Posts Tagged ‘Zuckerrohr’

BrasilAgro will über 10’000 Hektaren Cerrado-Wald umwandeln

14. April 2022

Die Biodiversität der Cerrados, einer bewaldeten Grassavanne, ist sehr gross: 10’000 verschiedene Arten von Gefässpflanzen, die Hälfte davon sind Endemiten. Die Tierwelt umfasst etwa 200 Säugetierarten, 840 Vogelarten, 180 Arten von Reptilien und 110 Amphibienarten.

Die Cerrado-Region wird erst seit 50 Jahren im grossen Stil landwirtschaftlich genutzt. Traditionell wurde das Gebiet extensiv beweidet. Seit den 1980–90er Jahren wird das Land zunehmend ackerbaulich genutzt. Gerodet wird für Eukalyptus- und Sojaplantagen. Auf grossen Plantagen werden Sojabohnen, Mais, Zuckerrohr und Reis angebaut. Zugenommen haben Zuckerrohrplantagen für die Produktion von Bioethanol auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion. Hinzu kommt Viehzucht. Weil die Böden nährstoffarm sind, muss gedüngt werden, aber damit die Nährstoffe verfügbar sind, braucht es enorme Kalkmengen (Dolomit) zur Erhöhung des pH-Werts.

Bis heute fiel schon die Hälfte des Biodiversitäts-Hotspots der Agrarindustrie zum Opfer. Lediglich ein Prozent der Gesamtfläche steht unter Naturschutz.

Weitere 10’000 Hektaren Verlust von Naturland

BrasilAgro plant die Umwandlung von mindestens 10’000 Hektar (ha) Cerrado-Vegetation für die Vieh- und Getreideproduktion, wozu auch die Bohrung von mehreren Hochleistungsbrunnen gehört.

BrasilAgro konzentriert sich auf den Erwerb von „unzureichend genutztem und unproduktivem Land“. Das Unternehmen, das Soja, Zuckerrohr und Mais produziert sowie Viehzucht betreibt, erzielt Einnahmen durch das Roden und Erschliessen von Land und den anschliessenden Verkauf dieser ländlichen Grundstücke. BrasilAgro hat 10 Grundstücke in seinem Portfolio, und die meisten seiner Farmen befinden sich im brasilianischen Cerrado, das seit dem Jahre 2000 eine hohe Abholzungsrate aufweist. Der grösste Teil der Sojaexpansion fand inmitten der Abholzung der einheimischen Vegetation im Cerrado-Biom statt. Viele traditionelle Gemeinschaften leben in diesem Lebensraum, der eine wichtige Wasserquelle für alle Regionen Brasiliens ist.

HEKS-Projekt für die Bevökerung im Cerrado

Im Cerrado betreibt HEKS/Brot für alle ein Projekt mit dem übergeordneten Ziel, die ländlichen Basisorganisationen zu stärken. Diese sollen in der Lage sein, ihre Rechte auf Nahrung und Zugang zu Land einzufordern und so zur Verbesserung der Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung beizutragen.

Das Projekt begünstigt ländliche und indigene Gemeinschaften im Savannengebiet des Cerrado, die von den extremen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in Brasilien und der oft illegalen Ausbreitung von Grossgrundbesitz und Agrarindustrie besonders betroffen sind: Landlose, Kleinbauernorganisationen, lokale Gemeinschaften und ethnische Minderheiten. Frauen und Jugendliche werden dabei besonders stark berücksichtigt. Insgesamt werden 47’630 Personen von diesem Projekt profitieren.

Heidis Frage: „Wer gewinnt? Der Run auf Naturland? Oder die Natur und die Bevölkerung?

BrasilAgro to Convert over 10.000 Hektares of Cerrado Forest. The Chain Reaction Research 11.4.22

Traditionelle Gemeinschaften verteidigen ihre Rechte und Lebensräume. HEKS/Brot für alle

Cerrado (Brasilien), Wikipedia

14.4.22 HOME

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Weltwassertag 2018: Wiederaufforstung, Feuchtgebiete und Grundwasser

22. März 2018
Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis schreibt: "Die letzten Monate habe ich intensiv im Hintergrund für weitere Expeditionen gearbeitet. Es ist mein Bestreben, die Botschaft vom „Blauen Wunder“ hinaus in die Welt zu tragen. Auf diesem Weg durfte ich im Rahmen des World Economic Forum Davos u.a. auch den Nobelpreisträger und Klimaaktivisten Mr. Vice President Al Gore treffen. Copyright: Das Blaue Wunder.

