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Das BLW lügt! Ökologischer Leistungsnachweis: Nährstoffe

16. Juni 2019
Die Gewässerschutzgesetzgebung wird oft missachtet, häufig ohne Sanktionen und Direktzahlungskürzungen.

Die Gewässerschutzgesetzgebung wird oft missachtet, häufig ohne Sanktionen und Direktzahlungskürzungen.

Der Ökologische Leistungsnachweis (ÖLN) ist bei Nährstoffen überhaupt nicht schärfer als das Umweltrecht. Betriebe, welche aus dem ÖLN aussteigen, können nicht wesentlich intensivieren, denn sonst verstossen sie gegen die Umweltschutzgesetzgebung.

Hier die Gesetzesgrundlagen:

  • Gewässerschutzgesetz Art. 14: Auf jedem Betrieb mit Nutztierhaltung ist eine ausgeglichene Düngerbilanz anzustreben.
  • Die Düngungsempfehlungen sind zu berücksichtigen. Grundlagen für die Düngung. Diese gelten für ALLE Betriebe.
  • Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) ist sogar strenger als der ÖLN. Heidis Frage: „Wie ist das möglich?“
    Die ChemRRV Anhang 2.6 Ziffer 3.1 Grundsätze Absatz 1 schreibt zusätzlich zum ÖLN vor: Wer Dünger verwendet, muss berücksichtigen:
    a) die im Boden vorhandenen Nährstoffe

ChemRRV Anhang 2.6 Ziffer 3.1 Grundsätze

1 Wer Dünger verwendet, muss berücksichtigen:
a die im Boden vorhandenen Nährstoffe und den Nährstoffbedarf der Pflanzen (Düngungsempfehlungen);
b den Standort (Pflanzenbestand, Topografie und Bodenverhältnisse);
c die Witterung;
d Beschränkungen, die nach der Gewässerschutz-, der Natur- und Heimatschutz- oder der Umweltschutzgesetzgebung angeordnet oder vereinbart worden sind.
2 Wer über Hofdünger verfügt, darf Recycling- und Mineraldünger nur verwenden, wenn der Hofdünger nicht ausreicht oder sich nicht eignet, um den Nährstoffbedarf der Pflanzen zu decken.
3 Schadstoffeinträge in landwirtschaftlich genutzte Böden sind soweit wie möglich zu vermeiden.

 

Direktzahlungsverordnung (DZV), Art. 13 Ausgeglichene Düngerbilanz

1 Die Nährstoffkreisläufe sind möglichst zu schliessen. Anhand einer Nährstoffbilanz ist zu zeigen, dass kein überschüssiger Phosphor und Stickstoff ausgebracht werden. Die Anforderungen für die Erstellung der Nährstoffbilanz sind in Anhang 1 Ziffer 2.1 festgelegt.
2 Die zulässige Phosphor- und Stickstoffmenge bemisst sich nach dem Pflanzenbedarf und dem betrieblichen Bewirtschaftungspotenzial.
3 Zur Optimierung der Düngerverteilung auf die einzelnen Parzellen müssen auf allen Parzellen mindestens alle zehn Jahre Bodenuntersuchungen nach Anhang 1 Ziffer 2.2 durchgeführt werden.

 

Unzulängliche Suisse-Bilanz

Es gilt aber auch die folgende Regelung zur viel gelobten, kaum kontrollierbaren Suisse-Bilanz:

Die Phosphor- und Stickstoffbilanz darf gesamtbetrieblich je einen Fehlerbereich von höchstens +10 % des Bedarfs der Kulturen aufweisen. Das kann sich summieren! Die Kantone können für bestimmte Gebiete und Betriebe strengere Regeln verordnen. Und wer kontrolliert das im Detail?

Heidi meint: „Dass die Kantone SOLCHES mehrheitlich unterlassen werden, zeigt der Grundton der Stellungnahme der Landwirtschaftsdirektoren (LDK) zu AP22+. Auch weiss Heidi von Kontrolleuren, dass der nicht deklarierte Zukauf von Futtermitteln mindestens in einem Kanton zugenommen hat. Die Kontrolleure wollten mehr Kompetenzen für die Überführung der Sünder, doch das zuständige Landwirtschaftsamt lehnte ab.

Landwirtschaftsdirektoren kennen Gesetze nicht

Die Kantone wollen Ziele, Ausmass und Agenda der Umsetzung der Schutzgesetzgebungen selber bestimmen. Die LDK lehnt es ab, die gesamte Schutzgesetzgebung zur Voraussetzung oder zum Bestandteil des ÖLN zu machen. Offenbar kennen die Landwirtschaftsdirektoren die Gesetzte schlecht, denn schon heute ist die Erfüllung der Vorgaben von Umweltschutz-, Tierschutz- und Gewässerschutzgesetzgebung Voraussetzung für den kürzungsfreien Bezug von Direktzahlungen, siehe DZV, Art. 2.11 Zweck. Kürzungen sind halt kein Thema, das die Landwirtschaftsdirektoren interessiert!

Die kantonalen Landwirtschaftsdirektoren kennen nicht einmal das Landwirtschaftsgesetz (LwG), schreiben sie doch in ihrer Stellungnahme zu AP22+: „Das Landwirtschaftsgesetz ist ein Gesetz zur Förderung der Landwirtschaft.“ Hallo Landwirtschaftsdirektoren, lest doch einmal Artikel 1 des LwG, Zweck, da steht nichts von „Förderung der Landwirtschaft“!

