Der Auenboden ist Boden des Jahres 2020

4. Dezember 2019
Zum Vergrössern klicken Sie auf das Bild. Copyright: AFU Kanton Solothurn.

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Medienmitteilung der Bodenkundlichen Gesellschaft der Schweiz (BGS).

Anlässlich des Weltbodentags vom 5. Dezember 2019 ernennt die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS) den Auenboden zum Boden des Jahres 2020. Auenlandschaften sind faszinierende, vielfältige Lebensräume, welche für viele Tier- und Pflanzenarten von grosser Bedeutung sind.

Auenböden befinden sich in Flusstälern, die im natürlichen Zustand sehr dynamische Naturräume sind. Periodische Hochwasser führen zu einem Wechsel von Ablagerung und Erosion von Sedimenten. Auenböden charakterisieren sich durch die Wechsellagen verschiedener Ablagerungsschichten. Durch die Häufigkeit der Überschwemmungen kann sich kein Oberboden ausbilden. Der Fluss ändert häufig seinen Lauf und überschwemmt Flächen, die zuvor trocken waren. Diese Dynamik erzeugt eine grosse Vielfalt an Arten und Lebensräumen, die einem ständigen Wandel unterworfen sind.

Früher wurden Flüsse begradigt und eingedämmt, um Siedlungen zu schützen und die fruchtbaren Auenböden zu bewirtschaften. So wurden seit 1850 70% der Auen zerstört. Diese aussergewöhnlichen Naturräume werden heute teilweise durch Revitalisierungen wiederhergestellt.

Ort: Schacheninsle Villnachern (AG) auf 340 m ü. M.

Ort: Schacheninsle Villnachern (AG) auf 340 m ü. M. Der Auenboden liegt auf einer Insel im Auengebiet der Aare. Die häufigen Störungen durch Überschwemmungen führen dazu, dass sich nur im Ansatz ein Oberboden entwickelt. Das Material ist locker geschüttet und kann von Pflanzenwurzeln gut erschlossen werden. Das angeschwemmte Material ist kalkhaltig, der Boden daher basisch. Der Grundwasserspiegel liegt unterhalb 1,2 m unter Terrain. Copyright: Gabriela Brändle, Michael Wernli, Roman Berger

Eine typische Bodenabfolge in einem Auengebiet beginnt in dem mehrmals pro Jahr überschwemmten Flussbett mit einem nur ganz schwach entwickelten, geschichteten Auenboden unter einer gehölzfreien Aue. Auf Auenterrassen sind die Standortsbedingungen stabil genug, dass sich trotz der Hochwasser, die dort jährlich oder seltener auftreten, ein Pionierwald entwickeln kann. In dieser Lage findet man in der Regel Böden des Bodentyps Fluvisol, immer noch schwach entwickelt aber mit einem meist schön ausgebildeten Oberboden. In den weiter vom Fluss entfernten Bereichen und auf den höher gelegenen Terrassen findet man schliesslich Böden des Bodentyps Braunerde. Durch chemische Verwitterungsprozesse ist dort über längere Zeit ein gut entwickelter, fruchtbarer Boden entstanden.

Auenboden unter gehölzfreier Aue

Copyright: AFU Kanton Solothurn.

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Das Flussbett wird mehrmals pro Jahr überschwemmt und durch das Wasser und Geschiebe umgestaltet. Hier gedeihen vorwiegend krautige Pionierpflanzen, die sich zwischen zwei Hochwasserereignissen rasch entwickeln und sich jedes Jahr neu ansiedeln können. Leider sind invasive Neophyten, also nicht heimische Pflanzen, auf diesen Flächen sehr konkurrenzstark und können alles überwuchern. Auch einzelne Weidengebüsche schlagen in den rohen Böden Wurzeln. Die Bodenentwicklung wird durch die Überschwemmungen regelmässig unterbrochen. So entsteht ein schwach entwickelter, geschichteter Auenboden mit oft sandiger Körnung und kaum erkennbarem Oberbodenhorizont.

Fluvisol unter Weichholzaue

Copyright: AFU Kanton Solothurn.

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Auf Auenterrassen sind die Standortsbedingungen stabil genug, dass sich trotz der Hochwasser, die jährlich oder seltener auftreten, ein Pionierwald entwickeln kann. Die Weichholzaue besteht aus Baumarten mit leichtem, weichem Holz wie Weiden oder Pappeln. Durch Humusanreicherung entsteht ein ausgeprägter, dunkler Oberboden. Bei grossen Überschwemmungen wird dieser überschüttet, und die Humusanreicherung beginnt von neuem. Bei solchen Böden ist meist noch eine deutliche Schichtung zu erkennen.

Grundwasserbeeinflusste Braunerde unter Hartholzaue

Copyright: AFU Kanton Solothurn.

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Die weiter vom Fluss entfernten Bereiche und die höher gelegenen Terrassen werden nur sehr selten überschwemmt, können aber durch das nahe Grundwasser beeinflusst sein. Hier entsteht nach Jahrzehnten ungestörter Vegetationsentwicklung eine Hartholzaue mit Ahorn und Ulmen oder gar Buchen, Eichen und Fichten. Chemische Verwitterungsprozesse wie Kalkauswaschung, Verbraunung und Verlehmung führen zu einem gut entwickelten, fruchtbaren Boden. Die ursprüngliche Schichtung ist, wenn überhaupt, nur noch schwach zu erkennen.

Boden des Jahres 2020: Der Auenboden

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Bauern verhindern Trinkwasserschutz: 20-Jahr-Jubiläum

29. November 2019
Nur in der Grundwasserschutzzone S1 dürfen keine Pestizide eingesetzt werden. Diese misst lediglich 10 m.

