Die Erde ist krank

23. November 2020
Die Erde ist krank, die Pole schmelzen ... Copyright: Sandra.

Die Erde ist krank, die Pole schmelzen … Copyright: Sandra.

In den letzten Jahrzehnten wurde viel geforscht über die Klimaerwärmung und deren Ursachen. Die Forschenden tragen laufend Wissen zusammen, bündeln Fakten, doch es mangelt am Wille zum Handeln, nicht nur in der Landwirtschaft. Man will es schlicht nicht wissen, schliesst die Augen und träumt weiter!

Danke, Sandra, für das schauerlich schöne Bild.

Wetterprognose von MeteoSchweiz heute: „Mögliche Entwicklung ab Montag, 30. November bis Sonntag, 6. Dezember 2020. Über weiten Teilen Europa hochdruckbestimmtes Wetter. Daher meist sonnig und trocken, in den Niederungen häufig Nebel. Temperaturen über dem jahreszeitüblichen Durchschnitt, besonders in den Bergen.“

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Klima: Von 2 Tabus und 12 Illusionen

21. November 2020

Der Arzt und alt Nationalrat Lukas Fierz schreibt klipp und klar darüber, wie Tabus und Illusionen die Debatten und Programme zur Begrenzung der Erderwärmung prägen.

… dass nicht sein kann, was nicht sein darf

„Ich bin kein Klimaspezialist, aber als Arzt beherrscht man sowieso immer nur Teilgebiete und notgedrungenerweise muss man auf verschiedene andere Spezialisten hören und mit ihnen zusammenarbeiten. Auch ist man gewohnt, mit Ungewissheiten umzugehen. Erwägt ein Arzt eine Operation, so schätzt er seine Erfolgsaussichten ab anhand von Alter, Ernährungs- und Kräftezustand des Patienten, Vorkrankheiten und Moral. Jeder Risikofaktor mindert die Erfolgsaussicht. Man kann nichts genau berechnen, aber das entbindet nicht von einer Abschätzung.

In der Klimadiskussion wird oft beklagt, wie schwierig es sei, weil man nichts genau wisse. Aber auch hier entbindet die Ungewissheit nicht von einer Abschätzung. Zwar werden wir dabei von allerlei Tabus und Illusionen behindert; aber ich erzähle mal, was ich herausgefunden habe.“

Präzise beschreibt dann Lukas Fierz zwölf Illusionen. Er schliesst dieses Kapitel mit folgendem Zitat:

„Dass das alles nicht gesehen werden kann, ist zunächst eine Folge der erwähnten Illusionen – in den Worten von Christian Morgensterns «Palmström» würde man sagen: «Also schliesst er messerscharf, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.» Aber solches Denken ist undiszipliniert und infantil. Man könnte es einem Siebenjährigen verzeihen, aber nicht einem verantwortlichen Erwachsenen.“

Der letzte Teil ist dem Abschied von zwei Tabus gewidmet. Fierz geht der Tatsache auf den Grund, wieso uns die Realitätskontrolle derart entglitten ist und schlägt eine Lösung vor wie wir die vielen Probleme doch noch in den Griff bekommen könnten. Auch eine Illusion?

Lesen Sie weiter: … dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Lukas Fierz, Journal21.ch vom 20.11.20.

Oder die Originalpublikation auf dem Blog von Lukas Fierz. Tabus und infantile Illusionen in der Umweltfrage

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Konzernverantwortungsinitiative: Daniel Jositsch, Strafrechtsprofessor und Ständerat: „Jetzt braucht es das Engagement aller Anständigen“

19. November 2020

Guten Abend Heidi

Auf Facebook kursieren mehrere verunglimpfende Videos (siehe Bilder) von einem anonymen Absender, die mit Geld massiv beworben werden.

Die Videos, in denen Unterstützer/innen der Konzernverantwortungsinitiative u.a. als linksradikale Kravallmacher dargestellt werden, wurden bereits über 500’000 mal angeschaut.

