Posts Tagged ‘Wasserqualität’

Verschmutzung: Kein Fluss in England ist zum Baden sicher

3. August 2019
London: Die Themse vor 50 Jahren.

London: Die Themse vor 50 Jahren.

Das Schwimmen in Flüssen ist beliebt. Zehntausende Menschen baden während der Hitzewelle in ländlichen Flüssen und Teichen. Eine Untersuchung der Times hat jedoch ergeben, dass Flüsse in England nicht ausreichend getestet wurden. Die Wasserqualität von 86% der Gewässer liegt unter dem ökologischen Standard der EU, der Mindestschwelle für ein gesundes Gewässer, gegenüber 75% vor einem Jahrzehnt.

Gefährliche Schadstoffe haben ihren höchsten Stand seit Beginn der modernen Beprobung erreicht und es gibt keinen Fluss im Land, der jetzt als sicher eingestuft ist, denn Stürme überlasteten das Abwassernetz, was dazu führte, das ungeklärtes Abwasser in die Gewässer gelangte.

Starkregen und Abwasserreinigungsanlagen in der Schweiz

Auch bei uns ist nach heftigen Niederschlägen damit zu rechnen, dass Abwasserreinigungsanlagen (ARA) die grosssen Wassermengen nicht aufnehmen können und ungeklärtes Abwasser in Bäche und Flüsse gelangt.

Zitat aus eawag-Dokumentation: „Die Abwasserreinigungsanlagen sind aus wirtschaftlichen Gründen darauf ausgelegt, durchschnittlich grosse Abwassermengen zu klären. Beim im deutschsprachigen Raum dominierenden Mischsystem (Abwasser und Regenwasser werden gemeinsam gefasst) übersteigen bei Regenwetter die Abwassermengen daher die Kapazitäten der ARA, und es kommt zu ungeklärten Überläufen in Flüsse und Seen. Wie kritisch die Lage ist, zeigen Erhebungen, die den Anteil der unbehandelt eingeleiteten Abwassermenge auf zwanzig Prozent schätzen.“

Die Stebatec AG hat sich daher bereits vor Jahren darauf verlegt, die Abwassersysteme mit betrieblichen Massnahmen zu optimieren. Eine intelligente Bewirtschaftung der Abwasseranlagen reduziert Überläufe, nutzt das Speichervolumen im Kanalnetz optimal aus und sichert die hydraulische Auslastung der Kläranlage.

Die Anpassung der Kläranlagen an hohe Abflussmengen ist umso wichtiger, als vermutlich in Zukunft wegen der Klimaerwärmung häufiger mit Starkregen zu rechnen ist und immer mehr Flächen versiegelt werden.

Zudem ist allgemein empfehlenswert, unterhalb von ARAs nicht zu baden, da die Anlagen nicht alle Schadstoffe herausfiltern können und man mit deren Verdünnung im Gewässer rechnet.

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Die perfiden Spielchen mit den Grenzwerten

10. Dezember 2017
Konzentration von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser. Quelle: Bundesamt für Umwelt

Konzentration von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser. Quelle: Bundesamt für Umwelt

Die Regelungen rund um die Wasserqualität sind eine recht komplizierte Sache. Und so muss es wohl sein, damit niemand Licht ins Dunkel bringt.

Oberirdische Gewässer

Die Anforderungen an die Wasserqualität von oberirdischen Gewässern werden in Anhang 2, Ziffer 11, Absatz 1, Buchstabe c der Gewässerschutzverordnung (GSchV) wie folgt beschrieben: „Die Wasserqualität muss so beschaffen sein, dass das Wasser nach Anwendung von angemessenen Aufbereitungsverfahren die Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung erfüllt.“

Grundwasser

Für Grundwasser allgemein gibt es keine Anforderungswerte, nur für Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist. Die Anforderungen sind in Anhang 2, Ziffer 22, Absatz 1, der GSchV wie folgt definiert: „Die Wasserqualität muss so beschaffen sein, dass das Wasser nach Anwendung einfacher Aufbereitungsverfahren die Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung einhält.“

Der kleine Unterschied

Was bedeutet konkret „angemessen“ (Oberflächengewässer)? Was sind „einfache Aufbereitungsverfahren“ (Grundwasser)? Hier besteht viel Interpretationsspielraum – ein Fall für Juristen!

