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Die FAO soll ihre Partnerschaft mit dem Verband der Pestizid-Industrie brechen!

10. Juni 2022
PAN International

PAN International

Am 15.5.22 berichtete Heidi über die Lobby-Aktivität von CropLife International: Laute Lobby für einen stillen Frühling. Nun fordern 430 Organisationen der Zivilgesellschaft und indigener Völker vom Rat der FAO ein Ende der Partnerschaft mit der Pestizid-Industrie.

„Der folgende Text ist eine Übertragung der englischen Pressemitteilung von PAN International ins Deutsche.

Im Vorfeld der 170. Sitzung des Rates der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die am 13. Juni beginnt, erheben 430 Organisationen der Zivilgesellschaft und indigener Völker aus 69 Ländern weltweit ihre Stimme gegen die Partnerschaft der UN-Organisation mit CropLife International, dem Industrieverband, der die grössten Pestizidhersteller der Welt vertritt.

In dem von Pesticide Action Network (PAN) übermittelten Schreiben an die Mitglieder des Rates der FAO, das von 10 weiteren globalen Netzwerken unterstützt und von insgesamt 430 Organisationen mitgetragen wird, fordern diese von den Rats-Mitgliedern unverzüglich Massnahmen zur Beendigung dieser Partnerschaft zu ergreifen und erinnern die FAO an ihre Verpflichtungen zur Einhaltung der Menschenrechte. Die 430 Organisationen äussern ihre Besorgnis darüber, wie sich die CropLife-Mitgliedsunternehmen (BASF, Bayer Crop Science, Corteva Agriscience, FMC und Syngenta) „in die nationale Politik einmischen und enormen Druck auf Regierungen ausüben, die Massnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt vor Pestizidschäden ergreifen.“

Die Forderung nach einem Ende dieser „Toxic Alliance“ stützt sich auf die anhaltenden Bedenken der Zivilgesellschaft und der Organisationen indigener Völker sowie auf den, auf der 49. Sitzung des Menschenrechtsrates geäusserten Empfehlung des UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung „die Vereinbarung mit CropLife International im Hinblick auf Menschenrechtsbelange zu überprüfen“ und „zu erwägen, den Generaldirektor der FAO anzuweisen, die Vereinbarung zu kündigen“.

Im Rahmen der Strategie für das Engagement des Privatsektors unterzeichnete die FAO im Oktober 2020 eine Absichtserklärung mit CropLife, in einer Vielzahl von Bereichen zusammenzuarbeiten. „Die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen der FAO und CropLife International wirkt allen Bemühungen um ein schrittweises Verbot hochgefährlicher Pestizide, wie es der FAO-Rat bereits 2006 zur Prüfung empfohlen hat, direkt entgegen“, heisst es in dem Schreiben der Verbände.

„Diese Partnerschaft besteht nun seit über eineinhalb Jahren, und die Bemühungen der FAO, globale Massnahmen zum Ausstieg aus dem Einsatz hochgefährlicher Pestizide und deren Verbot voranzutreiben, sind zum Stillstand gekommen“, sagte Keith Tyrell, Vorsitzender von PAN International. „Wie die Unterzeichner in diesem Brief unterstreichen, sind die Mitgliedstaaten und die FAO aufgerufen, Agrarökologie zu fördern, um ökologisch basierte Lebensmittel- und Landwirtschaftssysteme zu ermöglichen, die ohne den Einsatz von giftigen Pestiziden auskommen.“

In dem Schreiben wird zudem darauf hingewiesen, dass die FAO-eigene Sorgfaltspflicht beinhaltet, dass Unternehmen, die in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind, als potenzielle Partnern ausgeschlossen werden können. Die unterzeichnenden Organisationen des heute versendeten Briefes an den FAO-Rat erklären, „dass der Einsatz von gefährlichen Pestiziden nicht vereinbar sei, mit den von den Vereinten Nationen geschützten Rechten auf: Gesundheit; saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt; sichere Arbeitsbedingungen; angemessene Ernährung; sicheres und sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen; ein Leben in Würde; und den Rechten von indigenen Völkern, Frauen, Kindern, Arbeitern, Bauern und anderen Menschen, die in ländlichen Gebieten arbeiten“.

