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Pestizide: Anliegen der Initianten berechtigt – es braucht eine rasche Lösung

16. April 2019
Heidi kann Bäche zwar fotografieren, aber sie sieht nicht, ob Pestizide im Wasser sind.

Heidi kann Bäche zwar fotografieren, aber sie sieht nicht, ob Pestizide im Wasser sind.

Mediencommuniqué SP Schweiz vom 16. April 2019:

Belastete Trinkwasserquellen, kontaminierte Bio-Produkte, vergiftete Fliessgewässer und besorgniserregendes Insektensterben: Pestizide werden zu einer zunehmenden Gefahr. Die SP fordert dringende Gesetzesänderungen bevor die hängigen Pestizidinitiativen zur Abstimmung kommen.

Die Anhörungen in der Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) zur Trinkwasserinitiative und zur Initiative Schweiz ohne synthetische Pestizide zeigen, dass jetzt gehandelt werden muss. Trinkwasserversorger, Wissenschaftler und Biobauern fordern dringend eine deutliche Eindämmung gefährlicher Pestizide. Trotzdem bleibt der Bundesrat tatenlos. Er lehnt die zwei Volksinitiativen ab und vertröstet auf die Reform der Agrarpolitik AP 2022+, ein Gesetzespaket, das mit grosser Wahrscheinlichkeit gar nicht beschlossen wird. Der Bundesrat beugt sich so dem Diktat des Bauernverbandes. Deshalb wird die SP Schweiz in der WAK-N je einen indirekten Gegenvorschlag zu den Pestizid-Initiativen fordern.

«In einer modernen, nachhaltigen Landwirtschaft braucht es keine Pestizide, welche Insekten und Wasserlebewesen bedrohen und das Trinkwasser belasten, ja sie widersprechen gar unserer Verfassung», sagt SP-Nationalrat Beat Jans. «Offensichtlich wird der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundesrats nur ungenügend umgesetzt. Die SP reicht darum indirekte Gegenvorschläge zur Pestizid-Initiative sowie zur Trinkwasser-Initiative ein. Es ist eine Frechheit gegenüber der Bevölkerung, wenn Bundesrat und Parlament zwar Verbesserungen ankündigen, diese aber offensichtlich bis zum Sanktnimmerleinstag verzögern.»

Die SP hält auch die gleichzeitige Behandlung der beiden Initiativen als Paket für undemokratisch. Die Initiativen stellen unterschiedliche Forderungen. Die eine will den Landwirtschaftsartikel in der Bundesverfassung ändern, die andere den Umweltschutzartikel. Trotzdem wurden beide dem Wirtschaftsminister zugeteilt und werden gemeinsam zur Abstimmung gebracht. Deshalb wurden auch beide Initiativkomitees in der WAK-N gleichzeitig in einem unwürdigen, viel zu kurzen Hearing angehört. «So kann man mit Initiativkomitees, die eine grosse demokratische Arbeit geleistet haben, nicht umgehen», sagt Beat Jans. «Sie haben eine anständige Behandlung durch Bundesrat und Parlament verdient.»

Heidi meint: „Es ist wie beim Klimaschutz: Die Politik versagt! Oder handeln unsere ParlamentarierInnen doch noch?“

Pestizide: Anliegen der Initianten berechtigt – es braucht eine rasche Lösung, Mediencommuniqué SP Schweiz vom 16.4.19:

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Agrarpolitik 2022

11. März 2019

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Sauberes Trinkwasser oder Öko-Freiheit für die Bauern?

8. März 2019
Kleinbäuerin in Burkina Faso. Copyright: FIAN, Mit Menschenrechten gegen den Hunger, Deutschland

Kleinbäuerin in Burkina Faso. Copyright: FIAN, Mit Menschenrechten gegen den Hunger, Deutschland

Kaum ein Tag vergeht ohne Nachricht über verschmutztes Wasser, knappes Wasser, Wassermigration, Wasserkrieg, Wasserklau, illegale Brunnen … Heidi könnte nonstopp über solche Meldungen aus aller Welt berichten. Heute sind ihr zwei besonders aufgefallen, eine betrifft den Klimawandel und die Agrarindustrie und somit auch uns, die zweite unser (noch gutes) Trinkwasser.

