Gülle im Bach: Mangelnder Vollzug Gewässerschutzgesetz

7. August 2019
Gülle aus der Alp Moosegg VS im Bergbach. Copyright: M.K.

Gülle aus der Alp Moosegg VS im Bergbach. Copyright: M.K.

Leserbrief

Wir fuhren in unsern Ferien am 29. Juli 2019 um 12:39 Uhr mit dem Velo auf die Moosalp im Wallis. In Törbel trafen wir auf diesen Bach, der uns schon von weitem in die Nase stieg: Gülle pur (siehe Bild)! Verursacher, so fanden wir heraus, war ein Bauer auf der Moosalp, der den Stall gereinigt und soeben „den Schieber wieder zugemacht“ (seine Worte) hatte.

Wir erkundigten uns, ob so etwas denn nicht anders ginge und ob das eigentlich legal sei, diese ganze Gülle im Bach. Die Antwort war: „Ja wie sollen wir es denn sonst machen?“ Im übrigen gehe uns das nichts an, wir sollen doch das nächste Mal nicht mehr ins Wallis kommen.

Heidi erstaunt diese illegale Handlung eines Walliser Bauern nicht, denn sie hat schon einige mehr oder weniger gleichlautende Geschichten gehört und Missstände selber erlebt, v.a. in Graubünden. Wie kommt es, dass ein Bauer einen Schieber zum Bach hat?

Das Gesetz

Gewässerschutzgesetz, Art. 3 Sorgfaltspflicht: Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.

Gewässerschutzgesetz, Art. 6 Grundsatz, Ziff. 1: Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.

Bereits seit 1992 schreibt das Gewässerschutzgesetz, Art. 15, Ziff. 2 vor, dass Hofdüngeranlagen regelmässig von der zuständigen kantonalen Behörde zu prüfen sind. Der Bund hat die Oberaufsicht.

Konkret heisst dies, dass alle etwa 10 Jahre (in der Nähe von Grundwasserfassungen alle 5 Jahre) Folgendes zu prüfen ist: korrekte Lagerung von Gülle und Mist, Lagerkapazität, Dichtigkeit Güllengrube, korrekte Entwässerung der Hofabwässer.

Der mangelnde Vollzug

Bildlegende: GRÜN: Diese Kantone kontrollieren; GELB: Kontrolle neuerdings angelaufen; BRAUN: keine Kontrolle, keine systematische Kontrolle oder keine Antwort auf die Anfrage von saldo 2016.

Bildlegende: GRÜN: Diese Kantone kontrollieren; GELB: Kontrolle neuerdings angelaufen; BRAUN: keine Kontrolle, keine systematische Kontrolle oder keine Antwort auf die Anfrage von saldo 2016.

Die Gewässerschutzgesetzgebung wird in vielen Kantonen betr. Landwirtschaft einfach ignoriert. Davon zeugen nicht nur zahlreiche Artikel von Heidi mit aussagekräftigen Fotos, sondern über Missstände wird immer wieder in den Medien berichtet.

Die Kontrolle der Hofdüngeranlagen hat saldo 2016 unter die Lupe genommen und unter dem Titel Bauern bauen Mist – Behörden schauen weg berichtet. Heidi hat Fakten aus diesem Artikel herausgenommen und eine anschauliche Liste erstellt. Daraus ist ersichtlich, dass die Hofdüngeranlagen in einigen Kantonen gar nicht geprüft werden bzw. die Prüfung erst angelaufen ist. Daran dürfte sich in der Zwischenzeit kaum viel geändert haben!

Heidis Fazit: Wo die Behörden nicht hinschauen, da schalten und walten die Bauern beliebig. Und viele Behörden wollen gar nicht hinschauen!

Nachtrag vom 7.8.19: Im Kanton Wallis werden, gemäss Aussagen des Amts für Umwelt, die Hofdüngeranlagen von Neubauten geprüft. Der Gewässerschutz bestehender Anlagen wird regelmässig im Rahmen der Kontrollen überprüft. Das Amt wird den aktuellen Fall untersuchen.

