Oh du süsse Weihnachtszeit!

12. Dezember 2017
Heidis Butterzopf, garantiert ohne Palmöl. Wer Wertschöpfung im Hause behält, dem werden nicht all die unerwünschten (auch schädlichen) "Zutaten" in die Produkte reingemischt. Mindestens in Deutschland gibt es auch Zopf mit Palmöl. <a href="http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Hefezopf-im-Test-Was-steckt-drin,hefezopf132.html" target="_blank" rel="noopener">Hefezopf im Test: Was steckt drin?</a> NDR vom 10.4.17. Studieren Sie die Etiketten vor dem Kauf und fragen sie nach! Die verlorene Vorfreude: Einst waren Süssigkeiten wie Schokolade, Guetzli & Co. für festliche Anlässe und Geschenke reserviert. Heute sind sie Alltag und Frust-Killer - mit vielen Konsequenzen.

Heidis Butterzopf, garantiert ohne Palmöl. Wer Wertschöpfung im Hause behält, dem werden nicht all die unerwünschten (auch schädlichen) „Zutaten“ in die Produkte reingemischt. Mindestens in Deutschland gibt es auch Zopf mit Palmöl. Hefezopf im Test: Was steckt drin? NDR vom 10.4.17. Studieren Sie die Etiketten vor dem Kauf und fragen sie nach! Die verlorene Vorfreude: Einst waren Süssigkeiten wie Schokolade, Guetzli & Co. für festliche Anlässe und Geschenke reserviert. Heute sind sie Alltag und Frust-Killer – mit vielen Konsequenzen.

Seit Oktober hämmert uns die Werbung – noch aggressiver als üblich – ein, dass wir essen, schenken und konsumieren müssen, denn ohne unsere Überfluss-Käufe funktionieren Geldmaschine und Wachstum nicht. Und es wird weltweit geplündert! An vielen Dingen klebt Sklaven- und Kinderarbeit, Umweltzerstörung, Landraub und auch Blut. Wir wissen es!

Es braucht eine Aufklärung 2.0

Heidis Buchempfehlung: Wir sind dran vom Club of Rome. Darin wird aufgezeigt was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Aufklärung für eine volle Welt.

Der Club of Rome will diejenigen ansprechen, die eine neue Aufklärung suchen, die sich von Fortschritt und guten Visionen ermuntert fühlen und die einen Humanismus vertreten, der nicht nur anthropozentrisch ist, sondern auch die natürliche Mitwelt einschliesst, und die sich trauen, langfristig zu denken. Das Buch greift viele Ansätze auf – etwa die Enzyklika Laudato Sí von Papst Franziskus, oder auch östliche Religionen und fordert eine neue Aufklärung. Es brauche eine Philosophie der Balance, nicht des Ausschlusses.

Wir sind dran. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Anders Wijkman. Club of Rome: Der grosse Bericht. Verlagsgruppe Random House, ISBN: 978-3-579-08693-4

Quelle: Wir sind dran. Adventskalender Nachhaltige Entwicklung 2017, 11.12.17.

Bilder zu Palmöl/Indonesien. Ist dies der „Fortschritt“, den wir wollen? Und wann endet er? Traurige Bilder und Videos sagen mehr als Worte.

Pünktlich zu Halloween: Nestlé & Co brechen Palmöl Versprechen, CleanEnergy Project 2017, 31.10.17.

Palmöl-Vorwürfe treffen auch Nestlé, Handesheitung, 30.11.16

Wie Brasilien den Tod seiner Ureinwohner in Kauf nimmt. Welt, 26.10.17

Sambia: Landraub als Entwicklungshilfe. Infosperber, 6.11.17.

Greenpeace warnt vor Gesundheitsgefahr durch Palmöl in Lebensmitteln. Der Standard, 27.9.17.

Nestlé: Ab 2025 keine Käfigeier mehr, Schweizer Bauer, 8.11.17. Auch „gute“ Nachrichten können schlechte sein. Unglaublich, dass Nestlé noch immer Käfigeier verarbeitet! Und dies noch weitere sieben düstere Jahre lang. Heidi besichtigte eine Käfighaltung, damals als diese Haltungsform in der Schweiz den Bauern empfohlen wurde. Nur ein Wort zur Stimmung im düsteren Raum: Schrecklich! KAGfreiland erreichte bereits 1992 ein Verbot der Käfighaltung von Legehennen in der Schweiz.

