es ihnen ermöglicht, „zu lernen und uns zu verbessern, während wir arbeiten“.

Altes Wissen für die Lösung eines Problems von heute

Das Dorf Huamantanga liegt auf 3’500 m ü.M. Die Bewohnerin Lucila Castillo Flores sagt: „Wenn wir das Wasser pflanzen, können wir das Wasser ernten. Aber wenn wir das Wasser nicht bepflanzen, dann werden wir Probleme haben“. Diese Technik wird auch in einigen weiteren Andendörfern immer noch praktiziert. Sie verlängert die Verfügbarkeit des Wassers.

Die Menschen in Huamantanga sind Mitglieder eines landwirtschaftlichen Kollektivs. Sie verwenden Wasserkanäle, um in der Regenzeit einen Teil des Wassers aus den Bergflüssen abzuzweigen und es in natürliche Versickerungsbecken zu leiten. Unterirdisch bewegt sich das Wasser langsamer und tritt erst Monate später hangabwärts aus Quellen hervor. Dort sammeln es die Bewohner und bewässern damit ihre Felder. Bemerkenswert ist, dass die Bewohner den Weg des Wassers im Untergrund kennen und genau wissen, welcher Kanal welche Quelle speist. Dieses Wissen wurde über Generationen weitergegeben.

Ein Grossteil des Wassers fliesst zurück in die Flüsse, welche die Hauptstadt Lima versorgen. So könnte die Reparatur von verlassenen Wasserkanälen, die im Hochland verstreut sind, die Wasserversorgung auch für die Stadtbewohner in der Trockenzeit verlängern.

Schutz von Feuchtgebieten

Peru hat Gesetze zum Schutz von Feuchtgebieten, aber die Zuständigkeit für die Durchsetzung ist unklar. Jetzt wird ein Handbuch für die Gemeinden entwickelt, damit die Menschen am Ort wissen, was zu tun ist und welche Behörden zu benachrichtigen sind. Zerstörte Feuchtgebiete werden wiederhergestellt.

Bei all diesen Projekten ist der Nutzen für die lokale Gemeinschaft entscheidend, damit die Leute motiviert sind, Land- und Wassermanagementpraktiken aufrechtzuerhalten, die letztlich dem grösseren WasserEinzugsgebiet zugute kommen.

Why Peru is reviving a pre-Incan technology for water. Erica Gies, BBC 19.5.21

23.5.21 HOME

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Damals am 9.3.12: Wasserfachtagung!

12. Mai 2021

Folie, die Daniel Hartmann, letzter oberster Grundwasserschützer der Schweiz, an der Wasserfachtagung vom 9.3.12 gezeigt hatte. Anlässlich seiner Pensionierung wurde die Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), die er leitete, aufgelöst.

Folie, die Daniel Hartmann, letzter oberster Grundwasserschützer der Schweiz, an der Wasserfachtagung vom 9.3.12 gezeigt hatte. Anlässlich seiner Pensionierung wurde die Sektion Grundwasserschutz des Bundesamts für Umwelt (BAFU), die er leitete, aufgelöst.

Am 9.3.12 fand eine Wasserfachtagung über den Umgang mit nicht geregelten Fremdstoffen im Trinkwasser statt. Vertreter der Wasserversorgung kritisierten die vom BAG festgesetzten sehr hohen Grenzwerte für bisher „nicht geregelte Fremdstoffe“ und befürchteten, dass dem intensiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Tür und Tor geöffnet werden könnte. Sie forderten die betroffenen Bundesämter auf, sich klar zum Vorsorgeprinzip zu bekennen. Und die Kantone sollen die Gewässerschutzgesetzgebung konsequent umsetzen und bei Überschreiten der Grenzwerte griffige Massnahmen ergreifen. „Auch wenn einige Pestizide und Herbizide keine direkte Gesundheitsgefährdung darstellen, sie gehören definitiv nicht ins Trinkwasser“, so die Meinung des Fachverband für Wasser-, Gas- und Fernwärmeversorger (SVGW).

Seither ist viel schmutziges Wasser in den Schweizer Bächen und ins Grundwasser geflossen und die Einsicht, dass das Wasser konsequent geschützt werden muss, ist noch nicht in Bern angelangt. Daran müssen wir alle arbeiten, denn von nichts kommt nichts!