Hohes Nährstoffniveau Schweiz

Weiter ist die LDK der Ansicht, dass das Nährstoffniveau der Schweiz und die Tierbestände nicht „viel zu hoch“ seien; sie stellt dies als „Behauptung“ hin, räumt aber ein: „Auf der einzelbetrieblichen Ebene muss eine Nährstoffbilanz gerechnet werden. Weist sie Überschüsse auf, werden die Direktzahlungen gekürzt. Um diesen Ausgleich zu bewerkstelligen, muss Hofdünger zu- oder weggeführt werden. Dies wird mit dem Tool HOFUFLU überwacht. Dieses einleuchtende und mit relativ wenig Aufwand zu administrierende System hält sowohl die Umwelt wie auch die unternehmerische Freiheit hoch. In der Tat hat dieses System auch Mängel. So werden Mineralstoffdünger sowie Futter Zu- und Verkäufe kaum erfasst. Und eine Kontrollrechnung für die ganze Schweiz fehlt.“ Das Tool heisst übrigens „HODUFLU“ nicht „HOFUFLU“, aber das ist wirklich nur ein kleines Detail.

Voilà! Und die Direktoren meinen, dass mit der Digitalisierung das Problem gelöst sei. Doch wir zahlen mit Steuern weiterhin den Abtransport von Gülle aus der Umgebung der innerschweizer Seen, etwas Sempachersee und sind Europa-Vize-Meister bei den Ammoniakemissionen!

Wo bleibt die Ökologisierung gemäss Volkswille?

Es überrascht nicht, dass die LDK Lenkungsabgaben auf Mineralstoffdüngern, Futtermitteln und Hofdüngerabnahmeverträgen ablehnt. Und „Die Forderung, in der Gewässerschutzverordnung (GSchV) den maximalen Tierbesatz von 3 auf 2 DGVE herabzusetzen und die Anzahl Nutztiere pro Betrieb und Hektare einzuschränken, lehnt die LDK kategorisch ab. Diese Forderung stammt direkt aus der TWI“ (TWI = Trinkwasserinitiative). 

Lesen Sie die LDK-Stellungnahme!

Es lohnt sich, die Stellungnahme der LDK zu lesen, denn es gibt ein paar Stellen, die schon fast zum Lachen sind: Etwa schreibt die LDK von Biodiversitätsforschung, welche durch die „BAFU-eigene Forschungsanstalt“ zu erledigen sei. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) verfügt über eine eigene Forschungsanstalt (Agroscope), hingegen das Bundesamt für Umwelt (BAFU) nicht!

Und zu den Regionalen landwirtschaftlichen Strategien (RLS) heisst es: „Regionale landwirtschaftliche Strategien (RLS) und Beiträge für standortangepasste Landwirtschaft bedingen einander. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Die RLS ist auch nicht das Gefäss, wo sich der Naturschutz austoben kann.

Nicht fehlen darf: „Für die Kantone wie auch für die Landwirtschaft selbst ist die Förderung der unternehmerischen Freiheiten der Betriebe zentral. Mit den Vorschlägen zur AP22+ wird aber leider eher das Gegenteil erreicht …“ Wie sagte doch einmal ein junger Bergbauer zu Heidi: „Wir brauchen keine Direktzahlungen, wir brauchen Freiheit!“

Fake-News

Und noch ein Müsterchen. Unter „Weiteres“: Die Vorlage zielt grossenteils darauf ab, auf bevorstehende Initiativen und auf eingereichte Postulate zu antworten. Dieses reaktive statt proaktive Vorgehen zeugt von wenig Vertrauen in das aktuelle System und die bereits erreichten Fortschritte. Anstelle dieser defensiven Haltung sollte insbesondere die Kommunikation gegenüber den Konsumenten intensiviert und optimiert werden. Die Leistungen der Landwirtschaft sollen transparent kommuniziert werden. Damit hätten Initianten wohl grössere Probleme, mit fadenscheinigen Argumenten die nötige Anzahl Unterschriften zusammenzutragen.

Und wie komunizieren die Landwirtschaftsdirektoren die nachgewiesenermassen bestehenden Umweltverschmutzungen durch die Landwirtschaft? Wohl lieber nicht! Und wo ist der Fortschritt in Umweltbelangen?

Der gute Ruf der Landwirtschaft basiert in erster Linie auf dem Wirtschaften jener Bauern, die bereits unter den heutigen Rahmenbedingungen erfolgreich ökologisch produzieren. Die Grossverteiler sorgen für die entsprechende Kommunikation.

Auswirkungen durch ÖLN-Ausstieg

Wenn Bauern aus dem ÖLN aussteigen, dann dürfen sie, was die Nährstoffe anbetrifft, gar nicht intensiver wirtschaften als es der ÖLN vorsieht. Tun sie das, dann verletzen sie Umweltrecht.

In die Illegalität abtauchen?

Das BLW und seine Forschungsanstalt Agroscope, der Schweizer Bauernverband und viele weitere Organisationen gehen also davon aus, dass die Bauern tief in die Illegalität absinken werden, falls die Trinkwasserinitiative angenommen wird. Das ist offenbar für sie so in Ordnung. Halten die Bauern das Recht nur ein, wenn sie dafür zusätzlich Geld erhalten?

