Oh je, wir zahlen gewässerschutzkonforme Waschplätze!

22. September 2021
In vielen kleinen Gewässern in den Ackerbaugebieten ist die Anzahl und Konzentration von Pestiziden hoch.

In vielen kleinen Gewässern in den Ackerbaugebieten ist die Anzahl und Konzentration von Pestiziden hoch.

Unter dem Zwischentitel Schutz der Gewässer informiert das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in seiner Medieninformation Aktionsplan Pflanzenschutzmittel wird konsequent umgesetzt vom 21.9.21:

„Mehrere Massnahmen verbessern den Schutz der Gewässer. Mit gezielten Förderprogrammen werden Landwirtinnen und Landwirte unterstützt, gewässerschutzkonforme Waschplätze zu bauen. So wird verhindert, dass Pflanzenschutzmittel bei der Reinigung der Geräte in Bäche oder die Kanalisation gelangen. Mit dem Bau von rund 200 solcher Waschplätze hat sich im letzten Jahr die Anzahl unterstützter Waschplätze verdreifacht. Ausserdem wurden alleine im letzten Jahr knapp 1000 Spritzgeräte mit einer automatischen Innenreinigung aufgerüstet.“

Das BLW gibt also offiziell zu, dass die Feldspritzen bisher nicht gewässerschutzkonform gereinigt wurden, oft einfach auf dem Hofplatz gespült mit Ablauf in ein Gewässer. Weil die Hofentwässerung praktisch in der ganzen Schweiz nicht kontrolliert wird/wurde (!), das auch in Zukunft eher Wunschdenken ist, denn Plan, obwohl seit vielen Jahrzehnten vorgeschrieben, darf die Bauernschaft in grosser Zahl ungestraft der Gewässerschutzgesetzgebung zuwiderhandeln.

So sei denn wieder einmal wenigstens auf zwei Artikel des Gewässerschutzgesetzes hingewiesen – es gibt viele andere, die nicht eingehalten werden:

Art 3 Gewässerschutzgesetz: Sorgfaltspflicht

Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.

Art 6 Gewässerschutzgesetz: Grundsatz

1 Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittel­bar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.

2 Es ist auch untersagt, solche Stoffe ausserhalb eines Gewässers abzulagern oder auszubringen, sofern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Was­sers entsteht.

Ähnlich ist die Situation bei den Nährstoffen, bei der Kontrolle der Hofdüngeranlagen, Nichtdeklaration von Zukäufen, Gülleaustrag … Nur ein Beispiel: Wie lange zahlen wir noch den Abtransport von Gülle aus Region Sempachersee, wo mehr Tiere leben als vor Beginn der Sanierung vor Jahrzehnten?

All diese Massnahmen zahlen wir mit unseren Steuern und tragen die Folgen der Verschmutzung, etwa unseres Trinkwassers oder der Luft (Ammoniakemissionen). Freiwillig werden viele Umweltschutzgesetze nicht eingehalten, besonders in der Landwirtschaft. Wann werden diese Kosten endlich in die Preisgestaltung der Lebensmittel einfliessen?

Heidi und der Alpöhi meinen: „Nicht glaubwürdig ist die Aussage, die immer wieder gemacht wird, dass die Reinigung der Geräte die Hauptursache für die Verschmutzung der Gewässer mit Pestiziden sei. Dieses Vergehen ist offensichtlich, andere Eintragspfade lassen sich nur mit hohem Aufwand, wenn überhaupt, beweisen. So lassen sich drastischere Massnahmen als der Bau von Waschplätzen vorläufig vermeiden, herausschieben.“

22.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

Auenwälder, wo sind sie geblieben?

22. September 2021
Der Leipziger Auwald - ein Nachruf? Video 1:34:19 NuKLA e.V. 13.1.2

Der Leipziger Auwald – ein Nachruf? Video 1:34:19 NuKLA e.V. 13.1.21

Gerade eingetroffen ist der folgende Brief. Was sich darin auf Deutschland bezieht, gilt auch für die Schweiz:

Liebe Freundinnen und Freunde der lebendigen Bäche und kleinen Flüsse (diesmal bis hin zu den grossen)

Wer sich auf Google Earth z.B. durch Deutschland bewegt, erkennt das Ausmass menschlicher Eingriffe und erschrickt. Gewässerbegleitende Bäume fehlen weitgehend, ganz zu schweigen von früher vorhanden gewesenen Auwäldern. Hinsichtlich Erosionsminderung, Biodiversitätswiedergewinnen bis zum Abwenden von Klima-bezogenen Schäden bleibt viel zu tun – oft genug muss überhaupt erst damit gestartet werden.

