Menschenrecht “Freien Zugang zu sauberem Wasser”

28. Juli 2014
Es gibt das Menschenrecht auf sauberes Wasser der Vereinten Nationen.

Es gibt das Menschenrecht auf sauberes Wasser der Vereinten Nationen.

  • Arte TV sendet den Film Bottled Life in der Reihe “Themenabend” am 5.8.14, um 20.15 Uhr und am 16.8.14 umd 10.30 Uhr. Siegfried Gendries von Lebensraum Wasser hat in seinem neuesten Artikel ausführlich darüber berichtet Bottled Life – Nestlé’s Geschäft mit Wasser – Hintergründe und Filmtip. Noch vor zwei Jahren zweifelte der Präsident des Verwaltungsrates der Nestlé (Wikipedia), Peter Brabeck, daran, dass es ein Recht auf Wasser gebe, obwohl die Vereinten Nationen bereits 2002 deutlich machten, dass sauberes Wasser ein Menschenrecht ist, Informationsplattform humanrights.ch. Heidi hat im Artikel Hahnenwasser statt Pet-Flaschen vom 24.1.12 darüber geschrieben. Zweifelt Brabeck noch heute daran?
  • Er schwimmt von der Quelle des Rheins bis zu dessen Mündung in die Nordsee und wirbt dabei für den nachhaltigen Umgang mit dem Lebenselement Wasser und für das Menschenrecht auf freien Zugang zu sauberem Wasser: Ernst Bromeis. Die FAZ hat der Expedition 2014 am Sonntag eine ganze Seite gewidmet, Nichts wie Rhein, Frankfurter Allgemeine vom 27.7.14; auch 10 vor 10, die Nachrichtensendung des Schweizer Fernsehens, hat (neben vielen anderen) darüber ausführlich berichtet, SRF 23.7.14. Das blaue Wunder; Das blaue Wunder, Wikipedia.
  • Detroit, die einst blühende Auto-Stadt, ist arm geworden. Die heruntergewirtschafteten Wasserwerke wurden privatisiert, 90’000 Kunden sind zur Zeit mit der Bezahlung der Wasserrechnung im Rückstand, 4’500 säumigen Kunden wurde bisher das Wasser abgestellt, weiteren 46’000 Kunden droht dasselbe. Bürgerrechtsorganisationen haben kürzlich bei der Uno-Menschenrechtskommission geklagt, weil das Menschenrecht auf Wasser verletzt wird, Wasser in Detroit abgestellt, NZZ vom 26.6.14.
  • Seit dem 1. April 2012 ist es den BürgerInnen der EU möglich, über eine Europäische Bürgerinitiative die politische Agenda der EU aktiv mitzugestalten. Mit einer der ersten Europäischen Bürgerinitiativen soll die Kommission dazu aufgefordert werden, allen Mitgliedstaaten verbindliche Ziele zu setzen, um die Anerkennung und Umsetzung des universellen Rechts auf Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung in Europa und in der Welt voranzutreiben: Europäische Bürgerinitiative für Wasser als Menschenrecht, WasserAllianz München.

Wo die Politik versagt, müssen wir aktiv werden. Eigentlich erstaunlich, dass sauberes Wasser nicht zuoberst auf der Arbeitsliste unseres Bundesrates steht. Also kämpfen wir weiter für das Menschenrecht auf sauberes Wasser!

Schon unterschrieben? Die Petition von Franziska Herren? Hier ist der Unterschriftenbogen: Gesundes sauberes Wasser für alle. Demnächst kann auch online unterschrieben werden; Danke, Franziska, für die Ergänzung!

28.7.14 HOME

Jetzt unterschreiben: Gesundes sauberes Wasser für alle

27. Juli 2014

Gesundes sauberes Wasser für alle

Die Prospekte und Unterschriftsbogen sind gedruckt. Das Sammeln von Unterschriften für die Petition Gesundes sauberes Wasser für alle hat begonnen. Franziska Herren leitet die ausgefüllten Bogen laufend an das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation weiter, zuhanden unserer Bundesrätin Doris Leuthard.