Der Wasserbotschafter Ernst Bromeis schreibt:
„Die letzten Monate habe ich intensiv im Hintergrund für weitere Expeditionen gearbeitet. Es ist mein Bestreben, die Botschaft vom „Blauen Wunder“ hinaus in die Welt zu tragen. Auf diesem Weg durfte ich im Rahmen des World Economic Forum Davos u.a. auch den Nobelpreisträger und Klimaaktivisten Mr. Vice President Al Gore treffen. Copyright: Das Blaue Wunder.

Im UN-Weltwasserbericht 2018 steht: „3,6 Milliarden Menschen und damit fast die Hälfte der Weltbevölkerung leben in Gebieten, die mindestens einen Monat pro Jahr von Wassermangel bedroht sind. 2050 werden es vermutlich bis zu 5,7 Milliarden sein.

Der UN-Weltwasserbericht 2018 zeigt: „Naturbasierte Lösungen“ wie Wiederaufforstung, Nutzung von Feuchtgebieten und gezielte Grundwasseranreicherung können eine wichtige Rolle bei der Verbesserung von Wasserversorgung und -qualität spielen. Diese Ansätze wurden bisher weitestgehend ignoriert, so die Autoren. UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay stellte den Weltwasserbericht am 19.3.18 am 8. Weltwasserforum (WWF) in Brasilien vor.“

Wo Urwald für Plantagen gerodet wird, da braucht es auch Strassen.

Wo Urwald für Plantagen gerodet wird, da braucht es auch Strassen.

Das ist schwere Arbeit! Denn es wird abgeholzt wie verrückt, in Südamerika, Afrika, Asien und Australien, sogar UNESCO-Weltnaturerbe-Wald ist kein Tabu. Profiteure dieser Zerstörungen sind wir, die reichen Länder. Ein Ende ist nicht abzusehen, denn Welthandel und Wachstum sind die Leitlinien unserer Politik. Die Rechte der Einheimischen werden missachtet, ihr Trinkwasser oft verschmutzt und das knappe Wasser für die Produktion von Exportlebensmittel gebraucht. Wichtigste Ursachen der Abholzung sind:

  • Brandrodung für Ackerland und Rinderweiden
  • Anlage von Palmölplantagen, Soja, Bananen- oder Kaffeeplantagen
  • Ausbeuten von Bodenschätzen wie Eisenerz, Gold, Öl, Gas
  • Bau von grossen Staudämmen zur Energiegewinnung
  • Holzschlag für Tropenholz oder Papier

Feuchtgebiete werden trockengelegt für die Landwirtschaft und wertvolles Ackerland in rasantem Tempo überbaut oder mit Infrastrukturen belegt.

Blue Community Schweiz

Die Initiative Blue Communities wurde vom Council of Canadians lanciert, einer kanadischen Organisation für soziale und ökologische Gerechtigkeit. Städte, Gemeinden, Hochschulen und andere Institutionen, können eine Blue Community werden. Als Blue Community halten sie sich an vier konkrete Grundsätze:

  • Anerkennung des Wassers als Menschenrecht
  • Wasserdienstleistungen bleiben in der öffentlichen Hand
  • Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser trinken
  • Eine Blue Community pflegt öffentliche Partnerschaften mit internationalen Partnern

Die Blue Community ist am Weltwasserforum in Brasilien zusammen mit anderen Schweizer Organisationen, wie Helvetas, am Stand, welcher von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) organisiert wird. Sie versteht sich als unabhängige Stimme am WWF, das allgemein als Forum der Konzerne gilt. Für diese Teilnahme hat die Blue Community sich folgende Ziele gesetzt:

  1. Anhand zweier konkreter Beispiele wird dargestellt, wie Wasser als Allgemeingut verstanden und verwaltet werden kann.
  2. Schweizer Player in der Entwicklungshilfe sollen motiviert werden, vermehrt auf öffentlich-öffentliche Partnerschaften zu setzen, um den Zugang zu Trinkwasser auszubauen und so das Wasser als öffentliches Gut anzuerkennen.
  3. Das Blue Community Netzwerk zeigt, dass auch Handlungen von lokalen Akteuren zur Erhaltung des Allgemeingutes Wasser beitragen und helfen, die Entwicklungsagenda 2030 der UNO (SDGs) umzusetzen.
  4. Wasser wird immer knapper und wird immer häufiger zur Ware. Es wird diskutiert, warum Wasser gegen Privatisierung geschützt werden muss und welche Rolle dabei zivilgesellschaftliche Organisationen haben können.
    Als Beispiel dienen die Privatisierungsintentionen der brasilianischen Regierung, die in Zusammenarbeit mit internationalen Firmen den Zugang zu Trinkwasser in Brasilien gefährden könnten.