Kein Summenwert für Pestizide im Wasser

In der GSchV findet man keinen Summenwert für Pestizide im Wasser. In der EU sind es 0,5 µg/l Total Pestizide. Für das Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist, gilt nur ein Anforderungswert für einzelne Pestizide von 0,1 µg/l. Es dürfen beliebig viele sein. Oder doch nicht, weil das Entfernen von Pestiziden kein „einfaches“ Verfahren ist? Juristen-Futter!

Regelung bis 30.4.17

Hingegen war im Anhang der Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV) ein Summenwert aufgeführt: Summe aller organischen Pestizide und deren relevanten Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukte 0,5 µg/l. Es handelt sich um einen Toleranzwert. Das Überschreiten eines Toleranzwerts zeigt an, dass ein Produkt verunreinigt oder sonst im Wert vermindert ist. Das Lebensmittel wird lediglich beanstandet, und es müssen Massnahmen getroffen werden, um die Situation in Ordnung zu bringen, siehe Grenz-, Toleranz- und Anforderungswerte: Was bedeuten sie? Heidis Mist, 14.2.16.

Heidi wusste zwar, dass eine Änderung im Gange war, hat aber den unauffälligen Vermerk auf der FIV „Dieser Text ist nicht in Kraft“ übersehen, was zum Verwirrspiel beiträgt.

Neue Regelung seit 1.5.17

Eine separate Trink- und Brauchwasserregelung wurde geschaffen, die Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV).

Für Pestizide gilt ein Höchstwert für jedes einzelne Pestizid von 0,1 µg/l. Für Aldrin, Dieldrin, Heptachlor und Heptachlorepoxid gilt ein Höchstwert von „0,030 ìg/l“. Kleine Verwirrung: Heidi meint, dass es in der Verordnung 0,030 µg/l heissen sollte. Das
Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen KAV der Bundeskanhzlei schreibt als Antwort auf Heidis Frage: „Es handelt sich in Anhang 2i nicht um einen Fehler, sondern um eine falsche Formatierung resp. Konvertierung in html. Bitte konsultieren Sie im Zweifelsfall dennoch immer auch die PDF-Version.“

Der Begriff «Summe der Pestizide» bezeichnet die Gesamtheit aller im Rahmen des Kontrollverfahrens ermittelten und quantifizierten Pestizide. Der Höchstwert beträgt 0,5 µg/l.

Neu ist v.a. der „Höchstwert“ statt „Toleranzwert“. Die Bedeutung wurde in einer Präsentation des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV wie folgt erklärt:

Quelle: Höchstwerte, Hygienekriterien, Branchenleitlinie, BLV.

Quelle: Höchstwerte, Hygienekriterien, Branchenleitlinie, Präsentation BLV.

Weisungen des BLV zur Interpretation von Höchstwertüberschreitungen

Als «Pestizide» gelten die in Artikel 2, Absatz 1, Buchstabe a der Verordnung des EDI vom 16. Dezember 2016 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Erzeugnissen pflanzlicher und tierischer Herkunft (VPptH) definierten Wirkstoffe sowie die für das Trinkwasser relevanten Metaboliten. Heidi hat den „Buchstaben a“ kopiert:

 In dieser Verordnung bedeuten:

a. Pestizide:

  1. derzeit oder früher in Pflanzenschutzmitteln im Sinne des Chemikaliengesetzes vom 15. Dezember 20001 (ChemG) verwendete Wirkstoffe und ihre Stoffwechsel-, Abbau- oder Reaktionsprodukte, oder
  2. Wirkstoffe und ihre Stoffwechsel-, Abbau- oder Reaktionsprodukte aus Biozidprodukten im Sinne der Biozidprodukteverordnung vom 18. Mai 20052 (VBP), die nicht bereits in anderen Erlassen geregelt werden;

Höchstwertüberschreitung: Was tun?

Das BLV schreibt betreffend Betriebsebene: „Die Ware darf nicht in den Verkehr gebracht werden … ausser es entspricht der guten Praxis.“ Beim Vollzug? Alles ist Sache der Interpretation bzw. der Verhältnismässigkeit. Die Kantone erhalten viel Macht zum „Verwässern“. Es ist in der Verordnung nicht festgeschrieben was bei einer Höchstwertüberschreitung geschehen soll, dafür gibt es eine Weisung mit viel Spielraum. Heidi hat den Eindruck, dass niemand so recht die Bedeutung des Höchstwertes kennt.

