Weltwassertag: Start der „Trinkwasser-Initiative“

22. März 2017

Am Weltwassertag 2017 startet die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz».

Folgende ReferentInnen sprechen an der Medienkonferenz vom 22.3.17, 10 Uhr, in Bern:

  • Franziska Herren, Mutter von 2 Kindern, Initiantin der Initiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung
  • Madeleine Vakkuri-Gutknecht, Initiantin, ehemalige Lektorin Haaga-Helia der Fachhochschule Wirtschaftliche Fakultät, Helsinki (Rede auf Französisch)

Medienmitteilung des Vereins Sauberes Wasser für alle vom 22.3.17:

Ist die Bevölkerung der Schweiz weiterhin bereit, Milliarden an Steuergeldern in eine Landwirtschaft zu investieren, die unser Trinkwasser verschmutzt und unsere Lebensgrundlagen aufs Spiel setzt? Wir glauben nicht und lancieren eine Volksinitiative.

Die Schweiz hat zwar gute Gesetze und hehre Ziele, was den Schutz von Mensch, Tier, Gewässer und Umwelt angeht. Doch bei der Landwirtschaft wird seit Jahrzehnten weggeschaut. Selbst der Bundesrat musste vor kurzem in einem viel beachteten Bericht zugeben: Kein einziges Umweltziel hat die Landwirtschaft in den letzten 20 Jahren erreicht. Umweltziele sind nichts anderes als die Einhaltung der Gesetze.

Mit anderen Worten: Im Bereich Umwelt und Gesundheit foutiert sich die Schweizer Agrarpolitik selbst um die Einhaltung der Gesetze. Trotzdem wird der Bevölkerung seit Jahrzehnten vorgegaukelt, die Schweizer Landwirtschaft brauche jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern, damit sie nachhaltig gesunde Nahrungsmittel produzieren könne.

So kann es nicht weitergehen. Mit unserer Initiative fordern wir, dass nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Steuergeldern unterstützt werden, welche die Umwelt, das Trinkwasser und die Gesundheit von Mensch und Tier respektieren und nicht gefährden. Eigentlich die logischste Sache der Welt.

Wir wollen dies mit drei einfachen Anforderungen erreichen, die leicht und ohne bürokratischen Aufwand umgesetzt und kontrolliert werden können:

Staatliche Unterstützung sind denjenigen Betrieben vorbehalten,

  • welche pestizidfrei produzieren,
  • welche nur so viele Tiere halten, wie sie aus ihrem eigenen Boden ernähren können
  • welche in ihrer Tierhaltung Antibiotika nicht prophylaktisch einsetzen. *

Zudem verlangt die Initiative, dass die landwirtschaftlichen Forschungs- und Beratungsgelder gezielt auf eine Nahrungsmittelproduktion ausgerichtet werden, die ohne Pestizide und prophylaktischen Antibiotikaeinsatz auskommt und effizient und nachhaltig aus den eigenen Ressourcen produziert. Heute wird der grösste Teil dieser Gelder dafür verwendet, die Schäden zu untersuchen oder zu reduzieren, die durch die zu intensive Lebensmittelproduktion entstanden sind.

Die Förderungsmassnahmen sind in die unzähligen vorbildlichen Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz zu investieren, die bereits heute erfolgreich nach diesen Grundsätzen Nahrungsmittel produzieren. Diese Betriebe sollen gefördert und die übrigen zur Umstellung auf eine ebenso nachhaltige Produktion motiviert werden.

Die Schweizer Landwirtschaft leidet heute an tiefen Preisen, weil sie vor allem Massenware produziert, die sich bezüglich Qualität und Umweltstandards nicht von den meisten Importen unterscheiden. Die Initiative verhilft der einheimischen Produktion zu einem Qualitätssprung und fördert einen Zukunftsmarkt, der von umweltbewussten Konsumentinnen und Konsumenten bestimmt wird. Die Nachfrage nach pestizid- und antibiotikafrei produzierten Lebensmitteln steigt bereits heute entsprechend rasant!

* Zum Verständnis: Pestizide und viel zu hohe, durch riesige Futtermittelimporte gemästete Tierbestände verursachen die grössten Umweltprobleme in der Schweizer Landwirtschaft. Antibiotikaresistente Bakterien wurden von der Eidgenössischen Fachkommission für biologische Sicherheit zur „grössten Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz“ erklärt. Sie entstehen massgeblich durch den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion.