Darüber hinaus verdeutlicht der vorgelegte Bericht „Addressing the Conflict of Interest and Incompatibility der FAO-Partnerschaft mit CropLife International“, die Notwendigkeit, die als „giftige Allianz“ von der Zivilgesellschaft und indigenen Völker bezeichnete Zusammenarbeit zwischen der FAO und der Pestizid-Industrie zu beenden.

Dieser Bericht wurde dem FAO-Rat von PAN und zehn anderen globalen Organisationen unterbreitet, die die Kampagne anführen.

Ein separater Bericht mit dem Titel „Corporate Capture of FAO: Industry’s Deepening Influence on Global Food Governance„, der Beiträge von PAN International enthält, wurde der FAO und den Mitgliedsstaaten ebenfalls rechtzeitig vor der FAO-Ratssitzung vorgelegt. Der Bericht hebt die Partnerschaft mit CropLife als eine der Fallstudien hervor, die den Trend verdeutlichen, dass Konzerne auf Kosten von Staaten, kleinen Lebensmittelproduzenten, indigenen Völkern und der Zivilgesellschaft immer mehr Einfluss erhalten.“

430 Organisationen der Zivilgesellschaft und indigener Völker fordern vom Rat der FAO ein Ende der Partnerschaft mit der Pestizid-Industrie. PAN Germany 9.6.22

Laute Lobby für einen stillen Frühling. Heidis Mist 15.5.22

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Vollzugs-Nickerchen

8. Juni 2022
Cartoon von NaNa

Ein Beitrag von NaNa

Im föderalistischen System sind in erster Linie die Kantone für den Gesetzesvollzug und somit für die Kontrollen verantwortlich, während der Bund mit einer Überwachungsfunktion beauftragt ist. Er erhält von den Kantonen Angaben über ihre Kontrolltätigkeit und die durchgeführten Analysen, aber über die Anzahl und die Art der verhängten Sanktionen ist er zum Beispiel noch nicht informiert. Je nach den Vollzugsbereichen sind grosse Unterschiede in der Dichte, Qualität und im Harmonisierungsgrad der amtlichen Kontrollen festzustellen. Auf Bundesebene beschlossene, zusätzliche Massnahmen (neue Normen, neue Kontrollen) lösen offenbar nicht in allen Kantonen die Bereitstellung entsprechender Ressourcen aus.

Die Bundesversammlung — Das Schweizer Parlament

Beispiele Gewässerschutz

Seit 1999 Kt. Luzern: Sanierung der Seen.

Im Zeitraum von 1999 bis 2020 haben der Bund und der Kanton Luzern im Rahmen des Phosphorprojekts insgesamt rund 76 Millionen Franken an die Landwirte im Einzugsgebiet der drei Mittellandseen ausbezahlt. Monitoring und Belüftung pro Jahr: 150’000 + 275’000 Franken.

Anfrage Howald Simon und Mit. über Lösungsansätze, Termine, Kosten und Wirkung des kantonalen Phosphorprojektsder Mittellandseen des Kantons Luzern (Phasen I, II, II plus und III)
Zu

Gesetz als Gegenvorschlag zur weitergehenden «Initiative zur Rettung unserer Gewässer

Kurt Marti berichtete am 5.4.12: „Nach 20 Jahren sind 63 Prozent der sanierungspflichtigen Gewässer noch nicht saniert.“ Seither sind weitere zehn Jahre vergangen!

Skandalöse Missstände beim Gesetzesvollzug. Infosperber vom 5.4.12

Beispiel Tierschutz

Nur wenige Kantone vollziehen das Gesetz

2010 wurden in der Schweiz so viele Tierschutzdelikte untersucht wie noch nie. Dies zeigt eine Analyse der Stiftung für das Tier im Recht (TIR). Die positive Entwicklung ist allerdings vor allem auf den pflichtbewussten Gesetzesvollzug einiger weniger Kantone zurückzuführen, während viele andere in Untätigkeit verharren. Die TIR fordert griffige Vollzugsstrukturen in allen Kantonen.