Da ist es interessant, „von der anderen Seite“ zu kommen, aus Bereichen, in denen Auwald (noch) vorhanden ist. Eine solche Stelle ist der Leipziger Auwald, ebenfalls durch Wasserbau stark beeinflusst, aber verbesserungsfähig.

So leite ich die Einladung zum diesjährigen Auensymposium des Vereins NuKLA, Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald, weiter – s. unten.

Wer vom 6. bis 9. Oktober nicht nach Leipzig reisen kann, hat die Möglichkeit, die Veranstaltung per Livestream zu verfolgen, Link dazu ebenfalls unten.

Herzlich grüsst

Ludwig Tent, Wedel
[Mein Blog, gelegentlich kleine Neuigkeiten]
http://osmerus.wordpress.com

[Gewässerschutz für Bäche und kleine Flüsse]
www.salmonidenfreund.de

Das Symposium

Heidi ist sicher, dass auch SchweizerInnen aus dem Reichtum von gesammeltem Wissen lernen können.

Das Symposium vom 6. bis 8.10.21 findet nicht nur in Präsenz sondern auch zusätzlich als live-Stream statt: über den Youtube Kanal der Organisatoren NuKLA kann alles live verfolgt werden!

Dafür reicht es aus, den NuKLA Youtube-Kanal zu abonnieren (oder einfach hineinzuschauen):

https://www.youtube.com/channel/UCExdVCs2g4CiyLRLG22JMdw .

Mit dieser Registrierung bekommt man, unabhängig vom Symposium, immer dann ein Signal, sobald auf unserem Kanal etwas Neues erscheint.

Hier geht es zum Programm des Symposiums: https://www.nukla.de/programm-2021/
und hier zu den Dokumentation früherer Symposien: https://www.nukla.de/auenoekologiesymposium/

Wer ist NuKLA?

NuKLA e.V. und das Aueninstitut Lebendige Flüsse formulieren Forderungen für den Schutz und die Entwicklung des Flora-Fauna-Habitat-(FFH)Gebiets “Leipziger Auensystem”

Natur ist komplex. Und oftmals ist es schwer, die komplexen Vorgänge in der Natur mit wenigen Worten zu beschreiben. Aber auch menschliche Gesellschaften sind nicht einfach. Im Naturschutz kommen beide Themen zusammen und so wird es noch schwieriger.

Dennoch haben wir, NuKLA e.V. und das Aueninstitut Lebendige Flüsse, uns der Aufgabe gestellt, unsere Forderungen betreffs des FFH-Gebietes “Leipziger Auensystem” für unsere Mitglieder, Förderer, Freunde, Partner, aber auch sonstige Interessierte sowie für Menschen, die sich mit dem Leipziger Auensystem beruflich befassen, zusammenzutragen.

Mögen unsere Forderungen dazu beitragen, dass der Schutz des FFH-Gebietes “Leipziger Auensystem” in Zukunft noch verbessert werden wird.

Lesen Sie hier weiter: Wir fordern für den Schutz und die künftige Entwicklung des FFH-Gebiets „Leipziger Auensystem“

22.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

Plantagen sind keine Wälder!

21. September 2021
.

.

Der 21. September, der Internationale Tag des Kampfes gegen Monokultur-Baumplantagen, ist ein Tag für Organisationen, Netzwerke und Bewegungen, um den Widerstand zu feiern und ihre Stimme zu erheben, um zu fordern: „Stoppt die Ausweitung der Monokultur-Baumplantagen!“ Diese Plantagen bedrohen die Souveränität von Gemeinschaften und Völkern. Der Tag wurde 2004 bei einem Treffen eines Gemeinschaftsnetzwerks ins Leben gerufen, das gegen industrielle Baumplantagen in Brasilien kämpft; der 21. September wurde ausgewählt, weil er in Brasilien der Tag des Baumes ist.