Klimawandel und Agrarkonzerne bedrohen Rechte von Frauen im ländlichen Raum

Insbesondere in Ländern um den Äquator führt die Erderhitzung bereits jetzt dazu, dass Trocken- und Regenzeiten sich nicht mehr verlässlich abwechseln. Dies führt oft zu Ernteverlusten sowie mangelndem Zugang zu Trink- und Nutzwasser. „Frauen in ländlichen Gegenden sind überdurchschnittlich von Hunger betroffen. Gleichzeitig sind Frauen in der Regel zuständig für die Ernährung der Familien“ … Die Agrarindustrie nutzt Klimawandel und Klimapolitik, um sich immer mehr Rechte an natürlichen Ressourcen anzueignen …

André Olschewski, Leiter Bereich Wasser, SVGW. Copyright: SVGW.

André Olschewski, Leiter Bereich Wasser, SVGW. Copyright: SVGW.

Bauernverband tritt auf der Stelle

Blog SVGW: In seiner Stellungnahme positioniert sich der Schweizerische Bauernverband SBV zur Agrarpolitik ab 2022. Dabei äussert er sich auch zum bundesrätlichen Massnahmenpaket zur Trinkwasserinitiative, das aus Sicht des Trinkwasserschutzes sehr bescheiden ausfiel.

Von den vorgeschlagenen Massnahmen lehnt der Bauernverband praktisch alle kategorisch ab. So will er nichts wissen von der griffigeren Verankerung des Gewässerschutzes im ökologischen Leistungsnachweis. Auch die regionalisiert abgestimmten Massnahmen zur Lösung von Pflanzenschutz- und Nitratproblemen schiesst er ab und von einer massvollen Reduktion von Düngergrossvieheinheiten will er schon gar nichts wissen.

Diese Stellungnahme und die Blockade selbst kleinster Fortschritte im vorsorglichen Gewässerschutz irritieren uns als Trinkwasserverband sehr. Diese Stellungnahme ist nicht nur für die Trinkwasserversorger und -Konsumenten eine schallende Ohrfeige, sondern auch für den Bundesrat, dessen Massnahmepaket zur Trinkwasserinitiative ohne Alternative bachab geschickt wird.

Der Bauernverband hat es verpasst, eine nachhaltige Vision für die Schweizer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur und die Gesellschaft aufzuzeigen und sich als verlässlicher und glaubwürdiger Partner zu positionieren. Die pragmatischen Vorschläge des SVGW zum Schutz der Trinkwasserressourcen wurden vom SBV abgelehnt. Der Schutz der Trinkwasserressourcen hat beim Bauernverband offensichtlich eine sehr tiefe Priorität. Das ist unverständlich und bedauerlich.

Als Trinkwasserverband und Hüter der Trinkwasserqualität werden wir uns weiterhin und noch konsequenter für den Schutz unserer einmaligen und bedrohten Wasservorkommen einsetzen. Als nächsten Schritt werden wir nun die Unterstützung der Trinkwasserinitiative konkret prüfen.

André Olschewski
Leiter Bereich Wasser

Heidi meint: „Freuen wir uns darüber, dass sich immer mehr Leute für unser Trinkwasser (in Gefahr) einsetzen! Und kaufen wir nicht alle Nahrungsmittel, die uns angeboten werden!“

Klimawandel und Agrarkonzerne bedrohen Rechte von Frauen im ländlichen Raum, FIAN Deutschland vom 7.3.19

Bauernverband tritt auf der Stelle, Blog SVGW vom 7.3.19

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Die Bauern haben Angst … Wir schützen, was wir lieben

25. Januar 2019

Die Aktion des Schweizer Bauernverbands (SBV) „Wir schützen, was wir lieben“ hat NaNa zum Zeichnen inspiriert.

SBV:“ Der Schweizer Bauernverband will das Jahr 2019 nutzen, um Aufklärungsarbeit zu den mit der Trinkwasser-Initiative aufgeworfenen Themen zu leisten, vor allem zu Pflanzenschutz und Fütterung. Eine nationale Begleitgruppe hat dazu die Arbeit aufgenommen. Verschiedene Projekte sind lanciert und die Bauernfamilien aufgefordert mitzuwirken!“

Auch Heidi wird weiterhin aufklären.