… In vielen anderen Kantonen bemüht man sich hingegen nach wie vor zu wenig oder überhaupt nicht um eine angemessene Verfolgung und Bestrafung von Tierschutzdelikten. So wurden in Obwalden und Glarus 2010 jeweils nur gerade zwei Tierschutzstrafverfahren durchgeführt. Offensichtlich werden hier Tierquäler für ihre Taten strafrechtlich nicht zur Rechenschaft gezogen. Die zuständigen Behörden verstossen damit gegen verbindliche Rechtsvorschriften. Ebenso schlecht schneiden Jura, Nidwalden und Wallis mit je drei sowie Uri mit vier Fällen ab.

Massive kantonale Unterschiede bei der Verfolgung von Tierquälereien. Medienmitteilung Tier im Recht vom 15.12.11

Schwarzbuch Vollzugsnotstand im Tierschutz

Zu lesen auf Heidis Mist: „Mit 84 Prozent JA-Stimmen war das Schweizer Volk 1973 für einen umfassenden Tierschutz. Acht Jahre später traten Tierschutzgesetz und -verordnung in Kraft mit langen Übergangsfristen. Doch der Vollzug liess auf sich warten, die Fristen verstrichen weitgehend ungenutzt. Warum? Zitat aus dem Schwarzbuch „Vollzugs-Notstand im Tierschutz“ des Schweizer Tierschutz (STS): „Für die Durchsetzung des Gesetzes sind die Kantone verantwortlich. Der Bund hat zwar die Oberaufsicht, aber die Hände sind ihm weitgehend gebunden…“ Das kommt Heidi irgendwie bekannt vor! Der damalige freiburgische Kantonstierarzt brachte es auf den Punkt: Er denke nicht daran, das Gesetz zu vollziehen. Diesen Unsinn mache er nicht mit. Glücklicherweise seien die Kantone ihre eigenen Herren.“

Die täglichen Lügen. Heidis Mist vom 8.11.12

Beispiel Gesundheit

2019 Pandemie

Beobachter: „Die Schweiz ist schlecht auf eine Pandemie vorbereitet. Davor warnte dieser Text bereits im letzten August. Ohne Folgen.

… Stefan Trachsel vom Koordinierten Sanitätsdienst ist überzeugt: «Das System ist tragfähig, doch es fehlt an Katastrophen – zum Glück. Wir müssten deshalb in einen Modus kommen, in dem wir das intensiver üben.»

In nächster Zeit ist allerdings keine Übung geplant. Zuletzt war sie 2014 ein Thema, während der sogenannten Sicherheitsverbundsübung. In der Zwischenzeit wurde das neue Epidemiengesetz erlassen. Der Bundesrat wird aber erst 2020 die Übungsszenarien für die nächsten Jahre veranschlagen.“

Pandemie – Die Gefahr, die nicht interessierte. Beobachter 26.8.19

2020 Pandemie

Im Dezember 2018 lieferte Zeltner seinen Bericht ab. Darin steht, dass die Kantone ihre Hausaufgaben nicht gemacht hätten. Sie lagerten in ihren Spitälern nicht wie vom Bund gefordert genügend Medikamente, Medizinprodukte und Labormaterialien für einen Notstand. Zeltner schlug vor, dies in die Leistungsvereinbarungen der Kantone mit den Spitälern aufzunehmen.

Pandemie-Übung 2014: Die Schweiz war gewarnt – aber nicht alle machten ihre Hausaufgaben. Watson vom 28.3.20

2022 Pandemie

Blick: «Selbstgefälligkeit wäre fehl am Platz», sagt Engelberger. Bei der Pandemievorsorge beispielswiese sei man teilweise fahrlässig gewesen. Das müsse man verbessern.

Sorge wegen Corona-Herbst – Kantone fordern Klarheit über zweiten Booster. Blick vom 5.6.22

Beispiel Migration

Flüchtlinge privat oder öffentlich platzieren?