International Day of Struggle Against Monoculture Tree Plantations. World Rainforest Movement, 21.9.21

21.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

Schweizer Wasser: Versuch einer Krimi-Buchbesprechung

21. September 2021
schreibknecht.ch, die Homepage von Bernhard Schmutz

schreibknecht.ch, die Homepage von Bernhard Schmutz

Schweizer Wasser handelt von Geld und Macht. Der Krimi ist in der „heilen Bergwelt“ angesiedelt, wo Landwirtschaft und Tourismus eng verwoben sind. Im Zentrum sind zwei Ereignisse, ein Projekt und eine Gruppe:

  • Tod einer Schülerin nach einer Magen-Darm-Grippe im Klassenlager.
  • Gäste einer Promi-Hochzeit landen mit ähnlichen Symptomen im Spital, besonders schwer erkrankt die Braut
  • das ökologisch fragwürdige Honeymoon-Projekt auf der Bussalp
  • die Interessengemeinschaft Groupe Lac Démon

„Honeymoon wird Grindelwald noch einzigartiger machen. Ein echter USP! Arbeitsplätze erhalten. Aufträge für das regionale Gewerbe generieren. Wer Ja zu Grindelwald sagt, muss Ja zu Honeymoon sagen!“, beendet Luke seine Brandrede.

Als das Projekt im Congress Center vorgestellt wird, wagt es Lisa, kritische Fragen zu stellen, etwa: „Im Leitbild der Gemeinde heisst es: Der Tourismus steht im Einklang mit Natur, Umwelt und Landschaft. Wie schaffen Sie diesen Spagat, wenn plötzlich Privatverkehr zugelassen ist? Abgesehen davon ist das Ganze doch reine Wasserverschwendung. In den letzten zehn Jahren hatten wir in der Schweiz mindestens vier zu trockene Sommer. Von Wasserknappheit können auch Alpgebiete betroffen sein.“

Dann erkranken TeilnehmerInnen eines Klassenlagers an einer Magen-Darm-Grippe. Eine Schülerin stirbt. Rasch wird die Schuld der Lagerköchin Lisa in die Schuhe geschoben: verdorbene Lebensmittel. Das kann sie nicht auf sich sitzen lassen, denn sie achtet minitiös auf Hygiene. Lisa beginnt, nach den möglichen Ursachen zu suchen, unbequeme Fragen zu stellen und hält Selbstgespräche.

Wim, ein Klassenkollege von Luke, ist beeindruckt von Lisas Mut, als Einzige kritische Fragen zu stellen, und nimmt mit ihr Kontakt auf. Daraus ergibt sich eine Zusammenarbeit bei der Suche nach der Ursache, die den Tod der Schülerin herbeiführte.

Kurz danach heiratet eine ehemalige Serviceangestellte der Bussalp, die den zweiten Platz in einer Castingshow belegt hatte, ihren Produzenten. Heirat bei schönstem Wetter auf der Bussalp. Doch am nächsten Morgen … So stand es in der Berner Oberländer Zeitung: „Grindelwald. Kein Happy End für den neuen Star am Schlagerhimmel Jasmin Meier, kurz JM (25) und ihrem Produzenten, Rudi Hohlen (45). Nach dem Ja-Wort und einer berauschenden Party endet die Hochzeitsnacht im Spital. Verantwortlich dafür ist nicht etwa die Libido des Paares, sondern ein mysteriöser Virus.“

Zu den Detektiven Lisa und Wim gesellt sich die Beamtin Anna Berger, obwohl der Leiter der Fachstelle für Umweltkriminalität vorerst gar keine Freude an ihrem Alleingang hatte … Nach der Aufklärung des Falls hat das TRIOmvirat konkrete Zukunftspläne. Diese haben mit ihrer Erfahrung im Fall Grindelwald zu tun, dass Ämter und Polizei nicht immer so genau und vor allem hartnäckig genug hinschauen. Aus Mangel an personellen Ressourcen oder anderen Gründen, darüber möchten die drei nicht spekulieren.

Nun aber Schluss mit Details! Lesen Sie Schweizer Wasser von Anfang bis Schluss. Sie erfahren dann auch wie Lisa gedroht wird, Drohungen in die Tat umgesetzt werden und was es sich mit der Groupe Lac Démon auf sich hat.

Nach dem Lesen eines Zeitungsartikels in der Berner Oberländer Zeitung, fasst Wim auf der letzten Seite (278) zusammen: „So könnte es gewesen sein. Mit anderen Worten: Nur die Jungfrau kennt als stille Zeugin die ganze Wahrheit. Weil der Mönch darf bei Honeymoon nicht hinsehen und der Eiger hat genug zu tun mit seiner Nordwand.“

Danach folgt eine unerwarteter froher Schlusspunkt.