Heute deckt der Tages-Anzeiger auf: Swissholdings, der Lobbyverband der Grosskonzerne, hat mutmasslich «Goal», die Agentur der nationalistischen deutschen Partei AfD, einen Auftrag für die Nein-Kampagne gegeben. Und der Tages-Anzeiger geht davon aus, dass eben diese Agentur hinter den verunglimpfenden Videos steckt. In wessen Auftrag ist noch ungeklärt.

Auf diese Art und Weise mit üblen Verunglimpfungen, versteckten Absendern und Fake-News im Internet eine Abstimmungskampagne zu machen, hat man so in der Schweiz noch nie gesehen und ist aus meiner Sicht gravierend und inakzeptabel.

Jetzt braucht es das Engagement aller Anständigen: Zeigen wir diesen Kreisen, dass diese Art von Kampagnenführung nach hinten losgeht und mobilisieren wir alle unsere Bekannten für ein JA zur Konzernverantwortungsinitiative!

Vielen Dank für Deine Unterstützung. Es haben erst ca. 25% der Stimmberechtigten abgestimmt. Wenn wir jetzt alle zusammenhalten und uns nochmals richtig anstrengen, dann können wir die Abstimmung gewinnen.

Herzlich

Daniel Jositsch
Strafrechtsprofessor und Ständerat
Konzernverantwortungsinitiative

Zitat aus Republik vom 19.11.20

„In diesem Sinne greift die Konzern­verantwortungs­initiative ein tief verankertes Selbst­verständnis der Schweizer Wirtschaft an: dass es die Unter­nehmen selbst sind, die den Rahmen für Schweizer Unter­nehmen definieren – und dass sich die Politik raushalten soll, wann immer es geht.“

Heidis Frage und Leseempfehlung: „Schweiz – was bist du? Lesen Sie mehr über die Lügen und den als KMU getarnten Konzern-Falschredner (SRF 10vor10) auf der folgenden Seite und lesen Sie den aufschlussreichen Beitrag in der Republik mit viel parlamentarischem bzw. Lobby-Hintergrund, über kirchliche Zensur und getarnte Inserate der Gegner der Initiative in Tamedia-Medien:“

Die Konzernlobby versucht uns alle zu verwirren – fallen wir nicht darauf hinein! Konzernverantwortungsinitiative vom 16.11.20

www.konzern-initiative.ch

Völlig losgelöst und komplett entgleist. Republik 19.11.20

Wie die Agentur des SVP-Werbers im Abstimmungskampf mitmischt. MSN vom 18.11.20

Wie die Agentur des SVP-Werbers im Abstimmungskampf mitmischt. Tages-Anzeiger vom 19.11.20.

Swissholdings

Laufend treffen Aufrufe zum JA-Stimmen ein

Zum Beispiel von: Brot für Alle, Micheline Calmy-Rey (alt Bundesrätin), Ruth Reifuss (alt Bundesrätin).

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Unter Palmen …

18. November 2020
Eine Herde weidet in einer Palmölplantage, welche mit Herbizid behandelt worden war.

Eine Herde weidet in einer Palmölplantage, welche mit Herbizid behandelt worden war.

Wiederkäuen im toten Unterwuchs.

Wiederkäuen im toten Unterwuchs.

Video auf youtube.

Heidis weiteren 39 Artikel zu Palmöl.

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Ein Blick auf das für Zuckerrüben neu bewilligte Insektizid Movento SC

16. November 2020
Kürbisblüte mit zwei Bestäubern.

Kürbisblüte mit zwei Bestäubern.