Nur in der Grundwasserschutzzone S1 dürfen keine Pestizide eingesetzt werden. Diese misst lediglich 10 m.

In den Jahren 1988/89 wurden über 17’000 Grundwasserproben auf 80 chemisch-synthetische Pflanzenschutz(PSM)-Wirkstoffe untersucht. In mehr als einem Drittel fand man PSM-Wirkstoffe. Bei einigen Wirkstoffen und Abbauprodukten überschritten die Werte den Anforderungswert für Grundwasser und den Toleranzwert für Trinkwasser.

Kurierend bzw. im Sinne des Vorsorgeprinzips gemäss Gewässerschutzgesetz wurde 1999 ein Verbot für den Einsatz von Gülle und Pestiziden in der Grundwasserschutzzone S2 erlassen. Diese Bestimmung hatte zum Zweck, für die Landwirtschaft gleichwertige Nutzungsbeschränkungen in der Zone S2 zu erlassen, wie sie für andere Akteure wie Bauwirtschaft und Gewerbe in dieser Zone gelten.

Konnte sich die Landwirtschaft mit dem Gülleverbot abfinden, so widersetzte sie sich dem Verbot der Anwendung von Pestiziden vehement.

Bauernprotest verhindert PSM-Verbot in der Grundwasserschutzzone S2

Aufgrund des Widerstands der Landwirtschaft setzte der Bundesrat das Anwendungsverbot von Pestiziden in der Grundwasserschutzzone S2 bis Ende 2000 aus. Er beauftragte das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/heute BAFU) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bis dann alle in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe im Hinblick auf ihre Mobilität und Abbaubarkeit sowie auf deren Anwendbarkeit in der Zone S2 zu bewerten. Daraus dürfte, so vermutet Heidi, die ominöse Liste Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel in der Grundwasserschutzzonen S2 bzw. S2 und Sh des BLW entstanden sein. Vor sieben Jahren waren es elf Wirkstoffe, heute sind es 26, also mehr als das Doppelte.

Ein allgemeines Verbot in der S2 gibt es bis heute nicht, obwohl ein solches 2001 nach der gründlichen Bewertung erneut als zweckmässig erachtete wurde.

Die „Erlaubnis“, Pestizide in der Grundwasserschutzzone S2 einzusetzen, ist eigentlich ein Verstoss gegen das Gewässerschutzgesetz. Von verschiedenen Seiten wird ein Verbot beharrlich gefordert, u.a. von den betroffenen Trinkwasserversorgern.

Verbot nötig und verhältnismässig

Vieles was heute rund um Pestizide und deren Zulassung heftig diskutiert wird, ist in der Publikation Keine Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser, gwa 12/2001, Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfachs bereits zu finden. Die darin enthaltenen Informationen zeigen, dass ein allgemeines Verbot von PSM in der Grundwasserschutzzone S2 nötig und auch verhältnismässig ist.

Zitate aus der Publikation gwa 12/2001:

  • Die Zone S2 umgibt die Trinkwasserfassungen als entscheidende Sicherheitszone: Die menschlichen Aktivitäten sind hier stark eingeschränkt. Innerhalb dieser Zone benötigt das versickernde Wasser weniger als zehn Tage, um zur Trinkwasserfassung zu gelangen.
  • Das Ausbringen von Gülle etwa kann zu mikrobiellen Belastungen führen. Nitratbelastungen sind vorwiegend auf Hof- und andere Dünger zurückzuführen.
  • Entgegen der landläufigen Vorstellung versickert Niederschlagswasser – und mit ihm die Verunreinigungen – im Boden nicht ausschliesslich gleichmässig und kontinuierlich, sondern gelangt teilweise über Makroporen wie Wurzel- und Wurmgänge oder Trockenrisse direkt ins Grundwasser. Dabei werden Schmutzstoffe weder vom Boden zurückgehalten, noch reicht die Zeit für einen chemischen oder biologischen Abbau aus. Ob Gülle, Dünger oder PSM – ein erheblicher Teil der ausgebrachten Stoffe kann auf diese Weise direkt ins Grundwasser gelangen.
  • Die Grundwasseranalysen 1988/89 zeigten: Bei einigen Wirkstoffen beziehungsweise Abbauprodukten überschritten die gemessenen Werte die Anforderungen für Grundwasser (0,1 μg/l) bzw. den schweizerischen Trinkwassertoleranzwert (0,1 μg/l).
  • Tatsächlich weisen jedoch verschiedene Wirkstoffe bereits in dieser Konzentration eine toxische Wirkung auf. Für solche Stoffe müssen die Anforderungen noch strenger angesetzt werden. Bei der Festlegung solcher Werte wird der Wirkstoff allerdings isoliert betrachtet. Notwendig wäre eine Gesamtbetrachtung, bei welcher additive und synergistische Effekte mit anderen Wirkstoffen sowie Additiven, Düngersubstanzen, Lösungsmitteln und Schwermetallen berücksichtigt würden.
  • Nur knapp ein Drittel der in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe kann überhaupt routinemässig analysiert werden. Selbst davon sind die wenigsten in systematische Überwachungsprogramme aufgenommen.
  • Schliesslich beeinträchtigen PSM die biochemischen Prozesse im Untergrund und verändern damit unter anderem die Selbstreinigungskapazität des Grundwassers.
  • Die betroffenen Flächen (Zonen S2) machen maximal ein halbes Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche des Kantons Bern aus.
  • Die Beurteilung und Bewertung der Pflanzenschutzwirkstoffe erfolgte aufgrund von Informationen, die zu jedem Wirkstoff in einer Datenbank erfasst und in Form eines Fact-Sheets dargestellt wurden. Als Basis dienten Literaturrecherchen sowie Angaben des BLW. Erstaunlicherweise waren vom zuständigen Bundesamt nur gerade zu einem Viertel aller Wirkstoffe entsprechende Angaben erhältlich.
  • PSM gehören nicht ins Grundwasser.
  • Wenn ein Wirkstoff wiederholt im Grundwasser nachgewiesen wurde, zeigt die Praxis, dass er einerseits mobil ist und andererseits nicht genügend schnell abgebaut wird und deshalb ins Trinkwasser gelangen kann. Die Anwendung in unmittelbarer Nähe einer Trinkwasserfassung ist somit äusserst fragwürdig. Wurde nach dem Wirkstoff jedoch gar nie gesucht, kann nicht ausgeschlossen werden, dass er bei der Anwendung in der Zone S2 in eine Fassung gelangen kann, und wird daher als sehr problematisch angesehen.
  • An die Zulassung von Wirkstoffen ist die Anforderung zu stellen, dass sie routinemässig nachgewiesen und so in generellen Überwachungsprogrammen erfasst werden können. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Wirkstoff grundsätzlich nicht zugelassen, sicher aber nicht in unmittelbarer Nähe von Trinkwasserfassungen eingesetzt werden.
  • Für jeden Wirkstoff müssen die Abbauprodukte (Metaboliten) bekannt und ebenfalls routinemässig analysierbar sein. Die Abbauprodukte dürfen zudem auf keinen Fall problematischer sein als der ursprüngliche Wirkstoff.
  • Erkenntnisse zum Gefährdungspotenzial von PSM könnten auch aus den Angaben zu den tatsächlich eingesetzten Mengen an Wirkstoffen gewonnen werden. Wirkstoff- und standortspezifische Angaben dazu sind aber für die Schweiz weder von den beteiligten Branchen (Industrie oder Handel) noch von den zuständigen Behörden in Erfahrung zu bringen. Zumindest bei den Landwirtschaftsbehörden müssten diese Informationen vorhanden sein, verlangen doch die Vorschriften zum ökologischen Leistungsnachweis eine exakte Buchhaltung über die eingesetzten Wirkstoffe. Die fehlende Kenntnis über die Einsatzmengen und -orte der einzelnen Wirkstoffe erschwert oder verunmöglicht gar die gezielte und effiziente Überwachung von PSM im Grundwasser.
  • Für 162 von 352 bewerteten und in der Schweiz zugelassenen PSM ist die Datenlage derart lückenhaft, dass eine abschliessende Beurteilung nicht möglich ist. Noch mehr, nämlich 184 Stoffe, sind auf Grund der Gesamtbewertung für eine Anwendung in der Zone S2 nicht geeignet.
  • Bei der Informationsbeschaffung hat sich gezeigt, dass für zahlreiche organisch-synthetische Wirkstoffe grundlegende Daten zu deren Eigenschaften und dem Umweltverhalten fehlen oder nicht zugänglich sind. Informationen über das Umweltverhalten, welche im Rahmen der Zulassungsbewilligung oder bei der Neubeurteilung der einzelnen Wirkstoffe zusammengestellt, aktualisiert und validiert werden, müssten jedoch allgemein zugänglich sein. Ist dies nicht der Fall oder sind die notwendigen Informationen zu den Umwelteigenschaften gar nicht vorhanden, müssten Wirkstoffe vom Markt genommen werden.
  • Das Totalverbot für den Einsatz von PSM in der Zone S2, ursprünglich als pragmatischer Ansatz gewählt, erweist sich auf Grund der detaillierten Bewertung nach wie vor als zweckmässig und, angesichts der limitierten betroffenen landwirtschaftlichen Nutzfläche, auch als verhältnismässig. Dies gilt umsomehr, als die Landwirtschaftspolitik Instrumente anbietet, welche gewährleisten, dass diese wenigen Flächen auch ohne den Einsatz biozider Mittel wirtschaftlich genutzt werden können.
  • Die Qualitätssicherung des Lebensmittels Trinkwasser erfordert eine stetige Überwachung. Eine wichtige Voraussetzung, dass diese Überwachung effizient und zielgerichtet erfolgen kann, ist die Kenntnis der im Zuströmbereich einer Trinkwasserfassung tatsächlich eingesetzten Wirkstoffe. Aufgrund der Buchführung im Zusammenhang mit dem ökologischen Leistungsnachweis könnten diese Informationen ohne grossen Aufwand erschlossen werden. Die Resultate aus der Überwachung von Grund- und Trinkwasserqualität sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse müssen in der Praxis des Gewässerschutzes in Zukunft unbedingt besser berücksichtigt werden. Dies erfordert auch eine periodische Neubeurteilung der Wirkstoffe.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich wenig grundsätzlich verändert. Und noch immer gibt es einen starken Widerstand gegen wirksame Massnahmen zum Schutze des Grund- und Trinkwassers. Es ist das Verdienst der zwei Pestizid-Volksinitiativen, dass die Fakten endlich auf den Tisch kommen und die Misstände breit diskutiert werden.

Aus den Erfahrungen lernen!

Schon zu häufig stuften die Behörden Pestizide falsch ein, kamen negative Auswirkungen erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten zum Vorschein. Die Verschmutzung des Grundwassers mit PSM war auch z.B. 2006 gross, siehe nachfolgend Graphik.

 

Heidi meint: 20 Jahre Missachtung des Vorsorgeprinzips sind genug! Ein allgemeines Pestizidverbot für die Grundwasserschutzzone S2 ist überfällig, und zwar sofort, denn die Pestizidinitiativen sehen eine lange Übergangsfrist vor.