Der spannende Krimi handelt auch von Gülle und Mist, von Pestiziden, von sauberem Wasser und somit kommt auch die Trinkwasserinitiative in der Geschichte vor … Mit viel Witz erzählt Bernhard Schmutz die schmutzige Geschichte.

Schweizer Wasser, Bernhard Schmutz, ISBN 978-3-8392-0079-7, auch als E-Book erhältlich, Gmeiner Verlag

schreibknecht.ch

21.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

Schweiz: Wir sind gerüstet!

20. September 2021
.

.

Si hei dr Wilhälm Täll ufgfüert im leuje z’nottiswil (1966)

Für eilige LeserInnen: letzte Zeile:
Sy würde d’freiheit gwinne, wenn sy dä wäg z’gwinne wär.

Mani Matter singt das Lied live 1970, youtube

Übersetzung ins Hochdeutsche

Si hei d’r willhelm täll ufgfüehrt im leuje z’nottiswil
Da bruchts viel volk, gwüss z’halbe dorf, hett mitgmacht i däm schpil
Die andri helfti isch im saal gsy, bim’e grosse bier
Als publikum, het zuegluegt und isch gschpannt gsy, was passier

Am aafang isch es schön gsy, do het als schtouffacherin
D’frou pfarrer mit dem schnyder gret, i wort vo tiefem sinn
Und als isch grüert gsy, sy het dasmal nid gseit, s’chleid sig z’tüür
Und är het guet ufpasst das är der fade nid verlüür

Uf zmal, churz vor em öpfelschuss, der lehrer chunnt als täll
Sy sohn, dä frogt’ne dis und äis, do rüeft der einde schnäll
Wo un’drem huet als wach isch gschtande, so dass jede ghört
Wiso fragt dä so dumm, het dä ir’d schuel denn nüt rächts gleert

E fründ vom täll, e maa us altdorf, zwickt em eis uf’s muul
Und dise wo der huet bewacht, git ume, gar nid fuul
Und schtoost ihm mit syr helebarde ine z’mitts in‘ buuch
Da chunnt scho s’volk vo uri z’schpringe, donner jetzt geits ruuch

Die einte, die vo öschterrich, die näh für d’wach partei
Die andre, die vo altdorf, für ä täll, ei schlegerei
Mit helebarde, kartonschwärt, kulisse, schlöi sy dry
D’r täll ligt und’rem gessler scho, da mischt der saal sich y

Jetz chöme gläser z’flüge, jede schtillt sy gheimi wuet
Es chrose disch u bänk und’s bier vermischt’sich mit em bluet
Der wirt rouft sich sys haar, d’frou schinet broch’ni glider y
Zwo schtund lang het das duuret, do isch öschtrich gschlage gsy

Si hei der willhelm täll ufgfüehrt im löie z’nottiswil
Und gwüss no niene in naturalistischerem schtyl
D’versicherig het zahlt – hingäge eis weiss ig sithär
Sy würde d’freiheit gwinne, wenn sy dä wäg z’gwinne wär

Sy würde d’freiheit gwinne, wenn sy dä wäg z’gwinne wär

Si hei dr Wilhälm Täll ufgfüert. Wikipedia

Mani Matter

Si hei dr Wilhälm Täll ufgfüert Songtext von Mani Matter, Songtexte.com

20.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

1. Swiss Water and Climate Forum in Willisau

19. September 2021
Die ausgezeichneten Projekte am SWCF 2021:1. Water for Youth? A Youth friendly map of swiss water stakeholders. 2. NextGen macht Gemeinden klimafit 3. Slow Water für unsere Kulturlandschaft. Foto: Priska Ketterer/SWCF

Die ausgezeichneten Projekte am SWCF 2021:1. Water for Youth? A Youth friendly map of swiss water stakeholders. 2. NextGen macht Gemeinden klimafit 3. Slow Water für unsere Kulturlandschaft. Foto: Priska Ketterer/SWCF

Am 9./10. September fand in Willisau LU das 1. Swiss Water and Climate Forum (SWCF) statt, organisiert vom Verein swisswaterclimate, einer nicht-gewinnorientierten Organisation mit Hauptsitz in Willisau LU. Rund 140 TeilnehmerInnen aus den verschiedenen Wassersektoren der Schweiz trafen sich, um konkrete Lösungen für nationale Wasser- und Klima-Herausforderungen zu erarbeiten.