Bauern bauen Mist – Behörden schauen weg: Viele Bauern ­verstossen mit ihren Misthaufen und Güllegruben gegen das Gewässerschutzgesetz. Das zeigen Kontrollen im ­Kanton Thurgau. Doch andere Kantone ­kontrollieren kaum. Eric Breitinger, saldo 4/2016 vom 2.3.16

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Fortschritt Mähtechnik: Von der Effizienz des Tötens von Kleinlebewesen

5. August 2019
Im Gegensatz zum Mähen mit Fadenmähern und Tellersensen überleben beim Mähen mit der Sense sehr viel mehr Kleintiere diesen Eingriff, und auch die Pflanzen werden schonend geschnitten und nicht abgerissen. Foto: Heidi, Text: WWF, Naturschonende Umgebungspflege mit der Sense.

Im Gegensatz zum Mähen mit Fadenmähern und Tellersensen überleben beim Mähen mit der Sense sehr viel mehr Kleintiere diesen Eingriff, und auch die Pflanzen werden schonend geschnitten und nicht abgerissen. Foto: Heidi, Text: WWF, Naturschonende Umgebungspflege mit der Sense.

Leserbrief: Vor zwei Tagen musste ich weinend nach Hause; zu dritt in einem Monstertempo haben die Bauern gemäht; auf der heissen Strasse noch ein einzelner Heugümper, der sich gerettet hatte. Was nützt mir die Biodiversität auf dem Balkon, wenn  „meine“ Insekten unten auf den Wiesen zu Tode gemäht werden? Gemäht wird häufig mit Monster-/Turbo-Mähmaschinen: bei Bauern alle 4 Wochen, bei Liegenschaftsverwaltungen alle 2 Wochen.

Einfluss der Mähtechnik auf die Artenvielfalt

Wenn es um den Verlust an Biodiversität in der Landwirtschaft geht, dann werden meist nur die Pestizide und der Stickstoffeintrag aufgeführt. In Wiesen hat die Mähtechnik einen wesentlichen Einfluss auf das Überleben der Fauna. Im Siedlungsgebiet wird v.a. über Lärm und Rasenroboter diskutiert.

Zitat aus der Homepage der „Sensengruppe“: „Früher wurden die Wiesen mit der Sense gemäht, um Futter für die Tiere zu gewinnen. Dann wurde der Balkenmäher entwickelt, damit konnte ein Einzelner in kurzer Zeit eine grosse Fläche mähen. Für die Biodiversität der Wiese war diese Entwicklung keine grosse Beeinträchtigung, das Schnittgut liess man trocknen, die verschiedenen Gräser und Kräuter konnten sich versamen und die meisten Insekten und Kleintiere überlebten.

Heute bewegen sich riesenhafte Maschinen über monotone Futtergraswiesen – in wenigen Jahren vermutlich GPS-gesteuert und selbstfahrend – und spucken hinten weiss verpackte Siloballen aus mit allem drin, was vorher noch auf der Wiese herumhüpfte. Den ökonomischen Gewinn bezahlt die ursprüngliche Biodiversität.“

Schutz der Bienen

Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt in Tänikon (TG) untersuchte schon in den 1990er Jahren den Einfluss des Mähens auf das Überleben der Bienen und formulierte Empfehlungen für die Praxis. Den grössten Einfluss auf die Bienenverluste hat der Aufbereiter. Rotationsmähwerke ohne integrierten Aufbereiter verursachen praktisch keine Verluste an toten und verletzten Bienen. Die Autoren der Studie beurteilen die von ihnen formulierten Empfehlungen zur Vermeidung von Schäden in grösserem Ausmass an Bienen als zumutbare Einschränkung für die Bauern.