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat die Insektizide Movento SC (Wirkstoff Spirotetramat) sowie die ebenfalls für Bienen schädlichen Neonicotinoide (Wirkstoff Acetamiprid) Gazelle SG, Basudin SG, Barritus Rex und Oryx Pro befristet für den Anbau von Zuckerrüben zugelassen. Gemäss Allgemeinverfügung über die Bewilligung eines Pflanzenschutzmittels in besonderen Fällen vom 12.11.20 wird Movento SC bis zum 30.9.21 bewilligt, (W-6742, 100 g/l Spirotetramat). Für den beschränkten Einsatz gelten folgende Auflagen:

Anwendungsgebiet: Feldbau/Zuckerrüben

Schadorganismus: Blattläuse (Röhrenläuse)

Anwendung: Aufwandmenge: 0.45 l/ha, Wartefrist: 90 Tage

Auflagen für den Einsatz

  1. Maximal 2 Behandlungen pro Kultur.
  2. Ansetzen der Spritzbrühe: Schutzhandschuhe + Schutzanzug + Schutzbrille oder Visier tragen.
    Ausbringen der Spritzbrühe: Schutzhandschuhe + Schutzanzug + Kopfbedeckung tragen. Technische Schutzvorrichtungen während des Ausbringens (z.B. geschlossene Traktorkabine) können die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung ersetzen, wenn gewährleistet ist, dass sie einen vergleichbaren oder höheren Schutz bieten.
  3. Nachfolgearbeiten in behandelten Kulturen: Schutzhandschuhe + Arbeitskleidung (mindestens langärmliges Hemd + lange Hose) tragen.

Das BLW verschweigt einen Teil der schädlichen Wirkung des toxischen Insektizids

Wer im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BLW Movento SC nachschlägt, findet u.a. folgende Eigenschaften: Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen und ist sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Es kann allergische Hautreaktionen verursachen.

Das Deutsche Datenblatt über Movento SC enthält mehr Auflagen als der Eintrag dieses Produkts im Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BLW. Das sind u.a. die folgenden:

  • Das Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol soll vermieden werden.
  • NB6611: Das Mittel wird als bienengefährlich eingestuft (B1). Es darf nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen ausgebracht werden; dies gilt auch für Unkräuter. Bienenschutzverordnung vom 22. Juli 1992, BGBl. I S. 1410, beachten.
  • NN3001: Das Mittel wird als schädigend für Populationen relevanter Nutzinsekten eingestuft.
  • NN3002: Das Mittel wird als schädigend für Populationen relevanter Raubmilben und Spinnen eingestuft.
  • NW262: Das Mittel ist giftig für Algen.
  • NW264: Das Mittel ist giftig für Fische und Fischnährtiere.
  • SF245-02: Es ist sicherzustellen, dass behandelte Flächen/Kulturen erst nach dem Abtrocknen des Pflanzenschutzmittelbelages wieder betreten werden.

Nach der Behandlung müsste also am Feldrand eine Warntafel angebracht werden, damit Kinder, Hunde und Spaziergänger (Wildtiere!) das Feld nicht betreten.

Movento SC für zahlreiche Kulturen bewilligt

Das Pestizid wird von den Pflanzen aufgenommen und in den Leitbündeln in beiden Richtungen transportiert. Movento SC ist in der Schweiz bereits für folgende Kulturen und gegen mehrere Schädlinge bewilligt.

Kulturen: Erdbeere, Birne, Kernobst, Kirsche, Steinobst, Gewächshaus Aubergine, Gewächshaus Paprika, Gewächshaus Tomaten, Baby-Leaf (Chenopodiaceae), Bohnen mit Hülsen, Freiland Chicorée, Cima di Rapa, Kresse, Gurken, Kürbisse mit geniessbarer Schale, Freiland Knoblauch, Freiland Schalotten, Freiland Zwiebeln, Kohlarten (Jungpflanzen), Freiland Kohlarten, Melonen, Rucola, Salate (Asteraceae), Freiland Salate (Asteraceae), Spinat, Hopfen, Kartoffel, Bäume und Sträucher (ausserhalb Forst), Blumenkulturen und Grünpflanzen.