Aufgrund Heidis Beobachtungen im Gewässerschutz, bewegt sich ein nicht unbedeutender Teil der Bauern in der Illegalität, geschützt von Ämtern. Andere Bauern verhalten sich auch ohne Kontrollen gesetzeskonform, ihnen dankt Heidi.

Das Problem: Im ÖLN wird die Einhaltung von Umweltvorschriften nur minimal kontrolliert, ausserhalb des ÖLN gar nicht. Sanktioniert wird selten. Das gilt es in Anbetracht der verschmutzten Umwelt zu ändern!

Heidis Fazit: Wenn die Umwelt- und Heimatschutzgesetzgebung vollzogen werden, dann ist es betr. Nährstoffe ziemlich egal, ob die Bauern aus dem ÖLN aussteigen oder nicht! Also, Landwirtschafts- und Umweltdirektoren, an die Vollzugsarbeit! Das erwarte ich von euch, dafür trägt ihr von Gesetzes wegen die Verantwortung und dafür bezahle ich euch!

Vorschau: Das BLW lügt: Ökologischer Leistungsnachweis: Pestizide

Vorschau: ÖLN-Aussteiger und Produkte-Absatz

Vernehmlassung zur Agrarpolitik ab 2022 (AP22+), Stellungnahme der Konferenz der kantonalen Landwirtschaftsdirektoren vom 1.3.19 (Witzig ist: Die Stellungnahme der LDK hat die Nummer 5070. Wenn man „5070“ im mehr als 8’000-seitigen PDF sucht, dann kommt man beim Forschungsinstitut für biologischen Pfalnzenbau vorbei, denn Frick hat die Postleitzahl 5070!)

Direktzahlungsverordnung (DZV)

Landwirtschaftsgesetz (LwG)

Gewässerschutzgesetz (GSchG)

Gewässerschutzverordnung (GSchV)

Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV)

Ein Teufelskreis behindert den Gewässerschutz-Vollzug: Die Feststellungsverfügung! Heidis Mist vom 5.8.16

Die täglichen Lügen, Heidis Mist vom 8.11.12

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Die Schaumschläger

15. Juni 2019

 

Mehr zu "Gülle im Dorfbach" folgt demnächst. Copyright: Leserfoto Heidis Mist. Legende: SBV = Schweizer Bauernverband, BLW = Bundesamt für Landwirtschaft

Mehr zu „Gülle im Dorfbach“ folgt demnächst. Copyright: Leserfoto Heidis Mist. Legende: SBV = Schweizer Bauernverband, BLW = Bundesamt für Landwirtschaft

Umstrittene Agroscope-Studie zur Trinkwasserinitiative provoziert selbst in der Bundesverwaltung Kritik, NZZ vom 14.6.19

Schluss mit dem agrarpolitischen Schlendrian, NZZ vom 15.6.19

Neues Gift im Streit um die Pestizide, Tages-Anzeiger vom 14.6.19

Folgenabschätzung Trinkwasserinitiative:ökonomische und agrarstrukturelle Wirkungen, Agroscope, Agroscope Science| Nr.83/ 2019

Neue Agroscope-Studie: Trinkwasserinitiative kann Umweltprobleme der Schweizer Landwirtschaft endlich lösen, Vision Landwirtschaft vom 13.6.19

Trinkwasserinitiative: Fakten und Hintergründe, Prof. Dr. Felix Schläpfer, Forschungsabteilung, Departement Wirtschaft, Kalaidos Fachhochschule Schweiz, Zürich, im Auftrag der Trinkwasserinitiative, 14.6.19

Agroscope-Studie: Trinkwasserinitiative kann wirtschaftliche wie ökologische Probleme der Schweizer Landwirtschaft lösen, Medienmitteilung Trinkwasserinitiative vom 13.6.19

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Die Bauern haben Angst … SBV-Nebelpetarde Grundwasser

7. Juni 2019
Das verallgemeinernde "SBV-Sauberkeitszertifikat" für das Grundwasser "bedenkenlos geniessbar" beruht nicht auf Tatsachen. Es klammert in unverantwortlicher Weise die Pestizid-Metaboliten und das Nitrat aus. Heidi meint: "Das entspricht nicht den Fakten, ist, einfach ausgedrückt, eine Lüge. Bild aus Umweltindikatoren Bafu.

Das verallgemeinernde „SBV-Sauberkeitszertifikat“ für das Grundwasser „bedenkenlos geniessbar“ beruht nicht auf Tatsachen. Es klammert in unverantwortlicher Weise die Daten über Pestizid-Metaboliten und das Nitrat aus. Heidi meint: „Das entspricht nicht den Fakten, ist, einfach ausgedrückt, eine Lüge.“ Bild aus Umweltindikatoren Bafu.