Franziskas Anliegen:

“Respekt und Verantwortung gegenüber einem Geschenk
Die Konsumentinnen und Konsumenten haben es in der Hand, denn wer sich bewusst ist, dass unser wertvollstes Lebensmittel Wasser von der Natur rein und gratis zur Verfügung gestellt wird, achtet auf sein Einkaufsverhalten und handelt im Alltag mit mehr Respekt: Weniger Fleisch, saisonale, regionale Bio-Lebensmittel, biologisch abbaubare Reinigungs- und Waschmittel, pflanzliche und biologische Kosmetika im Einkaufskorb halten die Wasserqualität hoch. Die Zahl der Vegetarier und Veganer ist zunehmend. Der Entschied erfolgt meist aus gesundheitlichen Überlegungen und aus dem Bewusstsein heraus, dass Tiere fühlende Lebewesen sind, die wie wir Menschen, Respekt und Achtung verdienen. Schon eine minimale Reduktion des Fleischkonsums hat Einfluss auf die Produktion und damit auch auf die Einsatzmenge von Antibiotika. Zudem leistet eine mehrheitlich pflanzliche und biologische Ernährung mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln einen gewichtigen Beitrag zur Reduktion des CO2 Ausstosses.

Bio muss wieder Standard werden
Biologische Lebensmittel sind keine Neuerfindung, sondern eigentlich der Standard. Es gibt nichts Biologischeres als Das Erdreich in seiner Ursprungsform. Ebenfalls Standard sein sollte die artgerechte, naturnahe oder Freilandhaltung für die Tiere.

Petition – sauberes Wasser für alle
Unterzeichnen Sie unsere Petition und bitten Sie auch Ihre Freunde und Bekannten darum. Sie finden die Unterschriftenbogen hier.”

Bewusst einkaufen bringt viel für die Umwelt, meint Heidi. Die Werbung muss kritisch hinterfragt werden, z.B. Mythos Milch, SRF Kontext vom 23.7.14: “… Milch die Muntermacherin der Nation, der Saft, der uns die Kraft der reinen Natur schenkt. Die Milchwerbung verkauft uns Kuhmilchprodukte fantasievoll mit Versprechen der gesündesten Art. Aber die Medizin sagt etwas anderes. So gehört Milch zu den wichtigsten Allergenen und der Konsum von zu vielen Milchprodukten wird sogar mit gewissen Krebsarten in Verbindung gebracht. Zu viel Milch ist auch für sehr viele Kühe ungesund. Sie sind zu reinen Milchmaschinen, zu so genannten Turbokühen degradiert worden. Das bedeutet ein kürzeres Leben, oft ein lebenslängliches Angebundensein im Stall und bedeutet eine mindere Milchqualität. Die Sendung von Peter Jaeggi beleuchtet die schwarzen Seiten des weissen Saftes.”

Wir haben es in der Hand!

27.7.14 HOME

Die Mischung macht das Gift

24. Juli 2014
In der natürlichen Umgebung wirkt ein Umweltgift bereits in Mengen, welche im Laborversuch als unbedenklich erscheinen, weil dort meist weitere  Wirkstoffe vorhanden sind.

In der natürlichen Umgebung wirkt ein Umweltgift bereits in Mengen, welche im Laborversuch als unbedenklich erscheinen, weil in der Natur meist weitere Wirkstoffe vorhanden sind.

Mit Grenzwerten wird die Schädlichkeit von Pestiziden, Schwermetallen usw. bewertet. Die Grenze zwischen unbedenklich und giftig hängt von vielen Faktoren ab. Der Grenzwert ist eine Zahl, welche auf Laborwerten, Annahmen, Erfahrungswerten und auch Politik basiert. Heidi meint, dass Grenzwerte oft als Beruhigungspille vorgeschoben werden, wenn die Behörden handeln müssten.

Die vielen Stoffe, welche die Menschen mit ihrem emsigen Treiben der Umwelt zumuten, wirken zusammen. Sie sind als Mischung schon in Konzentrationen weit unter dem Grenzwert schädlich. Eine von der EU finanzierte Studie bestätigt, dass Stoffe wie Pestizide, Arzneimittel, Phthalate und Schwermetalle als Chemie-Cocktail schon in kleinen Mengen Fische und Frösche schädigen (Quelle: Grünwolf).