Schadorganismen: Blattläuse (Röhrenläuse), Erdbeermilbe, Weisse Fliegen (Mottenschildläuse), Birnblattsauger, Austernschildläuse, Gemeine Kommaschildlaus, Blutlaus, Grüne Apfelblattlaus, Grüne Zitrusblattlaus, Mehlige Apfelblattlaus, Mehlige Birnblattlaus, Kirschenfliege, Rostmilben, Salatwurzellaus, Thripse, Teilwirkung Kohldrehherzgallmücke.

Auflagen: Je nach Kultur und Schadorganismus sind sie sehr unterschiedlich. Zwiebeln, Knoblauch und Schalotten dürfen alle 7 bis 14 Tage und bis viermal behandelt werden, Kresse zweimal. Die Wartefrist beträgt bei beiden 2 Wochen. Für Gurken ist z.B. lediglich eine Wartefrist von 3 Tagen vorgeschrieben.

EU-Zulassung 2013

Movento SC wurde in der EU erst 2013 zugelassen. Man hat also noch keine grosse Ahnung wie sich das Insektizid in der Praxis langfristig auf Boden, Wasser, Nichtziel-Organismen und Gesundheit auswirkt. Auch die Abdriftgefahr dürfte noch wenig erforscht sein.

Heidi meint: „Den Teufel mit dem Belzebub austreiben ist keine nachhaltige Lösung. Grundsätzliche Überlegungen sind nötig. Was ist in einem Jahr?

Heidi hat als gewöhnliche Konsumentin keine Einsicht in die Zulassungsunterlagen beim BLW; diese sind erstaunlicherweise geheim, obwohl sie ihre Gesundheit und jene ihrer Umwelt betreffen. Sie hat daher folgende Fragen: „Auf welcher wissenschaftlichen Basis stehen die sehr unterschiedichen Anforderungen: Wartefrist für Zuckerrüben das Dreissigfache von Gurken? Erlaubte Behandlungshäufigkeit von Zwiebeln das Vierfache von Hopfen? Ist das einfach so, weil der Anbau dies angeblich erfordert? Bei den Zuckerrüben macht sich die lange Wartefrist gut, ist positiv für die Kommunikation, aber wahrscheinlich ist eine Behandlung in den letzten drei Anbaumonaten gar nicht mehr nötig. Beim Obst beträgt die Wartefrist drei Wochen, bei allen Gemüsen und den Melonen beträgt die längste Wartefrist nur gerade zwei Wochen. Wie lange ist die Abbaufrist?

Wie kommt es, dass ein solch giftiges Insektizid überhaupt bewilligt wurde?“

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Das Bundesamt für Landwirtschaft hält alle zum Narren!

15. November 2020
Gefahrenkennzeichnung von Movento SC gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 15.11.20.

Gefahrenkennzeichnung von Movento SC gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 15.11.20.

Medienmitteilung vom 15.11.20 der InitiantInnen der Petition Verbot der bienentötenden Neonicotinoide: kein Zurück mehr!

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat am Donnerstag mit seinem Entscheid über die erlaubten Behandlungsmethoden für Zuckerrüben Bestürzung ausgelöst. Eine Imkerin, ein Landwirt und ein Arzt hatten sich mit Händen und Füssen gewehrt, indem sie unter anderem eine Petition gegen die von den Rübenbauern verlangte Wiedereinführung des Gauchos lancierten. Sie haben ihren Fall gewonnen, aber das BLW hat die Schweizer Bevölkerung getäuscht, indem es diskret den Einsatz von zwei weiteren synthetischen Pestiziden zugelassen hat, die auf das Nerven- und Fortpflanzungssystem wirken und Bienen und die menschliche Gesundheit ernsthaft schädigen.

Obwohl das BLW die von der Zuckerlobby geforderte Wiederzulassung von Gaucho ablehnt, registriert es zwei synthetische Pestizide für Rübenpflanzen, die bereits im Kartoffelanbau zulässig sind. Es handelt sich dabei um das neurotoxische Pestizid Gazelle SG und das reproduktionstoxische Pestizid Movento SC.

