Antibiotika-Problem: Strategieren statt handeln

Bei Gewässern unter 1‘000 Metern fanden Forscher der Universität Zürich in 36 Prozent der Wasserproben multiresistente Keime. Urbane Räume waren am stärksten belastet. Foto: Sihl in Zürich.

Bei Gewässern unter 1‘000 Metern fanden Forscher der Universität Zürich in 36 Prozent der Wasserproben multiresistente Keime. Urbane Räume waren am stärksten belastet. Foto: Sihl in Zürich.

Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) meldet Antibiotika in der Veterinärmedizin: Zunahme der Resistenzen trotz Rückgang im Verkauf. 57’157 kg Antibiotika sind 2012 für die Veterinärmedizin verkauft worden. Die Probleme mit den zunehmenden Resistenzen sind hinlänglich bekannt: mehrfachresistente Keime in Tier und Mensch, im Wasser und Boden, Mangel an wirksamen Antibiotika. Gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen werden Resistenzen auch auf Bodenorganismen übertragen. Was macht man in der Schweiz dagegen? Strategieren! Eine Arbeitsgruppe soll bis 2015 ein Massnahmenprogramm  ausarbeiten. Heidi hat darüber bereits berichtet Antibiotika CH: studieren, zusammensitzen, strategieren, 3.3.13.

Professor Roger Stephan vom Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Universität Zürich fordert ein schnelles Umdenken beim Einsatz von Antibiotika. Es gebe jedoch nicht einen Verursacher, wie etwa die häufig angeführte Tierhaltung, sondern viele, zum Beispiel auch Krankenhäuser. «Bei mangelhafter Durchsetzung dringender Korrektur- und Schutzmassnahmen droht die Welt auf ein postantibiotisches Zeitalter zuzusteuern, in dem gewöhnliche Infektionen nicht mehr geheilt werden können», fürchtet Stephan. Resistente Bakterien erobern die Schweiz, UZH News vom 16.5.13.

In holländischen Spitälern werden Bauern direkt in die Isolierstation eingeliefert. Deutschland hat das Problem angepackt: Pläne lagen bereits 2012 vor sowie ein Gesetzesentwurf. Eine bundesweite Datenbank soll helfen, die Behandlungshäufigkeit in den einzelnen Betrieben zu erheben, zu vergleichen und auf reduzierten Einsatz hinzuwirken. Der Bundesrat unterstützt die Pläne der Bundesregierung, die Massnahmen gehen den Ländern aber zu wenig weit, daher stimmte der Bundesrat über mehr als 50 Änderungsvorschläge ab mit dem Ziel den verantwortungsbewussten Umgang mit Antibiotika weiter zu fördern. Weitere Vorschläge zum Kampf gegen Antibiotikaresistenzen, Bundesrat 2.11.12.

25.9.13 HOME

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