Informationen und Kontakt:
Verein Sauberes Wasser für alle
c/o Franziska Herren Oeleweg 8
4537 Wiedlisbach
T 032 636 14 16 – N 079 829 09 19
info@sauberes-wasser-fuer-alle.ch

Alle Informationen zur Initiative finden Sie auf der Webseite www.initiative-für-sauberes-trinkwasser.ch.

Eidgenössische Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»,  Schweizerische Bundeskanzlei, 7.3.17.

Heidi wird über die Medienkonferenz berichten.

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Weltwassertag 2017: Bitte um Geduld bis 10 Uhr

22. März 2017

Heidi hat den Weltwassertag keineswegs vergessen. Dieses Jahr ist ein besonders schöner, denn heute wird die Trinkwasser-Volksinitiative von Franziska Herren und ihrer Gruppe lanciert. Um 10 Uhr findet in Bern die Medienkonferenz statt, Sperrfrist zum Veröffentlichen der Informationen ist heute um 10 Uhr. Also wird Heidi in 2 1/2 Stunden ihren Artikel aufschalten. Schon gestern baten Leute Heidi um Informationen: Bitte um Geduld!

Alle Informationen zur Initiative finden Sie ab 10 Uhr auf der Webseite www.initiative-für-sauberes-trinkwasser.ch.

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Keine Gesetzeslücke zu klein – Bauer schlüpft hinein!

19. März 2017

Wenn ein Bauer, der RAUS-Beiträge bezieht, keine Mistplatte gebaut hat oder diese zu klein ist, dann darf er den Mist nicht einfach im Laufhof zulasten der vorgeschriebenen Laufhoffläche deponieren. Bauern klagen gerne über die Regelungsdichte, benützen aber jedes erdenkliche Schlupfloch, um Gesetze zu umgehen bzw. ungerechtfertigt Beiträge zu erschleichen. Die Bauern sind Tierschützer! Wirklich?

In der DZV, Anhang 6, E, unter Punkt 3 finden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, detaillierte Angaben über die minimale Laufhoffläche in m2/Tier.

Direktzahlungsverordnung (DZV)

Art. 71 Voraussetzungen für RAUS-Beiträge

„… Laufhof und Weide müssen den Anforderungen der Tiere entsprechen. Die Einzelheiten sind in Anhang 6 Buchstabe E festgelegt.“

Anhang 6: Spezifische Anforderungen des BTS- und RAUS-Programms

E Anforderungen des RAUS-Programms betreffend den Laufhof und die Weide sowie betreffend die Dokumentation und die Kontrolle

3 Laufhof für die Tiere der Rindergattung und für Wasserbüffel

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Ammoniak sticht in die Nase – Gülle liegt auf Pufferstreifen

12. März 2017
Gülle bis an die Böschungsoberkante. Wo ist der 3 m breite Pufferstreifen? Nicht vorhanden!

Gülle bis an die Böschungsoberkante. Wo ist der 3 m breite Pufferstreifen? Nicht vorhanden!

Auf dem Wanderweg nördlich von Frümsen im St. Galler Rheintal stank es am Sonntag, den 12.3.17, nach Gülle. Ein frischer Streifen Gülle säumt das Gewässer und den Feldweg. Die angenehm wärmende Sonne sorgte dafür, dass Ammoniak in die Luft entwich.

Ein Kenner der Szene meint: Auch im Thurgau wird bis an Bäche gegüllt, aber im Kanton St. Gallen ist’s noch schlimmer. Siehe auch Pro Natura und das Offizialdelikt Pufferstreifen-Verletzung, Heidis Mist 27.11.12. Wer mit der Bahn durch das St. Galler Rheintal fährt, sieht viele Pufferstreifen-Verletzungen.

Wo ist hier der Pufferstreifen an Wegen, der 50 cm betragen sollte? Gülle liegt dick bis an den Asphalt und teilweise auch auf dem Weg. Dies auf einer Strecke von fast 300 m.

Wo ist hier der Pufferstreifen an Wegen, der 50 cm betragen sollte? Gülle liegt dick bis an den Asphalt und teilweise auch auf dem Weg. Dies auf einer Strecke von fast 300 m.

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Wenn das Mercedes-AMG-Petronas-Formel-1-Team unterwegs ist, dann fährt schmutziges Trinkwasser mit

9. März 2017
Stillgelegte Brunnen werden von den Bewohnern der Region mit Dornbuschästen gekennzeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen

Stillgelegte Brunnen werden von den Bewohnern der Region mit Dornbuschästen gekennzeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen

Eigentlich war dieser Artikel für Freitag geplant, aber zufällig hat Heidi gehört, dass heute der 87. Internationale Autosalon in Genf die Türen öffnet. Autos, Sport …, das sind seitenfüllende Themen für die Medien. Heidis Beitrag beleuchtet nicht die glänzende Seite!