„Zu allem Überfluss behaupten die Rübenbauern nun, dass diese äusserst schädlichen Pestizide für ihre Kulturen weniger geeignet sind und dass sie ihre Rüben mit höheren Mengen dieser Stoffe werden behandeln müssen als bisher“, beklagt Ernst Frischknecht, ein Pionier des Biolandbaus. „Mit ihrem gemeinsamen Entscheid lassen Bundesrat und BLW den Schweizerischen Bauernverband (SBV) und seine Verbündeten in der Agrochemie wissen, dass sie weiterhin bereit sind, deren überholte Vision der Landwirtschaft zu verteidigen. Mit seinem Versuch, die Interessen dieser Lobbys zu wahren, hat das BLW nun Unmut bei Bauern, Imkern, medizinischen Fachleuten, Forschern und Umweltschutzorganisationen ausgelöst. Was für ein Schlamassel!“

Das synthetische Pestizid Gazelle SG wird als gefährlich für Bienen eingestuft, weil es das Nervensystem angreift. Mehrere Studien haben auch seine Toxizität für Marienkäfer und natürliche Fressfeinde der Blattläuse nachgewiesen. Was das zweite für Zuckerrüben zugelassene Pestizid Movento SC betrifft, so wird es ebenfalls als bienentoxisch eingestuft mit Auswirkungen auf die Entwicklung der Brut und die Vitalität der Bienenvölker. Mehrere Veröffentlichungen bezeugen ausserdem die Gefährlichkeit dieses Produkts für die Bodenfauna und insbesondere für Regenwürmer.

Der Bundesrat versucht sich in Kompromissen und kompromittiert damit die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung

„Unsere Petition gegen die Wiedereinführung dieses bienentötenden Pestizids, die vor einem Monat lanciert wurde, hat bisher fast 15’000 Unterschriften gesammelt. Die Schweizer wollen offensichtlich keine Gifte, die derart toxisch für Bienen, Bodenorganismen, Wirbellose und die menschliche Gesundheit sind“, sagt Sonia Burri Schmassmann, scheidende Präsidentin von Apisuisse und der Société d’apiculture Romande und erinnert an eine wichtige Tatsache: „80% der Kulturpflanzen benötigen Insekten zur Bestäubung. Es ist von entscheidender Bedeutung, die biologische Vielfalt intakt zu erhalten und unsere Ökosysteme durch ein endgültiges Verbot synthetischer Pestizide zu schützen“.

„Der Bundesrat hat versucht, einen Kompromiss zu finden, aber er kompromittiert mit diesem Entscheid die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. In der Agrarpolitik sind wir von den Zielen, die sich die Schweiz gesetzt hat, noch weit entfernt“, sagt Jérôme Tschudi, Arzt aus Biel. „In sieben Monaten werden wir, die Bevölkerung, die Möglichkeit haben, die Initiative ‚Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide‘ anzunehmen, die die einzige wirkliche Lösung für ein Problem darstellt, mit dem uns die Agrochemie-Lobby seit Jahrzehnten konfrontiert. In der Zwischenzeit ist es dringend erforderlich, dass sich unsere Behörden mit den Dossiers dieser beiden besonders problematischen Pestizide befassen und die Forschung vorantreiben, um Alternativen zu finden“.

Dieser Rückwärtsschritt ist für die Petitionäre sehr besorgniserregend. Sie stellen fest, dass die verschiedenen nationalen Pläne zum Bienenschutz, zur Artenvielfalt und zur Reduktion von Pestiziden, die in den letzten Jahren von den Bundeskammern verabschiedet wurden, nicht eingehalten werden. Es ist dringend, dass wir den Worten Taten folgen lassen. Da das BLW und der Bundesrat dazu nicht in der Lage sind, wird am 13. Juni 2021 das Volk entscheiden.

