Wasserbotschafter Bromeis zügig unterwegs

21. Juli 2014
Der Rhein wird zur Stromgewinnung genutzt. Bromeis und sein Team mussten am Sonntag 20.7.14 mit dem Boot drei Stauwerke umgehen, was jedes Mal viel Muskelkraft und rund drei Viertelstunden Zeitverlust bringt. Foto: Das blaue Wunder

Der Rhein wird zur Stromgewinnung genutzt. Bromeis und sein Team mussten am Sonntag 20.7.14 mit dem Boot drei Stauwerke umgehen, was jedes Mal viel Muskelkraft und rund drei Viertelstunden Zeitverlust bringt. Foto: Das blaue Wunder.

Ein Viertel der Länge des Rheins hat Ernst Bromeis bisher von der Quelle her schwimmend zurückgelegt, d.h. 329 km. Zur Erinnerung: Die Botschaft der Expedition 2014 lautet «Der freie Zugang zu sauberem Wasser muss global als Menschenrecht anerkannt werden». Die sich laufend ändernden Bedingungen im Wasser des Rheins sind in den täglichen Berichten auf der Website Das Blaue Wunder eindrücklich dokumentiert.

Beim Start am Lago di Dentro betrug die Wassertemperatur 4 Grad. Viel Wasser, Geschiebe und Sand führte der Fluss in der Rheinschlucht “… er war so trüb, dass der Sand in alle Ritzen geht.” Über grosse Strecken lag die Wassertemperatur unter 10 Grad. Nur langsam wurde es wärmer. Am Bodensee dann zuerst Gegenwind und Wellen, dann der erste warme Tag. 17.7.14: “Nach fünf Tagen im weiten Bodensee querte Ernst heute die Enge zwischen Kreuzlingen und Konstanz. Auf wenigen Metern Breite muss hier all das Wasser durch, das nach den Niederschlägen der letzten Woche die Flüsse zum See hat anschwellen lassen. Kein Wunder, dass es hier zugeht wie in einer Waschmaschine: Wellen von allen Seiten schlagen auf Ernst ein; er ist froh, als er den Rhein-Kilometer «Null» hinter sich hat.”

Die Strecke von Schaffhausen bis zum Rheinfall war gezwungenermassen ein Fussmarsch. Dann folgt eine schöne Strecke: “Grüne und verwachsene Stellen erinnern manchmal fast an einen Urwald. Sie wechseln sich ab mit kleinen Ortschaften, schönen Kirchen. Eine Landschaft wie aus dem Ferienprospekt.” Gestern Sonntag war es dann kühler, und der Rhein war ein reissender Strom: “Stellenweise ist er auch für das professionelle Team um Ernst Bromeis eine echte Herausforderung.”

Heidi ist gespannt wie es weitergeht. Gute Reise!

21.7.14 HOME

Neonicotinoide: Another Silent Spring?

16. Juli 2014
Werden die Verantwortlichen ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für die Natur entscheiden ...?

Werden die Verantwortlichen ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für die Natur entscheiden …?

Soeben eingetroffen ist der Artikel von George Monbiot
Another Silent Spring?

Sorgfältig wie immer stellt er Fachliteratur zum Thema zusammen, in diesem Fall sind es die Neonicotinoide. Auf deren Schädlichkeit für Wasserorganismen hat Heidi schon mehrmals aufmerksam gemacht.

Wir hätten die Wahl, schreibt George. Wir könnten zuwarten und schauen, ob eine wirkungsvolle Gruppe von Bayer- und Syngenta-Pestiziden tatsächlich ganze Ökosysteme zerstört, oder wir verwenden diese Pflanzenschutzmittel nicht mehr bis sachgerechte Versuche durchgeführt sind. Die Natur gegen zwei Chemiefirmen: Wie schwierig kann das bloss sein?

Werden die PolitikerInnen den Wünschen der Lobbyisten erliegen oder die Natur schützen?

Neonicotinoide: Wasserlebewesen verhungern, Heidis Mist, 3.6.14

16.7.14 HOME

Mit Gift gegen Unkraut am Strassenrand

13. Juli 2014
Trockenheit ... ?

Trockenheit … ?