Der Bürgerkrieg im Südsudan ist eine schwere Bürde für die Bevölkerung. Kaum die Rede ist vom verschmutzten Grundwasser durch den Öl-Konzern Petronas, Sponsor des Mercedes-AMG-Petronas-Formel-1-Teams.

Ab 1994 half die Hilfsorganisation Hoffnungszeichen der Bevölkerung mit Spitälern, Schulen und Nahrungsmitteln. 2007 machten Einheimische die Helfer auf verschmutztes Trinkwasser aufmerksam. Erste Tests bestätigten die Vermutung, dass die Verunreinigungen im Zusammenhang mit der Ölförderung stehen. In einer umfassenden Studie wurde diese Vermutung wissenschaftlich bestätigt.

Trinkwasser von über 180 000 Menschen verseucht

Zwei Grundwasserströme liegen unter dem Boden der betroffenen Gebiete. Hoffnungszeichen hat geholfen. Einzelne Brunnen sind gebaut, welche Trinkwasser aus dem tiefer gelegenen, noch sauberen Grundwasserstrom fördern.

Hoffnungszeichen schrieb der Verschmutzungen wegen an Petronas: Keine Antwort. Dann erste Kontakte mit Daimler. Sogar Michael Schumacher antwortete. Man hoffte auf Unterstützung, denn auf der „Flagge“ des Konzerns steht zum Beispiel: „Die Umwelt für die heutige und für die künftigen Generationen zu schützen und alle geltenden Regeln und Gesetze einzuhalten, ist ein Grundanliegen von Daimler und seinen Partnern.“ Das Menschenrecht auf sauberes Wasser ist zumindest werbemässig ein Anliegen von Daimler.

Öl – Macht – Petronas – Daimler

Die verlassene Bohrspülgrube von Koch wurde bei einem Aufklärungsflug entdeckt. Die in dieser Grube enthaltene Flüssigkeit ist derart mit Schadstoffen belastet, dass Hoffnungszeichen dieses Becken als "Giftgrube von Koch" bezeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen.

Die verlassene Bohrspülgrube von Koch wurde bei einem Aufklärungsflug entdeckt. Die in dieser Grube enthaltene Flüssigkeit ist derart mit Schadstoffen belastet, dass Hoffnungszeichen dieses Becken als „Giftgrube von Koch“ bezeichnet. Copyright: Hoffnungszeichen.

Doch es vergingen Jahre: Hinhalten, vertrösten, es tut sich nichts, organisierte „wissenschaftliche“ Gegenstudie, Besprechungen. Am 10.11.15 fand auf Einladung von Daimler wieder ein Treffen in Stuttgart statt. Neben den Vertretern von Daimler, Sudd Petroleum Operating Company (SPOC, Betreiberin des Ölfelds) und Norconsult waren nun auch führende Mitarbeiter des südsudanesischen Ölministeriums dabei. SPOC wird von der malaysischen Petronas und der südsudanesischen Nilepet betrieben. Von 1997 bis 2005 engagierte sich Petronas als Motorensponsor des Schweizer Sauber Teams. Humoon Chol Deng vom Ölministerium des Südsudans leitet die Tagung.

Doch von einer Bewältigung der Umweltprobleme war kaum die Rede, sondern im Zentrum stand die Öffentlichkeitsarbeit von Hoffnungszeichen. Auszug aus dem Buch Das Öl, die Macht und Zeichen der Hoffnung:

„Eigentlich sind die Gespräche schon beendet, als Humoon Chol Deng gegen 16 Uhr auf die Leinwand weist. Dort können wir nun „Resolutions“ unseres Treffens lesen. Abgesprochen, wie es üblich wäre, sind sie nicht mit uns. Was uns dort als Ergebnisse der Gespräche vom heutigen Tag präsentiert wird, haut uns geradezu um. Vier Punkte sind aufgeführt. Der erste lautet sinngemäss: Hoffnungszeichen darf ohne vorherige Rücksprache mit dem südsudanesischen Erdölministerium nichts veröffentlichen, was Vorwürfe gegen im Südsudan tätige Ölkonsortien und deren Anteilseigner enthält. Zuwiderhandlung wird als Akt gegen die Regierung des Südsudans und als Gefährdung der Sicherheit des Landes gewertet. Die beiden nächsten Punkte sagen eigentlich Gleiches, nämlich im Klartext, dass wir keinen Schritt im Südsudan mehr ohne Genehmigung und Begleitung durch das Ministerium für Petroleum und Bergbau machen dürfen. Als vierter Punkt werden juristische Konsequenzen bei Zuwiderhandlung angedroht …