Übrigens hat Heidi bis heute keine Antwort von Nestlé auf ihre Anfrage betr. Le Parfait – Original, seit 1950, erhalten, das Palmkernfett enthält: Freihandelsgespräche in Davos – Heidi berichtet über Palmöl, Heidis Mist, 22.1.17

Heidi bleibt dran!

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Die perfiden Spielchen mit den Grenzwerten

10. Dezember 2017
Konzentration von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser. Quelle: Bundesamt für Umwelt

Konzentration von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser. Quelle: Bundesamt für Umwelt

Die Regelungen rund um die Wasserqualität sind eine recht komplizierte Sache. Und so muss es wohl sein, damit niemand Licht ins Dunkel bringt.

Oberirdische Gewässer

Die Anforderungen an die Wasserqualität von oberirdischen Gewässern werden in Anhang 2, Ziffer 11, Absatz 1, Buchstabe c der Gewässerschutzverordnung (GSchV) wie folgt beschrieben: „Die Wasserqualität muss so beschaffen sein, dass das Wasser nach Anwendung von angemessenen Aufbereitungsverfahren die Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung erfüllt.“

Grundwasser

Für Grundwasser allgemein gibt es keine Anforderungswerte, nur für Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist. Die Anforderungen sind in Anhang 2, Ziffer 22, Absatz 1, der GSchV wie folgt definiert: „Die Wasserqualität muss so beschaffen sein, dass das Wasser nach Anwendung einfacher Aufbereitungsverfahren die Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung einhält.“

Der kleine Unterschied

Was bedeutet konkret „angemessen“ (Oberflächengewässer)? Was sind „einfache Aufbereitungsverfahren“ (Grundwasser)? Hier besteht viel Interpretationsspielraum – ein Fall für Juristen!

Kein Summenwert für Pestizide im Wasser

In der GSchV findet man keinen Summenwert für Pestizide im Wasser. Für das Grundwasser, das als Trinkwasser genutzt wird oder dafür vorgesehen ist, gilt nur ein Anforderungswert für einzelne Pestizide von 0,1 µg/l. Es dürfen beliebig viele sein. Oder doch nicht, weil das Entfernen von Pestiziden kein „einfaches“ Verfahren ist? Juristen-Futter!

Regelung bis 30.4.17

Hingegen war im Anhang der Fremd- und Inhaltsstoffverordnung (FIV) ein Summenwert aufgeführt: Summe aller organischen Pestizide und deren relevanten Metaboliten, Abbau- und Reaktionsprodukte 0,5 µg/l. Es handelt sich um einen Toleranzwert. Das Überschreiten eines Toleranzwerts zeigt an, dass ein Produkt verunreinigt oder sonst im Wert vermindert ist. Das Lebensmittel wird lediglich beanstandet, und es müssen Massnahmen getroffen werden, um die Situation in Ordnung zu bringen, siehe Grenz-, Toleranz- und Anforderungswerte: Was bedeuten sie? Heidis Mist, 14.2.16.

Heidi wusste zwar, dass eine Änderung im Gange war, hat aber den unauffälligen Vermerk auf der FIV „Dieser Text ist nicht in Kraft“ übersehen, was zum Verwirrspiel beiträgt.

Neue Regelung seit 1.5.17

Eine separate Trink- und Brauchwasserregelung wurde geschaffen, die Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV).

Für Pestizide gilt ein Höchstwert für jedes einzelne Pestizid von 0,1 µg/l. Für Aldrin, Dieldrin, Heptachlor und Heptachlorepoxid gilt ein Höchstwert von 0,030 ìg/l. Der Begriff «Summe der Pestizide» bezeichnet die Gesamtheit aller im Rahmen des Kontrollverfahrens ermittelten und quantifizierten Pestizide. Der Höchstwert beträgt 0,5 µg/l.

Neu ist v.a. der „Höchstwert“ statt „Toleranzwert“. Die Bedeutung wurde in einer Präsentation des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV wie folgt erklärt:

Quelle: Höchstwerte, Hygienekriterien, Branchenleitlinie, BLV.

Quelle: Höchstwerte, Hygienekriterien, Branchenleitlinie, Präsentation BLV.