Sonia Burri Schmassmann, Imkerin, ehemalige Präsidentin des Imker-Dachverbandes apisuisse und Mitglied des Komitees des Westschweizer Imker-Vereins SAR

Jérôme Tschudi, Arzt

Ernst Frischknecht, Pionier des Biolandbaus und ehemaliger Präsident von Bio Suisse, Tann

Entscheid des BLW, auf den wir uns beziehen

Notzulassung für Bekämpfung der Virösen Vergilbung bei Zuckerrüben

Petition
Französisch: Interdiction des néonicotinoïdes tueurs d’abeilles : pas de retour en arrière ! (10’385 Unterschriften)

Deutsch: Verbot der bienentötenden Neonicotinoide: kein Zurück mehr! (4’381 Unterschriften)

Italienisch: Divieto dei neonicotinoidi tossici per le api: non si torni indietro! (72 Unterschriften)

Frühere Medienmitteilungen
12.10.2020 Lancierung der Petition
02.11.2020 Schon 12’000 Unterschriften erreicht

Heidi meint: „Erstaunlich ist, dass so toxische Pestizide wie Movento SC und Gazelle SG überhaupt zugelassen sind und dies zudem für zahlreiche Kulturen und Schadorganismen, nicht nur für Kartoffeln, z.B. Movento SC für Spinat, Erdbeeren, Kohl, Rucola, Kirschen usw., um nur ein paar wenige zu nennen. Viele der zugelassenen Pestizide sind zudem sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.“

Im Moment finden Sie diese Pestizide hier. Achtung: Das kann sich aber bei der nächsten Änderung des Pflanzenschutzmittelverzeichnisses ändern.

Movento SC

Gazelle SG

Gaucho ist immer noch zugelassen für Salate (Asteraceae).

Gefahrenkennzeichnung von Gazelle SG gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 15.11.20.

15.11.20 HOME

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Brandrodung für Palmöl: Die Zerstörung der letzten grossen Regenwälder in Asien

14. November 2020

Ein koreanischer Palmölgigant hat weite Teile der grössten noch verbliebenen Regenwälder Asiens aufgekauft. Eine am 12.11.20 veröffentlichte Untersuchung deutet darauf hin, dass die Brände auf dem Land absichtlich gelegt wurden.

In Papua/Indonesien vor sechs Jahren: Herr Kinggo wurde vom südkoreanischen Palmölgiganten Korindo angesprochen. Dieser bat ihn, seinen Stamm und zehn andere Clans davon zu überzeugen, (nur) 100’000 Rupien (7 Schweizer Franken) pro Hektare als Entschädigung für ihr Land zu akzeptieren. Das Unternehmen kam mit Genehmigungen der Regierung und wollte laut Kinggo eine „schnelle Transaktion“ mit den indigenen Landbesitzern. Und das Versprechen der Entwicklung sei mit subtiler Einschüchterung verbunden, sagte er.

„Das Militär und die Polizei kamen zu mir nach Hause und sagten, ich müsse mich mit der Firma treffen. Sie sagten, sie wüssten nicht, was mit mir passieren würde, wenn ich es nicht täte.“

Als er es tat, machten sie ihm auch persönliche Versprechungen, sagte er. Als Koordinator würde er ein neues Haus mit sauberem Wasser und einem Generator erhalten und das Schulgeld für seine Kinder würde bezahlt.

Seine Entscheidung veränderte seine Gemeinde für immer.

Unternehmen wie Korindo müssen das Land roden, damit sie Ölpalmen anpflanzen können. Der Einsatz von Feuer zu diesem Zweck – die so genannte „slash and burn“-Technik – ist in Indonesien aufgrund der Luftverschmutzung, die sie verursacht, illegal. Verboten ist die Methode auch, weil die Feuer leicht ausser Kontrolle geraten.

