Bündner Wasserbotschafter: Wasserprobleme heute lösen!

27. August 2015
Die Aktion solidarit'eau suisse ist eine Austauschplattform, auf der interessierte Gemeinden auf einfache Weise Trinkwasserprojekte finden, die sie unterstützen können. Quelle solidarit'eau suisse, Copyright Foto: SRK/CRS.

Die Aktion solidarit’eau suisse ist eine Austauschplattform, auf der interessierte Gemeinden auf einfache Weise Trinkwasserprojekte finden, die sie unterstützen können. Quelle solidarit’eau suisse, Copyright Foto: SRK/CRS.

Heute morgen um 6 Uhr (27.8.15) ist der Bündner Wasserbotschafter Ernst Bromeis zur «Expedition Milano 2015» gestartet. Er will die 135 Kilometer lange Schwimmstrecke von Tenero (TI) ins Stadtzentrum von Mailand ohne längere Pausen zurücklegen. Bromeis wirbt mit seiner Expedition für die Initiative «solidarit’eau suisse», (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA) die weltweit Trinkwasserprojekte unterstützt. Seit 2007 haben mehr als 130 Schweizer Gemeinden die Initiative mit über 4,7 Millionen Franken unterstützt.

Bromeis: “An der Expo 2015 werden zwar Lösungen für Ernährungs- und Wasserprobleme von morgen und übermorgen präsentiert, für die Milliarde Menschen, welche heute nicht genug Wasser hat, kann es dann aber schon zu spät sein. Mit meiner «Expedition Milano 2015» unterstütze ich deshalb eine Aktion, die aktuelle Probleme lösen hilft.”

Bromeis hofft, in etwa zwei Tagen Mailand zu erreichen. “Das hat im Kontext mit dem Blauen Wunder auch symbolischen Charakter, wer keinen Zugang zu sauberem Wasser hat, den beschäftigt das rund um die Uhr.” Weitere Informationen siehe Das blaue Wunder.

Kind mit Wasserflasche, Quelle: Homepage «solidarit’eau suisse», Copyright Foto: Helvetas.

Kind mit Wasserflasche, Quelle: Homepage «solidarit’eau suisse», Copyright Foto: Helvetas.

28.8.15 HOME

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (Leserbriefe)

15. August 2015
Das sehr giftige Alpenkreuzkraut muss konsequent eliminiert werden, z.B. Ausreissen oder Einzelstockbehandlung mit Herbizid. Auf keinen Fall darf es versamen. Copyright R.H.

Das sehr giftige Alpenkreuzkraut muss konsequent eliminiert werden, z.B. Ausreissen oder Einzelstockbehandlung mit Herbizid. Auf keinen Fall darf es versamen. Copyright R.H.