Die Organisation Campax, die zusammen mit der Flüchtlingshilfe im Auftrag des Bundes arbeitet, konnte bis heute erst 4500 Flüchtlinge vermitteln. 52’500 Plätze sind nicht besetzt. Und das, obwohl bisher erst rund die Hälfte der über 50’000 ukrainischen Flüchtlinge in der Schweiz eine private Unterkunft gefunden haben. Der Rest muss seit Wochen in öffentlichen Strukturen wie Bundesasylzentren, Zivilschutzanlagen und ehemaligen Truppenunterkünften leben.

Das Problem: Campax und die Flüchtlingshilfe dürfen Ukrainer und Ukrainerinnen nur bei privaten Gastgebern platzieren, wenn der betroffene Kanton das zulässt. Doch viele Kantone scheinen nicht wirklich an einem hohen Anteil an Kriegsflüchtlingen in Privatunterkünften interessiert zu sein. Einige verweigern die Zusammenarbeit mit Campax grundsätzlich.

Kantone stellen sich quer – Über 50’000 Betten für ukrainische Flüchtlinge bleiben leer. Blick vom 5.6.22

Beispiel …

Heidi meint: „Wir müssen die Zuständigen in den Kantonen aus dem Dauerschlaf wecken!“

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UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung: Die Schweiz im Schneckentempo

2. Juni 2022
UNO Agenda 2030, 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

UNO Agenda 2030, 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Halbzeit bei der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

2015 haben die UNO-Mitgliedsstaaten die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Wie sieht der Stand der Umsetzung in der Schweiz bei Halbzeit aus? Ist eine Pause angesagt oder braucht es mehr Tempo in der verbleibenden Zeit? In einer kleinen Interviewserie gehen Fachleute des Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern diesen Fragen nach und beleuchten einige der Diskussionspunkte aus wissenschaftlicher Sicht.

Der Bundesrat hat Anfang Mai 2022 seinen zweiten Länderbericht zur Umsetzung der UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung publiziert. Das erste Interview führt Gaby Allheilig mit Christoph Bader, CDE-Wissenschaftler und Ökonom. Er hat den Bericht wissenschaftlich begleitet und sagt: «Er spricht zwar vieles an, zieht aber nicht den logischen Schluss, dass wir radikal etwas ändern müssen.»

Heidi hat Teile des Interviews herausgepickt, welche die Landwirtschaft betreffen:

Christoph Bader: „Man sagt nur, ob der Trend stimmt oder nicht, zeigt aber nicht auf, ob die Verbesserungen auch rasch genug bzw. in ausreichendem Mass stattfinden, damit wir die Ziele innert gebotener Frist erreichen. Wenn wir das Klimaziel des Bundes von netto Null Treibhausgasemissionen bis 2050 erreichen wollen, so muss der Trend sich auf dieses Ziel beziehen. Der Bericht aber verbucht die knapp 6 Prozent Treibhausgas-Reduktion in der Landwirtschaft, die wir in den letzten 20 Jahren erreicht haben, als positiv. Dabei ist völlig klar: Wenn wir in diesem Tempo weiterfahren, sind wir bis 2050 nirgends.“

Gaby Allheilig: „Können Sie diese Reportingpraxis noch an einem anderen Umweltziel festmachen?“

Christoph Bader: „Der Bundesrat hat sich zum Beispiel seit den 1990er Jahren wiederholt verschiedene Ziele zur Reduktion der Stickstoffemissionen gesetzt. Im Jahr 2000 belief sich die Stickstoffbilanz der Schweizer Landwirtschaft auf 100’000 Tonnen. Heute stehen wir bei rund 90’000 Tonnen. Wir sind also auch hier noch nirgends. Doch der Länderbericht ordnet das als «richtig unterwegs» ein. Das ist einfach ungenügend.“

Der aktuelle Länderbericht ist lediglich ein Bericht. Christoph Bader: „Die heissen Eisen hätte man letztes Jahr in der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 anpacken müssen. Darin zeigt der Bund auf, welche Schwerpunkte er für die Umsetzung der Agenda 2030 setzen will. Heisse Eisen wurden da aber keine angefasst, obwohl sie von vielen – auch von uns – in der Vernehmlassung angesprochen worden waren. Dass praktisch nichts von all den Vorschlägen in die Strategie einfloss, ist nicht dem Länderbericht anzulasten.“

Lesen Sie das ganze Interview hier: «Wenn wir in diesem Tempo weiterfahren, sind wir bis 2050 nirgends». Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern 31.5.22

Der Online-Länderbericht der Schweiz 2022

17 Ziele für nachhaltige Entwicklung

Do you know all 17 SDGs? United Nations, Department of Economic and Social Affairs Sustainable Development

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Leserbrief zu Mottfeuer im Berner Jura

29. Mai 2022

Guten Morgen Heidi

Ich merke noch gar keinen Unterschied, überall sind oder waren Feuer………
sooooo traurig.

