Posts Tagged ‘Schweizer Bauernverband’

Bundesrätin Viola Amherd und die Trinkwasserinitiative: von logischem Denken und Ehrlichkeit

6. Juni 2021
Bundesrätin Viola Amherd, Tagesschau SRF vom 20.5.21.

Bundesrätin Viola Amherd, Tagesschau SRF vom 30.5.21.

Diese Geschichte fängt mit einer Kaffeetasse an. Eine Leserin schrieb Heidi am 31.5.21: „Kannst du Ansprachen wie gestern die von Viola Amherd in der Tagesschau über die Initiativen noch hören? Hast du nicht so eine Wut, dass du die Kaffeetasse gegen den TV wirfst??“ Heidi antwortete, dass sie das gar nicht tun könne, denn sie hat keinen TV. Der Compi ist ihr zu schade dafür, die Tasse auch. Heidi trinkt selten Kaffee, wenn dann aus einer Mokkatasse, welche sie als Fünfjährige mit Blumen bemalt hatte; das Geld war mühsam von der Mutter zusammengespart worden.

Damit schien die Sache erledigt.

Pestizide: kein Schaden für Mensch und Umwelt

Heute (6.6.21) aber berichtete Urs P. Gasche im Infosperber über eben diese Ansprache. Also startete Heidi diesen Teil der Tagesschau vom 30.5.21 und hörte einleitend von Viola Amherd schöne beruhigende Worte. Zuviel wurde es ihr dann als Amherd sagte: „… Ich kann Ihnen versichern, unser Wasser kann bedenkenlos getrunken werden. Der Bund sorgt bereits heute mit strengen Vorschriften dafür, dass in der Landwirtschaft nur so viel Pflanzenchutzmittel eingesetzt werden dürfen, dass weder Mensch noch Umwelt zu Schaden kommen. Diese Vorschriften werden laufend verschärft.“

Die Verteidigungsministerin verteidigt also LandwirtInnen und PolitikerInnen mit schönfärbenden Worten. Was nützen strenge Vorschriften, wenn sie nicht kontrolliert und eingehalten werden? Woher nimmt die Verteidigungsministerin das Wissen, dass weder Mensch noch Umwelt zu Schaden kommen, wo doch wissenschaftlich erwiesen ist, dass für einen namhaften Teil des Biodiversitätsverlusts die Pestizide verantwortlich sind. Das Sterben findet statt, denn Pestizide wurden entwickelt zum Töten, zum Töten von Insekten, Pilzen und Pflanzen, aber es trifft auch Nützlinge und Unbeteiligte und kann unserer Gesundheit schaden. Das ist heute Allgemeinwissen. Wer das in der Funktion eines Bundesrates bestreitet, ist nicht unwissend, sondern lügt. Auch den Vögeln geht es schlecht.

Zudem hat der Bund keine seriöse Statistik über die Pflanzenschutzmittelverkäufe, ist auf die Angaben der Chemischen Industrie angewiesen. Wie ehrlich diese sind, weiss niemand. Und wer, wie Heidi, regelmässig das Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft konsultiert, weiss welche Gefahren mit dem Einsatz vieler Pestizde verbunden sind. Es sind zahlreiche Mittel zugelassen, welche das Kind im Mutterleib, die Fruchtbarkeit oder die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen können. Zudem sind sehr, sehr viel Pestizide sehr schädlich für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

Kein Schaden, aber laufend Verschärfung der Vorschriften?!

Amherd sagt also, dass nur so viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen, dass weder Mensch noch Umwelt zu Schaden kommen … und fährt fort: „Diese Vorschriften werden laufend verschärft.“ Das ist eine äusserst erstaunliche Aussage und zudem sehr unökonomisch oder eher unlogisch. Vorschriften sind unbeliebt, da sie einschränken und meistens kosten. Wie kommt der Bundesrat auf die Idee, Vorschriften laufend zu verschärfen, wenn die heutigen Vorschriften schon genügen, weder Mensch noch Umwelt schädigen? Oder sind etwa die Vorschriften gut, aber die LandwirtInnen die Bösen? Tatsache ist, dass wir ein grosses Umweltproblem haben, und zwar seit Jahrzehnten. Etwa beim Nitrat im Grundwasser seit drei Jahrzehnten kein Fortschritt, bei den Ammoniakemissionen sind wir an dritter Stelle in Europa usw. Dazu gibt es viele Berichte, Berichte, Berichte, Bundesratsberichte, Agrarberichte, Umweltberichte … aber genützt haben sie bisher wenig.