… Als das Essen schon aufgetragen ist, wendet sich Deng an den ihm gegenüber sitzenden Klaus Stieglitz. Vor nicht allzu langer Zeit sei ein regierungskritischer Journalist in Juba auf offener Strasse erschossen worden, erzählt er. Er beobachtet uns und sieht bestimmt unser Zusammenzucken. Als er weiterredet, erscheint ein süffisantes Lächeln auf seinen Lippen: „Der Präsident hat diesen Vorfall sehr bedauert“. Er will uns tatsächlich Angst einjagen! Der Daimler-Vertreter sitzt direkt neben ihm, hört alles mit und schweigt …

… Nach über zwanzig Jahren sind wir nun gezwungen, unsere Auslandsmitarbeiter aus dem Südsudan abzuziehen …“

NZZ vom 21.8.15: „Nur wenige Tage nach einer als Todesdrohung gegen Berichterstatter interpretierbaren Aussage von Präsident Salva Kiir ist im Südsudan ein Journalist ermordet worden.“

Daimler Hauptversammlung 29. März 2017:
Antrag auf Nichtentlastung von Vorstand und Aufsichtsrat

Zuhanden der Hauptversammlung 2017 von Daimler AG hat der Aktionär Paul Russmann aus Stuttgart einen Gegenantrag zu den Punkte 3 und 4 der Tagesordnung eingereicht. Er schlägt vor, dass die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates nicht entlastet werden sollen. Seine Begründung:

„Laut Angaben des Geschäftsberichts 2016 der Daimler AG stellen „die zehn Prinzipien des UN Global Compact eine grundsätzliche Richtschnur für unsere Geschäftstätigkeit“ dar, „der wir als Gründungsteilnehmer und Teilnehmer der LEAD Gruppe besonders verbunden sind“. Mit den zehn Prinzipien verpflichten sich die unterzeichnenden Unternehmen, sich für eine soziale und ökologische Weltwirtschaftsordnung einzusetzen. So verpflichtet sich die Daimler AG zum Beispiel dazu, die Menschenrechte zu schützen und die Verbreitung umweltfreundlicher Technologien zu beschleunigen.

Kein Wort dagegen verliert die Daimler AG in ihrem Geschäftsbericht 2016 über drei Schattenseiten des Sterns, die nach Ansicht der Kritischen Aktionäre www.kritischeaktionaere.de im Widerspruch zu den Prinzipien des Global Compact stehen:

  1. Die Lieferung von Militärfahrzeugen an menschenrechtsverletzende Staaten,
  2. die Vergiftung von Trinkwasser im Südsudan durch den Formel-1-Partner Petronas,
  3. Hinweise auf schwere gesundheitliche Folgen durch Dieselmotoren.

… Zu 2: Mit der Formel 1 auf Platz Eins? Dieser Traum erfüllte sich 2016 für das Daimler-Werksteam „Mercedes AMG Petronas“ mit dem Weltmeistertitel von Nico Rosberg erneut. Der Erdölkonzern Petronas hat im Südsudan das Trinkwasser von über 180.000 Menschen verseucht. Viele Menschen sind bereits mit Blei und Barium vergiftet und müssen weiterhin Giftwasser trinken oder auf Wasser aus Sümpfen ausweichen.

Aus Deutschland sieht die Daimler AG stillschweigend zu. Eine Lösung wäre einfach: Die Sponsoring-Summe eines einzigen Jahres würde reichen, um für die Betroffenen vor Ort Tiefbrunnen für sauberes Trinkwasser zu bohren (www.keingiftwasser.de).

Menschen warten im Schatten des Sterns seit Jahren sehnsüchtig auf die Erfüllung ihrer Träume: Sie träumen von sauberer Luft in Städten wie Stuttgart, von giftfreiem Trinkwasser im Südsudan oder von einem friedlichen Leben an zahlreichen Kriegsschauplätzen auf unserem Planeten. Als Gründungsmitglied des UN-Global Compact für verantwortungsbewusste Unternehmensführung sehen die Kritischen Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat der Daimler AG in der Pflicht, dazu beizutragen, dass diese Träume Wirklichkeit werden …“

Vollständiges Dokument: Daimler/Hauptversammlung 2017, Gegenanträge und Wahlvorschläge von Aktionären.