Heidi staunte nicht schlecht, als sie die Medieninformation des Schweizer Bauernverbands (SBV) vom 4.6.19 las. Zitate:

„Der Schweizer Bauernverband propagiert den Verzicht auf vier Wirkstoffe, die am häufigsten im Grundwasser gefunden werden. Diese überschreiten den Anforderungswert in den seltensten Fällen, so dass das Wasser sowieso bedenkenlos geniessbar ist …

… Der SBV beschäftigt sich auch mit der Situation beim Grundwasser. Dort ist die Ausgangslage bereits sehr gut: Aktuell halten 98 Prozent der Grundwasserfassstellen den extrem tiefen Anforderungswert von maximal 0.0000001g/l Rückständen ein …

… Gemäss den Analysen der nationalen Grundwasserbeobachtung (NAQUA) findet man in den Proben meist die vier gleichen Wirkstoffe aus der Landwirtschaft respektive deren Metaboliten: Bentazon, Chloridazon, Fluopicolid und S-Metolachlor, die breit im Ackerbau, z.B. bei Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben, zum Einsatz kommen …“

Ein paar Fakten:

  • Bentazon: Das EU-Parlament entschied sich gegen Bentazon. Aus diesem Grund liefen in Deutschland und Österreich die Zulassungen Bentazon-haltiger Pflanzenschutzmittel aus (Bentazon/Wikipedia). In der Schweiz ist Bentazon zugelassen.
  • Chloridazon: In der EU ist die Zulassung am 31.12.18 ausgelaufen. In der Schweiz fordern Wasserversorger seit 2012 ein Verbot von Chloridazon. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat das Pestizide in Anhang 10 der Pflanzenschutzmittelverordnung verschoben, d.h. es wird im Hinblick auf ein Verbot geprüft; je nach Interesse der chemischen Industrie an diesem Wirkstoff kann es aber noch lange dauern bis er verboten wird.

Vor allem Abbauprodukte von Pestiziden treten im Grundwasser in Konzentrationen über dem Grenzwert auf. Diese wurden im Zulassungsverfahren des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) als nicht relevant eingestuft. Jedoch sind gerade diese Stoffe sehr schwer abbaubar und werden daher noch lange im Grundwasser sein. Eine unabhängige Risikobewertung liegt nicht vor.

Aus dem Artikel Reinhardt:

Heidi empfiehlt Ihren LeserInnen, den Bericht des Bundesrates zur Umweltlage Umwelt Schweiz 2018 zu lesen. Darin wird betr. Pestizide auf den Bericht Reinhardt et al. 2017 verwiesen.

Zitate:

… Im Vergleich zu den PSM-Wirkstoffen sind viele Metaboliten mobiler und zudem häufig langlebiger. So werden 11 PSM-Metaboliten (von 7 verschiedenen Wirkstoffen) an insgesamt rund 20% der Messstellen in Konzentrationen von mehr als 0,1 µg/l nachgewiesen (Tab. 4). An mehr als 50% der Messstellen treten PSM-Metaboliten im Grundwasser auf …

Unabhängig von ihrer Toxizität zählen PSM-Metaboliten zu den künstlichen langlebigen Substanzen, deren Eintrag ins Grundwasser im Sinn eines vorsorgenden Grundwasserschutzes verhindert bzw. minimiert werden sollte. Einmal ins Grundwasser gelangt, werden sie dort kaum oder nur sehr langsam abgebaut. Da sich das Grundwasser häufig erst innerhalb mehrerer Jahre bis Jahrzehnte erneuert und daher ein ausgesprochenes «Langzeitgedächtnis» besitzt, ist es besonders wichtig, frühzeitig und vorausschauend zu agieren …

Lesen Sie auch Heidis Bericht über die Ziele Grundwasserqualität mit zahlreichen ernüchternden Fakten und Links:

Grundwasserqualität: Das Ziel nicht vergessen! Heidis Mist vom 13.1.19

Die kurze Medieninformation des SBV wurde nach einem beliebten Schema verfasst:

  • So tun, also ob man die Probleme im Griff hätte.
  • Mehr versprechen als vorgeschrieben, dies aber unverbindlich.
  • Nicht alles sagen (beschönigen).
  • Unrealistische Ziele nennen.
  • Auf Umweltverschmutzer ausserhalb der Landwirtschaft zeigen.

Verzicht auf problematische Pflanzenschutzmittel, Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 4.6.19

Bund erwägt Verbot für Rüben-Pestizid, Tages Anzeiger vom 3.4.19

Bericht Reinhardt: Monitoring von PSM-Rückständen im Grundwasser, Artikel Aqua & Gas 6/17

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Trinkwasserinitiative: Wer glaubt unserem Bundesrat?

10. Mai 2019

Vieles wurde schon geschrieben über die zweifelhafte Haltung unseres Bundesrates gegenüber der Trinkwasserinitiative (TWI). Einmal mehr sagt ein Bild von NaNa mehr als tausend Worte.

Trinkwasserinitiative: Falschinformationen von Bundesrat und Hochschule, Vision Landwirtschaft vom 7.5.19: „Ein heute publiziertes Rechtsgutachten ist brisant. Es kommt zum Schluss, dass der Bundesrat in seiner Botschaft zur Trinkwasserinitiative (TWI) tendenziös und fehlerhaft Stellung bezogen habe, zum Nachteil der Initiative. Die Fehlinformationen ziehen bereits weitere Kreise. Die landwirtschaftliche Fachhochschule HAFL publizierte heute für die Anti-TWI-Kampagne des Bauernverbandes eine Studie, die auf den Fehlinterpretationen des Bundesrates aufbaut. Ein stossendes Beispiel dafür, wie sich Bundesbehörden und Wissenschaft von der Agrarlobby für eine Gängelung des Stimmbürgers einspannen lassen …“