Eine standortgemässe Nutzung beugt der Verunkrautung von Wiesen und Weiden vor, desgleichen regelmässige Weidepflege. In der Regel ist das Eindämmen von Unkräutern mechanisch möglich (mähen, ausstechen, ausreissen …). Einzelstockbehandlung mit Herbiziden ist erlaubt (Sonderregelung für Ökowiesen), ausser Biolandbau. Für eine flächige Behandlung (Neusaat einer Naturwiese) braucht es eine Bewilligung.
  1. Brief eines Bauernsohns: Ich war diesen Sommer auf dem Walenstadtberg und bin den Alp- und Kulturweg zum Obersäss der Alp Schrina hochgelaufen. Dabei bin ich an einem Feld mit Alpenblacken – wir sagen dem im Bündnerland “Blacktäwuoscht” vorbeigekommen. Dieser ist auf der Homepage der Alp Schrina zu sehen. Nun musste ich beim Wandern feststellen, dass die Blacken grossflächig (ich würde mal sagen ein halbes Fussballfeld) mit Herbizid bekämpft worden waren. So wie die Blacken sich ringelten, nehme ich an, dass ein Wuchsstoffherbizide für zweikeimblättrige Pflanzen eingesetzt wurde.
    Und das gerade am Kulturweg …
    Ich mochte gar kein Foto davon machen …
    Es ist ein Ort an dem neben den Blacken sonst nicht viel wächst. Ich bezweifle jedoch, dass das Blackenspritzen an so einem Ort überhaupt etwas nützt, da es ein typischer Blacktäwuoscht ist, wo seit Jahrzehnten das Vieh liegt und danach auch die Bedürfnisse verrichtet. Entsprechend ist natürlich auch der Boden lokal überdüngt.
    Früher hatte man diese Blacken ausgestochen und für die Schweine eingesotten.
    Die gelben Enzian-Pflanzen auf den Weiden wurden zudem grossflächig mit der Sense abgeschnitten …
  2. R.H.: Ich war im Mai in Amden. Beim Arvenbühl machte ich Fotos vom blumenprächtigen Flachmoor, weiter oben auf einer Alp auch von Herbizid-Anwendungen gegen Blacken. Auf einer Alp sahen wir grosse Flächen des giftigen Alpenkreuzkrauts, diese waren aber nicht behandelt!!!

    Flachmoor Arvenbühl Amden. Copyright R.H.

    Flachmoor Arvenbühl Amden. Copyright R.H.

  3. Herbert B.: In den letzten Wochen habe ich vielerorts Landwirte oder deren Familienangehörige beim Blackenspritzen gesehen. Als Folge des trockenen Wetters sind extrem viele Pflanzen am Aufstengeln. Das erste Emd konnte innert Rekordzeit eingebraucht werden, und die Bauern haben Zeit, sich den Blacken zu widmen, obwohl der Zeitpunkt nicht günstig ist.
    Vielen Bauern ist es wichtig, dass die Berufskollegen sehen, dass sie etwas gegen die Blacken machen, auch wenn’s nur im Moment etwas nützt!!!???
    (Bemerkung Heidi: Herbizid-Behandlungen im Sommer wirken schlecht und können den Klee schädigen.)

 

Herbizid gegen Blacke, Alp bei Amden. Copyright R.H.

Herbizid gegen Blacke, Alp bei Amden. Copyright R.H.

 

15.8.15 HOME

Mit Aberglauben gegen den Wolf?

14. August 2015

Heidi zum Alpöhi: “Meinst du, dass der Bauer mit Radio Rumantsch den Wolf von den Geissen abhalten will? Das Programm schallt die ganze Nacht in die Bergwelt hinaus.” “Liebes Heidi, du bist naiv! Der will doch nicht den Wolf vertreiben, sondern dich!” “Aha, eine Attacke auf die viel gelobte Schweizer Pressefreiheit! Wahrscheinlich hast du recht, lieber Öhi.”

Hinzugefügt sei, dass gemäss Schweizer Tierschutz der Kanton Graubünden punkto Herdenschutz vorbildlich ist, siehe Herdenchutz, Plantahof.

14.8.15 HOME

Wenn Vollzugsbehörden delinquieren…

10. August 2015
Arbeiter spritzt Herbizid in die Wasserablaufrinne an der Strasse Weesen - Amden (SG), Copyright Ruedi Hasler, Rapperswil.

Arbeiter spritzt Herbizid in die Wasserablaufrinne an der Strasse Weesen – Amden (SG), Copyright Ruedi Hasler, Rapperswil.

Auf der Strasse von Weesen nach Amden (Kanton St. Gallen) beobachtete Ruedi Hasler aus Rapperswil am 4.8.15 einen Arbeiter beim Spritzen von Herbizid am Strassenrand (Name von Heidi geändert). Er bespritzte das Grün in den Wasserrinnen und allgemein den Bewuchs an den Strassenrändern, besonders mit Herbizid versah er die Natursteinmauern. Vor einigen Jahren, so Hasler, seien die Herbizide noch bis weit in die Wiesen hinein angewendet worden.

Hasler war mit der Familie unterwegs zur Ausstellung „Chrut und Uchrut“ über Kräuterpfarrer Johann Künzle, der vor 125 Jahren als Pfarrer nach Amden gekommen war. “Im Gedenkjahr des Kräuterexperten macht es einen besonders schlechten Eindruck, wenn gleichenorts illegal Herbizide gegen Uchrut gespritzt werden”, meint Hasler.

Die Anwendung von Pestiziden an Strassenrändern und auf Plätzen ist nach wie vor weit verbreitet. Christian Meienberger, Geschäftsführer von Pro Natura St. Gallen-Appenzell sagte gegenüber dem Tagblatt “Würden wir bei jedem Verstoss Anzeige erstatten, müssten wir pro Woche mehrere Leute anzeigen.”, siehe Pestizide haben Hochsaison, Tagblatt vom 16.6.15. Pro Natura setzt auf Aufklärung. Das Problem ist laut Meienberger, dass die Giftstoffe am Strassenrand nicht abgebaut, sondern vom Regenwasser davongetragen werden und so ins Grundwasser und in Fliessgewässer gelangen.

Anlässlich eines informellen Treffens beklagte sich Heidi kürzlich bei einer Fachperson des Amts für Umwelt SG (AFU) über die vielen Pufferstreifenverletzungen an Gewässern. “Verantwortlich sind die Gemeinden”, war die Reaktion. Das AFU fühlt sich nicht zuständig, dies obwohl die Kantone für den Vollzug der Gewässerschutzgesetzgebung verantwortlich sind. Sie delegieren die Verantwortung den Gemeinden, damit ist die Sache erledigt.

Heidi meint einmal mehr: Unser Gewässerschutz-Vollzugssystem funktioniert nicht, denn viele Gemeinden haben weder die Ressourcen, das Fachwissen noch den Willen zum Handeln. Ist es Aufgabe von Privaten oder Naturschutzorganisationen, den Gesetzesvollzug einzufordern? NEIN!

Bahnhofplatz Landquart: Design verlockt zum Gifteinsatz, Heidis Mist, 16.9.14.

Mit Gift gegen Unkraut am Strassenrand, Heidis Mist, 13.7.14

Verwendungsverbote für Unkrautvertilgungsmittel
auf und an Strassen, Wegen, Plätzen, Terrassen und Dächern
, BAFU, August 2013.

Broschüre Ratgeber Pestizidfreie Kommunen, Der Bund

In der Schweiz sind die Bussen für Widerhandlungen gegen die Gewässerschutzgesetzgebung klein, nicht so in Niedersachsen. Copyright Dr. Stefan Lamprecht, Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Vollständiger Vortrag siehe: http://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/veranstaltungen/tagung-spurenstoffe-in-boden-und-grundwasser-130492.html

In der Schweiz sind die Bussen für Widerhandlungen gegen die Gewässerschutzgesetzgebung klein, nicht so in Niedersachsen. Copyright Dr. Stefan Lamprecht, Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Vollständiger Vortrag siehe: http://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/veranstaltungen/tagung-spurenstoffe-in-boden-und-grundwasser-130492.html

Nachtrag: Antwort des Amts für Umwelt St. Gallen vom 19.8.15: “Bei der betreffenden Strasse handelt es sich um eine Kantonsstrasse, bei der eine Einzelstockbehandlung angewendet wurde. Diese Einzelstockbehandlungen sind nach Anhang 2.5 Ziff. 1.2 Abs. 4 ChemRRV bei National- und Kantonsstrassen erlaubt, sofern die Problempflanzen nicht mit anderen Massnahmen erfolgreich bekämpft werden können.
Besten Dank für die Kenntnisnahme.”