Die Schäden am Nervensystem und an den Nieren der Bevölkerung sind dauerhaft. Nicht nur wurde das Trinkwasser der Einheimischen verschmutzt, bereits 2003 wurde die lokale Bevölkerung aus Ölfördergebieten vertrieben.

Sudd: Feuchtgebiet von weltweiter Bedeutung

"Giftgrube von Koch". Copyright: Hoffnungszeichen.

„Giftgrube von Koch“. Copyright: Hoffnungszeichen.

Der Sudd ist das viertgrösste Sumpfgebiet der Erde. Am Weltumwelttag 2006 wurde er im Rahmen der Ramsar Convention auf die Liste der Feuchtgebiete von weltweiter Bedeutung aufgenommen. Und dann wurde gefeiert: UNEP ceremony for Sudd wetlands in Sudan, 31.10.6. Ein US-Forscher erzählte nach einer Bestandsaufnahme der südsudanesischen Tierwelt, er habe beim Anblick des Tierreichtums seinen Augen nicht getraut, In Sudan, an Animal Migration to Rival Serengeti, New York Times 12.6.7.

Das Petronas-Ölfeld liegt im Sudd. 2006 wurde erstmals industriell Öl gefördert. Naturschützer sahen in der Erschliessung der Ölvorkommen eine Bedrohung dieses einzigartigen Ökosystems. Die Strassen, die zu den Ölquellen gebaut wurden, durchschneiden traditionelle Wanderweg der Tiere. Was vor den Zerstörungen durch den Krieg wie durch ein Wunder gerettet wurde, drohe nun doch noch Opfer zu werden.

Einer der Gründe für den erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen Norden und Süden war die Absicht, den Sudd durch einen Kanal trockenzulegen, um die Wassermassen des Nil in die nördlichen Regionen fliessen zu lassen.

Abwässer und Abfälle aus jahrelanger Ölförderung von Petronas wurden unsachgemäss entsorgt. In Öl-Seen ohne Abdichtung versickern Abwässer. Boden und Grundwasser sind verseucht. Im Sudd verästelt sich der Nil und fliesst dann weiter Richtung Ägypten. Grössere Verschmutzungen könnten Millionen von Menschen betreffen.

Das Buch

Klaus Stieglitz von Hoffnungszeichen hat zusammen mit Sabine Pamperrien ein Buch über diese traurige Geschichte geschrieben. Eingeflochten wird immer wieder die Renn-Geschichte der Mercedes-Formel-1-Wagen. Dies sind neben den empörenden Tatsachen eigentlich „erholsame“ Einschübe. Heidi empfiehlt ihren LeserInnen, das Buch zu lesen, ein Wasserkrimi ohne Happy End. Mit Hoffnung?

Zitat aus dem Epilog:
„Wir haben das Gefühl, dass wir ständig an der Nase herumgeführt werden.“

Das Öl, die Macht und Zeichen der Hoffnung, Von Konzernen und dem Menschenrecht auf sauberes Wasser, Klaus Stieglitz mit Sabine Pamperrien, rüffer & rub.

Das Buch ist auch als e-Book erhältlich und in Englisch:
Oil, power and a Sign of Hope, Of corporations and the human right to clean water.

Links

Ölfeld: Block 5A, South Sudan, Environmental impact, Wikipedia.

Petronas‘ schmierige Geschäfte setzen Daimler unter Druck, 8.3.16 Süddeutsche Zeitung.

Daimler scheint angesichts der schweren Vorwürfe in einer Zwickmühle, 8.3.16, Süddeutsche Zeitung.

Der Bürgerkrieg macht die Lage für die Menschen noch schlimmer, 8.3.16, Süddeutsche Zeitung.

Silberpfeil-Sponsor Petronas: Daimler und die Umweltkatastrophe im Südsudan, Bayerischer Rundfunk 7.3.16.

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UN-Menschenrecht auf sauberes Wasser: Theorie?

8. März 2017
Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt.

Strassenbau: Erde wird in den Fluss geschwemmt. Copyright Astrid.

Dieser Artikel ist die Auflösung des Rätsel-Artikels Was ist das? Heidis Mist vom 7.3.17.

Jetzt ist Regenzeit in Indonesien. Das Flusswasser ist braun. Trinkwasser aus dem Unterlauf von Flüssen holen nur noch Notleidende; sie gehen dabei ein beträchtliches Gesundheitsrisiko ein. Meistens können die Flussanlieger das Wasser nicht einmal mehr zum Duschen brauchen, denn sie riskieren Hautausschläge! Viele Dörfer haben daher im Wald eigene Wasserversorgungen gebaut.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das ist Wasser aus einer Trinkwasserfassung. Copyright Astrid.