Laut einer neuen Untersuchung der Gruppe für forensische Architektur der Goldsmiths University in London und Greenpeace International, die in Zusammenarbeit mit der BBC veröffentlicht wurde, gibt es Beweise, die auf absichtlich gelegte Brände während der Rodungsperiode hinweisen. Die Untersuchung fand Beweise für Brände auf einer von Korindos Konzessionen über einen Zeitraum von Jahren in Mustern, die mit der beabsichtigten Nutzung übereinstimmen.

„Wir stellten fest, dass das Muster, die Richtung und die Geschwindigkeit, mit der sich die Brände bewegt hatten, perfekt mit dem Muster, der Geschwindigkeit und der Richtung übereinstimmte, mit der die Rodung des Landes erfolgte. Das deutet darauf hin, dass die Brände absichtlich gelegt wurden“, sagte Samaneh Moafi, der leitende Forscher.

Eine Studie der Harvard-Universität schätzte, dass die schlimmsten Brände seit Jahrzehnten im Jahr 2015 mehr als 90’000 verfrühte Todesfälle verursachten. Es wird auch angenommen, dass die Brände in diesem Jahr in nur wenigen Monaten mehr Kohlenstoffemissionen verursacht haben als die gesamte Wirtschaft der Vereinigten Staaten.

Tausende von Hektaren des einst riesigen Regenwaldes des Mandobo-Stammes wurden abgeholzt und durch saubere Reihen von Ölpalmen ersetzt. Weitere 19’000 Hektaren, die sich jetzt innerhalb einer Korindo-Konzession befinden, sind für die Rodung vorgesehen.

Herr Kinggo kämpft darum, etwas von dem zu retten, was noch übrig ist. Er befürchtet, dass zukünftige Generationen „vom Geld leben müssen“ und nicht vom Wald. Er wirft der Regierung vor, sich nicht mit den Dorfbewohnern beraten zu haben, bevor sie Korindo die Konzession erteilt und „sie hierher geschickt hat, um uns unter Druck zu setzen“.

Aber wenn er jetzt durch den Wald geht, schaut er hinein, und das Geld, das er mitgenommen hat, lastet auf ihm.

„Laut Gott habe ich gesündigt, ich habe 10 Stämme getäuscht“, sagte er.

Ausführlicher Bericht: The burning scar: Inside the destruction of Asia’s last rainforests. BBC vom 12.11.20

Selling Out West Papua. Al Jazeera: Selling Out West Papua was produced in collaboration with Mongabay, The Gecko Project and the Korea Centre for Investigative Journalism.

Heidis weitere 38 Artikel über Palmöl

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Über Gifte und Giftcocktails in Lebensmittelverpackungen

13. November 2020

Die Food Packaging Forum (FPF) Foundation ist eine Organisation für Wissenschaftskommunikation. Das Lebensmittelverpackungsforum bietet unabhängige Informationen zu Fragen der Lebensmittelverpackung und Gesundheit.

Jane Muncke, Direktorin des Food Packaging Forum,  doctorate degree in environmental toxicology and an MSc in environmental science from the Swiss Federal Institute of Technology Zurich (ETHZ).

Jane Muncke, Direktorin des Food Packaging Forum, doctorate degree in environmental toxicology and an MSc in environmental science from the Swiss Federal Institute of Technology Zurich (ETHZ).

Viele der in den Lebensmittelverpackungen enthaltenen Chemikalien können in unsere Lebensmittel gelangen. Und einige von ihnen sind dafür bekannt, dass sie unsere Gesundheit schädigen. Im neuen Video-Blog Unwrapping Food Packaging spricht Jane Muncke, Direktorin des Food Packaging Forum, über problematische Stoffe in Lebensmittelverpackungen. In dieser ersten Episode erklärt sie wie solche Stoffe in Lebensmittel gelangen und warum gefährliche Chemikalien in den Lebensmittelverpackungen, die wir täglich verwenden, immer noch erlaubt sind.