 

Bundesrat gewichtet Freiheit der Bauern höher als Trinkwasserqualität, Heidis Mist 6.2.13

Keine Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser, gwa 12/2001, Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfachs

SVGW fordert Verbot von Pestiziden in der Grundwasserschutzzone S2, Heidis Mist 29.5.14

Keine Pestizide in der Grundwasserschutzzone S2, Heidis Mist 7.4.15

Naturschutzgebiet Bichwil – Skandal ohne Ende?

28. November 2019
Liebe Heidi Wir haben nichts zu fressen, wir werden zertrampelt. Wie können wir überleben, unserem Nachwuchs eine Zukunft bieten? Dein verzweifelter Froschkönig, Sprecher der Amphibien im Naturschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Foto 22.4.19

Liebe Heidi Wir haben nichts zu fressen, wir werden zertrampelt. Wie können wir überleben, unserem Nachwuchs eine Zukunft bieten? Dein verzweifelter Froschkönig, Sprecher der Amphibien im Naturschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Foto 22.4.19

Die Chegelwi(e)s in Bichwil ist ein Amphibienschutzgebiet von regionaler Bedeutung. Trotzdem weiden dort seit Jahren Alpakas. Der Alpakazüchter Adrian Brändle lagert zudem im ebenen Teil allerlei Unrat und Holz. Ein Grossteil des Bodens ist unbewachsen.

Die zuständige Gemeinde Oberuzwil hat, gemäss gut informierter Fachperson, noch keine Massnahmen getroffen, um die Zerstörung zu stoppen und das Naturschutzgebiet wiederherzustellen. Dies obwohl sie seit Jahren informiert ist, und zwar von verschiedenen Seiten.

Selbst die Rechtsverweigerungsbeschwerde des WWF hat noch keine Besserung gebracht.

Unrat und Weide bedrohen ein Naturschutzgebiet, Heidis Mist vom 3.5.19

Das BLV will nichts mit Bichwil zu tun haben! Heidis Mist vom 5.5.19

Der Fall Bichwil: Wenn Richter den Vollzug verhindern, Heidis Mist vom 15.5.19

Der Fall Bichwil: WWF reicht Rechtsverweigerungsbeschwerde ein, Heidis Mist vom 1.7.19

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! Heidis Mist vom 26.9.19

Der Fall Bichwil: Ein Skandal! (2) Neues Wappen Oberuzwil, Heidis Mist vom 1.10.19

Traumhafte Winterlandschaft im Berner Jura – doch was soll die Gülle auf dem Schnee?

26. November 2019
Am Montag, 18.11.19 wanderten wir durch diese wunderbare Schneelandschaft. Copyright: Julian P.

Am Montag, 18.11.19 wanderten wir durch diese wunderbare Schneelandschaft. Copyright: Julian P.

Liebe Heidi

An unserem ersten Ferientag im Berner Jura schneite es. Wir verbrachten einen faulen Tag bei meinem Bruder. Am Montag lockte uns die Sonne hinaus. Wir wanderten in dieser Bilderbuchlandschaft.

Am Mittwoch, 20.11.19, sahen wir einen Bauern beim Güllen mit Schleppschlauch. Copyright: Julian P.

Am Mittwoch, 20.11.19, sahen wir einen Bauern beim Güllen mit Schleppschlauch. Copyright: Julian P.

Was wir dann aber am Mittwoch und Donnerstag sahen, das schauderte uns: Ein Bauer brachte mit dem Schleppschlauch Gülle aus. Einfach über den Schnee! Das ist doch verboten. Ich schicke dir die Bilder. Mein Bruder meinte nur: „Dieser Bauer macht das jedes Jahr.“ Am Sonntag war der Schnee dann weg.

Am Donnerstag, 21.11.19, war schon eine grosse Fläche gegüllt, als wir hier vorbeikamen. Der Bauer war wieder am

Am Donnerstag, 21.11.19, war schon eine grosse Fläche gegüllt, als wir hier vorbeikamen. Der Bauer war wieder am Güllen. Copyright: Julian P.

Gülle am 21.11.19. Copyright: Julian P.

Gülle am 21.11.19. Copyright: Julian P.

Ich schicke dir die Fotos. Kannst du sie veröffentlichen? Wir ärgerten uns sehr. Jetzt zahlen wir doch für „umweltschonende“ Landwirtschaft – oder nicht?

Wir hoffen, dass das Wetter diese Woche noch einigermassen gut ist damit wir mangelnde Bewegung nachholen können.

Freundliche Grüsse

Julian

Am Sonntag, 24.11.19, war der Schnee geschmolzen. Man sieht noch die Fahrspuren. Copyright: Julian P.

Am Sonntag, 24.11.19, war der Schnee geschmolzen. Man sieht noch die Fahrspuren. Copyright: Julian P.

Lieber Julian, liebe Maja

Das sind nicht gerade schöne Ferienfotos!

Ihr hättet sofort die Polizei rufen sollen. Einheimische machen das meist nicht aus Angst vor Reaktionen, dem Frieden zuliebe oder weil man aufeinander angewiesen ist. Besonders in abgelegenen Gebieten.

Checkliste Polizeischule Ostschweiz

Auf Heidis Mist findet ihr unter „Grundlagen Links“ die Checkliste „Gülleaustrag und Mistlagerung“ der Polizeischule Ostschweiz. Diese ist zur Einschätzung der Lage gut geeignet. Ihr könnt sie auch der Polizei zeigen, wenn diese den Fall nicht rapportieren will, was leider allzu oft geschieht. Je nach Kanton wollen auch die Ämter nur handeln, wenn sie eine Polizeimeldung erhalten. Gerne schiebt man auch den Schwarzen Peter herum.