Prophylaktischer Antibiotika-Einsatz ist immer noch erlaubt

Das Halbieren eines Verbrauchswertes wie beim Verkauf von Antibiotika ist nicht aussagekräftig, wenn der Ausgangswert hoch war. Amherd: „Das Kernanliegen der Initiative wurde also bereits umgesetzt.“ Das ist eine klar Lüge, denn die Trinkwasserinitiative will den prophylaktischen Einsatz von Antibiotika verbieten. Entgegen den Behauptungen von Markus Ritter, Präsident Schweizerischer Bauernverband (SBV) & Co., ist dieser nach wie vor erlaubt und Tierärzte verdienen gut daran, verschreiben auch Reserve-Antibiotika, die für die Menschen wichtig wären. Wussten Sie, liebe LeserInnen, dass noch vor wenigen Jahren die Bauern Antibiotika auf Vorrat einfach im Medikamentenschrank hatten? Prophylaktischer Einsatz ist ein Zeichen für schlechte Haltungssysteme und muss daher grundsätzlich angegangen werden. Der Antibiotiaeinsatz ist noch immer ein Problem. Wieso gibt es das zweite Nationale Forschungsprogramm zum Problem? NFP72: „Gülle und Mist, die in der Landwirtschaft als organische Dünger verwendet werden, sind mit vielen Antibiotikaresistenzen belastet. Wir untersuchen, mit welchen Behandlungen die Anzahl und Vielfalt der Antibiotikaresistenzen reduziert werden kann.“

Bundesrat ignoriert Klimaerwärmung und Empfehlungen WHO

Einmal mehr wird das Märchen vom Mehrimport erzählt. Wenn der Bundesrat das Klimaproblem und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation ernst nehmen würde, dann müsste man auch in der Schweiz den Fleischkonsum drastisch senken, und zwar auf einen Drittel des heutigen Konsums. Viel Ackerland würde dann frei für den Anbau von pflanzlicher Nahrung, so dass der Selbstversorgungsgrad markant steigen und der Import sinken würde. Auch könnten wir weniger tierische Produkte wie Käse exportieren. Das muss man in den nächsten zehn Jahren sowieso angehen, aber vermutlich ist der Wille nicht da! Die Trinkwasserinitiative kann hier einen Beitrag leisten, indem sie den Import von Futtermitteln unterbinden will, was den Tierbestand senken würde, ein Ziel das in AP 22+ vorgesehen war, aber vom Parlament auf Wunsch von Markus Ritter im trüben Wasser versenkt wurde.

Geringer Nutzen des Ökologischen Leistungsnachweises

Mit dem Ausstieg aus dem Ökologische Leistungsnachweis (ÖLN) wird regelmässig Angst gemacht, weil das Volk die Realität nicht kennt. Er ist in wesentlichen Punkten nicht einmal das Gesetz, hat seit dessen Existenz wenig zur Verbesserung der Umweltsituation gebracht, also bringt der Ausstieg aus dem ÖLN den Bauern, die sich an die Gesetze halten, wenig, wie das ehrlicherweise ein grosser Gemüseproduzent im Seeland Heidi gegenüber zugegeben hatte. Auch er wirtschaftet am Limit und könnte gar nicht weiter intensivieren.

Viel BlaBla in 2:57

Amherd: „Bundesrat und Parlament schützen unser Wasser, unsere Gesundheit und unsere Natur bereits heute. Aus all diesen Gründen empfehlen Ihnen Bundesrat und Parlament, die Volksinitiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung abzulehnen.“

Unglaublich, wieviele Lügen, Halbwahrheiten und Schönrederei in zwei Minuten und 57 Sekunden Platz haben!

Wir und die Umwelt brauchen 2x JA

Heidi empfiehlt Ihnen, beide Initiativen anzunehmen: 2x JA. Umweltanliegen werden regelmässig in der Umsetzung stark verwässert. Es ist also klar, dass weder die Volksinitiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide noch die Trinkwasserinitiative gemäss den Wünschen der InitiantInnen umgesetzt werden. Die Initiative der Fischer war ein trauriger Beweis für die Mentalität unseres Parlaments in Umweltfragen. Selbst die damalige Bundesrätin Doris Leuthard hatte das Parlament diesbezüglich energisch gerügt – ohne Erfolg!

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Urs P. Gasche, Infosperber vom 6.6.21:

Doch, Viola Amherd, unser Trinkwasser ist gefährdet

In Landwirtschaftszonen enthält Hahnenwasser Rückstände von durchschnittlich 5 Pestiziden. Das ergab eine Stichprobe des K-Tipp.

In ihrer Abstimmungsbotschaft am Fernsehen meinte Bundesrätin Viola Amherd treuherzig:
«Ich kann Ihnen versichern, unser Wasser kann bedenkenlos getrunken werden
Kaum damit einverstanden sind die 2500 Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Höri im Zürcher Unterland: Ihr Trinkwasser enthält Rückstände von 16 verschiedenen Pestiziden. Es war der höchste Wert einer Stichprobe, die der K-Tipp in zwanzig Haushalten in der Nähe von Landwirtschaftszonen in der Deutsch- und Westschweiz erhoben hat. Im Durchschnitt fand der Kassensturz Rückstände von vier verschiedenen Pestiziden.

Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas. Unsere gesamte Gewässerverschmutzung ist hausgemacht. Noch sind wir stolz darauf, dass man in der Schweiz – im Gegensatz zu vielen anderen Länder – das Trinkwasser auch ohne grossen Chlorzusatz bedenkenlos trinken kann. Doch dieses Privileg riskieren wir zu verlieren.

… Werden an bestimmten Standorten zu hohe Werte an Pestizidrückständen gemessen, kommt die Taktik verdünnen zum Einsatz. Das Wasser wird mit dem Wasser saubererer Quellen vermischt, so dass die Grenzwerte der einzelnen Pestizid-Rückstände eingehalten werden. Solange diese Verwässerungspolitik möglich ist, kann die Bunderätin weiterhin verkünden:

«Bedenkenlos trinken».

Lesen Sie hier weiter: Doch, Viola Amherd, unser Trinkwasser ist gefährdet, Urs P. Gasche, Infosperber vom 6.6.21

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4aqua: Was kostet unser sauberes Wasser?

6. Mai 2021

Copyright: 4aqua.ch

Vieles ist schon geschrieben, verfilmt und daher kann Heidi einfach verlinken! Ein weiterer guter Kurzfilm von 4aqua, der Stimme des Wassers, entworfen von Wasserfachleuten ist:

Was kostet unser sauberes Wasser? Video 4aqua 1:04

Die Arena des Schweizer Fernsehens von morgen Freitag, 7.5.21, ist der Trinkwasserinitiatve gewidmet.

Als Gegner der Vorlage begrüsst Sandro Brotz in der «Arena»:
– Guy Parmelin, Bundespräsident und Vorsteher Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)

Für die Vorlage treten an:
– Franziska Herren, Initiantin Trinkwasser-Initiative;
– Tiana Angelina Moser, Fraktionspräsidentin GLP;
– Roland Lenz, Bio-Weinbauer; und
– Roman Wiget, Interessensgemeinschaft «4aqua».

Weitere Gegnerinnen und Gegner der Vorlage sind:
– Markus Ritter, Präsident Schweizer Bauernverband;
– Gabi Schürch, Vizepräsidentin Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV; und
– Babette Sigg Frank, Präsidentin Schweizerisches Konsumentenforum KF.

«Abstimmungs-Arena» zur Trinkwasser-Initiative. Schweizer Fernsehen SRF

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Zur Stellungnahme der IG Bio – Die Macht der Mainstream-Allianz

12. April 2021

Liebe Heidi

Vielen Dank für den Beitrag. Ja, es fragt sich, ob «IG Bio» und ähnliche Gremien wirklich die Interessen der Bio Branche vertreten oder vielmehr die Interessen (Lobby) von Industrie, Handel, Behörden und Vertretern der Grossbauern (SBV und andere).

Alles weist darauf hin, dass in der Tat die mächtige Allianz kurzfristige Interessen von Lebensmittelindustrie und -handel vertritt und die langfristigen Auswirkungen des jetzigen Produktions- und Verteilungssystem verschleiern will. In diesem Prozess ist die Integration der Bio Suisse ein Schlüsselelement: Bio Suisse wurde vor rund 40 Jahren als Motor für Fortschritt, Nachhaltigkeit und Innovation gegründet, sie wird aber jetzt benutzt, um Bio in die «Mainstream» Strömung zu integrieren. Im Auftrag von «Mainstream» werden einzelne Massnahmen vorgeschlagen und teilweise durchgeführt («Absenkpfad Pestizid», «mehr Bio», usw.), aber das echte Ziel ist, das gegenwärtige System und die Privilegien der Systemteilnehmer aufrechtzuerhalten.

KonsumentInnen müssen erkennen wie diejenigen, welche ständig «Nachhaltigkeit» ins Maul nehmen, in der Tat nur einzelne Massnahmen vorschlagen – aber ihnen geht es darum, das jetzige System der Nahrungsmittelproduktion vor den nötigen Veränderungen zu schützen.

Dieses System ist überholt und führt zur ökologischen und sozialen Katastrophe. Angesagt ist «System Change».

Robin Desbois

Lieber Robin

Du schilderst sehr schön wie es aktuell läuft. Die beiden Volksinitiativen sind ein Schritt in die Zukunft, aber es braucht noch mehr!

Danke und Gruss

Heidi

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Bundesrat muss Palmölverordnung überarbeiten

6. April 2021

Offensichtlich nimmt der Bundesrat das Volk nicht ernst: Handel vor Nachhaltigkeit!