Das Wasser in der Schale stammt aus einer alten Wasserfassung mit Filter. Viele Jahre hat sie sauberes Wasser geliefert. So viel Dreck im Wasser, wie jetzt vorhanden ist, kann der Filter aber nicht zurückhalten! Schuld daran ist Erosion: Bearbeiten der Böden, Terrassierung, Anbau von Ölpalmen auf den steilen Hängen, Bau von Strassen. Über Pflanzenschutzmittel im Wasser gibt es kaum Daten.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Neue Palmölplantage. Copyright Astrid.

Unser Hunger nach Palmöl hinterlässt in Indonesien drastische Spuren. Die Umweltzerstörung hält an. Die Plantagen „dringen“ in die Wälder vor und „kriechen“ die Berge hoch. Palmöl ist das zweitwichtigste Exportgut Indonesiens. Die traditionelle Agroforstwirtschaft war umweltverträglich.

Für den WWF ist Palmöl das kleinere Übel, denn Raps und Soja brauchen für die gleiche Erntemenge mehr Ackerfläche. Diese Argumentation ist nichts wert, sie bedeutet: Den Teufel mit dem Beelzebuben austreiben! Zu hinterfragen gilt es das Wachstums- und Mengenproblem! Braucht es all die vielen Produkte mit Palmöl überhaupt? Oder sind sie einfach billig? Und bringen Profit? Ist dies alles, was zählt?

Gefiltertes Trinkwasser nur in grösseren Städten

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Hahnenwasser in einer indonesischen Stadt Ende Januar 2017.

Was macht Astrid? Sie lässt das Wasser eine Zeitlang in einem Eimer stehen, damit die Schwebeteilchen sich setzen, schöpft dann sorgfältig das optisch saubere Wasser ab. Was ist sonst noch alles im Wasser drin? Das will Astrid lieber nicht wissen, wahrscheinlich Herbizide. Die reicheren Leute kaufen Flaschenwasser. So wird neben den Lebensmitteln auch immer mehr Trinkwasser importiert. Palmöl gegen Alpenwasser – ein Deal?

Filter gibt es nur in den grösseren Städten, die eine “Wasserversorgung” haben. Aber auch diese sind mit so viel Schmutz überfordert. Ende Januar beklagten sich Einwohner einer indonesischen Stadt über das Dreckwasser, das aus dem Wasserhahn floss. Die städtische Wasserversorgung hatte sie nicht informiert. Das Hahnenwasser sieht ähnlich aus wie jenes von Astrid.

Hohe Niederschläge – schlechte Wasserbewirtschaftung

Trotz hoher Niederschlagsmengen (Erosion!) mangelt es an einer sicheren Wasserversorgung und an Infrastrukturen. Nur die Hälfte der Bevölkerung ist einigermassen gut mit Wasser versorgt. Während auf dem Lande der Zugang zu Wasser besser wird, ist die Trinkwasserversorgung in Stadtgebieten ein immer grösser werdendes Problem.

Zahlreiche IndonesierInnen müssen selbst für ihr Wasser sorgen. In der Stadt heisst dies für viele, das Wasser zu überhöhten Preisen kaufen zu müssen. Wer das nicht kann, trinkt verschmutztes Wasser aus schlechten Quellen oder aus dem Fluss, wo auch Abwasser entsorgt wird, z.B. auch Quecksilber aus Goldminen: 1’000 Tonnen pro Jahr, entsprechend hoch ist auch die Quecksilber-Belastung der Fische, die der Bevölkerung als Nahrung dienen. Das Trinkwasser eines Drittels der Haushalte ist von schlechter Qualität.

Nachtrag 17.3.17: Astrid schreibt: „Das Wasser ist jetzt optisch etwas sauberer, dafür stinkt es faulig. Logisch mit dem organischen Material, das auch ins Wasserfassungsgebiet hinunter gespült wurde! Bei der Tropenhitze die hier herrscht, ist der Abbau viel schneller und intensiver als in weniger heissen Gebieten wie bei euch!“

Warga Sanggau Ngeluh Air PDAM Keruh, deliknews 27.1.17.

World’s most toxic places revealed: Indonesian gold mines and old Russian chemical manufacturing regions are among the most dangerous areas on earth, MailOnline, 15.11.13.

Hungry Neighbours? Indonesia’s Food Strategy and Water Security Future, Future Directions International, 11.11.13

Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl, Heidis Mist 22.1.17.