Trinkwasserpreise

Die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) vorgeschlagenen neuen, vorwiegend wesentlich höheren Anforderungswerte für Oberflächengewässer bewirken, dass die Oberflächengewässer künftig „schmutziger“ sein dürfen und das Aufbereiten von Wasser aus Oberflächengewässern zu Trinkwasser möglicherweise wesentlich teurer wird, etwa wenn das 3’600-fache an Glyphosat im Wasser sein darf. Bereits die alte Regelung sieht im Vergleich mit Grundwasser ein teureres Aufbereitungsverfahren vor.

Das Entfernen von Pestiziden aus dem Wasser gilt nicht als einfaches Aufbereitungsverfahren, weshalb eigentlich das Grundwasser pestizidfrei sein müsste. Die Aufbereitungskosten werden durch uns Trinkwasserbezüger bezahlt, nicht durch die Verschmutzer. Je stärker die Gewässer verschmutzt sind, desto höher die Kosten, welche wir KonsumentInnen zu bezahlen haben. Im Extremfall muss eine Grundwasserfassung geschlossen un eine neue (hohe Kosten!) erschlossen werden.

Und wenn Gewässer stark verschmutzt sind, dann kann man versuchen, sie mit Subventionen für die Bauern gemäss Gewässerschutzgesetz Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes zu reinigen, aber nachhaltig ist dies meistens nicht und die Teilnahme der Bauern ist – wie könnte es anders sein – freiwillig!

Wasserlebewesen zählen nicht

Und was trinken die Lebewesen in den Gewässern? „Einfach“ oder „angemessen“ aufbereitetes Trinkwasser? Keines von beiden natürlich, sondern „unbehandeltes“! Die neuen Anforderungswerte für Pestizide in Oberflächengewässern suggerieren mehr Sicherheit, aber die Pestizidbelastung weist grosse Spitzen auf. Wenn behandelt wird, kann die Konzentration sehr viel höher sein als bei den (seltenen) Probenahmen. Darunter leiden Wasserflora und -fauna. Viele Wasserpflanzen sind vom Aussterben bedroht. Wen wundert’s?

Und wie geht es den Fröschen und Fischen? Mit der Anreicherung in der Nahrungskette?

Die Mischung macht das Gift

Es ist fraglich, ob die Wissenschaft abschliessende Ergebnisse über die Toxizität von Pestiziden liefern kann, besonders wenn viele Giftstoffe gleichzeitig wirken und es immer neue gibt. Eine Sisyphus-Arbeit, die wohl niemand bezahlen kann.

Pestizid-Recycling

Im Weiteren werden Bäche und Flüsse zum Bewässern gebraucht, also gelangen Pestizide auch zurück aufs Feld: Pestizid-Recycling! Mindestens dieser Punkt könnte die Bauern zum Nachdenken bringen. Das schadet besonders den Biobauern, welche schon mit Abdrift ein Problem haben.

Lösung Grenzwert-Überschreitungen: Grenzwert erhöhen! Heidis Mist vom 9.12.17.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (6) Nitratprojekt Wohlenschwil, Heidis Mist vom 26.11.16.

10.12.17 HOME

Interaktive Plattform für Wassermanagement

11. Oktober 2017

Wollen Sie das Wassermanagement in Ihrer Stadt oder Gemeinde verbessern? Wenn das Trinkwasser in Ihrer Kommune knapp wird oder wenn Ihre Bevölkerung durch Hochwasser gefährdet ist, dann können Sie von den Erfahrungen anderer profitieren.

Eine interaktive Website für Wassermanagement wurde im Rahmen des EU-Projekts POWER (Political and sOcial awareness on Water EnviRonmental challenges) entwickelt. Daran beteiligt haben sich unter anderem das Städtenetzwerk Klima-Bündnis, die Städte Leicester, Milton Keynes, Berlin und Melbourn sowie die beiden Wasserversorgungsunternehmen von Jerusalem (Israel) und Sabadell (Spanien).

Die interaktive Plattform bietet Experteninformationen zu Fragen rund um Wasser und informiert EntscheidungsträgerInnen und die Öffentlichkeit. So können Sie von den Erfahrungen anderer profitieren.

Internationaler Erfahrungsaustausch

Möchten Sie Ihre eigenen guten Beispiele mit anderen teilen? Auf der POWER-Plattform können Sie Erfahrungen mit den anderen NutzerInnen des grossen Netzes der POWER-Städte austauschen und diskutieren. Lernen Sie von ihnen und diskutieren Sie ihre Antworten auf wasserbezogene Herausforderungen wie extreme Wetterereignisse, Reduktion des Wasserverbrauchs, Wasserqualität von Brauchwasser und Trinkwasser sowie Fakten im Zusammenhang mit der Erhaltung der Wasservorkommen.