Agrarexporte: Ausverkauf von Wasser

Der hohe Wasserverbrauch für Agrargüter, die Deutschland und die EU (das gilt auch für die Schweiz) importieren, führt zu Armut und Vertreibung in den Ländern des Südens. Darauf macht das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt (Berlin) im Vorfeld des Weltwassertages am 22. März aufmerksam und fordert verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser und einen nachhaltigen Umgang mit den globalen Wasserressourcen.

Die Landwirtschaft ist für 70% der weltweiten Wasserentnahmen verantwortlich. Um die wachsende Weltmarktnachfrage nach Soja für die Fleischindustrie, Zuckerrohr für Biosprit, Baumwolle und Kaffee zu stillen, fliessen enorme Wassermengen auf der Südhalbkugel ganzjährig in künstliche Bewässerung. Der intensive Düngemittel- und Pestizideinsatz belastet zudem die Wasserqualität. Quelle: Weltagrarbericht – Agrarexporte: Verbindliche Regeln gegen den Ausverkauf von Wasser gefordert, 19.3.18

Unbezahlbar versus umsonst

Copyright: Das Blaue Wunder

Copyright: Das Blaue Wunder

Veranstaltung mit Ernst Bromeis in Davos:

„Hat die Wirtschaft das letzte Wort, wenn es um die nachhaltige Nutzung der Ressourcen geht? Muss die Welt vermessen und in Wert gesetzt werden, damit sie nicht an die Wand gefahren wird?

Anlässlich des UNO-Weltwassertages 2018 diskutieren Pfarrerin Cornelia Camichel Bromeis und Wasserbotschafter Ernst Bromeis-Camichel mit den Anwesenden über aktuelle ethische und ökonomische Fragen. In einer marktwirtschaftlich konditionierten Welt scheint alles einen Preis haben zu müssen, damit es geschätzt wird. Cornelia Camichel und Ernst Bromeis bringen mit religiösen und philosophischen Impulsen ihre Sichtweisen dar und versuchen eine Brücke zu den grossen Wasserthemen einer globalisierten Welt zu schlagen.

Ausgangspunkt für die gemeinsame Abendveranstaltung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Davos Platz mit dem Blauen Wunder ist die Jahreslosung 2018 der evangelischen Kirchen: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers, umsonst.“ Dieser Vers aus der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel, wird auch den blauen Faden bilden für die Diskussion.

Der Eintritt zur Veranstaltung am Donnerstag, 22. März ist frei.
Veranstaltungsort ist die Kirche St. Johann in Davos Platz.
Beginn um 20 Uhr.
Die Kollekte geht an das Hilfswerk Kids of Africa.“

News Trinkwasserinitiative

Am Weltwassertag 2017 wurde die Trinkwasserinitiative lanciert. Bereits im Januar konnte sie mit mehr als nötig Unterschriften eingereicht werden. Bleiben Sie auf dem Laufenden, lesen Sie die News der Trinkwasserinitiative!

Links

Alternatives Weltwasserforum 2018, Vorbereitung in Deutschland, Brot für die Welt und Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW)

Wem gehört das Wasser? Domradio.de vom 20.3.18

Indonesia women face daily swim for clean water, The express Tribune 22.3.18

Brasilien: Weltwasserforum und Privatisierung in Kritik, Brasilien Portal vom 12.3.18

Weltwasserforum in Brasilien gestartet, ZDF vom 18.3.18

Weltwasserforum in Brasilien – Hier fehlt etwas. Die Konferenz berät über den Wassermangel. In Südafrika und Spanien hat die Dürre bedrohliche Ausmaße. taz vom 16.3.18

World Bank Group – Water

Heidis Artikel zu Palmöl

22.3.18 HOME


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