Liebe Grüsse

Anonymus

Heidi meint: „Ja, die Behörden müssten handeln, die Luftreinhalteverordnung vollziehen. Aber sie lassen sich bzw. den Tätern Zeit.“

Heidis weitere Artikel über Mottfeuer

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World Economic Forum: The Global Risks Report 2022

23. Mai 2022
Copyright: WEF

Copyright: WEF

Heute Montag, 23.5.22, bis zum Donnerstag, 26.5.22, findet in Davos GR das World Economic Forum (WEF) statt. Sechs unserer sieben BundesrätInnen werden teilnehmen. Gemeinsam mit WEF-Gründer Klaus Schwab eröffnet Bundespräsident Ignazio Cassis das Jahrestreffen.

Acht Themen füllen das Programm.

Heidi interessiert sich jeweils für The Global Risks Report. Nachfolgend die Zusammenfassung auf Deutsch, übersetzt von Heidi mithilfe von DeepL.

Übrigens, der Anfang des Global Risks Report 2019 (Out of control) lautete: „Is the world sleepwalking into a crisis? Global risks are intensifying but the collective will to tackle them appears to be lacking.“

Zusammenfassung

Zu Beginn des Jahres 2022 stellen COVID-19 und seine wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen weiterhin eine kritische Bedrohung für die Welt dar. Die Ungleichheit bei den Impfstoffen und der daraus resultierende ungleiche wirtschaftliche Aufschwung drohen die sozialen Brüche und geopolitische Spannungen zu verstärken. In den ärmsten 52 Ländern – in denen 20% der Weltbevölkerung leben – waren zum Zeitpunkt als dieser Bericht verfasst wurde nur 6% der Bevölkerung geimpft. Bis 2024 werden die Volkswirtschaften der Entwicklungsländer (ohne China) 5,5% unter ihr vor der Pandemie erwartetes BIP-Wachstum fallen, während die fortgeschrittenen Volkswirtschaften dieses um 0,9% übertreffen werden, wodurch sich die globale Einkommenskluft vergrössert.

Die daraus resultierende globale Divergenz wird zu Spannungen führen – innerhalb und über die Grenzen hinweg, welche die Auswirkungen der Pandemie noch verschlimmern und die Koordination schwieriger macht, die zur Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen nötig ist, einschliesslich verstärkter Klimaschutzmassnahmen, Verbesserung der digitalen Sicherheit, Wiederherstellung der Lebensgrundlagen und des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie Bewältigung des Wettbewerbs im Weltraum.

Der Global Risks Report 2022 präsentiert die Ergebnisse der jüngsten Global Risks Perception Survey (GRPS), gefolgt von einer Analyse der Hauptrisiken, die sich aus den aktuellen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, ökologischen und technologischen Spannungen ergeben. Der Bericht schliesst mit Überlegungen zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit, wobei die Lehren aus den letzten zwei Jahre der COVID-19-Pandemie gezogen werden. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage und der Analyse sind im Folgenden zusammengefasst.

Globale Risikowahrnehmungen zeigen gesellschaftliche und ökologische Bedenken

Aufgefordert, einen Blick auf die vergangenen zwei Jahre zu werfen, nehmen die Befragten des GRPS gesellschaftliche Risiken wahr in Form von „Erosion des sozialen Zusammenhalts“, „Existenzkrisen“ und „Verschlechterung der psychischen Gesundheit“ – als diejenigen, die sich seit Beginn der Pandemie am meisten verschlechtert haben. Nur 16% der Befragten sehen die Weltlage positiv und optimistisch, und nur 11% glauben, dass sich die globale Erholung beschleunigen wird. Die meisten Befragten erwarten stattdessen, dass die nächsten drei Jahre entweder durch anhaltende Unbeständigkeit und zahlreiche Überraschungen oder bruchstückhafte Verläufe die relativen Gewinner und Verlierer trennen.