Der Verein SWCF hat sich zum Ziel gesetzt, in jeweils 2-jährigen Projektzyklen der globalen Klimaänderung lokal angepasste Projektideen gegenüberzustellen und konkrete Massnahmen zur Klimaanpassung zu entwickeln und umzusetzen.

Die Frage, welcher sich das SWCF in seiner ersten Austragung stellte, war, wie in der Schweiz der Zugang zu Wasser gesichert werden kann. Der Zugang zu Wasser in qualitativ angemessener Qualität, in ausreichender Menge, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit verfügbar gemacht. Ernst Bromeis, Wasserbotschafter und Expeditionsschwimmer sagte in seinem Einführungsreferat, es sei gleichermassen Aufgabe und Verpflichtung, sich laut Gedanken über Wasser- und Klimathemen zu machen, eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu fördern und neue Ideen einzubringen. Das im Zweijahresturnus geplante Forum funktioniere dabei als «Marktplatz der Ideen, wo Projekte aufgegleist und über das Forum hinaus weiterentwickelt werden sollen».

“Tönt kompliziert, ist aber in der Umsetzung am Ort spannend und inspirierend.»

Am 1. SWCF konnten nun 9 Projektideen in mehreren Workshops unter Einbezug weiterer TeilnehmerInnen unterschiedlicher Interessensgruppen weiterentwickelt und auf die Konsistenz ihrer Ziele getestet und ausformuliert werden. In kleinen Gruppen der einzelnen Fokusgruppen tauschten sich die Teilnehmenden mit unterschiedlichem fachlichen Hintergrund aus, lernten von den Erfahrungen und vom Wissen der anderen, wurden mit betriebswirtschaftlichen Ansätzen ausgerüstet, gaben Empfehlungen für Methoden, Tools weiterer relevanter Interessengruppen ab oder vermittelten einfach nur weiterführende Kontakte. «Was in der Theorie kompliziert tönt, war in der Praxis am Ort ein spannender Prozess, der nun nach dem Forum weitergeführt wird», sagt Mit-Initiant Johannes Heeb von CEWAS/Seecon.  

Die Sieger unter den Siegerinnen

Am Schluss der Tagung wurden die am SWCF gereiften Projekte am Forum vorgestellt und von einer Fachjury bewertet. Drei Projekte wurden als Preisgewinner erkoren. Das Rennen um den ersten Platz war ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Jugend-Projekte, die sowohl bei der Jury wie auch bei den Teilnehmenden am meisten Unterstützung fanden. Die ersten drei Projekte wurden mit einem Preis von bis zu 5’000 Franken Startkapital ausgezeichnet.

Die Arbeit geht weiter

Alle neun Projektideen werden nun in einem Zweijahresarbeitszyklus bis zum nächsten Forum vom Verein swisswaterclimate in ihrer Umsetzung begleitet. Am 2. SWCF in zwei Jahren werden die Resultate vorgestellt, aber auch neue Projektideen aufgenommen und in einen neuen Projektzyklus integriert.

Offizielle Partner: seecon gmbh, Das blaue Wunder, agridea, Blue Summit Switzerland, cewas, Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung, Helvetas, KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern KGL, martiPROJEKTE, Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT, Strategos, stutz consulting gmbh, Swiss Toilet Organization, GWF, Swiss Water Partnership, Region Luzern West, Willisau Tourismus, Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz IHZ, Neue Regionalpolitik Schweiz NRP, SwissRe Foundation, Coop Schweiz

Swiss Water & Climate Forum

19.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

Wir brauchen dringend strengere Klimaziele!

18. September 2021
Denker

Denker

George Monbiot, veröffentlicht in the Guardian 9.9.21

Am Scheitelpunkt

Die Erdsysteme könnten noch vor 2050 kippen. Wir brauchen dringend strengere Klimaziele

„… Selbst wenn man alle versprochenen technischen Lösungen und Kompensationsmassnahmen mit einbezieht, sind wir mit der derzeitigen Politik auf eine unheilvolle Erderwärmung von 2,9°C festgelegt. Das Risiko eines unumkehrbaren Wandels durch ein derart gemächliches Tempo, das Vertrauen auf nicht vorhandene Technologien und Kapazitäten ist eine Formel für eine Katastrophe.