Trinkwasserschutz: Die Zeichen der Zeit erkennen, Aqua & Gas vom 7.5.19: „Heute sind zwei Studien über die Auswirkung der Trinkwasserinitiative (TWI) erschienen: zum einen ein Gutachten mit dem Titel «Hintergrund und Tragweite der Trinkwasserinitiative» im Auftrag des Verbandes Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA und des Schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV, zum anderen eine Studie der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL zu den Auswirkungen der Trinkwasserinitiative im Auftrag des Schweizer Bauernverbandes SBV …“

Medienkommentar: Bundesrat und Bauernverband mit Fake News gegen die Trinkwasserinitiative, Philippe Schenkel, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace Schweiz, 7.5.19: :
«Das ist ein stossendes Beispiel für die Verfilzung von Agrarindustrie und Politik. Anstatt die drängenden Probleme der Schweizer Landwirtschaft – die zu hohen Tierzahlen sowie der übermässig hohe Pestizideinsatz – endlich anzugehen, beschwört der Bauernverband Horrorszenarien, die auf komplett unrealistischen Annahmen beruhen. Mit solchen Fake News schadet er der Glaubwürdigkeit der Agrarforschung und beleidigt die Tausenden von Bäuerinnen und Bauern, die bereits heute so produzieren, wie es die Trinkwasserinitiative fordert.»

Der Bauernverband spielt sich bei Pestiziden ins Offside, Medienmitteilung Schweizerischer Fischerei-Verband (SFV) vom 11.5.19: „Die Trinkwasserinitiative ist kein „Eigentor“, wie der Schweizer Bauernverband behauptet. Im Gegenteil: Der Bauernverband spielt sich ins Offside, weil er mit einem Totalverbot der Pestizide droht und bewusst den möglichen Spielraum bei der Umsetzung der Initiative unterschlägt. Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) widerspricht.“

Rechtsgutachten von VSA und SFV

HAFL-Studie

Botschaft des Bundesrates zur Trinkwasserinitiative

Wer hat Angst vor der Trinkwasserinitiative? Heidi nicht!

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Agrarpolitik 2022

11. März 2019

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Die Bauern haben Angst … Wir schützen, was wir lieben

25. Januar 2019

Die Aktion des Schweizer Bauernverbands (SBV) „Wir schützen, was wir lieben“ hat NaNa zum Zeichnen inspiriert.

SBV:“ Der Schweizer Bauernverband will das Jahr 2019 nutzen, um Aufklärungsarbeit zu den mit der Trinkwasser-Initiative aufgeworfenen Themen zu leisten, vor allem zu Pflanzenschutz und Fütterung. Eine nationale Begleitgruppe hat dazu die Arbeit aufgenommen. Verschiedene Projekte sind lanciert und die Bauernfamilien aufgefordert mitzuwirken!“

Auch Heidi wird weiterhin aufklären.

„Wir schützen, was wir lieben“, Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 21.1.19

Die Bauern haben Angst … 0-Parzellen, Heidis Mist vom 20.1.19

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Die Bauern haben Angst … 0-Parzellen

20. Januar 2019

Die Vorkampagne des Schweizer Bauernverbands (SBV) gegen die Trinkwasser-Initiative ist Anfang Januar angelaufen. Die Bauern befürchten, dass diese vom Volk angenommen wird. Zu gross sind die Probleme, zu klein der Wille zum Handeln.

Ausscheiden von 0-Parzellen

Der SBV möchte, dass Bauern z.B. 0-Parzellen einrichten. In diesen werden die Pflanzen weder geschützt noch gedüngt. Man will den Spaziergängern zeigen, dass dadurch die Ernte karg ausfällt oder gar ausbleibt. Angst vor Hunger soll ihnen eingeimpft werden. „Dein Essen in Gefahr“ ist das Motto. Anhand von Tafeln im Feld wollen die Bauern über ihr Problem mit der Trinkwasser-Initiative informiert. Die kantonalen Behörden helfen mit unseren Steuergeldern den Bauern kräftig beim Realisieren von Massnahmen gegen die Pestizid-Volksinitiativen, allen voran der Kanton Zürich. Man wolle unpolitisch gegen Emotionen und Unwissenheit antreten, heisst es beim SBV.

Die Präsentation solcher 0-Parzellen ist fehlleitend, eigentlich Falschinformation. Wie sieht der Pflanzenschutz aus, den die Bauern einhalten müssten, um Direktzahlungen zu beziehen? Art. 18 der Direktzahlungsverordnung (DZV) schreibt in Punkt 1 vor: „Beim Schutz der Kulturen vor Schädlingen, Krankheiten und Verunkrautung sind primär präventive Massnahmen, natürliche Regulationsmechanismen sowie biologische und mechanische Verfahren anzuwenden.“ Es scheint Heidi, dass ein Teil der Bauern und der SBV diesen Punkt ignorieren. Zur Erinnerung eine Grafik aus dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes.

Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes, Seite 9.

Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes, Seite 9.