Oil palm plantations threaten water quality, Stanford scientists say. : „Indonesia pays a price for a lucrative crop used in many household products. Palm plantations damage freshwater streams that supply drinking water to millions of people.“ By Stanford Woods Institute for the Environment.

Water impact ignored in palm oil production: study, Eco-Buisiness, 16.7.14.

Expanding Oil Palm Cultivation in Indonesia: Changing Local Water Cycles Raises Risks of Droughts and Floods, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Briefing Paper 1/2017.

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UN experts denounce ‚myth‘ pesticides are necessary to feed the world

7. März 2017
Ms Hila Elver, Special Rapporteur on Right to Food. Ms. Hilal Elver is a Research Professor, and global distinguished fellow at the University of California Santa Barbara LA Law School Resnick Food Law and Policy Center.

Ms Hila Elver, Special Rapporteur on Right to Food. Ms. Hilal Elver is a Research Professor, and global distinguished fellow at the University of California Santa Barbara LA Law School Resnick Food Law and Policy Center.

„The idea that pesticides are essential to feed a fast-growing global population is a myth, according to UN food and pollution experts.

A new report, being presented to the UN human rights council on Wednesday, is severely critical of the global corporations that manufacture pesticides, accusing them of the “systematic denial of harms”, “aggressive, unethical marketing tactics” and heavy lobbying of governments which has “obstructed reforms and paralysed global pesticide restrictions …“

Ausführlicher Bericht: UN experts denounce ‚myth‘ pesticides are necessary to feed the world,  The Guardian 7.3.17

Report of the Special Rapporteur on the right to food, United Nations, Human Rights Council, Thirty-fourth session, 27 February-24 March 2017

Un rapport accablant l’industrie agrochimique présenté au Conseil des droits de l’homme, SRF 8.3.17.

Two new reports published in recent weeks add to the already large and convincing body of evidence, accumulated over more than half a century, that agricultural pesticides and other toxic chemicals are poisoning us. Jane Goodall: How Can We Believe It Is a Good Idea to Grow Our Food With Poisons? Eco Watch 9.3.17.

UNO warnt vor katastrophalen Folgen durch Pflanzenschutzmittel, topagrar 9.3.17

UN-Bericht bestätigt: Pestizide sind Problem statt Lösung, Bio-Markt, 8.3.17.

7.3.17 HOME

Was ist das?

7. März 2017
Welche Flüssigkeit befindet sich in dieser Schale?

Eine Frage an Sie, liebe Leserin, lieber Leser: Welche Flüssigkeit befindet sich in dieser Schale?

Hier ist die Lösung dieses Rätsels: UN-Menschenrecht auf sauberes Wasser: Theorie? Heidis Mist 8.3.17

7.3.17 HOME

Februar-Mist-Fotos aus dem Engadin

5. März 2017

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Gesetzeskonformes Lagern von Mist siehe Mist-Zwischenlager auf dem Feld

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Wer denkt schon ans Grundwasser? Man sieht’s ja nicht!

3. März 2017
Kurt: "Nicht nur im Bündnerland sind sie zu finden, die Grüselbauern. Foto von der MOB Eisenbahn aus aufgenommen zwischen Château d'Oex VD und Saanen BE." Mist quillt über die Mauer auf die Bahnböschung, und der Sickersaft fliesst von diesem Platz vermutlich hindernisfrei in die angrenzende Wiese. Copyright: Kurt M.

Max: „Nicht nur im Bündnerland sind sie zu finden, die Grüselbauern. Foto von der MOB Eisenbahn aus aufgenommen zwischen Château d’Oex VD und Saanen BE.“ Mist quillt über die Mauer auf die Bahnböschung, und der Sickersaft fliesst von diesem Platz vermutlich hindernisfrei in die angrenzende Wiese.

Das Grundwasser ist fast nur negativ in den Schlagzeilen, dann nämlich, wenn verschmutztes Wasser irgendwo aus dem Hahnen fliesst. Hingegen ist die Vorsorge kaum ein Thema, obwohl ausreichende Trinkwassermengen und tadellose Qualität nicht selbstverständlich sind, auch in der Schweiz nicht. Folgende Geschichte hat kürzlich ein Kollege Heidi erzählt:

„Der Verantwortliche für die Trinkwasserversorgung der Gemeinde stellte Fäkalkeime im Grundwasser fest. Auf der Suche nach der Ursache kam unser Haus ins Visier. Sie gruben in unseren Garten. Die Überraschung war gross. Zwei Röhren der Abwasserleitung waren beim Bau nicht korrekt zusammengefügt worden. Ein Baumangel! Das Problem war schnell behoben. Doch wie kommt es, dass die Keime erst nach so vielen Jahren das Grundwasser erreichten?“

Stoffe, welche das Grundwasser verschmutzen können, versickern je nach ihren Eigenschaften und der Art und Mächtigkeit des Bodens unterschiedlich schnell. Probleme bemerkt man daher oft erst nach langer Zeit. Je nach Ausmass der Verschmutzung kann es nach dem Beheben der Ursachen Jahre oder gar Jahrzehnte dauern bis das Grundwasser wieder als Trinkwasser verwendet werden kann.