MEDIENMITTEILUNG DER PALMÖL-KOALITION[1] vom 1.4.21

Bundesrat muss Palmölverordnung überarbeiten

Das Stimmvolk hat sich mit 51.6% nur ganz knapp für das Freihandelsabkommen mit Indonesien ausgesprochen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die versprochenen Nachhaltigkeitsanforderungen. Die Palmöl-Koalition fordert daher eine Überarbeitung der vom Bund präsentierten Palmölverordnung.

(BERN) Mit der Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit Indonesien ist die Debatte über die bedenklichen Palmölimporte nicht vorbei. Im Gegenteil: in einer Verordnung müssen nun die versprochenen Nachhaltigkeitsanforderungen im Detail geregelt werden. Der Bundesrat hat dazu seinen Vorschlag in Vernehmlassung gegeben.

Bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, dass diese Verordnung ungenügend ist. So werden schwache Labels anerkannt, die zwar auf dem Papier gut klingen, in der Umsetzung und Kontrolle jedoch grosse Mängel aufweisen. Ebenfalls bleibt unklar, was mit fehlbaren Importeuren geschieht, denn ein wirksames Sanktionssystem ist nicht vorgesehen. Eine solche minimalistische Umsetzung widerspricht dem Versprechen des Bundesrates, mit welchem er die Stimmbevölkerung von seinem Freihandelsabkommen überzeugt hat.

Die Palmöl-Koalition fordert insbesondere folgende drei Anpassungen:

  • Vor Inkrafttreten der Verordnung muss eine zweite Benchmarking-Studie vorliegen, die neben den Kriterien auch die Umsetzung und Wirksamkeit der Labels bewertet.
  • Die Liste der in der Verordnung vorgeschlagenen Standards muss auf «POIG» und «RSPO 2018 Identity Preserved» reduziert werden. «RSPO 2013», «RSPO 2018 Segregated» und «ISCC» sind zwingend zu streichen.
  • Das Kontroll- und Sanktionssystem muss in der Verordnung präzisiert werden, damit es die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien sicherstellen kann.

Weitere, spezifischere Forderungen stellen die in der Palmöl-Koalition vertretenen Organisationen in ihren jeweiligen Stellungnahmen.

Damit importiertes Palmöl dem Anspruch auf nachhaltige Produktion tatsächlich genügt, sind die erwähnten Korrekturen unabdingbar. Setzt der Bund aber die Verordnung in ihrer jetzigen, minimalistischen Fassung in Kraft, verliert er in Sachen Nachhaltigkeit jegliche Glaubwürdigkeit, und künftige Freihandelsabkommen dürften es an der Urne schwer haben. Daher zählt die Koalition auf die Kooperation des SECO.

[1] Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana, Alliance Sud, Brot für Alle, Bruno Manser Fonds, Fédération Romande des Consommateurs, Green Boots, PanEco, Pro Natura, Public Eye, Schweizer Bauernverband, Schweizerische Getreideproduzentenverband, Soldiar Suisse, Uniterre

Heidis 80 weitere Artikel über Palmöl

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Bauerntaktik: Lügen und ablenken auf Nichtrelevantes … (2)

17. März 2021

So entstand der Beitrag Bauerntaktik: Lügen und ablenken auf Nichtrelevantes …! Vor ein paar Tagen schickte ein ökologisch wirtschaftender Bauer Heidi dieses Plakat der Gegner der Volkswohl-Initiativen. Heidi legte es in ihren 2x NEIN-Kurositäten-Sammelordner, denn sie will eigentlich „informieren“ nicht „reagieren“.

Doch dann schickte sie dieses Bild einem Bekannten, einfach so – zum Zeigen wie Fakten verdreht werden, indem man Irrelevantes hervorstreicht und dadurch von den wirklichen Problemen ablenkt. Die Antwort kam prompt: „Ja, die Pflanzenschutzmittel-Problematik betrifft v.a. die kleinsten Gewässer, nicht zwingend den Rhein … wird gerne vergessen.“ Nach kurzem Zögern machte sich Heidi ans Schreiben.

Im ersten Entwurf stand „Heidi hat die Zahlen nicht kontrolliert, diese werden wohl stimmen.“ Als der Beitrag fertig geschrieben war und Heidi beinahe schon den „Veröffentlichen-Knopf“ gedrückt hätte, ging es ihr durch den Kopf … „vielleicht sollte ich doch noch die Zahlen im Bundesratsbericht vom 16.6.17 kontrollieren“. Und so kam dieser Schwindel mit den Zahlen ans Licht. Also nicht nur ABLENKEN, sondern auch noch LÜGEN.

Der Alpöhi war entsetzt: „Haarsträubend!“ Heidi meint: „Das ist ein zu harmloses Wort für Betrug!“

Bauerntaktik: Lügen und ablenken auf Nichtrelevantes …!Heidis Mist vom 16.3.21

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Bauerntaktik: Lügen und ablenken auf Nichtrelevantes …

16. März 2021

„Heidi, du musst reagieren“, sagte der Alpöhi. Für Heidi ist sein Wunsch Befehl – nicht immer!