Der letzte Absatz von Kapitel 2.1 Der Integrierte Pflanzenschutz lautete in der Version des Aktionsplans Pflanzenschutz des Bundes vom 4.7.16 (bei Heidi auf Anfrage erhältlich: heidismist@bluewin.ch) wie folgt:

Ist eine direkte Bekämpfung erforderlich, sind für die Bekämpfung gewisser Schadorganismen biologische, biotechnische oder physikalische Methoden verfügbar. Erst als letzte Massnahme sollen chemische PSM zur Anwendung gelangen. Der Einsatz von chemischen PSM wird heute aber oftmals vorgezogen, da die Alternativen weniger wirtschaftlich, weniger effizient oder nicht vorhanden sind.“

In der aktuellen Version vom 6.9.17:

Ist eine direkte Bekämpfung erforderlich, sind für die Bekämpfung gewisser Schadorganismen biologische (Nützlinge), biotechnische (Lockstoffe) oder physikalische Methoden verfügbar. Erst als letzte Massnahme sollen chemische PSM zur Anwendung gelangen. Der Einsatz von chemischen PSM spielt aber immer noch eine wichtige Rolle, da Alternativen zum Teil weniger wirtschaftlich sind, weniger Wirkungssicherheit bieten oder für viele Indikationen nicht vorhanden sind.

Offensichtlich hat man beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gemerkt, dass viele Bauern aufgrund der Aussage „Der Einsatz von chemischen PSM wird heute oftmals vorgezogen …“ gar nicht direktzahlungsberechtigt wären oder massive Kürzungen erleiden müssten. In der neuen Version hat man den Missstand diplomatischer formuliert. Die Kontrolle des Einsatzes von Pestiziden ist vernachlässigbar, also wird es kaum je Bussen oder Direktzahlungskürzungen für Fehlverhalten geben.

Heidis Alternative zu den 0-Parzellen

Beispiel einer Warntafel

Beispiel einer Warntafel. Weitere Beispiele.

Heidi schlägt vor, dass die Bauern mit Informationstafeln auf die Gefahren des Einsatzes von Pestiziden hinweisen, etwa „kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen, kann vermutlich Krebs erzeugen, stark ätzend, Gefahr beim Einatmen, kann allergische Hautreaktionen verursachen, verursacht schwere Augenreizung, sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung usw. Diese Einschätzungen stammen nicht etwa von Heidi, sondern von der produzierenden Chemischen Industrie bzw. den Ämtern, welche die Mittel bewilligen, d.h. in der Schweiz dem Bundesamt für Landwirtschaft. Das Pflanzenschutzmittelverzeichnis ist eine höchst lesenswerte Publikation.

Mithilfe dieser Tafeln und Informationen könnten die Spaziergänger mit Hund und Kind oder Kinderwunsch diese Feldwege meiden und im Wald spazieren, was sowieso im Sommer wegen der Klimaerwärmung die bessere Wahl ist.

Auch könnten Bauern, welche per Helikopter Pestizide sprühen lassen, zu einem Event mit Gratis-Heli-Flug einladen, wenn gerade Spritzeinsatz ist. Beim Ausbringen von Pestiziden aus der Luft ist Abdrift auf andere Parzellen hoch, daher wurde auch ein Abstand zu Wohnzonen verankert; einen solchen gibt es sonst nicht, also 0-Pufferstreifen zu Kinderspielplatz & Co. … selbst Gewässer sind (theoretisch) besser geschützt.

Das Fungizid Leimay z.B. darf auch aus der Luft appliziert werden, obwohl es u.a. vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann sowie das Kind im Mutterleib schädigen und Krebs erzeugen!

Heidis folgender Vorschlag wirkt sofort!

Viel wäre für Wasser, Flora, Fauna und unsere Gesundheit getan, wenn die bestehenden Gesetze und Verordnungen eingehalten würden. Diese selbstverständliche Massnahme verursacht keinen administrativen Aufwand und würde sofort wirken, nicht erst in zig Jahren oder Jahrzehnten.

Wenn der Bauernverband auf den sauberen Bodensee verweist, dann ist dies ebenfalls fehlleitend. Besser würde er die wegen Verschmutzung durch die Landwirtschaft geschlossenen Quellen erwähnen oder die Ökologischen Direktzahlungen für die Sanierung von Gewässern (Art. 62a Gewässerschutzgesetz, Massnahmen der Landwirtschaft) oder verschmutzte Bäche …

Übrigens: Die Links zu den Volksinitiativen finden Sie immer unter Heidis Link Aktuell Volksinitiativen.

Kritik am Aktionsplan Risikoreduktion Pflanzenschutzmittel des Bundes, Heidis Mist vom 2.10.16

Bundesrat veröffentlicht Aktionsplan Pflanzenschutzmittel – News von den Volksinitiativen, Heidis Mist vom 6.9.17

Vollzug, Agrarbericht 2018. Pestizid-Kontrollen waren in früheren Jahren in der Grössenordnung von 100 bis 200 für die ganze Schweiz. Sie sind nicht explizit aufgeführt.

Helikoptersprühflüge, alle bisher zehn Artikel von Heidi

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Grenzwerte für Pestizid-Cocktails gefordert

6. November 2018

Blutprobe: Die Werte im Cartoon sind fiktiv. Viele Faktoren beeinflussen die Wirkung von Getränken: Grösse, Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Essen vor dem Alkoholkonsum, verstrichene Zeit bis zur Blutprobe, Berechnungsmethode (Formel), Promillerechner, INFAR.

Blutprobe: Die Werte im Cartoon sind fiktiv. Viele Faktoren beeinflussen die Wirkung von Getränken: Grösse, Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Essen vor dem Alkoholkonsum, verstrichene Zeit bis zur Blutprobe, Berechnungsmethode (Formel), Promillerechner, INFAR.

Sum, sum, sum … ein Summenwert für Pestizid-Cocktails liegt in der Luft.