Die Verwendung von Herbiziden ist gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) auf und an Strassen, Wegen und Plätzen verboten sowie auf Dächern, Terrassen und auf Lagerplätzen. Dies zum Schutze der Gewässer und des Grundwassers. Für den Vollzug sind in vielen Kantonen die Gemeinden zuständig, etwa in Graubünden, St. Gallen, Tessin …

Heidi hat in ihrem Artikel Pestizide oder Insekten-WG? geschrieben, dass sie am 16.6.14 Gemeindeangestellte beim Spritzen von Unkrautvertilgungsmitteln an einer entwässerten Strasse gesehen hat. Natürlich wusste sie nicht, ob die gespritzte Flüssigkeit tatsächlich ein Herbizid enthielt. Doch im Laufe der Zeit starben die Pflanzen ab, woraus Heidi schliesst, dass gesetzeswidrig Herbizide verwendet wurden. So ist denn die Gemeinde für den Vollzug von Gesetzen zuständig, welche sie selber bricht.

Herbizidverbot auf Wegen und Plätzen ist bei Gartenbesitzern weitgehend unbekannt, Medienmitteilung Bundesamt für Umwelt vom 22.10.10

... oder doch nicht Trockenheit ... ?

… oder doch nicht Trockenheit … ?

... eher nicht Trockenheit ... ?

… eher nicht Trockenheit … ?

... Trockenheit hört vor Zierpflanzen auf ... was soll das bedeuten ... ?

… Trockenheit hört vor Zierpflanzen auf … was soll das bedeuten … ?

... die feinen Pflänzchen an dieser Mauer sind innert eines Monats fast ganz verschwunden ...

… die feinen Pflänzchen an dieser Mauer sind innert eines Monats fast ganz verschwunden …

... Galium haben die Gemeindearbeiter nicht ganz getroffen ...

… Galium haben die Gemeindearbeiter nicht ganz getroffen …

... eindeutige Spuren von Herbizid an einem Schacht ... Übrigens, es hat doch in letzter Zeit regelmässig geregnet.

… eindeutige Spuren von Herbizid an einem Schacht … Übrigens, es hat doch in letzter Zeit regelmässig geregnet.

13.7.14 HOME

Deutschland: Zuviel Nitrat im Wasser

11. Juli 2014
Das Ausbringen von Gülle bei Regen oder auf wassergesättigten Boden ist eine grosse Verschmutzungsgefahr für Oberflächengewässer (Abschwemmung) oder Grundwasser (Auswaschung).

Das Ausbringen von Gülle bei Regen oder auf wassergesättigten Boden ist eine grosse Verschmutzungsgefahr für Oberflächengewässer (Abschwemmung) oder Grundwasser (Auswaschung).

Ein Gewässerschützer soll vor Jahren gesagt haben, man müsse die Gewässer zu ihrem Schutz verrohren. Zahlreich sind denn auch die Meldungen, welche über verschmutzte Gewässer (Oberflächengewässer und Grundwasser) bei Heidi eintreffen. Die neueste Meldung stammt von der Europäischen Kommission. Sie hat am 10.7.14 Deutschland erneut ermahnt, stärker gegen die Verunreinigung von Wasser durch Nitrat vorzugehen. Somit hat sie die zweite Stufe im laufenden Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet und kann im nächsten Schritt Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen, wenn Deutschland nicht binnen zwei Monaten reagiert.

An 50,3% der deutschen Messstellen wird der Grenzwert für Nitrat überschritten. Sorge bereitet auch die starke Verschmutzung der Oberflächengewässer und der Ostsee. Die Entfernung von Nitrat aus dem Trinkwasser verursacht zudem hohe Kosten. Deutschland habe nicht genug für die Reduzierung oder Prävention der Nitratbelastung getan. Das EU-Umweltrecht schreibe dies aber vor.

Ausführliche Informationen: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland, Meldung vom 10.7.14 Nitratbelastung im Grundwasser: Kommission fordert Deutschland zum Handeln auf. Quelle: Grünwolf

EU zeigt Gelbe Karte wegen deutscher Untätigkeit bei Nitraten, Lebensraum Wasser, Siegfried Gendries, 13.7.14

11.7.14 HOME

Wassertemperatur im Bach schwankt weniger nach Revitalisierung

10. Juli 2014
Wassertemperatur im Chriesbach vor der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Mitte März 2013.

Wassertemperatur im Chriesbach vor der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Mitte März 2013.

Wassertemperatur im Chriesbach nach der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Ende November 2013.

Wassertemperatur im Chriesbach nach der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Ende November 2013.

Heidi hat den revitalisierten Chriesbach im Mai vorgestellt: Fest für den revitalisierten “Eawag-Bach”. Anne-Marie Kurth und Mario Schirmer vom Wasserforschungs-Institut Eawag untersuchen in einem RECORD-Projekt den Einfluss der Revitalisierung auf den Zufluss von Grundwasser in den Chriesbach. Die bisherigen Ergebnisse fassen sie wie folgt zusammen:

  • A) Vor der Revitalisierung ändert sich die Wassertemperatur stark: Nachts ist sie kälter, tagsüber wärmer; kein oder nur sehr wenig Grundwasser fliesst in den Chriesbach.
  • B) Nach der Revitalisierung ist das Wasser deutlich wärmer, und die Temperatur schwankt weniger; es fliesst mehr Grundwasser in den Chriesbach. Die Temperatur im Bach entspricht etwa jener des Grundwassers, sie beträgt 10 Grad Celsius.

Für Wasserlebewesen sind die Bedingungen viel besser geworden. Nur Spezialisten ertrugen diese extremen Temperaturschwankungen. Gemessen hat die Forscherin vor der Revitalisierung im Frühling, nach der Revitalisierung im Herbst. Sie ist aber überzeugt, dass die saisonalen Unterschiede nur einen minimalen Einfluss auf das Resultat haben.

Neue Ergebnisse zu diesem Forschungsprojekt

Die Interpretation von Forschungsergebnissen ist nicht immer einfach. Manchmal freut man sich zu früh. Anne-Marie Kurth hat am Projekt weitergearbeitet und bittet postwendend um eine Ergänzung: “Inzwischen hatte ich Zeit, weitere Messungen am Chriesbach durchzuführen. Diese haben gezeigt, dass die geringeren Temperatur-Schwankungen im Chriesbach eher durch geringere Schwankungen der Luft-Temperatur während der Messung verursacht wurden, nicht durch einen verbesserten Grundwasserzustrom durch die Revitalisierung.

Ob die Revitalisierung den Austausch von Grund- und Oberflächenwasser verbessert hat, wird sich erst nach der Analyse weiterer Daten zeigen.” Heidi wird darüber berichten.

*****

Das Folgende ist zu lesen auf der Webseite Chriesbach Dübendorf: Aufwertung für Natur und Erholung:

“Sauberes Grundwasser, sauberes Trinkwasser

Je abwechslungsreicher ein naturnahes Fliessgewässer ist, desto besser kann es organische Schadstoffe abbauen und sich so selbst reinigen. Aus natürlichen Bach- und Flussbetten versickert mehr Wasser in den Untergrund. Dort wird es gefiltert, als Grundwasser gespeichert und dient uns als kostbares Trinkwasser.”

Neue Webseite Revitalisierung Chriesbach

10.6.14 HOME

Wasserbotschafter Ernst Bromeis startet zur «Expedition 2014»

7. Juli 2014
Ernst Bromeis am Rhein. Foto Rolf Canal

Ernst Bromeis am Rhein. Foto Rolf Canal

Soeben im Postfach eingetroffen ist die folgende Medieninformation, Heidi hat ein paar Links hinzugefügt:

Lukmanierpass, 7. Juli 2014. Der Bündner Wasserbotschafter und Langstreckenschwimmer Ernst Bromeis ist zum zweiten Mal aufgebrochen, den Rhein zu durchschwimmen. Mit seiner «Expedition 2014» durch Europa wirbt Bromeis für den nachhaltigen Umgang mit dem Lebenselement Wasser und das Menschenrecht auf freien Zugang zu sauberem Wasser.

Bromeis (46) startete am Montagmorgen am Lago di Dentro am Lukmanierpass – dem von der Mündung in Holland am weitesten entfernten Punkt des Rheins. Die erste grosse Herausforderung bildete das Durchschwimmen des drei Kilometer langen Stausees auf dem Lukmanierpass. Auf seiner 1247 Kilometer langen Expedition von den Alpen Richtung Norden wird er von einem Kanuten, einem Logistiker, einem Rheinkapitän und einer Dokumentarfilmerin begleitet.

«Der freie Zugang zu sauberem Wasser muss global als Menschenrecht anerkannt werden», fasst Bromeis die Botschaft zusammen, die er mit seiner Expedition 2014 bewerben will. «Wasser verbindet alle Menschen schicksalshaft – das müssen wir respektieren und für alle Menschen durchsetzen.»

Ernst Bromeis ist Gründer und Inhaber von «Das blaue Wunder». Seit 2008 wirbt er als Langstreckenschwimmer mit Aufsehen erregenden Aktionen für den nachhaltigen Umgang mit Wasser. Nebst den Schwimm-Expeditionen organisiert Bromeis die UNO-Weltwasserwoche in Scuol, engagiert sich als Referent und ist Promotor eines Weltwasserzentrums «Pol des Wassers» im Engadin.

Im Mai 2012 hatte Bromeis schon einmal versucht, den Rhein zu durchschwimmen. Gesundheitliche Schwierigkeiten, die auf extreme Temperaturen zurückzuführen waren, raubten ihm aber zu viel Kraft, so dass er das Vorhaben in Breisach nach Basel aufgeben musste. Bereits 1969 hatte der Deutsche Klaus Pechstein den Rhein ab Ilanz durchschwommen. Ilanz ist die erste Stadt am Rhein – sie liegt 57 km von der Quelle flussabwärts.

Heidi wünscht Ernst schönes Wetter und alles Gute auf der langen Reise nach Holland.

In seinem Blog wird Ernst Bromeis immer wieder über seine Expedition berichten.
Web: www.dasblauewunder.ch

Er verschickt auch einen Newsletter, Anmeldung: http://63258.seu1.cleverreach.com/f/63258-131468/

Unter folgenden Adressen sind weitere Informationen zu seiner Expedition 2014 zu finden:

Facebook: www.facebook.com/ernst.bromeis

Twitter: twitter.com/ErnstBromeis

Youtube: youtube.com/user/dasblauewunder2012

Flickr: flickr.com/dasblauewunder

Leitthema der 2. UNO-Weltwasserwoche 2014 war die Frage Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung? Weitere Informationen auf Heidis Mist, 16.3.14.
Wasser: Trage ich eine individuelle Verantwortung?

Ernst Bromeis wird auf seiner Expedition 2014 auch durch die Rheinschlucht schwimmen.

Ernst Bromeis wird auf seiner Expedition 2014 auch durch die Rheinschlucht schwimmen.

7.7.2014 HOME

Assholes: Theorie eines Philosophie-Professors

2. Juli 2014
Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvin, erklärt in seinem Buch "Assholes" seine Theorie über Arschlöcher und wie mit ihnen umzugehen ist.

Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvin, erklärt in seinem Buch “Assholes” seine Theorie über Arschlöcher und wie mit ihnen umzugehen ist.

Wer hat sich nicht schon über Arschlöcher geärgert? Beim Stöbern in The Bookshop von Orell Füssli in Zürich hat Heidi ein Buch mit eben diesem Titel gefunden: Assholes – A Theory, geschrieben von Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvine. Eine deutsche Version ist im März 2014 im Verlag Riemann erschienen: Arschlöcher – Eine Theorie . Es eignet sich hervorragend als Ferien-Lektüre. Trotz philosophischer Hintergrund-Informationen ist es einfach zu lesen.

Wer ist ein Arschloch:

  1. Jemand, der sich regelmässig Vorteile verschafft.
  2. Er macht dies aus einem tief verwurzelten Gefühl heraus, dass ihm dies zusteht.
  3. Dieses Gefühl der Berechtigung immunisiert ihn vollständige gegen Beschwerden anderer.

Arschlöcher seien – so James – ausgesprochen ärgerliche Personen, aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten typischerweise Männer. Sie würden Gefühle wie Ohnmacht, Angst und Wut hervorrufen. Eine gute Theorie könnte hilfreich im Umgang mit ihnen sein, denn sie erleichtere das Einschätzen der Situation: Wann soll man dem Arschloch Widerstand leisten, und wann soll man es besser ignorieren. Seine Tipps sind allgemein gehalten und, wie er selber zugibt: Es ist schwierig, sich mit diesen Leuten zu verständigen, da sie gar nicht zuhören und auch nicht begreifen, was man kritisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich ändern, ist gering.

Es gibt verschiedene Typen von Arschlöchern, etwa die rüpelhaften, die arroganten oder selbstherrlichen. Dann Chefs, die diese Bezeichnung verdienen, Präsidenten, Könige … oder Beamte, welche ihre Macht missbrauchen. In neuerer Zeit machen sie sich immer stärker in den Medien breit. Informationen zur Meinungsbildung seien fundamental in einer demokratischen Gesellschaft, stattdessen bekämen wir die Meinung eines einzelnen Arschloches zu hören. Banker seien überzeugt, dass Ihnen die riesigen Boni zustünden, dies obwohl Schätzungen gezeigt hätten, dass die Banken die sozialen Kosten der letzten Krise nicht hätten bezahlen können.

Interessant ist James Blick in die Vergangenheit, hingegen beunruhigend jener in die Zukunft. Denn es gibt nicht nur das einzelne Arschloch oder kleine Ansammlungen davon, sondern er definiert auch den Arschloch-Kapitalismus (Nimm was du kriegen kannst!). Dieser würde die wichtigsten Punkte des Kapitalismus zunichte machen:

  1. Bevorteilung: Der Arschloch-Kapitalismus verstärkt expansive Ansprüche (z.B. auf unbegrenzte persönliche Bereicherung, ohne Rücksicht auf soziale Kosten), und fördert somit das Arschloch-Denken.
  2. Mangelnde Steuerung: Es fehlt ein zuverlässiges System zum Einschränken der Fülle von Arschlöchern (z.B. Familie oder Rechtsstaatlichkeit werden durch das Gefühl berechtigt zu sein ausgeschalten) und
  3. Destabilisierung: Die resultierende Fülle von Arschlöchern untergräbt die Zusammenarbeit, welche nötig ist, damit das kapitalistische System gemäss den Grundwerten funktioniert (wie Freiheit, Chancengleichheit und allgemeiner Wohlstand). Das System wird schlechter oder zerfällt.

Die USA seien auf der Kippe zum Arschloch-Kapitalismus, während Italien bereits dazu zähle bzw. Auswege daraus suche.

Warum sollen wir uns mit Arschlöchern befassen und den Empfehlungen James folgen? “Weil Arschlöcher von uns verlangen, das Unakzeptable zu akzeptieren …”, weiterlesen im Buch …

On Assholes, Blog von Aaron James

Aaron James Theory of Assholes, Eric Schwitzgebel Philosophie-Professor an der University of California, Riverside. In einem Kommentar zum Artikel verweist Carl M. auf den Dunning-Kruger-Effekt: Als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet man gemäss Wikipedia eine Spielart der kognitiven Verzerrung, nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen.

2.7.14 HOME

Reldan 22 in der Schweiz erlaubt, in Deutschland (noch) verboten

24. Juni 2014
Das Insektizid Reldan 22 wird z.B. im Getreideanbau gegen das Getreidehähnchen eingesetzt. Es ist ein breit wirksames Insektizid. Einsatzgebiete: Kernobst- und Rebbau, Getreide, Raps, Gewächshauskulturen, Zierpflanzenanbau und gegen den Buchsbaumzünsler.

Das Insektizid Reldan 22 wird z.B. im Getreideanbau gegen das Getreidehähnchen eingesetzt. Es ist ein breit wirksames Insektizid. Einsatzgebiete: Kernobst- und Rebbau, Getreide, Raps, Gewächshauskulturen, Zierpflanzenanbau und gegen den Buchsbaumzünsler.

“Die Aufregung war groß, als Angelika Leistikow, Leiterin des NABU-Arbeitskreises Hornissenschutz, erfuhr, dass auf Grünlandflächen in der Nähe von Wipperfürth-Thier und Wipperfeld (Nordrhein-Westfalen) ein Insektizid zu Versuchszwecken ausgebracht werden sollte. Das Insektizid RELDAN 22, mit dem Wirkstoff Chlorpyrifos-methyl ist derzeit in Deutschland für die normale Anwendung in der Landwirtschaft offenbar nicht zugelassen. Das soll sich jetzt ändern: Ein Forschungsinstitut aus Leverkusen sollte – im Auftrag eines global agierenden Pestizid-Unternehmens – im Oberbergischen testen, wie das Insektizid auf verschiedene Mäusearten wirkt… Laut technischem Datenblatt für RELDAN 22 führt eine Dampfphase des Giftstoffes dazu, dass auch nicht bespritzte Randflächen kontaminiert werden… Im ursprünglich geplanten Testgebiet sind die Giftversuche nach jetzigem Stand gestoppt, denn im Wasserschutzgebiet ist Giftausbringung verboten…”, NABU Oberberg ist besorgt wegen des Insektizid-Versuchs bei Wipperfürth, Oberberg-Nachrichten vom 23.6.14.

In der Schweiz ist Reldan 22 für verschiedene Kulturen zugelassen: Kernobst, Reben, Gewächshaus, Getreide, Raps, Buchsbäume, Zierpflanzen. Reldan 22 ist gemäss den Angaben im Pflanzenschutzmittelverzeichnis gefährlich für Bienen und Wasserorganismen. Das Insektizid wirkt gegen Schädlinge wie Käfer, Läuse, Falter, Wanzen, Zikaden, Wespen, Mücken, Thripse… Heidi nimmt daher an, dass Reldan 22 sehr viele unterschiedliche Insekten tötet, nicht nur die Schädlinge, welche die Bauern vernichten möchten.

Werden die 13 Auflagen und Bemerkungen zum Produkt eingehalten? Zum Beispiel der Abstand zu Oberflächengewässern für Obstkulturen, Reben, Buchsbäume und Zierpflanzen von 50 m? Oder 20 m bei Getreide und Raps? Wie immer gibt es Ausnahmen: “… Ausnahmen gemäss den Weisungen des BLW“. “Wo findet man diese Weisungen?, frägt sich Heidi. Eine regelmässige amtliche Kontrolle gibt es nicht.

Für Obst- und Weinbau gilt: “… Darf nicht mit blühenden oder Honigtau aufweisenden Pflanzen (z.B. Kulturen, Einsaaten, Unkräutern, Nachbarkulturen, Hecken) in Kontakt kommen. Blühende Einsaaten oder Unkräuter sind vor der Behandlung zu entfernen (am Vortag mähen/mulchen). ” Übrige Kulturen ohne Gewächshaus: “Darf nicht mit blühenden oder Honigtau aufweisenden Pflanzen (z.B. Kulturen, Einsaaten, Unkräutern, Nachbarkulturen, Hecken) in Kontakt kommen.” Diese Forderungen sind einmal mehr praxisfremd, auch beim besten Willen der Bauern nicht korrekt umsetzbar. Schon der kleinste Windstoss stösst die gute Absicht um.

NABU Oberberg traut den Behörden nicht und ist besorgt … Heidi meint: Auch in der Schweiz muss man den Behörden genau auf die Finger schauen. Haben Sie schon einmal im Pflanzenschutzmittelverzeichnis geblättert?

Grüne sehen Kreis in der Pflicht, Bergische Landeszeitung vom 22.6.14. Danke Grünwolf für den Hinweis.

Larven des Rapsglanzkäfers

Larven des Rapsglanzkäfers

Nachtrag: Reldan 22 ist gemäss Hersteller in Deutschland für die Bekämpfung des Rapsglanzkäpfers zugelassen. Der Feldversuch sei im Hinblick auf eine Neuzulassung geplant. Heidi hat dieses Produkt aber im Deutschen Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis nicht gefunden, siehe Raps/Rapsglanzkäfer. Der Wupperverband, der die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands betreibt, erfuhr durch eine Anfrage der Bergischen Zeitung vom geplanten Versuch und intervenierte beim Auftraggeber der Studie, der dann den Auftrag zurück zog, Bergische Landeszeitung, Pestizid-Versuch ist gestoppt, 18.6.14.

Medieninformation des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vom 3.4.7, BVL wirkt an Strategie zur Bekämpfung resistenter Rapsglanzkäfer mit: “… Beide Mittel sind daher nur im Fall einer drohenden Gefahr eines starken Befalls nach einem Warndiensthinweis durch die amtlichen Dienste der Länder anzuwenden… Im Mittelpunkt steht dabei die Einhaltung der Bienenschutzverordnung, da sowohl Ultracid 40 wie Reldan 22 bienengefährlich sind. Verstöße gegen diese Verordnung können mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Das BVL hat ferner daran erinnert, dass gemäß dieser Verordnung ein Bestand bereits dann als blühend zu verstehen ist, wenn in diesem nur eine blühende Pflanze, egal welcher Art, aufzufinden ist.

Eine Sonderbewilligung wurde erteilt, siehe Kleine Anfrage an den Deutschen Bundestag und Antwort der Bundesregierung, Auswirkungen der Bekämpfungsmethoden des Rapsglanzkäfers auf die Bienen und die Imkerei, 28.3.7. Resistenzbildung ist ein uraltes Problem!

Nachtrag 19.7.14: Flächen für Gift-Test ein Irrtum? Bergische Landeszeitung vom 18.7.14. “Nach der Gemeinde Lindlar hat nun auch die Gemeinde Kürten bei den Aufsichtsbehörden interveniert und Aufklärung verlangt. Dabei wurde offenbar klar, dass die Flächen nahe der Großen Dhünn-Talsperre praktisch „aus Versehen“ für den Versuch vorgesehen worden sind … Das Bundesamt hatte nach Darstellung der beiden Verwaltungen in Lindlar und Kürten die Genehmigung erteilt und gemäß Gesetz dem Pflanzenschutzdienst NRW mitgeteilt. Die betroffenen Gemeinden erfuhren zunächst nichts davon: Eine Hinweispflicht gegenüber Kommunen besteht nicht.

24.6.14 HOME

Wägitaler Aa: Wo bleibt das Restwasser?

22. Juni 2014
Kein Wasser in der Wägitaler Aa. Ohne Wasser kein Leben.

Kein Wasser in der Wägitaler Aa. Ohne Wasser kein Leben.

Wird einem Bach oder Fluss Wasser entnommen, muss seit 1992 Restwasser im Gewässer bleiben. So staunte Heidi nicht schlecht, als sie am 15.6.14 vor der Wägitaler Aa stand: Viele Steine, kein Wasser. Da und dort ein Tümpel in welchem das Wasser stand, nicht floss. Eine Ausnahmesitutation oder systematisches Fehlen von oberirdischem Wasser? Heidis Nachforschungen haben ergeben, dass dieser Anblick nicht aussergewöhnlich ist.

Das mit Steuergeldern revitalisierte Lachner Aahorn ist ohne sichbares Wasser. So können sich Flora und Fauna nicht entwickeln.

Das mit Steuergeldern revitalisierte Lachner Aahorn ist ohne sichbares Wasser. So können sich Flora und Fauna nicht entwickeln.

Am 27.10.10 hatte das Umweltdepartement des Kantons Schwyz eine Medieninformation verschickt, Projekt Lachner Aahorn abgeschlossen: “Der Turm steht, der Steg und die Informationstafeln sind montiert und die Revitalisierung des Deltas ist abgeschlossen. Nach 11 Monaten Bauzeit wurde das Projekt Lachner Aahorn feierlich eröffnet…”. Wenn’s ums Feiern geht, sind alle gerne dabei, wenn es jedoch gilt, Gesetzte durchzusetzen, dann ist plötzlich niemand mehr aktiv, in diesem Fall weder beim Kanton Schwyz noch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU). Keine befriedigende Antwort auf kritische Fragen, dies die Erfahrung des Schwyzer Umweltrats, in welchem alle im Kanton SZ aktiven Umweltorganisationen vereint sind wie Pro Natura, WWF… Der Umweltrat kämpft schon lange für Restwassermengen und gegen die extremen Schwankungen des Wasserstand, den Schwall- und Sunkbetrieb der AG Kraftwerk Wägital; Das Kraftwerk Wägital, Nextroom, Aldo Rota, Prof. Dr. sc. techn., dipl. Werkstoffing. ETH/SIA. Die Wägitaler Aa sei saniert, so heisst es von Amtsseite, doch die Karten werden nicht offengelegen. Was Heidi gesehen hat, das ist kein sanierter Fluss. Falschinformation ist eine weit verbreitete Taktik.

Wenn das Wasser kommt, dann ist dies nicht nur eine Gefahr für den Menschen, sondern v.a. für die Tiere und Pflanzen, die nicht flüchten können.

Wenn das Wasser kommt, dann ist dies nicht nur eine Gefahr für den Menschen, sondern v.a. für die Tiere und Pflanzen, die nicht flüchten können.

Unter dem mangelnden Vollzug der Kantone und der unzulänglichen Oberaufsicht des BAFU leidet die Umwelt. Was tun? Hartnäckig und energisch den Gesetzesbrechern ihre Aufgaben auf den Tisch legen. Im vorliegenden Fall zahlten wir mit Steuergeldern (Kanton und Bund) eine Flussdelta-Revitalisierung, doch es ist kein Wasser im Fluss! Nun gilt es, das Selbstverständliche beim Kanton Schwyz einzufordern: Das Einhalten der Gesetze durch die Wägitaler Kraftwerke! Immer wieder müssen sich Umweltorganisationen und Private um Missstände kümmern. Das wäre eigentlich Aufgabe der Ämter, meint Heidi.

Danke, lieber Leser, für die Korrektur. Wägital schreibt sich mit einem “g”!

22.6.14 HOME

Pestizide oder Insekten-WG?

18. Juni 2014

Einmal mehr ist Heidis Briefkasten voll von Meldungen über negative Wirkungen von Pestiziden, etwa die Medieninformation des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), Leipzig, vom 16. Juni 2014 Europäische Gewässer stärker durch Chemikalien belastet als bislang angenommen, Ergebnisse einer Studie des Instituts für Umweltwissenschaften Landau und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) mit Kollegen aus Frankreich (Universität Lorraine und EDF) und der Schweiz (Eawag). Organic chemicals jeopardize the health of freshwater ecosystems on the continental scale, Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 16.6.2014. Die tatsächliche Situation der europäischen Gewässer sei vermutlich noch schlechter als die Ergebnisse der Studie zeigten. Zu diesem Thema gäbe es viel zu schreiben.

Oder Heidi könnte beschreiben wie Gemeindeangestellte am Montag Strassenrand-Pflanzen mit Unkrautbekämpfungsmitteln besprayt haben. Es war eine durch Schächte entwässerte Strasse nota bene. Wissen sie nicht, dass dies gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung verboten ist? Oder tun sie es trotzdem?

Lieber berichtet Heidi heute von einer Insekten-Wohngemeinschaft. Als sie nämlich einen Vogelkasten reinigen wollte, flog eine Hornisse hinein und kam bald wieder heraus. Zuvor hatte Heidi eine Gallische Wespe beim Einflugloch gesehen. Als sie dann den Kasten öffnete war klar: Diese Insekten bauen hier ein Nest. Doch was bewegt sich im Moos? Und schon kam eine Hummel zum Vorschein und flog weg. Später sah Heidi eine Larve auf dem Moos. Drei verschiedene Insektenarten hausen im Vogelkasten! Es gibt so viel zu beobachten.

Nestbau: links Gallische Wespe, rechts Hornisse

Nestbau: links Gallische Wespe, rechts Hornisse

Unter dem alten Vogelnest haust eine Hummel

Unter dem alten Vogelnest haust eine Hummel.

Larve im Vogelnest

Larve im Vogelnest

18.6.14 HOME


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