„Wir schützen, was wir lieben“, Medienmitteilung des Schweizer Bauernverbands vom 21.1.19

Die Bauern haben Angst … 0-Parzellen, Heidis Mist vom 20.1.19

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Die Bauern haben Angst … 0-Parzellen

20. Januar 2019

Die Vorkampagne des Schweizer Bauernverbands (SBV) gegen die Trinkwasser-Initiative ist Anfang Januar angelaufen. Die Bauern befürchten, dass diese vom Volk angenommen wird. Zu gross sind die Probleme, zu klein der Wille zum Handeln.

Ausscheiden von 0-Parzellen

Der SBV möchte, dass Bauern z.B. 0-Parzellen einrichten. In diesen werden die Pflanzen weder geschützt noch gedüngt. Man will den Spaziergängern zeigen, dass dadurch die Ernte karg ausfällt oder gar ausbleibt. Angst vor Hunger soll ihnen eingeimpft werden. „Dein Essen in Gefahr“ ist das Motto. Anhand von Tafeln im Feld wollen die Bauern über ihr Problem mit der Trinkwasser-Initiative informiert. Die kantonalen Behörden helfen mit unseren Steuergeldern den Bauern kräftig beim Realisieren von Massnahmen gegen die Pestizid-Volksinitiativen, allen voran der Kanton Zürich. Man wolle unpolitisch gegen Emotionen und Unwissenheit antreten, heisst es beim SBV.

Die Präsentation solcher 0-Parzellen ist fehlleitend, eigentlich Falschinformation. Wie sieht der Pflanzenschutz aus, den die Bauern einhalten müssten, um Direktzahlungen zu beziehen? Art. 18 der Direktzahlungsverordnung (DZV) schreibt in Punkt 1 vor: „Beim Schutz der Kulturen vor Schädlingen, Krankheiten und Verunkrautung sind primär präventive Massnahmen, natürliche Regulationsmechanismen sowie biologische und mechanische Verfahren anzuwenden.“ Es scheint Heidi, dass ein Teil der Bauern und der SBV diesen Punkt ignorieren. Zur Erinnerung eine Grafik aus dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes.

Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes, Seite 9.

Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes, Seite 9.

Der letzte Absatz von Kapitel 2.1 Der Integrierte Pflanzenschutz lautete in der Version des Aktionsplans Pflanzenschutz des Bundes vom 4.7.16 (bei Heidi auf Anfrage erhältlich: heidismist@bluewin.ch) wie folgt:

Ist eine direkte Bekämpfung erforderlich, sind für die Bekämpfung gewisser Schadorganismen biologische, biotechnische oder physikalische Methoden verfügbar. Erst als letzte Massnahme sollen chemische PSM zur Anwendung gelangen. Der Einsatz von chemischen PSM wird heute aber oftmals vorgezogen, da die Alternativen weniger wirtschaftlich, weniger effizient oder nicht vorhanden sind.“

In der aktuellen Version vom 6.9.17:

Ist eine direkte Bekämpfung erforderlich, sind für die Bekämpfung gewisser Schadorganismen biologische (Nützlinge), biotechnische (Lockstoffe) oder physikalische Methoden verfügbar. Erst als letzte Massnahme sollen chemische PSM zur Anwendung gelangen. Der Einsatz von chemischen PSM spielt aber immer noch eine wichtige Rolle, da Alternativen zum Teil weniger wirtschaftlich sind, weniger Wirkungssicherheit bieten oder für viele Indikationen nicht vorhanden sind.

Offensichtlich hat man beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) gemerkt, dass viele Bauern aufgrund der Aussage „Der Einsatz von chemischen PSM wird heute oftmals vorgezogen …“ gar nicht direktzahlungsberechtigt wären oder massive Kürzungen erleiden müssten. In der neuen Version hat man den Missstand diplomatischer formuliert. Die Kontrolle des Einsatzes von Pestiziden ist vernachlässigbar, also wird es kaum je Bussen oder Direktzahlungskürzungen für Fehlverhalten geben.

Heidis Alternative zu den 0-Parzellen

Beispiel einer Warntafel

Beispiel einer Warntafel. Weitere Beispiele.