Organisationen, Kantone, Medien und auch Heidi fordern Höchstwerte nicht nur für Einzelstoffe, sondern auch für Mischungen. Heidi meint: „Die Mischung macht das Gift.“

So etwa schreibt saldo in der neuesten Nummer „Die Wirkungen von hormonaktiven Chemikalien können sich gegenseitig verstärken – das zeigt eine neue Studie. Grenzwerte gibt es aber nur für die einzelnen Stoffe … saldo fordert schon seit Jahren Summengrenzwerte für Pestizide und hormonaktive Stoffe.“ Bereits 2011 berichtete saldo über die gleichlautende Forderung der Umweltämter der Kantone Luzern und Aargau.

Die Vernehmlassungfrist für die neuen, vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) vorgeschlagenen astronomisch hohen Anforderungswerte für Pestizide in Oberflächengewässern ist im März 2018 abgelaufen. Der Vorschlag ist bei vielen Adressaten schlecht angekommen, sogar bei Markus Ritter, dem Präsidenten des Schweizer Bauernverbands. Wie die Rundschau des Schweizer Fernsehens berichtete, ist das BAFU zurückgekrebst: Die revidierten Grenzwerte sollen 10 µg/l nicht überschreiten. Die neuen Zahlen hat das BAFU aber noch nicht veröffentlicht. Sie sind geheim – ausser man hat gute Beziehungen.

Abschiedsgeschenk von Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann an die Frösche

Froschkönig: „Wir wünschen uns, dass der alte allgemeine Anforderungswert für Pestizide von 0,1 µg/l beibehalten wird. Zudem soll das BAFU einen Summenwert von 0,5 µg/l (analog Trinkwasserqualität) einführen. Was, Frau Bundesrätin Leuthard, haben Pestizide in der Umwelt zu suchen, deren vorgeschlagener, „risikobasierende“ Anforderungswert unter 0,1 µg/l liegt? Sie schaden uns Wasserorganismen und auch euch Menschen. Bitte verlangen Sie von Ihrem Kollegen Johann Schneider-Ammann, dass er diese Gifte verbietet. Das ist eine bescheidene Forderung! Am liebsten hätten wir, dass er alle schädlichen Pestizide verbietet.“

Keine Grenzwerte für Chemiecocktails, Thomas Lattmann, saldo 6.11.18 (18/2018)

Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV)

Neue Pestizid-Anforderungswerte für Oberflächengewässer: Rechnen mit Heidi. Heidis Mist vom 1.3.18.

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7. Juni 2018: SVGW lädt ein zum Fachaustausch „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

29. Mai 2018
Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Früher hatten viele Häuser und Dörfer eine eigene Quelle. Die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen wurde intensiviert und die Bauern hielten immer mehr Tiere, weshalb Quellfassungen in tiefere Bodenschichten verlagert oder aufgegeben werden mussten. Heute beziehen wir das meiste Trinkwasser über riesige teure Infrastrukturen aus dem Grundwasser, einen Teil aus Oberflächengewässern. Doch auch hier wächst der Verschmutzungsdruck durch die Landwirtschaft und Gesellschaft, so dass Trinkwasserversorger bereits Grundwasserfassungen aufgeben oder mit Steuergeldern sanieren mussten. Zudem besteht die Gefahr der Übernutzung unserer Ressource Wasser.

Trinkwasser-Initiative: SVGW fordert Gegenvorschlag

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat Sympathien für die Ziele der Trinkwasser-Initiative. Er fordert einen pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag. Aus diesem Grund hat er Forderungen formuliert und einen Fachaustausch im Alten Spital Solothurn organisiert, der am Donnerstag, 7. Juni 2018 stattfindet.

Heidi meint: „Dies wird wohl ein interessanter Anlass werden, nehmen doch Referenten und Podiumsteilnehmer aus folgenden Institutionen teil: Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Landwirtschaft, Schweizer Bauernverband, Bio Suisse … ).“

Zusammenfassung der Forderungen des SVGW:

Die Trinkwasserressourcen müssen planerisch besser geschützt werden (RPG, GSchG, DZV)

  • Planungspflicht: Kantone und Gemeinden werden zu einer verbindlichen Planung in der Trinkwasserversorgung verpflichtet (regional/kantonal/lokal). Die bundesrechtlichen Vorgaben inkl. Schutzzonen sind innert 5 Jahren zu vollziehen.
  • Sicherung des Vollzugs und der Finanzierung: Werden geltende Anforderungswerte für das Grundwasser nicht eingehalten, müssen innert 5 Jahren rechtskräftige Zuströmbereiche ausgeschieden und geeignete Massnahmen festgelegt werden.
    Die Direktzahlungen an die Landwirte werden so angepasst, dass die Einhaltung der gewässerschutzrechtlichen Vorgaben dauerhaft gesichert ist. Zum heutigen Zeitpunkt betrifft dies insbesondere Nitrat sowie Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte.