Weisungen des BLV zur Interpretation von Höchstwertüberschreitungen

Als «Pestizide» gelten die in Artikel 2, Absatz 1, Buchstabe a der Verordnung des EDI vom 16. Dezember 2016 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Erzeugnissen pflanzlicher und tierischer Herkunft (VPptH) definierten Wirkstoffe sowie die für das Trinkwasser relevanten Metaboliten. Heidi hat den „Buchstaben a“ kopiert:

 In dieser Verordnung bedeuten:

a. Pestizide:

  1. derzeit oder früher in Pflanzenschutzmitteln im Sinne des Chemikaliengesetzes vom 15. Dezember 20001 (ChemG) verwendete Wirkstoffe und ihre Stoffwechsel-, Abbau- oder Reaktionsprodukte, oder
  2. Wirkstoffe und ihre Stoffwechsel-, Abbau- oder Reaktionsprodukte aus Biozidprodukten im Sinne der Biozidprodukteverordnung vom 18. Mai 20052 (VBP), die nicht bereits in anderen Erlassen geregelt werden;

Alles klar? Besonders „Die Ware darf nicht in den Verkehr gebracht werden … ausser es entspricht der guten Praxis.“

Trinkwasserpreise

Die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) vorgeschlagenen neuen, vorwiegend wesentlich höheren Anforderungswerte für Oberflächengewässer bewirken, dass die Oberflächengewässer künftig „schmutziger“ sein dürfen und das Aufbereiten von Wasser aus Oberflächengewässern zu Trinkwasser möglicherweise wesentlich teurer wird, etwa wenn das 3’600-Fache an Glyphosat im Wasser sein darf. Bereits die alte Regelung sieht im Vergleich mit Grundwasser ein teureres Aufbereitungsverfahren vor.

Das Entfernen von Pestiziden aus dem Wasser gilt nicht als einfaches Aufbereitungsverfahren, weshalb eigentlich das Grundwasser pestizidfrei sein müsste. Die Aufbereitungskosten werden durch uns Trinkwasserbezüger bezahlt, nicht durch die Verschmutzer. Je stärker die Gewässer verschmutzt sind, desto höher die Kosten, welche wir KonsumentInnen zu bezahlen haben.

Und wenn Gewässer stark verschmutzt sind, dann kann man versuchen, sie mit Subventionen für die Bauern gemäss Gewässerschutzgesetz Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes zu reinigen, aber nachhaltig ist dies meistens nicht und die Teilnahme der Bauern ist – wie könnte es anders sein – freiwillig!

Wasserlebewesen zählen nicht

Und was trinken die Lebewesen in den Gewässern? „Einfach“ oder „angemessen“ aufbereitetes Trinkwasser? Keines von beiden natürlich, sondern „unbehandeltes“! Die neuen Anforderungswerte für Pestizide in Oberflächengewässern suggerieren mehr Sicherheit, aber die Pestizidbelastung weist grosse Spitzen auf. Wenn behandelt wird, kann die Konzentration sehr viel höher sein als bei den (seltenen) Probenahmen. Darunter leiden Wasserflora und -fauna. Viele Wasserpflanzen sind vom Aussterben bedroht. Wen wundert’s? Und wie geht es den Fröschen und Fischen?

Die Mischung macht das Gift

Es ist fraglich, ob die Wissenschaft abschliessende Ergebnisse über die Toxizität von Pestiziden liefern kann, besonders wenn viele Giftstoffe gleichzeitig wirken und es immer neue gibt. Eine Sisyphus-Arbeit, die wohl niemand bezahlen kann.

Pestizid-Recycling

Im Weiteren werden Bäche und Flüsse zum Bewässern gebraucht, also gelangen Pestizide auch zurück aufs Feld: Pestizid-Recycling! Mindestens dieser Punkt könnte die Bauern zum Nachdenken bringen.

Lösung Grenzwert-Überschreitungen: Grenzwert erhöhen! Heidis Mist vom 9.12.17.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (6) Nitratprojekt Wohlenschwil, Heidis Mist vom 26.11.16.

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Lösung Grenzwert-Überschreitungen: Grenzwert erhöhen!

9. Dezember 2017
Pestizide? Pestizide sind unsichtbar und Analysen teuer.

Pestizide? Pestizide sind unsichtbar und Analysen teuer.

Was tun, wenn Grenzwerte regelmässig überschritten werden? Sie erhöhen! Das hat nicht nur in der Schweiz Tradition. Und eine (fadenscheinige) Erklärung dafür gibt es immer. Aktuell: Das Bundesamt für Umwelt schlägt eine Erhöhung des Grenzwertes von Glyphosat in Gewässern um das 3’600-fache vor. Richtig geschrieben? Richtig gelesen? Ja! Andere Länder handeln zugunsten ihrer Bevölkerung und erwägen ein Verbot von Glyphosat.

„Von der Neuerung ist nicht allein Glyphosat betroffen. Für insgesamt 38 Pestizide soll in oberirdischen Gewässern der aktuelle allgemeine Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter nicht mehr gelten.“ Tagesanzeiger vom 9.12.17, Bald ist in Gewässern 3600-mal mehr Glyphosat erlaubt, Stefan Häne.

Umfrage zum Artikel von Stefan Häne, Tagesanzeiger vom 9.12.17, 20.30 Uhr.

Umfrage zum Artikel von Stefan Häne, Tagesanzeiger vom 9.12.17, 20.30 Uhr.

Es gibt eine einfache Lösung für das Problem

Heidis Lösungsvorschlag: Essen Sie nur noch Bio! Und unterschreiben Sie die Volksinitiative Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide von Future 3.0. Die Trinkwasser-Initiative ist zwar schon zustande gekommen, sammelt aber noch bis Ende Dezember Unterschriften; eingereicht wird sie am 18.1.18.

Denn, auf die Behörden, welche wir dafür bezahlen, dass sie uns schützen, ist kein Verlass. Das schrieb schon der Klimaforscher der ersten Stunde, James Hansen, in seinem Buch Storms of My Grandchildren.

Verordnung des UVEK über die Änderung von Anhang 2 Ziffer 11 Absatz 3 der Gewässerschutzverordnung (GSchV)

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Vegetationsruhe: … und es wird gegüllt!

8. Dezember 2017

Deutschland: Eine Initiative des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.

In der Schweiz ist das ganze Jahr Güllezeit, da es keine Winter-Sperrfristen gibt. Am 7.12.17 brachten Bauern z.B. in den Kantonen St. Gallen sowie Glarus Gülle aus. Der Boden war gefroren und leicht mit Schnee bedeckt. Gemäss Gewässerschutzgesetzgebung wäre Gülleaustrag verboten, denn die Pflanzen können die Nährstoffe während der Vegetationsruhe nicht aufnehmen. Doch der Vollzug funktioniert nicht.

Ein Bauer war mit dem Schleppschlauchverteiler unterwegs. Der Schleppschlauchverteiler bietet mehrere Vorteile wie geringere Luftverschmutzung durch Ammoniak und daher tiefere Düngerkosten. Aber wenn jetzt während der Vegetationsruhe Gülle ausgebracht wird, dann sind zwei Vorteile zugunsten des Bauers erwähnenswert: Man sieht weniger gut, dass Gülle ausgebracht wurde und auch die Pufferstreifenverletzungen fallen weniger auf. Die Gefahr der Gewässerverschmutzung ist jedoch gross.

Gülle-Notstand in Schleswig-Holstein offenbart verfehlte Landwirtschaftspolitik

Aber auch in Ländern mit Sperrfrist ist die Lage für Gewässer und Grundwasser nicht rosig. Gemeinsam mit neun Umweltverbänden und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) eine Petition zur Verschärfung des Düngerechts initiiert.

 „Die Folgen einer verfehlten Landwirtschaftspolitik in Deutschland bringen in Schleswig-Holstein das Fass zum Überlaufen: Zahlreiche Gülletanks sind randvoll gefüllt und können keine weitere Last mehr aufnehmen – zu groß wäre die Gefahr, dass die Gülle überbordet und direkt in Böden und Gewässer gelangt. Dieser Gülle-Notstand zwingt die Landesregierung zu einem unkonventionellen Erlass: Mit Notfallgenehmigung dürfen die Bauern auf den Feldern provisorische Güllelager errichten.