Heidi schlägt vor, dass die Bauern mit Informationstafeln auf die Gefahren des Einsatzes von Pestiziden hinweisen, etwa „kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, kann vermutlich das Kind im Mutterleib schädigen, kann vermutlich Krebs erzeugen, stark ätzend, Gefahr beim Einatmen, kann allergische Hautreaktionen verursachen, verursacht schwere Augenreizung, sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung usw. Diese Einschätzungen stammen nicht etwa von Heidi, sondern von der produzierenden Chemischen Industrie bzw. den Ämtern, welche die Mittel bewilligen, d.h. in der Schweiz dem Bundesamt für Landwirtschaft. Das Pflanzenschutzmittelverzeichnis ist eine höchst lesenswerte Publikation.

Mithilfe dieser Tafeln und Informationen könnten die Spaziergänger mit Hund und Kind oder Kinderwunsch diese Feldwege meiden und im Wald spazieren, was sowieso im Sommer wegen der Klimaerwärmung die bessere Wahl ist.

Auch könnten Bauern, welche per Helikopter Pestizide sprühen lassen, zu einem Event mit Gratis-Heli-Flug einladen, wenn gerade Spritzeinsatz ist. Beim Ausbringen von Pestiziden aus der Luft ist Abdrift auf andere Parzellen hoch, daher wurde auch ein Abstand zu Wohnzonen verankert; einen solchen gibt es sonst nicht, also 0-Pufferstreifen zu Kinderspielplatz & Co. … selbst Gewässer sind (theoretisch) besser geschützt.

Das Fungizid Leimay z.B. darf auch aus der Luft appliziert werden, obwohl es u.a. vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann sowie das Kind im Mutterleib schädigen und Krebs erzeugen!

Heidis folgender Vorschlag wirkt sofort!

Viel wäre für Wasser, Flora, Fauna und unsere Gesundheit getan, wenn die bestehenden Gesetze und Verordnungen eingehalten würden. Diese selbstverständliche Massnahme verursacht keinen administrativen Aufwand und würde sofort wirken, nicht erst in zig Jahren oder Jahrzehnten.

Wenn der Bauernverband auf den sauberen Bodensee verweist, dann ist dies ebenfalls fehlleitend. Besser würde er die wegen Verschmutzung durch die Landwirtschaft geschlossenen Quellen erwähnen oder die Ökologischen Direktzahlungen für die Sanierung von Gewässern (Art. 62a Gewässerschutzgesetz, Massnahmen der Landwirtschaft) oder verschmutzte Bäche …

Übrigens: Die Links zu den Volksinitiativen finden Sie immer unter Heidis Link Aktuell Volksinitiativen.

Kritik am Aktionsplan Risikoreduktion Pflanzenschutzmittel des Bundes, Heidis Mist vom 2.10.16

Bundesrat veröffentlicht Aktionsplan Pflanzenschutzmittel – News von den Volksinitiativen, Heidis Mist vom 6.9.17

Vollzug, Agrarbericht 2018. Pestizid-Kontrollen waren in früheren Jahren in der Grössenordnung von 100 bis 200 für die ganze Schweiz. Sie sind nicht explizit aufgeführt.

Helikoptersprühflüge, alle bisher zehn Artikel von Heidi

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Grenzwerte für Pestizid-Cocktails gefordert

6. November 2018

Blutprobe: Die Werte im Cartoon sind fiktiv. Viele Faktoren beeinflussen die Wirkung von Getränken: Grösse, Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Essen vor dem Alkoholkonsum, verstrichene Zeit bis zur Blutprobe, Berechnungsmethode (Formel), Promillerechner, INFAR.

Blutprobe: Die Werte im Cartoon sind fiktiv. Viele Faktoren beeinflussen die Wirkung von Getränken: Grösse, Körpergewicht, Alter, Geschlecht, Essen vor dem Alkoholkonsum, verstrichene Zeit bis zur Blutprobe, Berechnungsmethode (Formel), Promillerechner, INFAR.

Sum, sum, sum … ein Summenwert für Pestizid-Cocktails liegt in der Luft.