“Nach Ansicht der Studienautoren, müsste Europa die Einschätzung von Umweltrisiken durch Cocktaileffekte dringend aktualisieren. Des weiteren sollten Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von Umweltschäden auch dann umgesetzt werden, wenn einzelne “Giftstoffe” in scheinbar harmlosen Konzentrationen vorlägen.” aus: Chemie-Cocktail: Schon geringe Dosis schädigt Fische und Frösche, Agrarheute.com vom 21.7.14.

Und – was machen die Schweizer Behörden?

Paracelsus sagte „Allein die Menge macht das Gift“. Dieser Auspruch, häufig missbraucht, stimmt auch heute noch. Doch wenn mehrere Stoffe zusammentreffen kann die Wirkung markant anders sein. So enthält vielerorts selbst das Trinkwasser, mit welchem Medikamente eingenommen werden, Schadstoffe wie Pestizide, Antibiotika … Heidi meint daher, nicht nur die Menge, sondern auch “Die Mischung macht das Gift.”

Neonicotinoide: Wasserlebewesen verhungern

Wie viel Pestizide vertragen unsere Gewässer?

24.7.14 HOME

Wasserbotschafter Bromeis zügig unterwegs

21. Juli 2014
Der Rhein wird zur Stromgewinnung genutzt. Bromeis und sein Team mussten am Sonntag 20.7.14 mit dem Boot drei Stauwerke umgehen, was jedes Mal viel Muskelkraft und rund drei Viertelstunden Zeitverlust bringt. Foto: Das blaue Wunder

Der Rhein wird zur Stromgewinnung genutzt. Bromeis und sein Team mussten am Sonntag 20.7.14 mit dem Boot drei Stauwerke umgehen, was jedes Mal viel Muskelkraft und rund drei Viertelstunden Zeitverlust bringt. Foto: Das blaue Wunder.

Ein Viertel der Länge des Rheins hat Ernst Bromeis bisher von der Quelle her schwimmend zurückgelegt, d.h. 329 km. Zur Erinnerung: Die Botschaft der Expedition 2014 lautet «Der freie Zugang zu sauberem Wasser muss global als Menschenrecht anerkannt werden». Die sich laufend ändernden Bedingungen im Wasser des Rheins sind in den täglichen Berichten auf der Website Das Blaue Wunder eindrücklich dokumentiert.

Beim Start am Lago di Dentro betrug die Wassertemperatur 4 Grad. Viel Wasser, Geschiebe und Sand führte der Fluss in der Rheinschlucht “… er war so trüb, dass der Sand in alle Ritzen geht.” Über grosse Strecken lag die Wassertemperatur unter 10 Grad. Nur langsam wurde es wärmer. Am Bodensee dann zuerst Gegenwind und Wellen, dann der erste warme Tag. 17.7.14: “Nach fünf Tagen im weiten Bodensee querte Ernst heute die Enge zwischen Kreuzlingen und Konstanz. Auf wenigen Metern Breite muss hier all das Wasser durch, das nach den Niederschlägen der letzten Woche die Flüsse zum See hat anschwellen lassen. Kein Wunder, dass es hier zugeht wie in einer Waschmaschine: Wellen von allen Seiten schlagen auf Ernst ein; er ist froh, als er den Rhein-Kilometer «Null» hinter sich hat.”

Die Strecke von Schaffhausen bis zum Rheinfall war gezwungenermassen ein Fussmarsch. Dann folgt eine schöne Strecke: “Grüne und verwachsene Stellen erinnern manchmal fast an einen Urwald. Sie wechseln sich ab mit kleinen Ortschaften, schönen Kirchen. Eine Landschaft wie aus dem Ferienprospekt.” Gestern Sonntag war es dann kühler, und der Rhein war ein reissender Strom: “Stellenweise ist er auch für das professionelle Team um Ernst Bromeis eine echte Herausforderung.”

Heidi ist gespannt wie es weitergeht. Gute Reise!

21.7.14 HOME

Neonicotinoide: Another Silent Spring?

16. Juli 2014
Werden die Verantwortlichen ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für die Natur entscheiden ...?

Werden die Verantwortlichen ihre Verantwortung wahrnehmen und sich für die Natur entscheiden …?

Soeben eingetroffen ist der Artikel von George Monbiot
Another Silent Spring?

