Fast alles wächst! Wohin geht die Reise?

19. April 2019

Längst nicht nur die Bauern sind am Klimawandel schuld. Auch wir. Wir subventionieren den Tourismus mit unseren Steuern und fördern die Mobilität auf Strasse, Schiene und in der Luft mit unseren Abstimmungs- und Wahlentscheiden. Aktuell: Legendäre Oster-Staus statt gemütlicher Spaziergang im nahen Wald, Feld oder Park.

Heidi könnte eine riesige Link-Liste anfügen. Sie beschränkt sich auf einen einzigen. Zwar ist das konkrete Problem weit entfernt, aber im Allgemeinen doch so nah.

The Toll of Tourism: Can Southeast Asia Save Its Prized Natural Areas?, Nithin Coca, Yale School of Forestry & Environmental Studies, 18.4.19:

From Thailand to Bali, a huge increase in tourists, many from China and other rapidly developing economies, is straining sensitive ecosystems to the breaking point. Some countries are trying to control the boom, with a few closing popular destinations to allow damaged areas to heal.

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Pestizide: Anliegen der Initianten berechtigt – es braucht eine rasche Lösung

16. April 2019
Heidi kann Bäche zwar fotografieren, aber sie sieht nicht, ob Pestizide im Wasser sind.

Heidi kann Bäche zwar fotografieren, aber sie sieht nicht, ob Pestizide im Wasser sind.

Mediencommuniqué SP Schweiz vom 16. April 2019:

Belastete Trinkwasserquellen, kontaminierte Bio-Produkte, vergiftete Fliessgewässer und besorgniserregendes Insektensterben: Pestizide werden zu einer zunehmenden Gefahr. Die SP fordert dringende Gesetzesänderungen bevor die hängigen Pestizidinitiativen zur Abstimmung kommen.

Die Anhörungen in der Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) zur Trinkwasserinitiative und zur Initiative Schweiz ohne synthetische Pestizide zeigen, dass jetzt gehandelt werden muss. Trinkwasserversorger, Wissenschaftler und Biobauern fordern dringend eine deutliche Eindämmung gefährlicher Pestizide. Trotzdem bleibt der Bundesrat tatenlos. Er lehnt die zwei Volksinitiativen ab und vertröstet auf die Reform der Agrarpolitik AP 2022+, ein Gesetzespaket, das mit grosser Wahrscheinlichkeit gar nicht beschlossen wird. Der Bundesrat beugt sich so dem Diktat des Bauernverbandes. Deshalb wird die SP Schweiz in der WAK-N je einen indirekten Gegenvorschlag zu den Pestizid-Initiativen fordern.

«In einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft braucht es keine Pestizide, welche Insekten und Wasserlebewesen bedrohen und das Trinkwasser belasten, ja sie widersprechen gar unserer Verfassung», sagt SP-Nationalrat Beat Jans. «Offensichtlich wird der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundesrats nur ungenügend umgesetzt. Die SP reicht darum indirekte Gegenvorschläge zur Pestizid-Initiative sowie zur Trinkwasser-Initiative ein. Es ist eine Frechheit gegenüber der Bevölkerung, wenn Bundesrat und Parlament zwar Verbesserungen ankündigen, diese aber offensichtlich bis zum Sanktnimmerleinstag verzögern.»

Die SP hält auch die gleichzeitige Behandlung der beiden Initiativen als Paket für undemokratisch. Die Initiativen stellen unterschiedliche Forderungen. Die eine will den Landwirtschaftsartikel in der Bundesverfassung ändern, die andere den Umweltschutzartikel. Trotzdem wurden beide dem Wirtschaftsminister zugeteilt und werden gemeinsam zur Abstimmung gebracht. Deshalb wurden auch beide Initiativkomitees in der WAK-N gleichzeitig in einem unwürdigen, viel zu kurzen Hearing angehört. «So kann man mit Initiativkomitees, die eine grosse demokratische Arbeit geleistet haben, nicht umgehen», sagt Beat Jans. «Sie haben eine anständige Behandlung durch Bundesrat und Parlament verdient.»

Heidi meint: „Es ist wie beim Klimaschutz: Die Politik versagt! Oder handeln unsere ParlamentarierInnen doch noch?“

Pestizide: Anliegen der Initianten berechtigt – es braucht eine rasche Lösung, Mediencommuniqué SP Schweiz vom 16.4.19:

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Heidis Sonntagsrundschau

14. April 2019

Was schon seit Jahrzehnten bekannt ist oder heute neu geschrieben wurde, das muss Heidi nicht wiederkäuen. Hier ein paar Lesetipps.