Wenn die Erdsysteme kritische Schwellenwerte überschreiten, wird alles, was wir getan haben und alles, was wir waren, das Lernen, die Weisheit, die Geschichten, die Kunst, die Politik, die Liebe, der Hass, die Wut und die Hoffnung, auf die Stratigraphie reduziert werden. Wir brauchen keinen sanften und linearen Übergang. Es ist ein Intensivkurs.“

On The Cusp. George Monbiot

17.9.21 HOME

Datenschutzerklärung


Solothurn: Grünliberale glauben nicht an Zielerreichung des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel

17. September 2021

.

Heidi hat diesen Cartoon von NaNa bereits im Beitrag vom 25.4.21 zu den Pestiziden in den Gewässern im Kanton Solothurn gezeigt … er passt immer noch!

Grünliberale Kanton Solothurn, Medienmitteilung vom 15.9.21:

Dank den Grünliberalen es Kantons Solothurn ist seit Mai bekannt, dass der Aktionsplan kaum Wirkung zeigt. Die Zielerreichung bis 2025 ist nur mit deutlich weitergehenden Massnahmen erreichbar.

Das Amt für Umwelt (AfU) hat die Messdaten aus dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel kommentiert[1]. Diese beinhalten kaum neue Informationen. Dank der glp sind die Daten bereits seit Mai bekannt[2].

«Leichte Verbesserungen seien nachweisbar», so kommentiert der Kanton die besorgniserregenden Messdaten. Die Daten zeigen, dass äusserst toxische Wirkstoffe wie zum Beispiel Cypermethrin den gesetzlichen Grenzwert um das 11-fache überschreiten. Diese und andere Wirkstoffe sind für Wasserorganismen bereits in kleinsten Dosen akut toxisch. Cypermethrin kann die menschlichen Organe schädigen und steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit oder sogar das Kind im Mutterleib zu schädigen.

Die erzielten minimalen Fortschritte sind angesichts der gesetzeswidrigen Wasserqualität viel zu gering. Als Ziel für den Aktionsplan wurde von der Regierung eine Halbierung des Risikos durch Pflanzenschutzmittel bis 2025 gesetzt. Dieses Ziel ist mit den laufenden Massnahmen unmöglich erreichbar. Daher ist es eine Augenwischerei, überhaupt von Verbesserungen zu sprechen.

Natürlich begrüsst die glp auch die angekündigten Massnahmen ausserhalb der Landwirtschaft. Mit höchster Priorität sind jedoch dort Schritte notwendig, wo die grösste Wirkung erreicht wird. Die Messdaten des AfU zeigen nämlich auch, dass zum Beispiel im Limpach deutlich über 80% der Pestizide aus der landwirtschaftlichen Anwendung stammen. Diese Information behält das AfU weiterhin der Bevölkerung vor.

Das AfU will bis Mitte 2022 abwarten und hofft auf ein Wunder. Diese passive Arbeitsweise ist nicht in unserem Sinne. Die glp fordert rasch zusätzliche Massnahmen im Bereich der Landwirtschaft. Wir sind überzeugt, dass damit die Ziele 2025 erreichbar werden. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache, sofortiger Handlungsbedarf ist angezeigt.

[1] https://so.ch/staatskanzlei/medien/medienmitteilung/news/verbesserungen-bei-der-pestizidbelastung-von-gewaessern-nachweisbar-doch-weitere-anstrengungen-noeti/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=02c0f5fef5d061517771bf2cf77bc04a

[2] https://so.grunliberale.ch/aktuell/media/mediadetail~ca54059b-873c-453a-ae48-67b4c448ab6d~Gr%C3%BCnliberale%20fordern%20Anpassungen%20beim%20Massnahmenplan%20Pflanzenschutzmittel~

Klima: Schauen Sie sich dieses Video von Renzo an!

16. September 2021

Renzo präsentiert in atemberaubendem Tempo Fakten zum Klimawandel und zur Untätigkeit der Politik.

Renzo präsentiert in atemberaubendem Tempo Fakten zum Klimawandel und zur Untätigkeit der Politik und ruft zum Handeln auf für die Kinder, Enkel, Urenkel … den Zeit bleibt wenig.

Renzo bezieht sich auf die Situation in Deutschland … für die Schweiz müssten einfach Namen und Orte ausgewechselt werden!