Was sagt das Gesetz?

Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) verbietet in Anhang 2.6 klar das Ausbringen von Gülle auf Schnee. Wenn es nur ganz wenig Schnee gewesen wäre oder eine kleine Fläche, dann hätte man ein Auge zudrücken können.

3.2.1 Stickstoffhaltige und flüssige Dünger

1 Stickstoffhaltige Dünger dürfen nur zu Zeiten ausgebracht werden, in denen die Pflanzen den Stickstoff aufnehmen können.

2 Flüssige Dünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn der Boden saug- und aufnahmefähig ist. Sie dürfen vor allem dann nicht ausgebracht werden, wenn der Boden wassergesättigt, gefroren, schneebedeckt oder ausgetrocknet ist.

Kürzlich hat mir ein Bauer geklagt, dass in seinem Kanton die ChemRRV nicht als „Gesetz“ anerkannt werde. Das fand ich dann schon ziemlich stark, obwohl ich einiges gewöhnt bin! Er klagte über Gülleaustrag auf Pufferstreifen, Ökoflächen und im Spätherbst auf Wintergetreide.

Karstgebiet: Risiko Gewässerverschmutzung hoch

Hinzu kommt, dass der Betrieb in einem Karstgebiet liegt, das heisst hier ist die Gefahr der Versickerung besonders gross. Sorgfältiges wirtschaften ist ein absolutes Muss. Durch Klüfte kann die Gülle unter Umständen leicht in Quellen oder ins Grundwasser gelangen. Daher muss Karstwasser in der Regel zur Verwendung als Trinkwasser einer einfachen Aufbereitung unterzogen werden (Filtration, Desinfektion, Belüftung). Zum besseren Schutz des Wasser in stark heterogenen Karstgebieten wurden die Grundwasserschutzzonen Sh und Sm geschaffen.

Grundwasserschutzzonen

Grundwasserschutzzonen

Freisetzung von Lachgas höher

Bei tiefen Temperaturen und wassergesättigtem Boden wird vermehrt Lachgas gebildet. Lachgas stammt grösstenteils aus der Landwirtschaft. Die Freisetzung kann reduziert werden, wenn die Düngung optimal an den Bedarf und den Standort angepasst wird. Im aktuellen Fall ist das eher ein Entsorgen von Gülle, denn eine Düngung! Lachgas ist ein Treibhausgas dessen Treibhauswirksamkeit 298-mal so gross ist wie die von CO2; es trägt somit zur Klimaerwärmung bei. Zudem ist Lachgas an der Zerstörung der Ozonschicht beteiligt.

Gemäss neuesten Nachrichten war der CO2-Ausstoss gesamthaft noch nie so hoch wie 2018.

Gewässerschutz: Weshalb sind Bussen und Direktzahlungskürzungen so selten?

Wieso kann ein Bauer über längere Zeit so wirtschaften? Fällt das keinem Amt auf? Keinem Beamten, keinem guten Bauern, der hier durchfährt? Sehen das nur Touristen wie ihr? Solche Missstände muss man abstellen!

Folgende Gründe können für die Missstände verantwortlich sein:

  • Niemand zeigt die Vergehen an.
  • Mangelnde Kenntnis der Gewässerschutzgesetzgebung.
  • Mangelnde Integration der Vorschriften im Unterricht der landwirtschaftlichen Schulen bzw. der Polizeischulen.
  • Der Bauer ist eine „wichtige“ Person, z.B. erzählte mir eine Beamtin, dass sie einen Bauern wegen Güllen zur Unzeit verzeigt hatte. Was sie nicht wusste, das war: Der Bauer ist Alt-Nationalrat. Dieser wusste sehr wohl sich zu wehren. Er ging zum Kollegen Regierungsrat und schwups war die Anzeige im Eimer und die Beamtin frustriert.
  • Ein weiteres Hindernis ist die Feststellungsverfügung. Ich habe dies ausführlich erklärt im Artikel Ein Teufelskreis behindert den Gewässerschutz-Vollzug: Die Feststellungsverfügung! Eine Feststellungsverfügung oder Strafanzeige ist eine aufwändige Angelegenheit. Mehrere Fälle können ein Amt regelrecht lahmlegen. Die Ressourcen der Kantone sind knapp, werden immer knapper, d.h. die BeamtInnen gehen solchen Fällen oft gar nicht erst nach.

Trotzdem werde ich den Fall dem zuständigen Amt melden, da diese Güllerei kein Einzelfal ist, sondern Jahr für Jahr vorkommt.

Ich wünsche euch noch eine ungetrübte Ferienwoche und grüsse herzlich

Heidi

Wegleitung Grunwasserschutz, Bundesamt für Umwelt

Grundwasser als Trinkwasser, Bundesamt für Umwelt

Nährstoffe und Verwendung von Düngern in der Landwirtschaft, Vollzugshilfe Bundesamt für Umwelt

Erläuterungen zur Hydrogeologischen Karte der Schweiz

Treibhausgase, Lachgas, Bayerisches Landesamt für Umwelt

Co2 auf Rekordwert, Schweizer Bauer 25.11.19

Pestizidfreier Alp-Christbaum

24. November 2019
Bauer Fritz schneidet Christbäume auf seiner Alp. Copyright: Bauer Fritz.

Bauer Fritz schneidet Christbäume auf seiner Alp. Copyright: Bauer Fritz.

Jammern über Herbizide in Christbaumkulturen? Jammern über das Waldwachstum in den Bergen? Nein! Bauer Fritz hat jetzt Arbeit auf der Alp bevor der Schnee definitiv kommt: Christbäume schneiden. Das macht ihm Spass!