Für die nächsten fünf Jahre nennen die Befragten erneut gesellschaftliche und ökologische Risiken als die am besorgniserregendsten. Über einen Zeithorizont von 10 Jahren jedoch dominiert die Gesundheit des Planeten die Sorgen: Die Umweltrisiken werden als die fünf grössten kritischsten langfristigen Bedrohungen für die Welt sowie die potenziell schädlichsten für die Menschen und den Planeten wahrgenommen, wobei „Versagen der Klimaschutzmassnahmen“, „Extremwetter“ und „Verlust der biologischen Vielfalt“ als die drei schwerwiegendsten Risiken gelten. Die Befragten nannten auch „Schuldenkrisen“ und „geoökonomische Konfrontationen“ als zu den grössten Risiken in den nächsten 10 Jahren gehörend.

Technologische Risiken – wie „digitale Ungleichheit“ und „Versagen der Cybersicherheit“ – sind weitere kritische kurz- und mittelfristige Bedrohungen für die Welt, so die GRPS Befragten, aber diese fallen in der Rangliste zurück und keine erscheint unter den potenziell schwerwiegendsten, was auf einen möglichen blinden Fleck in der Risikowahrnehmung hindeutet.

Die GRPS-Umfrage 2021-2022 enthielt eine Frage zu internationalen Bemühungen zur Risikominderung. „Künstliche Intelligenz“, „Weltraumausbeutung“, „grenzüberschreitende Cyberangriffe und Fehlinformationen“ und „Migration und Flüchtlinge“ sind die Bereiche, in denen die meisten Befragten der Meinung sind, dass der aktuelle Stand der Risikominderung der Herausforderung nicht gerecht werden, d.h. die Bemühungen sind „nicht begonnen“ oder in einem „frühen Entwicklungsstadium“. In den Bereichen „Handelserleichterung“, „internationale Kriminalität“ und „Massenvernichtungswaffen“ ist die grosse Mehrheiten der Meinung, dass die Bemühungen zur Risikominderung „etabliert“ oder „wirksam“ sind.

The Global Risks Report 2022. World Economic Forum

World Economic Forum

Das Programm der Mitglieder des Bundesrates am WEF-Jahrestreffen 2022. Medienmitteilung Der Bundesrat 20.5.22

World Economic Forum: The Global Risks Report 2019. World Economic Forum

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GO TOXIC FREE

14. Mai 2022
Go Toxic Free" ist ehrlich und inspirierend zugleich und gibt uns die Möglichkeit, heute positive Maßnahmen zu ergreifen. Lucy Siegle

Go Toxic Free“ ist ehrlich und inspirierend zugleich und gibt uns die Möglichkeit, heute positive Massnahmen zu ergreifen. Lucy Siegle, britische Journalistin und Autorin zu Umweltthemen.

Quellen: The chemicals that linger for decades in your blood. BBC 13.5.22, und Wikipedia

Die Umweltjournalistin Anna Turns wurde wachgerüttelt, als sie ihr Blut auf giftige synthetische Chemikalien untersuchen liess – und feststellte, dass einige Schadstoffe jahrzehntelang bestehen bleiben.

Ihre Ergebnisse zeigten Spuren von DDE, einem Metaboliten des Pestizids DDT, das bis in die 1970er Jahre verwendet wurde, sowie geringe Mengen an PCBs. Es sei ein wenig beängstigend, dass es sehr schwierig ist, diese Chemikalien wieder loszuwerden, wenn sie in die Gesellschaft gelangen. Trotz der Verbote sind sie immer noch vorhanden, da viele von ihnen nur schwer abbaubar sind.