Der Fotograf sieht das anders und meint: “Tatsache ist, dass alles Grüne abgespritzt wurde. Ich glaube nicht, dass das alles Problemunkräuter waren, wenn überhaupt!! Es wäre interessant zu wissen, welche anderen Massnahmen sie vorher ausgeführt haben, um festzustellen, dass nur noch mit einer Herbizidbehandlung die Problemunkräuter bekämpft werden können! Und weiter oben, wo die Strasse durch Landwirtschaftsland führt, wird auch alles abgespritzt, was grün ist. Selbst mit viel Fantasie kann man dem nicht Einzelstockbehandlung sagen und vor allem sind es kaum Problemunkräuter!!!”

Heidi meint: “Wenn Aussage gegen Aussage steht, dann gewinnen in der Regel die Ämter. Es ist zu hoffen, dass die aktuelle Praxis trotzdem geändert wird, zum Wohle der Umwelt.”

10.8.15 HOME

Revision Direktzahlungen: Positives Ergebnis nur in einem der drei geprüften Kantone

9. August 2015
Für Direktzahlungskürzungen bei Widerhandlungen gegen die Gewässerschutzgesetzgebung ist heute nur noch eine Feststellungsverfügung nötig, kein rechtskräftiger Strafbefehl mehr. Massive Pufferstreifenverletzung Jahr für Jahr am Malanser Mühlbach in Maienfeld.

Für Direktzahlungskürzungen bei Widerhandlungen gegen die Gewässerschutzgesetzgebung ist heute nur noch eine Feststellungsverfügung nötig, kein rechtskräftiger Strafbefehl mehr. Massive Pufferstreifenverletzung Jahr für Jahr am Malanser Mühlbach in Maienfeld.

Bald wird der Agrarbericht 2015 erscheinen, höchste Zeit also für letzte Blicke in den alten. Das Finanzinspektorat hat das Direktzahlungssystem in drei Kantonen revidiert. Nachfolgend zitiert Heidi das Ergebnis wie es im Agrarbericht 2014 Seite 215 unter 2.4.1 Finanzinspektorat steht:

“Im vergangenen Jahr wurden in drei Kantonen die Finanzflüsse der Direktzahlungen zwischen Bund und Kanton sowie die Zahlungen an die Bewirtschaftenden revidiert. Zusätzlich wurde ein Follow-up der gemachten Feststellungen und Beanstandungen aus vorhergehenden Revisionen durchgeführt. Bei einem von drei Kantonen resultierte ein positives Prüfungsergebnis. Bei einem Kanton wurden weiterhin bei Verstössen im Bereich des Gewässerschutzes Direktzahlungskürzungen nur aufgrund von rechtskräftigen Strafbefehlen vorgenommen; gemäss bundesrechtlichen Vorgaben würden aber Feststellungsverfügungen für die Anwendung der Kürzungsrichtlinien genügen. Weitere Mängel bezogen sich auf Flächenkorrekturen, Bodenuntersuchungen und Berechnungen der Abzüge betreffend Einkommen und Vermögen. Die Prüfungen des Mittelflusses entsprachen weitgehend den rechtlichen Vorgaben und den erbrachten Leistungen. Bei zwei Kantonen wurden weiterhin Verrechnungen ohne Rechtsgrundlage vorgenommen.”

Offensichtlich ist die Revisionstätigkeit nötig! Heidi freut sich besonders darüber, dass das Finanzinspektorat sich für den Gewässerschutz einsetzt.

9.8.15 HOME

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (4) TOTAL Bundesbeiträge bis Ende 2014

6. August 2015
Ökologische Direktzahlungen: Gewässerschutzprojekte gemäss Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes. Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft..

Ökologische Direktzahlungen: Gewässerschutzprojekte gemäss Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes. Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft..