Wir sehen allerdings die Gefahr, dass sich dieser Gülle-Notstand in den nächsten Jahren wiederholt und auch andere Teile der Republik treffen könnte. Denn zu der Gülle-Überproduktion aus der Massentierhaltung in Deutschland werden jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Gülle aus dem Ausland importiert. Das ist Ausdruck einer verfehlten Landwirtschaftspolitik, die zu Lasten der Böden und Gewässer geht.

Hinzu kommt, dass die novellierte Düngeverordnung und die kürzlich verabschiedete Stoffstrombilanzverordnung der industriellen Landwirtschaft derart viele Ausnahmen und Schlupflöcher gewähren, dass ein nachhaltiger Gewässerschutz nicht möglich ist. Die nächste Bundesregierung muss endlich eine Kehrtwende in der Landwirtschaftspolitik einleiten.“

Gülle-Notstand in Schleswig-Holstein offenbart verfehlte Landwirtschaftspolitik, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), 8.12.17

Weitere Informationen finden Sie unter: www.guelleverschmutzung-stoppen.de.

8.12.17 HOME

Langfristige Erhaltung der Bodenfunktionen in Frage gestellt

5. Dezember 2017
Gebirgsboden beim Morteratschgletscher, Gletschervorfeld, Pontresina, 2005 m ü. M. © Gabriela Brändle, Roman Berger, Michael Wernli

Gebirgsboden beim Morteratschgletscher, Gletschervorfeld, Pontresina, 2005 m ü. M.
© Gabriela Brändle, Roman Berger, Michael Wernli

Heute, 5.12.17, ist der Welttag des Bodens. Die Boden-Tatsachen sind ernüchternd und Besserung ist kaum in Sicht. Weder in der Schweiz noch in der EU noch auf der übrigen Welt. Die Gefahren für unsere Ernährungssicherheit sind längst bekannt, aber griffige Massnahmen für Gegensteuer fehlen.

Das neueste Magazin „umwelt“ ist dem Boden gewidmet. Zustand des Bodens: Der vorliegende Bericht informiert über den Zustand der Böden in der Schweiz. Die Analyse zeigt, dass verschiedene Belastungen die nicht erneuerbare Ressource Boden quantitativ und qualitativ beeinträchtigen. Dadurch ist die langfristige Erhaltung der Bodenfunktionen in Frage gestellt.  Voilà!

Auf gutem Grund, umwelt 4/2017

Hier bestellen: 12 Postkarten Der Boden lebt, ein Geschenk des BAFU, 2016

Gebirgsboden: Boden des Jahres 2018

Anlässlich des diesjährigen Weltbodentags ernennt die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS) den Gebirgsboden zum Boden des Jahres 2018. Gebirgsböden sind, je nach Alter, sehr unterschiedlich ausgeprägt. Sie übernehmen wichtige Funktionen wie das Speichern von Niederschlagswasser und Kohlenstoff und bieten wertvollen Lebensraum für die Flora und Fauna der höheren Lagen.

Auf der Homepage der BGS können Sie die ausführliche Medieninformation und einen Flyer mit interessanten Informationen über die Gebirgsböden herunterladen sowie eine Postkarte und ein Poster mit dem obigen Bild.

Boden des Jahres 2018: Der Gebirgsboden, BGS

Deutschland: Alpiner Felsumusboden – Boden des Jahres 2018, eine ausführliche Dokumentation über den Felshumusboden!

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Adventskalender: Nachhaltige Entwicklung 2017

4. Dezember 2017

Diesen Adventskalender dürfen Sie nicht verpassen! „Tägliches Wissensquiz & nachhaltige Geschenke“. Idee und Umsetzung des Adventskalenders von GAMMARUS Umweltkommunikation.

Hingewiesen wird auf die Agenda 2030, diese steht für eine neue Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda, welche im September 2015 von der Staatengemeinschaft verabschiedet wurde. Kernbestandteil sind die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung («Sustainable Development Goals», SDGs). Die «Sustainable Development Goals» sollen zur globalen Entwicklung beitragen und menschliches Wohlergehen fördern, ohne dabei natürliche Ressourcen zu übernutzen oder zu zerstören.

Danke, liebe Leserin, für den Hinweis.

Adventskalender: Nachhaltige Entwicklung 2017

4.12.17 HOME

Glyphosat: Vertrauen der Konsumenten bewahren

4. Dezember 2017
Respekt vor den Mitlebewesen: Die Pestizid-Strategie muss hinterfragt werden - zu unserem eigenen Nutzen.