Sorgfältig wie immer stellt er Fachliteratur zum Thema zusammen, in diesem Fall sind es die Neonicotinoide. Auf deren Schädlichkeit für Wasserorganismen hat Heidi schon mehrmals aufmerksam gemacht.

Wir hätten die Wahl, schreibt George. Wir könnten zuwarten und schauen, ob eine wirkungsvolle Gruppe von Bayer- und Syngenta-Pestiziden tatsächlich ganze Ökosysteme zerstört, oder wir verwenden diese Pflanzenschutzmittel nicht mehr bis sachgerechte Versuche durchgeführt sind. Die Natur gegen zwei Chemiefirmen: Wie schwierig kann das bloss sein?

Werden die PolitikerInnen den Wünschen der Lobbyisten erliegen oder die Natur schützen?

Neonicotinoide: Wasserlebewesen verhungern, Heidis Mist, 3.6.14

16.7.14 HOME

Mit Gift gegen Unkraut am Strassenrand

13. Juli 2014
Trockenheit ... ?

Trockenheit … ?

Die Verwendung von Herbiziden ist gemäss Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) auf und an Strassen, Wegen und Plätzen verboten sowie auf Dächern, Terrassen und auf Lagerplätzen. Dies zum Schutze der Gewässer und des Grundwassers. Für den Vollzug sind in vielen Kantonen die Gemeinden zuständig, etwa in Graubünden, St. Gallen, Tessin …

Heidi hat in ihrem Artikel Pestizide oder Insekten-WG? geschrieben, dass sie am 16.6.14 Gemeindeangestellte beim Spritzen von Unkrautvertilgungsmitteln an einer entwässerten Strasse gesehen hat. Natürlich wusste sie nicht, ob die gespritzte Flüssigkeit tatsächlich ein Herbizid enthielt. Doch im Laufe der Zeit starben die Pflanzen ab, woraus Heidi schliesst, dass gesetzeswidrig Herbizide verwendet wurden. So ist denn die Gemeinde für den Vollzug von Gesetzen zuständig, welche sie selber bricht.

Herbizidverbot auf Wegen und Plätzen ist bei Gartenbesitzern weitgehend unbekannt, Medienmitteilung Bundesamt für Umwelt vom 22.10.10

... oder doch nicht Trockenheit ... ?

… oder doch nicht Trockenheit … ?

... eher nicht Trockenheit ... ?

… eher nicht Trockenheit … ?

... Trockenheit hört vor Zierpflanzen auf ... was soll das bedeuten ... ?

… Trockenheit hört vor Zierpflanzen auf … was soll das bedeuten … ?

... die feinen Pflänzchen an dieser Mauer sind innert eines Monats fast ganz verschwunden ...

… die feinen Pflänzchen an dieser Mauer sind innert eines Monats fast ganz verschwunden …

... Galium haben die Gemeindearbeiter nicht ganz getroffen ...

… Galium haben die Gemeindearbeiter nicht ganz getroffen …

... eindeutige Spuren von Herbizid an einem Schacht ... Übrigens, es hat doch in letzter Zeit regelmässig geregnet.

… eindeutige Spuren von Herbizid an einem Schacht … Übrigens, es hat doch in letzter Zeit regelmässig geregnet.

13.7.14 HOME

Deutschland: Zuviel Nitrat im Wasser

11. Juli 2014
Das Ausbringen von Gülle bei Regen oder auf wassergesättigten Boden ist eine grosse Verschmutzungsgefahr für Oberflächengewässer (Abschwemmung) oder Grundwasser (Auswaschung).

Das Ausbringen von Gülle bei Regen oder auf wassergesättigten Boden ist eine grosse Verschmutzungsgefahr für Oberflächengewässer (Abschwemmung) oder Grundwasser (Auswaschung).

Ein Gewässerschützer soll vor Jahren gesagt haben, man müsse die Gewässer zu ihrem Schutz verrohren. Zahlreich sind denn auch die Meldungen, welche über verschmutzte Gewässer (Oberflächengewässer und Grundwasser) bei Heidi eintreffen. Die neueste Meldung stammt von der Europäischen Kommission. Sie hat am 10.7.14 Deutschland erneut ermahnt, stärker gegen die Verunreinigung von Wasser durch Nitrat vorzugehen. Somit hat sie die zweite Stufe im laufenden Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet und kann im nächsten Schritt Klage vor dem Europäischen Gerichtshof einreichen, wenn Deutschland nicht binnen zwei Monaten reagiert.