Aus der Kasse der Gewässerschutzprojekte (Ökologische Direktzahlungen) gemäss Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) bisher 74 Millionen Franken verteilt; vielen Dank, BLW, für das Zusammenstellen der Daten! Weitaus am meisten Geld erhielten die nicht standortgerecht wirtschaftenden Luzerner Bauern rund um die drei Seen: Sempacher-, Baldegger- und Hallwilersee. Dank der Massnahmen, wie Abtransport von Gülle, hat die Phosphor-Konzentration im Seewasser stark abgenommen. An zweiter Stelle folgen die Nitrat-Projekte, welche grundsätzlich zeitlich nicht beschränkt sind (Sachziele und Dauer der Nitratprojekte, BLW). Pflanzenschutzmittel-Projekte hingegen gibt es bisher nur zwei, je eines in den Kantonen Genf und Waadt.

Zusätzlich zu den Bundesbeiträgen erhalten die Bauern Geld vom Kanton und allenfalls von lokalen Behörden und Institutionen. Die Teilnahme an den Projekten ist freiwillig.

In Anbetracht der Pestizide in Bächen könnte die Bedeutung der Pflanzenschutzmittel-Projekte aber zunehmen, meint Heidi. Der Geissenpeter hingegen ist überzeugt, dass das Problem mit dem Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gelöst sein wird. Der Bundesrat hat die Verwaltung beauftragt, bis Ende 2016 einen solchen zu erarbeiten.

Je grösser die Gewässerverschmutzungen, desto höher die Ökologischen Direktzahlungen! Und das Erstaunliche: Die Mittel stehen unbeschränkt zur Verfügung, die Kantone müssen sie bloss beantragen.

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (1), vier Aargauer Nitrat-Projekte (abgebrochen)

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (2), Gäu I und II, Nitrat-Projekt Kanton Solothurn (noch kein Erfolg in Sicht)

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (3), Phosphor-Projekte Sempachersee & Co. (mehr Gülle und Mist als vor Projektbeginn)

6.8.15 HOME

Heidi zum 1. August 2015: Je bouGE ma ville

1. August 2015

JeBouGE_ma_villeK

Die Westschweiz ist das Eldorado der Regionalen Vertragslandwirtschaft. Z.B. das Genfer Landwirtschaftsamt engagiert sich unermüdlich für die Präsenz von Genfer Produkten auf den Tellern und in den Gläsern der Restaurants und der Bevölkerung. Soeben eingetroffen von AGRARINFO ist der Hinweis, dass Genf zusammen mit dem Pionier der Genfer Vertragslandwirtschaft, les jardins de COCAGNE, den 1. August feiert: Ein Feuerwerk mit Gemüse aus der Region! Bon 1er août à toutes et à tous!

je bouGE ma ville, Flyer mit dem Programm und Wort von Esther Alder, Maire, Pour un 1er août populaire et responsable!

Genf reformiert seine Ernährungspolitik, Rudi Berli, Gemüseproduzent bei den Jardins de Cocagne und Sekretär der Bauerngewerkschaft Uniterre. von Christine Held für AGRARINFO bearbeitet, 22.6.15,

Verband regionale Vertragslandwirtschaft RVL

1.8.15 HOME

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (3) Phosphorprojekte Sempachersee & Co.

30. Juli 2015
Sauberer Sempachersee dank grosszügig fliessender Steuergeld-Quelle.

Sauberer Sempachersee dank grosszügig fliessender Steuergeld-Quelle.

Selbst gut informierte Naturschützer glauben, dass der Sempachersee saniert sei. Weit gefehlt! Rund um den See fallen heute mehr Gülle und Mist an als vor der Sanierung, der See wird immer noch belüftet, und die Felchen können sich weiterhin nicht natürlich vermehren, siehe Sempachersee, LU, Umwelt und Energie. Woher also der gute Ruf? SteuerzahlerInnen sei Dank! Wir zahlen gutmütig für den Abtransport von Gülle … Selbst dem Bundesamt für Landwirtschaft missfällt es, dass die Bauern bisher kaum etwas an ihrem Betriebskonzept geändert haben. Heidi schrieb ausführlich darüber:
30 Jahre Sempachersee-Sanierung, Heidis Mist, 28.12.13.

Das Gewässerschutzprojekt Sempachersee (Beginn 1999) wurde kürzlich mit den zwei weiteren Luzerner Phosphor-Projekten Baldeggersee (2000) und Hallwilersee (2001) zusammengelegt. Bis Ende 2014 kostete die “Sanierung” dieser drei Seen fast 45 Millionen Franken allein an Bundessteuern, hinzu kommen kantonale Beiträge und lokale Kosten.

Heidi verweist einmal mehr auf Art. 3 des Gewässerschutzgesetzes, die Sorgfaltspflicht, und meint, dass auch diese Gewässerschutzprojekte nicht nachhaltig sind, denn ohne Ökologische (!) Direktzahlungen wird dereinst das ursprüngliche Nährstoffproblem an die Oberfläche schwimmen.

So kämpfen die Sempacher Bauern unerschrocken für Geld und intensive Landwirtschaft. Mit gleichem Erfolg wie am 9. Juli 1386 ihre Vorfahren mithilfe von Winkelried in der Schlacht bei Sempach gegen die Habsburger? Zum 1. August hier der Anfang des Sempacherlieds, das Heidis Schulklasse jeweils mit Inbrunst sang, während der Lehrer kräftig in die Tasten griff:

Sempacherlied

Laßt hören aus alter Zeit
Von kühner Ahnen Heldenstreit,
Von Speerwucht und wildem Schwertkampf,
Von Schlachtstaub und heißem Blutdampf!
Wir singen heut’ ein heilig Lied;
Es gilt dem Helden Winkelried.

Vorschau: Was haben wir bis Ende 2014 TOTAL für so genannte Gewässerschutzprojekte bezahlt?

30.7.15 HOME

Gewässerschutzprojekte: Sind sie nachhaltig? (2)

24. Juli 2015
Ist das Nitratpilotprojekt Gäu SO ein Leuchtturmprojekt? Wird die Qualität des Grundwassers in ferner Zukunft STEUERGELD-frei nachhaltig gut sein?

Ist das Nitratpilotprojekt Gäu SO ein Leuchtturmprojekt? Wird die Qualität des Grundwassers in ferner Zukunft STEUERGELD-frei nachhaltig gut sein?

Geduld, Geduld, Geduld braucht es im Pilotprojekt Gäu im Kanton Solothurn. Fazit nach 15 Jahren: Die Ziele der zweiten Projektphase wurden nicht erreicht, und die bisherigen Bemühungen in der Landwirtschaft genügen nicht, um sie zu erreichen. Mit 1’508 Hektaren ist das Projekt Gäu flächenmässig das grösste Nitratprojekt gemäss Art. 62a des Gewässerschutzgesetzes. Bis 2014 wurden 5,5 Millionen Franken Bundesgelder in Form von “Ökologischen Direktzahlungen”, ausbezahlt.

Wegen des mangelnden Erfolgs hat das Amt für Umwelt SO die Universitäten Neuenburg und Bern beauftragt, das Alter sowie die Herkunft des Grundwassers in der Region Gäu-Olten zu untersuchen.”Die Ergebnisse sind überraschend. Das in den Pumpwerken geförderte Wasser ist wesentlich älter als bisher angenommen. Zudem wird das landwirtschaftlich geprägte Grundwasser nur wenig durch nitratarme Zuflüsse aus der Dünnern oder den seitlichen Talflanken verdünnt.”, siehe Nitratprojekt Gäu-Olten, Kanton Solothurn. “… Denn – je länger Wasser unterwegs ist, bis es gefördert wird, desto länger dauert es, bis sich die Umstellung der Bewirtschaftung in den Nitratgehalten bemerkbar macht …”

Die Nitrat-Kommission Gäu-Olten hat kürzlich ihr 20-Jahr-Jubiläum gefeiert, siehe Bei der Nitratreduktion ist Ausdauer gefragt, Solothurner Zeitung vom 6.5.15. Das Bundesprojekt dauert seit 2000 und wurde soeben um sechs Jahre, d.h. bis 2020, verlängert, siehe Nitratprojekt im Gäu finanziell gesichert, SRF 6.5.15. Pro Jahr werden 910’000 Franken verteilt, 80% zahlen wir mit Bundessteuern, 20% werden von den Wasserversorgern Städtische Betriebe Olten übernommen.

Franziska Schwarz, Vizedirektorin des Bundesamtes für Umwelt, nannte das Vorhaben gegenüber der Solothurner Zeitung «ein Leuchtturmprojekt», dem grosse Bedeutung hinsichtlich einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Praxis zukomme. Heidis Frage: Wenn in ferner Zukunft das Grundwasser Gäu wieder akzeptables Trinkwasser liefert und die Zahlungen aufhören, was geschieht dann? Wird die Bewirtschaftung beibehalten und somit Art. 3 des Gewässerschutzgesetzes eingehalten, der da lautet “Sorgfaltspflicht: Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden”? Aufgrund der Gepflogenheiten in der Landwirtschaft zweifelt Heidi an der Signalwirkung des Leuchtturms für Nachhaltigkeit OHNE Steuergelder.

Nationale Nitrat-Strategie oder “unendliche Ökologische Direktzahlungen” für verschmutzte Gewässer?

24.7.12 HOME

Alpkäse – Naturprodukt ohne Wenn und Aber? (2)

21. Juli 2015
Herbizid-Einsatz auf einer Alpwiese in der Innerschweiz. Copyright Barbara.

Herbizid-Einsatz auf einer Alpwiese in der Innerschweiz. Copyright Barbara.

Eine Bauerntochter und Abonenntin von Heidis Mist, hat Heidi einen Brief mit Fotos geschickt:

Herbizid-Einsatz unter extensiver Alpweide.

Herbizid-Einsatz unter extensiver Alpweide.

Liebe Heidi
Gestern habe ich auf meiner Sonntagswanderung mit meinem Vater Fotos gemacht, welche dich interessieren dürften, Fotos vom Herbizid-Einsatz auf einer Alp. Unten im Hof werden “naturnahe” Produkte verkauft!!! Ich sehe das immer wieder. Mein Vater versteht auch nicht, dass dies “Fortschritt” sein soll. Seine Werkzeuge gegen unerwünschte Pflanzen waren die Sense und das Blackeneisen! Du darfst die Fotos veröffentlichen, wenn du willst.
Hingegen wunderschön waren (in der Hitze am Halbschatten) die blühenden Pflanzen. Wir kamen uns vor wie in einem tropischen Blütengarten!
Grüsse aus der Innerschweiz
Barbara

Ein Leser hat Heidi auf Folgendes aufmerksam gemacht:
Gemäss dem Merkblatt von Willi Gut (Blacken im April und September bekämpfen), ist das Bekämpfen der Blacken mit einem Herbizid in dieser Jahreszeit und bei “aufgestängelten” Blacken mit wenig Blattmasse eh nur Kosmetik! Da drängt sich die nächste Frage auf: “Wenn schon gespritzt wird, sollte da nicht der günstigste Zeitpunkt gewählt werden”? Anscheinend sind da viele Landwirte zu wenig gut informiert!

Alpkäse – Naturprodukt ohne wenn und aber, Heidis Mist 19.7.15

Herbizid-Wirkung auf Blacke. Copyright Barbara.

Herbizid-Wirkung auf Blacke. Copyright Barbara.

 

Blütenpracht im Halbschatten. Copyright Barbara.

Blütenpracht im Halbschatten. Copyright Barbara.

21.7.15 HOME


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 64 Followern an