Segen und Fluch des Düngers

21. Mai 2013
Üppiges Grün in einem Fluss in China. Auf intensiv bewirtschafteten Feldern wird 30 bis 60 Prozent mehr Stickstoffdünger eingesetzt als nötig wäre.

Üppiges Grün in einem Fluss in China. Auf intensiv bewirtschafteten Feldern wird 30 bis 60 Prozent mehr Stickstoffdünger eingesetzt als nötig wäre. Leserfoto.

Der Pufferstreifen am “Kleinen Seezli” wird weiterhin gedüngt und somit das Wasser auch, das Richtung Nordsee fliesst. Fotos? Nein! Das kann jede/r von der SBB aus sehen, auch die Fischer an diesem Fischbach, siehe Fischereivereins Sarganserland und Pufferstreifen neben einem Bach mit kurzer steiler Böschung. Zuständig sind die Gemeinden, was schon alles sagt, denn die Gemeindebeamten schauen oft lieber weg.

Unsere gedüngte Welt

Das National Geographic Magazin hat in der Mai-Nummer einen Artikel über das weltweite Problem der Überdüngung veröffentlicht: Our Fertilized World. Wenn wir nicht aufpassten, schreibt Dan Charles, Nahrungs- und Landwirtschaftskorrespondent von National Public Radio (NPR), dann könnte die Landwirtschaft unseren Planeten zerstören. Er zeigt auf wie man Nahrungsmittel mit weniger Chemie produzieren kann.

Nahrung und Wasser

Das Editorial dazu von Chris Johns “Food and Water” hat es Heidi besonders angetan:

“Auf meinem Grundstück in Rappahannock County, Virginia, gibt es einen Bach, der eigenwillig seinen Weg durch die Felder mäandert. Das Gewässer ist so schmal, dass ich darüber springen kann; ein bescheidenes Rinnsal im grossen Naturgefüge, aber ich nehme meine Verantwortung als Beschützer ernst. Ich halte weidendes Vieh vom Bach fern, denn ich weiss, dass ihr nährstoffreicher Kot das Wasser eutrophiert. Eutrophiert ist ein wissenschaftlicher Ausdruck für Wasser, das zuviele Nährstoffen enthält. Ich mähe das Gras entlang des Ufers nicht, ich lasse es gross werden. Die Pflanzen dienen als Puffer, nehmen allen Dünger auf, der von den Feldern wegfliesst, denn dieser würde sonst letztlich im Chesapeake Bay enden und dort der Fischerei schaden. Ich versuche ein guter Gewässerschützer zu sein. Der Bach mag mir gehören, aber das Wasser gehört allen.

In manchen Teilen der Erde ist gute landwirtschaftliche Praxis ein Luxus, bemerkt der Autor Dan Charles in seinem Artikel Our Fertilized World. Sie ist in den Vereinigten Staaten nicht besonders schwierig, aber nicht so einfach in Ländern wie China, wo die landwirtschaftliche Nutzfläche pro Einwohner kleiner ist. In Afrika ist Hunger Realität, daher hat die Hoffnung auf eine hohe Ernte durch Düngereinsatz oft mehr Gewicht als die Sorgen über Umweltverschmutzungen. Das Abwägen zwischen dem Ernähren der Weltbevölkerung und dem ökologischen Gleichgewicht ist heikel. Auf beiden Seiten gibt es Auswirkungen. Aber, wenn es um Wasser geht, dann müssen wir daran denken, dass alles zusammenhängt.

Der Naturforscher Aldo Leopold sagte, Flüsse seien rund. Ein Fluss oder Bach ist ein Energiekreislauf von der Sonne zu den Pflanzen zu den Insekten zu den Fischen. Es ist ein zusammenhängendes Ganzes, das nur durch Menschen gebrochen wird.

Chris Johns

Initiative Bauern

Übrigens einen mobilen Hühnerstall (Foto unten) erfand auch Beat Waber vom 3-Familien-Betrieb «Les Sapins» im waadtländischen Colombier. Er erhielt dafür einen Förderpreis der Goldenen Lerche, siehe Der Eierkorb des Kolumbus (MUT-Stiftung). Ausgediente Baubaracken wurden in Hühnerställe mit Sitzstangen umgebaut. Der ideenreiche, inzwischen pensionierte Biobauer Beat Waber hat kürzlich seine Memoiren herausgegeben Redécouvrir la vie! Auf den Internetseiten der MUT-Stiftung gibt es viele Ideen, die es wert sind, weiterverbreitet zu werden.

Die mobilen Hühnerhäuser werden täglich verstellt. Daher "düngen die Hühner die Wiese regelmässig. Gewässerschutzprobleme gibt es somit keine.

Pennsylvania: Die mobilen Hühnerhäuser werden täglich verstellt. Daher “düngen die Hühner die Wiese regelmässig. Gewässerschutzprobleme gibt es somit keine. Foto: Peter Essick, http://photography.nationalgeographic.com/photography/photographers/photographer-peter-essick/

Stickstoff-Weltkarte: Grün: zuviel Stickstoff

Stickstoff-Weltkarte: Grün: zuviel Stickstoff auf den Feldern

24.5.13 HOME

Die goldene Sonne an der Hecke …

21. Mai 2013
Das Gelb der Rapsblüten zieht Insekten und Spazierende an; es leuchtet im Acker genauso wie im Pufferstreifen an der Hecke, wo es nicht sein dürfte.

Das Gelb der Rapsblüten zieht Insekten und Spazierende an; es leuchtet in diesem Maienfelder Acker genauso wie im Pufferstreifen an der Hecke, wo es nicht sein dürfte.

Etwas anders haben es sich wohl die Beamten in den Büros in Bern vorgestellt. Die Gesetze … nun ja, sie schreiben einen 3-m-Pufferstreifen vor: Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, Direktzahlungsverordnung. oder Agridea-Merkblatt Pufferstreifen richtig bemessen und bewirtschaften. Weil das Rapsfeld bis zur Hecke regelmässig aussieht und der Rand unkrautfrei ist, vermutet Heidi, dass im Pufferstreifen Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden. Kürzung der Direktzahlungen? Kontrollen gibt es auch in Graubünden, nur … nicht alle Bauern lassen sich dreinreden. Also voller Goldsegen aus Bern trotz zuviel Gold auf dem Acker?

Schema eines korrekten Pufferstreifens zwischen Hecke und Acker. Quelle: Agridea-Merkblatt Pufferstreifen richtig bemessen und bewirtschaften.

Schema eines korrekten Pufferstreifens zwischen Hecke und Acker. Quelle: Agridea-Merkblatt Pufferstreifen richtig bemessen und bewirtschaften.

Übergang von Acker zu Hecke: kaum Unkraut, also Einsatz eines Unkrautbekämpfungsmittels?

Übergang von Acker zu Hecke: kaum Unkraut, also Einsatz eines Unkrautbekämpfungsmittels?

21.5.13 HOME

Pufferstreifen-Verletzungen am Malanser Mühlbach

20. Mai 2013

Kleinkraftwerk Mühlbach

Das Projekt Renaturierung Malanser Mühlbach sowie der Bau von Fischtreppen sollten den Bodensee-Seeforellen die Wanderung ins Prättigau zu den ursprünglichen Laichgebieten ermöglichen, aber dann kamen die Probleme; jetzt wird eine andere Lösung gesucht. Mehr zu dieser interessanten Geschichte in einem separaten Artikel!

Immer wieder sieht Heidi am Mühlbach zu schmale Pufferstreifen.

Mist lag ungedeckt während Monaten auf der Wiese ...

Mist lag ungedeckt während Monaten auf der Wiese …

... jetzt wurde der Mist verteilt, auch auf dem Pufferstreifen am Mühlbach, wo es verboten ist zu düngen.

… jetzt wurde der Mist verteilt, auch auf dem Pufferstreifen am Mühlbach, wo es verboten ist zu düngen.

Eine gemistete Wiese zwischen Maienfeld und dem Möwenpick Heidiland. Mist lag schon lange ungedeckt auf der Wiese, kürzlich wurde er verteilt, und zwar bis an den Mühlbach, Pufferstreifen etwa 60 cm breit, statt 3 m wie es die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) vorschreibt. In den letzten Tagen ist der gedüngte schmale Pufferstreifen verschwunden. Der Bauer hat den Mist untergepflügt bis fast an den Mühlbach, wo doch dort gemäss Direktzahlungsverordnung (DZV) und integriertem Agridea-Merkblatt Pufferstreifen richtig bemessen und bewirtschaften ein 6 m breiter Grünstreifen sein sollte. Wie es wohl weitergeht, etwa mit Pflanzenschutzmitteln (PSM)? Mindestens ein 6 m breiter Pufferstreifen ist vorgeschrieben; es gibt aber auch PSM, die besonders gefährliche sind für Wasserlebewesen, z.B. vorgeschriebener Abstand zu Gewässern 20 m gemäss Produkt-Etikette. Heidi frägt sich immer wieder, ob solche Vorschriften eingehalten werden, wo es doch niemand sieht!

Am Mühlbach liegen drei weitere Felder mit zu schmalem Pufferstreifen, d.h. Breite zwei oder weniger als zwei Meter. Die Gesetzesbücher gehören zwar nicht zur Lieblingslektüre der Bauern, doch die landwirtschaftliche Presse widmet diesem Thema in letzter Zeit vermehrt Aufmerksamkeit, so dass die Vorschriften eigentlich langsam jedem letzten Bauern bekannt sein sollten. Für Verstösse sind Kürzungen der Direktzahlungen vorgesehen, wenn …. ja wenn kontrolliert und sanktioniert wird! Kürzungsrichtlinien Landwirtschaftsdirektorenkonferenz. Eines dieser Felder befindet sich ebenfalls zwischen Maienfeld und Möwenpick Heidiland. Zwei weitere liegen in Malans beim Bahnhof (oberhalb und unterhalb), wobei das eine nicht für Fotos zugänglich ist.

Wo ist hier der 6 m breite begrünte Streifen zwischen Acker und Mühlbach?

Maienfeld: Wo ist hier der 6 m breite begrünte Streifen zwischen Acker und Mühlbach?

Foto 12.8.12: Abgeerntetes Getreidefeld am Mühlbach in Malans. Pufferstreifen zur Bachsohle 2 m.

Foto 12.8.12: Abgeerntetes Getreidefeld am Mühlbach in Malans. Pufferstreifen zur Bachsohle 2 m, zur Böschungskante 1 m statt 6 m; Pufferstreifen zur Hecke knapp 1 m statt 3 m. Pflanzenschutz im Pufferstreifen? Zum Beispiel gegen Unkraut? Kürzlich wurde der Acker gleich angelegt wie 2012, vermutlich Mais …

Wiesenstreifens zwischen Maisacker und Mühlbach

… Saat eines 6 m breiten Wiesenstreifens zwischen Maisacker und Mühlbach in Malans …

20.5.13 HOME

… nur ein paar Misthaufen

10. Mai 2013
Mist monatelang ungedeckt auf abgeerntetem Maisfeld

Mist monatelang ungedeckt auf abgeerntetem Maisfeld

“Wann endlich gibt es eine Diaschau Misthaufen im Feld 2012/13?”, wird Heidi immer wieder gefragt, denn an solchen Haufen fehlt es nicht. Das Problem ist, dass Heidi schon so viele Misthaufen fotografiert hat, dass ihr dieses Sujet ein bisschen verleidet ist. Weil die Haufen aber überall an Strassen und Wanderwegen herum liegen, sind doch ein paar im Fotospeicher gelandet, siehe Diaschau Misthaufen im Feld 2012/13.

Gerne hätte Heidi jenen Misthaufen in Maienfeld aufgenommen, auf welchem jeweils mehrere Weide-Rindviecher gleichzeitig herumtrampelten, doch er war am Tag vor Heidis Spaziergang verteilt worden. Auch die Krähen freuen sich über den Mist im Feld, denn er bietet ihnen reichlich Futter im Winter; man sieht oft grosse Schwärme auf dem noch dampfenden Mist.

Weitere Informationen:

24. Dezember 2013: Mist im Feld

Mistzwischenlager auf dem Feld

...leider sind die Krähen schon längst weg, wenn man sich mit dem Fotoapparat einem Misthaufen voller Krähen nähert...

… leider sind die Krähen schon längst weg, wenn man sich mit dem Fotoapparat einem Misthaufen voller Krähen nähert…

10.5.13 Home

WWF-Projektwettbewerb: Wer hat eine gute Idee?

8. Mai 2013
Wie kann die Biodiversität im Siedlungsraum gefördert werden? Das ist eines der sechs Themen des Projektwettbewerbs.

Wie kann die Biodiversität im Siedlungsraum gefördert werden? Das ist eines der sechs Themen des WWF-Projektwettbewerbs.

Das Innovationsteam des WWF Schweiz hat Heidi gebeten, Werbung für den soeben gestarteten Innovationswettbewerb zu machen. Gesucht werden Projektvorschläge mit einem grossen Wirkungspotential zu Themen, die für den WWF wichtig sind. Das Siegerprojekt wird vom WWF Schweiz finanziert (100’000 Franken!) und begleitet. Das sind die Themen:

  • Energieeffizienz – besonders Projekte zur Senkung des Stromverbrauchs.
  • Biodiversität im Siedlungsraum – Wie kann sie gefördert werden?
  • Milchproduktion – Ansätze, welche dazu führen, dass die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung und beim Konsum von Milchprodukten bis 2025 um mindestens 30 Prozent zurückgehen.
  • Landwirtschaft und Biodiversität – Wie kann die Biodiversität im ländlichen Raum gefördert werden?
  • Cleantech in der Berufsbildung – Ansätze für die Umsetzung in Berufsfachschulen und Ausbildungsbetrieben.
  • Finanzwirtschaft – Welche Innovationen könnten dazu beitragen, die Finanzwirtschaft nachhaltiger zu gestalten?

Ausführliche Informationen siehe Externer Projektwettbewerb

6. Mai – 26. Mai 2013: Ideeneingabe. Drei Wochen lang können auf innovation.wwf.ch Ideen eingegeben, kommentiert und verbessert werden.
27. Mai – 2. Juni 2013: erste Abstimmung. Die Community entscheidet, welche Ideen in die zweite Runde weiterkommen. Die Jury kann eine begrenzte Zahl von Wild Cards vergeben.

Heidi wünscht Ihren LeserInnen viel Erfolg.

8.5.13 HOME

Fotos: Ewig schmutziges Bächlein

24. April 2013
Nach einer Total-Sanierung des Bauernhofs und drei Nach-Sanierungen schäumt es weiter in Heidis Bächlein.

Nach einer Total-Sanierung des Bauernhofs 2008 und drei Nach-Sanierungen schäumt es weiter in Heidis Bächlein.

Seit Anfang März 2012 sollte gemäss Weisung der Gemeinde definitiv nur noch Meteorwasser fliessen … Das zweimal tägliche Ableiten des Milchzimmerabwassers ins Bächlein mit pH-Schub von einer Einheit hat aufgehört, doch seit dem 8. März 2012 schäumt das Bächlein mehr oder weniger regelmässig, eine neue Erscheinung! Auch die weitere Sanierung im Herbst 2012 nach Im Land wo Milch und Cola fliesst hat daran wenig geändert. Ein kleines Bächlein nur … ein Ewig schmutziges Bächlein, Diaschau. Abwasser gehört in Röhren, findet Heidi.

Erst im Herbst 2012 hatte Heidi realisiert, dass das “Meteorwasser” (im Sommer, wenn die Tiere auf der Alp sind) des 2008 erstellten Laufhofs via Mistsickerschacht ins Bächlein geflossen war, dies bis zum Gülle-Schock im März 2010. Also war das Ableiten des Mistsickerwassers ins Bächlein Anfang 1990er Jahre beim Stallbau geplant und bewilligt sowie beim Bau des Rinderstalls 2008 nicht beanstandet worden.

Die Rohrkrümmung im Laufhofabwasserschacht (Baujahr 2008) erlaubte bis März 2010 das Umstellen des Abwassers von Güllegrube zu Mistsickerschacht. Seit 2010 fliesst das Mistsickerwasser nicht mehr ins Bächlein. Vom Laufhofabwasserschacht aus wurde aber eine neue Leitung gelegt zu einem Schacht mit Überlauf ins Bächlein, dies obwohl der Laufhof-Umstellschacht am 27.3.10 (Gülle-Schock im März 2010) auf “Sommer” war, d.h. die Tiere im Laufhof waren. Weitere “Unfälle” waren also vorprogrammiert. Ein ganz normaler Bündner Bauernhof. Nachfolgend eine Fotoserie mit Eindrücken seit dem 8.3.12. Wann endlich wird das Bächlein sauber sein? Wo Vögel baden und Hirsche zur trinken…

Fotoserie 1

Fotoserie 1

Fotoserie 2

Fotoserie 2

Fotoserie 3

Fotoserie 3

Fotoserie 4

Fotoserie 4

Fotoserie 5

Fotoserie 5

Fotoserie 6

Fotoserie 6

24.4.13 HOME

Frühling …

14. April 2013
Winterträume werden wahr. Jeder Frühling ein zauberhafter Neuanfang. Das Buschwindröschen blüht noch bevor sich die Blätter der Bäume entfalten und ihm die Sonnenstrahlen wegnehmen.

Winterträume werden wahr. Jeder Frühling ein zauberhafter Neuanfang. Das Buschwindröschen blüht noch bevor sich die Blätter der Bäume entfalten und ihm die Sonnenstrahlen wegnehmen.

14.4.13 HOME

Grüsse vom Osterspaziergang

1. April 2013
... zur Erinnerung: Das Lagern von Siloballen ist auf Pufferstreifen verboten, d.h. 3 m Abstand von Gewässern, Waldrändern, Hecken und Feldgehölzen einhalten!

… zur Erinnerung: Das Lagern von Siloballen ist auf Pufferstreifen verboten, d.h. 3 m Abstand von Gewässern, Waldrändern, Hecken und Feldgehölzen einhalten! Das Problem ist, dass in vielen Kantonen die Gemeinden zuständig sind; mit anderen Worten: Vergehen werden kaum geahndet. Das ist KEIN Aprilscherz.

Matthias Diener hat zusammen mit dem Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Informationsdiensts, Markus Rediger, ein Merkblatt Siloballen schön in die Landschaft lagern verfasst, mit Foto-Wettbewerb. Es ist in der UFA-Revue 4 2013, Seiten 51 bis 54, erschienen.

1.3.13 HOME

Pflanze deinen subversiven Garten!

27. März 2013
Alte Osterkarte aus Amerika, dem Land der Träume: This Candy is for someone sweet and it's mighty good to eat! Nie hätte Heidi diese Zucker-Eilis gegessen, obwohl solche Süssigkeiten zu jener Zeit rar waren.

Alte Osterkarte von Verwandten aus Amerika: This Candy is for someone sweet and it’s mighty good to eat! Nie hätte Heidi diese Zucker-Eilis gegessen, obwohl solche Süssigkeiten zu jener Zeit rar waren.

Amerika, das Land der Träume, des Fortschritts, ein Vorbild mit Kratzern. Negative Auswirkungen des ungezähmten Wachstums sind denn auch sichtbar. Kreative Leute geben Gegensteuer und finden eine Plattform bei TED (Technology, Entertainment, Design), einer non profit Organisation mit dem Ziel, gute Ideen zu verbreiten. Die meisten Informationen sind auf Englisch, es gibt aber das “Open Translation Project” mit TED-Seiten auf Deutsch, jedeR kann mitmachen beim Übersetzen oder einen TED-Event organisieren; in der Schweiz sind für 2013 bisher 7 geplant, TEDx Events Switzerland. Über Landwirtschaft, Ernährung und Garten sind viele Videos abrufbar. Aufgefallen ist Heidi etwa Roger Doiron: My subversive (garden) plot, September 2011.

Roger Doiron ruft die Menschen zum Anpflanzen von Früchten und Gemüse auf; er hat Kitchen Gardeners International (KGI) gegründet mit Mitgliedern in 100 Ländern. Er war es auch, der die Obamas dazu animierte, ein Stück Rasen vor dem Weissen Haus in einen Pflanzblätz umzuwandeln. Ihr Beispiel sollte andere zum Gärtnern animieren. Das Bild von Michelle Obama mit dem Spaten in der Hand ging um die Welt, ihr Garten ist zur Touristenattraktion geworden. Der Gemüsegarten von Michelle Obama, Proplanta 18.8.12, Planting the seeds of a revolution, Boston Globe 27.3.09. Der Kampf gegen ungesunde Ernährung und Übergewicht sind ihre Hauptanliegen.

Die Vielfalt an Gemüse und Früchten im Garten der Obamas steht in krassem Gegensatz zur US Landwirtschaftspolitik, die nur ein paar wenige Produkte wie Fleisch, Eier, Mais… fördert. Roger Doiron findet: “Wir müssen etwas dagegen tun. Das ist skandalös. Mit Steuergelder werden grüne Autos und grüne Häuser unterstützt. Warum nicht ein Garten-Förder-Programm?”

Ja, warum nicht? Mit der Schweizer Agrarpolitik sieht es nicht anders aus. Im Ernährungsbericht 2012 des Bundesamts für Gesundheit heisst es Seite 27: “Die Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln belastet die Umwelt hinsichtlich benötigter Landfläche, Energie- und Wasserverbrauch sowie Ausstoss von Treibhausgasen bedeutend weniger, als dies bei der Produktion von Fleisch der Fall ist. Eine vegetarische Ernährungsweise kann in diesem Sinne zur Nachhaltigkeit beitragen.” Nachhaltigkeit wird in Art. 73 der Bundesverfassung gefordert. Heidi vermisst in der Agrarpolitik den Gesundheits- und teilweise auch den Nachhaltigkeitsaspekt: Zucker, Tabak und Alkohol sowie Fleisch und Milch im Übermass werden gefördert.

Die sich häufenden Lebensmittel-Skandale bewirken da und dort ein Umdenken: weniger Fleisch, weniger Restaurant-Verpflegung, bewusstes Einkaufen. Auf den niederösterreichischen Märkten sind Hühner und Küken zum Verkaufsschlager geworden: 1,5 Millionen Hühner leben laut einer Schätzung bereits in privaten Gärten, Eigene Hühner im Garten boomen NÖ ORF, 23.3.13 (Grünwolf 24.3.13). Vielleicht hat der Osterhase in Zukunft weniger Arbeit, wenn Gärten und Pärke zu Hühnerhöfen werden. Und anstatt weitgereistes Bio-Gemüse aus Spanien, Italien, China usw. vom Supermarkt nach Hause zu schleppen, könnte man Vorgärten, Hinterhöfe oder Rasenflächen in fruchtbare Gärten verwandeln mit Blumen für den Geburtstagsstrauss.

“Grow your subversive plot today!” ruft uns Roger Doiron zu. Wer keinen eigenen Garten hat? In der Gemeinde/Stadt nach geeignetem Land suchen, die Nachbarn fragen oder mit ein paar Töpfen auf dem Balkon beginnen! Und eine schweizerische Urban-Farming-Bewegung gründen mit LobbyistInnen im Bundeshaus.

So legte Roger Doiron einen Gemüsegarten an, Video The Lawn is Your Lawn begleitet vom Lied Your Land is your Land, Woody Guthrie, Bruce Springsteen.

Your Land ist your Land ist am Schluss des Films Food Inc. (Was essen wir wirklich) zu hören, einem US-amerikanischen Dokumentarfilm von Produzent und Regisseur Robert Kenner sowie den Journalisten Eric Schlosser und Michael Pollan aus dem Jahr 2008.

39 Videos zu Food auf TED

Der LOKALHELDIN hat Heidis Artikel gefallen. Sie kommt aus der Stadt, hat jetzt einen Garten, ist Köchin … und ruft auf zum “Local-Food-Day”.

30.3.13 HOME

Heidi zum Weltwassertag 2013

22. März 2013
Wir verlagern die Produktion von Lebensmitteln und Gütern in Länder mit weniger strikten Gesetzen und verschmutzen dort die Gewässer.

Wir verlagern die Produktion von Lebensmitteln und Gütern in Länder mit weniger strikten Gesetzen und verschmutzen dort die Gewässer. Leserfoto aus China.

Der Tag des Wassers, so meint Heidi, soll zum Nachdenken anregen. Wie verschmutzen wir das Wasser? Zum Beispiel Reinigungsmittel, Körperpflege, Auswahl der Nahrungsmittel? Wieviel Wasser importieren wir in Form von Gütern? Welche exportierten Abfälle verschmutzen wo das Wasser? Jedes Jahr gelangen weltweit mehr als 6 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Er gefährdet Seevögel, Fische und Meeressäuger: Ostsee-Fischer beklagen Müll im Meer, Proplanta 20.3.13 via Grünwolf. Welchen Einfluss auf unseren Lebensraum hat unser Energiehunger, etwa im Rahmen der gelockerten Umweltvorgaben für die Wasserkraftnutzung? Moorlandschaft darf überflutet werden, unter diesem Titel berichtete die NZZ über den Entscheid des Ständerats vom 19.3.13.

Karen McRae, eine kanadische Fotografin und Künstlerin, befasst sich in ihrem WordPress-Blog fast ausschliesslich mit Wasser. Sie hat zum Weltwassertag auf das Buch Ocean of Life von Callum Roberts, Professor an der University of York, aufmerksam gemacht. The New York Times schrieb darüber: “A Silent Spring for oceans, written by ‘the Rachel Carson of the fisch word’.”, siehe World Water Day.

Der 22. März ist seit 1993 der Weltwassertag. Er wurde in der Agenda 21 der Vereinigten Nationen (UNO) vorgeschlagen. Die Generalversammlung der UNO hat das Jahr 2013 zum Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser erklärt.

Am 20. Juni 2008 wurde in der Schweiz der Verein Wasser-Agenda 21 gegründet, ein Netz der Schweizer Wasserwirtschaft. Fachleute aus verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichen Interessen diskutieren über wichtige Wasser-Themen, suchen Lösungen für Probleme und machen sich Gedanken über die Zukunft der Wasserwirtschaft. Zum Tag des Wassers 2013 hat die Wasser-Agenda 21 zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) in Bern eine Fachtagung organisiert: Wasser überwindet Grenzen – Beispiele und Chancen der Zusammenarbeit in der Schweiz. Vorgestellt werden gute Beispiele aus der Schweiz und aus der Entwicklungszusammenarbeit (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA).

Internationales Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser, Schweizer Internetauftritt

Die Schweiz engagiert sich im UNO-Jahr der Zusammenarbeit im Wasserbereich, Medieninformation BAFU

Blick in die Zukunft mit einem Hauch von Nostalgie: schöne Landschaften, sauberes Wasser.

Blick in die Zukunft mit einem Hauch von Nostalgie: schöne Landschaften, sauberes Wasser.

22.3.13 HOME


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