An 50,3% der deutschen Messstellen wird der Grenzwert für Nitrat überschritten. Sorge bereitet auch die starke Verschmutzung der Oberflächengewässer und der Ostsee. Die Entfernung von Nitrat aus dem Trinkwasser verursacht zudem hohe Kosten. Deutschland habe nicht genug für die Reduzierung oder Prävention der Nitratbelastung getan. Das EU-Umweltrecht schreibe dies aber vor.

Ausführliche Informationen: Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland, Meldung vom 10.7.14 Nitratbelastung im Grundwasser: Kommission fordert Deutschland zum Handeln auf. Quelle: Grünwolf

EU zeigt Gelbe Karte wegen deutscher Untätigkeit bei Nitraten, Lebensraum Wasser, Siegfried Gendries, 13.7.14

11.7.14 HOME

Wassertemperatur im Bach schwankt weniger nach Revitalisierung

10. Juli 2014
Wassertemperatur im Chriesbach vor der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Mitte März 2013.

Wassertemperatur im Chriesbach vor der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Mitte März 2013.

Wassertemperatur im Chriesbach nach der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Ende November 2013.

Wassertemperatur im Chriesbach nach der Revitalisierung. Waagrecht: Temperatur entlang eines Glasfaserkabels. Senkrecht: Tagesverlauf Ende November 2013.

Heidi hat den revitalisierten Chriesbach im Mai vorgestellt: Fest für den revitalisierten “Eawag-Bach”. Anne-Marie Kurth und Mario Schirmer vom Wasserforschungs-Institut Eawag untersuchen in einem RECORD-Projekt den Einfluss der Revitalisierung auf den Zufluss von Grundwasser in den Chriesbach. Die bisherigen Ergebnisse fassen sie wie folgt zusammen:

  • A) Vor der Revitalisierung ändert sich die Wassertemperatur stark: Nachts ist sie kälter, tagsüber wärmer; kein oder nur sehr wenig Grundwasser fliesst in den Chriesbach.
  • B) Nach der Revitalisierung ist das Wasser deutlich wärmer, und die Temperatur schwankt weniger; es fliesst mehr Grundwasser in den Chriesbach. Die Temperatur im Bach entspricht etwa jener des Grundwassers, sie beträgt 10 Grad Celsius.

Für Wasserlebewesen sind die Bedingungen viel besser geworden. Nur Spezialisten ertrugen diese extremen Temperaturschwankungen. Gemessen hat die Forscherin vor der Revitalisierung im Frühling, nach der Revitalisierung im Herbst. Sie ist aber überzeugt, dass die saisonalen Unterschiede nur einen minimalen Einfluss auf das Resultat haben.

Neue Ergebnisse zu diesem Forschungsprojekt

Die Interpretation von Forschungsergebnissen ist nicht immer einfach. Manchmal freut man sich zu früh. Anne-Marie Kurth hat am Projekt weitergearbeitet und bittet postwendend um eine Ergänzung: “Inzwischen hatte ich Zeit, weitere Messungen am Chriesbach durchzuführen. Diese haben gezeigt, dass die geringeren Temperatur-Schwankungen im Chriesbach eher durch geringere Schwankungen der Luft-Temperatur während der Messung verursacht wurden, nicht durch einen verbesserten Grundwasserzustrom durch die Revitalisierung.

Ob die Revitalisierung den Austausch von Grund- und Oberflächenwasser verbessert hat, wird sich erst nach der Analyse weiterer Daten zeigen.” Heidi wird darüber berichten.

*****

Das Folgende ist zu lesen auf der Webseite Chriesbach Dübendorf: Aufwertung für Natur und Erholung:

“Sauberes Grundwasser, sauberes Trinkwasser

Je abwechslungsreicher ein naturnahes Fliessgewässer ist, desto besser kann es organische Schadstoffe abbauen und sich so selbst reinigen. Aus natürlichen Bach- und Flussbetten versickert mehr Wasser in den Untergrund. Dort wird es gefiltert, als Grundwasser gespeichert und dient uns als kostbares Trinkwasser.”

Neue Webseite Revitalisierung Chriesbach

10.6.14 HOME

Wasserbotschafter Ernst Bromeis startet zur «Expedition 2014»

7. Juli 2014
Ernst Bromeis am Rhein. Foto Rolf Canal

Ernst Bromeis am Rhein. Foto Rolf Canal

Soeben im Postfach eingetroffen ist die folgende Medieninformation, Heidi hat ein paar Links hinzugefügt:

Lukmanierpass, 7. Juli 2014. Der Bündner Wasserbotschafter und Langstreckenschwimmer Ernst Bromeis ist zum zweiten Mal aufgebrochen, den Rhein zu durchschwimmen. Mit seiner «Expedition 2014» durch Europa wirbt Bromeis für den nachhaltigen Umgang mit dem Lebenselement Wasser und das Menschenrecht auf freien Zugang zu sauberem Wasser.

Bromeis (46) startete am Montagmorgen am Lago di Dentro am Lukmanierpass – dem von der Mündung in Holland am weitesten entfernten Punkt des Rheins. Die erste grosse Herausforderung bildete das Durchschwimmen des drei Kilometer langen Stausees auf dem Lukmanierpass. Auf seiner 1247 Kilometer langen Expedition von den Alpen Richtung Norden wird er von einem Kanuten, einem Logistiker, einem Rheinkapitän und einer Dokumentarfilmerin begleitet.

«Der freie Zugang zu sauberem Wasser muss global als Menschenrecht anerkannt werden», fasst Bromeis die Botschaft zusammen, die er mit seiner Expedition 2014 bewerben will. «Wasser verbindet alle Menschen schicksalshaft – das müssen wir respektieren und für alle Menschen durchsetzen.»

Ernst Bromeis ist Gründer und Inhaber von «Das blaue Wunder». Seit 2008 wirbt er als Langstreckenschwimmer mit Aufsehen erregenden Aktionen für den nachhaltigen Umgang mit Wasser. Nebst den Schwimm-Expeditionen organisiert Bromeis die UNO-Weltwasserwoche in Scuol, engagiert sich als Referent und ist Promotor eines Weltwasserzentrums «Pol des Wassers» im Engadin.

Im Mai 2012 hatte Bromeis schon einmal versucht, den Rhein zu durchschwimmen. Gesundheitliche Schwierigkeiten, die auf extreme Temperaturen zurückzuführen waren, raubten ihm aber zu viel Kraft, so dass er das Vorhaben in Breisach nach Basel aufgeben musste. Bereits 1969 hatte der Deutsche Klaus Pechstein den Rhein ab Ilanz durchschwommen. Ilanz ist die erste Stadt am Rhein – sie liegt 57 km von der Quelle flussabwärts.

Heidi wünscht Ernst schönes Wetter und alles Gute auf der langen Reise nach Holland.

In seinem Blog wird Ernst Bromeis immer wieder über seine Expedition berichten.
Web: www.dasblauewunder.ch

Er verschickt auch einen Newsletter, Anmeldung: http://63258.seu1.cleverreach.com/f/63258-131468/

Unter folgenden Adressen sind weitere Informationen zu seiner Expedition 2014 zu finden:

Facebook: www.facebook.com/ernst.bromeis

Twitter: twitter.com/ErnstBromeis

Youtube: youtube.com/user/dasblauewunder2012

Flickr: flickr.com/dasblauewunder

Leitthema der 2. UNO-Weltwasserwoche 2014 war die Frage Gibt es in einer globalisierten Welt eine individuelle Verantwortung? Weitere Informationen auf Heidis Mist, 16.3.14.
Wasser: Trage ich eine individuelle Verantwortung?

Ernst Bromeis wird auf seiner Expedition 2014 auch durch die Rheinschlucht schwimmen.

Ernst Bromeis wird auf seiner Expedition 2014 auch durch die Rheinschlucht schwimmen.

7.7.2014 HOME

Assholes: Theorie eines Philosophie-Professors

2. Juli 2014
Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvin, erklärt in seinem Buch "Assholes" seine Theorie über Arschlöcher und wie mit ihnen umzugehen ist.

Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvin, erklärt in seinem Buch “Assholes” seine Theorie über Arschlöcher und wie mit ihnen umzugehen ist.