Weitere Informationen: Water Best Practices  bestpractices.baseform.com

Neue interaktive Plattform für Wassermanagement ist online! Pressemitteilung lifePR vom 10.10.17.

11.10.17 HOME

In einem Bächlein helle … da schwamm einst die Forelle

29. April 2017

Im Bundesamt für Umwelt wird fleissig gesammelt und publiziert: Daten über den Zustand der Umwelt. Oft erschreckende.

53% der Gefässpflanzen im Lebensraum der offenen Gewässer und Quellen stehen auf der roten Liste. Bei den Pflanzen der Uferzone sind es gar 65%. „Die Quellen gelten als gesamtschweizerisch gefährdet und die Schweiz als „Wasserschloss Europas“ hat für sie eine grosse internationale Verantwortung … Noch immer leiden viele Gewässer unter den Folgen von Eutrophierung, die heute grösstenteils aus der angrenzenden Landwirtschaft stammt. Hier sind jeweils angemessene Pufferflächen zu fordern.“ Rote Liste Gefässpflanzen, Gefährdete Arten der Schweiz, Bundesamt für Umwelt BAFU 2016.

Die Eawag forschte im Auftrag des BAFU und präsentierte am 4. April 2017 die Ergebnisse einer Studie zu fünf Schweizer Bächen: „In keinem Fall wurden die gesetzlichen Anforderungen an die Wasserqualität eingehalten. Selbst Stoffkonzentrationen, die für Gewässerorganismen als akut toxisch gelten, wurden überschritten. Biologische Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Lebensgemeinschaften unter den Stoffgemischen leiden.“ Anhaltend hohe Pestizidbelastung in kleinen Bächen, Eawag.

Den Wasserpflanzen und -tieren geht es miserabel

Und was macht das zuständige Bundesamt BAFU? Es lockert per 1. Mai 2017 den Schutz der Gewässer erneut. Ist doch logisch – oder? Die Kantone müssen dann für „sehr kleine Gewässer“ keinen Gewässerraum mehr ausscheiden. Die Definition von „sehr kleinen Gewässern“ wird den Kantonen, wohl im Sinne der Rechtssicherheit und -gleichheit (!!!), überlassen. Für den Innerschweizer Bauernbund sind Bäche bis 2 m Breite „sehr klein“, also 80% der Fliessgewässer.

Der Gewässerraum wurde erst mit der Revision der Gewässerschutzverordnung (GSchV) von 2011 eingeführt. Damit die Pufferstreifen für Dünger und Pflanzenschutzmittel besser in den Gewässerraum passen, wurde dann auf Druck der Bauern auch die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung geändert: Messung der Pufferstreifen ab Uferlinie statt – wie international üblich – ab Böschungsoberkante. Wo auf den Gewässerraum verzichtet wird, ist die Verschmutzungsgefahr in Zukunft besonders gross.

Für die zuständige Sektionschefin Susanne Haertel „fallen die Lockerungen aber kaum ins Gewicht“, wie sie gegenüber dem Tages-Anzeiger sagte. Genauso tönte es aus den Amtsstuben anlässlich der Einführung der Messmethode ab Uferlinie. Mag sein, dass Susanne Haertel insofern recht hat, als die Pufferstreifen sowieso von vielen Bauern nicht eingehalten werden.

Widerspruch zur Vernehmlassung GSchV

Auszug aus dem erläuternden Bericht zur Vernehmlassung GSchV: „Der Verzicht der Ausscheidung des Gewässerraumes bei sehr kleinen Gewässern zu Gunsten der Landwirtschaft geht zu Lasten der Umwelt. Der Schutz dieser Gewässer ist zwar wie bisher über die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) und die Direktzahlungsverordnung (DZV) geregelt. Aufgrund der neuen Messweise ab Uferlinie statt wie bisher ab Böschungsoberkante sind die Gewässer jedoch künftig schlechter geschützt.“

Fazit von Heidi: Es wird viel geforscht, debattiert, geschrieben, abgewedelt und gelogen. Doch die Probleme werden nicht gelöst. Der Wille fehlt!