  • Bio und Pestizide. Auch in Mals im Südtirol kennt man die Schweizer „Pestizid-Landschaft“. Und seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Abdrift ein Problem ist, aber die Behörden kümmert das wenig. Wir selber müssen Druck aufsetzen.
    Zu Wohnzonen gibt es nicht einmal einen vorgeschriebenen Pufferstreifen, ausser für Helikopter-Sprühflüge.
    Kleine Presseschau von Johannes Fragner-Unterpertinger, Mals, über u.a. die mit den schwer abbaubaren Neonicotinoiden verseuchten Schweizer Böden. Welche Pestizide sonst noch in den Böden sind, das wissen die Götter!

Seit Wochen werden wir mit Osterangeboten überhäuft, oft mit Palmöl drin. Erliegen wir der Versuchung, „Massen“ zu kaufen und dies erst noch, ohne die Etikette mit den Inhaltsstoffen vorher zu lesen?

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NZZ gewährt Syngenta-Mann Tarnung

6. April 2019
Gastkommentare in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) sind beliebt. Am 5.4.19 durfte Joel Meier seine Meinung äussern. Der Titel des Beitrags tönt verlockend: „Der Kampf gegen Food-Waste beginnt auf dem Acker“. Weiter heisst es: „Die Verweigerungshaltung, wie sie in zwei Volksinitiativen zur massiven Einschränkung beziehungsweise zum Verbot von Pflanzenschutz zum Ausdruck kommt, verschärft das Problem der Lebensmittelverschwendung.“

Wer hat das geschrieben? Die NZZ: „Joel Meier ist Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Phytomedizin. Die Phytomedizin beschäftigt sich mit Pflanzenkrankheiten.“ Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Joel Meier ist seit 1977 bei Syngenta im Bereich Pflanzenschutz tätig. Die NZZ verschweigt uns die themenbezogenen Interessen des Autors. Solche Verschleierungstaktik ist schlecht für den Ruf einer Zeitung.

Der Kampf gegen Food-Waste beginnt auf dem Acker, NZZ 5.4.19

Pflanzenschutz damals und heute: Aus Sicht des Feldexperten, Syngenta 4.4.18

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85 Jahre Gewässerschutz und noch nicht weiter – Jeremia 7:24

3. April 2019
Jeremia 7:24: Aber sie gehorchten nicht, schenkten mir kein Gehör, sondern wandelten nach den Ratschlägen ihres bösen Herzens, wandten mir den Rücken zu und nicht das Antlitz.

Jeremia 7:24: Aber sie gehorchten nicht, schenkten mir kein Gehör, sondern wandelten nach den Ratschlägen ihres bösen Herzens, wandten mir den Rücken zu und nicht das Antlitz.

Beitrag von NaNa:

Zu viele PSM in kleinen Bächen: Zwei Studien der Eawag und des Oekotoxzentrums zeigen erneut, dass Gewässer in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Die Konzentrationen einzelner Stoffe stellen über Monate hinweg ein Risiko für chronische Schäden dar und liegen längere Zeit über Werten, ab denen für Pflanzen und Tiere im Wasser ein akut toxisches Risiko besteht. In den meisten Proben wurden 30 oder mehr verschiedene Wirkstoffe gemessen. Untersuchungen der Artenvielfalt in den Bächen und Biotests bestätigen die Gefahr, welche von diesen Stoffgemischen ausgeht.

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Heidis Sonntagslektüre: Law of Nature

31. März 2019
Copyright: Mongabay.com

Copyright: Mongabay.com

George Monbiot schreibt eine Kolumne für den Guardian und veröffentlicht diese jeweils in seinem Blog. Eine Bleiwüste zwar, aber immer interessant, relevant und mit weiterführenden Links. Als Untertitel zum neuesten Artikel Law of Nature schreibt er:

Those who destroy the living world should be charged with the international crime of ecocide

Monbiot würdigt die Arbeit von Polly Higgins, einer Rechtsanwältin, die sich ihr Leben lang für die Schaffung eines international crime of ecocide eingesetzt hat. Verbrechen an der Umwelt werden heute meist nicht bestraft oder dann sehr, sehr milde – auch in der Schweiz.

Zur Sprache kommen

  • die riesigen Summen, welche die führenden Öl- und Gaskonzerne Jahr für Jahr für Lobbying ausgeben, um die Bemühungen für Massnahmen gegen die Klimakatastrophe zu verzögern,
  • die mehreren Hundert Delphine, welche von den Fischereifirmen regelmässig zum Absenken auf den Meeresgrund getötet werden, da nur Beifang,
  • die 4’000 km2 Regelwald, welche im von Indonesien illegal besetzten West Papua gerodet werden für den Anbau von Palmöl.

In diesen Beispielsfällen sind die Regierungen beteiligt. Wie können solche Gräueltaten trotzdem verhindert werden?

Lesen Sie weiter im Blog von George Monbiot Law of Nature!