Wer hat sich nicht schon über Arschlöcher geärgert? Beim Stöbern in The Bookshop von Orell Füssli in Zürich hat Heidi ein Buch mit eben diesem Titel gefunden: Assholes – A Theory, geschrieben von Aaron James, Professor für Philosophie an der University of California, Irvine. Eine deutsche Version ist im März 2014 im Verlag Riemann erschienen: Arschlöcher – Eine Theorie . Es eignet sich hervorragend als Ferien-Lektüre. Trotz philosophischer Hintergrund-Informationen ist es einfach zu lesen.

Wer ist ein Arschloch:

  1. Jemand, der sich regelmässig Vorteile verschafft.
  2. Er macht dies aus einem tief verwurzelten Gefühl heraus, dass ihm dies zusteht.
  3. Dieses Gefühl der Berechtigung immunisiert ihn vollständige gegen Beschwerden anderer.

Arschlöcher seien – so James – ausgesprochen ärgerliche Personen, aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten typischerweise Männer. Sie würden Gefühle wie Ohnmacht, Angst und Wut hervorrufen. Eine gute Theorie könnte hilfreich im Umgang mit ihnen sein, denn sie erleichtere das Einschätzen der Situation: Wann soll man dem Arschloch Widerstand leisten, und wann soll man es besser ignorieren. Seine Tipps sind allgemein gehalten und, wie er selber zugibt: Es ist schwierig, sich mit diesen Leuten zu verständigen, da sie gar nicht zuhören und auch nicht begreifen, was man kritisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich ändern, ist gering.

Es gibt verschiedene Typen von Arschlöchern, etwa die rüpelhaften, die arroganten oder selbstherrlichen. Dann Chefs, die diese Bezeichnung verdienen, Präsidenten, Könige … oder Beamte, welche ihre Macht missbrauchen. In neuerer Zeit machen sie sich immer stärker in den Medien breit. Informationen zur Meinungsbildung seien fundamental in einer demokratischen Gesellschaft, stattdessen bekämen wir die Meinung eines einzelnen Arschloches zu hören. Banker seien überzeugt, dass Ihnen die riesigen Boni zustünden, dies obwohl Schätzungen gezeigt hätten, dass die Banken die sozialen Kosten der letzten Krise nicht hätten bezahlen können.

Interessant ist James Blick in die Vergangenheit, hingegen beunruhigend jener in die Zukunft. Denn es gibt nicht nur das einzelne Arschloch oder kleine Ansammlungen davon, sondern er definiert auch den Arschloch-Kapitalismus (Nimm was du kriegen kannst!). Dieser würde die wichtigsten Punkte des Kapitalismus zunichte machen:

  1. Bevorteilung: Der Arschloch-Kapitalismus verstärkt expansive Ansprüche (z.B. auf unbegrenzte persönliche Bereicherung, ohne Rücksicht auf soziale Kosten), und fördert somit das Arschloch-Denken.
  2. Mangelnde Steuerung: Es fehlt ein zuverlässiges System zum Einschränken der Fülle von Arschlöchern (z.B. Familie oder Rechtsstaatlichkeit werden durch das Gefühl berechtigt zu sein ausgeschalten) und
  3. Destabilisierung: Die resultierende Fülle von Arschlöchern untergräbt die Zusammenarbeit, welche nötig ist, damit das kapitalistische System gemäss den Grundwerten funktioniert (wie Freiheit, Chancengleichheit und allgemeiner Wohlstand). Das System wird schlechter oder zerfällt.

Die USA seien auf der Kippe zum Arschloch-Kapitalismus, während Italien bereits dazu zähle bzw. Auswege daraus suche.

Warum sollen wir uns mit Arschlöchern befassen und den Empfehlungen James folgen? “Weil Arschlöcher von uns verlangen, das Unakzeptable zu akzeptieren …”, weiterlesen im Buch …

On Assholes, Blog von Aaron James

Aaron James Theory of Assholes, Eric Schwitzgebel Philosophie-Professor an der University of California, Riverside. In einem Kommentar zum Artikel verweist Carl M. auf den Dunning-Kruger-Effekt: Als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet man gemäss Wikipedia eine Spielart der kognitiven Verzerrung, nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen.

2.7.14 HOME


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