Organisationen, Kantone, Medien und auch Heidi fordern Höchstwerte nicht nur für Einzelstoffe, sondern auch für Mischungen. Heidi meint: „Die Mischung macht das Gift.“

So etwa schreibt saldo in der neuesten Nummer „Die Wirkungen von hormonaktiven Chemikalien können sich gegenseitig verstärken – das zeigt eine neue Studie. Grenzwerte gibt es aber nur für die einzelnen Stoffe … saldo fordert schon seit Jahren Summengrenzwerte für Pestizide und hormonaktive Stoffe.“ Bereits 2011 berichtete saldo über die gleichlautende Forderung der Umweltämter der Kantone Luzern und Aargau.

Die Vernehmlassungfrist für die neuen, vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) vorgeschlagenen astronomisch hohen Anforderungswerte für Pestizide in Oberflächengewässern ist im März 2018 abgelaufen. Der Vorschlag ist bei vielen Adressaten schlecht angekommen, sogar bei Markus Ritter, dem Präsidenten des Schweizer Bauernverbands. Wie die Rundschau des Schweizer Fernsehens berichtete, ist das BAFU zurückgekrebst: Die revidierten Grenzwerte sollen 10 µg/l nicht überschreiten. Die neuen Zahlen hat das BAFU aber noch nicht veröffentlicht. Sie sind geheim – ausser man hat gute Beziehungen.

Abschiedsgeschenk von Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann an die Frösche

Froschkönig: „Wir wünschen uns, dass der alte allgemeine Anforderungswert für Pestizide von 0,1 µg/l beibehalten wird. Zudem soll das BAFU einen Summenwert von 0,5 µg/l (analog Trinkwasserqualität) einführen. Was, Frau Bundesrätin Leuthard, haben Pestizide in der Umwelt zu suchen, deren vorgeschlagener, „risikobasierende“ Anforderungswert unter 0,1 µg/l liegt? Sie schaden uns Wasserorganismen und auch euch Menschen. Bitte verlangen Sie von Ihrem Kollegen Johann Schneider-Ammann, dass er diese Gifte verbietet. Das ist eine bescheidene Forderung! Am liebsten hätten wir, dass er alle schädlichen Pestizide verbietet.“

Keine Grenzwerte für Chemiecocktails, Thomas Lattmann, saldo 6.11.18 (18/2018)

Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV)

Neue Pestizid-Anforderungswerte für Oberflächengewässer: Rechnen mit Heidi. Heidis Mist vom 1.3.18.

6.11.18 HOME

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7. Juni 2018: SVGW lädt ein zum Fachaustausch „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

29. Mai 2018
Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Unser Trinkwasser muss besser geschützt werden. Copyright: SVGW

Früher hatten viele Häuser und Dörfer eine eigene Quelle. Die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen wurde intensiviert und die Bauern hielten immer mehr Tiere, weshalb Quellfassungen in tiefere Bodenschichten verlagert oder aufgegeben werden mussten. Heute beziehen wir das meiste Trinkwasser über riesige teure Infrastrukturen aus dem Grundwasser, einen Teil aus Oberflächengewässern. Doch auch hier wächst der Verschmutzungsdruck durch die Landwirtschaft und Gesellschaft, so dass Trinkwasserversorger bereits Grundwasserfassungen aufgeben oder mit Steuergeldern sanieren mussten. Zudem besteht die Gefahr der Übernutzung unserer Ressource Wasser.

Trinkwasser-Initiative: SVGW fordert Gegenvorschlag

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat Sympathien für die Ziele der Trinkwasser-Initiative. Er fordert einen pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag. Aus diesem Grund hat er Forderungen formuliert und einen Fachaustausch im Alten Spital Solothurn organisiert, der am Donnerstag, 7. Juni 2018 stattfindet.