Respekt vor den Mitlebewesen: Die Pestizid-Strategie muss hinterfragt werden – zu unserem eigenen Nutzen.

Viel wurde in letzter Zeit über Glyphosat geredet, geschrieben … einige handelten, ganze EU-Länder bereiten den Ausstieg vor, Bauern vermindern den Einsatz oder verzichten auf den Gebrauch von Glyphosat und Hersteller von Markenprodukten verbieten dieses Unkrautbekämpfungsmittel kurzerhand, z.B. einer der führenden Hersteller von Milchprodukten in Österreich, die „Berglandmilch“.

Chancen nutzen!

Eckehard Niemann schreibt in seinen „AGRAR-HINWEISEN“ vom 4.12.17:

Das EU-Recht gestattet Mitgliedstaaten ausdrücklich, „das Vorsorgeprinzip anzuwenden, wenn wissenschaftliche Ungewissheit besteht, ob die in ihrem Hoheitsgebiet zuzulassenden Pflanzenschutzmittel Gefahren für die Gesundheit von Mensch oder Tier oder die Umwelt bergen“.

… und sieht zwei weitere Chancen:

Chance 1: Die Politik (Deutschland) schafft einen Ausstiegsplan bei der Bildung der nächsten Bundesregierung.

Chance 2: Bürger, die kein Glyphosat in der Nahrung oder in der Natur haben möchten, hören auf, Produkte zu kaufen, die damit hergestellt wurden. Das geht ganz einfach: In der Bio-Landwirtschaft sind Pestizide bis auf wenige Ausnahmen verboten. Die Produkte gibt es nicht nur in Spezialgeschäften, sondern in jedem Supermarkt.

Berglandmilch verbietet Glyphosat, top agrar Österreich, 29.11.17

4.12.17 HOME

 

Alkohol und Krebs – kein Medien-Thema

2. Dezember 2017
Heidis "Miststock-Blick" über das Maisfeld hinweg zu den Rebstöcken am Hang.

Heidis „Miststock-Blick“ über das Maisfeld hinweg zu den Rebstöcken am Hang.

Dass Alkohol schädlich ist, das weiss man schon seit mindestens 30 Jahren. Es gibt keinen Grenzwert, denn jede kleine Menge wirkt sich auf die Gesundheit aus. Viele Menschen und Tiere lieben Alkohol, ein schwieriges Thema. Ein Verbot kommt nicht in Frage, doch soll man die Produktion von Alkohol subventionieren?

Neue wissenschaftliche Arbeiten unterstreichen die krebserregende Wirkung von Alkohol. Die Amerikanische Gesellschaft für klinische Onkologie (AOCO) betont die Bedeutung von Alkohol als eine bewiesene Ursache für viele Krebsarten. Weitere Organisationen, die sich mit Krebs befassen, haben dies aufgenommen, doch die Medien schweigen.

Mit ihrer Stellungnahme und dem Einrichten einer entsprechenden Plattform will die AOCO auf diesem Gebiet wirksame Strategien im Gesundheitswesen unterstützen. Sie will

  • Öffentlichkeitsarbeit über den Zusammenhang zwischen Alkohol und gewissen Krebsarten fördern,
  • politische Bemühungen zur Verringerung des Krebsrisikos durch evidenzbasierte Strategien, die einen übermässigen Konsum von Alkohol verhindern, unterstützen,
  • Krebs-Spezialisten über den Einfluss von übermässigem Alkoholkonsum und Krebsrisiken weiterbilden, einschliesslich der Klärung widersprüchlicher Beweise, und
  • Bereiche identifizieren, in denen Forschung in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Krebsrisiko erforderlich ist.

Heidi hat das Thema schon mehrmals angesprochen; sie hofft, dass dieser Aufruf der AOCO bei Politik, Gesundheitswesen, Medien und Öffentlichkeit auf offene Ohren stösst, wo doch die Gesundheitskosten ins Unermessliche steigen und keine wirksame Bremse gezogen wird.