Falsche Zahlen = Lügen

Das obige Bild verbreitet „Extreme Agrar-Initiativen Nein“ auf Facebook, Instagram … Heidi hat kontrolliert, ob diese Zahlen überhaupt stimmen und deshalb den Bericht des Bundesrates vom 16.6.2017 hervorgeholt, der als Quelle der Zahlen angegeben wird (sie sollen seriös wirken). Darin gibt es Seite 7 die folgende Tabelle:

Es handelt sich also lediglich um Beispiele von festgestellten Substanzen, nicht etwa um die Summe. Was als „Lebensmittelzusatzstoffe“ präsentiert wird, das sind zwei Beispiele, die künstlichen Süssstoffe Acesulfam und Sucralose. Bei den Pflanzenschutzmitteln sind nur zwei der total etwa 300 Wirkstoffe aufgeführt, nämlich Mecoprop, ein Wuchsstoffherbizid, und Carbendazim, ein Fungizid. Das macht zusammen nach Adam Riese lediglich 0,5 Tonnen, nicht 1 Tonne und es ist kein Total, nur zwei Beispiele aus 300! Übrigens, Beispiel Medikamente sind 17 Tonnen, nicht 20 Tonnen; hier wird grosszügig aufgerundet!!!!

DEET ist nicht im Pflanzenschutzmittelverzeichnis zu finden. DEET wurde 1946 von der US-Armee als militärisch genutztes Insektenabwehrmittel entwickelt. Militärische Einsatzbereiche fand es in Regionen mit hohem Aufkommen von Stechmücken, unter anderem in Südostasien, z. B. im Vietnamkrieg. Im Jahr 1957 wurde die Substanz für die zivile Verwendung zugelassen und ab 1965 kommerziell vermarktet. Quelle: Wikipedia.

Verschwiegen wird zudem, dass ein Teil der Abwasserreinigungsanlagen inzwischen aufgerüstet wurden und somit heute weniger Stoffe aus Industrie, Haushalten und Spitälern im Rhein landen dürften, nicht aber Pestizide.

Irrelevantes zeigen – Probleme verbergen

Hinzu kommt, dass die Tonnen Pflanzenschutzmittel, welche in einem Jahr den Rhein hinunterfliessen umweltmässig mehr oder weniger irrelevant sind. In den grossen Flüssen werden Schadstoffe durch viel Regenwasser aus dem „Wasserschloss Europas“ verdünnt, das ist zwar nicht harmlos, aber nicht das Kernproblem. Auch fallen die übrigen Stoffe das ganze Jahr über kontinuierlich an, hingegen Pestizide nur in einem Teil der Vegetationsperiode. Ihre Konzentration ist daher auch im Rhein im Verlaufe des Jahres unterschiedlich.

StimmbürgerInnen für dumm halten!

Irreführend ist aber grundsätzlich der Verweis auf die Mengen im Rhein, denn Pestizide sind ein Problem in den vielen Bächen und Bächlein in Gebieten mit Kulturen, die gespritzt werden. Dort sind jedoch die Konzentrationen zum Zeitpunkt des Spritzens zum Teil extrem hoch und können zum Absterben ganzer Lebensgemeinschaften führen: Dann ist einfach plötzlich alles tot! Natürlich kann sich Leben wieder ansiedeln, aber vielleicht kommt schon bald die nächste Spritzung.

Also merken wir uns: Pestizide sind nicht im Rhein, sondern in den Bächen und Bächlein im Acker- und Obstbaugebiet ein Problem, und zwar ein grosses!

Heidi meint: Haarsträubend! Dieses Plakat der Bauern ist eine klare Lüge und bewusste Irreführung der nichtwissenden StimmbürgerInnen! Unterstützen wir doch die beiden Volkswohl-Initiativen!

Weiter steht im Bericht des Bundesrates vom 16.6.17, Seite 7:

Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft: Ihr Einsatz führt in den Gewässern verbreitet zu unerwünschten Belastungen insbesondere in kleinen Gewässern. Bei Regenereignissen nach der Anwendung werden in vielen kleinen und mittelgrossen Bächen in Acker-, Obst- und Rebbaugebieten Konzentrationen gemessenen, welche die Wasserlebewesen stark beeinträchtigen. Die Eintragswege sind: Abdrift während der Anwendung, oberflächliche Abschwemmung und/oder Versickerung in den Boden und Eintrag in die Gewässer via Drainagen. Bei einer unsachgemässen Reinigung der Spritzgeräte und Entsorgung von Spritzbrüheresten können zudem Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft auch direkt über die Entwässerungssysteme und/oder via ARA in die Oberflächengewässer gelangen.