Zeihen: Die ersten Christbäume sind verkauft – die Nordmanntanne ist beliebt, die Blautanne zu stachelig, Aargauer Zeitung 21.11.19

24.11.19 HOME

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Marco und die Schafe – eine Vorweihnachtsgeschichte!

23. November 2019

Marcos Laden ist minimalistisch eingereichtet. Die Leute sollen kaufen, was sie brauchen und wollen. Er will die Kunden nicht zum Kaufen verführen. Copyright: NDR.

Am 24.12.18 veröffentlichte Heidi den Artikel Eine Weihnachtsgeschichte: Marco und die Schafe. Er basierte auf einem Dokumentarfilm des NDR. Nun hat ARD gestern diesen Film ausgestrahlt. Innert zwei Stunden fanden über 800 Zuschauer aus Deutschland Heidis Artikel, fast alle über Google-Suche. Für jene, die den schönen Film noch nicht gesehen oder Heidis Weihnachtsgeschichte noch nicht gelesen haben, hier der Link zum Artikel mit den nun aktualisierten Links.

Eine Weihnachtsgeschichte: Marco und die Schafe, Heidis Mist 24.12.18

Kleiner Hinweis: Rotauf stellt immerhin Jacken ganz in der Schweiz her mit einer Isolationsschicht aus Bündner Wolle:  ROTAUF, Flink production GmbH, Barblanstrasse 4, 7000 Chur. So steht’s auf der Homepage: „Hochperformante Outdoorbekleidung in der Schweiz zu produzieren, dabei auf umweltschädliche Chemikalien zu verzichten und zu fairen Preisen anzubieten ist laut Brancheninsidern unmöglich …“ Wir machens trotzdem!

P.S.: Der Hinweis auf den Film kam im Spätherbst 2018 von einer Deutschen Kollegin. Danke!

Crowdfunding für die Trinkwasserinitiative

22. November 2019
Neun der zahlreichen UnterstützerInnen der Trinkwasserinitiative

Neun der zahlreichen UnterstützerInnen der Trinkwasserinitiative

Am 21.11.19 haben Franziska Herren und ihr Team ein 30-tägiges Crowdfunding für die Trinkwasserinitiative begonnen.

Das Ziel

Für die breite Informationskampagne und als Vorbereitung auf die Abstimmung im 2020 wollen die InitiantInnen innert 30 Tagen 35’000 Franken sammeln, um die Schweizer Bevölkerung flächendeckend über die verheerenden Folgen der industriellen Lebensmittelproduktion aufzuklären. Denn viele wissen nicht, dass sie mit ihren Steuern die Wasserverschmutzung und Umweltzerstörung durch die industrielle Landwirtschaft mit Milliarden jährlich subventionieren.

Für Spenden gibt es spannende Belohnungen, die von UnterstützerInnen angeboten werden: Vom Obstbaum mit eigener Namenstafel über eine Hofführung bis zum Bio-Bodenkurs ist einiges dabei! Perfekte Weihnachtsgeschenke für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung.

Hier geht’s zum Crowdfunding

Alle Belohnungen können als Gutscheine weiterverschenkt werden und unterstützen eine nachhaltige Landwirtschaft, die unser Wasser, die Biodiversität und das Klima schützt.

Mit 35’000 Franken Startkapital können die InitiantInnen

  • sich für die Abstimmung von einem Werbebüro unterstützen lassen,
  • den kurzen Informationsfilm richtig viral gehen lassen und etwa einer Million SchweizerInnen online zeigen,
  • weiterhin Flyer und Fahnen drucken und
  • Info-Events in der ganzen Schweiz durchführen.

So helfen Sie uns, die 35’000 CHF zu erreichen:

  • Teilen Sie diesen Link mit 5 Personen, FreundInnen, Kollegen, Familie!
  • Teilen Sie diesen Link auf Facebook, Instagram oder Twitter!
  • Betten Sie das Projektwidget auf Ihrer Webseite ein (gleich unter dem Projektvideo auf das Symbol < / > klicken)!

Die InitiantInnen freuen sich, gemeinsam mit SpenderInnen die SchweizerInnen für die Trinkwasserinitiative zu gewinnen. Zum Wohl aller, der Kindern und Enkeln und zum Wohl von Pflanzen und Tieren.

Heidi meint: Die Bauernvertreter beklagen sich lautstark über die schlechten Nachrichten im letzten Jahr, über die „bösen“ Medien. Tatsache ist, dass die Verschmutzung der Gewässer schon alt ist, nur haben die Medien bisher vorwiegend schöne Geschichten über Bauern verbreitet. Und solche gibt es natürlich auch zuhauf. Nun gilt es, solchen Vorbildern nachzueifern! In Anbetracht des schlechten Umweltzustandes ist dies dringend notwendig. Und wenn die Bauern auf die Verschmutzungen anderer hinweisen, dann sollen sie doch bitte ihren sehr einflussriechen PolitikerInnen (und Verhinderern) sagen, dass auch hier Handlungsbedarf besteht. Grosser Handlungsbedarf!

Bitte unterstützen Sie die Trinkwasserinitiative!

Wasser, Wasser, Wasser, Wasser …

21. November 2019
Am Ufer des Zürichsees.

Am Ufer des Zürichsees.

Wegwerf-Getränkeflaschen vermeiden

Im Hilton San Francisco Union Square Hotel wurde 2010 eine Flaschenabfüllstation installiert. Darauf steht „Refill, not landfill“ und auf einer Skala ist ersichtich wie viele Plastikflaschen hiermit vermieden wurden. In nur 10 Monaten konnten 200’000 Plastikflaschen eingespart werden.