Alcohol and Cancer: A Statement of the American Society of Clinical Oncology, Journal of Clinical Oncology

Alcohol and cancer, The Lancet, 18.11.17

UK Supreme Court ruling opens the door for Scottish Government to implement minimum alcohol unit pricing legislation, the first country in the world to do so.
Scotland to implement alcohol pricing legislation, The Lancet, 25.11.17

Von Pflanzenschutzmitteln, Alkohol und Direktzahlungen, Heidis Mist vom 14.2.17

2.12.17 HOME

fair-fish schenkt dem Bauernverband einen Online-Adventskalender

1. Dezember 2017

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Ab heute, dem 1.12.17, veröffentlicht der Verein fair-fish täglich ein Foto für Markus Ritter, den Präsidenten des Schweizer Bauernverbandes (SBV), um auf die Verschmutzung der Gewässer durch Pestizide und Dünger aufmerksam zu machen.

fair-fish hatte im Internet zu einer Fotoaktion aufgerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die industrielle Landwirtschaft den Lebensraum der Fische vergiftet. fair-fish wollte die eingesandten Fotos dem Präsidenten des SBV übergeben. Doch leider hatte Markus Ritter keine Zeit, die eingesandten Fotos persönlich entgegen zu nehmen.

Der Verein fair-fish will mit der Veröffentlichung der Bilder den Präsidenten des Bauernverbandes dazu auffordern, den Gewässerschutz ernst zu nehmen und die versprochene Reduktion des Einsatzes von Pestiziden und Dünger voran zu treiben.

Adventskalender fair-fish

Bestäubung: Ein drastisches Beispiel von mangelndem „Zukunftsblick“

Heidi hat viele Pendenzen, so liegt ein passender Cartoon von Vecker seit elf Monaten unveröffentlicht in Heidis Postfach! Hier ist er:

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen die drastische Abnahme von bestäubenden Insekten, nicht nur in China.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen die drastische Abnahme von bestäubenden Insekten, nicht nur in China.

Dave Goulson ist Biologie-Professor an der Stirling University in Grossbritannien: Pollination provides one of the clearest examples of how our disregard for the health of the environment threatens our own survival. About 75% of all crop species require pollination by animals of some sort, often by bees, but sometimes by flies, butterflies, birds or even bats.
Decline of bees forces China’s apple farmers to pollinate by hand, Chinadialogue, 2.10.12

Wunderschöne Fotos von Kevin Frayer/Getty Images. These Photos Capture The Startling Effect Of Shrinking Bee Populations, HUFFPOST, 4.7.16

Faktenblatt zur Bedeutung der Wildbienen, Lukas Pfiffner, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), 15.4.16

1.12.17 HOME

Bergzone III: Güllen Ende November!

30. November 2017
Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Austrag von Gülle in hohem Bogen durch die Luft, Bergzone III, 25. November 2017. Copyright: Manu.

Was sagen die Fachleute dazu?

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Merkblatt Agridea Hofdünger – gezielt eingesetzt, Copyright Agridea.

Wenn zuviel Dünger im Betrieb ist, d.h. hoher Einsatz von Kraftfutter, dann legt der Bauer keinen Wert auf gezielten Einsatz der Nährstoffe. Die Umweltgefährdung interessiert ihn nicht, doch die tiefwurzelnden Unkräuter wie Blacke und Bärenklau freuen sich. Die Biodiversität leidet, Hanggrundwasser auch sowie weiter unten liegende Quellen.

Schnee liegt jetzt über der Gülle.

In der Schweiz gibt es keine Sperrfrist für Düngeraustrag im Winter, dies im Gegensatz zur EU. Die Schweizer Behörden basieren ihre Regelungen gerne auf Eigenverantwortung, was häufig nicht funktioniert. Das weiss man auch in der Bundeshauptstadt. Betroffen ist nicht in erster Linie der Bauer, sondern die Bevölkerung und die Umwelt sind es.

Nachtrag 30.11.17: Kaum veröffentlicht, melden weitere Leute Gülle-Austrag in den Bergen, sogar auf 1’800 m ü.M. ein Fass nach dem andern. An anderen Orten eine dicke Gülle-Schicht. Güllen ist ein Dauerbrenner. Frage über Frage liegt in Heidis Postfach: „Was ist denn nur los, haben die Flächenbeiträge und die Beiträge für Öko-Flachen nicht gewirkt? Muss man immer mehr Vieh halten? Wird von Bio Suisse wirklich kontrolliert? Der Markt spricht ja eigentlich voll dagegen …“

30.11.17 HOME


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