Big Oil’s Real Agenda on Climate Change, InfluenceMap, März 2019

Hundreds of mutilated dolphins caught by nets discovered piled up on beach in France, Independent, 18.3.19

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Mist? Immer noch Mist!

28. März 2019
Dauermisthaufen in Celerina GR mit abgestorbenen Pflanzen der Vegetationsperiode 2018. Copyright: Céline.

Dauermisthaufen in Celerina GR mit abgestorbenen Pflanzen der Vegetationsperiode 2018. Copyright: Céline.

Ob es denn keinen illegal gelagerten Mist mehr gebe, wird Heidi manchmal gefragt. Gefühlsmässig gesagt: „Weniger, aber immer noch.“ Die vielgelobten Kontrollen greifen nicht überall, die Verantwortlichkeiten sind bisweilen unklar und gewisse Kontrolleure blind.

Mist-Zwischenlager auf dem Feld, Heidis Mist

Schneeräumung für Langzeitmisthaufen in Cinuos-chel-Brail im Engadin (Jahr für Jahr). Der Mist wurde am 7.2.19 hier deponiert. Copyright: Céline.

Schneeräumung für Langzeitmisthaufen in Cinuos-chel-Brail im Engadin (Jahr für Jahr). Der Mist wurde am 7.2.19 hier deponiert. Copyright: Céline.

Gleicher Misthaufen sieben Wochen später. Copyright: Céline.

Gleicher Misthaufen sieben Wochen später. Copyright: Céline.

 

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Glyphosat fördert Phosphor-Überdüngung

24. März 2019

Ein Verbot von Glyphosat, dem weitweit am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel, wird schon lange diskutiert und das Herbizid ist Gegenstand von Prozessen. Gestreitet wird über die Eigenschaft „vermutlich krebserregend“. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, der Sorge bereitet: Die Überdüngung mit Phosphor.

Marie-Pier Hébert und ihre Kollegen von der kanadischen McGill University erklären: „Glyphosat enthält 18,3 Massenprozent Phosphor. Damit repräsentiert seine Ausbringung einen Einstrom anthropogenen Phosphors in die Umwelt.“ Das zunehmend in Böden und Gewässern vorkommende Herbizid trägt also auch zur Überdüngung bei.

Lesen Sie den interessanten Artikel auf scinexx, das wissensmagazin:

Glyphosat: Unterschätzte Phosphorschleuder, Herbizid setzt ähnlich viel Phosphor frei wie Tenside – und fördert so die Überdüngung.

The overlooked impact of rising glyphosate use on phosphorus loading in agricultural watersheds, Frontiers in Ecology and the Environment (esa), 5.12.18

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Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen für alle

22. März 2019
Copyright: Frank, Leserfoto.

Copyright: Frank, Leserfoto.

Zitat aus der Zusammenfassung des Weltwasserbericht der Vereinten Nationen 2019 „Niemanden zurücklassen“:

Bessere Wasserbewirtschaftung und die Bereitstellung von sicherem und erschwinglichem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen für alle sind von entscheidender Bedeutung für die Beseitigung der Armut, für friedliche und wohlhabende Gesellschaften und dafür, dass auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung “niemand zurückbleibt”. Diese Ziele sind erreichbar, sofern es dazu einen gemeinsamen Willen gibt.

Wasserbotschafter gesucht

«Ein Wasserbotschafter ist für diese Welt nicht genug», Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, EDA-interaktiv hat Ernst Bromeis anlässlich des Weltwassertags 2019 einige Fragen gestellt.

Es gibt wohl Menschen, die ihn als «Spinner» bezeichnen würden, doch Ernst Bromeis hat eine Mission. Er will Bewusstsein dafür wecken, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein kostbares Gut, das über Leben und Tod entscheidet. 780 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, rund ein Drittel der Weltbevölkerung verfügt über keine sanitären Anlagen.

Dieser Mission hat er sich mit Haut und Haaren verschrieben. So wirbt er für die «Blue Peace» Initiative, mit der die DEZA (Entwicklung und Zusammenarbeit) zur Vermeidung künftiger Konflikte um Wasser den Dialog zwischen allen Betroffenen fördert, sowohl zwischen Staaten als auch zwischen Dorfbewohnern. Ebenfalls als Wasserbotschafter unterwegs ist er für die von der DEZA initiierten Austauschplattform «solididarit´eau suisse», die es Schweizer Gemeinden ermöglicht, Wasserpartnerschaften mit Gemeinden in Entwicklungsländern einzugehen.

Das Blaue Wunder

Braucht die Schweiz den heutigen Weltwassertag? Stefan Hasler, VSA, Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute

Der Weltwassertag 2019 aus deutscher Perspektive, Siegfried Gendries, Der Wasser-Blog, Lebensraum Wasser, 22.3.19.

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Umweltschutz-Ausrede: Es braucht noch Forschung!

18. März 2019

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