Mikroverunreinigungen: Bundesrat für weiterführende freiwillige Massnahmen. Medienmitteilung vom 16.6.17, Abteilung Wasser, Bundesamt für Umwelt BAFU

Massnahmen an der Quelle zur Reduktion der Mikroverunreinigungen in den Gewässern. Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulats 12.3090 Hêche vom 7. März 2012

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Volkswohl-Initiativen: Über Agnotologie und einen neuen Dateiordner

11. März 2021

Aus dem Film "Forschung, Fake und faule Tricks" von ARTE. Copyright: ARTE France ZED 2020

Aus dem Film „Forschung, Fake und faule Tricks“ von ARTE. Copyright: ARTE France ZED 2020

Das Wort Agnotologie stammt vom altgriechischen Wort ἀγνῶσις ab und bedeutet ohne Wissen, ohne Erkenntnis. Es bezeichnet eine Forschungsrichtung, welche die kulturelle Erschaffung und Aufrechterhaltung von Unwissen untersucht. Ihr Erkenntnisgegenstand ist, wie Unwissen geschaffen oder gesichert werden kann durch Manipulation, irreführende, falsche oder unterdrückte Informationen, Zensur oder andere Formen absichtlicher oder versehentlicher kulturpolitischer Selektivität

Ein Film, der bis zum 23.4.21 auf arte läuft, widmet sich diesem Thema: Forschung, Fake und faule Tricks: „Warum glauben viele Leute noch immer, der Klimawandel sei nicht menschengemacht? Warum wollen wir nicht wahrhaben, dass Pestizide für das Bienensterben verantwortlich sind, obwohl dies durch zahlreiche Studien hinreichend belegt wurde? Nie war die wissenschaftliche Erkenntnis so gross, nie haben sich mehr Kontroversen an ihr entzündet. Warum werden wissenschaftliche Fakten immer wieder angezweifelt?“

Das Perfide am Streuen von Unwissen ist, dass dieses an zentralen Elementen von Forschung angreift. Kontroverse Zweifel werden gestreut, wo fundiertes Wissen vorliegt. Zweifel ist eigentlich eine treibende Kraft der Forschung, es werden Hypothesen aufgestellt, deren Richtigkeit oder Falschheit untersucht. Mit dem Verbreiten von Unwissen wird die Forschung in ihrem Herzen getroffen. Wo handfeste Forschungsresultate vorliegen, werden irrelevante Alternativen angeboten und gar untersucht, was zur Folge hat, dass wichtige Forschung vernachlässigt oder gar diskreditiert wird. Die strategische Ignoranz bedroht die Errungenschaften der Forschung und somit das Wohlergehen unserer Gesellschaft.

Das Streuen von Unwissen durch die Gegnerschaft der Volkswohl-Initiativen (genannt extreme Agrarinitiativen) hat Hochkonjunktur. Weil man diese Tatsache nicht ignorieren kann, hat Heidi einen neuen Ordner in ihrer privaten Ablage angelegt für all die Bilder von IgnorantInnen, die ihr zugeschickt werden, heute erst zwei! Hat das Sprichwort Ehrlichkeit währt am längsten ausgedient?

Forschung, Fake und faule Tricks. arte bis 23.4.21

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Schweizer Landwirtschaft ohne Saatgut und Pestizide?

29. Dezember 2020

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Wenn es um Saatgut geht, dann dominieren die gleichen Firmen wie bei den Pestiziden: Syngenta (China) und Bayer (Deutschland), hinzu kommt CORTEVA (USA). CORTEVA agriscience entstand im Frühling 2019 durch Abspaltung des Bereichs Landwirtschaft von DowDupont. Der Name leitet sich ab von „Herz“ und „Natur“ (kohr-‚teh-vah), wie CORTEVA in der Medieninformation vom 6.3.19 erklärt.

Betrachtet man die „Zutaten“ bzw. die Basis, die es braucht, um Schweizer Landwirtschaft zu betreiben, dann ist der Selbstversorgungsgrad der Schweiz fast vernachlässigbar klein. Zur Saatgut-Abhängigkeit von den Weltfirmen kommt das aus den Niederlanden oder Nordafrika importierte Pflanzgut hinzu. Auch ein wesentlicher Teil der Pestizide und Dünger werden importiert, nicht zu reden vom Auslaufmodell-Phosphor!

Über diese Abhängigkeiten wurde seit Jahren informiert, nur hört es niemand und ein wesentlicher Teil der Landwirtschaft, Industrie und Politik versteckt sich aktuell hinter der Mär der nötigen Pestizide statt sich um die wirklichen Probleme zu kümmern wie Auslandabhängigkeit, Umweltverschmutzung, Biodiversitätsverlust, Gesundheit …

Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide? Heidis Mist vom 28.12.20

Die Schweiz ist den Saatgut-Konzernen ausgeliefert. Kurt Marti, Infosperber vom 1.8.18.