Chlordan ist ein Insektizid, das aus einer komplexen Mischung aus mindestens 147 einzelnen Komponenten besteht. Grösstenteils setzt sich die Mischung aus trans-Chlordan, cis-Chlordan sowie ferner aus achiralem trans-Nonachlor und Heptachlor zusammen. Oxychlordan, ein hauptsächlicher Metabolit von cis– und trans-Chlordan, sowie Nonachlor sind toxischer als cis– und trans-Chlordan. Obwohl das Oxychlordan-Verbot ein Jahr vor Anna Turns Geburt erlassen wurde, hat sie Oxychlordan im Blut, das wohl an ihre Kinder weitergegeben werde.

Anna Turns praktische Tipps und Ideen für den Alltag, um uns selbst und unseren Planeten ein wenig weniger giftig zu machen, finden Sie in ihrem Buch:

„Die Verschmutzung durch Plastik macht Schlagzeilen. Aber Plastik ist nur ein Teil der Geschichte, und die unsichtbare Welt der chemischen Schadstoffe – im Boden, in der Luft, in unseren Wassersystemen und in unserem eigenen Körper – ist ebenso besorgniserregend. In den letzten Jahren haben chemiebedingte Gesundheitsprobleme stark zugenommen, und wenn wir untersuchen, was sich in der Kleidung, die wir tragen, in den Lebensmitteln und im Wasser, das wir zu uns nehmen, sowie in den zahlreichen Haushaltsreinigern und Kosmetika, die wir täglich verwenden, verbirgt, ist es leicht zu erkennen, warum.

In diesem aufmunternden und praktischen Buch macht die Umweltjournalistin Anna Turns diese unsichtbare Welt sichtbar, indem sie das umfassendere Thema der giftigen Chemikalien beleuchtet – was sie sind, wo sie versteckt sind und wie gross ihre Auswirkungen auf die Umwelt sind. Go Toxic Free nimmt Sie mit auf einen ausführlichen Rundgang durch Ihr Haus und Ihren Garten und enthüllt die schädlichen Substanzen, die in Ihrem Zuhause lauern, und gibt Ihnen wichtige Tipps, wie Sie diese vermeiden können.“

Heidi meint: „Informieren Sie sich an unabhängigen Stellen! Lassen Sie sich nicht von der Werbung übertölpeln oder von PR-Aktionen der Chemischen Industrie! Keine neuen Altlasten!

Go Toxic Free, Anna Turns, Gebundene Ausgabe: ISBN: 9781789293432, E-Book: ISBN: 9781789293449

The chemicals that linger for decades in your blood. BBC 13.5.22

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Chemikalien kommen, gehen, bleiben …

28. April 2022
Diesen Bericht sollten wir Menschen ernst nehmen.

Diesen Bericht sollten wir Menschen ernst nehmen.

Die Veröffentlichung des Beitrags Umweltrisiko TFA – So landet der Problemstoff in unserem Trinkwasser von SRF Impact bewirkte zahlreiche weiteren Beiträge in verschiedenen Medien. Das Problem ist schon länger bekannt, nur wurde es von den Behörden beiseite geschoben.

Es wurde sogar am 17.6.21 eine Interpellation im Nationalrat von Ursula Schneider Schüttel eingereicht: „Welche in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe und Abbauprodukte gelten als „forever-chemicals“? Die Umweltorganisation „ohneGift“ hat an mehreren Standorten in der Schweiz die Konzentration von Trifluoracetat (TFA) im Seewasser und im daraus gewonnenen Trinkwasser gemessen …“ Der Bundesrat antwortete am 1.9.21, aber der Nationalrat hat die Diskussion am 1.10.21 verschoben. Wenn es um Umweltprobleme geht, dann pressiert es in der Politik nicht!

Welche Stoffe sind gefährlich?

Es gibt etwa 100’000 verschiedene synthetische Chemikalien. Viele sind harmlos. Andere sind es nicht. Sobald sie in der Umwelt sind, können Chemikalien mit anderen Verbindungen reagieren und von lebenden Organismen umgewandelt werden. Es entstehen Mischungen und Abbauprodukte. Wenn man dies berücksichtigt, dann gibt es Grössenordnungen mehr Chemikalien, über die wir uns Sorgen machen müssen.

Über die meisten wissen wir nichts und z.B. bei neueren Arzneimitteln und Pestiziden weiss man sehr wenig über die Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen. Viele Informationen sind zudem unter Berufung auf geistige Eigentumsrechte der Industrie vertraulich. Über die Wirkung von Mischungen und Abbauprodukten wissen wir praktisch nichts.