Jane Muncke spricht Englisch, langsam, deutlich und in einfacher Sprache, so dass man sie gut vesteht. Nachfolgend ein paar Zitate aus einem Bericht des EU Parlaments. FCM = Food Contact Material.

Food packaging is safe, right? Erste Episode von Unwrapping Food Packaging.

Scientific consensus statement on food contact chemicals and human health: Group of 33 international scientists publish peer-reviewed statement identifying seven specific areas for improvement, urge decision makers to reduce exposure to harmful chemicals present in food packaging and other contact food contact materials. 3.3.20

Food Contact Materials – How to Ensure Food Safety and Technological Innovation in the Future? European Parliament, Study for the ENVI Committee, 2016

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Agropreis 2020 an Käserei Alp Tannenboden Flumserberg (SG)

12. November 2020

Die Alp Tannenboden auf dem Flumserberg gehört zu den Alpen, die von der Bürgergemeinde Flums gepflegt wird. Es ist eine ganz normale Alp. Sie wird, wie die meisten Alpen in der Schweiz, konventionell bewirtschaftet. Konventionell bedeutet, dass in der Regel u.a. auch Herbizide gespritzt werden. Viele KonsumentInnen wissen das nicht und sind entsetzt, wenn sie es erfahren, denn sie träumen von der heilen Bergwelt.

Den Flumser BürgerInnen scheint das Spritzen grosse Freude zu bereiten. Einige tragen dazu Shorts und ärmellose Shirts; die Frauen eher Handschuhe, die Männer eher nicht. Spezielle „Wandergruppen“ mit übergrossem „Corona-Abstand“ gehen über die Weiden mit einem Spritzgefäss in der Hand. Ob sie das nötige Fachwissen haben und der Zeitpunkt der Behandlung der richtige ist, bleibe dahingestellt. Heidi berichtete am 7.7.17 darüber:

Umgang mit Pestiziden … denn sie wissen nicht, was sie tun! (Auf den Seiten der Bürgertage wurden zahlreiche Fotos inzwischen gelöscht, Heidi hatte sie damals gespeichert, auch jene von den Mottfeuern.)

Die Käserei Alp Tannenboden SG, hat mit dem Projekt «Mit neuer Käserei Wertschöpfung erhöht» den Agropreis 2020 gewonnen. Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) berichtete darüber.

Agropreis 2020 geht an Alpkäserei. LID vom 5.11.20

Heidis weitere 36 Artikel über Herbizide auf Alpen.

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Bio Suisse und die Trinkwasserinitiative: Kommt Zeit, kommt Rat!

11. November 2020

Adrian Krebs, Bauernzeitung vom 11.11.20: „Bio-Suisse verschiebt Parolenfassung zur Trinkwasser-Initiative, klares Ja zum Pestizidverbot

Entgegen dem Antrag des Vorstands, der ein Nein gefordert hatte, beschliessen die Delegierten der Bio Suisse eine Verschiebung der Parole zur Trinkwasser-Initiative aufs kommende Frühjahr. Die Pestizidverbots-Initiative wurde hingegen klar befürwortet.“

JA-PAROLE ZUR INITIATIVE „SCHWEIZ OHNE SYNTHETISCHE PESTIZIDE“. Medieninformation Bio Suisse vom 12.11.20: „Bio Suisse hat an der heutigen Delegiertenversammlung (DV) die beiden anstehenden landwirtschaftspolitischen Volksabstimmungen diskutiert. Die Delegierten sagen Ja zur Initiative „Schweiz ohne synthetische Pestizide“. Die Parolenfassung zur Trinkwasser-Initiative wurde auf die DV im April 2021 verschoben. Der Verband der Schweizer Bio- Bäuerinnen und -Bauern unterstützt die Umsetzung eines seiner zentralen Anliegen auf nationaler Ebene und nimmt mit diesem Votum die ganze Gesellschaft in die Verantwortung.“

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