Merkblatt agridea: Erntetechnik und Artenvielfalt in Wiesen

Agridea hat in Zusamenarbeit mit den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten 2011 ein Merkblatt verfasst mit dem Ziel, die Schäden durch die Ernte zu senken. Zitat: „Die Schlagkraft der heutigen Mechanisierung ist hoch. Mit Rotationsmähwerken und Mähaufbereitern können grosse Flächen innert kurzer Zeit geschnitten werden. Kreiselmäher mit Aufbereiter kommen vermehrt auch im Berggebiet zum Einsatz. Nachfolgende Ernteschritte, wie z. B. zetten, schwaden, aufladen oder ballen, werden ebenfalls mit grossen schweren Geräten durchgeführt. Nun liegen neue Erkenntnisse zu den direkten Auswirkungen der modernen Erntetechnik vor.“ Diese werden dazu verwendet, Empfehlungen zur Schonung von Kleintieren abzugeben.

Besonders schädlich sind die Schlegelmulchgeräte, die in im Obst- und Weinbau, in Wiesen und bei der „Pflege“ von Strassenrändern, Böschungen usw. eingesetzt werden. Es werden vor allem Tiere in der Krautschicht, aber auch Tiere in Bodennähe angesaugt. Werden sie von Schlegelmulchgeräten erfasst, haben sie keine Chance zu überleben. Die Verluste betragen 35 bis 100 %. Auch Rotationsmähwerke mit Aufbereiten töten viele Kleinlebewesen.

Wiesenpflege im Siedlungsraum mit der Sense

Die perfektionierte Mechanisierung, die in der Intensivlandwirtschaft ökonomisch notwendig zu sein scheint, muss auf den Grünflächen im Siedlungsraum nicht zwingend, in kleinerem Massstab, ihre Fortsetzung finden. Die „Sensengruppe“ findet, dass im Siedlungsraum Unterhaltsarbeiten mit der Sense einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität leisten können.

Die Sensengruppe wurde anlässlich eines Sensenkurses vom 1.7.13 auf dem Quartierhof Wynegg in Zürich gegründet. Ihre aktuellen Einsatzgebiete sind im Menu der Homepage „Sensengruppe“ unter Projekte beschrieben. Eine Ausweitung der Tätigkeit auf weitere Gebiete ist vorderhand aufgrund der Kapazität der Mitglieder nur beschränkt möglich. Dies ist aber erwünscht und kann schrittweise mit zunehmender Mitgliederzahl erfolgen.

Petition «Naturschutz statt Naturputz»

Am 4.2.19 wurde der Gemeinde Horgen die Petition «Naturschutz statt Naturputz» übergeben. Die Petition bezweckt die Förderung der Artenvielfalt in Horgen-Hirzel.

  • Die Gemeinde muss Vorbild sein. Sie trägt die Verantwortung für eine naturnahe Pflege der gemeindeeigenen Grünflächen.
  • Wir fordern naturnahe Pflegemassnahmen zur richtigen Zeit nach einem Pflegeplan.
  • Die mit der Pflege betrauten Personen müssen für den naturnahem Unterhalt ausgebildet sein.

Immer wieder werden Wiesenflächen, Krautsäume an Wegrändern, Bachgehölze und Hecken vom Strasseninspektorat oder von beauftragten Gartenbaufirmen zum falschen Zeitpunkt gemäht oder massiv zurückgestutzt. Für die Erhaltung der Artenvielfalt ist es wichtig, dass diese Flächen in den Sommermonaten als Rückzugsorte und Nahrungsgrundlage für verschiedene Tiere stehengelassen werden.

Von Sensen, Dengelhämmern und Arbeitsgesängen

Hansjörg von Känel redet von der Ruhe des Mähens mit der Sense.

Hansjörg von Känel redet von der Ruhe des Mähens mit der Sense.

Er prägt die Schweizer Wildheuwirtschaft ebenso wie den Schwendfeldbau im östlichen Himalaya: Der Steilhang. Der Arbeit im abschüssigen Gelände widmet sich eine Ausstellung im Völkerkundemuseum der Universität Zürich (bis 19.1.20). Präsentiert werden Geräte und Klanglandschaften, die von einer gefährlichen, anspruchsvollen und zugleich faszinierenden Lebenswelt erzählen.

An der Veranstaltung vom 21.7.19 ZuHören im Steilhang und Mähen mit Sense erklärte Hansjörg von Känel aus Gunzwil (LU) alles rund ums Mähen mit der Sense. Das gleichmässige Mähen mit einer gutgeschliffenen Sense sei leicht und beruhigend, so dass diese Tätigkeit auch bei gestressten Leuten oder solchen mit Burnout gefragt sei, erzählte Hansjörg.

Artenvielfalt fördern

Im Zeitalter von Effizienz, Geldhunger und Wachstum werden v.a. die kleinen Lebewesen „übersehen“. Kaum ein Heugümper flieht mehr vor dem Schuh mit dem wir eine Wiese betreten. So muss es nicht sein! Mit einigen Massnahmen kann das Massentöten wenigstens reduziert werden.

Der technische Fortschritt ist ein Biodiversitäts-Rückschritt.

Mähtechnik und Artenvielfalt, Merkblatt agridea

Bienenverluste beim Mähen mit Rotationsmähwerken, Agrarforschung 8 (5): 196-201, 2001

„Sensengruppe“

Naturschonende Umgebungspflege mit der Sense, Dokumentation WWF

Lebensraum Burghölzli, WWF-Projekt

Biodiversität: Das Wichtigste in Kürze, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Von Sensen, Dengelhämmern und Arbeitsgesängen, Ausstellung im Völkerkundmuseum Zürich

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Respektlos gegenüber der Natur

4. August 2019
Aussichtspunkt auf einer Alp: Auf einem Bänkli sitzend schaute Heidi den Schmetterlingen zu, lauscht dem Rauschen des Baches ... und sah mehrere Lebensmittelverpackungsteile. Auf diesem Foto sind drei zu sehen. Wer findet Sie? Eigentlich nicht der Rede wert, verglichen mit belebteren Orten, aber trotzdem ärgerlich! Littering ist nur in einzelnen Kantonen und Gemeinden strafbar.

Aussichtspunkt auf einer Alp: Auf einem Bänkli sitzend schaute Heidi den Schmetterlingen zu, lauscht dem Rauschen des Baches … und sah mehrere Lebensmittelverpackungsteile. Auf diesem Foto sind drei zu sehen. Wer findet Sie? Eigentlich nicht der Rede wert, verglichen mit belebteren Orten, aber trotzdem ärgerlich! Littering ist nur in einzelnen Kantonen und Gemeinden strafbar.

«Unter aller Sau, traurig, respektlos»: Wenn Grillabfall, Plastik und Shishas in der Ostschweizer Natur liegengelassen werden, Tagblatt vom 3.6.19

Litteringgesetz im Aargau Abfallsünder zahlen neu 300 Franken Busse, SRF vom 14.5.19

Getarnte Polizisten lauern auf Abfallsünder, 20minuten vom 21.5.19

Littering, Bundesamt für Umwelt (BAFU)

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Verschmutzung: Kein Fluss in England ist zum Baden sicher

3. August 2019
London: Die Themse vor 50 Jahren.

London: Die Themse vor 50 Jahren.

Das Schwimmen in Flüssen ist beliebt. Zehntausende Menschen baden während der Hitzewelle in ländlichen Flüssen und Teichen. Eine Untersuchung der Times hat jedoch ergeben, dass Flüsse in England nicht ausreichend getestet wurden. Die Wasserqualität von 86% der Gewässer liegt unter dem ökologischen Standard der EU, der Mindestschwelle für ein gesundes Gewässer, gegenüber 75% vor einem Jahrzehnt.

Gefährliche Schadstoffe haben ihren höchsten Stand seit Beginn der modernen Beprobung erreicht und es gibt keinen Fluss im Land, der jetzt als sicher eingestuft ist, denn Stürme überlasteten das Abwassernetz, was dazu führte, das ungeklärtes Abwasser in die Gewässer gelangte.

Starkregen und Abwasserreinigungsanlagen in der Schweiz

Auch bei uns ist nach heftigen Niederschlägen damit zu rechnen, dass Abwasserreinigungsanlagen (ARA) die grosssen Wassermengen nicht aufnehmen können und ungeklärtes Abwasser in Bäche und Flüsse gelangt.

Zitat aus eawag-Dokumentation: „Die Abwasserreinigungsanlagen sind aus wirtschaftlichen Gründen darauf ausgelegt, durchschnittlich grosse Abwassermengen zu klären. Beim im deutschsprachigen Raum dominierenden Mischsystem (Abwasser und Regenwasser werden gemeinsam gefasst) übersteigen bei Regenwetter die Abwassermengen daher die Kapazitäten der ARA, und es kommt zu ungeklärten Überläufen in Flüsse und Seen. Wie kritisch die Lage ist, zeigen Erhebungen, die den Anteil der unbehandelt eingeleiteten Abwassermenge auf zwanzig Prozent schätzen.“

Die Stebatec AG hat sich daher bereits vor Jahren darauf verlegt, die Abwassersysteme mit betrieblichen Massnahmen zu optimieren. Eine intelligente Bewirtschaftung der Abwasseranlagen reduziert Überläufe, nutzt das Speichervolumen im Kanalnetz optimal aus und sichert die hydraulische Auslastung der Kläranlage.

Die Anpassung der Kläranlagen an hohe Abflussmengen ist umso wichtiger, als vermutlich in Zukunft wegen der Klimaerwärmung häufiger mit Starkregen zu rechnen ist und immer mehr Flächen versiegelt werden.

Zudem ist allgemein empfehlenswert, unterhalb von ARAs nicht zu baden, da die Anlagen nicht alle Schadstoffe herausfiltern können und man mit deren Verdünnung im Gewässer rechnet.

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Alaska: Heidis Beitrag zum 1. August 2019

1. August 2019
Beobachten Sie das Abschmelzen eines Gletschers! In Seward, Alaska, schmilzt der Exit Glacier mit hoher Geschwindigkeit. Der lokale Reiseführer Rick Brown erklärt das Geschehen. Copyright: Raphael Rogers, Paul Rennick.

Beobachten Sie das Abschmelzen eines Gletschers! In Seward, Alaska, schmilzt der Exit Glacier mit hoher Geschwindigkeit. Der lokale Reiseführer Rick Brown erklärt das Geschehen. Copyright: Raphael Rogers, Paul Rennick.

Wissenschaftler nutzten eine alte Technologie, um herauszufinden, wie Gezeitengletscher (Gletscher, die im Ozean enden) unter Wasser schmelzen. Ihre Ergebnisse sind verblüffend: Alaskas Gezeitengletscher schmelzen 100-mal schneller als ursprünglich angenommen.

Zitat am Ende des Films:

“There is a pleasure in the pathless woods,
There is a rapture on the lonely shore,
There is society where none intrudes,
By the deep Sea, and music in its roar;
I love not Man the less, but Nature more.“

Lord Byron, Childe Harold’s Pilgrimage

Die Studie wurde am 26.7.19 in Science veröffentlicht und am 25.7.19 im National Geographic vorgestellt.

Direct observations of submarine melt and subsurface geometry at a tidewater glacier, Science, 26.7.19

Alaskan glaciers melting 100 times faster than previously thought, Jenny Howard, National Geographic, 25.7.19

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Gewässerverschmutzung: Was tun?

26. Juli 2019

Am 11.6.19 sah jemand Schaum im Dorfbach von Bütschwil SG. Zuvor war gegüllt worden. „Ist Gülle in den Dorfbach geflossen?“, fragte sich die Beobachterin. Ein kleines Wehr staut den Bach. Das Seelein war mit Schaum bedeckt. Unterhalb der Staumauer schäumte es ebenfalls. Der Dorfbach soll schon öfters verschmutzt gewesen sein und es heisst, dass der für das Wehr zuständige Mann in einem solchen Falle das Wasser schnell ablaufen lässt, damit man nichts sieht. Heidi hat das nicht recherchiert, möchte aber die Fotos von der Verschmutzung zeigen und erklären, wie man Anzeige erstattet. Personen, die solche Vorfälle melden, werden oft nicht ernst genommen; man muss dann insistieren.

Fotos vom 11. Juni 2019

Schaum im Seelein ob der Staumauer des Bütschwiler Dorfbachs. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum im Seelein ob der Staumauer des Bütschwiler Dorfbachs. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Schaum unterhalb der Staumauer. Copyright: anonyme Beobachterin.

Die Beobachterin erkundigte sich beim Schweizer Bauernverband (SBV), schickte obige Fotos. Die Antwort: „Die bräunliche Verfärbung ist die Folge der heftigen Niederschläge, die wir gestern und in der Nacht hatten. Dann wird jeweils Erde vom Flussufer ab- und mitgeschwemmt, welche das Wasser trüb werden lässt. Dieses Phänomen sehen sie bei jedem Fliessgewässer nach heftigen Gewittern. Auch die Schaumbildung kann verschiedene Ursachen haben. Ausser abgeschwemmter Gülle können auch Tenside (aus Waschmitteln oder anderen Reinigungssubstanzen) aus Haushalt oder Industrie die Ursache sein. Diese können bei Starkregen fast von überall her abgeschwemmt werden. Um es genau zu wissen, müsste man eine Probe nehmen und einem Labor einschicken. Bei einer Gefährdung der Umwelt kann das kantonale Umweltamt benachrichtigt werden.“

Heidi ist erstaunt, dass der SBV lediglich aufgrund der Fotos die Ursache der bräunlichen Verfärbung sicher beurteilen kann, denn die Farbe könnte genauso gut von Gülle stammen, die abgeschwemmt wurde oder durch Drainageröhren in den Bach gelangte, meint Heidi, und Erde wird auch zusammen mit Dünger und allenfalls Pestiziden, aus Ackerland abgeschwemmt, besonders dort, wo auf abgeerntete Äcker gegüllt wird, wie Heidi immer wieder beobachtet, auch dieses Jahr. Natürlich gibt es noch weitere Quellen für bräunliches Wasser, etwa Abfluss aus einem Moorgebiet.

Schleierhaft ist für Heidi auch die Aussage, dass Tenside aus Haushalt oder Industrie bei Starkregen „fast von überall her abgeschwemmt werden können“?! Es ist typisch für den SBV, dass bei Problemen systematisch auf alternative Quellen abgelenkt wird, statt dass die Ursachen der landwirtschaftsinternen Probleme angegangen werden. Es gibt tatsächlich noch mehr Ursachen von Schaumbildung, die vom SBV unerwähnt bleiben, etwa durch natürliche Saponine von Pflanzen, z.B. Flutender Hahnenfuss (siehe Der Rheinfall hat sich verändert, Heidis Mist vom 25.6.11), weitere natürliche Schaumbildner (siehe Schaumbildung in Gewässern, Landesagentur für Umwelt- und Klimaschutz, Bozen, Südtirol).

Was tun bei einer Gewässerverschmutzung

Wenn Sie eine massive Gewässerverschmutzung sehen, dann rufen Sie die Polizei. Folgende Informationen sind wichtig:

  • Wann ist es geschehen (Datum, Uhrzeit)?
  • Wo ist es geschehen (Gemeinde, Ortsbeschreibung)?
  • Wie ist das Wetter (Temperatur, Regen, Schnee)?
  • Allenfalls: Wie ist der Boden (gefroren, nass, schneebedeckt)?
  • Wenn möglich fotografieren.
  • Wenn möglich eine Probe nehmen.

Sie können auch direkt ein Amt für Umwelt beiziehen. Die Gemeindebehörden sind oft zu wenig kompetent und, je nach Ort oder Kanton, schubladisieren sie gerne solche unangenehmen Geschäfte. Sparen Sie sich Kosten für das Analysierenlassen von Wasserproben wie es der SBV erwähnt („Um es genau zu wissen, müsste man eine Probe nehmen und einem Labor einschicken“). Dies ist nämlich die Aufgabe von Behörden, die wir mit Steuern finanzieren. Zudem besteht das Risiko, dass diese Analyse vom Urheber der Verschmutzung nicht anerkannt wird.

Fotos vom 13. Juni 2019

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Zwei Tage nach dem Güllen bzw. Regen. Copyright: anonyme Beobachterin.

Foto vom 16. Juni 2019

Am Morgen des 16.6.19 war das Wehrbecken komplett leer; die Beobachterin hatte kein Handy dabei. Später füllte es sich wieder. Copyright: anonyme Beobachterin.

Am Morgen des 16.6.19 war das Wehrbecken komplett leer; die Beobachterin hatte kein Handy dabei. Später füllte es sich wieder. Copyright: anonyme Beobachterin.

Fotos vom 21. Juni 2019

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Weisser Schaum im Bach. Copyright: anonyme Beobachterin.

Kurz vor dem grossen Gewitter wurde wieder Gülle ausgebracht und der Dorfbach war wieder veschmutzt, obwohl das Wehr schon seit Tagen offen war und das Wasser nonstop abläuft.

Heidis Empfehlung

Heidi empfiehlt der Beobachterin, bei einer weiteren Gewässerverschmutzung sofort die Polizei zu rufen, damit die Ursache(n) dieser Verschmutzungen einwandfrei gefunden werden können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Gemeinde Informationen zu den Vorfällen beisteuern kann, da sie die Örtlichkeiten kennt. Im Nachhinein ist es schwierig, der Verschmutzung auf den Grund zu gehen.

Für das Güllen gibt es keine einheitliche Empfehlung, da die Gefahr von Verschmutzungen (Luft, Wasser) je nach Wetter und Situation unterschiedlich ist, siehe Güllen wenn’s regnet, Heidis Mist vom 28.7.11.

Nachtrag: 28.7.19

Trotz der Niederschläge war der Dorfbach in Bütschwil am Morgen des 28.7.19 optisch sauber.

24.7.19 HOME

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2019 – Start einer weiteren Vertiefung und Verbreiterung der Elbe-Fahrrinne.

24. Juli 2019

Dr. Ludwig Tent mit Bundesverkehrsminister Scheuer

Die Infrastrukturen werden überall ausgebaut. Wir zahlen. Immer mehr, immer weiter. Wie lange erträgt unsere Erde die Folgen dieses Tuns noch? In diesem Fall: Die Elbe ist schon heute über Kilometer ein Fluss ohne Sauerstoff, ein toter Fluss. Das kann auch die Elb(phil)harmonie nicht ausgleichen!

Dazu hat Heidi den folgenden Artikel von Osmerus (Dr. Ludwig Tent) in Wedel an der Elbe „gerebloggt“ oder wie sagt man das wohl auf Deutsch? Zum Lesen des ganzen Artikels am Schluss den Link zu Osmerus nutzen!

Osmerus' Blog

Aus dem gesamten Bundesgebiet waren offizielle Gäste von der Wasserstraßenverwaltung des Bundes nach Wedel geladen. Es ging auf`s Schiff, um die neue Elbvertiefung, vor allem aber auch -Verbreiterung der Fahrrinne „anzuläuten“.

Da wollte ich als alter Elbe-Mann – wenn ich schon nicht auf`s Schiff durfte – mindestens mal vom Ufer aus gucken.

Blick über Wedels „Sandstrand“ Richtung Willkommhöft.

Da liegt ein Ausflugsdampfer am Willkommhöft – startet dort die Fahrt?

Hohe Polizei-Präsenz – Angst davor, dass der fast noch neue Anleger im Schulauer Hafen geklaut wird?

„Sandstrand Wedel“ – über die Ursache, wieso der Sand geklaut wird und wer das macht, hört man komischer Weise nix.

Fast könnte man meinen, „Die Fahrrinnentiefe plus Schwall und Sunk der Großschiffe sind`s“ wird zurückgehalten, um den Start dieser weiteren Elbvertiefung nicht zu stören.

Am Willkommhöft, dieses Boot durfte nicht auf die Elbe – Sicherheitsbedenken.

Weil`s so zutrifft – andere Bootsseite.

Willkommhöft, Blick seewärts –…

Ursprünglichen Post anzeigen 361 weitere Wörter

Saftender Misthaufen im Engadin

23. Juli 2019

Saftender Misthaufen in Cinuos-chel-Brail. Copyright: Ferdinand K.

Liebe Heidi
Deinen Einsatz für die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative finde ich super. 
Damit dabei auch der Mist nicht zu kurz kommt, sende ich dir wieder einmal ein (leider nicht untypisches) Bild einer Dorfansicht: Cinuos-chel-Brail, Mistlager ca. 75 m vom Innufer entfernt.
Grüsse aus dem Engadin
Ferdinand

Lieber Ferdinand

Danke für das „schöne“ Bild. Wie du schreibst, ist dies längst nicht der einzige illegal gelagerte Mist. Informationen zur korrekten Lagerung: Mist-Zwischenlager auf dem Feld.

23.7.19 HOME

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Ernst Bromeis: „Schafft Plastikwasserflaschen-freie Zonen!“

20. Juli 2019

Ernst Bromeis schwimmt im Baikalsee für seine Mission, den Gebrauch von Plastikflaschen zu reduzieren. Machen Sie mit! Füllen Sie Hahnenwasser ab, z.B. in eine Gorilla MIZU Wasserflasche der Schtifti Foundation – Gesundheitsförderung von Jungen für Junge.

Bottle Free Challenge, Hashtag #bottlefreezone

London baut Trinkbrunnen, um Plastik zu vermeiden, Siegfried Gendries, Lebensraum Wasser / Der Wasserblog

20.7.19 HOME

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Der Präsident des Bauernverbands und seine Kleider

16. Juli 2019
NaNa: "Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht ....."

NaNa: „Ich habe in TELEZÜRI das Gespräch mit Franziska angeschaut und gedacht …..“

Heidi hat diese Sendung auch gesehen. Gefunden hat sie den Link zu Talk täglich mit Franziska Herren, Initiantin Trinkwasserinitiative, und Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbands, bei der Initiative für sauberes Trinkwasser unter News -> Nachrichten. Dort gibt es immer wieder Interessantes.

Aufgefallen ist Heidi einmal mehr wie Markus Ritter oft nur die halbe Wahrheit sagt, etwa dass an 98% der Grundwasserfassstellen der Anforderungswert für Pestizide eingehalten wird, kein Wort von den elf Abbauprodukten, welche an 20% der Messstellen in Konzentrationen über dem Anforderungswert von 0,1 µg/l nachgewiesen werden. Heidi meint: „Pestizide gehören nicht ins Grundwasser, auch nicht in Konzentrationen unter dem Grenzwert!“

Oder die Lüge, dass heute schon der prophylaktische Einsatz von Antibiotika verboten sei. Richtig ist, dass die Bauern Antibiotika für den prophylaktischen Einsatz und kritische Antibiotika nicht mehr einfach im Schrank haben dürfen, alle übrigen schon. Das ist fragwürdig!

Leserbrief von Heiri: Die Karikatur von NaNa über den Präsidenten ist sehr gut gelungen, er präsentiert sich wirklich genau so. Seine Aussagen werden immer mehr zu einem Image Problem für die Biobauern, er ist Biobauer und sagt das auch immer wieder.

Vielleicht kann Heidi noch etwas präzisieren betreffend Antibiotika auf Biobetrieben:

Trinkwasser-Initiative. TELEZÜRI vom 1.7.19

Die Bauern haben Angst … SBV-Nebelpetarde Grundwasser, Heidis Mist vom 6.6.19

Die täglichen Lügen: prophylaktischer Antibiotikaeinsatz beim Tier, Heidis Mist vom 7.2.18

Sachgemässer Antibiotikaeinsatz, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen 23.4.19

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