Glückliche Schweine, Ziegen, Schafe…?

31. Oktober 2014
Die Grossverteiler zeigen uns Woche für Woche Bilder von paradiesischen Zuständen in der Fleischproduktion, während der Bund seinen Verpflichtungen zur Information über die Tatsachen nicht nachkommt. Foto Heidi: Coopzeitung vom 28.10.14.

Die Grossverteiler zeigen uns Woche für Woche Bilder von paradiesischen Zuständen in der Fleischproduktion, während der Bund seinen Verpflichtungen zur Information über die Tatsachen nicht nachkommt. Foto Heidi: Coopzeitung vom 28.10.14.

Der Schwarze Peter wird regelmässig herum geschoben, wenn es um das Wohl bzw. mangelnde Wohl von Nutztieren geht. Die KonsumentInnen sind schuld, die Direktzahlungen, die ProduzentInnen, die Gesetze, der Vollzug … “Gemäss Artikel 5 Absatz 2 des Tierschutzgesetzes ist der Bund verpflichtet, die Bevölkerung über Tierschutzfragen zu informieren. Dennoch weiss sie nachweislich wenig darüber, wie Tiere gehalten werden.” heisst es in der Interpellation 14.3822 von Bastien Girod vom 25.9.14: Schweine-Report. Welche Konsequenzen ziehen?

Wer weiss schon, dass Schweine, Kälber und Rinder gemäss Tierschutzverordnung keinen Auslauf ins Freie haben müssen? Und Schafe und Ziegen? Sie verschwinden oft über Winter in dunklen Ställen.

Der Schweizer Schweine-Report von tier-im-fokus.ch (TIF) zeigt Missstände im Vollzug und auf Gesetzesebene. Bedenklich ist, dass sich auch ein Vorstandsmitglied von Suisseporcs nicht an das Tierschutzgesetz hält und seine Käufer erst noch betrügt, zu lesen in folgendem Leserbrief von Hansuli Huber, Schweizer Tierschutz (STS):

Suisseporcs Vorstandsmitglied verurteilt

Wenn in der Vergangenheit Tierschutzverstösse auf Schweinebetrieben aufgedeckt wurden, wiegelte die Suisseporcs-Geschäftsführung stets ab. Die Schweizer Schweineschutzvorschriften seien sehr streng und bei den Verstössen handle es sich um bedauerliche Einzelfälle.

Diese Tierschutz-Defensivtaktik des Verbandes ist nun einem Vorstandsmitglied zum Verhängnis geworden. In dessen 1’200er Maststall wurde den Tieren offenbar die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigung über Jahre hinweg verweigert, und mit der Hygiene war es nicht zum Besten gestellt. Zudem wurden die Schweine widerrechtlich zu einem höheren Preis als QM vermarktet. Missachtung des Tierwohls und Betrug an Abnehmern und Konsumenten sind keine Kavaliersdelikte.

Es ist zu hoffen, dass die Suisseporcs nun einen internen Reinigungsprozess durchführt. Wir wünschen uns eine starken Verband, der in Zukunft beim Tierschutz nicht permanent auf der Bremse steht, sondern aus eigener Einsicht und Verantwortung gegenüber den Tieren sich endlich stark macht für eine zeitgemässe, ethisch vertretbare und artgemässe Schweinehaltung in unserem Land!”

Ob Gewässerschutz oder Tierschutz, immer wieder sind es nichtstaatliche Organisationen oder Privatpersonen, welche Missstände aufdecken und Druck für Veränderungen ausüben müssen. Das wäre doch Aufgabe der Behörden, findet Heidi.

Bekannter Schweinezüchter verurteilt, Zuger Verbandsfunktionär betrog beim Schweinepreis, Zentral+ vom 31.10.14. “Er nennt sich selbst den «Schweinepapst der Zentralschweiz». Der Mann ist Käser und hält Mastschweine, denen er Molke verfüttert. Nun aber musste er sich vor dem Zuger Strafgericht wegen Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz, Betrugs und Urkundenfälschung verantworten…”

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Kuriose Schweizer Bundesgesetzgebung fördert Willkür im Umgang mit dem Volkswillen

29. Oktober 2014
Das neue Raumplanungsgesetz taugt nicht zur Umsetzung der vom Volk angenommenen Zweitwohnungsinitiative. Die Gesetzgebung rund um den Gewässerraum fällt in die gleiche Kategorie von schlampiger Rechtsetzung.

Das neue Raumplanungsgesetz taugt nicht zur Umsetzung der vom Volk angenommenen Zweitwohnungsinitiative. Die Gesetzgebung rund um den Gewässerraum fällt in die gleiche Kategorie von schlampiger Rechtsetzung.

Ein Bauer fand sich nicht zurecht in der Hierarchie unserer Vorschriften: Bundesverfassung, Gesetze, Verordnungen, Weisungen … Er bat Heidi um Antwort auf seine Fragen. Sie fand das spannend, recherchierte und schrieb die Seite Rechtshierarchie, welche seither in der rechten Spalte einfach abrufbar ist unter Gesetze in Kürze … Gewundert hatte sich Heidi über die Tatsache, dass Bundesgesetze nicht verfassungskonform sein müssen.

In seinem Artikel Zweitwohnungen – schamloser Verfassungsbruch, NZZ vom 24.10.14, weist Alain Griffel, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Zürich, auf dieses Kurisorium hin und kritisiert einmal mehr die schlampige Gesetzgebung der neueren Zeit. Die vielen Reaktionen auf einen früheren NZZ-Artikel von Griffel waren Auslöser für das Buch Vom Wert einer guten Gesetzgebung, an welchem sich 16 weitere Fachleute beteiligten.

Heidi hat jetzt die Seite Rechtshierarchie ergänzt mit einem Hinweis auf die heutigen Probleme, denn auch die Gesetzgebung rund um den Gewässerraum ist – so meint sie – ein Pfuschwerk; das Parlament hat den Volkswillen missachtet.

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Heidis Wunschliste

24. Oktober 2014
Helfen Sie Heidi beim Erfüllen ihrer Wünsche, damit diese Pferde sauberes Wasser trinken dürfen. Brunnen am Genfersee in Lausanne.

Helfen Sie Heidi beim Erfüllen ihrer Wünsche, damit diese Pferde sauberes Wasser trinken dürfen. Brunnen am Genfersee in Lausanne.

Schon annähernd 350 Beiträge hat Heidi geschrieben und zahlreiche Wünsche geäussert. Es ist schwierig, diese zu finden. Daher hat Heidi eine Wunschliste angefangen: Heidis Wünsche. Sie befindet sich oben auf der rechten Seite nach dem Suche- und Abo-feld unter dem Titel Heidis Mist. Wieso nicht gleich Heidis Mist abonnieren, wo es doch so viel Interessantes zum lesen gibt?

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Lebensmittelverpackungen: Wir müssen handeln! (2)

23. Oktober 2014

Heidi hat am 11.10.14 einen Artikel über den FPF-Workshop gefährliche Stoffe in Lebensmittel-Verpackungen? geschrieben. Nun sind die Vorträge der Veranstaltung als Video auf dem Internet abrufbar beim Food Packaging Forum (FPF). Also nichts wie los! Nur Englisch.

Hazardous chemicals in food contact materials?

Lebensmittelverpackungen: Wir müssen handeln! Heidis Mist 11.10.14

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Keine Siloballen auf Pufferstreifen an Hecken!

19. Oktober 2014
Alle Jahre wieder: Illegales Lagern von Siloballen auf dem Pufferstreifen neben einer Hecke oberhalb Trimmis GR, Foto 18.10.14...

Alle Jahre wieder: Illegales Lagern von Siloballen auf dem Pufferstreifen neben einer Hecke oberhalb Trimmis GR, Foto 18.10.14…

Immer wieder dasselbe Bild: Siloballen auf Pufferstreifen. Heidi geht davon aus, dass die Bauern sehr wohl wissen, dass dies verboten ist. Pufferstreifen sind für einen Teil der Bauern lästige Randstücke mit Auflagen, in diesem Fall gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung Anhang 2.5 und 2.6. Drei Meter breite Streifen entlang von Hecken dürfen weder gedüngt, noch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, damit diese Stoffe nicht aus dem Kulturland (oder defekten Siloballen) in die Hecken gelangen. Diese Vorschrift ist auch wichtig für die Artenvielfalt, dienen doch solche extensiv bewirtschafteten Flächen Wildpflanzen und -tieren sowie Nützlingen als Lebensraum.

Bauern, welche Direktzahlungen beziehen, müssen den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) erfüllen. Das heisst konkret: Der Pufferstreifen muss mit Gras oder Kräutern bewachsen sein. Pufferstreifen-Vergehen sieht Heidi häufig, denn allfällige Bussen sind klein. Offensichtlich sind die Behörden blind. Der Vollzug funktioniert nicht; die Kantone wären dafür verantwortlich. Die Direktzahlungen fliessen trotzdem grosszügig.

Ein guter Kenner der Bündner Landwirtschaft sagte Heidi kürzlich: “In Graubünden bewegt sich nichts!” Das stimmt nicht ganz, denn wenn es um mehr Direktzahlungen geht, etwa die neuen Landschaftsqualitätsbeiträge, dann handeln die Behörden sehr schnell.

... Siloballen auf dem Pufferstreifen neben einer Hecke oberhalb Trimmis am 16.1.11.

… Siloballen auf dem Pufferstreifen neben einer Hecke oberhalb Trimmis am 16.1.11.

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Lebensmittelverpackungen: Wir müssen handeln!

11. Oktober 2014
Recycling-Kartons werden (wurden?) zum Verpacken von Lebensmitteln verwendet. Vergleich eines Verpackungskartons aus recycliertem Karton mit einem aus frischen Holzfasern. Das <a title="Wikipedia: Chromatographie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatographie" target="_blank">Chromatogramm</a> oben zeigt, dass im recyclierten Karton zahlreiche, zum grossen Teil unbekannte Substanzen enthalten sind (viele Peaks), u.a. krebserregendes Erdöl, während im Karton aus frischen Holzfasern die Zahl der Stoffe klein ist (wenige Peaks).  Diagramm: Konrad Grob, Kantonales Labor Zürich.

Recycling-Kartons werden (wurden?) zum Verpacken von Lebensmitteln verwendet. Vergleich eines Verpackungskartons aus recycliertem Karton mit einem aus frischen Holzfasern. Das Chromatogramm oben zeigt, dass im recyclierten Karton zahlreiche, zum grossen Teil unbekannte Substanzen enthalten sind (viele Peaks), u.a. krebserregendes Erdöl, während im Karton aus frischen Holzfasern die Zahl der Stoffe klein ist (wenige Peaks). Diagramm: Konrad Grob, Kantonales Labor Zürich.

Angenommen Heidi kauft Spaghetti. Sie nimmt eine Kartonschachtel aus dem Gestell, legt sie in den Einkaufkorb, platziert sie an der Kasse aufs Förderband und verstaut die Schachtel nach dem Zahlen im Rucksack. Zuhause versorgt Heidi die Spaghetti im Vorratsschrank, nimmt sie später zum Kochen heraus. Verpackungen sind in der heutigen Gesellschaft wichtig, etwa zum Schutze des Inhalts, aber auch für Werbung und Informationen. Doch sind die Verpackungen unbedenklich?

Die vielen Unbekannten

Wahrscheinlich sind es in der Grössenordnung von 100’000 Substanzen, welche in Lebensmittelverpackungen vorkommen, also 1000 mal mehr als Pestizide zugelassen sind. Die meisten davon kennt man nicht, weniger als 2000 wurden fachgerecht untersucht. Vermutlich stecken in Verpackungen auch Stoffe, die nicht einmal als Pestizide bewilligt würden. Kontrollen gibt es kaum. Diese erschreckende Nachricht präsentierte Konrad Grob vom Kantonalen Labor Zürich am Workshop Hazardous chemicals in food contact materials? vom 9.10.14, Veranstalter Food Packaging Forums (FPF). Fachleute aus Europa und den USA stellten Studien vor und informierten über die allgemeine Lage bei den Lebensmittelverpackungen.

Gesundheitsschädigende Stoffe mit hormonähnlicher Wirkung

Ausführlich behandelt wurde Bisphenol A, ein wissenschaftlich gut untersuchter Stoff mit hormonähnlicher Wirkung; er ist fast allgegenwärtig und zählt zu den endokrinen Disruptoren, den besonders besorgniserregenden Stoffen. Die möglichen negativen Auswirkungen von Bisphenol A auf die Gesundheit sind vielfältig, seit langem bekannt und durch wissenschaftliche Studien belegt. Doch die Industrie wehrt sich gegen ein Verbot. In Frankreich ist Bisphenol A ab Juli 2015 für jegliche Verpackungen von Nahrungsmitteln verboten. Die EU ist am Debattieren.

Risikobeurteilung schwierig – die Mischung macht das Gift

Das Hauptproblem ist, dass wir heute unzähligen Substanzen ausgesetzt sind, die oft schon in kleinen Dosen wirken. Die Zahl der möglichen Mischungen ist riesig. Über die Wirkung von Mischungen lässt sich nur spekulieren; systematische Untersuchungen sind also nicht möglich. Methoden zur zuverlässigen Risikobeurteilung von Verpackungen sind gefragt, z.B. Nestlé und Valspar Corporation AG arbeitet daran. Doch es fehlt an Wissen, Forschungsgeldern und an der Unterstützung durch die Politik. In der Schweiz arbeiten lediglich sechs WissenschaftlerInnen auf diesem Gebiet. Zwei Referenten bezeichneten die zuständige Behörde in den USA, die Food and Drug Administration (FDA), diesbezüglich als inkompetent.

Ein weiteres Problem ist der Ersatz eines als schädlich eingestuften Stoffes, denn oft sind Eigenschaften und Wirkung des Ersatzstoffes zu wenig bekannt; eventuell ist der neue Stoff noch schädlicher als die Substanz, welche er ersetzt.

Heidi ergänzt: Wenn schädliche Substanzen aus Verpackungen in Lebensmittel übergehen, wir sie aufnehmen und anschliessend ausscheiden, dann gelangen sie über die Abwasserreinigungsanlagen (mangelnde Filterung) auch in die Gewässer.

Handlungsbedarf offensichtlich

“We must act!” Das war ein energischer Aufruf von Ana M. Soto, Professorin an der Tufts University, School of Medicine, Boston. Wissenschaftler müssten lernen, ihre Ergebnisse zu kommunizieren. Ana Soto ist Mitglied des Wissenschaftlichen Kommitees des FPFs, welches vor zwei Jahren als gemeinnützige Stiftung gegründet wurde, Präsident ist Martin Scheringer Privatdozent an der ETHZ.

Was macht die Schweiz? Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) glaubt, alles im Griff zu haben, verfolgt aber die Entwicklungen in der EU. Das Engagement für saubere Verpackungen scheint im BLV nicht allzu gross zu sein, meint Heidi. Und die Landwirtschaft? Eigentlich müssten sich die Bauern und ihre Vertreter dafür stark machen, dass ihre Produkte nicht durch Schadstoffe aus Verpackungen verunreinigt werden.

Weitere Informationen

Alle Referenten haben ihre Workshop-Präsentation zur Veröffentlichung freigegeben, siehe Hazardous chemicals in food contact materials?

Übrigens, Heidi kauft keine in Karton verpackte Spaghetti; sie kauft Tessiner von Terreni alla Maggia SA; diese sind in Cellophan verpackt; was darin allenfalls noch ist, das weiss sie nicht, denn die Inhaltsstoffe von Verpackungen müssen nicht deklariert werden, auch wenn sie noch so schädlich sind.

Der weise Alm-Öhi gibt Heidis LeserInnen folgende Tipps: Denken beim Einkaufen! Weitgehend auf verarbeitete Lebensmittel verzichten (Salat selber waschen…), Früchte und Gemüse auf dem Markt einkaufen oder im bedienten Offenverkauf (regionale und saisonale Produkte), keine Konserven (Innenbeschichtung!), Salatsauce für eine Woche in einer Glasflasche selber mischen … und natürlich Hahnenwasser trinken und gärtnern (auch wenn’s nur ein paar Töpfe auf dem Balkon sind.

Gift im Regal, Tagesanzeiger vom 29.7.14

Krebsgefahr durch Erdöl im Karton, SRF Kassensturz vom 8.2.11.

«Ich habe das lange unterschätzt»: Chemiker Konrad Grob Kantonales Labor Zürich, SRF Einstein vom 3.10.12.

Food Packaging Forum: How hazardous chemicals are managed in FCMs, Jenny Eagle, Food Production daily.com vom 9.10.14

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www.gorilla.ch: Trink Wasser!

8. Oktober 2014
Die Gründer der Schtifti Ernesto Silvani (links) und Roger Grolimund (rechts). Foto Schtifti Foundation.

Die Gründer der Schtifti Ernesto Silvani (links) und Roger Grolimund (rechts). Foto Schtifti Foundation.

Immer mehr Leute trinken Hahnenwasser, und die Werbung für Hahnenwasser nimmt zu. Im Stapel der zu lesenden Zeitungen ist Heidi auf das halbseitige Inserat von GORILLA in der NZZ gestossen: “Trink Wasser. Erfrischend gesünder. Mehr Uga-Uga im Leben!” Wer steckt dahinter? Die Schtifti Foundation. 2003 riefen Ernesto Silvani und Roger Grolimund aus der Erbschaft der verstorbenen Grossmutter bzw. Mutter die Schtifti Foundation ins Leben. Ihr Slogan Gemeinsam stemmen wir gegen das Übergewicht der Kids. „Die Schtifti stärkt die Lebensfreude und das Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen mittels Freestylesport zur Bewegungsförderung und Motivation zur ausgewogenen Ernährung.“ steht im Leitbild.

Das Angebot und der Leistungsnachweis von Schtifti ist beachtlich. Neu gibt es GORILLA in Deutschland. Auch in anderen Ländern bietet GORILLA auf Anfrage ihre Dienste an, z.B. Workshops in Schulen. Wie verläuft ein GORILLA Tages-Workshops? Arte berichtete darüber: GORILLA auf Arte: Freestyle gegen Fett.

Und wo stehen die Wasserkaraffen in Kantinen, Restaurants, an Sportanlässen, Events …? Meist konzentriert sich das Angebot auf Coca Cola, Valser (auch Coca), Bier usw.? Was ist zu tun? Hartnäckig Hahnenwasser verlangen! Das Inserat in der NZZ dürfte eher an Sponsoren gerichtet sein als an Jugendliche.

Trink Wasser! Gorilla-Blog vom 29.8.14

Wasserdegustation mit Wasserbotschafter Ernst Bromeis, Heidis Mist 22.9.14, mit Hinweis auf Liste der Restaurants und Hotels, die Hahnenwasser (gegen Bezahlung) anbieten.

NZZ-Inserat. Bild: Schtifti Foundation

NZZ-Inserat. Bild: Schtifti Foundation

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Weltneuheit: Mobile, wasserlose Spitaltoilette

6. Oktober 2014
Mobile wasserlose Spitaltoilette CLOSAC. Ein erstes Funktionsmuster der wasserlosen Toilette wurde im Spital Solothurn erfolgreich getestet.

Mobile wasserlose Spitaltoilette CLOSAC. Ein erstes Funktionsmuster der wasserlosen Toilette wurde im Spital Solothurn erfolgreich getestet.

Wir verdünnen die Exkremente mit Wasser, leiten unsere Abwässer in Röhren und kümmern uns nicht weiter darum, was damit geschieht, denn wir haben ja die Abwasserreinigungsanlagen (ARA), wofür wir bezahlen. Die ARA reinigt das Abwasser so gut es geht, viele Substanzen bleiben aber im Wasser und gelangen in Flüsse, Seen und ins Grundwasser und somit auch ins Trinkwasser.

Besonders problematisch sind Spitalabwässer mit Kontrastmitteln, Medikamentenrückständen, Antibiotika, antibiotikaresistenten Keimen … Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) hat unter der Leitung von Claude Lüscher eine mobile Toilette entwickelt, welche ohne Wasser funktioniert. Es war vorerst schwierig, einen Produzenten zu finden. Nun hat die LIFTAC in Grabs die zwei Patente der FHNW übernommen. Sie stellt diese Weltneuheit an der Fachmesse für den Gesundheitsmarkt (IFAS, 21.-24.10.14) vor.

Die Toilette steht auf Rädern und kann zum Krankenbett geschoben werden. Eine Endlosfolie zieht sich über die Brille in und durch die Schüssel hindurch. Nach Gebrauch wird die Folie zu einem geschlossenen, geruchdichten Beutel verschweisst; dieser wird in die Kehrichtverbrennungsanlage geliefert oder zur Entsorgung spezialisierten Betrieben für medizinische Abfälle übergeben.

CLOSAC – so heisst die Toilette – hat zahlreiche Vorteile: Keine Gewässerverschmutzung, bessere Hygiene, geringere Ansteckungsgefahr, Reinigung von Nachthäfen entfällt, wertvolle Hilfsstoffe und Kontrastmittel können zurückgewonnen werden z.B. Platin, einfache Entsorgung von Radionukliden.

Die wasserlose Toilette CLOSAC rüstet sich für den Markt und wird erstmals an der IFAS 2014 präsentiert, Medieninformation FHNW vom 16.10.14

Medieninformation LIFTAC über die wasserlose Spitaltoilette

LIFTAC an der IFAS

Kreislauf der Krankheitskeime, Heidis Mist vom 23.3.12: Mit einer Medieninformation informierten WissenschaftlerInnen des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag über antibiotikaresistente Keime, die mit dem Siedlungsabwasser, speziell mit dem Abwasser aus Spitälern in den Genfersee gelangen, Antibiotikaresistenzen auf dem Vormarsch.”…

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Wo ist der Pufferstreifen am Bach?

28. September 2014
Malanser Mühlbach bei Maienfeld: Man kann messen wie man will, der Pufferstreifen ist viel zu klein.

Malanser Mühlbach bei Maienfeld: Man kann messen wie man will, der Pufferstreifen ist viel zu klein.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und jenes für Landwirtschaft (BLW) wollen uns Steuerzahlenden weismachen, dass die neue Messmethode der Pufferstreifen ab Uferlinie kaum einen Einfluss hat auf die Verschmutzung der Gewässer mit Pestiziden und Düngern, denn es gebe nur wenige kleine Bäche, die davon betroffen seien. Heidi hat gerechnet und festgestellt, dass diese Aussage nicht stimmt, siehe Mit dem Wasser macht man keine Kompromisse! Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, sieht auch, dass es viele “betroffene” Bäche gibt, und – nicht nur das – dass an vielen Bächen die Pufferstreifen nicht eingehalten werden.

Im Moment gibt es noch sechs verschiedene Arten möglicher Pufferstreifen an Bächen, siehe “Harmonisierte” Pufferstreifen an Gewässern? Nehmen wir für den Malanser Mühlebach bei Maienfeld (siehe Bild oben) die Extrembeispiele an:

  1. Die Behörden haben auf die Ausscheidung eines Gewässerraums verzichtet, und der Bauer bezieht keine Direktzahlungen, da er pensioniert ist. Das ist durchaus möglich, denn der Malanser Mühlbach fällt unter die vielen Ausnahmen, ist ein künstlich angelegtes Gewässer, das im 18. Jahrhundert für den Betrieb von Mühlen, Sägen usw. angelegt worden war, siehe Merkblatt Gewässerraum und Landwirtschaft, Punkt 2.3. In diesem Fall ist der Pufferstreifen für Pestizide und Dünger gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) 3 m breit, und zwar gemessen ab Uferlinie nach der neuen Schweizer Messmethode. Der aktuelle Pufferstreifen beträgt etwa 1,5 m, ist also halb so breit wie er sein sollte. Auch wenn der Bauer den 3 m Pufferstreifen einhalten würde, dann läge der Acker sehr nahe am Bach, d.h. die Gefahr der Gewässerverschmutzung ist gross.
  2. Der Gewässerraum wurde weder ausgeschieden, noch wurde auf die Festsetzung eines Gewässerraums verzichtet. Die Kantone haben bis 2018 Zeit, diese Aufgabe zu erledigen; in der Regel dauert es in vielen Kantonen ein paar Jahrzehnte länger. Es gilt also immer noch die alte Regelung, die auch internationaler Standard ist: Messung des Pufferstreifen ab Böschungsoberkante. Nehmen wir an, dass der Bauer – wie die meisten seiner Kollegen – Direktzahlungen bezieht, dann muss er gemäss Direktzahlungsverordnung (DZV) einen 6 m breiten Pufferstreifen ab Böschungsoberkante einhalten. Der Maisacker ist also 6 m zu nahe am Bach.

Heidi meint, dass Beispiel 2 am ehesten zutrifft. Wer ist zuständig für Kontrolle und Vollzug? Die Kantone! Sie überlassen diese undankbaren Aufgaben den (untätigen) Gemeinden. Im Kanton Graubünden führt das Amt für Landwirtschaft und Geoinformation zwar Pufferstreifen-Kontrollen durch, doch scheint dies die Bauern nicht sonderlich zu beeindrucken. Die Bussen sind klein, die Amtsschubladen gross.

Die Oberaufsicht ist auf verschiedene Bundesstellen verteilt. Etwa im Beispiel 1 ist die Abteilung Luft und Chemikalien des BAFU (ChemRRV) dafür verantwortlich. Im Beispiel 2 das BLW (DZV) und das BAFU (ChemRRV). Es scheint Heidi, dass es die Oberkontrolle nur auf dem Papier gibt.

Es gilt also, Kontrolle und Oberkontrolle zu fordern! Und nicht nur das. Die Schweizer Messmethode ab Uferlinie ist ein Kniefall vor der Bauern-Lobby. Heidi fordert eine Rückkehr zur internationalen Messmethode ab Böschungsoberkante. Wer macht mit?

Unkrautvertilgungsmittel und Dünger wurden im Maisacker am Mühlbach in Heidis Heimat bis an den Ackerrand ausgebracht, d.h. auch auf dem Pufferstreifen.

Unkrautvertilgungsmittel und Dünger wurden im Maisacker am Mühlbach in Heidis Heimat bis an den Ackerrand ausgebracht, d.h. auch auf dem Pufferstreifen.

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Wasserdegustation mit Wasserbotschafter Ernst Bromeis

22. September 2014
Trinkwasserbrunnen fördern, statt umweltbelastendes Flaschenwasser trinken

Trinkwasserbrunnen fördern, statt umweltbelastendes Flaschenwasser trinken

Wasser in der Lebensmittelherstellung heisst die Fachtagung des Schweizerischer Verbands der Ingenieur-Agronomen und der Lebensmittel-Ingenieure (SVIAL) vom 25./26. September 2014 in Solothurn. Das Programm ist vielversprechend. Viele Wasserthemen kommen zur Sprache: globale Sicht, Betriebswasser-Kreisläufe schliessen, Wassersparen bei der Reinigung, Wasser selber fördern usw. Und alles was Rang und Namen hat ist dabei: Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA), Emmi, Tetra Pak, NestléCoca-Cola, Swiss Food Research, Feldschlösschen, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) usw.  Den ersten Tag schliesst eine Wasserdegustation mit dem Wasserbotschafter Ernst Bromeis ab, Das blaue Wunder. Heidi ist gespannt auf das Ergebnis.

Der Spiegel berichtet in seiner neuesten Ausgabe über den Testsieger aus dem Hahn: “Die Deutschen trinken vermehrt teure Mineralwässer – dabei ist Leitungswasser genau so gut und umweltfreundlicher…” Siegfried Gendries von Lebensraum Wasser hat immer die neuesten Informationen zum Thema, auch diesmal Der Spiegel: Öko-Irrsinn Mineralwasser.

In der Schweiz setzt sich DRINK & DONATE für Hahnenwasser ein: “… Im Restaurant bestellen schätzungsweise nur 5% der Gäste Hahnenwasser. Dabei ist unser Hahnenwasser das meist geprüfte Lebensmittel in der Schweiz und laut Labor- sowie Konsumententests von hervorragender Qualität…” Hier finden Sie die Partnerbetriebe des gemeinnützigen ZH2O züriwasser und CH2O schwiizerwasser: Gastronomie und Hotelerie. Zum Beispiel die Öpfelchammer im Herzen der Zürcher Altstadt hat Wasser und Wein auf der Karte. Es ist die älteste, unverändert erhaltene Weinstube Zürichs; dort kehrten viele Berühmtheiten ein wie der Dichter Gottfried Keller.

Gedankenlos wird Flaschenwasser auf Sitzungs- und Konferenztische gestellt, auch an Umwelt- und Nachhaltigkeits-Veranstaltungen. Umdenken im Kleinen bringt das Veränderungsrad in Schwung!

22.9.14 HOME


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