Für die Schweizer Flüsschen sieht die Zukunft düster aus. Den Kleingewässern geht es schlecht. Trotzdem wird ihr Schutz per Anfang Mai noch zusätzlich aufgeweicht. Fabian Renz, Bundeshausredaktor, Tages-Anzeiger vom 26.4.17.

Änderung der Gewässerschutzverordnung per 1.5.17.

Weitere Verwässerung des Gewässerschutzes verhindern! Heidis Mist vom 27.7.16.

Der Acker rückt näher an den Bach, Heidis Mist 29.5.13

Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse!, Heidis Mist 11.6.13

„Harmonisierte“ Pufferstreifen an Gewässern, Heidis Mist 25.5.14

Weniger Schutz für unsere Bäche, Susanne Hagen, fair-fish vom 29.4.17

Die Forelle, Franz Schubert, Dietrich Fischer-Dieskau/Bariton,
Gerald Moore/Klavier; Text auf Wikipedia.

29.4.17 HOME

Bäche und Flüsse: Keines der 3 Entwicklungsziele erreicht!

4. August 2016
Ergebnisse der Nationalen Beobachtung Oberflächenwasserqualität (NAWA).

Ergebnisse der Nationalen Beobachtung Oberflächenwasserqualität (NAWA).

Das Bundesamts für Umwelt (BAFU) informierte am 14.7.16 an einer Medienkonferenz und in einer Medienmitteilung über den (schlechten) Zustand der oberirdischen Gewässer. Wasserqualität: Wie geht es den Bächen und Flüssen in der Schweiz? Das ist der Titel einer sehenswerten animierten Bildgeschichte des BAFU zum Zustand der Fliessgewässer (NAWA). Im Video sind die Zusammenhänge anschaulich erklärt. Auszug:

„… Bis jetzt haben wir noch keines der drei Entwicklungsziele erreicht, die im Leitbild Fliessgewässer formuliert wurden. Es besteht also weiterhin Handlungsbedarf, um den Gewässerraum zu sichern, die Wasserführung zu verbessern und die Wasserqualität zu steigern…“

Wie geht es den Bächen und Flüssen in der Schweiz? BAFU, youtube 14.7.16.

4.8.16 HOME

Schwimmen für einen sauberen Ottawa River

15. August 2014
Provinzübergreifender Schwimm-Wettbewerb im Ottava-Fluss für sauberes Wasser. Copyright Ottawa Riverkeeper

Provinzübergreifender Schwimm-Wettbewerb im Ottava-Fluss für sauberes Wasser. Copyright Ottawa Riverkeeper

Der Sommer lässt auf sich warten, nicht desto trotz scheint das Schwimmen in zu sein, und zwar das Schwimmen für sauberes Wasser. Eine Kanadierin, welche morgen im Kanu Schwimmer begleitet, hat Heidi auf Ottawa Riverkeeper’s “Escape to/from Aylmer-traz” aufmerksam gemacht.

Bis zu 50 Kanadier werden am Samstag, 16.8.14, im Ottawa-Fluss für sauberes Wasser schwimmen. Der Ottawa ist mit seinen 1271 km etwa gleich lang wie der Rhein. Er bildet auf dem Grossteil seiner Länge die Grenze zwischen den Provinzen Ontario und Québec. Die 4 km lange Schwimmstrecke führt von einer Provinz zur andern, denn „Wasserqualität kennt keine Grenzen“, sagen die Veranstalter, die Ottawa Riverkeeper. Sie weisen auf die Notwendigkeit von Zusammenarbeit und Massnahmen auf beiden Seiten des Flusses hin. Im Fluss sollen die Leute schwimmen können, das Wasser soll trinkbar sein und die Fische essbar.

Dieser erste provinzübergreifende Wettbewerb soll das Bewusstsein für sauberes Wasser stärken und Geld in die Kassen der Riverkeeper bringen. Zahlreiche Institutionen haben bereits einen Beitrag geleistet oder stiften Preise für die Gewinner. Das gesammelte Geld fliesst ausschliesslich in die Beschaffung von Hilfsmitteln zur Analyse der Wasserqualität.

Der Ottawa ist – wie viele Flüsse – unter grossem Zivilisationsdruck: Dämme, Abwasser, Meteorwasser aus Städten, Landwirtschaft, Zerstörung von Feuchtgebieten, Uferverbauung. Wenig ist heute über die verschiedenen Belastungen bekannt, die Grundlagendaten sind dürftig.