Zerstörung Teil 2: Klima-Katastrophe

Krise: Endgame, Renzo vom 4.9.21

Informationsquellen zum Video

16.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

UN: 90% der weltweiten Agrarsubventionen schaden den Menschen und dem Planeten

16. September 2021

IMG_3262_Kaelberboxen_K

Landwirtschaftliche Schule Plantahof GR: Boxen zur Haltung von Kälbern -> Kalbfleisch. Foto 28.6.17

Quelle: The Guardian vom 14.9.21

Fast eine halbe Billion Dollar an Subventionen pro Jahr schadet der Gesundheit der Menschen, dem Klima und fördert die Ungleichheit.

Fast 90% der weltweiten Subventionen in der Höhe von 540 Milliarden Dollar, die jedes Jahr an Landwirte vergeben werden, sind „schädlich“, so ein erschreckender UN-Bericht.

Diese Agrarsubventionen schaden der Gesundheit der Menschen, heizen die Klimakrise an, zerstören die Natur und fördern die Ungleichheit, indem sie Kleinbauern, von denen viele Frauen sind, ausschliessen, so die UN-Agenturen.

Die grössten Verursacher von Treibhausgasemissionen, wie Rindfleisch und Milch, erhielten die höchsten Subventionen, so der Bericht. Diese werden oft von grossen Industriekonzernen produziert, die am besten in der Lage sind, Zugang zu Subventionen zu erhalten.

Ohne eine Reform würden die Subventionen bis 2030 auf 1,8 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Pfund) pro Jahr ansteigen, was das menschliche Wohlergehen weiter beeinträchtigen und die planetarische Krise verschärfen würde, so die UN.

Die Unterstützung für die „übergrosse“ Fleisch- und Milchindustrie in den reichen Ländern muss reduziert werden, während die Subventionen für umweltschädliche chemische Düngemittel und Pestizide in den Ländern mit niedrigerem Einkommen sinken müssen, so die Analyse.

In dem Bericht, der vor dem UN-Gipfel für Ernährungssysteme am 23. September veröffentlicht wurde, heisst es, dass eine Umwidmung der Subventionen in nützliche Aktivitäten „einen Wendepunkt“ darstellen und dazu beitragen könnte, die Armut zu beenden, den Hunger zu beseitigen, die Ernährung zu verbessern, die globale Erwärmung zu reduzieren und die Natur wiederherzustellen. Zu den sinnvollen Verwendungszwecken öffentlicher Gelder könnten die Förderung gesunder Lebensmittel wie Gemüse und Obst, die Verbessern der Umwelt und die Unterstützung von Kleinbauern gehören.

Das globale Lebensmittelsystem ist kaputt

Zahlreiche Analysen der letzten Jahre zeigen, dass das globale Lebensmittelsystem kaputt ist. Im Jahr 2020 werden mehr als 800 Millionen Menschen unter chronischem Hunger leiden, 3 Milliarden können sich keine gesunde Ernährung leisten, 2 Milliarden Menschen sind fettleibig oder übergewichtig, und ein Drittel der Lebensmittel wird verschwendet. Der Gesamtschaden, der dadurch entsteht, wird auf 12 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt, mehr als der Wert der produzierten Lebensmittel.

Der Bericht wurde von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) veröffentlicht und unterschätzt die Gesamtsubventionen im Lebensmittelsystem, da er nur die Subventionen berücksichtigt, für die in 88 Ländern zuverlässige Daten vorliegen.

„Dieser Bericht ist ein Weckruf für Regierungen auf der ganzen Welt, die landwirtschaftlichen Stützungsregelungen zu überdenken, um sie zweckdienlich zu gestalten und unsere Agrar- und Ernährungssysteme umzugestalten und zu den vier wichtigsten Zielen beizutragen: bessere Ernährung, bessere Produktion, bessere Umwelt und ein besseres Leben“, sagte Qu Dongyu, der Generaldirektor der FAO.

90% of global farm subsidies damage people and planet, says UN. Damian Carrington, The Guardian vom 14.9.21

A multi-billion-dollar opportunity – Repurposing agricultural support to transform food systems. FAO, UNDP and UNEP. 2021. A multi-billion-dollar opportunity  Repurposing agricultural support to transform food systems. Rome, FAO. ISBN: 978-92-5-134917-5 https://doi.org/10.4060/cb6562en

Übrigens: Heidi verwendet das sehr gute Übersetzungsprogramm
www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

15.9.21 HOME

Datenschutzerklärung

 


%d Bloggern gefällt das: