Eigentlich keine Überraschung – die 10’000 toten Frösche am Titicacasee

Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Der Quinoa-Boom hinterlässt in den Andenländern Spuren. Das heikle Gleichgewicht zwischen den Lama-Weiden und den Äckern wurde vielerorts zerstört. In der südlichen Hochebene werden Sandstürme häufiger, ein Zeichen der Wüstenbildung. Im Vordergrund: gepflügter Acker, dann (nicht sichtbar) Erosion. Im Hintergrund: Erosion. Die Lebensgrundlage der Bevölkerung wird zerstört.

Plötzlich ein Rauschen, Staunen und Klicken durch die Medien, dann folgt meistens wieder Ruhe, z.B. Peru: Rätselhaftes «Giganten»-Sterben, Schweizer Bauer vom 19.10.16. Einfach so gestorben im Coata-Fluss: 10’000 Exemplare der vom Aussterben bedrohten grössten Wasserfroschart! Auch tote Fische und andere Wassertiere. Wage Vermutungen weisen auf Abwasser hin. Der „Unfall“ wird untersucht.

Der Fluss mündet in den Titicacasee. Schon im Juni war das Wasser in den Distrikten Coata und Capachica und der Provinz Puno so verschmutzt, dass das Trinkwasser mit Zisternenwagen zugeführt werden musste (Dejan sin agua potable a pobladores de Coata y Capachica en Puno, Correro 11.7.16).

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Pachamama La voz del sur andino: http://www.pachamamaradio.org/regional/8801-puno-piden-investigar-muerte-de-ranas-y-peces-en-rio-coata

Puno: Piden investigar muerte de ranas y peces en río Coata, Copyright: Pachamama La voz del sur andino

Maruja Inquilla Sucasaca, welche gegen die Verschmutzung kämpft, nahm 100 tote Frösche und legte sie auf den Hauptplatz der Stadt Puno, um die Aufmerksamkeit der Behörden (und Medien) zu gewinnen. Der Vize-Präsident des lokalen Kommittees gegen die Verschmutzung des Coata sagte: „Der Titicacasee war einst ein Paradies, jetzt können wir das Wasser nicht nutzen und unsere Tiere sterben, wenn sie es trinken. Ungeklärtes Abwasser wird aus den grossen Städten in den See gelassen, doch das kümmert die Behörden nicht.“ Quelle: Scientists investigate death of 10,000 endangered ’scrotum‘ frogs in Peru, The Guardian 19.10.16.

Die Ursachen der Flussverschmutzung sind vielfältig: Mangel an Kläranlagen, Schwermetalle aus ehemaligen Minen und illegalem Goldabbau, Pestizide aus der Landwirtschaft usw.

Landwirtschaft! Der Anbau von Quinoa boomt, ein Exportschlager. Einst das Brot der Einheimischen, dann auch eine Getreidealternative für Leute mit Glutenunverträglichkeit, heute weit verbreitet und auf den Regalen der Grossverteiler. Vorteil: Der Erlös der Bauern ist stark gestiegen. Nachteile: Für die Einheimischen ist das ehemalige Hauptnahrungsmittel zu teuer geworden, mangelnde Fruchtfolge, Pestizide (auch im Grundwasser), Erosion. Zur schnelleren Reifung sprühen Bauern Paraquat auf die Pflanzen; dieses Herbizid ist in der Schweiz und der EU verboten. Ein massvoller und umweltverträglicher Anbau wäre ein Gewinn für die Landbevölkerung.

Warum Superfood nicht super ist, WirtschaftsWoche 13.4.16

Quinoa kaufen oder nicht kaufen – ist das die richtige Frage? Tanya Kerssen, Quetzal, April 2013.

Erweiterung Analysenangebot GBA Laborgruppe, Mögliche analytische Fragestellungen: Paraquat/Diquat z.B. in Chia-Samen, Quinoa etc.

Superfoods: Öko-Test findet Pestizide, Mineralöle und Blei, Utopia 31.3.16

Copyright: Vecker.

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24.10.16 HOME

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