Die Folie ist aktueller denn je: Chlorothalonil wird nicht mehr akzeptiert. Monique Ryser, Infosperber vom 10.5.20

Grundwasser: Gefährden neue Grenzwerte das Vorsorgeprinzip? Heidis Mist vom 10.3.13

12.5.21 HOME

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Interview mit Ernst Bromeis – Wasserbotschafter, Expeditionsschwimmer, Referent, Autor und Aktivist

11. Mai 2021

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Ernst Bromeis am Baikalsee © Maurice Haas

Ernst Bromeis will bewusst machen, dass Wasser endlich ist. Es dürfe nicht sein, dass 2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hätten. Als Wasserbotschafter setzt er sich mit Aktionen dafür ein, dies zu ändern: Unter anderem durchquerte Bromeis zweihundert Seen in seinem Heimatkanton Graubünden, die grössten Schweizer Seen eines jeden Kantons, die rund 1200 Kilometer von der Quelle bis zur Mündung des Rheins.

2019 startete er seine globale Wasserkampagne in den archaischen Weiten und Tiefen Sibiriens. Den grössten Süsswassersee der Welt, den Baikalsee, wollte er durchschwimmen. Aufgrund von Herzrhythmusstörungen musste er die Expedition vorzeitig abbrechen.

Heidis Fragen

Wie und wann bist du auf die Idee gekommen, dich für das Wasser und das Recht auf Wasser einzusetzen?

Ich wollte schon immer etwas Eigenes kreieren. Es wagen, einen neuen Weg zu gestalten. Bergsteigerlegende Reinhold Messner hat mich inspiriert es zu tun. Ich dachte mir, wenn es mit den Bergen geht, wird es auch mit meiner Passion Wasser gehen. Die Sinnhaftigkeit, die Mission kam mit dem Tun. Beim Projekt in Graubünden ging es mir primär um unser Quellglück in den Alpen. Das Engagement für das Menschenrecht auf Wasser kam bei mir erstmals richtig mit dem Projekt im Rahmen der Weltausstellung in Milano 2015 auf.

Du schriebst 2016 in deinem Buch Jeder Tropfen zählt – Schwimmen für das Recht auf Wasser: „Wir haben das Wissen und die Zahlen, doch unser Verhalten bleibt.“ Es müsse uns gelingen, den Zahlen eine Seele, ein Gesicht zu geben, eine persönliche Geschichte, denn auch Maschinen könnten Zahlen sammeln. Es müsse das Herz treffen und Leidenschaft, Nächstenliebe und Empathie wecken. Seither wurden viele weiteren Zahlen gesammelt. Sind wir in diesen vier Jahren näher ans Herz gekommen?

Ich glaube schon. Greta und die jüngere Generation haben eine neue Sprache in die Welt gebracht. Die Diskussionen über Klima, Wasser, Nachhaltigkeit im Allgemeinen sind anders geworden. Emotionaler. Direkter. Betroffener. Empathischer. Corona hat uns zusätzlich unsere eigene Vulnerabilität ins Bewusstsein gerufen. Die Endlichkeit und Verletzlichkeit von allem Leben wird durch die Covid-Krise allen aufgezeigt. Diese Sprache verstehen wir alle, denn wir sind global davon betroffen. 

Du spielst manchmal zu deinen Bildern oder Filmen Klavier. Ich finde das eindrücklich. Wie reagiert das Publikum?

Überrascht. Das Publikum rechnet nicht damit. Die Überraschung kann unerwartete Emotionen auslösen. Manchmal sind die Menschen so berührt, dass sie weinen müssen. Nicht vor Trauer. Die Musik ist die Kunst, die unsere menschliche Seele direkt berührt. Eine Sprache, die alle verstehen. 

Welche Musik wählst du für das Wasser aus?

Es sind meine Improvisationen. Die Seen in Graubünden klingen anders als die Rheinmündung in Hoek van Holland. Der Baikalsee hat eine eigene Melodie. Manchmal spiele ich die Stücke meinen Kindern vor. Sie sagen dann intuitiv, wo die Musik ihren Platz auf der Wasserkarte hat. 

Spielst du für junge Leute dasselbe wie für ältere?