Trinkwasser zunehmend unter Druck

Der Schwerpunkt der Publikation umwelt 1/2017 des Bundesamts für Umwelt (Bafu) ist die Wasserqualität. Den drängendsten Herausforderungen der Trinkwasserversorgung ist der Artikel Trinkwasserinfrastruktur: «Wir fühlen uns um die Früchte unserer Arbeit gebracht» gewidmet. Wie lassen sich Trinkwasserressourcen und -infrastrukturen für die nachfolgenden Generationen sichern? Drei Experten diskutieren und schlagen Lösungen vor.

Michael Schärer, Sektionschef Gewässerschutz, Bafu, sieht grossen Handlungsbedarf bei der langfristigen Sicherung der Ressource Wasser. Durch das Siedlungswachstum seien viele Trinkwasserfassungen und ihre Schutzzonen aufgehoben worden, oder sie seien gefährdet, weil Verkehrsträger oder Abwasserleitungen den Schutzzonenbereich durchlaufen. Im Nationalen Forschungsprogramm NFP 61 Nachhaltige Wassernutzung sei aufgezeigt worden, dass die Nutzungskonflikte für die Zukunft der Trinkwasserversorgung der kommenden Jahrzehnte bedeutender seien als die Folgen des Klimawandels.

Dass die Nutzungskonflikte zunehmen, das bestätigt auch Martin Sager, Direktor des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfachs (SVGW): „Wo ökonomische Interessen überwiegen, wird auch mal eine Fassung geopfert. Das geht umso einfacher, wenn Schutzzonen nicht oder nicht rechtskräftig ausgeschieden sind.“

Besser planen und schützen

Wie so oft fehlt es nicht an Werkzeugen. Michael Schärer: „Planerische Instrumente zur Sicherung der Trinkwasserressourcen existieren in der Gewässerschutzgesetzgebung, nun müssen sie aber auch in die Raumplanung integriert werden.“

Die rechtlich-planerische Sicherung garantiere aber noch nicht, dass die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser gewährleistet sei, sagt Martin Sager: „So fordert unser Verein beispielsweise ein Verbot von wassergefährdenden Stoffen in den beiden inneren Grundwasserschutzzonen. Betroffen wären davon lediglich 1,2% der landwirtschaftlichen Nutzfläche.“

Die Landwirtschaft stehe ganz klar in der Pflicht, meint auch Heinz Habegger, Geschäftsführer und Inhaber von Water Excellence AG: „Wir Siedlungswasserwirtschaftler fühlen uns um die Früchte unserer Arbeit gebracht, wenn über die Oberflächengewässer Nährstoffe, Pflanzenschutzmittel und Antibiotika ins Grundwasser gelangen.“

Für kleine Trinkwasserversorger ist es nicht einfach, den Zustand ihres Leitungsnetzes präzis zu erfassen und eine saubere Planung zu erstellen. Handlungsbedarf gibt es daher bei einigen Gemeinden. Die Infrastruktur ist grösstenteils, unsichtbar für die EinwohnerInnen, im Untergrund. Politische Lorbeeren könne man sich auf diesem Terrain nicht holen, meint Heinz Habegger: „Insgesamt aber sind wir punkto Werterhaltung im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt.“

Grundwasser: öffentliche Diskussion nötig

Das Grundwasser wird durch viele menschliche Tätigkeiten bedroht. Wer weiss schon, was unter unseren Füssen mit dem Wasser geschieht? Martin Sager: „Es ist ein schleichender Prozess, was die Sache umso tückischer macht. In der Öffentlichkeit und der Politik ist das Thema Ressourcenschutz noch nicht angekommen.“ Dies gilt es zu ändern, meint Heidi.

Ausführliche Informationen siehe Trinkwasserinfrastruktur: «Wir fühlen uns um die Früchte unserer Arbeit gebracht», umwelt 1/2017, Bafu.

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