Die Saatgut-Konzerne diktieren unsern Speisezettel. Kurt Marti, Infosperber vom 20.9.18.

CONCENTRATION OF MARKET POWER IN THE EU SEED MARKET. IVAN MAMMANA, STUDY COMMISSIONED BY THE GREENS/EFA GROUP IN THE EUROPEAN PARLIAMENT. Januar 2014

Corteva™ Separates from DowDuPont to Form Leading Pure-Play Agriculture Company. Medieninformation CORTEVA vom 6.3.19

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Schweizer Landwirtschaft ohne Pestizide?

28. Dezember 2020

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Heidis Versuch, das Suisse Garantie Signet zu aktualisieren.

Der Schweizer Bauernverband (SBV) macht Stimmung für Pestizide, denn ohne synthetische Pestizide würden die Erträge einbrechen, die Preise massiv steigen und der Selbstversorgungsgrad sinken. Dass diese Angstmacherei auf tönernen Füssen steht, haben schon viele belegt.

Heidi frägt sich: „Was ist denn die gelobte Schweizer SBV-Landwirtschaft?“ Sie hat auf swiss-food.ch nachgeschaut. Dort steht ganz unten „powered by Syngenta & Bayer*. Das ist Swiss Food! Man müsste also das Signet von Suisse Garantie ändern. Suisse Garantie ist demzufolge eine Mischung von Schweiz (Landwirtschaft) + China (Syngenta) + Deutschland (Bayer).

Kommunikationsplan AG ist die Adresse der swiss-food.ch. Sie schreibt auf ihrer Website unter Kampagnen -> Medien: „Wirksame Medienarbeit basiert auf Aktualität und Trends. Wir monitoren das wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Umfeld unserer Kunden. Mit gezielten Massnahmen nutzen wir positive Trends oder geben – falls nötig – Gegensteuer. Wir unterstützen redaktionell, suchen starke Absender und vermitteln die passenden «Geschichten» in den richtigen Medien. So sorgen wir für die nötige Aufmerksamkeit und schärfen das Problembewusstsein der Öffentlichkeit für die Anliegen unserer Kunden.“

Die Abstimmungskampagne hat längst begonnen für die beiden Initiativen, die dem SBV ein Dorn im Auge sind:

Bayer und Syngenta servieren Swiss Food. Infosperber 27.12.20

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Das Bundesamt für Landwirtschaft hält alle zum Narren!

15. November 2020

Gefahrenkennzeichnung von Movento SC gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 15.11.20.

Gefahrenkennzeichnung von Movento SC gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 15.11.20.

Medienmitteilung vom 15.11.20 der InitiantInnen der Petition Verbot der bienentötenden Neonicotinoide: kein Zurück mehr!

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat am Donnerstag mit seinem Entscheid über die erlaubten Behandlungsmethoden für Zuckerrüben Bestürzung ausgelöst. Eine Imkerin, ein Landwirt und ein Arzt hatten sich mit Händen und Füssen gewehrt, indem sie unter anderem eine Petition gegen die von den Rübenbauern verlangte Wiedereinführung des Gauchos lancierten. Sie haben ihren Fall gewonnen, aber das BLW hat die Schweizer Bevölkerung getäuscht, indem es diskret den Einsatz von zwei weiteren synthetischen Pestiziden zugelassen hat, die auf das Nerven- und Fortpflanzungssystem wirken und Bienen und die menschliche Gesundheit ernsthaft schädigen.

Obwohl das BLW die von der Zuckerlobby geforderte Wiederzulassung von Gaucho ablehnt, registriert es zwei synthetische Pestizide für Rübenpflanzen, die bereits im Kartoffelanbau zulässig sind. Es handelt sich dabei um das neurotoxische Pestizid Gazelle SG und das reproduktionstoxische Pestizid Movento SC.

„Zu allem Überfluss behaupten die Rübenbauern nun, dass diese äusserst schädlichen Pestizide für ihre Kulturen weniger geeignet sind und dass sie ihre Rüben mit höheren Mengen dieser Stoffe werden behandeln müssen als bisher“, beklagt Ernst Frischknecht, ein Pionier des Biolandbaus. „Mit ihrem gemeinsamen Entscheid lassen Bundesrat und BLW den Schweizerischen Bauernverband (SBV) und seine Verbündeten in der Agrochemie wissen, dass sie weiterhin bereit sind, deren überholte Vision der Landwirtschaft zu verteidigen. Mit seinem Versuch, die Interessen dieser Lobbys zu wahren, hat das BLW nun Unmut bei Bauern, Imkern, medizinischen Fachleuten, Forschern und Umweltschutzorganisationen ausgelöst. Was für ein Schlamassel!“

Das synthetische Pestizid Gazelle SG wird als gefährlich für Bienen eingestuft, weil es das Nervensystem angreift. Mehrere Studien haben auch seine Toxizität für Marienkäfer und natürliche Fressfeinde der Blattläuse nachgewiesen. Was das zweite für Zuckerrüben zugelassene Pestizid Movento SC betrifft, so wird es ebenfalls als bienentoxisch eingestuft mit Auswirkungen auf die Entwicklung der Brut und die Vitalität der Bienenvölker. Mehrere Veröffentlichungen bezeugen ausserdem die Gefährlichkeit dieses Produkts für die Bodenfauna und insbesondere für Regenwürmer.