Heidi meint: „Dies wird wohl ein interessanter Anlass werden, nehmen doch Referenten und Podiumsteilnehmer aus folgenden Institutionen teil: Bundesamt für Umwelt, Bundesamt für Landwirtschaft, Schweizer Bauernverband, Bio Suisse … ).“

Zusammenfassung der Forderungen des SVGW:

Die Trinkwasserressourcen müssen planerisch besser geschützt werden (RPG, GSchG, DZV)

  • Planungspflicht: Kantone und Gemeinden werden zu einer verbindlichen Planung in der Trinkwasserversorgung verpflichtet (regional/kantonal/lokal). Die bundesrechtlichen Vorgaben inkl. Schutzzonen sind innert 5 Jahren zu vollziehen.
  • Sicherung des Vollzugs und der Finanzierung: Werden geltende Anforderungswerte für das Grundwasser nicht eingehalten, müssen innert 5 Jahren rechtskräftige Zuströmbereiche ausgeschieden und geeignete Massnahmen festgelegt werden.
    Die Direktzahlungen an die Landwirte werden so angepasst, dass die Einhaltung der gewässerschutzrechtlichen Vorgaben dauerhaft gesichert ist. Zum heutigen Zeitpunkt betrifft dies insbesondere Nitrat sowie Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte.

Fremdstoffeinträge sind zu reduzieren, insbesondere sind die Vorgaben an den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verschärfen (GSchG, GSchV, PSMV)

  • Keine Pflanzenschutzmittel in Schutzzonen: Im Sinne der Vorsorge wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in den Schutzzonen verboten. Davon ausgenommen sind die für „Bio“ zugelassenen Pflanzenschutzmittel.
  • Keine Fremdstoff im Zuströmbereich: Werden kritische Fremdstoffe in Fassungen in einem Gehalt von mehr als 0,1 µg/l pro Einzelstoff bzw. mehr als 0,5 µg/l pro Stoffgemisch festgestellt, ist deren Einsatz im Zuströmbereich zu verbieten.
  • Saubere Gewässer: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird im Einzugsgebiet verboten, wenn deren Konzentration in Oberflächengewässern über den SVGW-Forderungen liegt (0,1 µg/l für Einzelsubstanzen resp. 0,5 µg/l für Summe der Pflanzenschutzmittel und Abbauprodukte).

Indirekter Gegenvorschlag Trinkwasser-Initiative

Der SVGW betont die Notwendigkeit von Massnahmen für die Stärkung des Trinkwasserschutzes und steht als Partner zur Ausarbeitung und Unterstützung eines substantiellen indirekten Gegenvorschlages zur Verfügung.

Hier finden Sie das Programm des SVGW-Fachaustausches „Trinkwasserschutz und Agrarpolitik 2022“

„Trinkwasserinitiative“: SVGW fordert pragmatischen und zielführenden indirekten Gegenvorschlag, Positionspapier vom 20.3.18

29.5.18 HOME

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Warten auf den „Stummen Frühling“?

21. Mai 2018

Anlässlich der Stunde der Gartenvögel 2018 von BirdLife Schweiz haben Freiwillige aus 1160 Gärten 35’000 Vögel aus 127 Arten gemeldet. Auf den ersten Blick scheint das viel zu sein, aber es sind jedes Jahr weniger. „Der Siedlungsraum und insbesondere Gärten und Pärke bieten vielen Vögeln einen Lebensraum. Heute kommen im Siedlungsraum sogar meist mehr Vögel vor als im Landwirtschaftsland. Doch die Zahl der Vögel und die Artenvielfalt schwinden auch hier.“

Das Monitoring der Schweizerischen Vogelwarte zeigt, dass der Rückgang der Vögel besonders stark ist im Landwirtschaftsgebiet. Eigentlich ist es logisch: Viele Gifte -> weniger Unkraut und Insekten -> weniger Vögel. Weitere Faktoren spielen mit wie etwa – so meint Heidi – die häufige Mahd mit kurz danach folgendem Verpacken des Schnittguts in Siloballen; viele Insekten und Kleintierchen wie Heugümper werden zum Vieh- statt Vogelfutter.

Schweizer Bauernverband fordert Grundlagenforschung

Niemand weist den Bauern allein die Schuld zu, doch zahlreiche Studien zeigen bereits, dass sie mit Abstand die Hauptlast am Rückgang der Insekten und Vögel tragen. Trotzdem fordert der Leiter Pflanzenbau des Schweizer Bauernverbands, David Brugger, die Politik auf, Mittel für Grundlagenforschung bereitzustellen. Das Monitoring allein sei nicht ausreichend, die Ursache des Rückgangs der Vögel bestimmen zu können. Das sind die bekannten Ablenkmanöver: Zeit gewinnen statt handeln!

