Chlorothalonil R471811 wird zum Problem

Heidi hat diesen Text schon einmal veröffentlicht, aber er ist immer wieder schön!

Heidi hat diesen Text schon einmal veröffentlicht, aber er ist immer wieder schön!

Am 10.9.19 fragte Heidi Bundesrat Guy Parmelin: „Und wie, Herr Agrarminister, erklären Sie der Schweizer Bevölkerung, dass der Metabolit Chlorothalonil R471811 in der EU als „relevant“ eingestuft wurde, in der Schweiz aber nicht? Das heisst er muss weder kontrolliert werden, noch gilt ein Grenzwert. Chlorothalonil R471811 darf bei uns, nicht aber in der EU, in beliebigen Konzentrationen im Trinkwasser vorkommen.“ Parmelin antwortete auf Heidis Brief, aber nicht auf diese konkrete Frage.

In der Zwischenzeit hat man in Bern gemerkt, dass diese Regelung bei vielen Leuten nicht gut ankommt. Seit Dezember 2019 gelten auch in der Schweiz alle Metaboliten von Chlorothalonil als „relevant“. Und nun haben die Wasserversorger ein grosses Problem. Kurt Seiler, Leiter des Interkantoalen Labors, gab gegenüber dem Tages-Anzeiger Auskunft:

„Bereits als gesichert gilt laut Seiler Folgendes: Der neu unter den Grenzwert fallende Metabolit R471 811 kommt in deutlich höheren Konzentrationen vor als R417 888, der letztes Jahr in aller Munde war. Die bislang vorliegenden Resultate würden die Befunde der Eidgenössischen Wasseranstalt Eawag bestätigen. In den meisten Fällen dürfte es laut Seiler nicht mehr möglich sein, das Problem mit Wasserverdünnen zu lösen. Zudem ist die Zahl der betroffenen Wasserversorgungen gewachsen: «Es gibt wohl kaum eine Wasserversorgung in landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteten Regionen, die nicht betroffen ist.»“

Kommentar des letzten obersten Grundwasserschützers der Schweiz

Daniel Hartmann war Chef der Sektion Grundwasserschutz beim Bundesamt für Umwelt (BAFU). Anlässlich seiner Pensionierung 2014 wurde diese Sektion abgeschafft. Heidi hatte darüber berichtet. Er setzt sich aber weiterhin für den Gewässerschutz ein und schreibt immer wieder Kommentare, z.B. zum aktuellen Artikel im Tages-Anzeiger. Hartmann weiss, wovon er spricht:

Alle bemühen sich, „neue Lösungen“ zu finden. Das ist Teil eines bewährten Spiels auf Zeit: Bis die „neuen Lösungen“ bewertet und genehmigt sind, bis der Bund Geld für diese „Lösungen“ lockermacht (die Landwirtschaft wird sich auch diese wieder vom Steuerzahler subventionieren lassen), ziehen Jahre ins Land und alles bleibt wie’s ist, wie z.B. schon beim Verzögern des Atrazinverbots, beim Rückzug des Pestizidverbots bei Trinkwasserfassungen, Güllelagerkapazität, Gülleverbot im Winter, ordnungsgemäss ausgeschiedene Zuströmbereiche und deren Vollzug usw. Ginge es den Verantwortlichen wirklich um wirksame Lösungen, würden sie längst eingesetzt.

Lesen Sie den ganzen Bericht im Tages-Anzeiger:

Nulltoleranz für Pestizide im Trinkwasser? «Keine Hektik»! Stefan Häne, Tages-Anzeiger 31.1.20

Pestizidrückstände im Trinkwasser, 10vor10 vom 31.1.20

Das BLV informiert: Vorgehen bzgl. Chlorothalonil-Metaboliten in der Schweiz, SVGW 31.1.19

Sehr geehrter Herr Agrarminister Parmelin, Heidis Mist 10.9.19

Bundesrat Guy Parmelin antwortet Heidi auf ihren Brief, Heidis Mist 9.10 19

Mini-Rückblick mit Zahlen und Fakten, Heidis Mist 31.12.14

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