Fremdstoffeinträge sind zu reduzieren, insbesondere sind die Vorgaben an den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verschärfen (GSchG, GSchV, PSMV)

  • Keine Pflanzenschutzmittel in Schutzzonen: Im Sinne der Vorsorge wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzzonen verboten. Davon ausgenommen sind die für „Bio“ zugelassenen Pflanzenschutzmittel.
  • Keine Fremdstoff im Zuströmbereich: Werden kritische Fremdstoffe in Fassungen in einem Gehalt von mehr als 0,1 µg/l pro Einzelstoff bzw. mehr als 0,5 µg/l pro Stoffgemisch festgestellt, ist deren Einsatz im Zuströmbereich zu verbieten.
  • Saubere Gewässer: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird im Einzugsgebiet verboten, wenn deren Konzentration in Oberflächengewässern über den SVGW-Forderungen liegt (0,1 µg/l für Einzelsubstanzen resp. 0,5 µg/l für Summe der Pflanzenschutzmittel und Abbauprodukte).

Indirekter Gegenvorschlag Trinkwasser-Initiative

Der SVGW betont die Notwendigkeit von Massnahmen für die Stärkung des Trinkwasserschutzes und steht als Partner zur Ausarbeitung und Unterstützung eines substantiellen indirekten Gegenvorschlages zur Verfügung.

Hier finden Sie das Programm des SVGW-Fachaustausches „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

„Trinkwasserinitiative“: SVGW fordert pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag, Positionspapier vom 20.3.18

29.5.18 HOME

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Warten auf den „Stummen Frühling“?

21. Mai 2018

Anlässlich der Stunde der Gartenvögel 2018 von BirdLife Schweiz haben Freiwillige aus 1160 Gärten 35’000 Vögel aus 127 Arten gemeldet. Auf den ersten Blick scheint das viel zu sein, aber es sind jedes Jahr weniger. „Der Siedlungsraum und insbesondere Gärten und Pärke bieten vielen Vögeln einen Lebensraum. Heute kommen im Siedlungsraum sogar meist mehr Vögel vor als im Landwirtschaftsland. Doch die Zahl der Vögel und die Artenvielfalt schwinden auch hier.“

Das Monitoring der Schweizerischen Vogelwarte zeigt, dass der Rückgang der Vögel besonders stark ist im Landwirtschaftsgebiet. Eigentlich ist es logisch: Viele Gifte -> weniger Unkraut und Insekten -> weniger Vögel. Weitere Faktoren spielen mit wie etwa – so meint Heidi – die häufige Mahd mit kurz danach folgendem Verpacken des Schnittguts in Siloballen; viele Insekten und Kleintierchen wie Heugümper werden zum Vieh- statt Vogelfutter.

Schweizer Bauernverband fordert Grundlagenforschung

Niemand weist den Bauern allein die Schuld zu, doch zahlreiche Studien zeigen bereits, dass sie mit Abstand die Hauptlast am Rückgang der Insekten und Vögel tragen. Trotzdem fordert der Leiter Pflanzenbau des Schweizer Bauernverbands, David Brugger, die Politik auf, Mittel für Grundlagenforschung bereitzustellen. Das Monitoring allein sei nicht ausreichend, die Ursache des Rückgangs der Vögel bestimmen zu können. Das sind die bekannten Ablenkmanöver: Zeit gewinnen statt handeln!

Zugvögel: DDT … Neonicotinoide … ?

Nicht nur die „einheimischen“ Pestizide sind in Vögeln zu finden, Zugvögel bringen aus ihren Winterquartieren Pestizide zurück, die bei uns längst verboten sind. DDT wurde durch die Neonicotinoide ersetzt, welche in der EU jetzt für den Einsatz im Freiland verboten wurden. Ein „zugelassenes“ Pestizid ist eben ein Pestizid von welchem man die schädlichen Wirkungen noch nicht kennt.

Gemäss Untersuchungen von CLM Research and Advice, BA Culemborg NL, wurden 14 verschiedene Pestizide in Schwalben gefunden. Die getesteten Proben enthalten ein oder mehrere Mittel gegen Insekten, Pilze und Unkräuter. Es wurden auch Mittel gefunden, die in Europa nicht mehr oder nie verwendet wurden. Das Insektizid DDT war das häufigste: Es wurde in 93% der Proben gefunden. Die Konzentrationen stellen wahrscheinlich keine akute Gefahr für die Vögel dar, heisst es, aber tote Schwalben wurden nicht untersucht, auch nicht die Eier.

Die chemische Industrie produziert/exportiert weiterhin Pestizide, welche bei uns längst verboten sind weil sie die Umwelt stark schädigen, etwa Paraquat. Besonders in Drittweltländern werden sie in grossen Mengen weiterhin angewendet, oft ohne die nötigen Sicherheitsmassnahmen; wer möchte schon z.B. bei grosser Hitze Schutzkleidung tragen? Und wir beziehen von solchen Ländern Nahrungsmittel!

Stunde der Gartenvögel: Zahlen lassen aufhorchen, Medienmitteilung BirdLife Schweiz vom 18.5.18.

Gefährdung von Vögeln: Die Schweiz ist Spitzenreiterin, NZZ vom 18.5.18.

Der stumme Frühling, Wikipedia

EU verbietet bienengefährdende Wirkstoffe, FAZ vom 27.4.18

Cocktail van pesticiden gevonden in boerenzwaluw, CLM vom 14.5.18.

Cocktail van pesticiden gevonden in boerenzwaluw, BioJournal vom 17.5.18

This Pesticide Is Prohibited in Britain. Why Is It Still Being Exported? Paraquat, one of many pesticides that can’t be used in Europe but is sold in the United States and elsewhere, has been linked to Parkinson’s disease in a growing body of research. New York Times 2016

DDT, Wikipedia

Neonicotinoide, Wikipedia

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