Der Bundesrat versucht sich in Kompromissen und kompromittiert damit die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung

„Unsere Petition gegen die Wiedereinführung dieses bienentötenden Pestizids, die vor einem Monat lanciert wurde, hat bisher fast 15’000 Unterschriften gesammelt. Die Schweizer wollen offensichtlich keine Gifte, die derart toxisch für Bienen, Bodenorganismen, Wirbellose und die menschliche Gesundheit sind“, sagt Sonia Burri Schmassmann, scheidende Präsidentin von Apisuisse und der Société d’apiculture Romande und erinnert an eine wichtige Tatsache: „80% der Kulturpflanzen benötigen Insekten zur Bestäubung. Es ist von entscheidender Bedeutung, die biologische Vielfalt intakt zu erhalten und unsere Ökosysteme durch ein endgültiges Verbot synthetischer Pestizide zu schützen“.

„Der Bundesrat hat versucht, einen Kompromiss zu finden, aber er kompromittiert mit diesem Entscheid die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung. In der Agrarpolitik sind wir von den Zielen, die sich die Schweiz gesetzt hat, noch weit entfernt“, sagt Jérôme Tschudi, Arzt aus Biel. „In sieben Monaten werden wir, die Bevölkerung, die Möglichkeit haben, die Initiative ‚Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide‘ anzunehmen, die die einzige wirkliche Lösung für ein Problem darstellt, mit dem uns die Agrochemie-Lobby seit Jahrzehnten konfrontiert. In der Zwischenzeit ist es dringend erforderlich, dass sich unsere Behörden mit den Dossiers dieser beiden besonders problematischen Pestizide befassen und die Forschung vorantreiben, um Alternativen zu finden“.

Dieser Rückwärtsschritt ist für die Petitionäre sehr besorgniserregend. Sie stellen fest, dass die verschiedenen nationalen Pläne zum Bienenschutz, zur Artenvielfalt und zur Reduktion von Pestiziden, die in den letzten Jahren von den Bundeskammern verabschiedet wurden, nicht eingehalten werden. Es ist dringend, dass wir den Worten Taten folgen lassen. Da das BLW und der Bundesrat dazu nicht in der Lage sind, wird am 13. Juni 2021 das Volk entscheiden.

Sonia Burri Schmassmann, Imkerin, ehemalige Präsidentin des Imker-Dachverbandes apisuisse und Mitglied des Komitees des Westschweizer Imker-Vereins SAR

Jérôme Tschudi, Arzt

Ernst Frischknecht, Pionier des Biolandbaus und ehemaliger Präsident von Bio Suisse, Tann

Entscheid des BLW, auf den wir uns beziehen

Notzulassung für Bekämpfung der Virösen Vergilbung bei Zuckerrüben

Petition
Französisch: Interdiction des néonicotinoïdes tueurs d’abeilles : pas de retour en arrière ! (10’385 Unterschriften)

Deutsch: Verbot der bienentötenden Neonicotinoide: kein Zurück mehr! (4’381 Unterschriften)

Italienisch: Divieto dei neonicotinoidi tossici per le api: non si torni indietro! (72 Unterschriften)

Frühere Medienmitteilungen
12.10.2020 Lancierung der Petition
02.11.2020 Schon 12’000 Unterschriften erreicht

Heidi meint: „Erstaunlich ist, dass so toxische Pestizide wie Movento SC und Gazelle SG überhaupt zugelassen sind und dies zudem für zahlreiche Kulturen und Schadorganismen, nicht nur für Kartoffeln, z.B. Movento SC für Spinat, Erdbeeren, Kohl, Rucola, Kirschen usw., um nur ein paar wenige zu nennen. Viele der zugelassenen Pestizide sind zudem sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.“

Im Moment finden Sie diese Pestizide hier. Achtung: Das kann sich aber bei der nächsten Änderung des Pflanzenschutzmittelverzeichnisses ändern.

Movento SC

Gazelle SG

Gaucho ist immer noch zugelassen für Salate (Asteraceae).

Gefahrenkennzeichnung von Gazelle SG gemäss Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamts für Landwirtschaft, Stand 15.11.20.

15.11.20 HOME

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