Dritte grosse planetarische Krise

Der erste UNEP-Synthesebericht (United Nation environment programme) trägt den Titel: „Making Peace With Nature: Ein wissenschaftlicher Plan zur Bewältigung der Notlagen in den Bereichen Klima, biologische Vielfalt und Umweltverschmutzung“. Er stützt sich auf Erkenntnisse aus globalen Umweltbewertungen.

Die ersten synthetischen Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Aber wie bei den meisten menschlichen Aktivitäten, die den Planeten zerstören, begann die Geschwindigkeit, mit der wir neue Schadstoffe erzeugten und unsere Abfallprodukte in die Umwelt einleiteten, nach dem Zweiten Weltkrieg exponentiell anzusteigen.

Heute! Morgen?

Heute beschäftigen wir uns mit TFA im Trinkwasser, PCB im Engadiner Fluss Spöl … Und morgen? Das alles kostet viel Geld. Geld für Analysen, Administration, Forschung, Monitoring und es kostet Nerven und kann unserer Gesundheit schaden! Wollen wir so weitermachen? Oder funktioniert Wohlstand auch ohne die vielen Chemikalien mit unbekannten Eigenschaften?

Umweltrisiko TFA – So landet der Problemstoff in unserem Trinkwasser. SRF Impact 26.4.22

21.3873 Interpellation von Nationalrätin Ursula Schneider Schüttel. Welche in der Schweiz zugelassenen Wirkstoffe und Abbauprodukte gelten als „forever-chemicals“?

Why chemical pollution is turning into a third great planetary crisis. Graham Lawton, New Scientist 21.7.21

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Täglich Mottfeuer – schlecht für’s Klima, schlecht für die Gesundheit

23. April 2022
Stundenlang Rauch. Manchmal sind die Schwaden grösser, manchmal kleiner.

Stundenlang Rauch. Manchmal sind die Schwaden grösser, manchmal kleiner. Abendstimmung im Berner Jura!

Heidis weitere Artikel über illegale Mottfeuer, besonders im Berner Jura.

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Ostersamstag-Stimmungsbilder: Gülle und Mottfeuer

16. April 2022
Der Bauer Martin K. hat mir ein Video mit einem güllenden Bauern geschickt. Er weiss nicht, ob es in Ob- oder Nidwalden ist. Heidi kann keine Videos aufschalten, sie hat daher ein Bild herausgeschnitten.

Der Bauer Martin K. hat Heidi ein Video mit einem güllenden Bauern geschickt. Er weiss nicht, ob es in Ob- oder Nidwalden ist. Heidi kann keine Videos aufschalten, sie hat daher ein Bild herausgeschnitten.

Weiter ist eine Mottfeuer-Meldung eingetroffen. Im Berner Jura hat es auch am Ostersamstag „überall“ illegale Mottfeuer. Sie schaden der Gesundheit und dem Klima. Hier sei ein Beispiel gezeigt:

Beispiel eines stundenlangen Mottfeuers im Berner Jura vom Ostersamstag.

Beispiel eines stundenlangen Mottfeuers im Berner Jura am Ostersamstag.

Heidis viele Artikel über Mottfeuer

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Mottfeuer: überall Überreste, überall Mottfeuer

13. April 2022
Überall Mottfeuer ...

Überall Mottfeuer …

... überall Überreste von Mottfeuern!

… überall Überreste von Mottfeuern!

Neue Fotos sind eingetroffen von den gesundheits- und klimaschädlichen Mottfeuern im Berner Jura. Trotz Gesetz ist diese bäuerliche Tradition in den Wytweiden offensichtlich nicht leicht wegzubringen. Bauern werden mit Samthandschuhen angefasst, wärend Mensch und Umwelt unter dem Schadstoffrauch leiden. Wie lange noch? Wann greift endlich der Vollzug Luftreinhalteverordnung?

Die VOLLZUGS-SCHNECKE schleicht auf einer Schleimspur.

Heidis weitere Artikel über Mottfeuer – die Liste wird immer länger!

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