Die Sprecherin des Hilton gegenüber Eco-Business: „Es gibt wenig Zweifel über die Auswirkungen von Plastikwasserflaschen auf die Umwelt. Es gibt auch überwältigende Beweise dafür, dass sich die Förderung des Verbrauchs von Leitungswasser positiv auf den Klimawandel und die Umwelt insgesamt auswirken kann, da sie zur Reduktion von Plastikmüll und Treibhausgasemissionen beiträgt.“

Wichtige Hotelketten sind auf der ganzen Welt daran, auch in anderen Bereichen Einwegplastik zu reduzieren.

In der Schweiz ist die Mineralwasser- und allgemein die Industrie-Lobby stark, interveniert gar, wenn Behörden Leitungswasser statt PET-Flaschen in Sitzungsräumen anbieten. In der Medieninformation vom 20.11.19 des Bundesamt für Umwelt (BAFU) steht: „Das separate Recycling von PET-Getränkeflaschen ist mit einer Recyclingquote von über 80 Prozent seit Jahren ein Erfolg. Das System ist aber gefährdet: Weil zunehmend PET-Getränkeflaschen in gemischten Kunststoffsammlungen landen, geht reines PET verloren. Der Bund und der Verein PET Recycling Schweiz wollen das PET-Recyclinggut erhalten. Im Vordergrund stehen Massnahmen zur Sensibilisierung und Information der Bevölkerung.“

Heidi meint: PET sauber vom übrigen Plastik-Sammelgut zu trennen ist gut, PET-Getränkeflaschen vermeiden ist besser!

Weshalb Fernwasserversorgung immer wichtiger wird. Beispiel Bodensee-Wasserversorgung

Blick von Rorschach auf den Bodensee

Blick von Rorschach auf den Bodensee

„Wie soll die ortsnahe Wasserversorgung gesichert werden, wenn die lokalen Ressourcen schwinden?“ Diese Frage stellen sich zunehmend Wasserversorger und (vermutlich) Politiker in Bayern und Baden-Württemberg. Sowohl im Norden Bayerns wie auch im ähnlich kleinteilig strukturierten Baden-Württemberg gilt es daher über neue Strategien und Kooperationen nachzudenken. Im Mittelpunkt dieses Prozesses stehen die Fernwasserversorger. Nicht nur die Bodensee-Wasserversorgung rüstet sich bereits für die Zukunft. Der grösste Versorger des Landes hat soeben ein Zukunftsprojekt vorgestellt und höhere Preise angekündigt. Da lohnt es sich, mal etwas genauer hinzuschauen.“

Hier geht’s zum vollständigen Artikel: Lesen Sie weiter auf dem Wasser-Blog von Siegfried Gendries!

Indonesien: Nach dem Feuer das Wasser!

Erosion verschmutzt (Trinkwasser-)Bäche.

Erosion verschmutzt (Trinkwasser-)Bäche.

Was war am 11.11.19?

11.11.19: Dicke Gülle am Hang direkt vor Schnee und dann Regen.

11.11.19: Dicke Gülle am Hang direkt vor Schnee und dann Regen.

Immer am 11.11. ist der Beginn der Fasnacht. Wieso? Das weiss man nicht so recht. Ebenfalls immer findet am 11.11. der Singles Day statt. Gemäss Homepage ist er neben dem Black Friday einer der wichtigsten Shopping-Events der Schweiz. Nicht immer wird am 11.11. in den Bergen gegüllt, aber dieses Jahr u.a. am 11.11.19. Weil unmittelbar danach Schnee fiel, erinnert das an Fasnacht: Verkleiden! Verkleiden mit Schnee, dann sieht man nicht was drunter ist. Der Regen hat die Verkleidung weggenommen.

Going plastic-free: How hotels are joining the anti-plastic fight. Eco-Business 8.11.19

17.3257 Postulat Robert Cramer vom 17.3.17: PET-Recycling in der Schweiz. Weshalb ein gut funktionierendes System ändern?

PET-Sammlung soll hochwertig bleiben: Bundesrat will Bevölkerung sensibilisieren. Medienmitteilung BAFU, Abteilung Abfall und Rohstoffe

Weshalb Fernwasserversorgung immer wichtiger wird. Beispiel Bodensee-Wasserversorgung. Siegfried Gendries, Lebensraum Wasser, Der Wasser-Blog 18.11.19

Warum beginnt die Fasnacht eigentlich am 11.11.? Blick 11.11.19

Singles Day

Thiacloprid: Schläft die Schweiz? Oder will sie nicht?

18. November 2019
Thiacloprid schädigt die Bienen.

Thiacloprid schädigt die Bienen.

Wer im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) blättert, dem stehen bisweilen die Haare zu Berge ob all der schädlichen Wirkungen von Pestiziden, welche hier aufgeführt werden. Hinzu kommt, dass sicher nicht alle negativen Folgen der Anwendung bekannt sind, v.a. die Wechselwirkungen zwischen Pestiziden sind vielfältig und liegen im Dunkeln. Und viele Produkte werden gegen viele Schädlinge eingesetzt, sind also breit wirksam. Kein Wunder, dass auch zahlreiche Nicht-Schädlinge getroffen werden und unsere Gesundheit leiden kann.

Schweiz: Pestizid-Zulassung zeitlich unbeschränkt

Zu den besonders tödlichen Stoffen gehört das Neonicotinoid Thiacloprid. Fausta Borsani vom Verein ohneGift hat dieses Pestizid unter die Lupe genommen. Sie weist in ihrem aufschlussreichen Artikel auch darauf hin, dass in der Schweiz, im Gegensatz zur EU, Pestizide zeitlich unbeschränkt zugelassen werden. In der EU müssen sie wenigstens alle 10 Jahre neu beurteilt werden. Diesen Vorwurf weist das BLW jeweils zurück mit Verweis auf die Gezielte Überprüfung (GÜ): „Mit dem Programm zur gezielten Überprüfung von Pflanzenschutzmitteln sollen die Anwendungsvorschriften von bereits bewilligten Mitteln vor dem Hintergrund neuer risikorelevanter wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert werden.“ Heidi hat z.B. über die Anpassungen 2016 berichtet: 88 neue Vorschriften bzw. Verbote! Sie zitiert dazu wieder einmal Walter Haefeker, Präsident der European Professional Beekepers Association: «Ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel ist daher ein Wirkstoff dessen negative Wirkstoffe lediglich NOCH nicht verstanden wurden.»

Irreführung der Verbraucher durch Bayer

Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland kritisierte 2014 die Verbraucherinformationen des Herstellers über die Bienenungefährlichkeit von Mitteln mit diesem Wirkstoff. Bayer erwirkte daraufhin eine einstweilige Verfügung, die den BUND zwang, bestimmte Seiten aus dem Internet zu entfernen. Am 11. März 2015 entschied das Landgericht Düsseldorf, der BUND dürfe weiterhin behaupten, dass zwei von Bayer hergestellte Pestizidprodukte für Bienen gefährlich seien und es sich bei dem darauf abgebildeten Logo mit dem Aufdruck „nicht bienengefährlich“ um eine Irreführung von Verbrauchern handele. Quelle: Wikipedia.

EU verbietet Thiacloprid

Fausta Borsani schreibt: „Thiacloprid ist nun in der EU bald verboten: Die Mitgliedsstaaten beschlossen im Oktober 2019 auf Vorschlag der EU-Kommission, die bis April 2020 geltende Genehmigung nicht zu verlängern. Thiacloprid ist damit der vierte Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide, der EU-weit vom Markt verschwindet.“

… die Schweiz?

Unter dem Titel „Die Schweiz schläft“ beschreibt Borsani die Situation in der Schweiz. Heidi meint: „Die Schweiz schläft nicht, „das Volk“ ist pestizid-hellwach, nur die Behörden wollen nicht!“

Lesen Sie den vollständigen Artikel:

EU verbietet das Neonicotinoid «Thiacloprid» – und die Schweiz? Fausta Borsani, ohneGift 17.11.19

Heidis Link-Listen

Heidi hat endlich ihre Linklisten bereinigt. Besonders bei den Behörden gibt es immer wieder Änderungen. Etwa der Bundesgerichtsentscheid betr. Güllen im Winter wurde verschoben.

Neu aufgenommen hat Heidi unter Blogroll (Seiten, die sie regelmässig liest) Gegengift und ohneGift. Weiterhin unterwegs für eine umweltschonende Landwirtschaft sind Franziska Herren & Co. sowie die Leute von Leben ohne Gift. Die Links zu den zwei Pestizid-Volksinitiativen finden Sie weiterhin unter „Aktuell“.

EU verbietet das Neonicotinoid «Thiacloprid» – und die Schweiz? ohneGift 17.11.19

Brüssel: Neonikotinoid Thiacloprid wird ab Mai 2020 verboten. Topagrar 28.10.19

Pestizid Thiacloprid schädigt Föten. Deutschland will Verbot. taz 23.5.19

GÜ – Neue Anwendungsvorschriften für 88 Pflanzenschutzmittel. Heidis Mist 3.2.16

Heidis alte Forderung wird neu von Kantonschemikern unterstützt

17. November 2019

„Einige Spritzmittel sind für die Umwelt besonders gefährlich. Der Bund möchte deren Grenzwert senken. Experten sind für komplette Verbote.“ steht in der Sonntagszeitung von heute 17.11.19. Dasselbe hat Heidi schon vor 1 Jahr, 8 Monaten und 16 Tagen gefordert! Und noch mehr …

Zu den neuen Anforderungswerten für Oberflächengewässer (Gewässerschutzverordnung GSchV) gab’s das folgende Bild:

Heidi findet ihren Vorschlag vom 1.3.18 immer noch gut, nämlich:

Das Vorsorgeprinzip muss hochgehalten und das Ziel der GSchV respektiert werden. Weil Oberflächengewässer Menschen und Tieren als Trinkwasserquelle dienen, zur Bewässerung von Kulturpflanzen verwendet werden und sie das Grundwasser speisen, soll für alle Pestizide der allgemeine Anforderungswert von 0,1 µg/l gelten. Zusätzlich ist ein Summenwert von 0,5 µg/l einzuführen. Höchst schädliche Pestizide wie Chlorpyrifos und Cypermethrin sind aus dem Verkehr zu nehmen statt neue Anforderungswerte von 0,0044 bzw. 0,00044 µg/l festzuschreiben, denn – so meint Heidi – sie bewirken kaum etwas.

Unglaublich wie viel über Pestizide mit Steuergeldern geforscht wird. Basis der in der Vernehmlassung GSchV vorgeschlagenen Werte sind riesige Datensammlungen mit bis zu 70 Seiten Tabellen, Einschätzungen, Literaturhinweisen usw.

Heidi meint: Besser würde man dieses Geld in die Forschung für umweltschonenden Anbau investieren.

Mehr dazu:

Neue Pestizid-Anforderungswerte für Oberflächengewässer: Rechnen mit Heidi, Heidis Mist 1.3.18

Kantonschemiker fordern Verbot gefährlicher Pestizide, Sonntagszeitung 16.11.19


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