Zugvögel: DDT … Neonicotinoide … ?

Nicht nur die „einheimischen“ Pestizide sind in Vögeln zu finden, Zugvögel bringen aus ihren Winterquartieren Pestizide zurück, die bei uns längst verboten sind. DDT wurde durch die Neonicotinoide ersetzt, welche in der EU jetzt für den Einsatz im Freiland verboten wurden. Ein „zugelassenes“ Pestizid ist eben ein Pestizid von welchem man die schädlichen Wirkungen noch nicht kennt.

Gemäss Untersuchungen von CLM Research and Advice, BA Culemborg NL, wurden 14 verschiedene Pestizide in Schwalben gefunden. Die getesteten Proben enthalten ein oder mehrere Mittel gegen Insekten, Pilze und Unkräuter. Es wurden auch Mittel gefunden, die in Europa nicht mehr oder nie verwendet wurden. Das Insektizid DDT war das häufigste: Es wurde in 93% der Proben gefunden. Die Konzentrationen stellen wahrscheinlich keine akute Gefahr für die Vögel dar, heisst es, aber tote Schwalben wurden nicht untersucht, auch nicht die Eier.

Die chemische Industrie produziert/exportiert weiterhin Pestizide, welche bei uns längst verboten sind weil sie die Umwelt stark schädigen, etwa Paraquat. Besonders in Drittweltländern werden sie in grossen Mengen weiterhin angewendet, oft ohne die nötigen Sicherheitsmassnahmen; wer möchte schon z.B. bei grosser Hitze Schutzkleidung tragen? Und wir beziehen von solchen Ländern Nahrungsmittel!

Stunde der Gartenvögel: Zahlen lassen aufhorchen, Medienmitteilung BirdLife Schweiz vom 18.5.18.

Gefährdung von Vögeln: Die Schweiz ist Spitzenreiterin, NZZ vom 18.5.18.

Der stumme Frühling, Wikipedia

EU verbietet bienengefährdende Wirkstoffe, FAZ vom 27.4.18

Cocktail van pesticiden gevonden in boerenzwaluw, CLM vom 14.5.18.

Cocktail van pesticiden gevonden in boerenzwaluw, BioJournal vom 17.5.18

This Pesticide Is Prohibited in Britain. Why Is It Still Being Exported? Paraquat, one of many pesticides that can’t be used in Europe but is sold in the United States and elsewhere, has been linked to Parkinson’s disease in a growing body of research. New York Times 2016

DDT, Wikipedia

Neonicotinoide, Wikipedia

21.5.18 HOME

fair-fish schenkt dem Bauernverband einen Online-Adventskalender

1. Dezember 2017

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Ab heute, dem 1.12.17, veröffentlicht der Verein fair-fish täglich ein Foto für Markus Ritter, den Präsidenten des Schweizer Bauernverbandes (SBV), um auf die Verschmutzung der Gewässer durch Pestizide und Dünger aufmerksam zu machen.

fair-fish hatte im Internet zu einer Fotoaktion aufgerufen, um darauf aufmerksam zu machen, dass die industrielle Landwirtschaft den Lebensraum der Fische vergiftet. fair-fish wollte die eingesandten Fotos dem Präsidenten des SBV übergeben. Doch leider hatte Markus Ritter keine Zeit, die eingesandten Fotos persönlich entgegen zu nehmen.

Der Verein fair-fish will mit der Veröffentlichung der Bilder den Präsidenten des Bauernverbandes dazu auffordern, den Gewässerschutz ernst zu nehmen und die versprochene Reduktion des Einsatzes von Pestiziden und Dünger voran zu treiben.

Adventskalender fair-fish

Bestäubung: Ein drastisches Beispiel von mangelndem „Zukunftsblick“

Heidi hat viele Pendenzen, so liegt ein passender Cartoon von Vecker seit elf Monaten unveröffentlicht in Heidis Postfach! Hier ist er:

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen die drastische Abnahme von bestäubenden Insekten, nicht nur in China.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen die drastische Abnahme von bestäubenden Insekten, nicht nur in China.