Ja. Mensch bleibt Mensch. 

Ernst Bromeis hat spontan für Heidi eine kleine Improvisation als Hommage an Ludovico Einaudi gespielt und aufgenommen. Sie sei nicht perfekt. Heidi gefällt sie. Leider kann Heidi mit der aktuellen Programm-Version von WordPress keine Audiodateien hochladen.

Ludovico Einaudi – Einaudi: Between Us (Live Session), youtube

Ernst Bromeis während seiner Expedition Baikalsee. © Maurice Haas

Wie sieht dein Leben als Wasserbotschafter aus?

Es gibt das Daily Business. Training, Mails beantworten, Haushalt, etc. – Regelmässig halte ich Vorträge. Schreibe Artikel. Bin engagiert für eine Wasser-Initiative in Graubünden und für ein Projekt der DEZA, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit. Ich versuche, anderen Menschen mitzuhelfen in der Gründung und Gestaltung von Stiftungen oder Foren. Und plane nächste Schwimm-Expeditionen. Ein neues Engagement ist die Mitwirkung und Gründung vom Swiss Water and Climate Forum

Was empfiehlst du Leuten, die Wasserbotschafter/in werden möchten?

Alle Menschen empfinden richtig, was es als Wasserbotschafter/in zu tun gilt. Wenn man vom Wasser berührt ist, folgen automatisch die richtigen Schritte. Als Hilfe und Inspiration hab ich fünf Basispunkte notiert: https://www.dasblauewunder.ch/ueber-mich/#wasserbotschafteri. Die Herausforderung ist, es zu TUN. Täglich. Immer wieder. Es ist eine Frage der Haltung. Vor allem im Gespräch mit Jugendlichen merke ich immer wieder – und das gilt für Jugendliche in Camerun, USA, Frankreich, Lenzburg, etc. genau gleich – wie sie motiviert sind. Sie wollen anpacken und gestalten. Sie spüren die Dringlichkeit. 

Planst du eine weitere Expedition?

Ja. Damit habe ich noch nicht abgeschlossen. Der Drang einzutauchen, vielleicht auch abzutauchen, für eine längere Zeit, ist immer noch da. 

Du warst schon bei der Lancierung der Trinkwasserinitiative dabei. Was sind die Gründe für dein Engagement?

Als Initiantin Franziska Herren mir auf die Combox geredet hat, konnte ich gar nicht anders. Dieses politische Tun ist enorm wichtig. Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. Das abnormale wurde zum normalen Wirtschaften in den letzten Jahrzehnten. Wir haben es in der Hand, dies zu ändern. Zum natürlichen Ursprung zurück – oder eben vorwärts. Der Status Quo ist eine Sackgasse und das Gegenteil einer anzustrebenden Kreislaufwirtschaft. 

Angenommen der Bundesrat lädt dich ein. Welche Geschichte würdest du ihm erzählen?

Herrn Bundesrat Parmelin würde ich vom Mut erzählen. Vom Mut es zu wagen mit den Konventionen zu brechen. Er würde politische Geschichte schreiben, wenn er für sauberes Wasser einstehen würde. Die Angst, die Gewohnheiten zu verlassen, lähmt nicht nur den Bundesrat, sondern oft uns alle. 

Welchen Traum möchtest du verwirklichen?

Meinen Traum noch konsequenter zu leben – und eines Tages aufzuwachen, und realisieren, dass alles Leben auf diesem Planeten Zugang zu sauberem Wasser hat. Denn nur so ist Träumen und Leben möglich. 

Erfahren Sie mehr über Ernst Bromeis hier: Willkommen in der Welt des blauen Wunders

Swiss Water and Climate Forum

Jeder Tropfen zählt – Schwimmen für das Recht auf Wasser. rüfer & rub

Weitere Beiträge von Heidi über Ernst Bromeis und sein Engagement Die Wasserbotschafter

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Die Agrarindustrie und die Verlierer

10. Mai 2021
NaNa zur Abstimmung

NaNa zur Abstimmung

Liebe Heidi

Ich habe die Arena angeschaut. Herr Wiget hat sich sehr klar und deutlich geäussert, auch der Biowinzer hat mir gefallen: nervös aber durch und durch echt. Unser Liebling Ritter: nervös (erhöhte Tonart, immer das Wort ergreifend, roter Kopf). Wie kann Franziska nur so super ruhig bleiben? Ich würde in die Hosen machen und dauernd herumstottern. Das Konsumentinnenforum aber ist eine echte Schande, es geht offensichtlich nur um Preise. Wäre vielleicht auch einmal eine Recherche wert.