Weitere SchwimmerInnen für sauberes Wasser:

Rheines Wasser, Andreas Fath

Das blaue Wunder, Wasserbotschafter Ernst Bromeis

Rachel Schoeler versucht, die Strasse von Georgia zu durchqueren, schwimmend für sauberes Wasser. Copyright Rachel Schoeler.

Rachel Schoeler versucht, die Strasse von Georgia zu durchqueren, schwimmend für sauberes Wasser. Copyright Rachel Schoeler.

16.8.14, 21 Uhr: Im Moment ist in der kanadischen Provinz British Columbia die 23-jährige Rachel Schoeler (The Local Weekly vom 16.8.14) von Fraser Riverkeeper schwimmend für sauberes Wasser unterwegs. Sie unternimmt den Versuch, die 35 km breite Strasse von Georgia zu durchqueren. Wenn ihr dies gelingt, dann ist sie erst die zweite Frau, welche die Querung geschafft hat. Auch Männer waren bisher nur wenige erfolgreich. Sie startete um 8 Uhr und sollte um 19 Uhr ankomme (Zeitverschiebung minus 9 Stunden). Historic Attempt to Swim Georgia Strait Supports Clean Water, Ecowatch vom 21.7.14.

Als zweite Frau hat Rachel Schoeler die Strasse von Giorgia durchschwommen. Am Ziel angelangt! Copyright Bob Schoeler

Als zweite Frau hat Rachel Schoeler die Strasse von Giorgia durchschwommen. Am Ziel angelangt! Copyright Bob Schoeler

Nachtrag 17.8.14: „11 hours 55 minutes and 47 seconds. It is done.“ schreibt der Vater von Rachel Schoeler auf Twitter. Weiter Informationen und Fotos siehe Bob Schoeler, Twitter. Die Strasse von Giorgia ist 3 km breiter als der Ärmelkanal. Rachel Schoeler hat dieselben Bedingungen eingehalten wie sie bei der Querung des Kanals üblich sind, also kein Schwimmanzug und ohne das Begleitboot zu berühren. Nicht erstaunlich, dass sie am Ziel fror. Schoeler completes delayed Georgia Strait swim, 917CoastFM vom 18.8.14.

15.8.14 HOME

NADUF, NAQUA, NAWA…

29. Oktober 2013
Die Wasserqualität, die Wasserführung und die Gewässerstruktur bestimmen die Qualität eines Gewässers und die Eignung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Die Wasserqualität, die Wasserführung
und die Gewässerstruktur bestimmen die Qualität eines Gewässers und die
Eignung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Viele Wasserproben werden in der Schweiz mit unterschiedlichen Zielen analysiert. Oft ist es schwierig, die Resultate zu vergleichen oder daraus gar gesamtschweizerisch Schlüsse zu ziehen. Nun haben das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die Kantone gemeinsam ein Messprogramm geschaffen, um den Zustand und die Entwicklung der Schweizer Oberflächengewässer auf nationaler Ebene dokumentieren und beurteilen zu können: das NAWA. Es umfasst ein Basismessnetz zur langfristigen Dauerbeobachtung, das NAWA TREND, sowie problembezogene Spezialbeobachtungen, NAWA SPEZ.

NAWA soll eine Übersicht über den Zustand der Oberflächengewässer vermitteln und dessen mittel- und langfristige Entwicklung aufzeigen. Dies mit dem Ziel, Probleme früh zu erkennen, die Wirkung von Massnahmen zu kontrollieren und die schweizerische Gewässerschutzpolitik zu steuern. Eine ausführlicher Bericht dokumentiert die Ziele und das Konzept NAWA. Die Messstellen NAWA TREND sind im Anhang detailliert beschrieben.

NAWA – Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität, Konzept Fliessgewässer, BAFU UW-1327-D, 72 Seiten, PDF; Anhang, 58 Seiten über Messstellen NAWA TREND, PDF

Bereits 1972 gegründet wurde NADUF, Nationale Daueruntersuchung der Fliessgewässer; ein gemeinsames Projekt des BAFU, der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG) und – seit 2003 – der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL):
NADUF – Nationale Daueruntersuchung der Fliessgewässer

Das Messnetz der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA besteht aus vier Modulen: Grundwasserquantität QUANT, Grundwasserqualität TREND und SPEZ sowie ISOT. ISOT dient der Beobachtung der Wasser-Isotope im Wasserkreislauf, d.h. im Niederschlagswasser, in Fliessgewässern sowie im Grundwasser.
NAQUA – Nationale Grundwasserbeobachtung

29.10.13 HOME


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