Dave Goulson ist Biologie-Professor an der Stirling University in Grossbritannien: Pollination provides one of the clearest examples of how our disregard for the health of the environment threatens our own survival. About 75% of all crop species require pollination by animals of some sort, often by bees, but sometimes by flies, butterflies, birds or even bats.
Decline of bees forces China’s apple farmers to pollinate by hand, Chinadialogue, 2.10.12

Wunderschöne Fotos von Kevin Frayer/Getty Images. These Photos Capture The Startling Effect Of Shrinking Bee Populations, HUFFPOST, 4.7.16

Faktenblatt zur Bedeutung der Wildbienen, Lukas Pfiffner, Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), 15.4.16

1.12.17 HOME

The Borneo Case am Malaysia Day in 30 Städten weltweit

15. September 2017
Bruno Manser kämpfte für die Rechte der Penan auf Sarawak. Die Malaysische Regierung erklärte ihn 1990 zum Staatsfeind Nr. 1. Copyright: AMP Film Stockholm.

Bruno Manser kämpfte für die Rechte der Penan auf Sarawak. Die Malaysische Regierung erklärte ihn 1990 zum Staatsfeind Nr. 1. Copyright: AMP Film Stockholm.

Am 16.9.1963 wurde Malaysia unabhängig vom Britischen Weltreich. Morgen ist daher der Malaysia Day. In diesem Zusammenhang wird in 30 Städten weltweit der Film The Borneo Case gezeigt.

The Borneo Case – Bruno Manser lebt weiter

Der Dokumentarfilm „The Borneo Case“ zeigt erstmals, wie Mansers ursprüngliche Ideen im 21. Jahrhundert weiterentwickelt und umgesetzt werden. Im Kampf gegen die Abholzung der Urwälder schliessen sich Lukas Straumann vom Bruno Manser Fonds aus Basel, Mutang Urud, Freund und ehemaliger Mitstreiter Mansers, und die Investigativ-Journalistin Clare Rewcastle aus London zusammen.

Bei Nachforschungen zum illegalen Holzschlag auf Borneo stossen sie auf ein globales Korruptionsnetz, das von der malaysischen Regierungselite bis zu Schweizer Banken reicht. Durch hartnäckigen Einsatz und die Anwendung ungewöhnlicher Methoden gelingt es der Gruppe, einen mächtigen Gegner zu Fall zu bringen. Ein schwedisches Filmteam hat die kleine Ermittlergruppe über fünf Jahre begleitet und die sich zuspitzende Lage dokumentiert.

Olympische Spiele: Die Zerstörung geht weiter

Am 11.9.17 schrieben 47 NGOs, darunter auch der Bruno Manser Fonds, dem Internationalen Olympischen Komitee. Sie protestieren dagegen, dass für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo illegal gefälltes und nicht nachhaltiges Tropenholz aus Sarawak verwendet wird. Das Komitee habe zuwenig getan, um dies zu verhindern. Fast 90% des Regemwalds ist bereits abgeholzt!

Heidi meint: „Die SportlerInnen werden trotzdem hingehen, auch die Schweizer, die Offiziellen, die JournalistInnen … So plündern wir die Welt! Und die Freihandelsabkommen … Handel, Wachstum, Transport!“ Wenigstens fordert der Schweizer Bauernverband, dass den Milchkühen in Zukunft kein Palmöl mehr verfüttert wird.

Unterschreiben Sie die Petition Olympia 2020 ohne Tropenholz! Bruno Manser Fonds BMF.

The Boreneo Case

The Borneo Case: Screenings in 30 cities worldwide tomorrow, REDD, Chris Lang, 15.9.17

The Borneo Case Trailer (English, Deutsch, français), veröffentlicht auf youtube von Bruno Manser Fonds BMF

Malaysia Day, Wikipedia

An Open Letter to the International Olympic Committee, 11.9.17

NGOs Demand Olympic Authorities End Rainforest Destruction, Bruno Manser Fonds BMF, 11.9.17

Palmöl. Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien, 15.3716 Interpellation Maya Graf vom 19.6.15

Kein Palmöl mehr für Schweizer Milchkühe, Georg Hummel, Rundschau SRF vom

Heidis Artikel zu Palmöl

15.9.17 HOME


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