Was ich *wirklich nicht verstehe*: Die Schweiz hätte die einmalige CHANCE, eine klare Vorreiterposition punkto nachhaltiger Innovation der Landwirtschaft zu erreichen: das erste europäische Bio-Landwirtschaftsland per Abstimmung! (Der Trend in Europa ist ja in der Luft). Was für ein Reputationspunkt!

Wo bleibt da die sagenhafte Bauernschlauheit? Der Riecher für Qualität?

Es wäre alles schon da: ExpertInnen mit langjährigem Know How wie BiowinzerInnen, Rheinau und viele andere, Forschungsinstitute, das Geld sowieso.

Aber nein, wir schlafen und gifteln unsere Ressourcen noch zu Tode.

Herzliche Grüsse

Anna U.

P.S. von Heidi: Auch Tiana Moser hat mir gut gefallen: klare Worte, Fakten statt NEIN-Geschwafel!

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Landwirtschaftliche Ausbildung – wohin?

5. Mai 2021
Empfehlenswerte Seite im strickhof-Angebot!

Empfehlenswerte Seite im strickhof-Angebot!

Heidi wird immer wieder gefragt, ob denn in der landwirtschaftlichen Ausbildung dem Umweltschutz gebührend Platz eingeräumt werde, denn auch LeserInnen sehen immer wieder Missstände. Das dürfte von Ausbildungszentrum zu Ausbildungszentrum unterschiedlich sein.

Über den Strickhof staunte im Januar 2012 selbst die Spitze des Zürcher Bauernverbands, denn rund um das kantonale Ausbildungszentrum für Landwirte lag grosszügig Mist auf den Feldern. In der Sonntagszeitung vom 12.2.12 stand: „… Oberster Chef ist der SVP-Regierungsrat Markus Kägi. Wie er seinen bodenständigen Parteikollegen das schlechte Vorbild erklärt hat, ist nicht überliefert.“

Nun meldet sich der Direktor des Strickhofs, Ueli Voegeli, zu folgendem Beitrag der Bio-Stiftung Schweiz auf Linkedin zu Wort.

Es geht auch ohne diese #Pestizide – Ruedi Vögele, #Bauer und #Gemeindepräsident von #Neunkirch.
Link zum Statement: https://lnkd.in/d9_vUQd
#diezukunftistpestizidfrei #lebenstattgift #gesundheit #biolandwirtschaft #dasgiftundwir

Vertiefende Informationen auf www.dasgiftundwir.ch oder www.pestizidmythen.ch

Dieses Video (0:26) ist auch auf youtube abrufbar:

Statement 12, Ruedi Vögele, Bauer, Gemeindepräsident Neunkirch

Ueli Voegeli, schrieb dazu folgenden Kommentar:

„Natürlich geht es auch ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz. Auf Ruedi Vögele’s Betrieb und auf vielen anderen tüchtigen und innovativen Bio- und IP-Betrieben. Aber trotzdem sind die aktuellen Agrarinitiativen – und mögen sie aus rein ökologischer Sicht noch so verheissungsvoll klingen – der falsche Weg, um die Herausforderungen unserer einheimischen Landwirtschaft für eine ressourcenschonende, marktorientierte und echt nachhaltige Nahrungsmittelproduktion in einer intakten Umwelt (auch in einem globalen Ernährungssicherungskontext) bewältigen zu können. Mit einseitigen Hauruckmassnahmen, disruptiven Radikallösungen, technophoben Grundhaltungen und ideologisierten, öko-sozialen Wunschvorstellungen kommen wir in unserer hochkomplexen Land- und Ernährungswirtschaft nicht weiter und erzielen auch keine Fortschritte bei der Biodiversität und dem Klimaschutz.“

Antwort der Bio-Stiftung:

„Sehr geehrter Herr Ueli Voegeli, Sie sagen, dass es auch tüchtige Bauern gibt, die es schaffen, ohne synthetische Pestizide zu bewirtschaften. Was ist denn mit den übrigen? Sind sie nicht tüchtig? Es sei nicht der richtige Weg, aber Sie zeigen keinen anderen auf. Bis heute haben Politik und SBV keinen ressourcenschonenden, marktorientierten und echt nachhaltigen Weg skizziert. Ein solcher ist ohne Schutz von Boden, Wasser, Luft und unserer Gesundheit nicht machbar! Hauruck ist es nicht, denn lange Übergangsfristen sind vorgesehen. Seit mehr als 30 Jahren ist das Grundwasser in den Ackerbaugebieten mit Nitrat belastet, hinzu kommen Pestizide. Es wird immer schwieriger und kostspieliger sauberes Trinkwasser zu finden. Sollen wir noch weitere 30 Jahre nicht handeln? Heute ist die Schweizer Landwirtschaft stark abhängig von importierten Produktionsmitteln wie Futter, Dünger, Maschinen usw. Glauben Sie, dass dies langfristig mit Blick auf die Weltlage funktioniert? Sie liefern zwar viele Schlagwörter, aber keine Lösungen.

Ein „hochkomplexes System“ ist eine Ausrede für „weiter wie bisher“. Dass mit den Initiativen keine Fortschritte in Biodiversität und Klimaschutz erzielt würden, entbehrt einer wissenschaftlichen Basis. So sind Pestizide da, um zu töten. Sie töten aber nicht nur die Zielorganismen, sondern viele andere auch; besonders Wasserorganismen in Bächen leiden stark, desgleichen Insekten und mit ihnen die Vögel. Und die europaweiten Spitzenwerte bei den Ammoniakemissionen schaden nicht nur Wäldern, Mooren und Naturschutzgebieten, sondern auch unserer Gesundheit. Wenn die Schweizer Landwirtschaft uns auch künftig ernähren soll, dann braucht es grosse Veränderungen hin zu Nachhaltigkeit. Der Wille scheint in der Politik nicht vorhanden zu sein, also müssen wir den Ball ins Rollen bringen.“

Heidi meint: „Eine Reform der landwirtschaftlichen Ausbildung ist dringend nötig.“

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Achtung: Missverständnisse!

4. Mai 2021
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Die Gegner der Trinkwasser- und Pestizidinitiative reden über Preise, Importe, Hunger, Arbeitsplätze, Auswahl, Essdiktat, Bevormundung, Liebe … das sind jedoch alles Ablenkmanöver gespickt mit Halbwahrheiten und Lügen …

… die Pestizidinitiativen hingegen, sie dienen dem Schutz bzw. der Gesundung unserer Lebensgrundlagen Boden, Wasser, Luft, Artenvielfalt und nicht zuletzt unserer Gesundheit!

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Welche Probleme wir schon längst gelöst hätten, wenn …

1. Mai 2021
Laufend wird Regenwald und Wald abgeholzt für landwirtschaftliche Produktion, Edelhölzer, Wegwerf-Essstäbchen, Bauen, Energie ...

Laufend wird Regenwald und Wald abgeholzt für landwirtschaftliche Produktion, Edelhölzer, Wegwerf-Essstäbchen, Bauen, Energie … Bild: Masoalahalle im Zoo Zürich.

Leserbrief

Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre! Die Schweiz gilt als Hochburg der Pharmaindustrie, Land der Innovationen … aber eigene Grundmedikamente können wir nicht mehr herstellen, die Solarindustrie haben wir mit vielen anderen Industriegütern nach China ausgesourct und über die realen Anstrengungen zur Erhaltung der Lebensgrundlagen Boden, Wasser und Biodiversität könnte man ins Weinen geraten.

Wir sind super im Lösen von Problemen, die wir nicht haben und im Ignorieren der echten Probleme! Aber das ist ja leider weltweit dasselbe. Wenn ich z.B. an die jüngste Information über erneut gestiegene weltweite Rüstungsausgaben denke … Für Klima, Erhaltung der Regenwälder, Schutz der Meere, der Seen und Bäche, des Trinkwassers, des Bodens, unserer Gesundheit usw. bleibt dann natürlich nichts mehr übrig.

Karl L., Bern

1.5.21 HOME

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Trinkwasser-Zitat

7. April 2021
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